Netzneutralität
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: Bundestag diskutiert Netzneutralität hinter verschlossenen Türen
: Bundestag diskutiert Netzneutralität hinter verschlossenen Türen Hinter verschlossenen Türen hat heute wieder mal der Ausschuss für digitale Agenda im Bundestag getagt. Wir können daher leider auch nur darüber berichten, was der Bundestag als Pressemitteilung rausgegeben hat. Thema war die EU-Entscheidung in erster Lesung zur neuen Telekommunikationsverordnung und hier besonders die Debatte um Netzneutralität. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Brigitte Zypries (SPD), erklärte dem Ausschuss, dass mit einer nationalen Lösung erstmal nicht zu rechnen sei und man den europäischen Prozess abwarte.
Was die Haltung der Bundesregierung zur Netzneutralität angeht, so verwies die Staatssekretärin auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD. Darin finde sich die Aussage, dass die Koalition für den diskriminierungsfreien Transport aller Datenpakete im Internet einstehe. Zudem sei festgehalten, dass das sogenannte Best-Effort-Internet, das für die Gleichbehandlung der Datenpakete stehe, weiterentwickelt werden solle und nicht von einer Vielzahl von „Managed-Services“ verdrängt werden dürfe.
Ja, das ist richtig. Vergessen wurde hier aber der entscheidende Satz im Koalitionsvertrag, dass das mit dem diskriminierungsftreien Transport aller Datenpakete dann doch nicht so ernst gemeint ist: „Zudem müssen Mobilfunkanbieter Internettelefonie gegebenenfalls gegen separates Entgelt ermöglichen.“ Und ungeklärt ist immer noch, was eine „Vielzahl von Managed Services“ denn genau sind, ob man da von einem Dutzend oder nur Tausend redet.
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: CDU/CSU-Fraktion findet jetzt Netzneutralität toll
: CDU/CSU-Fraktion findet jetzt Netzneutralität toll Wir freuen uns, dass die CDU/CSU-Bundstagsfraktion sich darüber freut, dass das EU-Parlament heute in Brüssel deutlicher engagierter für Netzneutralität gestimmt hat als es zu erwarten war. Möglicherweise liegt das auch daran, dass nicht alle EU-Abgeordneten der CDU/CSU überhaupt zur Abstimmung vor Ort waren.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung verkünden jetzt der Sprecher für Digitale Agenda der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thomas Jarzombek, und der zuständige Berichterstatter Andreas Nick:
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: EU-Parlament stimmt für Netzneutralität
: EU-Parlament stimmt für Netzneutralität
Das EU-Parlament hat heute in den entscheidenden Abstimmungen für Netzneutralität gestimmt. Das ist ein großer Erfolg, mit dem wir ehrlich gesagt nicht gerechnet haben. Wir haben trotzdem bis zur letzten Minute dafür gekämpft und sind jetzt weitgehend glückliche Sieger. Ich sage weitgehend, weil es natürlich bessere Regeln mit noch weniger Schlupflöcher geben könnte, aber es uns auch darum ging, Mehrheiten zu organisieren. Noch auf dem 30c3 zwischen Weihnachten und Neujahr waren wir in unserem Vortrag zum Thema Netzneutralität pessimistisch. Es ging um die EU und das Thema Netzneutralität interessierte nach Snowden kaum jemanden. Über die EU verteilt gab es nur wenige dutzend Aktivisten, die überwiegend in ihrer Freizeit an dem Thema dran blieben und die Savetheinternet.eu – Kampagne aufgezogen und dafür Verbündete gefunden haben. Wir haben nicht aufgegeben, weil das Thema zu wichtig dafür war und ist. Umso erfreulicher ist es, dass wir heute im EU-Parlament Mehrheiten bei Umformulierungen im Gesetzestext errungen haben. Danach sah es in den letzten Wochen nicht aus. Da soll noch jemand sagen, dass Abstimmungen nichts bringen und die EU immer nur falsche Politik macht. Wir warten auf die Abstimmungslisten um uns bei den deutschen Politikerinnen und Politiker bedanken zu können, die pro Netzneutralität gestimmt haben.
Aber wie schon geschrieben, perfekt ist das noch nicht. Da ginge noch mehr, wie die Digiges in einer ausführlichen Pressemitteilung zur Bewertung zusammenfasst: Änderungen zur Netzneutralität: Erforderlich, aber nicht hinreichend.
“Wir freuen uns, dass das Europäische Parlament einige wichtige Schritte zur Sicherung der Netzneutralität unternommen hat. Die heute beschlossenen Änderungen waren dringend erforderlich, um die Zukunft des freien und offenen Internet zu sichern, sie sind dafür aber keineswegs hinreichend. Der Verordnungstext enthält weiterhin Lücken, die den Telekommunikationsunternehmen die Auslagerung von beliebten Online-Inhalten auf kostenpflichtige Spezialdienste erlauben.”
So gehts weiter:
Die Debatte und der Gesetzesprozess ist noch nicht vorbei. Das war nur die erste Lesung, wenn auch eine vielleicht entscheidende Schlacht. Im weiteren Verlauf haben wir schlechtere Karten gegenüber den Lobbys der Telekom-Industrie, weil jetzt die Regierungen im EU-Rat mitreden werden.
Wenn Euch das Thema am Herzen liegt, dann unterstützt vor allem diejenigen finanziell, die sich für lange Zeit schon für das Thema einsetzen und damit auch nicht aufhören werden, wenn die Aufmerksamkeit wieder weg ist. Im deutschsprachigen Raum sind das vor allem der Digitale Gesellschaft e.V. aus Deutschland und die Initiative Netzfreiheit aus Österreich gewesen.
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: ZDF & NDR: Netzneutralität wünschenswert
: ZDF & NDR: Netzneutralität wünschenswert Heute Mittag stimmt das EU-Parlament über Netzneutralität ab. Gestern Abend berichtete das Zapp-Medienmagazin auf NDR über die Debatte und zeigte dabei seltene Aufnahmen aus unserem Newsroom: Netzneutralität: Bleibt das Internet offen?
Zwei Welten prallen aufeinander bei der neuen EU-Verordnung. Am Donnerstag stimmt das EU-Parlament über einen Entwurf für die Regulierung des Internet ab. Für die Einen ist die Verordnung nicht weniger als der Anfang vom Ende des freien Internet für alle EU-Bürger. Die Anderen finden, dass gerade die Verordnung überhaupt erst die Grundlage für ein diskriminierungsfreies Internet schafft.
Heute Morgen winkte dann Leonhard Dobusch live aus dem ZDF-Morgenmagazin zum selben Thema: „Netzneutralität wünschenswert“.
„In Brüssel spielt sich eine Lobby-Schlacht zur Netzneutralität ab“, sagt der Netzaktivist und Juniorprofessor für Organisationstheorie, Leonhard Dobusch. Der Ausgang der EU-Debatte sei offen.
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: Videos erklären die Debatte um Netzneutralität
: Videos erklären die Debatte um Netzneutralität Das Thema Netzneutralität interessiert aktuell wieder ein paar Menschen, weil das EU-Parlament morgen darüber abstimmt. Aber worum geht es in der Debatte überhaupt? Wir haben hier mal einige Videos zusammen gestellt, die Euch das Thema näher bringen.
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: 20.000 Faxe zur Rettung der Netzneutralität verschickt
: 20.000 Faxe zur Rettung der Netzneutralität verschickt
Morgen findet im EU-Parlament die entscheidende Abstimmung zum Thema Netzneutralität statt. Die Mehrheiten sind immer noch unklar und jede einzelne Stimme zählt. In den vergangenen drei Monaten hat die Kampagnenplattform SaveTheInternet.eu mit diversen Tools eine Brücke nach Brüssel und Straßburg gebaut, so dass Bürgerinnen und Bürger ihre EU-Abgeordneten kontaktieren konnten. Bisher wurden darüber alleine 20.000 Faxe verschickt, die garantiert nicht in einem Spamfilter gelandet sind. Hier ist ein Auszug aus der aktuellen Pressemitteilung von SaveTheInternet.eu, die u.a. vom Digitale Gesellschaft e.V., der Initiative Netzfreiheit und European Digital Rights durchgeführt wird: „Entscheidende Abstimmung zur Netzneutralität: 20.000 Faxe an EU-Abgeordnete versendet“.
Obwohl die Europäische Kommission wiederholt beteuert, die Netzneutralität zu sichern, würden nach dem bisherigem Vorschlag die sogenannten Drosselkom-Pläne der Deutschen Telekom bald in der gesamten EU erlaubt sein. Auch normale Online-Dienste (wie z.B. Spotify oder Netflix) könnten dann auf einer Überholspur zu “Spezialdiensten” werden. Diese Spezialdienste sind so ungenau definiert, dass damit viele Schlupflöcher für Telekommunikationsunternehmen entstehen, die Netzneutralität auszuschalten. Wenn einzelne Partnerdienste bevorzugt werden, werden automatisch alle anderen benachteiligt. Das geht zu Lasten von Meinungsfreiheit, Meinungsvielfalt und Innovation. Damit wird der Einstieg in ein Zweiklassen-Netz geschaffen.. Netzneutralität gilt zudem nach dem bisherigen Entwurf nur, bis das monatliche Datenvolumen erschöpft ist, danach könnte der Provider wieder diskriminieren.
Abgeordnete können morgen die Netzneutralität sichern, indem sie für die Änderungsanträge 234–246 stimmen. Es stehen über savetheinternet.eu verschiedene Kommunikationswege nach Brüssel offen: Neben dem versenden von kostenlosen Faxen kann auch kostenfrei über das Netz angerufen werden – ein Service, der möglicherweise je nach Abstimmungsverhalten demnächst nicht mehr möglich sein könnte.
EU-Kommissarin Neelie Kroes hat an alle EU-Abgeordneten einen Brief verschickt und verkündet darin, dass mit dem Verordnungsentwurf die Netzneutralität bereits gesichert sei. Bei EDRi.org findet sich eine Analyse des Briefes, warum das nicht so stimmt, wenn man die Verordnung liest: Commissioner Kroes’ letter to MEPs on net neutrality – now with subtitles.
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: The Internet is ours: Startups für Netzneutralität
: The Internet is ours: Startups für Netzneutralität
Eine neue Kampagnenseite aus dem Startup-Umfeld sammelt junge und innovative Unternehmen, die sich für starke Netzneutralität positionieren wollen: The internet is ours: Startups for net neutrality. Auf der Kampagnenseite gibt es einige Hintergrundinformationen und die Möglichkeit, eine Petition zu unterzeichnen. The beauty of the current state of the Internet is that anyone with a computer and an Internet connection has the power to make an impact on the world. For those who are driven and passionate, the possibilities are endless. To limit net neutrality would drastically bring down the freedom and openness of the Internet as we know it.
Noch wichtiger ist für Startups, bis Morgen unsere liberalen und konservativen EU-Abgeordneten zu kontaktieren und diese davon zu überzeugen, dass Netzneutralität auch wichtig für junge Gründer sind. Auf savetheinternet.eu finden sich dazu Infos.
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: Es wird knapp: Donnerstag stimmt EU-Parlament über Netzneutralität ab
: Es wird knapp: Donnerstag stimmt EU-Parlament über Netzneutralität ab
Am Donnerstag stimmt das Europaparlament in erster Lesung über die „Verordnung eines europäischen Binnenmarktes für Telekommunikation“ (#ConnectedContinent) ab. Ein zentraler Konflikt dieser Verordnung ist die Frage, ob es starke Regeln zur Sicherung von Netzneutralität in der EU geben soll, oder ob die Telekommunikationsunternehmen weitreichende Freiheiten gewährt bekommen. Abgeordnete pro Netzneutralität sollen für Ammendments 234–246 stimmen
Unsere Empfehlung ist ganz klar: Wir brauchen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, denn Internet ist ein öffentliches Gut. Es gibt einen Haufen Änderungsanträge (Im EU-Parlament auch Ammendments genannt) zu dem Verordnungsvorschlag. Für die Netzneutralitätsdebatte sind vor allem die Änderungsanträge 234–246 relevant. EU-Abgeordnete, die für Netzneutralität eintreten, stimmen auch für diese Änderungsanträge aus den Reihen von Sozialdemokraten (S&D), Liberalen (ALDE), Grünen (Verts/ALE) und Linken (GUE/NGL) ab.
Was man immer beachten sollte:
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: Jetzt mitzeichnen: Online-Petition zur Netzneutralität
: Jetzt mitzeichnen: Online-Petition zur Netzneutralität
Campact hat gestern eine online Petition gegen die umstrittene Verordnung zur Netzneutralität gestartet und hat bereits über 50.000 Unterschriften dafür gesammelt. In fünf Tagen stimmt das Plenum des Europa Parlaments über den umstrittenen Verordnungsvorschlag von Neelie Kroes ab. Es gibt Änderungsanträge der Sozialdemokraten, Liberalen, Grünen und Linken, welche den desaströsen Castillo Report aus dem Industrieausschuss reparieren um echte Netzneutralität in Europa zu garantieren und Geschäftsmodelle, die auf Diskriminierung im Internet basieren, zu verhindern.Neben der Möglichkeit die Petition zu unterzeichnen gibt es auch einen neuen Beispiel Text auf SaveTheInternet.eu für E‑Mails und Faxe. Abgeordneten wird darin empfohlen für die relevanten Änderungsanträge 234–236 und 237–244 abzustimmen. Hier die Verbesserungen dieser Anträge im Detail:
- bindende Netzneutralität: das Prinzip der Netzneutralität ist aktuell noch nicht bindend für Internetanbieter, weil es nur in einem Erwägungsgrund zum Gesetz angeführt ist. Konservative Abgeordnete, die derzeit so tun als wäre Netzneutralität bereits gesichert, verheimlichen das sich nach Castillos Vorschlag noch kein Provider daran halten muss. (Artikel 2.12a und 2.14)
- Specialised Services: eine enge Definition von Specialised Services die online Dienste wie Spotify oder YouTube verbieten sich Zugang zur Überholspur des Internets zu verschaffen. (Artikel 2.15)
- Volumensausnahmen Diskriminierungsverbot auch außerhalb von monatlichen Datenvolumen und Geschwindigkeiten. Nach Castillos Vorschlag kann ein Internetanbieter nach Verbrauch des monatlichen Datenvolumens einzelne Dienste von einer Drosselung oder Sperre des Internets ausnehmen. Diese Hintertüre wurde lange nicht entdeckt und ist zum Glück jetzt Teil der Anträge. (Artikel 23.5)
- Verbesserungen bei der Durchsetzung von Netzneutralität: die Regulierungsbehörden sind zuständig sich um die Umsetzung des Gesetzes kümmern. Aktuell werden sie dabei aber eingeschränkt auf „materielle“ oder „generelle“ Qualitätsverschlechterungen des Internetzugangs. Regulierungsbehörden werden sowieso nur in ihrem Ermessensspielraum tätig, wird dieser Entscheidungsspielraum weiter eingeschränkt, obwohl bereits eine Verschlechterung des Internets festgestellt wurde. Das kann sich das nur negativ auf die Regulierungspraxis auswirken. (Erwägungsgründe & Artikel 24)
Es bleiben nur noch 5 Tage bis zur Abstimmung im Plenum um die Petition zu unterzeichnen und auf SaveTheInternet.eu Abgeordnete zu kontaktieren. Der Countdown auf der SaveTheInternet erinnert euch daran wie viel Zeit noch übrig ist. Helft mit Netzneutralität in Europa abzusichern und damit ein Zeichen gegenüber den Besorgniserregende Tendenzen in den USA zu setzten. Wir haben hier die Chance in Europa ein Vorbild für Grundrechte im Internet zu setzen!
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: Apple und Netflix: Was beim Thema Netzneutralität auf dem Spiel steht
Ein Zukunftsszenario? - Doch derzeit sind die Kosten für Videodienste bei T-Mobile noch versteckt. : Apple und Netflix: Was beim Thema Netzneutralität auf dem Spiel steht Vor einer Woche hat der federführende Ausschuss des Europaparlaments bei der Abstimmung der Telekommunikationsverordnung eine Position eingenommen, die das Prinzip der Netzneutralität aushöhlt. Nächste Woche nun liegt es am Plenum des Parlaments, den Schaden bei der dortigen Abstimmung wiedergutzumachen.
Apple und Netflix zeigen, wo es hingehen könnte
In welche Richtung die Entwicklung des Internets ohne eine gesetzliche Absicherung der Netzneutralität läuft, zeigen zwei aktuelle Beispiele aus den USA: Netflix und Apple. Beide sind auf Grund ihrer Geschäftbeziehungen zu Comcast, dem größten Kabelnetzbetreiber der USA, in die Schlagzeilen geraten. So war Ende Februar bekannt geworden, dass der größte Streaming-Dienst des Landes, also Netflix, Comcast in Zukunft einige Millionen Dollar im Jahr zahlen wird, damit dieser den Dienst nicht langsamer werden lässt. Die Washington Post hat in diesem Zusammenhang analysiert, wie sich der Markt in den Vereinigten Staaten in den letzten zehn Jahren verändert hat und welche Auswirkungen es hat, dass mit Verizon ein großer Service-Provider mittlerweile auch als Backbone-Anbieter auftritt.
Damit wird auf dem eigentlich kompetitiven Markt der Backbone-Anbieter für ein extremes Ungleichgewicht gesorgt. Wer die Verizon-Kunden weiterhin in ausreichender Qualität erreichen will, läuft Gefahr, sich von dem Unternehmen die Bedingungen diktieren lassen zu müssen. Die Parallele zum Peering-Verhalten der Deutschen Telekom liegt auf der Hand.
Apple und Comcast wollen Fernsehen machen
Ausserdem verhandelt Apple mit Comcast über einen gemeinsamen Bewegtbilddienst. „Um sicherzustellen, dass die Übertragung ruckelfrei abläuft, soll Comcast demnach Apples Daten über separate Leitungen schicken, die unabhängig vom öffentlichen Internet funktionieren“, schreibt Süddeutsche.de über den Deal.
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: WePromise #04: Marietje Schaake (ALDE)
: WePromise #04: Marietje Schaake (ALDE) Marietje Schaake, liberale Europaabgeordnete, kandidiert auch in der diesjährigen Europawahl wieder für die niederländische Partei D66. Das Wall Street Journal nannte sie die „netzpolitischste“ Politikerin Europas: „Europe’s most wired politician“.
Sie setzt sich vor allem für Netzneutralität, Internetfreiheit und das Multi-Stakeholder-Prinzip in der Internet-Governance-Debatte ein. Sie twittert recht fleißig unter @MarietjeSchaake. In einem kurzen Videokommentar für die WePromise-Kampagne erklärt sie, warum sie versprochen hat, die Charta der digitalen Grundrechte zu unterstützen und warum Wählende ebenfalls unterzeichnen sollten (NL mit Untertiteln):
Im Europaparlament ist sie Mitglied im Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) und Stellvertreterin im Ausschuss für internationalen Handel (INTA). Was sie bisher über verschiedene Themen im Europaparlament gesagt hat, kann man hier nachlesen.
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: Marco Civil: Ein Stück näher an der Internet-Verfassung für Brasilien
: Marco Civil: Ein Stück näher an der Internet-Verfassung für Brasilien Der erste Abstimmungs-Schritt auf dem Weg zur brasilianischen Internetverfassung Marco Civil ist geschafft. Gestern Abend noch hat die brasilianische Abgeordnetenkammer über einen finalen Entwurf abgestimmt. In unserer letzten Meldung hatten wir noch Zweifel geäußert, dass die verschobene Abstimmung wirklich zu einem Ergebnis kommen würde, aber wir wurden eines besseren belehrt.
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: „Marco Civil“ in Brasilien soll bald kommen – Viel zu gewinnen, viel zu verlieren
: „Marco Civil“ in Brasilien soll bald kommen – Viel zu gewinnen, viel zu verlieren
Der „Marco Civil“ ist prädestiniert dafür, ein Signal für forschrittliche Internetpolitik zu werden. Er ist ein Grundrechtekatalog fürs Internet, der in Brasilien bereits seit 2009 diskutiert wird, nachdem der Widerstand gegen unzeitgemäße und restriktive Rechtssprechung zu Onlineproblemen wie Urheberrecht groß geworden war. Seitdem ist einige Zeit vergangen, in der die „Internetverfassung“ verschiedene Stadien durchlaufen hat. Zur Auffrischung nochmal ein kurzer Überblick: -
: EU: FDP, CDU/CSU und Linke stimmten gestern gegen Netzneutralität
: EU: FDP, CDU/CSU und Linke stimmten gestern gegen Netzneutralität Gestern hat der federführende Industrieausschuss (ITRE) im EU-Parlament über die Telekommunikationsverordnung abgestimmt. Die Mehrheit im ITRE stimmte leider für eine Formulierung, die sogenannte Specialized Services undefiniert und im vagen lässt, dass darunter alle möglichen Ideen und Geschäftsmodelle wie das Drosselkom-Modell fallen können. Damit droht ein Zweiklassennetz und das ist nicht die Netzneutralität, die wir meinen.
Mittlerweile haben wir die Liste, wer dafür und wer dagegen gestimmt hat.
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: EU-Parlament: Industrieausschuss stimmt gegen Netzneutralität
: EU-Parlament: Industrieausschuss stimmt gegen Netzneutralität Der Industrieausschuss im EU-Parlament (ITRE) hat heute über den del Castillo-Report abgestimmt, dem Entwurf für eine EU-weite Telekommunikationsverordnung. Dabei setzte sich die konservative Mehrheit mit 34 Ja-Stimmen gegenüber 22 Nein-Stimmen in der entscheidenen Abstimmung über die Definition von „Specialized Service„s durch. Wir kennen diese Art von Diensten aus der Drosselkom-Debatte, wo die Deutsche Telekom vno „Managed Services“ spricht. Wir warten noch auf die Stimmzettel um genau das Verhalten der deutschen EU-Abgeordneten im ITRE-Ausschuss analysieren zu können.
Der Spin von EU-Kommission und Konservativen (und der Telekommunikationsindustrie) wird jetzt wohl sein, dass man Netzneutralität gestärkt habe. Aber das ist reines Blendwerk, weil man gleichzeitig mit einer ungenauen Definition von Specialized Services den Tor zum Zweiklassen-Netz weit aufreisst und die Telkos dort einfach ohne Regeln machen lässt. Das Ziel ist, Netz-Überholspuren an große Unternehmen zu verkaufen, unsere Blogs, StartUps und Communities werden dann über die Trampelpfade geschickt. Die Message ist: Mehr Drosselkom wagen.
Alle EU-Abgeordneten stimmen in zwei Wochen darüber ab
Die heutige Abstimmung im federführenden Ausschuss gilt als wichtige Empfehlung für die Abstimmung im Plenum des EU-Parlaments, die bereits in zwei Wochen Anfang April stattfindet. Es gibt eine theoretische Chance, dass sich bis dahin noch andere Mehrheiten finden, die „Specialized Services“ besser eingrenzt und Netzneutralität konkreter und stärker definiert. Aber dafür muss auch was getan werden. Meckern kann man immer noch später. Auf SavetheInternet.eu finden sich viele Hintergrundinformationen.
Bei der Abstimmung über den ganzen Bericht gab es 29 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen bei 17 Enthaltungen (die vor allem aus dem Lager der Sozialdemokraten kamen).
Der Digitale Gesellschaft e.V. sagt dazu in einer Pressemitteilung:
Abstimmung zur Netzneutralität: Weniger Verbraucherschutz, mehr Netzsperren!Zwar wurden die für die Netzneutralität bedrohlichsten Passagen des Verordnungsentwurfs ein wenig entschärft, zugleich aber der Verbraucherschutz geschliffen und Hintertüren für die Einführung von Netzsperren sperrangelweit geöffnet. “Der Zugang zum offenen Internet und die Wahlfreiheit bei Diensten, Inhalten und Endgeräten muss als einklagbares Recht der Nutzerinnen und Nutzer ausgestaltet werden. Indem sich der Ausschuss einer solchen Formulierung in den Weg stellt, verweigert er Verbraucherinnen und Verbrauchern das nötige Rüstzeug zur effektiven Verteidigung ihres Netzzugangs und beschert ihnen stattdessen neue Rechtsunsicherheiten.
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: WePromise #01: Claude Moraes über die Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste
: WePromise #01: Claude Moraes über die Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste WePromise ist das Projekt zur Europawahl, mit dem wir netzpolitische Themen proaktiv auf die Agenda aller Kandidierenden setzen können. Was genau dahinter steckt und wie es funktioniert, berichteten wir bereits hier und dort. Um das Projekt zu verbreiten, wurde jetzt eine Thunderclap-Kampagne gestartet, die
nur noch sechs(!) Unterstützer braucht, umdas Ziel von 100 gleichzeitig ausgesandten Tweetszu erreichensoeben erreicht hat (danke an alle!).Wir werden zudem hier im Blog in den kommenden Wochen eine Reihe Videos posten, auf denen Kandidierende für die Europawahl erklären, warum sie sich für Themen wie Datenschutz, Netzneutralität, Urheberrechtsreform, Transparenz und Freie Software einsetzen. Im ersten Video, das wir nun hier veröffentlichen, erklärt Claude Moraes, britischer Europaabgeordnete und Kandidat für den Wahlbezirk London, seine Arbeit zur Massenüberwachung durch die NSA und europäische Geheimdienste:
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: Das WWW wird 25! Tim Berners-Lee will eine Internet-Verfassung
CC-BY-NC 2.0 via Flickr/amattox : Das WWW wird 25! Tim Berners-Lee will eine Internet-Verfassung Heute ist nicht nur Welttag gegen Internetzensur, sondern auch der 25. Geburtstag des World Wide Web. Am 12. März 1989 präsentierte Tim Berners-Lee, damals Informatiker am Kernforschungszentrum CERN, seinem Chef die Idee von einem Informationsaustausch- und Verwaltungssystem für Forscher. Seitdem ist vieles passiert. Das „Internet“ wird oftmals synonym für das World Wide Web genannt, auch wenn letzteres genaugenommen nur aus den verbundenen Websites besteht, die wir über das http(s)-Protokoll anrufen können. Dieses Netz ist größer geworden und aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Aber neben aller Euphorie gibt es auch Probleme. Tim Berners-Lee hat zum heutigen Anlass mit The Guardian geredet und einige davon adressiert.
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: Neu angemalt: SavetheInternet.eu – Rettet die Netzneutralität
: Neu angemalt: SavetheInternet.eu – Rettet die Netzneutralität Savetheinternet.eu ist die europäische Kampagne verschiedener Bürgerrechtsorganisationen wie dem Digitale Gesellschaft e.V., der Initiative Netzfreiheit, European Digital Rights und La Quadrature du Net für die Rettung der Netzneutralität. Die kann demnächst auf EU-Ebene durch schlechte Formulierungen abgeschafft und das Internet in ein Zweiklassen-Netz nach Vorbild der Drosselkom-Idee umgebaut werden. Die Kampagnenseite wurde von fleißigen Helfern neu angemalt und das sollte für Euch ein weiterer Grund sein, da mal vorbei zu klicken und vor allem aktiv zu werden. Hinterher könnt Ihr Euch immer noch beschweren. Jetzt heißt es erstmal machen und selbst unsere Rechte und die Netzneutralität schützen.
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: Online-Petition für digitale Grundrechte in der EU: Kein aussichtsloser Kampf
: Online-Petition für digitale Grundrechte in der EU: Kein aussichtsloser Kampf
Es sind nur noch 75 Tage bis zur Europawahl. Durch die Presse gehen etliche Berichte und Befürchtungen, dass EU-feindliche Kräfte in mehreren Mitgliedstaaten große Erfolge erzielen werden. Auch in Deutschland machen rechtsextreme Parteien für ihre Wahlkampagnen gegen Asylsuchende Stimmung – als Kollateralschaden lässt sich seit Anfang 2014 ein drastischer Anstieg von Angriffen auf Asylbewerber beobachten.Den Wahlerfolg können wir vermutlich nicht komplett verhindern, aber wir könnten uns aktiv daran beteiligen, den Trend so klein wie möglich zu halten – indem wir am 25.Mai wählen gehen.
Klar haben uns manche Vorschläge gestört, die in letzten Jahren aus Brüssel kamen. Jedes Mal berichteten wir hier und sind in so einigen Fällen auf die Straße gegangen. In der letzten Legislaturperiode kam aber auch durchaus Gutes aus den EU-Institutionen: 2010 konnten wir verbindliche Websperren verhindern. 2012 konnten wir die EU-Abgeordneten überzeugen gegen das internationale Handelsabkommen ACTA zu stimmen und es somit verhindern. Und im September letzten Jahres richtete das Parlament als erste demokratisch gewählte Institution in der EU eine Untersuchungsgruppe zum Überwachungsskandal ein – der Bericht wird kommende Woche verabschiedet.
Jetzt haben wir die Chance, dem neuen Parlament von Anfang an unsere Anliegen mit auf den Weg zu geben. Wir können unseren Abgeordneten zeigen, dass wir Europa nicht in eine vollüberwachte digitale Zukunft schlittern lassen wollen. Wir können jetzt unterstreichen, dass wir eine europaweite gesetzliche Verankerung der Netzneutralität und eine Reform des Urheberrechts brauchen. Wir können den Politikern sagen, dass wir sie gerne wählen werden, wenn sie sich für das Recht auf Anonymität und Verschlüsselung einsetzen.
Dies geht auf WePromise.EU – dort könnt ihr eine Petition unterzeichnen und somit versprechen, am 25. Mai wählen zu gehen und Eure Stimme denjenigen zu geben, die Grundrechte im digitalen Zeitalter verteidigen.
Kandidaten aus 11 verschiedenen Mitgliedstaaten haben bereits die 10-Punkte-Charta für digitale Grundrechte unterzeichnet, die von der europäischen Bürgerrechtsorganisation EDRi entwickelt wurde. Jeden Tag kommen mehr Kandidaten hinzu, einige von ihnen haben wir sogar vor die Kamera bekommen. Hier ist nun der Trailer, der die erste Saison mit kurzen Interviews einläutet. Wer bei der Kampagne helfen will, kann sich gerne bei uns melden: volunteer(at)wepromise.eu


