Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: Webmontag beginnt!
: Webmontag beginnt! In diesem Moment beginnt der Webmontag in Berlin. Der Laden ist rappelvoll.
Im Moment spricht Jörg Richter über DeepaMehta. Wir werden weiter berichten, was passiert. :)
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: WISO: Haushalte Profile und der Datenschutz
: WISO: Haushalte Profile und der Datenschutz Kommt heute wohl bei WISO im ZDF und ist jetzt schon im Netz: Der Datenschutz hat offenbar Grenzen.
Datensammler erstellen über Haushalte Profile nach dem Grobraster „Arm“ oder „Reich“ und verkaufen die an Unternehmen. ZDF-WISO stellt fest: Mit dem Datenschutz ist es da offenbar nicht weit her.
[via Handakte WebLAWg]
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: IDABC: 5. Ausgabe von Synergy
: IDABC: 5. Ausgabe von Synergy Die 5. Ausgabe von Synergy, der vierteljährlichen Publikation der IDABC („Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Businesses and Citizens“) ist erschienen:
The 5th issue of Synergy analyses how European public bodies may benefit from OSS. Its main actions focus on saving on license costs and potentially on administration and development costs. Collaboration, sharing of ideas and code also constitute an integral part of it. OSS is a software development methodology.
This issue will provide all the useful information for public authorities using or considering the use of OSS alongside existing proprietory solutions, as well as for their private sector partners.
Die Publikation gibt es auch als 1,5MB grosses PDF.
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: Thilo ist nicht alleine zu Haus
: Thilo ist nicht alleine zu Haus Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Dr. Thilo Weichert, wurde vom Innenminister von Schleswig Holstein gerügt. Vorangegangen war eine Kritik am geplanten Polizeigesetz, welches eine Überwachung der Bürger ohne konkreten Anfangsverdacht ermöglichen soll. Nachdem der Innenminister eine Pressemitteilung mit der Überschrift „Thilo allein zu Haus“ veröffentlicht hatte, konterte jetzt das Unabhängige Landeszentrums für Datenschutz mit dem folgenden Bild:

Das Bild gibt es hier in gross.
Irgendwie hatten wir das schonmal mit der Kritik von Innenministern an störenden Datenschützern…
[via Isotopp]
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: Taiwan: Haushaltsplan mit 25% weniger Geld für Microsoft-Produkte
: Taiwan: Haushaltsplan mit 25% weniger Geld für Microsoft-Produkte Das Parlament in Taiwan hat die Regierung aufgefordert, in diesem Jahr 25% weniger für Software des Herstellers Microsoft auszugeben. Damit soll die u.a. Abhängigkeit von nur einem Hersteller verringert werden, wie Techworld berichtet. Derzeit laufen etwa 90% der Rechner in Amtsstuben und Schulen mit Betriebssystemen und Anwendungssoftware aus Redmond (marketwatch.com).
Die Entscheidung vom Freitag stellt einen Zusatz zum Haushaltsplan für 2006 dar, in dem der Regierung auch das Gesamtbudget gekürzt wurde. Gegenüber den 2,3%, um die dieser Posten verringert wurde (auf 1,57 Billarden NT$, etwa 49,3 Milliarden US$), sind die 25% im Bereich von Software ein klares Zeichen gegen die ‚überproportional hohen Ausgaben für Microsoft-Produkte’, wie die Commercial Times berichte.
Der Beschluss lenkt die Aufmerksamkeit auch auf einen nationalen Beschluss von 2002, mit dem Taiwan in den vergangenen zwei Jahren bereits etwa 12 Milliarden NT$ (etwa 353 Millionen US$) einzuparen hoffte. Im Zuge dieses Plans wurden sechs nationale Trainingscenter für Schulungen im Bereich Freier Software eingerichtet, ausgerichtet für 120’000 Teilnehmer. Zusätzlich sollten fast 10’000 Multiplikatoren ausgebildet werden, um Arbeitsumgebungen mit Freier Software und ihre praktische Anwendung vorzubereiten und umzusetzen. Auch heise.de berichtete.
In Asien bekommt Microsoft damit spürbaren Gegenwind: erst im Dezember hatte Südkorea eine kartellrechtliche Strafe von 35 Millionen Euro US$ gegen den Softwarekonzern verhängt. Japan lässt derzeit die Geschäftspraktiken durch die Wettbewerbsbehörde untersuchen, und auch China will den Einsatz von Linux verstärken. Einige der asiatischen Wirtschaftsnationen arbeiten bereits seit Jahren am Asianux-Projekt, auch existieren viele Unternehmungen, die eigene Distributionen entwickeln.
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: Bald ist Transmediale
: Bald ist Transmediale Vom 3.–6. Februar 2006 findet in Berlin die 19. Transmediale statt:
The 19th transmediale festival again explores how art and society are changing under the influence of media and technologies which become more and more dominant in our everyday lives. In contemporary art, digital media like video and electronic networks are now so wide-spread that a strict definition of what constitutes ‘media art’ seems no longer possible. We have therefore decided to alter the subtitle of the festival: transmediale is no longer called ‘international media art festival’, but ‘festival for art and digital culture’. This name is supposed to demonstrate the step away from
the niche of ‘media art’, yet still points to the field of tension between culture and digital technologies, which continues to form the main driving force of the festival. -
: Kaiserslautern überwacht
: Kaiserslautern überwacht Die Stadt Kaiserslautern bereitet sich gerade auf ihre Funktion als WM-Stadt vor. Dafür werden jetzt noch 200 weitere Überwachungskameras installiert, wie Heise berichtet: WM-Stadt Kaiserslautern bereitet sich auf den Überwachungsnotstand vor.
Ob sie die Kameras nach der WM wieder abbauen?
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: Anonym.OS – Anonym surfen mit Live-CD
: Anonym.OS – Anonym surfen mit Live-CD Anonym.OS ist eine neue, auf Open-BSD basierende Live-CD. Der Clou daran ist, dass die Anonymisierungssoftware TOR direkt eingebaut ist. Wenn man von CD bootet und sich mit einem freien WLAN-Netz verbindet, kann man damit anonym surfen. Ich warte ja immer noch darauf, dass Knoppix auch mal TOR default-mässig einbaut. Vielleicht klappt es ja irgendwann?
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: Pro-Irakkrieg bloggen?
: Pro-Irakkrieg bloggen? Die US-Regierung scheint wohl eine PR-Firma engagiert zu haben, welche die Dienstleistung erbringen soll, in der „Blogosphäre“ mehr Beiträge für den Irak-Krieg zu organisieren und somit das Stimmungsbild zu verbessern. Mehr Informationen gibts bei Source-Watch.
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: Morgen ist zweite Abstimmung zum Urheberrecht in Frankreich
: Morgen ist zweite Abstimmung zum Urheberrecht in Frankreich Nach dem überraschenden Votum in der ersten Lesung zur Urheberrechtsmodernisierung in Frankreich steht morgen die zweite und entscheidende Abstimmung an. Erwartungsgemäss werden diesmal mehr als die 58 Abgeordneten beim ersten Wahlgang dabei sein. Bei der Futurezone gibt es einen AFP-Artikel zu den aktuellen Entwicklungen: Urheberrechtsdebatte vor dem Showdown.
Auf Druck des französischen Premierministers Dominique de Villepin soll die Gesetzesvorlage nun deutlich entschärft sein. Geldstrafen in Höhe bis 300000 Euro sollen nur bei Filesharing mit kommerziellem Hintergrund drohen.
Weiters wurde das Recht auf Privatkopien von CDs, DVDs und digitalem Content herausgehoben, die Zahl solle bei fünf Kopien liegen. Der neue Vorschlag sieht auch ein „Verbot“ von Kopierschutztechnologien vor. Im vorausgegangenen Entwurf war die Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen noch illegal gewesen. Es bliebe jedoch weiterhin nicht erlaubt, das Umgehen des Kopierschutzs kommerziell anzubieten oder Anleitungen dafür zu verbreiten.
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob sich ein Fehler in die Agenturmeldung eingeschlichen hat. Denn ein Verbot von Kopierschutztechnologien würde gleichzeitig ein Verbot für DRM bedeuten. Klingt sympathsich, kann aber wohl leider nicht ernst gemeint sein, oder doch?
Einen weiteren Fokus bei den Änderungen gibt es in Fragen der Kompatibilität. Hier scheinen tatsächlich ganz interessante Vorschläge auf dem Tisch zu liegen, wie z.B. dieser:
Eine weitere Anpassung der Vorlage betrifft die Kompatibilität der einzelnen Services und Geräte. Demnach müsse etwa der iTunes Music Store Downloads für alle Musikplayer anbieten, was derzeit nicht der Fall ist. Sollte sich Apple diesem Punkt nicht beugen, könnte der Fall vor dem Kartellrichter landen.
Das würde ganz klar ein Statement für Offene Standards sein und den Druck auf die Hersteller erhöhen, endlich mal konsequent offene Standards, wie beispielsweise MP3 in ihren Online-Stores anzubieten.
Mehr dazu gibt es morgen, ich bin sehr gespannt. Wer noch Artikel zum Showdown in Frankreich findet, bitte in den Kommentaren posten.
Mehr zum Thema:
7. Dezember 2005: Frankreich plant digitale Katastrophe
22. Dezember 2005: Frankreich und Urheberrecht – Franzosen sind cool!
6. Januar 2006: Chirac äussert sich zum Urheberrecht -
: Heute ist Webmontag in Berlin
: Heute ist Webmontag in Berlin Nochmal als kleine Erinnerung: Heute findet ab 19h der erste Webmontag in Berlin bei uns im newthinking store in der Tucholskystr. 48 statt.
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: Fünf Jahre Wikipedia
: Fünf Jahre Wikipedia Herzlichen Glückwunsch: Gestern ist die Wikipedia fünf Jahre alt geworden. Passend dazu gab es einen Artikel bei Heise („It’s a Wiki World – 5 Jahre Wikipedia“) und einen bei Telepolis, wo Torsten Kleinz „Fünf Herausforderungen für die Wikipedia“ beschrieben hat.
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: Studie: Wie ich blogge?!
: Studie: Wie ich blogge?! Vor einiger Zeit wurde von der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ an der Universität Bamberg eine Umfrage durchgeführt. Erste Ergebnisse sind online. Auszüge:
# An der Umfrage „Wie ich blogge?!“ nahmen 5.246 Personen teil, von denen ein Großteil nach dem Schneeballsystem durch Verweise in Weblogs auf die Befragung aufmerksam wurden. Die Ergebnisse können daher keinen Anspruch auf statistische Repräsentativität beanspruchen, erscheinen aber als aussagekräftig für die aktive deutschsprachige Blogosphäre.
# 84 Prozent der Teilnehmer sind aktive Blogger, also Autoren von einem oder mehreren Weblogs. Das soziodemographische Profil dieser Gruppe entspricht in etwa dem von Pioniernutzern neuer Internet-Technologien (hohe formale Bildung; um die 30 Jahre alt; oft noch in einer schulischen oder studentischen Ausbildung), weist aber ein vergleichsweise ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf. Unter den Weblog-Autoren im Teenager-Alter sind Frauen gegenüber Männern sogar deutlich in der Überzahl.
# Etwa 60 Prozent der Autoren führen ihr Weblog bei einem Provider, wobei twoday.net, myBlog.de und blog.de in der Stichprobe am Häufigsten vertreten sind. Unter den Stand-Alone-Systemen dominiert WordPress mit deutlichem Abstand vor Serendipity. Die Zufriedenheit mit der jeweiligen Weblog-Software und einzelnen Aspekten variiert zwar in einzelnen Punkten, ist aber im Großen und Ganzen recht hoch.Die Umfrage ist als PDF verfügbar (27 Seiten).
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: Gesetzgebung (auch) gegen digitale Kreativität
: Gesetzgebung (auch) gegen digitale Kreativität Etwas außerhalb der europäischen Aufmerksamkeit liegt die derzeit heiß diskutierte (und absurde) Sensenbrenner Bill H.R. 4569, auch „Digital Transition Content Security Act of 2005“ genannt (PDF, 35 Seiten). Was einstmals ein Slogan für die Broadcast Flag war, „plugging the analog hole“, bei dem einem das Lachen in Hals steckblieb, würde damit technische wie rechtliche Wirklichkeit, plus Kreativitätsverhinderung. Die Broadcast Flag ist gescheitert, und auch diese Initiative im Dreierpack wird verhindert werden.
Über Importverbote für hardwareseitig kopierschutztechnologie-freie Geräte (siehe heise) und qualitätsbeschränkte analoge Ausgänge hinaus würde ein feuchter Traum der Rechteinhaber wahr. Bizarr und realitätsfern wie nur was, und bereits überholt.
Auch die EFF berichtete über die Sache, teils schon im Dezember. Immer betrifft es auch die ganz gewöhnlichen Möglichkeiten von Technik ‚von der Stange’, die für alle zugänglich ist und großartige Möglichkeiten eröffnet. Techdirt berichtet so:
We’ve talked, repeatedly, about how the power of internet has often been in how it has enabled anyone to become a content creator. It’s no longer about „professionals“ or „amateurs“ because that distinction no longer matters. Unfortunately, this bill tries to bring back that distinction in a major way – and then put up huge barriers for the amateurs.
Die geplanten Verhinderungsmaßnahmen im Klartext: digitale Wasserzeichen (als Platzhalter-Technologie mit Patent: VEIL, bisher u.a. für Spielzeug eingesetzt) und andere Kopierschutztechnologien (broadcast flag-ähnlich: CGMS‑A) müssen von allen Geräten respektiert und die eingebauten Restriktionen eingehalten werden. Analoge Videorekorder können dann keinen geschützen Film mehr abspielen oder aufnehmen. Wenn sie es können sind sie illegal.
Die Ausnahme bilden „professionelle Geräte“. Nur solche dürfen in der Herstellungskette für Inhalte eingesetzt werden. Es müssen ebenfalls alle professionellen Geräte so gekennzeichnet, beworben, verkauft, und ausschließlich mit ihnen professionelle Inhalte hergestellt, bearbeitet und übertragen werden. Und dieses Schema wird auch auf die Nutzer angewendet: „professionelle Geräte“ dürfen nur von authorisierten Personen bedient und verwendet werden.Mindestens einen Haken hat die Sache: die technischen Spezifikationen für die verwendete Kopierschutztechnologie, durch die Patent and Trademark Office (PTO) zu erstellen und einzufordern, gelten nicht für professionelle Geräte. Mit anderen Worten, mit diesen werden immer die betreffenden Inhalte vervielfältigt werden können. Wenn Amateure solche durchaus bezahlbaren Maschinen zu Hauf kaufen, ist dieselbe Technik laut Definition plötzlich nicht mehr durch die Definition gedeckt. Dann darf dieselbe Hardware nicht mehr das tun, wofür sie gebaut und eingesetzt wurde.
Ed Felten von Freedom to Tinker führt weiter aus:
The really interesting thing about the professional device hole is that it makes one provision of the bill utterly impossible to put into practice. For those reading along at home, I’m referring to the robustness rulemaking of section 202(1), which requires the Patent and Trademark Office (PTO) to establish technical requirements that (among other things) “can only with difficulty be defeated or circumvented by use of professional tools or equipment”. But there’s a small problem: professional tools are exempt from the technical requirements.
The robustness requirements, in other words, have to stop professional tools from copying content — and they have to do that, somehow, without regulating what professional tools can do. That, as they say, is a tall order.
Next to impossible, aber mindestens ein Schlag ins Gesicht der Kreativen, die dieser Tage bezahlbares Equipment kaufen können, um ordentliche Qualität herzustellen, mit freien Lizenzen weiterverwerten dürfen was nur irgend geht, und ihre Werke frei verbreiten. Nur professionelle Auftragsarbeiter dürften das dann noch. Mike von Techdirt:
In other words, perhaps the point of this bill isn’t so much to „plug the analog hole“ when it comes to copying unauthorized content (not that it would work anyway), but to try to slow down the somewhat rapid growth of amateur content successfully competing with professional broadcast content.
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: Die Feed Factory von BBC
: Die Feed Factory von BBC Die BBC zeigt auf der Webseite „Feed Factory“, wofür RSS-Feeds gut sind und wie sie funktionieren. Untertitel ist „RSS – Made Really Simple“.
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: Trips in die neue Wirklichkeit: PC und LSD
: Trips in die neue Wirklichkeit: PC und LSD Eben im HR2-Radio und jetzt als Podcast: Trips in die neue Wirklichkeit: PC und LSD
Das menschliche Bewußtsein ist auch nicht mehr was es mal war: alles vernetzt sich, wird virtuell und grenzenlos erweitert.
Es geht um die Schnittstellen zwischen LSD und Cyberculture. Sehr interessant.
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: Nicht ortbare Mobiltelefone (fast)
: Nicht ortbare Mobiltelefone (fast) Wie der Inquirer heute feixend berichtet, werden in den USA Mobiltelfone verkauft, die sich nicht orten lassen. So zumindest lautet die Überschrift einer Meldung, die ABC News zu nächtlicher Zeit verbreitet (und was über BBC auch hier zu empfangen ist).
Natürlich ist das ein Fake, wenn auch unabsichtlich. Kein Mobiltelefon im ordentlichen Handel kann sich unsichtbar machen (außer man schaltet es „hart“ ab). GSM ist ortbar, mindestens bis zur Funkzelle, mit Tricks auch wesentlich genauer. Die Berliner Zeitung Tagesspiegel hatte vor Jahren mal arglos darüber berichtet, als ein Schüler mittels (uralten) Prinzipien der Dreieckspeilung aktive GSM-endgeräte zentimetergenau ortsbestimmen konnte. Webseiten einiger Netzbetreiber bieten eine m.E. harmlose Version davon an: in welcher Funkzelle steckt mein (gestohlenes) Handy? Auch die IMEI dient der eineindeutigen Identifikation. So weit, so einfach. Paul Hayes kommentiert so:
Mostly the phenomenon is informative – in a back-handed sort of way. And we can giggle and squirm at the false sincerity of it all, as Bob hands over to ‚Libby’ who introduces ‚Brad’ and they all seem to indulge in some aural mutual masturbation.
Bob ist der Moderator der Sendung, Libby seine Gesprächspartnerin. Es geht um Handys, die mit Bargeld und wie es scheint ohne weitere Registrierung gekauft werden können. Von bösen Terroristen, die nur übles im Sinn führen.
Of course, this is scary because those buying up these phones in bulk were almost certainly terrorists. You can buy these phones with cash and just disappear with them, warned our on-the-spot reporter from outside a Wal-Mart, or something like it – it was late, so forgive my recall. Then on-the-spot Brad (let’s call him) hands back to gleaming (w)anchorman Bob, who utters something to the effect of: „Wow Brad, that sure is scary.“
Das, was an so einer Meldung Angst macht, ist nicht, dass es tatsächlich nicht ortbare GSM-Endgeräte gäbe (man zeige mir eines). Sondern dass es nachts ausgestrahlt wird, wo doch hierzulande die bizarre Logik eines Kampfes gegen den Terror nicht oft genug entlarvt werden kann.
Herr, wirf Hirn vom Himmel.
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: Vorratsdatenspeicherung – Alles gar nicht so schlimm?
: Vorratsdatenspeicherung – Alles gar nicht so schlimm? Die grosse Koalition im Europaparlament verteidigt den umstrittenen Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherungs-Richtlinie. Heise liegen Schreiben von dem Fraktionsvorsitzenden der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), Herbert Reul, als auch seine Kollegin bei den Sozialdemokratin, Evelyne Gebhardt vor. Darin erklären die Beiden doch tatsächlich, dass wir eigentlich glücklich darüber sein könnten, dass sie bei der Öffnung der „Büchse der Pandora“ mitgeholfen haben und alles gar nicht so schlimm sei: EU-Parlamentarier rechtfertigen massive Telekommunikationsüberwachung.
Reul betrachtet derweil mit dem abgenickten Gesetzesentwurf alle Bedenken der Bürger vor einer langen und untransparenten Vorhaltung ihrer persönlichen Daten für „ausgeräumt“. Es werde sichergestellt, dass nur Sicherheitsbehörden bei der Verfolgung „schwerer Straftaten“ Zugriff auf die Daten hätten und eine eigenständige Datenschutzkontrolle erfolge. Zu möglichen Angriffen durch Cyberkriminelle auf die zentralen Datenberge äußert sich Reul nicht. Gegen Missbrauch der personenbezogenen Informationen könnten Strafen verhängt werden, betont der CDU-Politiker. „Unnötige“ Daten würden nicht gespeichert. Dies sorge dafür, dass „riesige Kosten für die Industrie und hiermit für den Verbraucher nicht entstehen“. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, dass die Inhalte der Telefongespräche sowie der E‑Mails nicht gespeichert werden dürften.
Vermutlich haben sie immer noch nicht verstanden, was sie da genau getan haben.
Gebhardt begründet die Zustimmung zur pauschalen Überwachung zudem mit zwei Vergleichen: So gebe jeder, der heute einen Brief verschicke, damit auch die dazu gehörenden „Verkehrsdaten“ in Form von Absender und Empfänger etwa an den Postboten preis. “
Für mich ist es schon ein kleiner Unterschied, ob ich eine Adresse und Absender auf einen Brief schreibe und der Briefträger diese lesen kann, oder ob diese Verkehrdaten für einige Zeit in unkontrollierbaren Datenbanken gespeichert werden.
Als fast schon „putzig“ kann man die Naivität bei folgender Aussage beschreiben:
Verkehrsdaten würden von den Telcos schon seit langem für Abrechnungszwecke erfasst, hält die sozialdemokratische Wegbereiterin der EU-weiten Vorratsdatenspeicherung in ihrer Antwort fest. Es habe sich herausgestellt, dass diese Informationen „einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung von Straftaten leisten, übrigens auch, wenn es um Alibis, also um Entlastungen geht.“
Wenn ich einen Telefonanschluss bestelle, kreuze ich immer an, dass meine Daten nach Rechnungsstellung gelöscht werden sollen. Dieses Konsumentenrecht habe ich nun nicht mehr, bzw. wird das Ankreuzen nichts mehr bringen. Und das mit den Alibis finde ich schon merkwürdig. Wie soll denn das mit den Verkehrsdaten und dem Alibi funktionieren, wenn die Inhalte nicht mitgeschnitten werden? Die Verkehrsdaten bringen wenig für ein Alibi, da kann höchstens festgestellt werden, wo das Handy zum Tatzeitpunkt war, aber beispielsweise nicht, dass der Verdächtigte dabei war.
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: Zensur in China und DRM in der EU
: Zensur in China und DRM in der EU Unsere EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, war in China und beklagte laut dpa/Heise die Zensur dort. Dies ist ja erstmal ein erfreuliches Signal, dass die EU das Thema Zensur Ernst nimmt. Verwundert bin ich nur über die Zitate, die das Statement untermauern:
„Sie schämen sich nicht für die Zensur.“ Während sich die Europäische Union darum sorge, dass ihre Bürger vor Kontrolle im Internet geschützt werden müssten, gehe es in China um den Schutz der Regierung vor dem Internet. „Wir sprechen nicht die gleiche Sprache“, sagte Reding. „Für sie ist es eine ganz normale Verhaltenweise.“
…
Was die Zukunft des Internet angehe, stehe die EU „nicht auf der Seite Pekings“. Aus europäischer Sicht solle das Internet niemandem gehören. „Niemand kontrolliert den Inhalt bislang, außer die Diktatoren dieser Welt“, sagte Reding. „Unser Ziel ist der freie Zugang zu Informationen in der Welt.“
Die Statements klingen ein wenig merkwürdig und wenig glaubwürdig, wenn man sich die Betrebungen der EU anschaut, Digital Restriction Management – Systeme zur Kontrolle der Inhalte zu fördern, in einen rechtlichen Gesetzesrahmen zu bringen (EU-Copyright-Directive) und ebenfalls die Durchsetzung der monopolisierten Inhalte durch entsprechende Richtlinien zu begleiten.
Was bleibt vom „Free Flow of informations“ übrig, wenn erstmal eine Trusted DRM-Infrastruktur der Rechteinhaber neue Oligopole schafft und das freie Internet zur Seite drängt?


