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: Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab
: Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab Heise: Kabinett segnet Anti-Terror-Datei ab
Unter dem Namen „Gemeinsame-Dateien-Gesetz“ hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung gemeinsamer Dateien von Polizeibehörden und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder beschlossen. Kernstück des Entwurfs ist die Einrichtung der umstrittenen Anti-Terror-Datei (ATD) als Kombination einer „Index“- und einer „Volltextdatei“. Daneben werden mit dem Gemeinsame-Dateien-Gesetz aber auch die Einrichtung und der Betrieb von so genannten „Projektdateien“ abgesegnet. Projektdateien sollen befristete Datensammlungen sein, die Polizei und Nachrichtendienste gemeinsam anlegen dürfen, wenn sie in besonderen Situationen gemeinsame Arbeitsgruppen im „Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum“ (GTAZ) bilden. In den Erläuterungen (PDF-Datei) zum Gemeinsame-Dateien-Gesetz heißt es, dass die Projektdatei nur anlassbezogen eingerichtet werden darf, während die Anti-Terror-Datei (ATD) ein langfristiger Datenspeicher ist.
In der Pressemitteilung des BMI heisst es u.a.:
Dieses Konzept stellt eine intelligente Kombination von Index- und Volltextlösung dar. Die Antiterrordatei gibt den Sicherheitsbehörden auf den ersten Blick die Informationen, die erforderlich sind, um eine gesuchte Person zu identifizieren und zu erkennen, welche anderen Behörden ebenfalls über Informationen zu dieser Person verfügen. Sie stellt zudem sicher, dass die jeweiligen Behörden sich in einem zweiten Schritt miteinander in Verbindung setzen und kommunizieren. Sie gewährleistet, dass die bisherigen Regelungen für die Kommunikation zwischen Polizeien und Nachrichtendiensten weiterhin beachtet werden.
Beim Bundesdatenschutzbeauftragten gibts Zweifel: Gesetzentwurf zur Anti-Terror-Datei birgt schwerwiegende verfassungsrechtliche Risiken
„Der vorliegende Gesetzentwurf birgt schwerwiegende verfassungsrechtliche Risiken. Erstmals sollen damit in der Bundesrepublik Deutschland gemeinsame Dateien von Polizeien und Nachrichtendiensten des Bundes und der Länder errichtet werden. Für die Aufklärung und Bekämpfung des internationalen Terrorismus ist gewiss die Beschleunigung der informationellen Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden notwendig. Um so wichtiger erscheint es, dass auch in Zukunft die Trennung von polizeilicher Exekutivgewalt und nachrichtendienstlichen Informationssammlungen gewahrt bleibt. In einzelnen Punkten, die im Zusammenhang zu sehen sind, geht der Gesetzentwurf über das verfassungsrechtlich Zulässige erheblich hinaus.
So dürfen in der Anti-Terror-Datei nur solche personenbezogene Daten gespeichert werden, die zur Identifizierung von Personen und für eine Gefährdungseinschätzung bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus geeignet und erforderlich sind. Tatsächlich enthält der Gesetzentwurf jedoch einen recht umfangreichen Datenkatalog mit teilweise sensitiven Informationen. Umso wichtiger wäre es, den Kreis der beteiligten Behörden im Hinblick auf das sensible Datenmaterial zu beschränken. Statt dessen ist vorgesehen, auch weiteren Polizeivollzugsbehörden auf unterer Ebene den Zugriff auf die Datei einzuräumen, was im Hinblick auf das Trennungsgebot sehr kritisch zu sehen ist.[…]
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: Diebold Antwort auf Princeton Wahlcomputer-Studie
: Diebold Antwort auf Princeton Wahlcomputer-Studie Der US-Wahlmaschinen Hersteller Diebold hat auf die Princeton-Studie von Ed Felten & Co geantwortet.
Tenor der Diebold-Antwort: „Es wurde alte Software untersucht, es gibt längst neuere Versionen“.
Antwort von Ed Felten im Freedom-to-tinker-Blog: Die von ihnen analysierte Software wurde bei den vergangenen Wahlen eingesetzt und Diebold verkündete, dass sie absolut sicher sei.
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: Anti-Hacker-Gesetze werden in Deutschland verschaerft
: Anti-Hacker-Gesetze werden in Deutschland verschaerft Das Bundeskabinett hat heute den Regierungsentwurf eines Strafrechtsänderungsgesetzes zur Bekämpfung der Computerkriminalität beschlossen: Besserer Schutz vor Hackern, Datenklau und Computersabotage.
Der heutige Regierungsentwurf setzt den EU-Rahmenbeschluss über Angriffe auf Informationssysteme sowie das Europarat-Übereinkommen über Computerkriminalität in nationales Recht um:
* Künftig soll bereits der unbefugte Zugang zu besonders gesicherten Daten unter Überwindung von Sicherheitsvorkehrungen unter Strafe gestellt werden (§ 202a StGB). Ein Verschaffen von Daten wird nicht mehr erforderlich sein. Damit wird klargestellt, dass „Hacking“ strafbar ist.
* Computersabotage ist bisher nur bei Angriffen gegen Betriebe, Unternehmen und Behörden strafbar (§ 303b StGB). Künftig sollen auch private Datenverarbeitungen geschützt werden. Ferner werden Störungen durch unbefugtes Eingeben und Übermitteln von Computerdaten unter Strafe gestellt, um „DoS-Attacken“ erfassen zu können, bei denen die Dienste eines Servers durch eine Vielzahl von Anfragen so belastet werden, dass dessen Kapazitäten nicht ausreichen und der Zugang für berechtigte Kontaktaufnahmen mit dem Server blockiert oder erschwert wird. Besonders schwere Fälle der Computersabotage können künftig mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren bestraft werden.
* Das Sichverschaffen von Daten aus einer nichtöffentlichen Datenübermittlung oder aus der elektromagnetischen Abstrahlung einer Datenverarbeitungsanlage soll unter Strafe gestellt werden (§ 202b StGB neu).
* Besonders gefährliche Vorbereitungshandlungen zu Computerstraftaten werden künftig strafbar sein. Sanktioniert wird insbesondere das Herstellen, Überlassen, Verbreiten oder Verschaffen von „Hacker-Tools“, die bereits nach Art und Weise ihres Aufbaus darauf angelegt sind, illegalen Zwecken zu dienen (§ 202c StGB neu).Man beachte das „Verbreiten und Herstellen von Hacker-Tools“. Hier waren mal wieder Juristen am Werk, die vom IT-Administrations-Alltag wenig verstehen.
Hier ist der Regierungsentwurf als PDF.
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: TR über Geotagging
: TR über Geotagging Bei Technology Review gibt es einen Artikel zu Geotagging. Aufhänger ist Flickr, das jetzt diese Funktion vom Konkurrenten Zoomr kopiert hat. Zoomr wiederum hatte zuerst das Geschäftsmodell von Flickr kopiert und um diese Funktion erweitert. Thats Wettbewerb: Das kleine Wunder Geotagging.
Datenschutzbedenken bleiben bei alledem allerdings – und sie dürften mit der zunehmenden Popularität des Geotagging noch zunehmen. Flickr-Mann Butterfield und sein Team haben daher Funktionen entwickelt, über die der Nutzer verschiedene Grade der Offenlegung von Bildern und geografischen Informationen festlegen kann. Fotos lassen sich so nur von einigen Personen oder der gesamten Öffentlichkeit betrachten. Und selbst wenn ein Bild öffentlich ist, muss das nicht heißen, dass auch das Geotag freigegeben wird: „Wir haben uns über die Erhaltung der Privatsphäre schon viele Gedanken gemacht“, so Butterfield.
Wie das mit dem Datenschutz bestellt ist, wird man vermutlich frühestens wissen, wenn die chinesischen Behörden mal freundlich anfragen. Nichtsdestotrotz finde ich Geotagging nützlich und spannend.
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: Gesundheitskarte wird dreimal so teuer?
: Gesundheitskarte wird dreimal so teuer? Die FAZ berichtet, dass die geplante elektronische Gesundheitskarte „nur“ dreimal so teuer werden soll, wie geplant:
Die Karte wird demnach deutlich teurer, als Schmidt behauptet. Mindestens 3,9 Milliarden Euro errechneten die Berater. Möglicherweise kostet das Lieblingsprojekt der Ministerin sogar sieben Milliarden Euro. Darin sind die 585 Millionen Euro, die allein die Anschaffung der neuen Karte für alle 82 Millionen Versicherten kostet, noch nicht einmal enthalten. Das Gesundheitsministerium bestreitet, daß es Mehrkosten gibt.
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: HU beschliesst Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung
: HU beschliesst Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung Der Bundesverband der Humanistischen Union hat am vergangenen Wochenende ihren HU-Verbandstag gehabt. Dort wurde eine Kampagne gegen die Vorratsdatenspeicherung beschlossen, wie die TAZ heute berichtet: Kein unbeschwertes Plaudern mehr.
„Diese Vorratsspeicherung verstößt eindeutig gegen europäisches und deutsches Verfassungsrecht“, erklärte HU-Vorstandsmitglied Nils Leopold beim HU-Verbandstag. „Der Staat darf Daten nicht einfach ins Blaue hinein sammeln, nur weil sie in Zukunft mal für die Strafverfolgung interessant sein könnten“, so Datenschützer Leopold. „Die Unbefangenheit der Kommunikation ist beeinträchtigt, wenn man bestimmte Leute nicht mehr anruft, aus Angst, dass das gespeichert wird“, ergänzt Rosi Will, Rechtsprofessorin aus Berlin. Auch ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags sah im August „erhebliche Bedenken“ gegen die EU-Richtlinie.
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: Diebold-Wahlcomputer mit Hotelbar-Schlüssel öffnen?
: Diebold-Wahlcomputer mit Hotelbar-Schlüssel öffnen? Edward Felten berichtet mal wieder über den „Running Gag“ der Diebold Wahlmaschinen. Wie bei den in Deutschland eingesetzten Wahlcomputern haben diese auch ein fast unüberwindbares Sicherheitsfeature, um die MemoryCard zu schützen. Aber auch nur fast, denn anscheinend kann man die Teile mit einem gewöhnlichen Schlüssel von einer „Hotel Minibar“ öffnen.
Like other computer scientists who have studied Diebold voting machines, we were surprised at the apparent carelessness of Diebold’s security design. It can be hard to convey this to nonexperts, because the examples are technical. To security practitioners, the use of a fixed, unchangeable encryption key and the blind acceptance of every software update offered on removable storage are rookie mistakes; but nonexperts have trouble appreciating this. Here is an example that anybody, expert or not, can appreciate:
[via]
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: Only in UK: Mit Lautsprechern gegen antisoziales Verhalten?
: Only in UK: Mit Lautsprechern gegen antisoziales Verhalten? In Grossbritanien ist die Diskussion um eine flächendeckende Videoüberwachung schon weiter als in Deutschland. Dort schaut man sich nach weiteren Nutzungsmöglichkeiten der Überwachungsinfrastruktur um und hat die Bekämpfung des „antisozialen Verhaltens“ entdeckt. Ja, richtig gelesen. Wahrlich eine grössere Herausforderung als der „War on Terror“. Und um beides zu bekämpfen und dabei grossartig „Synergieeffekte“ zu erzielen, sollen jetzt die Überwachungsinfrastrukturen zusätzlich einen Feedbackkanal bekommen – durch Laustsprecher: Überwachen und Befehlen. Das hat auch den positiven Effekt, dass man einen Terroristen durch gutes Zureden an seiner Tat hindern kann, wenn zufällig eine Kamera die Tat filmt.
Noch sind es wenige Überwachungskameras, die mit Lautsprechern ausgerüstet wurden. Von den 158 Kameras in Middlesbrough kann das Sicherheitspersonal nun in einem Test bei sieben Kameras im Stadtzentrum die beobachteten Menschen, wenn sie sich ungebührlich verhalten, ermahnen. Dabei geht es weniger um die Bekämpfung von Kriminalität, sondern um die während der Blair-Regierung immer höher geschraubte Eindämmung des sogenannten antisozialen Verhaltens, das mit den anti-social behaviour orders (ASBOs) belangt werden kann (Blair will „antisoziales Verhalten“ ausrotten). Wer nun betrunken des Nachts herumgrölt oder Abfall auf die Straße wirft, muss damit rechnen, öffentlich bloßgestellt zu werden. Die Kommune meldet stolz: „A new sound is hitting the streets of Middlesbrough…the sound of CCTV.“
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: „Kompass“ zu pervasive Computing aus der Schweiz
: „Kompass“ zu pervasive Computing aus der Schweiz Die Schweizer Stiftung Risiko hat in einem Dialogverfahren mit Unternehmen, Konsumentenorganisationen und Datenschützern einen „Kompass zu einem verantwortungsvollen Einsatz von pervasive Computing“, also dem Einbau von Computern in immer mehr Alltagsgegenstände, erstellt. Insgesamt sieht das Dokument halbwegs vernünftig aus, die Bedenken der Datenschützer sind recht deutlich berücksichtigt worden.
„Endnutzer, die auf PvC verzichten wollen, sollen nicht benachteiligt werden. Die Entscheidungshoheit soll stets bei einer Person liegen, nicht bei der Technologie.“
Das Ganze hat aber natürlich die Stoßrichtung, Akzeptanz für RFID & Co zu schaffen. Ob das immer sinnvoll ist, sollte mal grundsätzlicher diskutiert werden. Bei der Fussball-WM gab es ja auch dieses erfreulich offene Zitat eines Verantwortlichen auf die Frage, warum man RFID in die Tickets eingebaut hat und was das verbessert hat: „Philips ist unserer Sponsor – fragen Sie deren Vertreter.“ Nicht einmal in der Industrie scheint man sich über den Nutzen von RFID einig zu sein. Ein Kollege, der vor drei Tagen bei einer Veranstaltung zu Sicherheit in der Logistik war, berichtete anschließend als Zusammenfassung: „Niemand glaubt an RFIDs“.
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: Anonymer Internet-Zugang wird kriminalisiert
: Anonymer Internet-Zugang wird kriminalisiert Wie anderswo schon berichtet, wurden vor einer Woche die Festplatten mehrerer Anonymisierungs-Server in Deutschland von der Polizei beschlagnahmt, der Hintergrund waren Ermittlungen wegen
TerrorismusKinderpornografie. Kai Raven hat schon ausführlich erläutert, warum das den Staatsanwaltschaften im Zweifelsfall keine Informationen bringt.Bislang war nur die Rede von drei TOR-Nodes. Jetzt wurde bekannt, dass auch der AN.ON-Server des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein am 6. September beschlagnahmt wurde, der Teil des JAP-Anonymisierungsnetzes ist. Das ULD hat diese Beschlagnahme aber erst aufgrund eigener „aufwändiger Recherchen“ am 11. September herausgefunden und den Beschluss nach mehrfachem Nachhaken bei den Behörden am 13. September erhalten, wie es heute bekannt gab.
Nach der geplanten Vorratsdatenspeicherung, der jüngsten Kampagne der CDU-Landesregierung gegen den AN.ON-Server der Kieler, der Ankündigung der Bundesregierung, die Internet-Überwachung durch den Verfassungsschutz auszubauen, der Kriminalisierung von offenen WLAN-Hotspots, die einen anonymen Netzzugang erlauben, ist diese Maßnahme ein weiterer Mosaikstein, der den allgemeinen Druck auf die anonyme Nutzung des Netzes erhöht und einen Diskurs etabliert, der „Kinderpornografie“, „Terrorismus“ und „Internet“ zusammenbringt und mit dem „wer was zu verbergen hat, ist schon verdächtig“-Theorem verknüpft. Wann werden wohl die Betreiber von Cybercafes gesetzlich verpflichtet, die Daten ihrer Kunden zu speichern, wie in Polizeistaaten wie China oder Tunesien schon lange üblich? Wer ein Prepaid-Handy kauft, muss ja auch schon seinen Ausweis vorzeigen.Noch vor weniger als einem Jahr hatten Frank Rieger und Rob Gonggrijp auf dem CCC-Kongress Aufsehen erregt mit ihrer These, dass wir den Krieg gegen den Überwachungsstaat verloren haben. Ihre zentrale Schlussfolgerung:
Anonymity will become the most precious thing.
Anscheinend haben da einige Leute in den Sicherheitskreisen dieses Landes aufmerksam zugehört und versuchen nun gezielt, diesen Punkt zu treffen. Das zeigt für mich aber gerade, dass man es entgegen der Einschätzung von Frank und Rop nicht dabei belassen kann, noch bessere Krypto-Spielzeuge zu entwickeln. TOR und JAP könnte heute bereits jeder benutzen, der zuhause ins Netz geht oder in der Firma nicht hinter einer paranoiden Firewall sitzt. Das Problem ist nicht die Technik, sondern ihr öffentliches Image. Es ist nicht cool, hip oder selbstverständlich, auf seiner Anonymität im Netz zu beharren und etwas dafür zu tun, sondern gilt entweder als geekig, paranoid oder eben der Kinderpornografie verdächtig. Was fehlt, sind schlagende Argumente bzw. ihre weitere Verbreitung auf zwei Ebenen:
1) Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man in einer freien Gesellschaft anonym tun und lassen kann, was man will, solange man sich nicht irgendeiner Straftat o.ä. verdächtig gemacht hat. Das geht weder den Staat noch irgendwelche Provider etwas an. Punkt.
2) Die Beschränkung von Anonymität und Verschlüsselung stellt selber ein Risiko dar. Dies haben die Leute vom ULD sehr schön in ihrer Pressemitteilung herausgestellt:
Der beschlagnahmte Rechner ist Teil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten Projektes AN.ON – Anonymität Online. AN.ON ermöglicht Nutzern des World Wide Web, mit Hilfe der Software JAP kostenlos unbeobachtet zu surfen. Es dient – wie vom deutschen Telediensterecht gefordert – der Gewährleistung des Datenschutzes im unsicheren weltweiten Netz und wird auch von vielen Unternehmen zum Schutz vor Wirtschaftsspionage genutzt.
Hier gibt es also einen Zielkonflikt zwischen dem Überwachungswahn der Polizei- und Geheimdienstfraktion auf der einen Seite und dem Interesse der Wirtschaft an Schutz ihrer Firmengeheimnisse auf der anderen Seite. Diese Argumentation hat bei der Echelon-Debatte wunderbar funktioniert, sie könnte aktuell mal wieder ausgebaut werden. Quintessenz hat das kürzlich sehr schön in bezug auf die Übermittlung der Passagierdaten in die USA gemacht:
Ein paar Wochen im Voraus zu wissen, dass z.B. ein ungewöhnlich großer Trupp Siemens-Manager nach Seattle fliegt, kann doch allemal von Interesse sein.
Also: Kommentare und Ideen erbeten. Denkt euch mal ein paar entsprechende Szenarien zum Thema nicht-anonymer Internetzugang aus.
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: NSA-Abhörprogramme sollen legalisiert werden
: NSA-Abhörprogramme sollen legalisiert werden Der Rechtsausschuss des US-Senats hat zwei Gesetzesvorlagen zugestimmt, mit welchen die weitreichenden Abhörprogramme der National Security Agency legalisiert werden würden. Derzeit sind die geheimen Maßnahmen, die so blumige Titel tragen wie „Terrorist Surveillance Program“ (TSP)“ unter Umgehung der (ohnehin nur dünnen) gesetzlichen Beschränkungen durchgeführt worden, die ACLU und andere haben bereits dagegen geklagt, und zwei Gerichte haben sie bereits für verfassungswidrig erklärt (s. auch hier). Mit den neuen Gesetzen würden diese Überwachungsmaßnahmen legalisiert und die Gerichtsverfahren an ein Geheimgericht überstellt werden. Eine gute Zusammenfassung gibt es bei Rabenhorst, dessen Bewertung wir uns hier anschließen:
…mit der Legalisierung und Ausweitung der Überwachung elektronischer Kommunikation durch die US-Geheimdienste wird die USA nach dem Patriot Act einen weiteren Riesensatz hin zum Überwachungsstaat machen.
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: E‑Government 2.0: Elektronischer Personalausweis
: E‑Government 2.0: Elektronischer Personalausweis Die Bundesregierung hat heute das „Zukunftsorientierte Verwaltung durch Innovationen“-Programm mit dem Unterprogramm „E‑Government 2.0“ verabschiedet. Der zentrale Punkt ist die Einführung eines elektronischen Personalausweises. Dieser soll wie der Reisepass mit einem Chip versehen werden.
Wolfgang Schäuble verkündete die Ziele des Regierungsprogrammes:
Mit dem Programm hat das Kabinett folgende Ziele beschlossen:
Überflüssige Bürokratie und vermeidbare Verwaltungsprozesse sollen abgebaut werden. Die Verwaltung soll sich auf ihre Kernaufgaben beschränken und neue Kooperationsformen auch mit der Wirtschaft etablieren. Eine strategische Steuerung soll zu einer besseren Zusammenarbeit auch behördenübergreifend und damit zu ergebnisorientierten und wirtschaftlichen Prozessen beitragen. Das Potential moderner Technologie soll besser genutzt werden, um staatliche Aufgaben effektiver, transparenter und wirtschaftlicher umsetzen zu können. Gleichzeitig soll der Staat Vorreiter beim Einsatz neuer Technologien sein. Deshalb kommt dem E‑Government bei der Modernisierung der Verwaltung eine besondere Rolle zu. Mit E‑Government 2.0 geht der Bund in eine neue Phase und wird sein Internet- Angebot qualitativ und quantitativ ausbauen. Gleichzeitig wird der Bund Vorreiter für eine sichere und verlässliche Internetkommunikation sein. Hierfür soll unter anderem ein neuer Personalausweis dienen, der einen Chip zur elektronischen Identifizierung enthalten wird. Stärker als in der Vergangenheit soll bei allen Modernisierungsmaßnahmen dem Zusammenwirken von Personal, Organisation, Steuerung und Einsatz neuer Technologien größere Beachtung geschenkt werden.
Die neue Webseite „verwaltung-innovativ“ verkündet die Ziele von „E‑Government 2.0“:
Die Bundesregierung hat vier Handlungsfelder identifiziert, die in den kommenden Jahren bis 2010 gezielt ausgebaut werden, um den Modernisierungsprozess in der Verwaltung und den Standort Deutschland durch E‑Government zu fördern:
A. Portfolio: Bedarfsorientierter qualitativer und quantitativer Ausbau des E‑Government Angebots des Bundes
B. Prozessketten: Elektronische Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Verwaltung durch gemeinsame Prozessketten
C. Identifizierung: Einführung eines elektronischen Personalausweises und Erarbeitung von E‑Identity Konzepten
D. Kommunikation: Sichere Kommunikationsinfrastruktur für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungen
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: EFF: Six Tips to Protect Your Online Search Privacy
: EFF: Six Tips to Protect Your Online Search Privacy Die EFF hat „Six Tips to Protect Your Online Search Privacy“:
1. Don’t put personally identifying information in your search terms (easy)
2. Don’t use your ISP’s search engine (easy)
3. Don’t login to your search engine or related tools (intermediate)
4. Block „cookies“ from your search engine (intermediate)
5. Vary your IP address (intermediate)
6. Use web proxies and anonymizing software like Tor (advanced)Auf der Seite wird das nochmal ausführlicher beschrieben.
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: 25 Jahre Chaos Computer Club
: 25 Jahre Chaos Computer Club Peter Glaser hat im Feuilleton der Berliner Zeitung über 25 Jahre Chaos Computer Club geschrieben: Ungebremster Datendrang.
Karl Kraus schreibt: „Es gibt nur eine Möglichkeit, sich vor der Maschine zu retten. Das ist, sie zu benützen.“ Je länger wir mit der Technologie umgehen, desto mehr entdecken wir, was sie nicht kann. Und aus der Fehlerhaftigkeit und den Schwächen der Computerwelt vermittelt der CCC der Nichtmaschine Mensch ein lebendiges Gefühl von Souveränität.
Auch Heise berichtet: 25 Jahre CCC: Nach dem verlorenen Krieg.
Hier ist ein Interview (MP3) mit Andy Müller-Maguhn im Deutschlandradio Kultur: Datenschutz „quasi aus dem Fenster geworfen“.
Der Chaos Computer Club – kurz CCC – fordert das „Menschenrecht auf Kommunikation“ und kämpft gegen die Entwicklung zum „gläsernen Menschen“. Dieser Kampf sei nicht verloren, so der Sprecher des Clubs Andy Müller-Maguhn anlässlich des 25-jährigen Jubiläums – auch wenn nach 2001 der Datenschutz „quasi aus dem Fenster geworfen“ worden sei.
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: Überwachungswahn: Bei Flugangst nicht auf die Toilette gehen und beten
: Überwachungswahn: Bei Flugangst nicht auf die Toilette gehen und beten Zum fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September scheinen gerade alle durchzudrehen. Überwachungsminister Schäuble phantasiert davon, dass man Sprengstoff vom Hubschrauber aus erkennen kann. Was hat der denn geraucht?
Forscher von British Aerospace Systems (BAE) verbraten derweil 24 Millionen Euro unserer Steuergelder, um im Auftrag der EU per Computer künftig Flugzeugpassagiere zu belauschen.
Um ein terrorsicheres Flugzeug zu schaffen, sollen in Zukunft die Gespräche und Bewegungen von Flugpassagieren von Computern überwacht werden. Europäische Wissenschaftler arbeiten an einer Technologie, die Mikrophon- und Kameraaufnahmen aus dem Flugzeug an einen Computer übermittelt. Der Rechner ist darauf spezialisiert, verdächtiges Verhalten zu entdecken. (…) „Auffällig ist jemand, der nervös wirkt oder unerlaubt aufsteht. Sollte jemand aussehen, als ob er betet, können die Mikrophone bestimmte Schlüsselworte erkennen.“
Aber es kommt noch besser:In jedem Fall würden die Kameras und Mikrophone auf den Toiletten installiert, denn dort würden Terroristen im Ernstfall ihre Bomben zusammenbauen.Die Realität überholt die Satire.

Abgesehen davon, dass ic mich langsam frage, wie weit die es treiben können mit ihrem Sicherheits-Wahnsinn: Diese Versuche der Terrorabwehr setzen am falschen Ende an. Wenn Flugzeuge und Bahnen totalüberwacht werden, nehmen die Terroristen eben das nächste Mal eine Einkaufspassage oder eine Universität als Ziel oder stellen statt eines Koffers einfach ein Auto mit Sprengstoff irgendwo ab. Wer auf solche Szenarien setzt, wird in 99% der Fälle daneben liegen und unnötig Geld verbrennen, Fahrgäste durch Kontrollen und Schikanen nerven und eine Überwachungsgesellschaft bauen. Bruce Schneier sagt es mal wieder am besten:Rather than spending money on airline security, or sports stadium security – measures that require us to guess the plot correctly in order to be effective – we’re better off spending money on measures that are effective regardless of the plot.
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: Schwarzenegger hat ein MP3-Sicherheitsleck
: Schwarzenegger hat ein MP3-Sicherheitsleck Von einem Computer aus dem Büro von Arnold Schwarzenegger (Governeur von Kalifornien) ist eine MP3-Datei unerlaubt vone inem Rechner heruntergeladen worden: Sicherheitsleck in Schwarzeneggers Büro.
In der Tonaufnahme spekuliert der kalifornische Gouverneur in einer Kabinettssitzung über das feurige Temperament der lateinamerikanischen Abgeordneten Bonnie Garcia, was in den US-Medien für einigen Wirbel gesorgt hat.
Während in Kalifornien wohl die Diskussion losgeht, wie und von wem die Datei unerlaubt vom Rechner kopiert und veröffentlicht wurde, frage ich mich ja, ob es dort üblich ist, dass die Kabinettssitzungen aufgezeichnet werden und der Governeur die Mitschnitte auf einem (Arbeits-)Rechner speichert.
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: Businessweek: Westliche Firmen bauen chinesische BigBrother-Infrastruktur
: Businessweek: Westliche Firmen bauen chinesische BigBrother-Infrastruktur Die Businessweek thematisiert aktuell das Engagement von US-HighTech-Firmen in China: Helping Big Brother Go High Tech. Und das ist insofern interessant, als dass es um mehr Unternehmen geht, als die üblichen drei grossen und oft kritisierten Suchmaschinenbetreibern. Vor allem ist es problematisch, dass die Polizei- und Sicherheitskräfte mit westlicher Software und Hardware ausgerüstet werden, die sowohl gegen Kriminelle als auch gegen Dissidenten eingesetzt werden.
Some American companies have gone out of their way to appeal to the Chinese government’s pronounced concern about avoiding unrest. In Chinese-language brochures distributed at a police-technology trade show in Shanghai in 2002, Cisco repeatedly referred to its gear with such phrases as „strengthening police control“ and „increasing social stability.“ Cisco, based in San Jose, Calif., says there’s nothing unusual about its marketing in China. „We sell to police organizations in many countries,“ says Rick Justice, senior vice-president for worldwide operations. „We do business [in China] the way we do business anywhere.“
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: neues Blog zu Privacy und dem ganzen Rest
: neues Blog zu Privacy und dem ganzen Rest Kleine Werbung in eigener Sache: Ich habe gerade mein eigenes Blog gestartet, das sich mit den Themen beschäftigen wird, über die ich auch sonst hier schreibe: Datenschutz, Überwachung, Privacy & Identity Management, Internet Governance etc. Es wird allerdings keine Konkurrenzveranstaltung zu Netzpolitik werden, denn es gibt zwei zentrale Unterschiede: Ich schreibe dort auf englisch, um an der internationalen Diskussion teilnehmen zu können, und es wird etwas analytischer und weniger aktivistisch orientiert sein als Netzpolitik. Ich hoffe, dass ich ein paar der dort entwickelten Gedanken für meine Forschung verwenden kann. (Geht kumulativ promovieren eigentlich auch mit tausend Blog-Einträgen?)
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: 5000 überwachte Bankkonten in UK
: 5000 überwachte Bankkonten in UK Der britische GUardian berichtet, dass in Grossbritanien im Moment mehr als 5000 Bankkonten wegen des Verdachts auf terroristische Aktivitäten überwacht werden, 200 Konton wurden eingefroren: Bank deals of 5,000 terror suspects tracked.
The big four banks – Barclays, HSBC, Lloyds TSB and Royal Bank of Scotland, which owns NatWest – have been instructed by MI5 and the US Treasury’s Office of Foreign Assets Control to monitor ’suspicious’ transactions involving named individuals and companies. Sources at Britain’s biggest bank, HSBC, said that ‚just north’ of 5,000 UK accounts had been ‚flagged up’ and were being watched as part of evidence-gathering against suspects.
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: AOL zieht Konsequenzen aus “Data Valdez”-Affäre
: AOL zieht Konsequenzen aus “Data Valdez”-Affäre Mit einem Befreiungsschlag hat der Internetdienstleister und Medienkonzern AOL am 1. September einen Schlußstrich unter die Affäre um die Freigabe von Protokollen gezogen, die mit einfachen Mitteln Rückschlüsse auf die Identität von AOL-Kunden zuließen: Die komplette Forschungsabteilung, die für die Veröffentlichung der Daten verantwortlich war, wird nun geschlossen.
Im Rahmen eines Forschungsprojektes war im August 2006 kurzzeitig auf einem AOL-Wiki ein mehrteiliger Download mit insgesamt 2,2 Gigabyte Größe und 20 Millionen Suchanfragen erschienen. Jede Suchanfrage wurde dabei einer Laufnummer zugeordnet, die für einen AOL-Kunden stand. Stunden nach dem Download erschienen in Weblogs erste vernichtende Kritiken und Beispiele, in denen die Identität des jeweiligen Benutzers aus der Art seiner Suchanfragen rekonstruiert werden konnte. Ausdrücklich als Feature benannt war die ungefilterte Angabe der Suchbegriffe, darunter vielen Variationen von Kinderpornographie-Begriffen.
Wenngleich AOL innerhalb kurzer Zeit den Download einstellte, sprangen Dritte ein. Unter www.gregsadetsky.com/aol-data/ pflegen Nutzer eine Liste aller Bezugsmöglichkeiten der Daten.
Weltweit erregte das – ursprünglich als Forschungsprojekt deklarierte – Projekt das Interesse von Medien, die ausführlich über den sich entfaltenden Skandal berichteten. Die New York Times machte eine AOL-Kundin über ihre Suchanfragen ausfindig, die fassungslos von den Journalisten anhören durfte, welche Rückschlüsse und Vermutungen über den geistigen, finanziellen und gesundheitlichen Zustand aus der Auswertung der Daten möglich sind.
Suchprotokolle gehören in der Regel zu einer der wertvollsten Güter im Suchmaschinengeschäft, an dem auch AOL beteiligt ist. Neben kommerziellen Absichten haben bislang mehrere Regierungen versucht, Zugriff auf die Suchanfragen einzelner oder möglichst vieler Surfer zu erhalten. Für die argumentative Untermauerung eines Gesetzesvorhabens zur Regelung von pornographischen Inhalten ersuchte die US-Regierung amerikanische Suchmaschinenbetreiber um die Bereitstellung von entsprechenden Logfiles. Bekannt wurde dies dann, als sich der per Motto dem Gutsein verpflichte Branchenprimus Google weigerte und zuletzt vor einem Bezirksgericht siegte.
Derweil erfreuen sich die Daten in den Kreisen von “Suchmaschinenoptimierern”, so genannten SEOs, Dienstleistern, die Webseiten mit lauteren und unlauteren Mitteln an die vorderen Ränge bei wichtigen Suchbegriffen bringen sollen, besonderer Beliebtheit, lassen sich doch unschätzbar wertvolle Informationen aus den von AOL bereitgestellten Einträgen gewinnen. In SEO-Foren wird dabei besonderes Augenmerk auf die Verteilung der Klicks auf den ersten, zweiten und die nachfolgenden Ränge innerhalb der Resultatseiten gelegt. Dabei bestätigt sich auch die lange Vermutung, daß so gut wie alle Klicks sich auf die ersten drei Treffer konzentrieren und nachfolgende Seiten nur noch ein schmales Rinnsal der Nutzer abbekommen.
Abgeebbt sind hingegen Schnellschüsse von Politikern, die die Speicherung solcher Daten massiv einschränkten wollten. Die Argumentation lautete, daß eine Firma, die spätestens nach wenigen Monaten alle Logfiles löschen müsse, keine Chance mehr habe, sie später absichtlich oder aus Versehen zu veröffentlichen und damit die Privatsphäre der Nutzer zu beschädigen.