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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.
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: Urheberrecht im Tagesspiegel
: Urheberrecht im Tagesspiegel Das Urheberrecht ist schon ein komplexes Thema, was nicht nur Journalisten immer wieder aufs neue herausfordert. Im heutigen Tagesspiegel ist wieder ein journalistisches Meisterwerk zu finden: Bis der Brenner raucht. Der Autor hat z.B. noch nicht mitbekommen, dass das „bewährte“ Urheberrecht von 1965 in Deutschland schon im Jahre 2003 an europäisches Recht angepasst wurde und jetzt im zweiten Korb nur Korrekturen vorgenommen werden sollen:
„Never change a running system.“ Hände weg, wenn es endlich funktioniert, sagen leidgeprüfte Computerexperten. Das Urheberrechtsgesetz von 1965, das das geistige Eigentum der Urheber und ihrer Produzenten an Bild, Text und Musik schützt, funktioniert eigentlich recht gut. Dennoch wird es geändert, um EU-Vorgaben zu befolgen und das Gesetz an die digitale Welt anzupassen.
Gleichzeitig stimmt das mit der weiterhin erlaubten privaten Kopie, aber dass bei Kopierschutzmassnahmen die Privatkopie nicht mehr gilt, sollte man eigentlich schon dazuschreiben. Sonst klingt das ja tatsächlich wie beim „bewährten“ von 1965 als es noch keinen Kopierschutz und kein DRM, dafür eine richtige (=durchsetzungsfähige) Privatkopie gab:
Nicht alles soll sich ändern. Geistiges Eigentum bleibt geschützt, es gibt keine „Kulturflatrate“ und keinen kostenlosen Zugang („open access“). Die Kopie für private Zwecke (also nicht für den Verkauf) von Artikeln, CDs, DVDs oder Teilen von Büchern bleibt erlaubt, wenn der Mitschnitt nicht von illegalen Kopien oder aus dubiosen Quellen stammt.
Auch schade, dass der Autor „Open Access“ mit „kostenlosem Zugang“ verwechselt. „Open Access“ ist zwar ein etwas schwammiges Konzept, was ziemlich breit gefächert definiert werden kann – es aber nur auf „kostenlosem Zugang“ zu reduzieren, geht aber schon am Kern vorbei. Da hat er sich vermutlich nur beim Deutschen Börsenverein informiert, der gerne mit einer solchen Rhetorik vollkommen eigennützig gegen die Interessen von Bildung und Wissenschaft wettert und in dem Artikel prominent zitiert wird. Dass es in dem von ihm als „bewährten“ deklariertem Urheberrecht von 1965 sogenannte Schranken für Bildung und Wissenschaft gab, die jetzt nicht mehr gelten (sollen), ist ihm dort wohl nicht erklärt worden.
Lustig ist noch Ende, dass der Autor die „erste Lesung“ im Bundestag vom vergangenen Freitag nochmal für den kommenden Freitag,den 7. Juli ankündigt. Ich vermute mal, die informationelle Ausschmückung drumherum diente eigentlich nur darum, den Artikel zu füllen und auf die Problematik der „Enteignung der Urheber zugunsten der Geräteindustrie“ hinzuweisen. Schade eigentlich, da hatte der Tagesspiegel auch schonmal fundiertere, ausgewogenere und vor allem besser recherchierte Artikel zum Thema.
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: Die Urheberrechtsnews der letzten Tage
: Die Urheberrechtsnews der letzten Tage Eine ganze Menge News haben sich hier bei mir in den letzten Tagen alleine zum Thema Urheberrecht angesammelt.
In Frankreich hat das Parlament nach langer Diskussion das neue Urheberrecht beschlossen. Grosse „Überraschung“: Eigentlich ist trotz langer Debatte und neuen Ideen wie einer Legalisierung von Filesharing durch Pauschalabgaben auf Netz oder einer Inkompatiblitätsklausel nichts progressives übrig geblieben. Laut Heise sollen Privatleute, die Musik illegal nur zum Eigenbedarf herunterladen, künftig mit einem Bußgeld von 38 Euro rechnen. Unklar ist mir gerade, ob man einmalig diese 38 Euro zahlt oder pro Song. Und ob die Musikindustrie beispielsweise immer noch zusätzlich den zivilrechtlichen Hebel zum verklagen und abmahnen hat. Aber im Gegensatz zu unserer Diskussion zum 2. Korb entspricht das eher einer Bagatellklausel. Hier soll es ja gleich bis zu drei Jahre Haft für dieselbe Tat geben, bedankt Euch mal bei der grossen Koalition. Die Inkompatiblitätsklausel wurde übrigens aufgeweicht, das fanden Apple, Microsoft und Vivendi-Universal dann doch nicht toll, haben Veto eingelegt und wie das in der Politik so ist, macht man dann eben sowas wie eine Selbstregulierung. Verbraucherrechte stören da nur. Die französische Organisation EUCD.info kritisierte die Entscheidung u.a. mit den Worten: „Dieses Gesetz hat sich dem ungebührlichen Druck der Lobby gebeugt und bedroht uns durch die Unterhaltungsindustrie und die Firmen, die proprietäre Software herstellen. Ziel dieses Gesetzes ist, die Schemata von DRM aufzuerlegen, um für einige wenige den Profit zu erhöhen. Deren Profit ist aber eine Nebensächlichkeit, wenn die Freiheit von Millionen in Frage gestellt wird. Die französische Regierung hat die Freiheit der französischen Bürger an Vivendi, Microsoft und Apple verkauft.“ Unklar ist mir im Moment, was mit dem Passus geworden ist, nachdem die Herstellung und vVerbreitung von Software, mit denen man unerlaubte Kopien herstellen kann, weiterhin mit einer Gefängnis und Geldbusse von bis zu 300000 Euro geahndet wird. Weiss da jemand mehr? (Am besten mit Link zu Quelle?)
Es gibt auch Neues von der FSF-Kampagne „Defective by Design“. Nach einer ersten Flash-Mob-Aktion zur Tagung von Microsoft-Angestellten Ende Mai, haben sie eine neue Aktion ausgetüftelt: Ausgerechnet U2-Frontmann Bono Vox soll tatkräftig gegen DRM ins Feld ziehen. Der Sänger, nach dessen Band gleich eine eigene iPod-Edition benannt ist, soll mittels einer Online-Petition zum Mitmachen überredet werden. Der Brief kann online versendet werden und beginnt mit: „Lieber Bono, du hast einen Großteil deiner Lebensarbeit damit verbracht, für gerechte Dinge zu kämpfen, indem du die Mächtigen und die politische Elite unter Druck gesetzt hast, um einen positiven Wandel zu erwirken. So, wie du nach Aktionen der weltlichen Führer gerufen hast, so rufen wir dich jetzt dazu auf, dir die Fakten rund um das Digital Restrictions Management (DRM) anzuschauen und uns dabei zu unterstützen, die Handschellen an Technologie und Kultur abzustreifen…“. Ich vermute aber mal, dass Bono das nicht verstehen wird. Telepolis schreibt auch darüber: Petition an Bono.
In Deutschland wurde in der Nacht zum vergangenen Freitag in erster Lesung über den zweiten Korb debattiert. Naja, was halt um die Uhrzeit im Bundestag debattieren heisst: Man hat sich müde im kleinen Kreis die eigenen Reden vorgelesen. Bis auf die Frau Joachimsen von der Linkspartei, die hat ihre Rede nur fürs Archiv/Protokoll eingereicht. Aber das gegenseitige Vorlesen kann man sich wenigstens im Bundestags-TV anschauen. „Grosse Überraschung“ auch hier: Bis auf die Grünen haben alle Parteien kein Erbarmen mit Tauschbörsennutzern, wollen die Bagatellklausel nicht (weitergehende Konzepte schon gar nicht) und nehmen die Kriminalisierung von Millionen meist jungen Nutzern in Kauf. Danke schön. Zum Glück haben wir diese Parteien und Politiker nicht gehabt, als es darum ging, Radios legal zu bekommen. Radiobetreiber galten früher auch als Piraten, bis sie legalisiert worden. Für die durchsetzungsfähige Privatkopie sprachen sich auch nur die Grünen aus.
Erwartungsgemäss scheint sich wenigstens noch was im Bereich der Bildung und Wissenschaft zu tun. Die meisten Politiker schlossen sich der Kritik des Bundesrates an und äusserten Änderungsbedarf. Lesenswert ist auch die Pressemitteilung des Urheberrechtsbündnis zur nächtlichen Sitzung inkl. Zusammenfassung der Debatte: Bundestag berät um Mitternacht zum ersten Mal über die aktuelle Urheberrechtsnovellierung: Soll es nun ein „wissenschaftsverlagsfreundliches“ Urheberrecht werden?
Nach dem Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat nun auch in einer gemeinsamen Presseerklärung die Allianz der Wissenschaftsorganisationen sehr deutlich moniert, dass bislang die von Wissenschaft und Forschung geäußerten Bedenken kaum Berücksichtigung gefunden haben: „Zu befürchten ist, dass die Kooperation von Wissenschaftlern über die Datennetze erheblich erschwert, die wissenschaftliche Erforschung insbesondere audiovisueller Dokumente massiv behindert und die schon in der letzten Zeit dramatisch gestiegenen Kosten für die Bereitstellung und Nutzung digitaler Informationsmaterialien für Bildung und Wissenschaft weiterhin erheblich steigen werden.“ Diese klare Aussage der Allianz, in der die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Fraunhofer Gesellschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat vereinigt sind, sollte auch den Parlmentarieren zu denken geben. Politik kann nicht auf Dauer gegen Bildung und Wissenschaft gemacht werden. Das Urheberrecht darf keine Kampfansage an die Verlage sein, schon gar nicht gegen die Urheber, aber es darf nicht das aktuelle Informationsverhalten und die grundlegenden Informationsbedürfnisse von Bildung und Wissenschaft unter Missachtung der Potenziale der elektronischen Räume schlicht ignorieren.
Und hier sind mal die letzten drei Heise-Meldungen zum Thema mit mehr Aussagen und Meinungen:
Lobby-Stakkato vor der ersten Lesung der Urheberrechtsnovelle
Bundestag startet lebhaft in die Debatte der Urheberrechtsreform
Kritik an Position des Bundestags zur UrheberrechtsnovelleSonst gibts noch aktuell einen lesenswerten Artikel bei SpOn zum Thema Urheberrechte vs. Leistungsrechte und wieso die Musikindustrie in Grossbritanien verhindern will, dass Beatles Songs im Jahre 2013 frei kopiert werden dürfen und weshalb das die lebenden Beatles eigentlich nicht schaden würde: 90 Jahre alte Songs gratis im Netz.
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: Free Beer as in freedom
: Free Beer as in freedom
Vor einem Jahr trat das dänische Künstlerkollektiv Superflex an die Öffentlichkeit und präsentierte ein ganz besonderes Getränk. Sie entwickelten ihr so genanntes „Free Beer“, das erste Open-Source-Bier names „Vores Oel“ mit frei zugänglicher Rezeptur, wobei das Rezept und das Branding unter unter einer freien Creative Commons Lizenz veröffentlich wurden . Laut Freebeer.org setzt sich das Open-Source-Bier aus den herkömmlichen Zutaten für klassisches Bier zusammen, allerdings speziell verfeinert mit dem Wachmacher Guarana. Auf dem iCommons-Gipfel in Rio de Janeiro präsentierten sie jetzt die Version 3.0. Diese wurde dort vom brasilianischen Kulturminister Gilberto Gil getestet und als gut schmeckend empfunden.Henrik Moltke, Journalist und Sprachrohr der Kunstgruppe Superflex aus Kopenhagen erklärte mir in einem MP3-Interview (welche sich später noch fertig bearbeiten muss): „Natürlich ist das kein Freibier. Es soll dem Free Culture Movement mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Die Grundlage ist das frei erhältliche Rezept, mittlerweile erhältlich in vier Variationen.“ Die erste Version, erzählt Henrik, wurde von einem Hobbybrauer mit Studenten der IT-Universität in Kopenhagen vor ungefähr anderthalb Jahren entwickelt. Superflex hielt damals ein Seminar über geistiges Eigentum und Kunst ab. „Sie suchten nach einer Abschlussarbeit, die die Prinzipien von Open-Source-Software auf ein physisches Projekt anwenden könnte. Das Ergebnis nannten sie ‚Unser Bier‚ („Vores Oel“), ein schweres, dunkles Bier. Ein paar Monate später war es auf einmal in allen Weblogs, die Tageszeitungen nahmen das auf und das Telefon klingelte dauernd in unserem Büro. Wir wollten das Projekt weiter führen in einem quasi Open-Source-Weg“, sagt Henrik. Beim Übertragen der Lizenz muss er aber Einschränkungen machen: „Natürlich kann man nicht wirklich ein Bier selbst frei lizenzieren wie das bei den Open-Source-Lizenzen möglich ist. Nur beim Rezept und dem Branding ist es möglich. Auf ersterem gibt es aber kein Copyright, da Rezepte frei getauscht werden. Jetzt verwenden wir die Creative Commons Attribution-ShareAlike-Lizenz für beides.“
Die Community half tatkräftig bei der Verbesserung des Bieres mit. Die erste Version war noch sehr allgemein, sagt Henrik. Sie haben E‑Mails von überall her bekommen, die nach mehr Details der Rezeptur gefragt haben. Das jetzige Rezept sei viel technischer und nicht mehr für den Hausgebrauch gedacht. Aber: „Es wird noch eine weitere, einfache Version für Hobbybrauer geben, wobei sich das Bier geschmacklich nicht unterscheidet“, so Henrik.
Merkwürdig an diesem speziellen Bier ist aber auch der Guarana-Anteil. Das hat eine eigene Geschichte. Henrik erzählt: „Das Guarana kommt von einem vorangegangenen Projekt von Superflex. Die engagieren sich sehr viel bei der Stärkung von lokalen Marktstrukturen. Vorher kreierten sie einen Power-Drink aus Guarana-Bohnen aus einem unabhängigen Kollektiv in Nordbrasilien. Sie importierten die Bohnen direkt und fanden einen eigenen Vertrieb in Dänemark. Das ganze war ein voller Erfolg. Schließlich hinterfragte das Logo eine große brasilianischen Power-Drink-Marke und das Quasi-Marktmonopol, indem es vom Original leicht abgeändert war. Und da Bier eine leicht einschläfernde Wirkung beim Genuss hat, war die Idee, ein leicht wachmachendes Bier herzustellen.“
Kaufen kann man das Open-Source-Bier vorerst nur in Dänemark: Die erste kommerzielle Version 3a ist in einer 0,75l – Version im eigenen Laden in Kopenhagen für etwa fünf Euro erhältlich und bisher in ein oder zwei spezialisierten Shops. Geplant ist aber auch der Vertrieb über eine dänische Supermarkt-Kette. Gebraut wird es im Moment nur von einer Mikro-Brauerei, die auf aussergewöhnliche Biersorten spezialisiert ist. Aber jede Brauerei wie zum Beispiel Heineken oder Becks kann es herstellen, wenn sie es möchte. „Solange sie die Credits und die Lizenz nicht auf dem Aufkleber vergisst“, merkt Henrik an.
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: OpenBook zu Joomla
: OpenBook zu Joomla Joomla ist eines der wenigen populären freien Content-Management Systeme, mit dem ich noch keine Erfahrung gesammelt habe. Aber vielleicht ist das Open Book des Galileo-Verlages für den ein oder anderen Leser interessant: Joomla! – Das Handbuch für Einsteiger. Gibt es als HTML-Online-Variante oder als 20MB gezipptes HTML-Paket.
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: Podcasting-Interview zum Wipo Broadcast-Treaty
: Podcasting-Interview zum Wipo Broadcast-Treaty Da die europäischen Podcasting-Verbände letzte Woche eine gemeinsame Erklärung gegen den WIPO-Podcasting-Treaty veröffentlicht haben, nutze ich die Chance, um in Rio von Cory Doctorow eine kurze Message zu genau diesem WIPO-Treaty einzuholen. (MP3 /192 kb/s)
Die MP3-Datei steht unter einer CC-by Lizenz und es reicht, in einem Podcast auf netzpolitik.org als Quelle hinzuweisen. Und wenn es ein wenig komisch klingt – wir standen auf dem Dach eines Hotels mit Hintergrundgeräuschen. Vor einem halben Jahr hatte ich schonmal Jamie Love von CPTech zu genau diesem Thema (und anderen) befragt und das Interview finde man hier. Gleiches gilt für ein älteres Interview mit Cory Doctorow aus dem letzten Jahr. Remixen ist auch gegen Quellenangabe in Podcasts erlaubt.
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: Podcasting-Interview: John Perry Barlow
: Podcasting-Interview: John Perry Barlow Hier ist ein Interview (MP3 / OGG)mit John Perry Barlow, welches ich in Rio geführt habe. Darin geht es um einen Rücklick auf die „Declaration of the Independence of Cyberspace“ , die er vor etwas mehr als zehn Jahren vor dem World Economic Forum in Davos gehalten hat, die Gründung der Electronic Frontier Foundation was mit der Copyright-Gesetzgebung im Moment falsch läuft und wie man sich für digitale Bürgerrechte (Digital Rights) engagieren kann.
Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit für das Interview gehabt – von meinen Gesprächspartnern bisher für den netzpolitik.org-Podcast ist er sicherlich einer der interessantesten überhaupt, aber unser Bus stand vor der Tür, der uns zur nächsten Party bracht. Es macht auf jeden Fall immer sehr grossen Spass, sich mit John Perry Barlow über Netzpolitik zu unterhalten. Und ja – mein englisch ist beim Fragen stellen normalerweise besser. :) Ich muss das nochmal bei Zeiten nachbearbeiten. Zum Glück hört man kaum die Nebengeräusche von der Küche nebenan in dem Hotel, wo wir waren.
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: Urheberrechtsexpertin im ARD-Morgenmagazin
: Urheberrechtsexpertin im ARD-Morgenmagazin Am letzten Montag hatte das ARD-Morgenmagazin als Expertin für Tauschbörsen, Urheberrecht und Download-Plattformen die „Expertin“ Christine Tantschinez von der Fachzeitschrift Audio im Studio. Ich habs nicht gesehen, aber von sehr vertrauenswürdiger Quelle einen Bericht per Mail erhalten, inkl. dem Expertenchat nach der Sendung. Dieser Expertenschat ist nicht im Netz zu finden, schade eigentlich – und warum eigentlich nicht?. Normalerweise blogge ich sowas nicht ohne öffentlich einsehbare Quelle, allerdings vertraue ich meiner Quelle (die sogar von anderer vertrauenswürdiger Quelle per Jabber bestätigt wurde – ging wohl über IRC in bestimmten Kreisen) und in dem Transcript gibt es einfach einige Dinge, die man mal besprechen sollte – für ein vertrauenswürdiges Medium, wie die ARD eins ist.
bambi89baer: Ist es erlaubt musikstücke aus Tauschbörsen runterzuladen wenn man selbst keine Dateien freigibt. Es hieß mal nur das reinstellen wäre illegal aber nicht das runterladen wenn man keine Dateien freigibt. ist das richig
Ch. Tantschinez: Nein, auch der Download ist illegal. Denn man kann davon ausgehen, dass diese Datei unrechtmäßig online gestellt wurde (es sei denn, es steht explizit dabei, dass alle Rechte gewährleistet werden). Und eine unrechtmäßige Kopie zu erwerben ist eben illegal.
Dies ist inkorrekt – und dafür gibt es den „zweiten Korb“ – um dies zu konkretisieren. Nach derzeitigem Stand verklagt die IFPI beispielsweise nur Uploader, weil die Downloader gute Chancen hätten, vor Gericht zu gewinnen. Die Aussage ist also falsch – es ist nicht illegal, etwas zu downloaden!
harry: Bei musicload und anderen Anbietern bekomme ich ausschließlich DRM-Dateien, die ich unter Linux nicht abspielen kann. Wo bekomme ich legal DRM-freie Songs?
Ch. Tantschinez: DRM ist die Grundlage aller Downloadshops. Ohne DRM würden die Plattenfirmen nicht mitmachen. Deswegen setzte ich auch einen „Windows PC“ vorraus, um diese DRM-Daten abzuspielen.
Dies ist auch falsch. Madonna & Co bekommt man nur bei den kommerziellen Downloadportalen. Als Linux-Nutzer habe ich gar keine Chance, Musik online zu erhalten, was eine Frechheit ist und unverschämt! Aber ganz viel Musik bekommt man trotzdem legal bei Portalen wie emusic.com und finetunes.de.
Also Aussage falsch und federführend.
mauszwerg: Was macht ein Download-Portal legal? Das es is Deutschalnd ist, daß man etwas bezahlt für Songs oder .…? Wie erkenne ich legale Anbieter?
Ch. Tantschinez: Legale Anbieter haben Verträge mit Plattenfirmen und nutzen DRM, um die Rechte der Plattenfirmen zu wahren. Das ist das einfachste Erkennungsmerkmal.
Siehe oben: Falsch und irreführend: Frau Tantschinez, auch wenn Sie es vielleicht nicht wahr haben wollen – es gibt auch Labels und Künstler, die nicht bei dem Top4-Oligopol unter Vertrag sind. Eine riesige Menge sogar – wenn auch nicht Madonna!
Leider gibt es auf der Seite leider nur einen Teil des Gespräches mit der „Expertin“ als Interview. Anscheinend ging es noch länger (was ich hörte) und die „Expertin“ versteifte sich sogar zu der Aussage, dass die Nutzung von Tauschbörsen die eMule illegal sind. Auch hier wieder der Hinweis für Frau Tantschinez: Es gibt auch legale Quellen in Tauschbörsen, ich selbst stelle diese beispielsweise dort ein und mit mir viele Künstler und Aktive, die freien und/oder offenen Content schaffen wollen.
Ich poste jetzt nicht das Ganze mir zugeschickte Transcript, es würde einfach nur peinlich werden.… Hallo ARD – ich hab bisher dem Öffentlich-rechtlichen Fernsehen vertraut, wenn es um verlässliche Informationen ging…
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: WBG macht Rückzieher: Keine Einstweilige Verfügung gegen Google
: WBG macht Rückzieher: Keine Einstweilige Verfügung gegen Google Mit dem Rückzug des Antrages auf eine einstweilige Verfügung gegen den Suchmaschinenbetreiber Google kommt die Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) einer Niederlage vor dem Landgericht Hamburg zuvor. Nachdem bereits das Gericht eine Entscheidung ohne mündliche Verhandlung abgelehnt hatte, machte das Gericht am Mittwoch den Antragsstellern klar, dass die derzeitige Situation eine Rechtsverletzung und damit die Notwendigkeit einer einstweiligen Verfügung ausschließe.
Der Suchmaschinenbetreiber Google hatte zur Buchmesse 2004 in Frankfurt ein deutschsprachiges Digitalisierungsprojekt für Bücher angekündigt und im Vorfeld Verlage eingeladen, sich mit ihren Werken zu beteiligen. Zudem scannt die Firma aus Mountain View in Kooperation mit einigen US-Universitätsbibliotheken einen Millionenbestand an Büchern, der auch teilweise in deutscher Sprache vorliegt. Werke, deren urheberrechtlicher Schutz abgelaufen ist, sollen im Volltext angezeigt werden. Jüngere Bücher hingegen werden in kleinen Ausschnitten präsentiert. Zudem existiert ein sogenanntes Opt-Out-Modell für Verlage, die ihre Bücher nicht online durchsuchen lassen möchten. In der Vergangenheit hatte es aus unterschiedlichen Gründen Kritik an dem Vorhaben gegeben.
Als Reaktion auf das – mittlerweile in Google Book Search – umbenannte Projekt und seine Nachahmer arbeitet der Börsenverein des deutschen Buchhandels an einem Projekt “Volltextsuche Online” (VTO), das bereits jetzt Verzögerungen belastet ist und im Gegensatz zum Google-Modell von teilnehmenden Verlagen Investitionen verlangt. Der Börsenverein unterstützte den Antrag der WGB auf eine einstweilige Verfügung gegen Google.
In einer gemeinsamen Pressemitteilung von WBG und Börsenverein wird von einem “Anmaßung des geistigen Eigentums anderer in einem noch nie dagewesenen Umfang” gesprochen, man wolle das weitere Vorgehen von Google beobachten und gegebenenfalls rechtliche Schritte ergreifen.
Die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der WGB wollte auf Nachfrage keine kommenden Schritte erklären. Die heutige Entwicklung könne man als Niederlage ansehen, es gäbe darüber hinaus keine konkrete Planung, an dem Volltextsuchenprogramm des Börsenvereins teilzunehmen, sagte sie am Mittwoch.
Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, zeigte sich zufrieden mit dem Ende des Verfahrens. Das Gericht habe Google in der mündlichen Verhandlung bescheinigt, korrekt gehandelt zu haben. Der Bitte der WBG auf Entfernung der Bücher des Verlages sei man sofort nachgekommen. Nach seinen Angaben arbeite Google hervorragend mit vielen Verlagen in diesem Projekt zusammen. Er wünsche dem Projekt VTO überdies viel Erfolg, grundsätzlich seien alle Projekte mit dem Ziel, das in Büchern enthaltene Wissen zugänglich zu machen, begrüßenswert.
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: iCommons Summit 5 – der Rest
: iCommons Summit 5 – der Rest So, ich bin wieder zurück in Berlin, zumindest für kurze Zeit. Der Rückweg war ganz schön anstrengend. Insgesamt 27 Stunden hab ich in zwei vollen Flugzeugen und auf den Flughäfen von Rio, Madrid und Tegel verbracht, mit etwas Schlaf zwischendurch, soweit das überhaupt möglich war. Aber in der letzten Nacht kontne ich wenigstens etwas Schlaf vor dem Wochenende nachholen. Unglücklicherweise regnete es die beiden letzten Tage in Rio – mit Strand war da nichts. Dafür gabs noch ein Brasilienspiel kurz vor dem Abflug und etwas Ambiente drum herum. Dort haben tatsächlich sämtliche Geschäfte um 11 Uhr geschlossen, damit alle Brasilianer um 12 Uhr Mittags das Spiel sehen konnten. Eine gespenstige Atmosphäre. Natürlich liefen die meisten Einwohner und fast alle Touristen in gelben T‑Shirts durch die Gegend. Und direkt nach dem Abpfiff wurden an Strassenkreuzungen Soundsystems aufgebaut und Strassenhändler boten ihre Waren an. Leider gabs bei den Soundsystems nur schlechte Musik. Klang etwas alles ein wenig wie Dieter Bohlen auf brasilianisch – also eher Kirmesmusik. Trotzdem lustig anzusehen. Aber ich kann zu Kirmesmusik echt nicht tanzen – der Beat und die Soundstruktur sind einfach zu schlecht.
Sonntag Abend ist der iSummit offiziell zu Ende gegangen. Vorher gabs noch das dänische Free Beer auf dem Dach des Hotels mit Sonnenuntergang und dem Strand zu unseren Füssen. Ich hab auf meinem Rechner noch ein Interview mit Henrik Moltke von den Free Beer Leuten, was ich aber noch etwas nachbearbeiten muss. Das gibts also nächste Woche erst. Sonntag ist das Internet auch endgültig zusammen gebrochen und war nicht mehr nutzbar. Deswegen gabs auch nichts mehr gebloggtes aus Rio selbst.
Am Sonntag morgen war noch ein sehr interessantes Panel zum Thema „Global Commons“. Cory Doctorow erklärte ausführlich, wieso die Electronic Frontier Foundation mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zur WIPO gegangen ist. Zuerst gab es viele Zweifel und Skepsis, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Immerhin kostet es sehr viele Ressourcen, bei den vielen Meetings in Genf vor Ort zu sein. Allerdings haben sie ziemlich schnell festgestellt, dass es sehr wichtig ist, den Regierungsvertretern, die meist unbedarft dort sitzen und von vielen Themen keine Ahnung haben, eine alternative Position anzubieten. Eine ähnliche Erfahrung hatten wir als zivilgesellschaftliche Vertreter auch beim UN Weltgipfel zur Informationsgesellschaft gemacht. Bisher gabs dort immer nur die Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie, die z.B. oftmals versuchten, Themen, die in den USA nicht durchsetzungsfähig waren, über die WIPO in die nationale Politik zu bringen. Cory nannte das Beispiel der Broadcast-Flag, also der Verschlüsselung von Radioprogrammen. Die Vertreter der Filmindustrie hatten vielen Diplomaten einfach erzählt, dass dies in den USA Recht sei und so waren die Diplomaten über die Alternativmeinungen der Bürgerrechtler überrascht, von denen zu hören, dass Themen wie die Broadcast-Flag in den USA nicht durchsetzungsfähig waren. Auch snd viele Diplomaten froh, von den Bürgerrechtlern Klartext zu hören, was gerade abläuft und nicht immer nur die diplomatisch verklauselierte Sprache, die bei UN-Organisationen zwischen den Regierungsvertretern üblich ist. Ein grosses Problem, aber auch eine Chance, bei der WIPO (und nach meiner Erfahrung nach überall auf UN-Ebene) ist, dass Regierungsvertreter weitgehend autonom handeln. Meist bekommt die Bürokratie zuhause überhaupt nicht mit, was die Gesandten dort überhaupt verhandeln und wie sie entscheiden, wenn sie nicht direkt mit einem Votum ausgestattet wurden. Es bringt also sehr viel, wenn man die Vertreter einzelner Länder von alternativen Positionen auf dem Flur überzeugt. Wenn ich Zit habe, werde ich in nächster Zeit auch mal von der Wipo live berichten. Lust habe ich schon lange, aber alels eine Ressourcenfrage – und zwischendurch muss ich auch mal Geld verdienen, um mir den Luxus dieses Blogs leisten zu können.
Jimbo Wales brachte danach seinen üblichen „Wikipedia für Einsteiger“-Vortrag mit den bekannten Argumenten und ein wenig Abwechslung. Ein Schwerpunkt war die Zensur in Chian und wie Wikipedia damit umgeht. Eine sehr aktive Wikipedianerin stammt aus Taiwan und schreibt an der chinesischsprachigen Wikipedia mit. Diese wird natürlich zensiert, und auch IRC, der übliche Kommunikationsweg in der Wikipedia wird in China zensiert. Die chinesischen Wikipedianer weichen daher auf Skype aus, um miteinander und mit Taiwan zu kommunizieren. Seitdem Skype auch in einer chinesischen zensierten Variante erschienen ist, tauschen sie Wege aus, an die unzensierte Variante zu kommen – und bisher klappt das immer. Eines der Hauptargumente von Jimbo Wales in seinen Vorträgen ist immer, dass Messer ja wegen ihrer Gefährlichkeit und ihres Designs auch nicht verboten würden – bei Kommunikationstechnologien käme allerdings schnell immer der Ruf nach Zensur und einer Änderung des Designs.
Nhlanhla Mabaso aus Südafrika hielt seinen Vortrag dann mit einem Handy, um die Bedeutung von mobiler Kommunikation in Afrika zu verdeutlichen. Er forderte, dass die „digital Commons“ auch in der Mobilfunkwelt stattfinden sollte. Sonst hab ich leider morgens wenig mitbekommen von dem Vortrag, weil sein Akzent zu stark war und er keine Folien zum mitschreiben verwendete.
Danach beschrieb Jamie Love von CPTech (Die sich übrigens bald umbenennen werden, weil CPTech etwas kompliziert klingt. Der neue Name ist besser, aber der ist noch nicht offiziell), wie es zur „Access to knowledge“-Bewegung (a2k) gekommen ist. Man suchte um Jahre 2004 nach einem gemeinsamen Nenner, um all die Kampagnen für Freie Software, Freies Wissen, digital Commons, Patentreform, Net-Neutrality, Open Access, Informationsfreiheits, etc. unter einen gemeinsamen Hut zu bekommen. Und bei einem Brandstorming entstand daraus „a2k“, also „Zugang zu Wissen“. Vorbild ist eine Kampagne von Ärzte oder Grenzen für den Zugang zu Medikamenten, die einen grossen Erfolg im letzten Jahrzehnt hat. a2k ist eine neue soziale Bewegung über alle Ländergrenzen hinweg und das Ziel der Kampagne ist schnell evaluierbar: Gibt es einen Zugang zu Wissen – oder nicht? Im Moment wird Wissen ja immer mehr verschlossen und privatisiert, anstatt die Möglichkeit zur Entwicklung und Innovation zu nutzen – global wie lokal.
Anschliessend war ich noch im Panel „The public sector commons and building national public domains“. Dort ging es darum, wie man Regierungsinformationen und öffentlich finanzierte Publikationen unter Creative Commons lizenzieren kann und welche Schwierigkeiten dabei auftreten. Das war mässig interessant, zumindest für mich gab es wenig neues zu hören. Es ist oftmals auf einzelne Personen in der Bürokratie ankommt und dass es kompliziert ist, weil die Urheberrechte oft kompliziert geregelt sind. Irgendwie ist das ähnlich bei der Einführung von Freier Software in Behörden.
Abends nach dem Free Beer Empfang gab es noch ein Konzert mit freier Musik in einem Club in Rio. Zuerst legten Mediasana auf, ein politisches VJ-Projekt aus Rio, die richtig fette BigBeats mit politischen Messages unterlegen. Ich fands richtig cool. Auf deren Webseite finden sich kleinere Videos – leider teilweise als WMV. Fast noch cooler war BNegão, eine sehr populäre brasilianische Band, die ihre Musik unter einer CC-Lizenz veröffentlichen. Vor zehn Jahren hätte man ihre Musik Crossover genannt – war eher ein Mix aus HipHop, Dub, Rock und was weiss ich noch alles. Insgesamt mit sieben Menschen auf der Bühne und das hat richtig gerockt. Ihre Musik findet man als MP3 hier. Anhören lohnt sich und live sind sie noch besser.
insgesamt war der iCommons Summit richtig lohnenswert. Inhaltlich gibt es zwar auf Konferenzen wie der kommenden Wizards of OS 4 (Termin buch und kommen: 14.-16 September 2006 in Berlin!) mehr Input, aber der Schwerpunkt lag auch eher auf globaler Vernetzung und Menschen zusammen bringen, die in ihren Ländern an ähnlichen Projekten arbeiten. Nächstes Jahr findet der iSummit übrigens in Dubrovnic / Kroatien statt. Das dürfte zumindest für viele Europäer einfacher zu erreichen sein, die nicht wie ich ein Stipendium für Flug- und Hotelkosten bekommen haben. Ich meinte ja spasseshalber, dass ich aus Berlin locker mit dem Fahrrad anreisen könnte. Schön, wenn ich die Zeit dafür hätte. :)
Montag war noch der zweite Teil des „NGO-in-a-Box Workshop“, den wir in einem Ponto de Cultura in einer Favela in Rio abgehalten haben. Favelas werden die Armenviertel in Brasilien genannt und es war recht eindrucksvoll, mal die Realitäten dort zu sehen. Der Ponto de Cultura, wo wir waren, glich eher einer Ruine. Die Brasilianer erklärten uns, dass es üblich wäre in Brasilien, dass Politiker oft feierlich mit dem Fernsehen neue Kulturzentren eröffnen und dem Projekt nach der nächsten Wahl oder nur wenigen Monaten später den Geldhahn zudrehen. In diesem Ponto de Cultura gab es bisher einen renovierten Raum – die Eingangshalle. Verschiedene Aktive von „eStudio Libre“ bauen jetzt dort ein Linux Schulungszentrum mit alten gebrauchten Computern auf, die sie von Firmen bekommen. Und gleichezitig soll das Gebäude nach und nach renoviert werden. Eigentlich wollte ich von da bloggen, aber der Strom fiel zu oft aus und einmal war mein fast fertiger Eintrag dadurch vernichtet. Als Deutscher rechnet man ja nicht damit, dass das Stromnetz überlastet ist. Auf jeden Fall eine Erfahrung fürs Leben – spätestens nach dem zweiten Zusammenbruch.
Und hier ist noch ein kleines Video, wie Gilberto Gil das Free Beer probiert:
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: OpenDocument in Belgien auf dem Vormarsch
: OpenDocument in Belgien auf dem Vormarsch Der Softwaregigant Microsoft hat wieder einen Rückschlag auf staatlicher Ebene zugunsten des OpenDocument Standards (ODF) hinnehmen müssen: Wie cnet.com vermeldet, will die belgische Regierung sämtliche behördliche Korrespondenzen auf einen Offenen Standard umstellen und setzt dabei auf das OpenDocument-Format (ODF). Für die Kommunikation innerhalb der Ämter soll der Standard ab September des nächsten Jahres flächendeckend eingeführt werden. Das von Microsoft entwickelte Open XML Format blieb in dem Beschluss außen vor. Das bedeutet aber nicht, dass die Regierung mit dem Standard auch erwägt, in Zukunft eventuell mehr auf Open-Source-Software statt dem Office-Paket von Microsoft zu setzen.
Der OpenDocument-Standard erfreut sich dank seiner großen Interoperabilität einer wachsenden Popularität. Auch von den staatlichen Einrichtungen anderer Länder: So hatte bereits der amerikanische Bundesstaat Massachusetts vor einiger Zeit beschlossen, den Dokumenten-Standard in allen Behörden einzusetzen.
Das Offene XML-basierte Format wird sowohl von Office-Paketen wie StarOffice, OpenOffice, KOffice und von Textmaker 2005 und AbiWord unterstützt. OpenDocument wird weltweit von einer regen Anhängerschaft umsorgt: Nicht nur die großen Unternehmen wie IBM, Sun, Red Hat oder Oracle haben sich zur ODF Alliance zusammen gefunden. Auch Organisationen wie das Open Document Fellowship oder die Friends of Open Document Inc setzen sich für den Standard ein.
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: Schreibrecht 2006 – Wettbewerb
: Schreibrecht 2006 – Wettbewerb Auf Telepolis wird ein Schreibwettbewerb eröffnet: „Schreibrecht 2006″.
22 Jahre nach dem Orwelljahr 1984 hat die einst so bedrohliche Vision ihren Schrecken verloren. Der immerwährende Krieg erinnert an den seit 2001 stattfindenden „War on Terror“, Nachrichten- und Medienmanipulation ist an der Tagesordnung und (versteckte) Kameras sind allgegenwärtig. Doch auch die anderen düsteren Visionen einer Zukunft haben längst ihren Weg in die Gegenwart gefunden und sind (fast) Realität. Wenn Lehrerinnen wegen einer Wahrscheinlichkeit einer Erbkrankheit ihren Arbeitsvertrag nicht bekommen, erinnert dies an „Gattaca“, die Spaß- und Wegwerfgesellschaft kennt man aus „Schöne neue Welt“, die Bestrebungen „antisoziales Verhalten, selbst in Form eines Spuckens auf die Straße zu beenden“, an „Demolition Man“ und die selbständigen Drohnen im Krieg lassen Erinnerungen an „Screamers“ aufkommen. Doch wenn all dies schon normal ist, wie sieht die Zukunft aus? Wird es eine Rückbesinnung auf mehr Freiheit, mehr Bürgerrechte geben oder nimmt das Panopticum zu? Wird Datenschutz eine Rolle spielen oder doch nur „Täterschutz“ sein?
Auf diese Fragen sucht „Schreibrecht 2006“ eine Antwort.
Gesucht werden Texte, die nicht über 25’000 Zeichen lang sind. Die Einreichungen per email an schreibrecht@telepolis.de dürfen gerne unter einer nichtkommerziellen Creative Commons-Lizenz stehen. Einsendeschluss ist der 15.07.2006.
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: Schweiz: Wikipedia Tag 2006 – Referate als OGG
: Schweiz: Wikipedia Tag 2006 – Referate als OGG Wer den Wikipedia Tag 2006 in der Schweiz verpasst hat, kann nun alle Referate auch als OGG Vorbis downloaden und anhören. Die Veranstaltung wurde organisiert vom neu gegründeten Verein Wikimedia CH. In den Zeitungen hat der Tagesanzeiger darüber berichtet.
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: Zürich: the grey commons
: Zürich: the grey commons Diesen Mittwoch (28.06.06) findet in der Roten Fabrik in Zürich die nächste Veranstaltung der Digitalen Allmend statt. Das aktuelle Thema „the pirate bay“ wird aufgegriffen und von Rasmus Fleischer präsentiert.
Aus der Veranstaltungsankündigung:
Ein Blick zu Projekten in Skandinavien: „Piratbyran“ (Bureau of Piracy) und „Piratgruppen“ fördern die informationelle Piraterie und fokussieren sich auf Fragestellungen zu geistigen Monopolrechten und File Sharing. Die beiden sind Schwesterorganisationen von „The Pirate Bay“, dem weltweit grössten Bittorrent-Tracker. Dieser ist ein Herzstück von modernem Filesharing. Auf rechtlicher Ebene ist die „Piratpartiet“ (The Pirate Party) aktiv – diese möchte das Urheberrecht fundamental ändern, das Patentsystem abschaffen und die Privatsphäre der Bürger stärken. Mit diesem Programm wird der Einstieg in das schwedische Parlament angestrebt.
Im Rahmen der Veranstaltung werden die Aktivisten zu Wort kommen und erklären weshalb eine graue Zone der Kopierbarkeit zentral für Kreativität ist. Sie werden dabei durch Rasmus Fleischer (Schweden) vertreten. Er wird sein Referat auf Englisch halten.
Die Veranstaltung findet am 28.06.2006 im Clubraum der Roten Fabrik (Seestrasse 395, Zürich) um 20:00 Uhr (Türöffnung 19:30 Uhr) statt. Der Eintritt beträgt 15.-/10.-.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Verein Digitale Allmend und der Roten Fabrik.
Die Veranstaltung wird voraussichtlich auch aufgezeichnet und auf der Webseite zur Verfügung gestellt. Die Audio und Videoaufnahmen der letzten Veranstaltung „Wissen: Freier Zugang für alle?“ sind bereits online.
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: iCommons Summit Part 4
: iCommons Summit Part 4 Heute ist es etwas ruhiger in Rio. Das liegt u.a. daran, dass es gestern Abend ein gemeinsames Essen mit Freigetränken gab, was dazu führte, dass heute morgen erstmal einige Referenten ausfielen. Wir waren pünktlich da, vor allem, wiel unser Hotel mit einem grösseren Geräuschpegel ein auschlafen unmöglich macht. Das erste Panel zum Thema “Towards a bridge between the commons in science, art and innovation” war teilweise interessant. Vor allem James Boyle, der sehr eloquent auf verschiedene Strategien hinwies, wie man in Argumentationsfallen laufen kann, bzw. diese vermeidet, wenn man für eine Commons /Allmende argumentiert. Hier wird ja alles aufgezeichnet und später gibts dazu die passende Aufnahmen. Er sprach einfach zu schnell und mit Akzent, um nach dem ersten Kaffee den Argumentationen bloggend zu folgen.
Jenny Toomey von der Future of Music Coalition war auch cool, die versuche ich noch, für ein Interview zu bekommen. Aber dann gabs Fussball und wir setzten uns dazu ins Hotelrestaurant, wo man gleichzeitig einen Blick auf einen grossen Fernseher und auf den Strand vorm Fenster werfen konnte. Zum Glück kamen wir pünktlich, um beide Tore mitzubekommen. Später gabs ein Panel zu „Open Business – The Enterprise Commons“, was mich vor allem auch beruflich interessiert. Allerdings hatte ich mir ein wenig mehr davon erwartet. Interessant war die Idee eines „Model Agency Agreement“ in Form einer „Commercial Commons Licence“. Dazu gibts eine ausführliche FAQ und weitere Infos auf der Open Business – Webseite.
Komplett unpassend fand ich die Präsentation von „my mojay“ aus Südafrika. Die wollen so ein „Virtual Recording Studio“ für Handies und Internet anbieten, womit man Klingeltöne und Musik erstellen kann und das ein wenig Social Software Features aus bekannten Diensten wie last.fm & co integriert. Das Geschäftsmodell dahinter ist, dass es ja einen Mehrwert für die Telkos und Handyhersteller wäre. Was das mit Open Business zu tun haben soll, erschliesst sich mir immer noch nicht. Da könnte man eigentlich fast jedes x‑beliebige Businessmodell, was irgendwie auf Austausch von Daten ausgelegt ist, auch dazu zählen.
Sonst gabs eine Präsentation von zwei Wissenschaftlern der London School of Economics, wo ich aber erst zum Schluss nach einem verwirrten Mittippen feststellte, dass sie lediglich ihren Studiengang vorstellten und nichts konkretes. Das war vielleicht verwirrend und man hätte es ruhig auch am Anfang mitteilen können. Die Folien bis dahin sahen durchaus interessant aus, wenngleich auch wenig zusammenhängend, was sich aber erst nach 10 Minuten erschloss. Ich musste extra neben mir bei eine nativer Speakerin nochmal nachfragen, ob ich das jetzt richtig verstanden hätte.
Zum Schluss stellte sich noch das FGV mit seiner Arbeit hier in Brasilien vor. Das ist sowas wie das brasilianische Berkman-Center undmacht interessante Arbeit. U.a. untersuchen sie die Wertschöpfungsprozesse von Tecno-Brega, um das Open Business Modell dahinter zu verstehen. Tecno-Brega hört man hier oft in den letzten Tagen, das ist Funk aus den Favelas und scheint das neue grosse Ding aus der brasilianischen Underground-Musik zu sein. Vor allem anscheinend aus der Stadt Belum im Staate Para. Das interessante dahinter ist, dass es sehr populäre Künstler dieser Musikrichtig gibt, die allesamt keine Plattenfirma haben. Sie releasen ihre Musik nur als MP3, andere mischen diese MP3s mit eigener Musik und daraus entstehen neue Mixe, die wiederum einfach weiterkopiert werden. Strassenhändler verkaufen gebrannte CDs und insgesamt ergibt sich eine äusserst interessante Wertschöpfungskette, wo vieleMenschen unterschiedlich an der Musik verdienen und die Künstler trotzdem davon profitieren und bekannter werden. Das wird alles im Rahmen eines Forschungsprojektes untersucht und ich bin mal auf die Ergebnisse gespannt. Auf der OpenBusiness-Webseite gibt es ein paar Informationen dazu:
A music scene called Tecno Brega making use of an alternative business model has emerged in the city of Belem in Brazil. This parallel music industry has been active for years and has achieved great success. Several hundred new Tecno Brega records are produced and released every year by local artists, with both the production and distribution taking place outside of the mainstream music industry. The tecno brega model is simple: the music lies outside the realm of traditional copyright and is used as a method of marketing events. Every weekend the “sound system” parties attract thousands of people to the outskirts of Belem to listen to the Tecno Brega music. The parties are advertised by the distribution of the music itself. The numbers are incomplete, but the Belem scene alone brings in yearly revenues of several million US dollars.
Ansonsten scheint OpenBusiness noch nicht so weit zu sein, wie ich eigentlich dachte. Und vor allem bin ich mit falschen Erwartungen in das Panel gegangen. Das diente erstmal zum kennenlernen der wenigen akademischen Akteure, die sich zum ersten Mal treffen und ich komme ja eher von der praktischen Seite. Aber interessant ist der Ansatz schon. Die Idee dahinter ist, Geschäftsmodelle rund um Creative Commons wissenschaftlich zu untersuchen. Bei der Wizards of OS 4 im September in Berlin wird es auch ein Panel dazu geben.
Heute Abend gibts Salsa und Samba und ich kann bald keine Caipirinhas mehr sehen. Aber Spass machts trotzdem.
Update: Kleiner Nachtrag, weil ich mich nach dem bloggen noch mit den OpenBusiness Menschenunterhalten habe. Der „My Mojay“ war wohl eher ein ungeplanter Unglücksvortrag, der von anderer Seite dort untergebracht wurde. Und die beiden von der London Schoolof Ecnomics zeigten einen unzusammenhängenden Mischmasch aus zwei verschiedenen Präsentationen, was eigentlich auch nicht so geplant war.
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: Podcasting-Interview mit Heather Ford
: Podcasting-Interview mit Heather Ford Dieses Interview ist mit Heather Ford, der Geschäftsführerin von iCommons. Sie beschreibt darin, was iCommons ist und was die Ziele des iSummits sind.
Das Interview ist 8 MB gross, ist mit 96 kb/s codiert und ist 10 Minuten lang.
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: Podcasting-Interview mit Joi Ito
: Podcasting-Interview mit Joi Ito Hier ist ein zwölf Minuten langes Interview mit Joi Ito über iCommons, den iSummit in Rio, seine Video-Podcasting Show in Japan, die im Fernsehen gezeigt wird, die damit verbundenen Rechtediskussionen und über die Frage, wie es um Freie Software in Japan steht.
Das Interview ist 8 MB gross und mit 96 kb/s als MP3 codiert. OGG gibts später, wenn ich wieder in Deutschland bin.
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: Podcasting-Interview: eStudio Livre
: Podcasting-Interview: eStudio Livre Hier ist ein kurzes sieben Minuten langes Interview mit Alexandre vom eStudio Livre Projekt aus Brasilien über das Konzept der Cultural HotSpots (Ponta de Cultura) und die eStudio Livre Community.
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: Bound by Law – Comic
: Bound by Law – Comic Wo ich gerade in Rio auf dem iSummit James Boyle sprechen höre (Toller Sprecher übrigens), fiel mir nochmal ein, dass ich das wunderbare „Bound by Law“-Comic noch nicht verlinkt hatte. Das Comic ist ein Projekt des Duke’s Center for the Study of the Public Domain, steht unter einer Creative Commons Lizenz und ist auch käuflich erhältlich.

Und das ist die Story:
A documentary is being filmed. A cell phone rings, playing the “Rocky” theme song. The filmmaker is told she must pay $10,000 to clear the rights to the song. Can this be true? “Eyes on the Prize,” the great civil rights documentary, was pulled from circulation because the filmmakers’ rights to music and footage had expired. What’s going on here? It’s the collision of documentary filmmaking and intellectual property law, and it’s the inspiration for this new comic book. Follow its heroine Akiko as she films her documentary, and navigates the twists and turns of intellectual property. Why do we have copyrights? What’s “fair use”? Bound By Law reaches beyond documentary film to provide a commentary on the most pressing issues facing law, art, property and an increasingly digital world of remixed culture.
Das Comic gibt es in verschiedenen Varianten online zum Download. Ich hab jetzt nur die hochauflösende PDF-Version mit 16MB Grösse angehängt / verlinkt.
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: Der weitere Zeitplan für den 2. Korb der Urheberrechtsreform
: Der weitere Zeitplan für den 2. Korb der Urheberrechtsreform Die grosse Koalition hat jetzt die erste Lesung für den 2. Korb der Urheberrechtsreform angekündigt: Diese soll in der Nacht von
Donnerstag auf Freitag 29./30.6. um 3.55 stattfinden. Die Uhrzeit ist kein Witz und es ist sehr zu bezweifeln, dass überhaupt eine parlamentarische Debatte stattfinden wird.An einer Debatte ist man also nicht interessiert und man nutzt die erste Lesung nur für den formalen Vorgang, eine Überweisung in die Auschüsse einzuleiten.
Für den Herbst ist eine Anhörung im Rechtsausschuss geplant, allerdings wohl frühestens im Oktober, wenn nicht später. Das wird vermutlich die einzige irgendwie geartete Debatte im Bundestag sein. Die zweite und dritte Lesung wird also frühestens Ende des Jahres stattfinden. Aber die ist theoretisch auch wieder nur eine formale Sache – man kann die beiden Lesungen auch wieder notfalls in einer Nachtsession unterbringen. Anscheinend plant die Bundesregierung, das Gesetz im Sommer 2007 starten zu lassen.
Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr, weil viele Reformvorhaben dazwischen kommen können. Oder Regierungswechsel.
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: iCommons Summit Part 3
: iCommons Summit Part 3 Nach all dem anstrengenden Mitbloggen am Morgen gibt es jetzt mal etwas atmosphärisches aus Rio. Das Fussballspiel gestern war leicht beeindruckend. Erstmal leerte sich der Strand ziemlich schnell, als es immer näher an 16 Uhr heranrückte, dem Zeitpunkt, als das Spiel begann. Hatt schon was von einer gespenstigen Atmosphäre, als wir kurz vor 16 Uhr ins Taxi sprangen, um mit einigen Brasilianern in irgendeine Uni zu fahren. Dort gabs das Spiel dann mit ca. 150 brasilianischen Studenten in einer Art Cafe, wobei es eher den Charme einer grösseren Hütte im Wald hatte. Wir wurden erstmal etwas dumm angeschaut, als wir über das Tor der Japaner lachten. Das war aber auch eine komische Situation – man kommt extra nach Brasilien, schaut sich ein Spiel gegen Japan an, alle erzählen einem, wie toll Brasilien Fussball spielt und dann kommen die Japaner und schiessen das erste Tor. Später gabs dann noch ein paar Tore für Brasilien, was immer durch genug Feuerwerkskörper begleitet wurde, vielleicht waren auch Schüsse darunter. Auf jeden Fall ein grosser Krach. Zum Glück haben die auch gewonnen, sonst wäre die allgemeine Stimmung kaputt gewesen. Lustig war auch, bei Toren immer von irgendwelchen wildfremden Brasilianerinnen stürmisch umarmt zu werden, scheint hier wohl dazu zu gehören. Sicherheitshalber bin ich aber mal vergleichbar früh schlafen gegangen, sonst hätte ich nach all dem Alkohol dabei heute einen Hang-Over gehabt.
Hier gibts übrigens kein Mate-Tee, wie ich dachte, sondern das Getränk der Wahl heisst Guarana und enthält genau Guarana. Kann ich auch mit leben und schmeckt auch gut. Selbst im Hotel haben sie es, wenngleich ich nochnicht die korrekte Aussprache drauf hab und es immer etwas dauert, bis die Kellner meinen Wunsch verstehen. Ohne würde ich aber vermutlich längst nicht so fit sein. Das Internet ist in gewohnter Kongressstimmung – mal funktioniert das WLAN und dann mal wieder nicht. Ich versuche schon seit einiger Zeit, ein 12MB grosses Interview mit Joi Ito hochzuladen, aber das ist wohl hoffnungslos. Dafür gibts ein kurzes Interview mit Lawrence Lessig (5MB / MP3). Nebenbei blogge und podcaste ich noch für die iSummit Konferenzseite.
Ansonsten sind fehlende Steckdosen ein grosses Problem. Ich verpasse gerade eine interessante DIskussion, weil in dem grösserem Raum ganze vier Steckdosen sind und natürlich alle belegt. Jetzt muss ich halt mal aufladen und verbringe etwas Zeit im Flur. Ein grosses Pluspunkt des iSummits ist sicherlich die Frauenquote. Im Gegensatz zu den üblichen Konferenzen und Veranstaltungen in Deutschland gibt es hier nämlich mehr Frauen als Männer, was meiner Meinung nach die Gespräche in den Pausen auch interessanter macht. (Und die Frauen sind nicht als Freundin ihrer Freunde mitgeschleift worden) Mit dem Alter dürfte ich auch gut im Durchschnitt liegen, weit mehr als die Hälfte der Anwesenden ist zwischen 22 – 35. Insgesamt also alles sehr entspannt, nur von der Sonne und dem Strand hab ich hier in den Kellerräumen des Hotels heute nichts mitbekommen und das wird sich vermutlich bis Montag auch nicht ändern. Aber was solls, insgesamt ist das einer der interessantesten Kongresse, die ich je besucht habe.