Technologie

Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.

  • : Kampagne für öffentliche Geo-Daten
    Kampagne für öffentliche Geo-Daten

    INSPIRE heisst eine neue, von der Europäischen Kommission vorgeschlagene, Richtlinie für räumliche Dateninfrastrukturen (Original: „Spatial Data Infrastucture“). Dagegen wendet sich die Kampagne „Public Geo Data – State-collected Geographic Data is public property“. Die freie Nutzung von Geo-Daten wird gefordert und die Privatisierung dieser öffentlichen Daten wird zu Recht kritisiert. Also mitmachen, sonst bekommen wir wieder sowas wie die Datenbankrichtlinie, wo jeder sagt, die sei ökonomischer Unsinn, aber man bekommt sie nicht mehr weg!

    Vote for Public Maps - Reject INSPIRE!

    We the undersigned, ask Members of the European Parliament to reject the current draft of the INSPIRE Directive on European Spatial Data Infrastructure because:

    * INSPIRE does not guarantee that European citizens and businesses can download and freely re-use Geographic Information collected by government.
    * Instead it entrenches a policy of charging citizens for information they have already paid to collect, enforced by state copyright over geographic information.

    Given that:

    * Public Geographic Information is the bedrock of how civil society is managed in the information age.
    * Free map data could enable a new generation of location-based technologies with enormous economic and social potential.
    * Open access to geodata is the best way to ensure co-operation between Europe’s government agencies on environmental and census data, and in other important fields.

    The INSPIRE Directive risks holding back the economic and social potential in maps and location-based technology in Europe by many years.

    10. März 2006
  • : Angela Merkel auf der Cebit
    Angela Merkel auf der Cebit

    Angela Merkel verweilte heute in Hannover, um die Cebit zu eröffnen. In ihrer Rede kündigte sie an, ein neues Regierungsprogramm für die Informations­gesellschaft in Deutschland zu erarbeiten. Hoffentlich war dies keine Drohung. Gleichzeitig wurde Geld versprochen. Mit einem neuen 6‑Milliarden-Euro-Programm zur Förderung von Zukunftstechnologien soll es wieder aufwärts gehen in Deutschland. Mal schauen, wie das Geld angelegt wird. Wird damit tatsächlich Innovation gefördert oder wieder nur riesige Softwareprojekte, die dann nicht funktionieren. Davon gab es ja viele Beispiele in letzter Zeit.

    Gespannt bin ich ja mal auf den angekündigten IT-Gipfel. Vermutlich wird das sowas wie der Job-Gipfel, wo sich dann Merkel und Müntefering mit den Chefs von Bitkom, der Telekom und Siemens treffen und zum Schluss alle glücklich in die Kamera strahlen?

    Ansonsten ist die Rede nicht wirklich von Bedeutung. Interessant ist ihr Glaube, die elektronische Gesundheitskarte würde „die Kommunikation zwischen den medizinischen Einrichtungen schneller und sicherer machen“.

    Höhepunkt der Rede ist sicherlich dieser Absatz, wo ich das verwendete Bild für etwas unglücklich erachte:

    Und wo besser als auf einer IT-Messe wird der Wert eines solchen Ansatzes erkennbar?! Ein IT-Programm, das alles leisten sollte, das wäre viel zu fehleranfällig. Bekannte Programme – ohne Schleichwerbung zu machen (Google/Apple) – arbeiten aus genau diesem Grund nicht mit einem Rechner. Sie verbinden vielmehr viele kleine Rechner. Man könnte es in der Politikersprache auch Dezentralisierung nennen.

    8. März 2006 6
  • : Heute Abend in PlusMinus: Wie sicher sind eigentlich die neuen Kreditkarten?
    Heute Abend in PlusMinus: Wie sicher sind eigentlich die neuen Kreditkarten?

    Das wird sicher lustig: Heute Abend geht das ARD-Magazin plusminus der Frage nach, wie sicher die neuen Kreditkartenchips eigentlich so sind?

    Kreditkarten mit der neuen Chip-Technologie können beim Bezahlvorgang an der Kasse ausspioniert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Cambridge Universität mit von deutschen und britischen Banken ausgegebenen Kreditkarten. Die Kryptologen demonstrierten einem Team des ARD-Wirtschaftsmagazins [plusminus vor laufender Kamera, dass dies problemlos möglich ist. Dabei sollten die Chips sensible Kartendaten besser vor Missbrauch schützen als dies mit den herkömmlichen Magnetstreifen möglich ist.

    [plusminus, 21:40h, ARD

    7. März 2006
  • : Podcasting: Ellen Reitmayr von OpenUsability
    Podcasting: Ellen Reitmayr von OpenUsability

    Das aktuelle Podcasting-Interview habe ich mit Ellen Reitmayr gemacht. Ellen ist Usability-Expertin und engagiert sich sowohl beim KDE-Projekt als auch bei OpenUsability. In dem Interview geht es um Usability im Allgemeinen und wie man die Benutzerfreundlichkeit von Software und die Wikipedia darauf testen kann. Aber auch die OpenUsability-Plattform und das Projekt werden ausführlich vorgestellt.

    Das Interview gibt es sowohl im freundlichen und nachhaltigen Ogg Vorbis Format (15MB) als auch in einer MP3-Version (13MB).

    Und hier sind die Folien eines Vortrages von Ellen zum Thema „OpenUsability – Puts a Smile on Your Interface“.

    6. März 2006 3
  • : Ubiquitäres Computing im Inforadio
    Ubiquitäres Computing im Inforadio

    Das Inforadio Berlin (UKW 93.1) strahlt gerade eine Sendung aus zum „flächendeckenden“ Computing, auch mit (wenn auch schwachen) kritischen Untertönen.
    Insgesamt war die Stoßrichtung unkonkret und von der Richtung her akadamisch-weltfremd. „Die Informatisierung der Gesellschaft“ ist ein schönes Forschungsmotto, ja sicher doch, aber RFID und die Datenspuren, die wir alle so tagtäglich und unfreiwillig hinterlassen geben problemlos mehr Stoff her als akademische Diskussionen, nämlich praktischen Nutzen. Neben Kühlschränken, die automatisch frische Milch nachbestellen und der Servicewerkstatt, der man keinen Kaufbeleg außer dem eingebauten RFID-Chip mehr präsentieren muss (was wir uns als Verbraucher noch nie wirklich gewünscht haben) auch noch universelle Datenformate und eine maschinenbestimmte Kommunikationen – zum Nutzen auch von Geheimdiensten und zur Bildung von Konsumentenprofilen ohne Zustimmung. Verzeiht wenn ich etwas zynisch werde, ich hatte einfach im Beitrag mehr erwartet.

    Ein netten Aufhänger hatte sich die Redaktion gesucht: das Zitat von Ken Olson, Gründer von DEC, der neben der amüsanten Fehleinschätzung, dass niemand einen Rechner zu Hause haben wolle, Jahre später noch folgendes gesagt hat (bestimmt haben sie das Zitat auch aus der Wikipedia ;)

    „I’m quoted all the time as saying (early during the PC revolution) that there was no reason to have a computer in the home. What I said, I said very carefully and knew exactly what I was saying because I had prepared it. I said, ‚I don’t think we want our personal lives run by computer.’ If you steal something from the refrigerator at midnight, you don’t want it entered into the computer.“

    Darauf baute ein Gutteil des Beitrags auf, was ich salopp kommentiere: wir wollen beim Datenverkehr nicht ertappt werden, wir wollen nicht belauscht werden, und doch haben wir keine Kontrolle darüber (außer durch totale Entsagung von der Technik). Der Handy-Trick gegen RFID wurde nicht erwähnt, nicht die kommende Vorratsdatenspeicherung, nicht die Alufolie. Nicht der Zuschlag dafür, dass wir das ganze mitfinanzieren. Auch die informationelle Selbstbestimmung kam nicht vor, dafür aber die digitale Langzeitdatenspeicherung und das digitale Vergessen. Bei einer etwa engen Zentrierung auf RFID auch nicht verwunderlich; das mach in etwa soviel Sinn wie allein das unter allgegenwärtige Computer zu subsummieren.

    Womöglich wird der Beitrag nochmals wiederholt, ich konnte das gerade nicht beim Sender finden. Es wäre eine Chance gewesen, zumindest eine kritische Stimme unterzubringen, die nicht nur aus der akademischen Elfenbeinwelt kommt. Beispiele und Gegenargumente, sogar aktuelle statt visionäre, gibt es schon heute.

    Update: Danke für den Hinweis in den Kommentaren, der Beitrag ist jetzt als MP3 verfügbar.

    4. März 2006 5
  • : Freifunk Spring Convention
    Freifunk Spring Convention

    Vom 24.3. bis zum 26.3. findet die Freifunk Spring Convention als Wireless Community Weekend in der c‑base in Berlin statt.

    Wer sich auf sozialer wie auch auf technischer ebene, mit 802.11-community-networking beschaeftigen und sich im rahmen eines drei taegigen „waveloeten“ workshops auf der c‑base mit anderen freifunkern austauschen moechte, ist hiermit herzlich eingeladen am WCW teilzunehmen

    3. März 2006 2
  • : Technologie-Trends mit Mathias
    Technologie-Trends mit Mathias

    Mein Gast-Autor Mathias Schindler ist von Spiegel-Online zu seinen Technologie-Trends befragt worden: Schindler weiß, was er (nicht) will.

    1. März 2006 4
  • : Kampagne für Netz-Neutralität
    Kampagne für Netz-Neutralität

    In den USA wurde heute von einem Netzwerk verschiedenster Organisationen und kleinen Firmen eine Kampagne für den Erhalt einer Netz-Neutralität gestartet. Die Kampagne richtet sich explizit gegen AOL und Yahoo, welche in letzter Zeit vehement für eine „eMail-Tax“ Lobby betreiben. Zu den beteiligten Organisationen gehören beispielsweise MoveOn! und der konservative RightMarch. Allerdings finde ich gerade nur bei MoveOn Hintergründe zum Protest und ein Formular zum mitmachen.

    Mehr gibts beim Boston Globe: Groups mobilize against fees for bulk e‑mailings.

    While everyone hates the unsolicited messages that clog inboxes, the plan has spawned a backlash from an unusual coalition of liberal and conservative political groups that rely on bulk e‑mails to communicate with members and raise money.

    28. Februar 2006
  • : Hai Ti! – Comic
    Hai Ti! – Comic

    Einen lesenswerten Comic hat das Schoolnet Namibia-Projekt veröffentlicht, um jungen Menschen die Notwendigkeit von IT-Technologien und Freier Software zu vermitteln. Mittlerweile gibt es auch einen zweiten Teil.

    28. Februar 2006
  • : Die Tagesschau über Vergangenheit und Zukunft der Suchmaschinen
    Die Tagesschau über Vergangenheit und Zukunft der Suchmaschinen

    Die Tagesschau hat einen Artikel zur Vergangenheit und Zukunft der Suchmaschinen: Von Veronica zur „sozialen Suche“.

    Als 1993 die erste Suchmaschine online gestellt wurde, konnte sich noch keiner vorstellen, wie schnell die Anforderungen an sie wachsen würden. Angefangen bei der reinen Textsuche aus einigen hunderttausend Webseiten arbeiten sich moderne Suchroboter heute durch mehrere Milliarden Seiten, können Bilder oder Musikdaten finden – all das aber nur in rund einem Drittel des gesamten Netzes. Wohin sich die Internetsuche entwickelt, ist noch längst nicht abzusehen.

    28. Februar 2006
  • : NSA im Data-Mining Kaufrausch
    NSA im Data-Mining Kaufrausch

    Die New York Times berichtet über eine Einkaufstour der NSA im Silicon Valley. Begehrtes Suchobjekt sind Firmen, welche innovative Data-Mining Lösungen anbieten: Taking Spying to Higher Level, Agencies Look for More Ways to Mine Data.

    But by fundamentally changing the nature of surveillance, high-tech data mining raises privacy concerns that are only beginning to be debated widely. That is because to find illicit activities it is necessary to turn loose software sentinels to examine all digital behavior whether it is innocent or not.

    28. Februar 2006
  • : Webmontag: Audio-Mitschnitte
    Webmontag: Audio-Mitschnitte

    Zum gestrigen Webmontag in Berlin erschienen rund siebzig TeilnehmerInnen, um sich über neue Web-basierte Dienste und aktuellen Entwicklungen rund um das Stichwort „Web 2.0“ zu informieren und auszutauschen.

    Das nette Geklöne wurde um mehrere Minivorträge ergänzt, auf deren Mitschnitte wir an dieser Stelle als OGG-Dateien verweisen:

  • .berlin – Eine Domainendung für die Stadt/Städte mit Namen „Berlin“ (OGG, 4 MB)
  • Lichtmaschine – Ein Video-on-demand System mit netten Features (OGG, 9,5 MB)
  • Spotnick – Ein Konzept für ein Online-Spiel mit Realitätsbezug, aka virtuelle Schnitzeljagd (OGG, 4,3 MB)
  • Creative Commons – Ein neues Lizenzmodell, voll Web 2.0 kompatibel (OGG, 7,9 MB)
  • Google Epic – Kurze Diskussion der deutschsprachigen Übersetzung der Dystopie über Onlineunternehmen (OGG, 1,9 MB)

    Ein Echo zum gestrigen Abend gibt es bereits von Metronom und Peter Schink, welcher den Abend moderierte.

  • : Coming up: Psiphon. Umgehung von Zensur leicht gemacht
    Coming up: Psiphon. Umgehung von Zensur leicht gemacht

    Das Citizenlab der Universität Toronto entwickelt seit geraumer Zeit eine leicht nutzbare Software namens „Psiphon“ (Website z.Zt. leider offline), die es jedem Menschen in der unzensierten Hemisphäre des Internets ermöglicht seine Anbindung anderen Menschen in Ländern, in denen das Internet gefiltert wird, so zugänglich zu machen, dass die dortigen Zensurmaßnahmen nicht mehr greifen. Dabei wird der Netzverkehr über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung über den Host mittels eines Proxyservers in unzensierten Netzgefilden geleitet.

    Die Software wird voraussichtlich Ende Mai fertig sein. Es gibt eine Übersicht bei CitizenLab sowie eine ausführliche technische Beschreibung im „Final Report“ vom Dezember 2004 (PDF). Das Projekt fand bereits in The Globe and Mail eine Erwähnung.

    Fraglich bleibt nur noch, wie die Zugangsdaten für die hiesigen Proxyserver unbemerkt durch die chinesische Feuermauer gelangen sollen.

  • : Bruce Sterling über die Rootkit-Debatte
    Bruce Sterling über die Rootkit-Debatte

    Bruce Sterling schreibt bei Wired über die Folgen des SonyBMG Rookits und die Auswirkungen der Debatte: The Rootkit of All Evil.

    It’s time for lawmakers, trade groups, and public-interest organizations to get down to the hard work of hammering out standards for what businesses can and can’t do to customers’ computers. Such an effort will need to be international, because the Net knows no bounds. It will need to come up with simple, understandable language for end-user licensing agreements. It will need to draw red lines around unacceptably invasive hacks and map gray areas between spying and market research.

    I’m not holding my breath, though. After all, we asked for this. We didn’t want to ruffle the feathers of the goose that laid the golden egg of technological progress, so we allowed manufacturers to claim more and more control over the ways we use their products and what they can do with our information. It should come as no surprise that they’re using that power as a cover for bigger, possibly more lucrative schemes.

    You may not be interested in the digital rights war, but that doesn’t mean you’ll have the luxury of sitting on the sidelines. Because the other side is very, very interested in you.

  • : Google Desktop Search: Backups wider Willen?
    Google Desktop Search: Backups wider Willen?

    Gestern veröffentlichte Google eine Beta der Version 3 seiner Desktop Search. Das neue Feature: Dokumente und aufgerufene Websites lassen sich über mehrere Rechner hinweg durchsuchen. Um dies zu realisieren, speichert Google die indizierten Dateien auf ihren eigenen Servern.

    Die Electronic Frontier Foundation warnt vor einem Verlust der Privatsphäre, golem.de fasst dies zusammen:

    Die EFF sieht als großes Risiko, dass etwa Ermittlungsbehörden oder die Regierung so leicht Zugriff auf private Dokumente zahlreicher Nutzer von Google Desktop Search 3 erhalten könnten. In den USA gelten für auf einem Server abgelegte Dateien geringere Datenschutzrichtlinien als wenn sich die gleichen Daten auf einem PC befinden. In einem laufenden Rechtsstreit könnte etwa ein Prozessgegner Einblick in prozessrelevante Informationen erhalten, an die er sonst nicht gelangen würde, skizziert die EFF ein mögliches Szenario.

    Die datenschutzrechtliche Ungleichbehandlung von auf Servern im Vergleich zu lokal gespeicherten Daten mit Personenbezug basiert auf dem 1986 beschlossenen „Electronic Communications Privacy Act“. Dieser gilt etwa auch bei E‑Mails, die von Mailservern abgerufen aber nicht auf ihnen gelöscht werden.

    Die neue Desktop Search wirft also Rechtsfragen auf, die mehr an Bedeutung gewinnen, wenn neue Informationstechnologien künftig als Dienstleistung und nicht Softwarepaket, welches man sich selbst installieren kann, angeboten werden.

  • : Neues Rootkit für DVDs
    Neues Rootkit für DVDs

    Die koreanische Firma Settec liefert den Kopiersschutz Alpha-DVD, welcher erstmals auf der DVD „Mr. & Mrs. Smith“ eingesetzt wird. Heise berichtet über Unregelmässigkeiten, welche an das Sony Rootkit erinnern. Der Anwender muss nach dem Einlegen der DVD in einen Computer einer EULA zustimmen, danach wird der Kopierschutz auf dem Rechner installiert. Natürlich läuft hier nicht alles mit rechten Dingen ab und viele Anwender berichten über fehlerhafte Computer nach dem Installieren. Es gibt zwar einen Uninstaller, aber was bringt der schon, wenn man sich die Original DVD gekauft hat? Ausserdem ist es gar nicht so einfach, den Uninstaller zu benutzen, laut Heise behindert Settac „den Zugang jedoch nach Kräften“.

    Der Kopierschutz ist übrigens, abgesehen von den Schadroutinen, welche die ehrlichen Käufer nur behindern, eher wertlos:

    Die Alpha-DVD-EULA behauptet zwar, „Der auf dieser DVD enthaltene Film ist auf dem Computer nicht ohne weiteres abspielbar.“ Dies trifft allerdings nicht zu. Schaltet der Anwender die Autostart-Funktion des Laufwerks ab oder drückt nach Einlegen des Mediums die Umschalt-Taste, bleibt die DRM-Anwendung still und die DVD lässt sich ganz normal wiedergeben. Eine andere Möglichkeit zur Wiedergabe besteht darin, den EULA-Dialog zu ignorieren und einen DVD-Software-Player parallel zu starten.

    Gängige Kopiersoftware soll die DVD auch problemlos kopieren. Was bleibt ist das Gefühl, dass man jetzt wohl auch nicht mehr ohne Hintergedanken an DRM-Schadsoftware so einfach Original DVDs kaufen kann. Vom Kauf der „Mr. & Mrs. Smith“-DVD ist aber jetzt schon abzuraten. Abgesehen davon ist der Film auch nicht besonders gut.

  • : Lessig: Warum Google Book Search legal ist
    Lessig: Warum Google Book Search legal ist

    Lawrence Lessig, Jurist und Initiator der Creative Commons-Lizenzen, erklärt in einem Mitte Januar in seinem Blog erschienen Video-Podcast, warum Googles Book Search Pläne (früher „Google Print“) legal seien. In der halbstündigen Präsentationen zieht er Analogien zum Fall um mp3.com und stützt seine These auf die Entscheidung in Sachen Google Images, nach der es sich nicht um eine Urheberrechtsverletzung, wenn die indexierten Inhalte qualitativ reduziert werden, handele. Natürlich steht der Vortrag unter einer CC-Lizenz.

  • : Die Lizenzierungsstrategie des Microsoft DRM
    Die Lizenzierungsstrategie des Microsoft DRM

    Am Montag fand in London eine Konferenz zu Digital Rights Management statt. Neben Vertretern der Firma Microsoft und anderen Industrie-Playern waren auch Digital Rights Aktivisten wie Cory Doctorow dabei. Cory beschreibt auf BoingBoing die Strategie der Lizenzierung des Microsoft DRMs:

    The bombshell was Amir’s explanation of the reason that his employer charges fees to license its DRM. According to Amir, the fee is not intended to recoup the expenses Microsoft incurred in developing their DRM, or to turn a profit. The intention is to reduce the number of licensors to a manageable level, to lock out „hobbyists“ and other entities that Microsoft doesn’t want to have to trouble itself with.

    Willkommen in der Zukunft…

    Weitere Infos zur Konferenz hat Ian Brown in seinem Blog Blogzilla.

  • : Brenner Studie 2006
    Brenner Studie 2006

    Die Filmförderungsanstalt hat mal wieder eine Brenner-Studie veröffentlicht. Die Studie hat für die Filmindustrie das Ziel, eine Grundlage zu schaffen, „um gemeinsam mit der Politik und der Branche weiter gezielte Gegenmaßnahmen zu formulieren“. Während die Pressemeldung „Bedrohung durch digitalen Diebstahl nimmt weiter zu“ titelt, meldet die Tagesschau: „Raubkopieren wird zum Breitensport“.

    Ein paar Highlights: Die Hälfte der Bevölkerung besitzt mittlerweile einen CD-Brenner. Der typische Kopierer soll männlich und zwischen 20–29 Jahre alt sein. Erfreulich ist, dass die Generation 50plus den Anschluss ans digitale Zeitalter zu finden scheint. (Die Verfasser der Studie werden dies anders sehen) Die Download-Aktivitäten dieser Zielgruppe hat um 180 % zugenommen. Mit dieser Steigerung haben die älteren Mitbürger sogar noch die 10–19 jährigen überholt. Panik ist also angesagt, die Menschen interessieren sich für digitale Kultur, nutzen exzessiv Informationstechnologien und der Untergang des Abendlandes steht bevor.

    Explizit betont die Studie:

    Auf die Frage: „legales oder illegales Brennen?“, kann die aktuelle Brennerstudie keine eindeutige Antwort geben. Die technischen Möglichkeiten, Inhalte legal zu brennen, haben sich seit 2004 deutlich verändert und die bestehende Gesetzeslage lässt sich nicht in jedem Fall mit verlässlicher Sicherheit auf die erhobenen Daten anwenden.

    Die technischen Möglichkeiten, Inhalte legal zu brennen haben sich seit 2004 deutlich verändert. Gesetzesänderungen im Urheberrecht haben die private Kopie bei Umgehung eines Kopierschutzes rechtlich untersagt. Zu einer Veränderung des Verbraucher-Verhaltens hat dies offensichtlich nicht geführt. Jetzt wird die Filmindustrie diese Studie dazu verwenden, bei Politikern und Medien Stimmung für eine Kriminalisierung der Verbraucher zu machen. Und sie werden vermutlich Erfolg haben. Diese Studie zeigt aber, dass neue Wege gesucht werden müssen, Lösungen ohne eine Kriminalisierung zu finden und gleichzeitig Wege, Kreative in einer veränderten und digitalen Welt für ihre Arbeit zu kompensieren. Man schaue sich nur mal die Zahlen an, eine Massenkriminalisierung breiter Bevölkerungsschichten kann ja nicht das Interesse der Regierung sein. Und eine Lösung ist sie schon gar nicht.

    Eine weitere Erkenntnis der Studie:

    Die Bekanntheit der Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“ konnte innerhalb eines Jahres gegenüber Juli 2004 von 18 auf 31 Prozent deutlich gesteigert werden. In der Kernzielgruppe 20 bis 29 Jahre liegt der Wert sogar bei 64 Prozent. Den höchsten Erinnerungswert der Kampagne haben die Werbespots im Kino, im Fernsehen und auf DVD / VHS. Bei allen Kampagnenkennern ist das Unrechtsbewusstsein deutlich stärker ausgeprägt.

  • : Dänemark digitalisiert die Nationalbibliothek
    Dänemark digitalisiert die Nationalbibliothek

    Lobenswerte Sache, die da in Dänemark läuft: das Nationallexikon ist digital verfügbar. Die Dänen sind üblicherweise recht forsch, was Digitalisierungen und generell das Dokumentationswesen angeht. In diesem Fall hat aber nicht die Regierung die digitale Ausgabe veranlasst, sondern eine privat gesponserte Initiative, und der Gyldendal-Verlag hat es umgesetzt. Eine Demoversion ist online (nur als .dmg und .exe). Die Kopenhagener Zeitung schimpft:

    Es kann wundern und enttäuschen, dass die Digitalisierung nicht mit der politischen und ökonomischen Unterstützung der Regierung geschieht, die mit ihrem Kulturkanon und ihrem freien Eintritt für die Museen großen Wert auf eine leichtere Zugänglichkeit zu unserer Kulturgeschichte und zu unserem Kulturerbe gelegt hat.

    Der Kontext kann wohl sein, dass der rechtsliberal-konservativ geprägten Regierung der „größte der möglichen Demokratisierungsschübe innerhalb der Wissensgesellschaft“ suspekt ist, und die Verfügbarmachung der Store Danske Encyklopædi staatlicherseits nicht oben auf der Prioritätenliste stand/steht. Wer besser dänisch kann als ich (das sind vermutlich alle, die zumindest etwas dänisch gelernt haben) und sich auskennt mag das gerne korrigiereren und ergänzen.

    [mit Hilfe des eurotopics-newsletters der Bundeszentrale für Politische Bildung]