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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : Toward an Ecology of Intellectual Property
    Toward an Ecology of Intellectual Property

    Zum Wochenende mal wieder ein schöner wissenschaftlicher Text: „Toward an Ecology of Intellectual Property: Lessons From Environmental Economics for Valuing Copyright’s Commons“ (PDF / 59 Seiten) von Frank Pasquale aus dem „Yale Journal of Law and Technology 78 (2006)“.

    The „fair use“ defense in copyright law shields an intellectual commons of protected uses of copyrighted material from infringement actions. In determining whether a given use is fair, courts must assess the new use’s potential „effect on the market“ for the copyrighted work. Fair use jurisprudence too often fails to address the complementary, network, and long-range effects of new technologies on the value of copyrighted works. These effects parallel the indirect, direct, and option values of biodiversity recently recognized by environmental economists. Their sophisticated methods for valuing natural resources in tangible commons can inform legal efforts to address the intellectual commons’ „effect on the market“ for copyrighted works.

    4. August 2006
  • : Economist über DRM
    Economist über DRM

    Dieser Economist-Artikel ist zwar schon aus dem vergangenen Jahr, aber immer noch absolut lesenswert, vor allem wegen der Zitate: The digital home – Science fiction?

    This challenge is daunting because DRM technologies should not only be compatible today, but for all eternity. Otherwise, consumers will be afraid to pay for content, and will stick with CDs and DVDs, which seem painless and safe by comparison. “If consumers even know there’s a DRM, what it is, and how it works, we’ve already failed,” says Peter Lee, an executive at Disney. The same goes for codecs. “The user shouldn’t know or care what format they’re using,” says James Poder, an engineer at Comcast, America’s largest cable company and broadband internet service provider, because “consumers don’t want to be IT administrators for their own home.”

    2. August 2006 2
  • : Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne
    Interview mit DefectiveByDesign-Kampagne

    Im digitalmusicweblog gibt es ein lesenswertes Interview mit Gregory Heller von der DefectiveByDesign-Kampagne.

    TDMW: DbD’s creative demonstrations have received quite a lot of attention in the blog-o-sphere, and some attention in the major media. They’ve also created quite a precedent for activism, how does DbD plan to keep up the momentum?

    DefectiveByDesign: By having fun at the expense of those imposing DRM, whilst organizing actions that you can get involved in. Actions that will allow you to show your frustration with Microsoft, Apple, Sony and the major record labels. And by organizing high profile actions that will gain mainstream media coverage.

    2. August 2006 1
  • : Zitat des Tages: Heute die GEMA
    Zitat des Tages: Heute die GEMA

    Die GEMA hat endlich mal etwas revolutionäres festgestellt und gehandelt: 6484 erkannte Werke.

    „Wir gingen sehr lange davon aus, dass das Programm in den Diskotheken identisch mit dem Programm aus dem Radio ist“, sagt Hans-Herwig Geyer, Gema-Sprecher in München.

    Und zwar ging es um die Schlüsselverteilung der GEMA-Tantiemen und die grosse Frage, wieso Britney Spears und der ganze Rest aus dem Radio (soviele sind das dann auch wieder nicht) immer den ganzen Kuchen bekamen und die Indies eher kaum etwas. Man zählte halt immer nur die Radioairplays. Das ist ja jetzt geklärt und man hat ein revolutionäres System in Form einer Blackbox in 100 ausgewählten Clubs aufgestellt, das automatisch erkennen soll, welche Musik der/die DJ(ane) gerade gespielt hat. Die scheinen aber wiederum weitgehend in Clubs zu stehen, wo Radio-Musik gespielt wird, oder aber die manuelle (!) Auswertung zeigt leichte Mängel: Nach einem Testjahr waren die Gewinner aus der Blackbox-Auswertung Michael Jackson und Bruce Springsteen… In dem Artikel standen keine Zahlen, aber irgendwo hab ich mal gelesen, dass diese Blackboxen extrem teuer waren/sind.

    Dieses nach Angaben der Gema repräsentativ in 100 deutschen Clubs verteilte System schneidet Teile des jeweiligen DJ-Programms mit, die Mitschnitte werden später von Experten ausgewertet – durch Zuhören. Wie kompliziert das ist, kommt auf das Genre an. In Mainstream-Discotheken ist das kein Problem, weil da die Hitparade rauf und runter gedudelt wird. In Underground-Clubs gestaltet sich die Sache schwieriger. Die Stücke werden ineinander gemischt und in Geschwindigkeit und Tonhöhe verändert.

    Wie muss man sich eigentlich den Job dieses „Zuhör-Experten“ vorstellen? Sitzen die die ganze Woche über in ihrem Büro und hören sich die Musik des vergangenen Wochenendes an?

    In einem anderen Fall wird in zehn Jahren vielleicht mal ein Gema-Sprecher sagen:

    „Wir gingen sehr lange davon aus, dass Podcaster in einem Podcast Lieder nur zu 50% spielen wollten und die Podcasts nie länger als 30 Minuten waren“…

    [via]

    1. August 2006 7
  • : Creative Commons in den Medien: Brasilien und Italien
    Creative Commons in den Medien: Brasilien und Italien

    Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro wurde es verkündet, seit drei Wochen veröffentlicht nun die staatliche brasilianische Agentur Radiobrás ihre Meldungen und multimedialen Beiträge unter der Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen-Lizenz. Damit wird erlaubt, Inhalte von Radiobrás weiter zu verbreiten und auch kommerziell zu nutzen. Einzige Bedingungen sind die Namensnennung des Urhebers, also der Agentur, und die Weitergabe der Informationen unter den gleichen Lizenz-Bedingungen. Radiobrás sieht sich als Vermittler von interner wie externer Transparenz, gesteht jedem Bürger das Recht auf Information zu und versteht sich als direkter Bürgerkanal.

    In der Geschichte der Creative Commons-Entwicklung zählt die Verkündung von Radiobrás zu den wichtigsten, kommentierte Rechtsprofessor Lawrence Lessig auf dem Gipfel die Entscheidung der Agentur und lobt den „wechselseitigen Nutzen“. Die Agencia Brasil hat bislang bereits Artikel und Fotos frei im Internet erhältlich angeboten, insofern ist die Veröffentlichung unter CC eine Formsache.

    Auch die europäische Medienlandschaft hat sich den CC-Lizenzen geöffnet: Die italienische Tageszeitung La Stampa hat sich laut Creative Commons entschlossen, einen Teil ihrer Ausgabe unter einer Creative Commons-Lizenz zu veröffentlichen: Die führende Printausgabe aus dem nordwestlichen Turin bietet ab sofort ihre wöchentlichen Beilagen TuttoScienze für Wissenschaft und TuttoLibri für Bucherscheinungen unter einer nicht-kommerziellen CC-Lizenz zum Herunterladen als PDF-Dateien an: Die Weitergabe der Artikel ist unter Namensnennung erlaubt, nicht jedoch eine kommerzielle Auswertung. Genauso wenig dürfen die Texte und Rezension inhaltlich bearbeitet werden.

    1. August 2006 2
  • : Spanische Region Extremadura migriert Verwaltung auf Freies Betriebssystem
    Spanische Region Extremadura migriert Verwaltung auf Freies Betriebssystem

    Die spanische Regionalbehörde in der Extremdura, einem Gebiet im Südwesten des Landes, will innerhalb des des nächsten Jahres komplett auf das Linux-Betriebssystem setzen: Wie die Debian-Mailingliste vermeldet, beschloss die Junta in der Extremadura, ihre Arbeitsrechner komplett auf Debian GNU/Linux migrieren und außerdem den Open Document-Standard ODF, sowie die PDF-Variante PDF/A, für ihre Korrespondenzen einsetzen. In der letzten Sitzung wurde bereits Ende Juni fest gelegt, dass die PCs mit der lokalen Linux-Variante gnuLinEx bespielt werden und außerdem die Rechner mit Freier Office-Paketen ausgestattet werden.

    Luis Millán de Vázquez de Miguel, der behördliche Berater für Infrastruktur und technologische Entwicklung, betont: „Die Junta in der Extremadura ist die erste öffentliche Administration, die diese Standards einsetzt.“ Er spricht sich für die Vorzüge der Interoperabilität aus und die Reduzierung der behördlichen Abhängigkeit von proprietärer Software. In der Extremadura wird Freie Software seit ein paar Jahren speziell gefördert, um die ansässige Wirtschaft anzukurbeln: Seit zwei Jahren hilft der Konzern IBM bei der Umstellung von geschäftlichen Tätigkeiten im Gesundheitssystem auf Linux. In Krankenhäusern, Beratungsstellen und Gesundheitszentren werden Prozesse auf Linux-basierte Anwendungen umgestellt.

    Entscheidend, so der Regierungsbeauftragte, sei das Jahr 2002 gewesen, als gnuLinEx entwickelt wurde. Die gerade in die Wege geleitete Migration ist Teil des Drei-Jahres-Plans zur „Modernisierung, Vereinfachung und ein Qualitätsplan für die Administration der Autonomen Gemeinschaft der Extremadura“ bis Ende nächsten Jahres. Dazu maßgebend ist ein „regionales Intranet“ für die innerbehördliche Kommunikation.

    1. August 2006 2
  • : WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama!
    WSFII: Airjaldi Summit – freifunk.net goes Dalai Lama!

    Vom 22. Oktober bis 3. November treffen sich Aktivisten aus der ganzen Welt in Dharamsala (Indien). Airjaldi Summit, der diesjährige Höhepunkt der World Summits on Free Inforamtion Infrastruktures (WSFII), bietet Netzwerkaktivisten aus der ganzen Welt Gelegenheit sich kennen zu lernen und gemeinsame Strategien zum Aufbau freier Kommunikationsinfrastrukturen zu entwickeln und umzusetzen.

    Bereits während der freifunk.net summer convention 2004 „fresh air – free networks“ in Djursland, entstand bei einigen Leuten die Idee, vielleicht eines Tages eine ähnliche Veranstaltung außerhalb der reichen Länder Europas und Nordamerikas auf die Beine zu stellen. Die Motivation hierzu resultierte vor allem aus der Tatsache, dass gerade in so genannten „Entwicklungsländern“ das Interesse an kostengünstiger Informationsinfrastruktur besonders groß ist.

    Allein nach Djursland kamen über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen und 5 Kontinenten. Dies unterstrich das große Verlangen der Menschen aus allen Teilen der Welt, am lokalen und globalen Wissens- und Informationsaustausch zu partizipieren. Hält man sich vor Augen wie vergleichsweise Preiswert man z.B. mit wireless LAN (WLAN) flächendeckende Kommunikationsnetze aufbauen kann, wird schnell klar warum gerade diese Technologie weltweit so viel Hoffnungen und Motivation freisetzt. Erst recht, weil die Installation nicht von großen Firmen oder Organistationen durchgeführt werden muss, sondern die Menschen, sofern sie über das notwendige Know-how und die vergleichsweise geringen finanziellen Mittel verfügen, sich ihre eigenen Netze aufbauen können. Eine Konsequenz aus der Summer Convention 2004 war deshalb auch die Gründung des „Djurslands International Institute of Rural Wireless Broadband“ (DIIRWB). Dort lernen nun Menschen aus allen Teilen der Welt, wie sie gemeinschaftlich ihre eigenen Netze bauen können.

    So unterschiedlich die Kulturen dieser Welt und erst recht die konkreten lokalen Bedürfnisse vor Ort auch sein mögen, die Anforderungen an die einander verbindende Infrastruktur sind doch recht gleich. Dies war eine der Lehren, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Djursland in ihre jeweilige Heimat mitnahmen. Einige kannten dieses Gefühl bereits seit der BerLon und den darauf folgenden internationalen Veranstaltungen CopenhagenInterpolation und der ersten freifunk.net summer convention 2003 – eben jener Ursuppe von Veranstaltungen, aus der sich im Jahr 2004 die Idee der World Summits on Free Information Infrastruktures (WSFII – sprich: „wissfi“) – einer weltumspannende Veranstaltungsreihe rund um „Freie Kommunikations-Infrastrukturen“ entwickelte.

    WSFII hat einem klaren Fokus auf „Graswurzel“ und „do-it-yourself“, den konsequenten Einsatz von Open-Source-Systemen und die offene und praxisnahe Weitergabe von Wissen bis hin zur gegenseitigen Unterstützung bei der Installation neuer Systeme. Im September 2005 fand in London die erste offizielle WSFII Vorbereitungskonferenz statt. Während des einwöchigen Workshops im Vorfeld der Konferenz arbeiteten zwei internationale Teams an sehr wichtigen Themen. Das so genannte „Book-Sprint-Project“ , initiiert von Tomas Krag aus Dänemark, begann mit der Erstellung eines kostenlosen Lehrbuchs zum Aufbau von Funknetzen, während die „WSFII Organizers Group“ sich mit den Vorbereitung eines ersten World Summits außerhalb der hiesigen Sphären beschäftigte.

    Es dauerte noch einige Iterationen bis sowohl das Buch unter dem Titel „Wireless Networking in the Developing World“ fertig gestellt als auch der Veranstaltungsort für WSFII 2006 festgelegt waren. Doch beide Projekte waren ein großer Erfolg. Das Buch kann heute bereits in englischer und spanischer Sprache kostenlos aus dem Internet herunter geladen werden, und die Freifunker dieser Welt treffen sich dieses Jahr zum Airjaldi Summit, gefolgt von 10 Tagen voller Workshops, in Dharamsa, Indien, zum World Summit of Free Information Infrastructures – an einem ganz besonderen Ort, ist dies doch die Exilheimat Ihrer Heiligkeit, des Dalei Lamas, der alle Teilnehmenden herzlich empfangen wird.

    Die lokale Infrastruktur in Dharamsala ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer à la WSFII funktioniert. Der Campus der Tibetischen Exilgesellschaft ist per Wireless LAN mit dem Internet verbunden. Der aus Israel stammende IT Experte Yahel Ben-David und sein Team haben in Indien ein Mesh-Netz gespannt, das ganz ähnlich der freifunk.firmware in Deutschland, auf der Open Source Software OpenWRT (einem internationalen Projekt) und dem OLSR-Protokoll von Andreas Tønnesen aus Norwegen basiert um den Menschen aus Tibet die Kommunikation mit sich und dem Rest der Welt zu ermöglichen. Das geht dann auf ähnliche Weise natürlich auch in anderen Teilen Indiens, Afrikas oder Latein Amerikas und dem Rest der Welt. So klein ist der WSFII-Globus!

    Nicht alles ist dauerhaft nur per E‑Mail und elektronsicher Kommunikation möglich. Hin und wieder – diese Erfahrung teilen wohl alle „E‑Worker“ – muss man sich auch begegnen. Denn erst in der persönlichen Begegnung erlebt man die Gemeinsamkeiten tatsächlich, die die Menschen aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt miteinander verbindet. Treffen sind eine notwendige Voraussetzung, um den Grundstein künftiger Zusammenarbeit zu legen, schaffen Vertrauen und erleichtern Abstimmungs- und Koordinationsprozesse. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele engagierte Menschen aus der ganzen Welt nach Dharamsala kommen, um gemeinsam daran zu arbeiten, die Digitale Spaltung in der gesamten Welt zu reduzieren.

    Wer selbst nicht im Oktober nach Dharamsala zu kommen vermag, kann doch einen wichtigen Beitrag zum Erfolg dieser Veranstaltung leisten. Die OPLAN Foundation sammelt Geld, um möglichst vielen Entwicklern und Interessierten aus der ganzen Welt die Reise nach Dharamsla zu ermöglichen. Wer also dennoch mithelfen will, dass dieses Treffen ein möglichst großer Erfolg wird, kann und sollte Geld spenden. Das Geld wird vor allem zur Deckung der Reise- und Unterbringungskosten benötigt, aber auch um beispielsweise das Buch „Wireless Networking in the Developing World“ in weitere Sprachen zu übersetzen.

    [Von Jürgen Neumann geschrieben]

    1. August 2006
  • : c/o pop in Köln
    c/o pop in Köln

    Zwischen dem 23. – 27. August findet in Köln die c/o pop statt, wo wir Medienproduktion mit Freier Software vorstellen, und ich werde wieder für eine Woche im Rheinland sein. Das Programm ist viel spannender als die Popkomm – was sowohl die Musik als auch die Konferenz betrifft.

    31. Juli 2006
  • : AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich
    AGB von MySpace.com jetzt urheberfreundlich

    Schon einige Tage alt, aber doch wissenswert: MySpace.com (das faktisch zum Murdoch-Imperium gehört) hat auf Betreiben von Billy Bragg seine Geschäftsbedingungen geändert, so dass hochgeladene, selbstgemachte Musik jetzt auch nach dem Hochladen noch dem Urheber gehört, und nicht MySpace. Bragg schreibt in seinem Blog:

    I am very pleased to see that MySpace have changed their terms of agreement from a declaration of their rights into a declaration of our rights as artists, making it clear that, as creators, we retain ownership of our material. Having been adopted by the biggest social networking site on the block, I hope their recognition of the right of the artist to be sole exploiter of their own material now becomes an industry standard because there is much more at stake here than just the terms and conditions of a website.

    Wie bitte? Beinahe alle Welt (und die FAZ) hypt das Web 2.0 qua Berichterstattung, und das war womöglich derselben breiten Masse bekannt? Dass das Copyright für meine eigene Musik nicht bei mir verblieb, wenn ich den Song bei MySpace verfügbar machte? Niemand liest mehr den Text hinter „I accept“? Kaputte Welt… die aber jetzt ein wenig besser geworden ist. Ich hör zur Nacht jetzt nochmal das Hamburger Konzert von 2000.

    30. Juli 2006
  • : Bitkom informiert über legales Brennen
    Bitkom informiert über legales Brennen

    Bitkom mal wieder mit einer aktuellen Pressemitteilung. Heute gibt es den Tip des Monats: Legales Brennen: Party-Musik ohne Staatsanwalt – BITKOM gibt rechtliche Tipps zu digitalen Medien. Erstmal gibt es einen Abschnitt mit Lob für das tolle Pauschalabgabensystem, was verhindert, dass Verbraucher fürs kopieren kriminalisiert werden. Prima, aber warum ist dann die offizielle Linie des Bitkom, Pauschalabgabensysteme zugunsten von DRM abzuschaffen?

    Ohne Verbraucherfehlinformation gehts dann doch nicht:

    Kopierschutz darf nicht umgangen werden: Originale, die einen Kopierschutz enthalten, dürfen nur analog kopiert werden – zum Beispiel von der CD auf eine Kassette. Der Inhalt darf also nicht auf eine andere CD kopiert werden. Ein übliches PC-Brennprogramm erkennt normalerweise den Kopierschutz und macht den Benutzer darauf aufmerksam. Nur wer versucht, diesen Schutz bewusst zu umgehen, macht sich strafbar. Dann drohen mindestens Geldstrafen, bei gewerbsmäßigem Handel mit Raubkopien sogar Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

    Abgesehen von der Frage, was denn jetzt ein wirksamer Kopierschutz sein soll, und die hier nicht genannt wird, ist die Aussage, dass man sich durch das bewusste Umgehen eines Kopierschutzes strafbar macht, falsch. Nur wer gewerbsmässig handelt, macht sich strafbar, ein Privatnutzer, der für den persönlichen Gebrauch einen Kopierschutz umgeht, macht sich nicht strafbar.

    Viel Marktkenntnis offenbart der Bitkom mal wieder beim Thema Online-Stores:

    Nutzung kostenpflichtiger Online-Portale: Mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote im Netz, um Musik legal herunter zu laden. Die Titel werden gegen Bezahlung angeboten – oft im MP3-Format – und können auf dem eigenen PC gespeichert und angehört werden. Komplizierter wird es, wenn die Musik auf andere Datenträger überspielt werden soll: Zwar dürfen die Titel auf CD gebrannt werden; allerdings ist es nach den Nutzungsbedingungen meist untersagt, sie danach wieder auf einen Rechner zu laden und auf weitere MP3-Player oder CDs zu überspielen.

    LIeber Bitkom: Es wäre schön, wenn in den ganzen tollen Online-Stores die Musik als MP3s angeboten werden würden. Dann würden davon auch mehr gekauft werden und die „Musikindustrie“ müsste weniger heulen. Die Regel ist aber leider, dass man meist nur die Musik von sogenannten Indie-Labels bei Plattformen wie finestunes.de und emusic.com als MP3s kaufen kann. Das können die Mitglieder des Bitkom ändern, aber die wollen ja lieber DRM-Systeme verkaufen – die dann wiederum keine MP3s anbieten. Schade auch.

    Eine Warnung vor Angeboten wie Tonspion gibts auch:

    Vorsicht bei kostenlosen Downloads: Legale Musik-Websites sind leicht zu erkennen: Hier ist der Download meist kostenpflichtig. Steht Musik gratis zur Verfügung, sollte man lieber die Finger davon lassen – besonders, wenn die Lieder anderswo Geld kosten. Häufig ist dann unklar, ob die Songs urheberrechtlich geschützt sind.

    Also: Macht lieber nicht bei den Marketingaktionen der Künstler und Plattenfirmen mit, die MP3s als virales Werbeintsrument nutzen.…

    27. Juli 2006 4
  • : Serie „Odd Job Jack“ unter Creative Commons
    Serie „Odd Job Jack“ unter Creative Commons

    Die hierzulande kaum bekannte kanadische Serie Odd Job Jack hat ihre Materialien unter eine recht freizügige Weise freigegeben: Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5. Von der Webseite:

    What:
    Master flash files and bitmaps of every piece of art used in this season of Odd Job Jack. Every character, prop, and background from every episode plus tutorials and other support material. All free to hack, use, remix under a share-friendly license.

    Why:
    We love animation and we just know you do too. We’re proud of Odd Job Jack and we’ve put lots of work into our show. Our art deserves to live beyond broadcast and who better to give a free gift to than the entire planet?

    When:
    Every Monday during our 13 episode broadcast we will release a new set of files. First episode air July 22nd. The torrent will be available the following Monday.

    Verteilt werden die Daten über das Torrent-Protokoll. Es gibt schon die Master files der Episode 301.

    [via]

    26. Juli 2006 1
  • : Einführung in Open Source Lizenzen
    Einführung in Open Source Lizenzen

    Heise Open beschreibt in einem kleinen Hintergrundartikel die gängigsten „Open-Source-Lizenzen“.

    Open Source ist indes nicht gleichbedeutend mit kostenlos. Zwar darf für die Software in der strengsten Auslegung keine Lizenzgebühr erhoben werden, aber ein Entgelt für die Vervielfältigung ist durchaus üblich. Auch für Zusatzangebote kann ein Anbieter Geld verlangen. Nach diesem Prinzip finanzieren sich einige Linux-Distributoren wie Xandros oder Mandrake, die das Betriebssystem als so genannte Boxed-Version auf Datenträgern mit Support und Handbüchern verkaufen.

    Gängige Open-Source-Geschäftsmodelle basieren auf Dienstleistungen wie Beratung, Implementierung und Integration, Optimierung oder Wartung und Support. Anbieter wie SourceLabs oder SpikeSource bauen zum Beispiel aus Open-Source-Projekten einen Software-Stack – eine Distribution aus speziell zusammengestellten und aufeinander abgestimmten Software-Paketen –, den sie für den Betrieb auf bestimmten Betriebssystemen zertifizieren lassen. Für den Kunden kann sich dadurch der Entwicklungs- und Integrationsaufwand erheblich verringern .

    26. Juli 2006 1
  • : Spannendes Gerichtsduell: US-Millionär vs. MPAA
    Spannendes Gerichtsduell: US-Millionär vs. MPAA

    Lustieg Sache – Die MPAA hat einem US-Millionär über eine Anwaltskanzlei vorwerfen lassen, dass dieser einen Film illegal aus dem Internet geladen habe und die tolle Möglichkeit hätte, gegen die Zahlung von 2500 $ nicht angeklagt zu werden. Und der Millionär ist not amused und lässt es jetzt auf ein Verfahren ankommen: Filmindustrie macht Millionär zum Helden wider Willen.

    Hogan sah sich nicht nur zu Unrecht beschuldigt, sondern hatte den Film sogar in seiner DVD-Sammlung zu stehen. Er weigerte sich deshalb zu zahlen und ließ es auch nach mehrmaligem Hinweis durch die MPAA-Kanzlei auf eine Klage ankommen. „Wenn sie wirklich denken, dass sie etwas gegen mich in der Hand haben, warum lassen sie mich dann für 2.500 Dollar davonkommen? Man kann viel mehr Geld mit einem Gerichtsurteil erzielen“, so Hogans Reaktion. „Jemand muss sich gegen diese Clowns wehren… Ihre Angstmacherei lässt sie in meinen Augen sehr albern erscheinen.“

    Die Originalgeschichte gibts bei Wired: Shawn Hogan, Hero.

    26. Juli 2006
  • : Die Zeit über kriminalisierte Kunden beim Urheberrecht
    Die Zeit über kriminalisierte Kunden beim Urheberrecht

    Letzte Woche hatte ich über die Pressemitteilung des Bitkom berichtet, der den Verbraucherzentralen wegen ihrer Abmahnungen von Online-Stores Populismus vorgeworfen hat: Populismus mit dem Bitkom. In der aktuellen Zeit schreibt Torsten Kleinz über die Thematik und hatte deswegen auch mal beim Bitkom wegen der Pressemitteilung angerufen. Und siehe da: Die haben einfach so aus Reflex und unbegründet den Verbraucherzentralen Populismus vorgeworfen, ohne sich mit der Sache zu beschäftigen: Der kriminalisierte Kunde.

    Offensiver reagierte der Branchenverband Bitkom. Die Abmahnungen seien „reiner Populismus“ erklärte der Verband per Presseerklärung. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sieht gar den Markt in Gefahr: „Hier wird wieder einmal versucht, in einen gerade erst entstehenden, sehr dynamischen und innovativen Markt einzugreifen.“ Auf Nachfrage will der Verband den Musikplattformen aber auch kein Leumundszeugnis ausstellen. Man habe die Geschäftsbedingungen der Anbieter nie überprüft. In der Regel werde auf die AGB hingewiesen – mehr weiß der Branchenverband nicht zu berichten.

    26. Juli 2006
  • : Mit Open-Source-Strategien ans Ziel
    Mit Open-Source-Strategien ans Ziel

    Die Vorzüge und Nachteile der Entwicklung von Freier Software verständlich für Unternehmer und Neueinsteiger zu vermitteln, das haben sich die beiden Autoren Ron Goldman und Richard P. Gabriel vorgenommen: „Innovation Happens Elsewhere“ will auch für technisch weniger Versierte die wirtschaftlichen Vorzüge von Freier Software erklären. Das 2005 schienende Buch wurde jetzt online unter der Creative-Commons „Attribution-NonCommercial-ShareAlike“ Lizenzveröffentlicht und will zum einen zeigen, wie man mit Hilfe von Open-Source-Strategien gewinnträchtig Geschäftsmodelle erarbeiten kann. Zum anderen wollen die Autoren Manager an die Hand nehmen, wie sie Open Source im Arbeitsalltag profitabel integrieren können. „Innovation Happens Elsewhere“ befasst sich auch grundlegend mit der Geschichte von Freier Software Software und will neben seiner Philosophie auch die mögliche Weiterentwicklung des Projekts skizzieren.

    Das Handbuch spart aber auch nicht mit Kritik und will Nicht-Eingeweihten die Illusionen nehmen, die sie über die Open-Source-Bewegung haben könnten: Sie warnen vor Falscheinschätzungen und wollen helfen, doppelte Anstrengungen im Rahmen von Freien Projekten zu vermeiden.

    25. Juli 2006 1
  • : Freies Chatten – ganz verschlüsselt mit ScatterChat
    Freies Chatten – ganz verschlüsselt mit ScatterChat

    Hacktivismo nennt sich eine globale Kollektiv von Hackern, Juristen und IT-Sicherheitsexperten, die nach einigem Tüfteln ein Freies Chatprogramm vorstellen, das Gespräche verschlüsselt versendet: ScatterChat ist eine abgewandelte Version des freien Chat-Clients Gaim. Mittels ScatterChat soll es möglich sein, Internet-Gespräche über Yahoo!, AIM, MSN und ICQ zu verschlüsseln, um die Privatsphäre des Anwenders zu gewährleisten. Dies geschieht über eine TOR-Verbindung. Die Software ist derzeit nur für das Windows-Betriebssystem verfügbar, Versionen für Linux und OSX sollen aber selbstverständlich noch folgen.

    25. Juli 2006 5
  • : Pro-Linux wird 10000
    Pro-Linux wird 10000

    Pro-Linux hat den 10000. Artikel veröffentlicht und verlost Preise. Herzlichen Glückwunsch und weiter so. Die Gewinnchancen erhöhen sich beid er Verlosung, wenn man z.B. Bilder in die Pro-Linux Mediendatenbank hochlädt, welche dann in Artikeln dort verwendet werden dürfen. Nette Idee.

    25. Juli 2006
  • : Die Piratenparteien kommen
    Die Piratenparteien kommen

    Janko Röttgers hat über den Trend geschrieben, auf einmal überall nach schwedischem Vorbild Piratenparteien zu gründen: Piraten auf dem Weg ins Parlament?

    Als schwedische Tauschbörsen-Nutzer Anfang des Jahres eine Piratenpartei gründeten, klang es noch nach Humor aus dem Lande der seltsamen Möbel-Namen. Jetzt macht sich das Phänomen auch in anderen Ländern breit. Doch was wollen die Piraten im Parlament erreichen?

    Jedes Land bietet etwas anderes. Lustig sind die USA, wo man zu vielen Themen Positionen entwickelt, nur nicht zum Urheberrecht. Oder in Österreich meldet sich die KPÖ und meint, schon die richtige Piratenpartei mit den notwendigen Positionen zu sein. In Deutschland gibts schonmal ein Wiki und ein Forum unter piratenpartei.de.

    Ich bin ja kein Fan von Parteineugründungen und erinnere gerne an die fast unereichbare 5% Hürde in Deutschland und den bürokratischen Aufwand für sowas. Schweden ist schon etwas anders im parlamentarischen Umfeld. Insgesamt dürfte es wesentlich einfacher sein, in einem „Marsch durch die Institutionen“ die gängigen Parteien und Organisationen zu verändern, als eine Piratenpartei über die 5% Hürde zu bringen.

    24. Juli 2006 13
  • : Freie Software bei den Vereinten Nationen
    Freie Software bei den Vereinten Nationen

    Einen guten Überblick, wie Freie Software bei den Vereinten Nationen eingesetzt und gefördert wird, zeigt dieser Artikel von David Boswell: Free and Open Source Software at the United Nations.

    Advances in technology have revolutionized the way people live, learn and work, but these benefits have not spread around the world evenly. A digital divide exists between communities in their access to computers, the Internet, and other technologies. The United Nations is aware of the importance of including technology development as part of a larger effort to bridge this global digital divide. This article looks at how various United Nations agencies use free and open source software to meet the goal of putting technology at the service of people around the world.

    24. Juli 2006
  • : SPD-Fraktion antwortet auf Urheberrecht-Protestschreiben
    SPD-Fraktion antwortet auf Urheberrecht-Protestschreiben

    Die SPD-Fraktion, bzw. das Bundesjustizministerium hat ein kleines Argumentationsproblem, wenn die Abgeordneten auf Briefe von besorgten Bürgern wegen der Urheberrechtsreform antworten. Der ehemalige Juso-Vorsitzende Nils Annen (Warum hat der eigentlich keine eigene Internetseite?) hat seine Mitarbeiter/Praktikanten beauftragt, dem Dockblog eine Antwort auf das Protestschreiben der Verbraucherzentralen geschickt. In dem Protest-Schreiben wird an die Abgeordnten und Minister appeliert, „DRM- und Kopierschutzsysteme zu verbieten, die mit Nachteilen und Risiken für den Nutzer verbunden sind und den Datenschutz aushebeln“.

    Und die Antwort darauf sieht dann so aus:

    Die Herstellung einer Privatkopie ist aber, weder nach dem geltenden noch nach dem zukünftigen Recht, dann nicht erlaubt, wenn hierfür ein technischer Kopierschutz umgangen werden muss. Das Knacken von Kopierschutz ist also in jedem Fall verboten. In Ihrem Schreiben fordern Sie, DRM- und Kopierschutzsysteme zu verbieten, welche den Datenschutz aushebeln und somit mit Risiken für den Nutzer verboten sind. Die Novelle des Urheberrechts verbietet, wie von Ihnen gewünscht, die Herstellung, den Vertrieb, die Einfuhr und sogar die Bewerbung von Soft- und Hardware, die vornehmlich dazu dient, Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen. Der Besitz ist allerdings nur zu gewerblichen Zwecken verboten, nicht aber für Privatpersonen. Wenn Sie also noch alte Software besitzen, welche den Kopierschutz einer CD automatisch umgeht, dann sollten Sie diese Software nur für die private Reproduktion von Audio-CDs verwenden, von denen Sie wissen, dass sie nicht kopiergeschützt sind. Die Hersteller sind verpflichtet, den Kopierschutz auf dem Produkt deutlich zu kennzeichnen.

    Da fühlt man sich als Bürger ernst genommen und man nimmt den Politikern auch sofort ab, dass sie verstehen, womit sie sich da beschäftigen. Anders ausgedrückt zeigt diese Mail, dass die keinen blassen Schimmer haben, was sie da beschliessen. Kann mir nicht vorstellen, dass das Büro von Nils Annen, der sich mit Aussenpolitik beschäftigt, diese Antwort selbst verfasst hat. Die kommt entweder von den Fraktionsexperten, die sich mit dem Urheberrecht befassen oder gleich aus dem Bundesjustizministeriums, quasi als Argumentationshilfe.

    20. Juli 2006 9