Wissen

Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : Schweiz will durchsetzungsfähige Privatkopie
    Schweiz will durchsetzungsfähige Privatkopie

    Die NZZ schreibt über das neue Schweizer Urheberrecht: Downloaden bleibt legal. In aller Kürze soll es wohl eine Durchsetzungsfähige Priovatkopie geben. Das Knacken eines Kopierschutz soll zwar verboten sein. Aber die Umgehung soll nicht illegal sein, sofern es dem legitimen privaten Gebrauch einer Musik- oder Filmaufnahme diene beispielsweise dem Herstellen einer Kopie für das Auto oder für einen Freund. Ein weiterer Unterschied zum hier in Deutschland diskutierten 2. Korb:

    Das Downloaden von Musik oder Filmen soll in Zukunft legal bleiben. Das gilt sogar für offensichtlich illegale Angebote. Dahinter steckt die Überlegung, dass man es dem Konsumenten nicht zumuten will, die Zulässigkeit jedes Angebots zu überprüfen. «Illegale Internetnutzungen wie Tauschbörsen sollen weiterhin über die Anbieter bekämpft werden und nicht über die Konsumenten», sagt Govoni. Auch wenn die Inhalte aus offensichtlich illegalen Quellen stammen, bleibt der Download illegaler Angebote straffrei.

    Und hier in Deutschland will die grosse Koalition dafür bis zu drei Jahre Haft ins Gesetz schreiben. Die Musikindustrie (aka IFPI) läuft natürlich Sturm dagegen und ist sich nicht zu blöde, Sätze wie die folgenden von sich zu geben:

    Entsprechend heftig reagiert die Musikindustrie auf die Gesetzesvorlage. «In der derzeitigen Form würde das Gesetz die neuen Geschäftsmodelle der Musikbranche in der Schweiz verhindern», erklärt Peter Vosseler von der IFPI. «Die Schweiz würde im Urheberrecht zu einem Drittweltland», sagt der Jurist.

    Kann jemand von den Schweizer Mitlesern vielleicht den NZZ-Artikel bestätigen?

    30. August 2006 5
  • : Linux und Flash?
    Linux und Flash?

    Bei ZDNet gibt es ein Interview mit Mike Melanson, dem Chefentwickler des Linux Flash Players bei Adobe. Mehr Infos gibts auch im Penguin.SWF-Blog. Der Flash 9 – Player soll Anfang 2007 erscheinen.

    Allerdings löst auch dieser nicht das Problem, dass wir eigentlich ein freies Flash benötigen: Lessig preaches openness to Flash faithful.

    Lessig argued that proprietary platforms like Flash had a rightful place on the Internet, but that developers of such technologies ought to loosen restrictions on their creative property.

    „It is absolutely critical that we begin to support the development of free content built on proprietary platforms,“ he said.

    30. August 2006 2
  • : Firefoxies
    Firefoxies

    Das Open Source Marketing rund um Firefox liefert ständig neue Ideen, wie man den freien Browser mehr Menschen zugänglich machen kann. Firefoxies ist eine neue Plattform, die eine schon ältere Idee aufgreift. Besucher können ein Bild von sich hochladen, mit einem Firefox-freundlichen Kommentar versehen und das von anderen Besuchern bewerten lassen.

    [via]

    Dazu passt auch dieser Businessweek-Artikel: Mozilla Goes Mainstream.

    30. August 2006 1
  • : Wizards of OS 4 – Die Show des Freien Wissens
    Wizards of OS 4 – Die Show des Freien Wissens

    Hier ist die aktuelle Pressemitteilung zur „Show des Freien Wissens“ auf der kommenden Wizards of OS 4 in Berlin.

    » Freies Wissen? Freies Wissen!

    Von freier Software hat inzwischen schon fast jeder gehört. Aber freies Wissen, freie Filme, Musik, Infrastruktur – was soll das sein? Die Show des Freien Wissens, eine Publikumsveranstaltung im Rahmen des Informatikjahres, zeigt am 16. September in der Columbiahalle Berlin auf unterhaltsame Weise, was es damit auf sich hat.

    Der Siegeszug freier Software ist unaufhaltsam: Mittlerweile laufen 70 Prozent aller Webserver unter dem freien Betriebssystem GNU/Linux, der Firefox-Browser erobert die Herzen der Web-Surfer, OpenOffice die Büros. IBM, Google, Yahoo und viele andere Firmen investieren Milliarden Euro in die Entwicklung freier Software. Doch von freien Inhalten haben bisher die wenigsten gehört. Dabei sind auch freie Musik, Filme und Texte längst ein Bestandteil des Internet-Alltags – nur findet die „heimliche Revolution“, wie die Entwicklung bisweilen genannt wird, ohne großes Getöse statt. Das ist zwar sympathisch, aber fast ein wenig schade – denn hier passiert etwas, was größte Aufmerksamkeit verdient.

    Die Show des freien Wissens, die am 16. September um 15 Uhr in der Columbiahalle Berlin stattfindet, gibt der „heimlichen Revolution“ des freien Wissens eine Bühne. Äußerst unterhaltsam, nicht nur für Computer-Experten verständlich und spannend vermittelt die Show Grundlagen und Inhalte von freiem Wissen und freier Software. Helge Haas, bekannt als Fernseh-Moderator von ARD-Wissenschaftssendungen wie Q21 und Kopfball, stellt die spannendsten Projekte und ihre Macher vor. Zum Beispiel: Musiker, die ihre Songs kostenlos im Internet zur Verfügung stellen und trotzdem Geld mit ihrer Musik verdienen. Die Berliner Freifunk-Initiative, die an einem flächendeckenden freien Internet-Zugang in der Stadt arbeitet. Und der „Elvis des Cyberspace“ und Urheberrechts-Reformer Larry Lessig. Die Show richtet sich an ein Publikum von Jung und Alt, bietet neben dem 90-minütigen Bühnenprogramm die Gelegenheit mitzumachen und die Experten selbst zu befragen – und es winken attraktive Preise. Und das Beste: Der Eintritt zur Show des Freien Wissens ist, wie sollte es anders sein, frei. Einlass ab 14.30 Uhr. Um Anmeldung im Internet wird gebeten: www.wizards-of-os.org/show.

    Macher und Projekte des freien Wissens: Die Höhepunkte der Show

    Bestes Beispiel für freies Wissen ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die inzwischen nahezu jeder Surfer kennt, und die zu den 20 populärsten Websites der Welt gehört. Doch die meisten Nutzer machen sich wenig oder keine Gedanken darüber, dass Wikipedia nur entstehen konnte, weil ihr Wissen frei ist – frei im Sinne von freier Rede, nicht von Freibier, wie es Richard Stallman, der Vater der Free-Software-Bewegung, so unnachahmlich ausdrückte. Denn die Texte dürfen verändert und weiter gegeben werden – aber nur unter der Bedingung, dass das, was daraus entsteht, wieder verändert und weiter gegeben werden darf. Durch diesen “Vererbungseffekt “ ist garantiert, dass das Wissen nicht angeeignet werden kann und so immer wieder die Grundlage bildet für neues Schaffen, neue Werke, neue Kreativität.

    Seit Lawrence Lessig, Jura-Professor in Stanford, die Creative-Commons-Lizenzen entwickelt hat, verbreiten sich freie Inhalte wie ein Lauffeuer. Diese CC-Lizenzen erlauben es Kreativen, ihre Werke anderen auf einfache Art und Weise zur Verfügung zu stellen, so dass diese daraus Neues entwickeln können. Bereits vier Jahre nach der „Erfindung“ der Lizenzen stehen mehr als zehn Millionen CC-lizenzierte Werke im Internet bereit, um von anderen nicht nur genutzt, sondern auch re-mixed, neu arrangiert und umgeschrieben zu werden. Ein guter Anlass, sich von Lawrence Lessig selbst berichten zu lassen, wie er auf die Idee kam und was ihn antreibt. Der „Elvis des Cyberspace“, wie ihn das Kult-Magazin Wired nennt, wird in der Show zu Gast sein.

    Ebenso wie der Netlabel-Musiker Disrupt aus Leipzig, der seine Dub-Reggae-Stücke frei zum Download zur Verfügung stellt – so wie Tausende andere Musiker, die ihre Musik bekannt machen wollen und dank des Internet nicht mehr auf den Plattenvertrag eines Major Labels angewiesen sind. Der Musikjournalist und Buchautor Moritz mo. Sauer, selbst Betreiber eines Netlabels, das bereits für den Grimme-Online-Award nominiert war, wird Hintergründe erläutern und Chancen für Musiker aufzeigen. Vielleicht sitzt der nächste, bislang unentdeckte Netz-Star ja bereits im Publikum.

    Die neueste Entwicklung sind freie Filme. Mit freier Software produziert, unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht, ist etwa die Fantasy-Animation „Elephants Dream“ gerade zum Shooting Star der Filmwelt aufgestiegen: weit mehr als eine halbe Million Downloads sprechen für sich. Die ersten Re-Mixes des Films, dank CC-Lizenzierung selbstverständlich legal und erwünscht, sind inzwischen ebenfalls im Netz zu bewundern. „Elephants Dream“ ist einer der erstaunlichen Filme, die im Filmprogramm der „Show des Freien Wissens“ zu sehen sind.

    Die Show des freien Wissens wird vom WOS (Wizards of OS) e.V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Medienkulturzentrum c‑base und dem mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Urheberrechtsportal iRights.info veranstaltet. Sie ist Teil des Wissenschaftsjahres 2006, das die Informatik und ihrer vielfältige Anwendung beleuchtet. Das Informatikjahr wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiiert, durchgeführt wird es gemeinsam mit mehr als 350 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur.

    » Show des Freien Wissens, Samstag, 16. September 2006, 15.00 Uhr, Columbiahalle, Columbiadamm 13–21, 10965 Berlin

    Zum Disclaimer: Ich bin als Mitglied des Programmkomitees an der Organisation beteiligt, netzpolitik.org ist Medienpartner und newthinking ist normaler Partner der WOS4.

    29. August 2006 1
  • : Wired Remixed
    Wired Remixed

    Es gab schon ähnliche Versuche von traditionellen Medien, Textinhalte von Nutzern remixen und mashen zu lassen. Zuerst war die Los Angeles Times im Frühjahr 2005 daran gescheitert, ausgerechnet einen Kommentar zur Irak-Politik der USA von Internetnutzern gemeinschaftlich verändern zu lassen. Zuletzt hat das die Washinton Post medienträchtig probiert, als sie eine API öffneten, damit die Leser die Feeds mixen konnten. Jetzt führt das Wired weiter und will sich einen Artikel über einen Wiki von den Lesern zusammenstellen lassen. Bis jetzt steht da noch nicht viel drin – sowohl Inhalt als auch Länge können frei gewählt und gemasht werden. Leser können sich den Titel als auch die Zusammenfassung für die RSS-Feeds ausdenken. Redakteur Ryan Siegel soll das langsame Wachsen bis zum siebten September überwachen und Fragen auf einer Kommentarseite beantworten. Mitmachen darf jeder, der sich vorher bei Socialtext angemeldet hat.

    29. August 2006
  • : Der APC Chris Nicol FOSS Prize 2007
    Der APC Chris Nicol FOSS Prize 2007

    Der APC Chris Nicol Preis geht an Initiativen, die die Verbreitung und den Gebrauch von Freier und Open-Source-Software (FOSS) unterstützen und vor allem für Heimanwender ermöglichen. Ausgeschrieben wird der Preis von APC, The Association For Progressive Communication, einem internationalen Netzwerk für Menschenrechts- und Nachhaltigkeitsgruppen. Der Preis trägt seinen Namen nach dem langjährigen australischen und mittlerweile verstorbenen APC-Mitarbeiter und Aktivisten Chris Nicol. Der gründete unter anderem in Spanien die Organisation Pangea als Teil des Netzwerks der spanischen Internet-Aktivisten.

    „Making it easy to use free and open source software“: Der Preis richtet sich vor allem auch an kleine und mittelgroße Projekte, die vor allem nutzerorientiert arbeiten und sich mehr um die Ziele der Nutzer-Gemeinde kümmern anstatt in erster Linie die kommerziellen Aspekte im Auge zu haben. Als weitere Kriterien müssen sie dokumentiert sein und nachweislich den Gebrauch mit Freier Software im Alltag verstärkt haben. Dennoch betont APC, ist es nicht das Ziel, FOSS kostenfrei zu entwickeln und zu verbreiten. Das sei ein Mythos und nicht zu verwirklichen. Deshalb stehen bei dem Preis auch mehr die Anstrengungen und die Verdienste um die Verbreitung von FOSS im Vordergrund.

    29. August 2006
  • : Studenten aufgepasst: Schöner designen mit OpenUsability
    Studenten aufgepasst: Schöner designen mit OpenUsability

    OpenUsability kümmert sich als gemeinnütziges Projekt um eine verbesserte Nutzerführung bei Freier Software. Es gebe viele Experten bei der Anwendung und ebenso viele Entwickler, die ihre Programme gern nutzerfreundlicher programmieren wollen, erklärt das Projekt auf seiner Webseite. Beide sollten nun besser zusammengeführt werden, schließlich profitieren sie voneinander. Ellen Reitmayr von OpenUsability erklärte netzpolitik.org: „Die User sind diejenigen, die in direkter Weise von Usability profitieren, da das Ergebnis im Idealfall eine optimal zu benutzende Software ist. Dies kommt natürlich dem Ansehen von Linux und damit dem Markt-Erfolg zu Gute. Aber auch die Entwickler profitieren von (Open)Usability, da sie schwierige Design-Entscheidungen nicht mehr selbst treffen müssen, sondern Spezialisten Rat fragen können, um gemeinsam eine Lösung zu entwickeln.“

    Diesen sinnvollen Ansatz verwirklicht OpenUsability mit einer Ausschreibung, indem sie Studenten mit jeweils 700 US Dollar fördert, die sich der Nutzeroberfläche des Freien Bildbeartungsprogramms GIMP annehmen wollen: OpenUsability ruft Interactive Architekten auf, sich an der Gestaltung der Bedienoberfläche des unter der GNU General Public Licence veröffentlichten Programms zu beteiligen. „Es gibt nur wenige organisierte Versuche, Usability in die Linux-Entwicklung zu integrieren. Viele sind Firmen-getrieben, wie zum Beispiel betterdesktop.org oder die (wenigen) Usability-Labs der grossen Linux-Distributionen. OpenUsability arbeitet teilweise Hand in Hand mit diesen Labs. Gleichzeitig ist es aber eine freie Organisation, die allen Linux-Distributionen und Desktop-Umgebungen in gleicher Weise zu Gute kommen kann“, schildert Reitmayr den Ansatz für dieses Projekt. Die Ausschreibung gestaltet sich interdisziplinär, deshalb sind auch bislang fachfremde Interessierte herzlich willkommen, sich zu bewerben: Designer, Programmierer, Psychologen oder Spezialisten aus dem Bereich Kommunikation sind aufgefordert, einen kurzen Lebenslauf und ein Begründungsschreiben per Email an das Projekt zusenden.

    Ein Podcast-Interview mit Ellen Reitmayr zu (Open-) Usability findet sich hier.

    29. August 2006
  • : HAZ über Creative Commons und Netlabels
    HAZ über Creative Commons und Netlabels

    Die Hannoverische Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete am Wochenende über Creative Commons und Netlabels und zitierte mich in einem Artikel: Die Gema und die Creative-Commons-Lizenz: Das Entweder-oder-Problem

    Verwundert bin ich immer noch über die Annahme der GEMA, dass nur „Hobbymusiker“ CC-Lizenzen verwenden würde:

    Für den Pressesprecher der Gema, Hans-Herwig Gayer, liegt da der Knackpunkt: „Man muss sich entscheiden, ob man professionell oder im Hobbybereich Musik machen will.” Dies scheint eine endgültige Entscheidung. Denn einerseits kann ein CC-lizenziertes Werk nicht bei der Gema aufgenommen werden, andererseits kann man bei der Gema nur mit seinem Gesamtwerk Mitglied werden.

    Das mag in Deutschland so sein, gerade wegen der GEMA-Problematik. In anderen Länder sehen wir ganz andere Beispiele. Ich würde z.B. die Beastie Boys, Gilberto Gil, Brian Eno und Pearl Jam nicht gerade als Hobby-Musiker bezeichnen.

    In dem Artikel „Zukunftsmusik“ geht es explizit um Netlabels. Vorgestellt wurden 12rec.net, Pentagonik und Pulsar-Records. Die sind übrigens alle sehr zu empfehlen.

    28. August 2006 8
  • : Bundestags-Kunstwerk darf nicht in Weblog
    Bundestags-Kunstwerk darf nicht in Weblog

    Man mag es gar nicht glauben: Im Bundestag gibt es das Kunstwerk „Der Bevölkerung“. Früher sollten die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen ein bisschen Erde mitbringen und gemeinsam in dem überdimensionierten „Blumentopf“ schmeissen. Das Projekt findet sich immer noch im Bundestag und die SPD-Politikerin Petra Tursky-Hartmann hat in ihrem Weblog „Hotel Falkenstein“ drei selbstgemachte Bilder davon veröffentlicht. Daraufhin bekam sie Post von der VG Bild-Kunst. In einem offenen Brief an den Bundestags-Präsidenten beschrieb sie, was dann passierte:

    Das Fotografieren dieser Kunstwerke ist bislang nicht explizit verboten gewesen. Allerdings stellt die Veröffentlichung dieser Fotos im Internet eine Nutzung dar, die der Genehmigung der Rechtsinhaber bedarf. Die VG Bild-Kunst hat mir angeboten, dass ich meine Fotos gegen Lizensierung auch in Zukunft auf meiner Homepage, die keine kommerziellen Interessen verfolgt, veröffentlichen darf. Das Honorar für die Veröffentlichung dieser drei Fotos beträgt monatlich 2.- € plus 7% MwSt. Entsprechend den Forderungen der Verwertungsgesellschaft habe ich ab 1. August 2006 einen auf ein Jahr befristeten Vertrag in Höhe von 25,68 € abgeschlossen. Vor einigen Tagen hat mich nun die VG Bild-Kunst informiert, dass der Künstler Hans Haacke die Zustimmung zur Veröffentlichung meines Fotos – obwohl ich bereit bin, das geforderte Honorar an die VG Bild-Kunst zu zahlen – verweigert.

    In dem offenen Brief stellt sie jetzt folgende Fragen:

    1. Wie viele Bundestagsabgeordnete haben bislang Fotos von „Der Bevölkerung“ auf ihren Homepages veröffentlicht und für die Veröffentlichung entsprechender Fotos Honorar an die VG Bild-Kunst gezahlt?
    2. Wie oft wurde vom Künstler Hans Haacke bereits ein Veröffentlichungsverbot für Fotos von „Der Bevölkerung“ ausgesprochen?
    3. Wie hoch ist die Summe, die für das Kunstwerk „Der Bevölkerung“ aus Steuermitteln aufgewendet wurden?
    4. Ist dem Bundestagspräsidium bekannt, dass die „Bevölkerung“ von einer Verwertungsgesellschaft vermarktet wird?
    5. Ist der Deutsche Bundestag ein öffentlicher Raum oder eher eine Art Museum, wo die Schrankenregelung des Urheberrechts (§ 59) gilt?

    Mehr gibts auch bei Heise: Der Bevölkerung gewidmetes Kunstwerk darf nicht auf private Homepage. Unklar ist, ob sich das Bewusstsein der SPD-Fraktion in Sachen Urheberrechtsreform wandelt, wenn man mal alltägliche Probleme im Internet live erleben dürfte.

    28. August 2006 5
  • : Steal this Film
    Steal this Film

    Steal this Film“ ist der erste Teil einer Dokumentation über The Pirate Bay und das schwedische Piratenbüro. Den Film gibt es in verschiedenen Formaten via Bittorrent zum herunterladen. In einem Wiki kann man beim zweiten Teil mithelfen.

    The first part of STEAL THIS FILM focussed mostly on The Pirate Bay, the Piratbyrån and the events around and after the raid that happened at TPB in autumn 2006. Actually, we took a lot more material than this, and asked (for example) a lot of questions about the future of creativity, about how media control works (e.g., how it manages to convince us about the need for constant War, or at least placate us while it’s happening) and about whether, and how, the types of organisation we’re now working on together can serve us better.

    [Danke für die vielen Mails]

    28. August 2006
  • : Gerettet: Bald keine Dateien mehr in Tauschbörsen
    Gerettet: Bald keine Dateien mehr in Tauschbörsen

    AFP verbreitet einen Text zu Online-Downloadplattformen, der mich mit seinem Inhalt schon bei SpOn verwunderte. Zuerst dachte ich, es würde isch dort um einen Tippfehler handeln, aber bei der FAZ finde ich denselben Absatz:

    Die Misere lasse sich nicht allein mit der Piraterie erklären, zumal Daten des Internationalen Musikverbandes IFPI darauf hindeuteten, daß das illegale Kopieren abnehme. So sei die Zahl der verfügbaren Musiktitel auf illegalen Netzwerken zur Verbreitung von Musikdateien von 11,1 Milliarden im Jahr 2003 auf 885 Millionen im vergangenen Jahr gesunken. Die Industrie müsse das Potential des Online-Geschäfts stärker ausschöpfen, dann könne sie im Jahr 2010 „das Schlimmste überstanden haben“, betonten die Autoren der Studie.

    Coole Sache: Bei dem Rückgang dürften, statistisch gesehen, an Ostern diesen Jahres praktisch keine Dateien mehr in Filesharing-Netzwerken zu finden gewesen sein. Aber wie erklärt man sich dann die konstant hohen Nutzungszahlen von Tauschbörsen, wenn es da nichts mehr zu finden gibt?

    Man könnte auch fragen, wieso diese von dem Lobbyverband IFPI herausgebenen Zahlen von Nachrichtenagenturen und grossen Medien nicht kritisch hinterfragt werden?

    28. August 2006 2
  • : Was würde Jesus downloaden?
    Was würde Jesus downloaden?

    …na zum Beispiel „Linux for Christians“ in Form einer „Ubuntu Christian Edition“. Mit dabei ist die Killer-Application „GnomeSword“, ein top-aktuelles Linux-Programm zum Studium der Bibel, basierend auf dem Sword Project.

    Für die Kinder gibt es auch noch zusätzlichen Spass:

    Ubuntu Christian Edition also includes fully integrated web content parental controls powered by Dansguardian. A graphical tool to adjust the parental control settings has also been developed specifically for Ubuntu Christian Edition. These features are truly what sets Ubuntu Christian Edition apart.

    Wer eher auf KDE steht, kann christlich-korrekt das Ichthux-Projekt nutzen, das Kubuntu mit der notwendigen Bibelfesten Software ergänzt. Dort findet man auch die christen-kompatiblen Emoticons für Instant-Messaging mit Kopete.

    Nur das mit dem Downloaden haben sie noch nicht verstanden. Ich würde ja denken, dass Jesus Bittorrent empfehlen und nutzen würde. Diese Möglichkeit findet man allerdings nicht.

    Bei den christlichen Amis weiss man ja nie, was jetzt Satire oder Realität ist. Aber das hier scheint Ernst gemeint zu sein. Wozu Freie Software alles gut sein kann.

    Die Bibel bekommt man übrigens hier mit Lego-Steinen erklärt.

    28. August 2006 2
  • : Netzpolitik-Podcast mit Stephan Benn vom VUT
    Netzpolitik-Podcast mit Stephan Benn vom VUT

    Hier ist ein ca. 20 Minuten langes Interview mit Stephan Benn (MP3 / 128KB/s / 20MB), dem Justiziar des Verbandes unabhängiger Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Musikproduzenten e.V. (VUT).

    In dem Interview geht es um die Arbeit des VUT, die Kriminalisierung bzw. Legalisierung von Filesharing, den GEMA Podcasting-Tarife, dem zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle, Creative Commons und wie heute schon das Netz innovativ von Indie-Labels genutzt wird.

    25. August 2006 2
  • : c/o pop in Köln
    c/o pop in Köln

    Diese Woche gibts hier etwas weniger Beiträge von mir, denn ich bin in Köln auf der c/o pop. Gerade sitze ich in einem Konferenzpanel zum Thema „Wünsche an die Musikindustrie“. Und das ist mal wieder ziemlich ernüchternd. Da sitzen Vertreter von Mobilfunkunternehmen, Downloadplattformen, Filmproduzenten und Hörspielhersteller und alle haben eine schreckliche Angst vorm Internet. Immer noch, man kann es eigentlich nicht fassen. Die Konsumenten sind schuld, die Preise bei iTunes & Co viel zu niedrig, um weiterhin Kultur zu produzieren und kostenlos werden niemals irgendwelche Inhalte erstellt. Manchmal gibt es aber erleuchtende einzelne Beiträge. Ein Sprecher merkte an, dass er es komisch findet, dass immer noch die grössten Marketing-Budgets in Medien investiert werden, die von der Zielgruppe eigentlich nicht mehr genutzt werden. Das verstehe ich auch schon länger nich. Vermutlich springen sie jetzt alle bald zu MySpace hoch und verpulvern dort ihre Marketingressourcen, wo die deutschen Teenies aber auch nicht unbedingt versammelt sind. Das merken die dann in fünf Jahren vielleicht.

    Jetzt spricht gerade jemand, der eine Online-PLattform in Kooperation mit SuperRTL gegründet hat. Seine Erfahrungen sind, dass fast alle ihrer Kunden an Orten sitzen, wo es keine üblichen Handelsstrukturen mehr gibt. Also auf demplatten Land in irgendwelchen Dörfern. Das würde man an den PLZ erkennen. Ausserdem würde die meiste Musik am Wochenende gekauft, Samstag Abend und Sonntag nachmittag, wo das Ladenschlussgesetz greifen würde. Die Majors wären noch nicht auf der Plattform, da es wahnsinnig kompliziert und aufwändig wäre, mit denen zu verhandeln, da die immer erstmal nach den USA zur Zentrale telefonieren müssten. Er erwähnte Lizenzverträge mit Universal, die ganze 60 Seiten juristischen Text umfassen würden…

    Der Moderator ist gerade besonders lustig und fragt „Kostenlos weggeben und Du verdienst an anderen Sachen – das kann es doch auch nicht sein?“ in die Runde. Und alle stimmen zu, das kann man sich nicht vorstellen, so mit anderen Geschäftsmodellen. Ausserdem wieder zurück zur alten Leier: Die Preise sind zu niedrig. Einem wurde die Frage gestellt, wie teuer denn eine CD sei und ich wundere mich, dass er nicht den Preis genannt hat, den ich ständig in Läden sehe. 18 Euro ist einfach zuviel für eine CD, aber der Sprecher verkündet tatsächlich, dass es ja schon CDs für 5,99 Euro bei Amazon gibt. Meiner Meinung nach fehlen sowohl Künstler als auch Verbraucher auf dem Panel. Und da sitzen schon sechs Leute inkl. dem Moderator. Natürlich auch alles Männer.

    Ansonsten ist die c/o pop eine sehr angenehme Konferenz und Messe. Die Konferenz selbst ist zwar nicht so interessant, da stand zwar viel von Web 2.0, MySpace und andere Sachen auf demProgramm, aber eigentlich geht es meist nur um iTunes und Klingeltöne. Ich schau immermal wieder in die Panels rein, aber interessant fand ich bisher keins. Dafür ist die Messe „affair c/o pop“ äusserst angenehm. Sehr viele Labels aus dem Bereich der elektronischen Musik stellen hier aus, es gibt viel Digitalkultur und die Atmosphäre ist sehr angenehm. Ausserdem funktionierendes WLAN überall. Das Konzept nennt sich „MySpace zum Anfassen“ und jeder hat einen eigenen Raum. Die Öffnungszeiten sind gut gelegt, die Messe beginnt um 14 Uhr und endet um 21 Uhr. Ab 22 Uhr finden dann die Anschlussparties im Konferenzgebäude statt. Gestern gabs ein coole Konzert von Laurent Garnier und heute Abend ist Kompakt-Nacht. Auf der anderen Rheinseite im Jugendpark läuft parallel die „Monsters of Spex“ mit Jan Delay, Fettes Brot, Bela B. und vielen anderen. Da kann man dann zwischendurch immer rüber.

    Ab 17 Uhr ist die affair c/o pop übrigens kostenlos zu besuchen. Einen Besuch kann ich Kölner mit Interesse an elektronischer Musik und digitaler Popkultur nur empfehlen.

    Der VUT (Verband unabhängiger Tonträger) ist auch hier und hat eine neue Broschüre, die ich noch nicht kannte. Der VUT vertritt die meisten Indie-Labels in Deutschland und die Mitgliedsfirmen beschäftigen schon mehr als ein Drittel der deutschen ARbeitnehmer im Musikbusiness. Während sie früher Mitglied bei IFPI/Phonoverband waren, sind sie dort ausgetreten und fahren seitdem eine sehr sympathische Linie. Lustig sind die meisten Texte ihrer Broschüre wie:

    „Wir sind die Zukunft! Die Musikindustrie spielt den Blues – WIR ROCKEN! Wir haben die Schwarzmalerei und die einseitige Dämonisierung der Privatkopie satt!

    Oder:

    Wir meinen: In einem Land, für das die Bundesregirrung eine Innovationsinitiative ausgerufen hat, kann es nicht sein, dass die Rahmenbedingungen für ein wichtiges Zukunftsfeld – Creative Industries – von denen diktiert werden, die technisce Neuentwicklungen wie MP3 am liebsten verhindern würden.


    Und hier ist ein
    20 Minuten langes Interview mit Stephan Benn, dem Justiziar des VUT.

    25. August 2006 6
  • : Freier Video-Remix-Provider ccHost gewinnt Product Excellence Award
    Freier Video-Remix-Provider ccHost gewinnt Product Excellence Award

    Freier Video-Remix-Provider ccHost gewinnt Product Excellence Award

    Auf der LinuxWorld letzte Woche in San Francisco wurden innovative Freie Projekte nominiert, eines erhielt den Preis: Die Freie Applikation ccHost schafft eine webbasierte Infrastruktur, die als Plattform und Netzwerk-Basis für Online-Videomixer wie den beliebten Freie ccMixter dient. Wie Creativecommons.org vermelden, gewann ccHost den Product Excellence Award „Best Open Source Solution“ für das Ziel, Musik‑, Film- und andere unter Creative-Commons-lizenzierte Dateien im Internet zu verbreiten. Weitere Nominierte waren rPath Conary und Novell SUSE Linux 0.x. Das plattformunabhängige Programm kann kostenlos und frei herunter geladen werden.

    22. August 2006
  • : Musikindustrie: Noten tauschen ist auch illegal
    Musikindustrie: Noten tauschen ist auch illegal

    Die New York Times berichtet über Klagewellen der Musikindustrie gegen Webseiten und Newsgroups, die Noten und Gitarren-Tabs online verfügbar machten: Now the Music Industry Wants Guitarists to Stop Sharing. Golem („Musiker sollen Noten und Gitarren-Tabs nicht online tauschen“) und Heise („Musikverleger gehen gegen frei zugängliche Noten und Songtexte vor“) berichten darüber. Aber irgendwie hatte ich heute mittag schon beim ersten lesen der News das Gefühl, dass das keine neue Strategie ist. Ich hab zwar gerade keinen Link zur Hand, aber das machen die schon länger als nur aktuell. Besser wirds dadurch aber auch nicht. Lustig sind ja auch die Hausfrauen, die mittels P2P Schnittmuster tauschen und gerade eine ganze Industrie zerstören, die genau darauf spezialisiert sind. Das sollte man mal thematisieren. ;)

    21. August 2006 5
  • : TrackMeNot – Suchergebnisse verfälschen
    TrackMeNot – Suchergebnisse verfälschen

    TrackMeNot ist ein praktisches Plugin für den Firefox. Das Tool verschickt im Hintergrund laufend zufällige Suchergebnisse an verschiedene Suchmaschinen. Damit werden die eigenen Suchergebnisse verfälscht und es wird schwieriger, aus den Logdateien bei der Suchmaschinenherstellern Rückschlüsse auf Personen zu ziehen. Nicht erst seit dem AOL-Fall ein praktisches Tool für den Schutz der eigenen Privatsphäre.

    [via]

    21. August 2006 8
  • : Linux Audio
    Linux Audio

    Sehr ausführlich geht der Artikel „Kommentare eines Insiders zu AudioLinux“ auf Pro-Linux auf die aktuelle Situation rund um das Jacklab-Projekt ein, was SuSE als Basis hat.

    21. August 2006 1
  • : Open Source Business
    Open Source Business

    Heise OPen berichtet gerade ausführlich über „Open Source Business -
    Macher und Investoren hinter dem Open-Source-Boom
    “.

    Open Source ist im Begriff, das Softwaregeschäft gründlich aufzumischen. Firmen wie Red Hat und MySQL zeigen, dass man mit OSS durchaus Geld verdienen kann – die Businessmodelle scheinen grundsätzlich zu funktionieren. Und die Investoren zeigen sich überzeugt: VCs investieren ganz selbstverständlich auch in OSS-Firmen.

    Im Open-Source-Markt, so scheint es, werden jetzt die Claims abgesteckt: Die Millionenbeträge, die in den letzten Monaten in Open-Source-Firmen geflossen sind, wurden durchgängig in Wachstum und den Ausbau der Marktposition gesteckt. Offenbar geht es derzeit darum, sich einen Platz an der Spitze des Open-Source-Booms zu erobern – solange das Thema noch jung ist.

    21. August 2006
  • : Deutschlandradio über Netzneutralität
    Deutschlandradio über Netzneutralität

    Das Deutschlandradio hat am Samstag einen kleinen Bericht über die Diskussion um Netzneutralität in den USA gesendet: Multimedia-Bremse im Netz. (MP3)

    Den Telefongesellschaften schon längst ein Dorn im Auge, werden solche Internet-Verbindungen bald rätselhaft langsam und störanfällig werden – fürchtet auch Tim Berners Lee, Direktor des World Wide Web-Konsortiums, der im englischsprachigen Raum als dessen Erfinder gilt:

    Netz-Neutralität ist wirklich so wichtig für die Arbeitsweise des Internet. Netz-Neutralität ist die Art und Weise, in der das Internet funktioniert, seit es begann. Was jetzt anders ist, ist die Bedrohung. Es ist immer noch so, dass wir mehr für eine bessere Verbindung zahlen. Niemand bestreitet das. Aber es würde weitgehend wie Kabelfernsehen funktionieren.

    21. August 2006