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Buch-Verlage fühlen sich von Filesharing bedroht

Passend zur Buchmesse und nur eine Woche nach der Popkomm fühlen sich jetzt nach der Musikindustrie auch die Buchverlage von der digitalen Revolution bedroht. Der Arbeitskreis „Elektronisches Publizieren im Börsenverein“, dem 550 Verlage angehören sollen, hat eine Branchenumfrage gemacht. Und lässt die Ergebnisse über den AP-Ticker verbreiten. Digitale Medien sind natürlich toll und versprechen grosse Gewinne.


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Aber:

Doch digitale Medien haben auch ihre Schattenseiten: Nach der Musikindustrie sind nun auch die Verlage vom Boom illegaler Tauschbörsen betroffen. «Die Sache ist schlimmer, als wir uns das noch vor ein paar Monaten vorgestellt haben», sagte AKEP-Sprecher Arnoud de Kemp. Inzwischen gebe es Internet-Foren, die sich auf den illegalen Tausch von E-Books und Hörbüchern spezialisiert hätten. «Das können wir nicht länger hinnehmen. Wir wollen gegen diese Tauschbörsen kämpfen», sagte de Kemp. Der Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein besteht seit 1992. Ihm gehören rund 550 Verlage an.

Interessant ist die Formulierung, dass die „Sache schlimmer ist“, als sie es sich vor ein „paar Monaten vorgestellt haben“. Nun soll es also innerhalb von wenigen Monaten Internet-Foren für Hörbücher geben. Wobei man die Frage stellen darf, wieso sie das mindestens sechs Jahre verschlafen haben? Nun will der Arbeitskreis auch gegen „diese Tauschbörsen kämpfen“. Und auch gegen diese „Internet-Foren“? Und meldet sich jetzt wieder die Filmwirtschaft zu Wort, weil die natürlich auch gefährdet ist, hier aber nicht aufgezählt wird?

Dann mal schnell alles mit DRM verschliessen und die Communities kriminalisieren, die Hörbücher und e-Books zu nicht-kommerziellen und privaten Zwecken tauschen. Das dabei Verbraucherrechte wie das Zitatrecht oder das Recht auf Privatkopie beschnitten werden und das Problem nicht gelöst wird, ist dann wohl nur „Kollateralschaden“ auf dem Weg in die Wissensgesellschaft.

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