Demokratie
Digitale Demokratie, politische Kommunikation, e‑Government, Wahlen & Wahlkampf, Lobbyismus, Campaigning, soziale Bewegungen & Protest.
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: e‑participation.net ist gestartet
: e‑participation.net ist gestartet Politik-Digital und das British Council Germany haben die Plattform e‑participation.net gestartet.
Der British Council und politik-digital.de haben am 21. Mai 2007 in Berlin die englischsprachige Website www.e‑participation.net freigeschaltet. Auf dieser Website werden Online-Projekte vorgestellt, mit denen Bürger und Institutionen eine bessere politische Beteiligung erreichen wollen.
Die Datenbank soll durch redaktionelle Arbeit und die Beiträge der Nutzerinnen und Nutzer weiter wachsen und ein möglichst breites Bild der e‑Participation-Landschaft liefern. Sie startet mit 150 Beispielen aus dem Vereinigten Königreich und Deutschland, soll aber durchaus auch Projekten aus weiteren Ländern aufnehmen. Ziel des Projekts ist die Ermutigung von internetbasierten Beteiligungsprojekten und das Sichtbarmachen von Projekten, die oft unberechtigterweise ein Nischendasein führen.
Ich trag mal netzpolitik.org ein. Bleibt die Seite eigentlich auf englisch?
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: Mehr Ogg wagen
: Mehr Ogg wagen Die Free Software Foundation macht gerade eine kleine Kampagne zur Verbreitung des freundlichen und nachhaltigen Medienformates „Ogg Vorbis“: Play Ogg!
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: CCC-Camp Call for Participation läuft am Wochenende aus
: CCC-Camp Call for Participation läuft am Wochenende aus Der Call for Participation für das CCC-Camp läuft am Wochenende aus. Ich hab zwei Sachen vorgeschlagen:
In „23 ways to fight for your rights“ wollen Ralf Bendrath, Matthias Mehldau und ich 23 verschiedene Wege aufzeigen, wie sich jeder individuell für den Erhalt und Ausbau von Bürgerrechten im digitalen Raum einsetzen kann.
Ein weiterer Vorschlag trägt den Titel „Wie kann man das Netz für Aktivismus nutzen? – Greenpeace meets Netzpolitik“ (Alternativer Titel wäre „activism.de“). Mit Volker Gaßner von Greenpeace würde ich gerne über Parallelen von Greenpeace und unserer Arbeit reden, über Gemeinsamkeiten und was man voneinander lernen kann. Wir von Greenpeace die coolen Aktionen und Greenpeace von uns, wie man das Netz kreativ einsetzen kann. Am liebsten würden wir daraus einen grösseren Workshop machen mit viel Zuhörereinbindung und uns ausgiebig über Tools und Strategien austauschen.
Mal schauen, ob beides angenommen wird.
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: Stasi 2.0 trifft Wahlkampf-Schäuble in Bremen
: Stasi 2.0 trifft Wahlkampf-Schäuble in Bremen In Bremen sind ja am Sonntag Landtagswahlen, und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble war vorgestern nochmal kurz da, um Stimmung für die CDU zu machen. Vorher hatte er auf einer CDU-Veranstaltung zur
Abschaffung der letzten Bürgerrechteinneren Sicherheit in Hamburg noch einmal klar gemacht, dass er für den Bundestrojaner und gegen die Verfassung ist.Auch in Bremen regt sich dagegen der Widerstand. Zunächst waren über Nacht an lustigen Stellen in der ganzen Stadt die bekannten „Stasi 2.0“-Logos aufgetaucht.

Sogar die CDU Bremen machte unfreiwillig Wahlkampf mit den Überwachngsplänen ihres Bundesinnenministers.

Und zum guten Schluss gab es am Tag des Wahlkampfauftrittes eine kleine Aktion des CCC Bremen in der Innenstadt und vor dem Veranstaltungsgebäude.

Fazit: Wenig Aufwand, viel Spaß, Sympathiebekundungen von Passanten, und auch noch einige Erwähnungen in den lokalen Medien. Mehr Bilder, die Pressemitteilung und das Flugblatt gibt es hier. Gestern war übrigens auch noch eine ähnliche Aktion in Dresden.
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: I love your data
: I love your data Nico von Jackpotbaby hat eine weitere Schäublone produziert: Bundesinnenminister goes wild. Gefällt mir.

Die Schäublone gibt es in den folgenden Formaten zum herunterladen, ausdrucken und ggf. weiterbearbeiten: JPG, EPS, AI, SVG
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: Warner Music Wake Up Call
: Warner Music Wake Up Call Die Anti-DRM – Kampagne DefectivebyDesign hat eine kleine Aktion gestartet, um den Musik-Major Warner Brothers davon zu überzeugen, zukünftig auch DRM-freie Musik zum Verkauf anzubieten. Passenderweise finden sich die Telefonnummern von verschiedenen WB-Managern auf der Webseite zum bequemen kontaktieren.
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: Dataloo im Interview
: Dataloo im Interview Dirk von Gehlen hat bei jetzt.de ein Interview mit Dirk und Mac von Dataloo zu „Stasi 2.0: Widerstand mit Schäublone gegen den Bundesinnenminister“ gemacht.
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: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.
: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand. Die Nachfolger zur „Stasi 2.0“-Schablone sind da: Die beiden Blogs Dataloo und Fontblog haben grafische Vorlagen von mehr Politikern geschaffen, dazu einen Font wieterentwickelt und alles unter einer Creative Commons Lizenz online gestellt: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.

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: IPRED2 morgen im EU-Parlament
: IPRED2 morgen im EU-Parlament Morgen ist die Abstimmung über die IPRED2 im EU-Parlament. Im Vorfeld gab es die erste Lesung. Heise berichtet über die Diskussion: Strafvorschriften zum Schutz geistigen Eigentums in der EU weiter umstritten.
Eine Kriminalisierung des Austauschs von Kultur, so wetterte der Vertreter der spanischen Grünen, David Hammerstein Mintz, sei mit dem Industrieausschuss nicht zu machen. Kriminelle und Bürger dürften nicht einfach auf die gleiche Stufe gestellt werden. Genau das aber drohe, würde der von der Kommission vorgelegte Richtlinienentwurf nicht klar beschränkt. Für viele Parlamentarier ist es unabdingbar, das private Kopieren ohne Gewinnabsicht auszunehmen. So wird es nun auch in erster Lesung von Zingaretti als Kompromiss vorgeschlagen. Ebenso sollen Patente explizit aus den Strafrechtsvorschriften herausgenommen werden. Die Kommission ist aber laut EU-Kommissar Günther Verheugen über die vom Parlament gemachten Einschränkungen bei der Definition des Geistigen Eigentums „nicht glücklich“. Die Kommission trete für die Einbeziehung von Patenten ein. Der vom Parlament vorgeschlagene Erhalt von Spielräumen für die Mitgliedsstaaten könne darüber hinaus erneut zu Rechtsunsicherheit führen.
Interessant ist natürlich, dass der SPD-EU-Kommissar Verheugennicht glücklich ist, dass Patentverletzungen vone einer Strafbarkeit ausgenommen werden sollen. Seine Initaitiven etwas weiter gesponnen könnte ein solcher Weg allerdings Programmierer in den Knast bringen, wenn denn doch irgendwie Softwarepatente durch die Hintertür eingeführt werden können. Verheugen´ s Verwaltung hätte dies ja gerne.
Die Free Software Foundation Europe hat sich auch in einem offenen Brief an die Abgeordneten des EU-Parlaments gewandt:
Die FSFE würde Sie gerne auf einen Vorschlag für eine Richtlinie hinweisen, über welchen in der nächsten Plenarsitzung abgestimmt wird. KOM(2006)168 kriminalisiert viele gesellschaftlich sinnvolle und legitime Anwendungen von Technologien und würde Bürokratie, Rechtsunsicherheit und Furcht erzeugen, wodurch die Fähigkeit der europäischen Bürger und Unternehmen, an der Informationsgesellschaft teilzuhaben, eingeschränkt würde. Dies macht die Vorteile des Fortschritts in der Computertechnologie zunichte, der es für alle immer leichter macht, an der Erstellung und Verbreitung von Software und Information mitzuwirken.
Auch die Futurezone berichtet: Streit über EU-Richtlinie zu Produktpiraterie.
Uneinigkeit herrschte jedoch über eine klare Definition darüber, wer sich wodurch strafbar macht. So wurde etwa darüber gestritten, ob es mit Hilfe der EU-Richtlinie auch möglich sein soll, Konsumenten und Enduser strafrechtlich zu belangen. Die im Entwurf festgeschriebene Definition des „gewerblichen Umfangs“ [„Commercial Scale“] lässt diese Interpretation durchaus zu. Damit könnten auch im privaten Rahmen begangene Urheberrechtsverletzungen strafrechtlich verfolgt werden, da eine Absicht zur Gewinnerzielung für die strafrechtliche Verfolgung nicht nachgewiesen werden muss.
Golem: EU-Parlament: Tauschbörsen-Nutzern drohen Haftstrafen.
Zur Rechtfertigung des Richtlinien-Entwurfs verweist die EU-Kommission neben dem Kampf gegen Piraterie und Organisiertes Verbrechen, den Schutz der Verbraucher vor gefährlichen Produktfälschungen und die Notwendigkeit der Harmonisierung von nationalen Strafrechtsvorschriften auf Artikel 17 (2) der EU-Grundrechtecharta, der den Schutz des geistigen Eigentums zum Inhalt hat: „Geistiges Eigentum wird geschützt“. Die Berücksichtigung des öffentlichen Interesses ist in Artikel 17 (2) nicht ausdrücklich vorgesehen. Das Max-Planck-Institut für geistiges Eigentum weist in seiner Stellungnahme zu den EU-Plänen darauf hin, dass „ein unbegrenzter Schutz den Verpflichtungen aus dem TRIPS-Abkommen widersprechen würde, die ebenfalls fordern, das Interesse der Öffentlichkeit zu berücksichtigen“.
Die Berliner Europa-Abgeordnete Sylvia-Yvonne Kaufmann (Die Linke) macht Hoffnungen auf einen adäquaten Änderungsantrag:
„Es zeichnet sich jedoch ab, dass durch voraussichtlich mehrheitsfähige Änderungsanträge Handlungen privater Nutzer für persönliche und nicht gewinnorientierte Zwecke von „gewerblichem Umfang“ nach Art. 3 explizit ausgenommen werden. Von daher hoffe ich, dass Ihre Hauptbedenken mit der Plenumsentscheidung aus dem Weg geräumt werden können.“
Jetzt informieren: Copycrime.eu (englisch).
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: Was hat mein Repräsentant gesagt? Was hat er eigentlich sagen wollen?
: Was hat mein Repräsentant gesagt? Was hat er eigentlich sagen wollen? Heute früh im Radio1 gehört, erst jetzt komme ich zum kommentieren: in der Sendereihe World Wide Wagner reisen Journalisten um die Welt und interviewen Blogger, Internetuser, geekige Startups, und so weiter. Als Appetithappen zum ersten Kaffee am Morgen durchaus zu empfehlen.
Heute wurde click.tv präsentiert, eine Firma aus San Francisco, die folgendes macht: sie synchronisiert die Reden, die die Abgeordneten gehalten haben, mit den zugehörigen Manuskripten, und blenden den Text passend in das Bild ein. Das hat den Effekt, dass man mit textbasierter Suche die Stelle im Video findet, manchmal kann das nützlich sein. Man sieht ja meist ganz gut, ob ein Satz nebensächlich gemeint war oder besonders auffällig betont wurde. Ganz nebenbei kriegt man leicht mit, welche Partei, welcher Abgeordneter sich zu einem bestimmten Thema überhaupt geäußert hat. Transparenz für Netizens, und besser als die Übertragungen auf Mittelwelle.
Das Beispielvideo funktioniert so: wie üblich steht im Flashplayer-Fenster rechts unten die Laufzeit des Videos, und unten drunter dann die Textfassung. Wenn man nichts gesprochen wird, dann gibts einfach keinen zugeordneten Text. Auf der Webseite gibts Demofilmchen. Reden aus dem Kongress habe ich nicht gefunden, aber immerhin in den Nachrichten ein 53 Minuten langes Video. Unter dem Videofenster kann man direkt per Textfeld z.B. nach „Freedom“ suchen und bekommt 4 Treffer – jedes Kommentarfeld ist klickbar und man springt zu entsprechenden Stelle im Video. Sowas brauchen wir auch in Deutschland.
Der wie ich fand interessanteste Aspekt der Anwendung war, dass sie sich für die Untertitelung der Reden Mühe geben und die offiziellen Redeprotokolle aus der Kongressverwaltung verwenden – die sehr viel mehr Text enthalten als die Manuskripte selbst. Der Grund ist, dass wie in Deutschland die Abgeordneten den mitgeschriebenen Text revidieren können und fleißig Text zu den Parlamentsprotokollen nachlegen – zu Themen, die sie so tatsächlich gar nicht oder nicht so ausführlich im Kongress angesprochen haben. In Deutschland geht das im Prinzip auch, wenn ich mich recht erinnere. Bloß wird das wohl nicht so ausgiebig benutzt, zumindest in den Landtagen nicht. Kennt sich da jemand aus?
Man kann die Radiosendungen im unfreien RealMedia-Format anhören. (Immerhin erwähnt die FAQ auch einen alternativen Player.)
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: Wahlcomputer bei der Wahl in Frankreich
: Wahlcomputer bei der Wahl in Frankreich Ca. 1,5 Millionen der insgesamt 44,5 Millionen wahlberechtigten Franzosen hatten gestern das Vergnügen, ihre Stimme elektronisch abzugeben. Passenderweise gab es meist nur einen Wahlcomputer in den Wahllokalen, statt 4–5 Wahlkabinen: Elektronische Wahlmaschinen sorgen für Verdruss in Frankreich.
Bei Wartezeiten von bis zu einer Stunde seien zahlreiche Wahlberechtigte wieder unverrichteter Dinge abgezogen, beschreibt AFP die Situation vor Ort. Vor allem ältere Leute hätten häufig nicht verstanden, wie sie die Maschinen bedienen müssten. Eingesetzt wurden elektronische Wahlmaschinen in insgesamt 82 französischen Gemeinden, darunter Le Havre, Brest, Mülhausen, Amiens und der Pariser Vorstadt Issy-les-Moulineaux. Ein Politiker der linken Partei MRC aus dem Großraum Paris habe wegen der Probleme noch am Sonntag Beschwerde beim französischen Verfassungsrat eingereicht, hieß es.
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: Wahlkampf in Frankreich
: Wahlkampf in Frankreich Gestern gabs ja Wahlen in Frankreich. Focus beleutet daher heute „Frankreichs virtuelle Wahlkämpfer“. Spassig ist vor allem die Aussage: „Die Parteien verweisen auf mehrere Tausend Besucher, die täglich in ihren „Second Life“-Zentralen vorbeikommen.“ Tolle PR, das übernimmt man gerne. Allerdings frage ich mich, ob sich fast jeder SecondLife-Besucher für den französischen Wahlkampf interessiert. Als ich das letzte Mal US-amerikanische Wahlkampfruinen besuchte, waren die Avatare-leer. Noch nicht mal Praktikanten wollten mit mir chatten. Aber irgendwie muss man ja die teuren Ausgaben für die Bauruinen dort vermitteln.
Ansonsten gibt es noch diese schöne Visualisierung der französichen Politik-Blogs und ihre Vernetzung untereinander, die ich bei Wortfeld gefunden habe. ich verstehe zwar visuell, was da abgebildet wird, würde mich aber auch über mehr Informationen in einer anderen Sprache freuen.
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: Aktion: Kontaktiert Europaparlamentarier um die Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern zu verhindern
: Aktion: Kontaktiert Europaparlamentarier um die Kriminalisierung von Tauschbörsennutzern zu verhindern ### Update: Abstimmung ist wohl erst am Mittwoch!!! Es bleibt also noch ein weiterer Zeit zum Kontaktieren von Abgeordneten! ###
Über die nahende Abstimmung im EU-Parlament für die Fortsetzung der EU-Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums (IPRED2) hatte ich erst letzte Woche im Rahmen der copycrime-Kampagne geschrieben. Nun gibt es eine europaweite Aktion, um am Wochenende und am kommenden Montag noch viele EU-Parlamentarier davon zu überzeugen, für Verbraucher- und Bürgerrechte zu stimmen. Extrem kurz zusammengefasst hat die Musik- und Filmindustrie im Moment nur die Möglichkeit, Tauschbörsennutzer pleite zu klagen. Aber das reicht nicht. Wenn diese Richtlinie in deren Sinne durchkommt, dann kann man für das Brennen von CDs oder das nicht-kommerzielle tauschen von Kulturgütern in den Knast kommen. Im Gegensatz zum Bundestag bringt es was, auf EU-Ebene Abgeordnete aller Parteien zu kontaktieren. Diese unterliegen weitgehend keinem Fraktionszwang und entscheiden mehr oder weniger frei. Fairsharing hat den folgenden Aufruf von EFF-Europe und FFII ins deutsche übersetzt:
Filesharer aufgepasst: Das EU-Parlament droht Euch mit Knast. Macht mit und wehrt Euch!
Während in Deutschland noch über die Umsetzung einiger EU-Richtlinien im Urheberrechtsbereich diskutiert wird, zimmert man in Brüssel schon an der nächsten: Am kommenden Dienstag, den 24.04.2007 soll das EU-Parlament die so genannte zweite Richtlinie zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte (IPRED2) beschließen und so europaweit strafrechtliche Bestimmungen für die Verletzung von Urheberrechten und anderen geistigen Eigentumsrechten einführen.
Nutzt das Wochenende und fordert das Mitglied des Europäischen Parlamentes das Euch in Brüssel vertritt auf, die Richtlinie abzulehnen oder den Änderungsantrag der Koalition aus Büchereien, Verbraucherschutzorganisationen und ErfinderInnen zu unterstützen (s.u.).
*** Was ist neu an der zweiten Durchsetzungs-Richtlinie und warum ist das schlecht? ***
Die Anwendung von Strafrecht auf die Verletzung von Urheberrechten ist in Deutschland nicht neu. Schon jetzt können hier sogenannteRaubkopiererInnen, die ihre „Beute“ gewerblich vertreiben, für mehrere Jahre hinter Gittern landen. Neu wäre aber, wie es der derzeitige Entwurf der Zweiten Durchsetzungs-Richtlinie vorsieht, dass diese Androhung von Strafe auch auf nicht kommerziell handelnde Piraten / RaubkopiererInnen ausdehnen würde, also z.B. auch auf Menschen, die ganz privat in Tauschbörsen Musikdateien tauschen. Wird man in Zukunft beim Tauschen im Netz erwischt, würde es bedeuten, dass nicht mehr wie bisher „lediglich“ eine Geldstrafe droht, die man eventuell dem „geschädigten“ Unternehmen zahlen muss, sondern obendrein noch Freiheitsstrafen bzw. Geldstrafen drohen, die dann vom Staat zusätzlich eingefordert werden.
*** Konkret enthält der Entwurf folgende Schwächen: ***
1.Die Definitionen im derzeitigen Entwurf sind derart ungenau, dass sie das private Tauschen in Internettauschbörsen mit erfassen könnten. Niemand ist sich da so genau sicher. Wir fordern klare Definitionen, die rein privates Handeln, also nicht auf das Erzielen von Profit ausgerichtete Tätigkeiten, explizit von strafrechtlicher Verfolgung ausschließen.
2.Der jetzige Entwurf droht Dritte haftbar zu machen, wenn mit den von ihnen angebotenen Techniken Urheberrechtsverletzungen begangen werden und würde dafür ebenfalls strafrechtliche Bestimmungen einführen (Artikel 3 IPRED2). Das trifft z.B. Internet-Service Provider, die künftig P2P-Netzwerkdiensteschneller sperren werden, um der potentiellen Strafe zu entgehen. Ebenso wird es Programmierer treffen, die neue P2P-Software kreieren oder die Betreiber von Internetseiten wie YouTube. Insgesamt würde die Richtlinie so auf die Entstehung und Verbreitung von Innovationen abschreckend wirken und diese be- oder gar verhindern.
3.Der Entwurf enthält derart schwammig formulierte Definitionen, dass er mehr Rechtsunsicherheit schafft als er beseitigt. Dadurch ist er nicht geeignet, gerade in einem Bereich, der für VerbraucherInnen derzeit schon sehr unübersichtlich ist, mehr Rechtssicherheit zu liefern, sondern würde gerade im Gegenteil zu noch größerer Unsicherheit führen.
Gestern hat sich auf europäischer Ebene ein Bündnis aus Büchereien, VerbraucherschützerInnen und ErfinderInnen entschlossen, gemeinsam einen Änderungsantrag an das Europäische Parlament zu stellen (zum Text des Änderungsvorschlags: http://www.copycrime.eu/amendments/).
Helft mit und fordert Euren Europaparlamentarier auf, diesen Antrag zu unterstützen oder die Richtlinie ganz abzulehnen.
ES IST SEHR WICHTIG, DASS IHR JETZT REAGIERT. Die Europaparlamentarier brechen bereits zu ihrer Reise von Brüssel nach Straßburg auf, wo sie am 24. April 2007 den Änderungsanträgen zur Zweiten Durchsetzungs-Richtlinie (IPRED2) zustimmen sollen.
Schreibt, was das Zeug hält. Erzählt Eurem Abgeordneten, wer ihr seid, warum ihr Euch an ihn wendet. Erzählt ihm, dass ihr nicht für die Nutzung einer neuen Technik mit Gefängnis bedroht werden möchtet. Fragt ihn oder sie, wie ihr die Richtlinie verstehen sollt, wenn das noch nicht mal die Fachleute schaffen und fragt sie, ob sie wirklich meinen, dass das private Tauschen von Musik im Internet mit Gefängnis bestraft werden sollte. Weist sie außerdem daraufhin, dass es Alternativen zur Kriminalisierung von TauschbörssennutzerInnen gibt, z.B. die Kulturflatrate.
WIE AUCH IMMMER IHR EUREN UNWILLEN BEGRÜNDET, FOLGENDES SOLLTE MIT REIN:
Fordert ihn oder sie auf, ENTWEDER FÜR DEN ÄNDERUNGSANTRAG des Bündnisses von Büchereien, Verbraucherschutzorganisationen und Erfinderinnen“ (the librarians’, consumers’ and innovators’ coalition amendments) zu stimmen ODER DIE VORLAGE IM GANZEN ABZULEHNEN.
*** An wen genau schreibe ich? ***
Am effektivsten ist es, wenn ihr die Abgeordneten aus Eurem Bundesland anschreibt, anruft, anfaxt. Dazu könnt ihr hier herausfinden, wer Euch vertritt. Notiert Euch den Namen und sucht unter dieser Adresse die Kontaktdaten heraus, damit ihr sicher geht, dass ihr sie auch im Büro in Brüssel bzw. Straßburg erreicht.
Schickt Eure Mitteilung
* an das BRÜSSELER BÜRO des jeweiligen Abgeordneten vor Montag, dem 23. April
* an das STRASSBURGER BÜRO nach Montag, dem 23. April.Wenn eine Mail an einen der Europaabgeordneten rausgeht, wäre es klasse, wenn ihr sie auch an uns weiterleiten könntet, damit wir ungefähr wissen, wie viele Personen sich beteiligt haben. Auch auf die Antworten sind wir sehr gespannt, ebenso hier wäre die Weiterleitung an uns toll.
Die Electronic Frontier Foundation Europe (EFF Europe) hat eine Webseite zur Information von EU-Parlamentariern gemacht, auf der es viele weitere Informationen zu diesem Thema gibt: www.copycrime.eu. Auch der Förderverein für eine Freie Informationsinfrastruktur (FFII) hält jede Menge Infos bereit.
EFF und FFII haben zu dieser Aktion aufgerufen, die vom FairSharing Netzwerk unterstützt wird.
Bei Heise gibt es weitere Informationen: Zivilgesellschaft will Strafvorschriften zum Schutz geistigen Eigentums entschärfen.
Mehrere Nichtregierungs-Organisationen haben eine Reihe von Änderungsvorschlägen (PDF-Datei) für die geplante EU-Richtlinie zur strafrechtlichen Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte vorgelegt, um eine weitgehende Kriminalisierung von Nutzern und die Schaffung „vager neuer Urheberrechtsverbrechen“ zu verhindern. „Der Entwurf ist schlecht“, warnen die Verbände aus den Bereichen Verbraucherschutz, Bibliotheken und Hightech-Wirtschaft in einem gleichzeitig an die Abgeordneten des EU-Parlaments versandten offenen Brief (PDF-Datei). Das Gesetzesvorhaben würde „Millionen junger Europäer bekämpfen“. Da die Definitionen für neue Straftaten sehr weit gefasst seien, würden sie allgemein „eine Bedrohung für die Bürgerrechte“ darstellen. „Strafrecht muss klar sein, um fair zu sein“, erklärte der Europa-Koordinator der US-Vereinigung Electronic Frontier Foundation (EFF) anlässlich der Veröffentlichung des Schreibens. Der Richtlinienentwurf sei beides nicht.
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: Stasi 2.0 in Saarbrücken
: Stasi 2.0 in Saarbrücken An der Universität in Saarbrücken wurde das „Stasi 2.0″-Motiv fleissig in die analoge Welt übertragen:

Nils hat in einer Flickr-Galerie noch viel mehr Bilder vom Ort des Geschehens gemacht.
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: Opposition für Vorratsdatenspeicherung (in Korea)
: Opposition für Vorratsdatenspeicherung (in Korea) Seltsame Welt: während hier die Opposition zumindest hörbar gegen den Wolfgang-Katalog wettert, ist die Welt in Südkorea verdreht. Dort diskutiert die Nationalversammlung offenbar demnächst ein sehr ähnliches Vorhaben. Die Opposition ist sich nicht zu schade, einen eigenen Gesetzentwurf für weitreichende Vorratsdatenspeicherung erstellen.
The South Korean Parliament is discussing a dangerous revision of the „Protection of Communications Secrets Act“ on April 26. The revision would legally enforce telecommunications companies and internet service providers (ISPs) to retain ‚communications data’ for at least three months to one year and would require mobile phone service providers to redesign their networks to permit wiretapping. Currently, data retention is voluntary.
Communication data includes the following:
12 month retention3 month retention
– date and time of user’s telecommunication
– date and time of the start (or end) of the connection session
– telephone numbers of caller and receiver
– location information for telecommunications base station to confirm the location of network access
– communications data for use of and access to the internet or log-files of internet user
– information to trace or confirm the location of a user’s equipment used to access a network or the internetWe are concerned that this revision will severely jeopardise the Korean’s people’s right to privacy and freedom of expression, and therefore support their actions against this legislation, request that the parliament halt the revision process and conduct a public hearing or consultation to solicit the opinions of the public, including those of civil society and human rights organisations.
Dasselbe steht uns bevor, wenn es weitergeht. Die Hintergrundinformationen könnten von hierzulande stammen, auch das Argument in Bezug auf 1984. Eine Blog-Kampagne ist unterwegs, und wer koreanisch kann wird bei blog.jinbo.net/1984/ fündig.
[via apc.org]
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: Copycrime.eu: Kampagne gegen die IPRED2
: Copycrime.eu: Kampagne gegen die IPRED2 Während im Bundestag noch über die EU-Richtlinie zur Durchsetzung von Geistigen Eigentumsrechten (IPRED) verhandelt wird (Das ist die mit evtl. 50 Euro gedeckelten Abmahnkosten), gibts auf EU-Ebene seit einigen Monaten schon längst die Debatte um eine Erweiterung. Diese läuft unter dem Namen IPRED2 und soll einige Dinge ändern, was einige Kreise aus politischen Gründen in der ersten Runde nicht durchbekamen. Diese Debatte hat wiederum Einfluss auf viele andere Dinge. In der ersten Version gab es zivilrechtliche Sanktionsmassnahmen gegen „Produktpiraten“. Das können kommerzielle Produktfälscher sein (Organisierte Kriminalität), aber auch Nutzer von Tauschbörsen. Grund sind bewusst fehlerhafte und ungenaue Formulierungen. Das bekommt man natürlich auch besser hin – wenn man es will. Die zweite Version soll aus zivilrechtlichen Sanktionen gleich strafrechtliche Mittel machen. Das freut die Musik- und Filmindustrie und die CDU/CSU, weil man dann z.B. an die Verbindungsdaten der Vorratsdatenspeicherung herankommt. Und Filesharer leichter in den Knast zu bringen sind und nicht nur pleite geklagt werden können.
Da die EU-Richtlinie noch in der Diskussion ist, kann man sich noch dafür einsetzen, dass wenige Knackpunkte zu Gunsten von Verbraucher- und Bürgerrechten verbessert werden. Die EFF-Europe hat dazu eine kleine englisch-sprachige Webseite aufgesetzt: Copycrime.eu.
On April 24th, the European Parliament will vote on IPRED2, the Second Intellectual Property Enforcement Directive. With one stroke, they risk turning thousands of innocent EU citizens and businesses into copycriminals. Only you can stop them. Sign our petition now!
Dort kann man eine Petition unterschreiben und bekommt detaillierte Informationen, was man den eigenen EU-Parlamentarierer per Brief, Fax, Telefon oder Mail noch mitteilen sollte. Im Gegensatz zum Bundestag ist sowas auf EU-Ebene deutlich wirkungsvoller, wie wir damals schon bei der Debatte um Softwarepatente feststellen konnten. Um Softwarepatente geht es bei dieser Richtlinie übrigens auch wieder. Also: Informiert Euch und macht mit!
Detaillierte Informationen finden sich auch beim FFII zu dieser Richtlinie.
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: Vorratsdatenspeicherung im Kabinett beschlossen – Mitglieder von SPD, CDU und CSU dagegen
: Vorratsdatenspeicherung im Kabinett beschlossen – Mitglieder von SPD, CDU und CSU dagegen Das Bundeskabinett hat heute Vormittag den Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung abgenickt. Jetzt geht er in den Bundestag. Die Versuche der Journalistenverbände, in letzter Minute noch einen Informandenschutz reinzudrücken, haben auch nichts mehr gebracht (und hätten wegen der mehrfach redundanten Speicherung auch nicht funktioniert, aber das ist ein anderes Thema).
Justizministerin Zypries wollte ja in den letzten Tagen gern als Bremserin von Überwachungsminister Schäuble da stehen, aber dies hier ist ihr Projekt. Sie macht sich ganz gut als Wahrheitsministerin, wenn sie im ARD Morgenmagazin heute erklärt, dass es damit einen „Ausbau der Bürgerrechte“ gibt. Wieso ist sie dann eigentlich noch so gegen die „Speicherung von Fingerabdrücken auf Vorrat“ (O‑Ton Zypries dort)? In den Augen der Bundesregierung sind wir jetzt ja ohnehin alle potenzielle Verbrecher. Eine gute Antwort gibt es dort auch von Thilo Weichert, dem Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein.
Damit verlagert sich das Überwachungsvorhaben aus dem kleinen Kreis der Bundesregierung in die Breite der Fraktionen im Bundestag. Dazu gibt es aktuell eine sehr passende Kampagne: „SPD, CDU und CSU gegen Vorratsdatenspeicherung“.
Mitglieder, Mandatsträger und Untergliederungen der Volksparteien SPD, CDU und CSU sollen sich öffentlich gegen die „drohende Zwangsspeicherung des Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung“ aussprechen. Der Virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) unterstützt den Aufruf bereits.
Also: Spread the word, und jetzt nicht aufgeben! Im Bundestag rumort es schon ziemlich bei diesem Thema, nach dem was man so hört und liest.
Update 1: Gerade bei Rabenhorst eine schöne Zusammenfassung gefunden, die nochmal auf den Punkt bringt, um was es hier geht:
Auch wenn die Vorratsdatenspeicherung und ihre Konsequenzen schon x‑mal Thema im Weblog war, an dieser Stelle anlässlich der „Beratungen“ eine kurze Aufstellung der Daten und Informationen, die sich die Bundesregierung und ihre Sicherheitsorgane von jedem über die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht für sechs Monate von Festnetz- und Mobilfunkanbietern, Internetzugansgprovidern, E‑Mail Dienstenanbietern und Anbietern von Anonymisierungsdiensten auf Halde legen lassen will:
- Deine Telefon- bzw. Handynummer, die im Falle von VoIP die SIP-Nummer wäre und die aller Freunde und Freundinnen, Bekannten, Arbeitskollegen, Schul- und Studienfreunde und anderer Personen, mit denen Du per Telefon, Handy und VoIP sprichst und zum Beispiel SMS austauschst. Benutzt Du VoIP, auch Deine jeweilige IP-Adresse.
- Wann und wie lange Du mit Deinen Kontakten kommunizierst.
- Welche Übermittlungsdienste Deines Telefonieanbieters Du benutzt.
- Deinen ungefähren Aufenthalt und den Deiner Kontakte über die Funkzellen, wenn Du mit dem Handy unterwegs bist.
- Die IMSI und IMEI Nummern der verwendeten Handys
- Deine E‑Mail und IP Adresse sowie Kunden- und Kontendaten bei E‑Mail Dienstenanbietern, die E‑Mail Adresse aller Empfänger, an die Du E‑Mails versendest.
- Jeweils wann und wie lange Du E‑Mails versendest
- Generell immer die IP Adressen, die Dir von Deinem Internetzugangsprovider zugeteilt werden
- Wann und wie lange Du über Deinen Internetzugangsprovider ins Internet gehst
Übersetzt in die Sphäre der direkten, persönlichen Beziehungen und Gespräche, die für jeden zum Alltag gehören, würde die „Vorratsdatenspeicherung“ bildlich so aussehen, dass immer dann, wenn Du zum Beispiel mit anderen Personen in Cafes, auf dem Marktplatz oder zu Veranstaltungen zusammentriffst, um zu plaudern oder Dich auszutauschen, ein Polizist wie der „Teufel aus der Box“ vorspringt und sich automatisch und unsichtbar Deinen Namen und die Namen aller Leute, mit denen Du gerade sprichst oder die zufällig um Dich herumstehen, die Dauer Eures Zusammentreffens, den Namen von Straßen und Plätzen, an denen Ihr zusammentrefft und die Personalien Eures Personalausweises in ein großes, dickes Notizbuch notiert.
Update 2: Hier die offizielle Pressemitteilung des BMJ zum Nachlesen und Zerpflücken.
Update 3: Patrick Breyer hat sich die beschlossene Fassung des Gesetzesentwurfes angesehen und sie mit dem alten Referentenentwurf verglichen. Er findet auf den ersten Blick folgende Änderungen:
1. Einziger Lichtblick: Das völlig aussichtslose Unterfangen, anonyme E‑Mail-Konten zu verbieten, ist nicht mehr vorgesehen (§ 111 TKG‑E).
2. Anonymisierungsdienste sollen aber weiterhin zur Vorratsspeicherung verpflichtet werden.
3. Die Verwendung vorratsgespeicherter Verkehrsdaten soll nicht mehr nur zur Strafverfolgung, sondern jetzt auch „zur Abwehr von erheblichen Gefahren“ und „zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben“ aller Geheimdienste erlaubt werden (§ 113b TKG‑E).
4. Die Speicherpflichten sollen zwar erst ab 1.1.08 gelten, dann aber auch für Internetdienste (Email, Internetzugang). Der nach der [EU-]Richtlinie mögliche Aufschub für Internetdienste bis zum 15.3.09 ist nicht mehr vorgesehen (Artikel 16 des Entwurfs)!Update 4: Patrick hat noch mehr gefunden:
5. Die Identifizierungspflicht soll nicht mehr nur für die Vergabe von Rufnummern gelten, sondern für die Vergabe sämtlicher „Anschlusskennungen“ außer E‑Mail (§ 111 TKG‑E). Als Beispiel „sonstiger Anschlusskennungen“ nennt die Begründung DSL-Anschlüsse, aber ich bin mir noch nicht ganz klar, welche „Anschlusskennungen“ sonst noch erfasst sein könnten.
6. Bei der E‑Mail-Nutzung ist der Speicherwahn ausgeweitet worden (§ 111 TKG‑E). Gespeichert werden sollen nicht nur die Emailadressen von Absendern und Empfängern wie in der Richtlinie vorgesehen. Gespeichert werden soll jetzt auch (über die Richtlinie hinaus)
a) die IP-Adresse des Nutzers bei jedem Versenden einer Email,
b) die IP-Adresse des Absenders bei jedem Empfangen einer Email,
c) die IP-Adresse des Nutzers bei jedem Zugriff auf das Postfach. -
: Kunstaktion gegen Vorratsdatenspeicherung
: Kunstaktion gegen Vorratsdatenspeicherung Das ist ja nett: Wenn man statt einer Demonstration eine Kunstaktion macht, darf man das auch in der Bannmeile. StudentInnen aus Potsdam haben heute morgen vor dem Reichstag auf die Folgen der zunehmenden Überwachung hingewiesen, parallel zur Kabinettssitzung, wo die Vorratsdatenspeicherung abgesegnet wurde (mehr dazu in Kürze).

Auf den schwarzen T‑Shirts steht übrigens„Stasi 2.0″, auf den roten „Der Staat weiß jetzt alles“.


Mehr Bilder gibt es hier, hier, hier und hier (hohe Auflösung, zip-Ordner 54,5MB), einen Bericht eines Teilnehmers hier.
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: „Stasi 2.0“ und die Vorratsdatenspeicherung – erste Ergebnisse
: „Stasi 2.0“ und die Vorratsdatenspeicherung – erste Ergebnisse Danke an alle für’s Mitmachen! Technorati zeigt bereits 89 Blogposts mit dem Inhalt „Stasi 2.0“, 19 davon auch entsprechend verschlagwortet. Zum Tag „Vorratsdatenspeicherung“ gibt es gar 294 Einträge, die natürlich teilweise schon älter sind. Mal sehen, wieviele es noch werden. Aus den Kommentarspalten der Blogs, die ich heute dazu gescannt habe, gibt es jedenfalls nur Zustimmung. Das macht Mut, auch dafür danke!
Hier eine kleine Auswahl eurer Kreativität. Ergänzungen bitte in den Kommentaren, Grafiken, Plakate und andere Ideen bitte auch ins Wiki des AK Vorrat stellen!- Die Schäuble-Schablone ohne störenden Beton dahinter als PDF und PNG gibt es jetzt bei dataloo.
- Die Phantastischen Nachrichten starten die „Aktion 1984“: „Jeder Leser, der ein Exemplar von “1984″ zu Hause liegen hat soll es ans Innenministerium schicken.“ Update: Das ganze jetzt auch bei Pledgebank.
- Farlion hat ein paar lustige Grafiken gebastelt. Sehr schön die Erläuterung von Stasi 2.0: „Social Bookmarking für deutsche Sicherheitsinstitutionen. Jetzt mit ausführlicher History aller Bundesbürger!“ Darunter ist auch ein recht drastisches Bild – aber da es durch uns inspiriert wurde, müssen wir es wohl gut finden.
- Psychotic hat eine Grafik mit dem netten Titel „BKA – wir müssen leider draussen bleiben“
- Offline läuft morgen früh eine Kunstaktion in Berlin. Dazu gibt es noch ein Interview.
Ihr seid natürlich aufgerufen, weiterzumachen. Die Sache wird morgen wahrscheinlich in irgendeiner Form abgesegnet werden, aber die Aufmerksamkeit ist gerade extrem hoch und die Kritik am Überwachungsstaat nimmt zu. Jetzt heisst es durchhalten, weitersagen, und noch mehr Ideen und Aktivitäten entwickeln.
Ach ja: Bei Pledgebank sind bereits 64 dieser Versprechen eingegangen:
„Ich werde 5 EUR im Monat spenden an den AK Vorratsdatenspeicherung, wenn 500 Menschen das Gleiche tun.“
Wir brauchen also noch 436.

