Ticker vom 03.06.2025

Der Standard
Nach Monaten hat sich Standard-Journalist Alexander Amon nochmal beim Twitter-Nachfolger X umgeschaut. Wie schlimm ist es wirklich? Er beschreibt eine Plattform "im freien Fall", beobachtet Propaganda und Scam ohne Filter oder Moderation.
Wired
US-Beamt*innen speisen sogar die DNA von geflüchteten Kindern in eine vom FBI betriebene Datenbank, die ursprünglich für Verbrecher*innen gedacht war. Wired fasst die neue Dimension der biometrischen Überwachung unter der Trump-Regierung zusammen.
BfDI
Die Bundesdatenschutzbeauftragte hat zwei Bußgelder in Gesamthöhe von 45 Millionen Euro gegen den Telefonanbieter Vodafone verhängt. Es geht um - inzwischen offenbar behobene - Mängel bei der IT-Sicherheit und beim Datenschutz durch Partneragenturen für den Vertrieb.
heise online
Der Rechtsstreit zwischen NSO Group und WhatsApp geht weiter. Ein US-Gericht hatte den israelischen Hersteller des Staatstrojaners Pegasus zu 167 Millionen US-Dollar Schadensersatz an WhatsApp verurteilt. Nun will die NSO Group, dass der Fall neu verhandelt wird.
Bayerischer Rundfunk
Meta will die Daten von EU-Nutzer*innen zum KI-Training nutzen. Die Frist zum Widerspruch ist zwar abgelaufen, zumindest in Bezug auf künftig anfallende Daten können Interessierte jedoch weiterhin widersprechen.
Der Standard
Ein brasilianisches Gesetz soll Menschen zu Besitzern ihres digitalen Fußabdrucks machen. So würde es diesen auch möglich, die Daten zu verkaufen. Der Staat setzt eine entsprechende Handelsplattform auf.

Ticker vom 02.06.2025

Digitale Gesellschaft
Beim netzpolitischen Abend am 3. Juni geht es um digitalen Kolonialismus mit Ingo Dachwitz von netzpolitik.org, Renata Ávila Pinto von der OKF und Francesca Schmidt von der BpB. Zuschauen geht in der c-base und im Stream.
ars technica
Wer Gmail per App nutzt, bekommt mehr KI-Zusammenfassungen. Google will sie mit dem Gemini-Sprachmodell automatisch für englischsprachige E-Mails generieren, wenn der Konzern dies als „hilfreich“ einschätzt. In Europa ist der KI-Zwang aber standardmäßig deaktiviert.
The New York Times
Mindestens vier US-Behörden, darunter das Gesundheitsministerium, haben zuletzt das Datenanalyse-Unternehmen Palantir ins Haus gelassen. Auch Finanzamt und Sozialversicherungsbehörde sollen Interesse an der Analysesoftware Foundry haben.
The Verge
Nicht existente Quellen, Spuren von KI-Chatbots und fragwürdige Schlussfolgerungen: Ein jüngst veröffentlichter Bericht des US-Gesundheitsministeriums unter Robert F. Kennedy Jr. strotzt vor Fehlern. „Formatierungsprobleme“, sagt die Regierungssprecherin.
NPR
Bei neuen Features oder Änderungen an Empfehlungsalgorithmen stuften bei Meta bisher Menschen ein, ob es dabei Risiken für Datenschutz oder andere Bereiche gibt. NPR berichtet nun auf Basis interner Dokumente, dass künftig viele dieser Abwägungen automatisiert fallen sollen.
ZEW
Forschende des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung haben untersucht, was Nutzende tun, wenn große Plattformen wie die von Meta ausfallen. Greifen sie seltener zu ihren Smartphones? Wechseln sie die Plattform? Und wenn ja, wohin?
taz
Lügendetektoren gelten als vollkommen ungeeignet, um vor Gericht über Wahrheit oder Lüge zu entscheiden. Dennoch sind sie für entsprechende Gutachten in Deutschland nicht verboten. Opferberatungen kritisieren den Einsatz - selbst wenn er nur selten stattfindet.
The Wall Street Journal
Meta will künftig mit dem Rüstungsunternehmen Anduril zusammenarbeiten. Dabei sollen unter anderem Augmented-Reality-Headsets für Soldaten entstehen, um etwa KI-gesteuerte Waffen zu bedienen. Der Gründer von Anduril, Palmer Luckey, hatte zuvor bei Oculus VR gearbeitet.

Ticker vom 30.05.2025

AlgorithmWatch
Mithilfe automatischer Systeme suchen Banken verdächtige Geldflüsse und können auch Konten sperren. Wie oft passieren dabei Fehler und was heißt das für die Betroffenen? Davon erzählt der neue Podcast "Falsch Positiv" von Agence France-Presse und AlgorithmWatch.
The Verge
Elon Musk hat seinen Rückzug aus der US-Regierung und der DOGE-Abteilung angekündigt. Politische Ambitionen habe er weiterhin, analysiert The Verge: "Musk mag zwar nicht im Weißen Haus anwesend sein, aber sein Schatten liegt weiterhin über Washington."
Zeit Online
Scharfsinnig zerlegt die Journalistin Eva Wolfangel, wie Industrie-Vertreter unter dem Deckmantel des derzeit beliebten Schlagworts digitale Souveränität für Deregulierung lobbyieren.
beck-aktuell
In Chatnachrichten soll ein Feuerwehrmann das NS-Regime glorifziert haben; er verlor seinen Beamtenstatus. Das war rechtens, hat nun das Oberverwaltungsgericht Bremen bestätigt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
404 Media
In Texas hat die Polizei eine Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt haben soll, über mehrere Bundesstaaten hinweg mit Nummernschildscannern gesucht. Nur zu ihrem eigenen Schutz, heißt es. Beruhigend ist das kaum.
tagesschau
Unter der etwas platten Überschrift "Bildung statt Ballern" widmet sich tagesschau.de dem Thema "Serious Games". Das sind Computerspiele mit ernstem Inhalt, die sich etwa mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen.
heise online
Ende 2026 soll die neue digitale Brieftasche verfügbar sein, auch bekannt als EUDI-Wallet. Ein Prototyp wurde heise online vorgeführt. Er soll zeigen, wie man sich mit der App künftig gegenüber einer Bank online ausweisen kann.
t3n
Telegram hat eine Kooperation mit Twitter-Nachfolger X angekündigt. Für zunächst ein Jahr soll der Messenger das von X betriebene Sprachmodell Grok integrieren. Dafür soll Telegram 300 Millionen US-Dollar erhalten.
Der Spiegel
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer plant eine Digitalabgabe nach dem Vorbild von Österreich; eine Vorlage für ein Gesetz sei in Vorbereitung. Demnach sollen Online-Plattformen wie Meta oder Google in Deutschland künftig besteuert werden.

Ticker vom 28.05.2025

Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Künftig soll der Netzausbau im „überragenden öffentlichen Interesse“ stehen, hat heute das Bundeskabinett beschlossen. Mehr Tempo soll die nationale Umsetzung des Gigabit Infrastructure Act bringen, heißt es auf Anfrage.