Datenschutz

  • : Datenschutz: 21. Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 2005/2006
    Datenschutz: 21. Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 2005/2006

    Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, hat heute dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert, den 21. Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 2005/2006 überreicht: Schaar: Staat muss Datenschutz stärken.

    Zur Lage des Datenschutz in Deutschland gibt es eine Einleitung von Peter Schaar:

    Eine der wichtigsten Aufgaben des demokratischen Rechtsstaates ist es, die Freiheitsrechte seiner Bürger zu schützen. In der modernen Informationsgesellschaft ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein elementares Bürgerrecht, dessen Bedeutung vor allem angesichts des technologischen Fortschritts ständig zunimmt. Immer mehr personenbezogene Daten werden in immer mehr Lebensbereichen erfasst. Ob wir mit Kunden- und Kreditkarten einkaufen, im Internet surfen, telefonieren oder uns einfach nur in videoüberwachten Bereichen bewegen, die Datenflut ist so groß wie noch nie. Das Datenschutzrecht hat jedoch nicht mit dieser Entwicklung Schritt gehalten. Leider hat es die Bundesregierung in den letzten Jahren versäumt, hier initiativ zu werden. So stehen gesetzliche Regelungen zu Genomanalysen und zum Arbeitnehmerdatenschutz seit langem aus, obwohl der Deutsche Bundestag die Bundesregierung wiederholt und einstimmig aufgefordert hat, hierzu Entwürfe vorzulegen. Auch die dringend erforderliche Modernisierung des Datenschutzrechts und das Ausführungsgesetz zum Datenschutzaudit müssen endlich in Angriff genommen werden. Beides sollte schon im Anschluss an die Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes an die EG-Datenschutzrichtlinie im Jahr 2001 geregelt werden, ist aber dann auf der Strecke geblieben.
    Umgekehrt wurde der Datenschutz auch im Berichtszeitraum zu Gunsten der Inneren Sicherheit immer mehr eingeschränkt. Das Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Terror und Kriminalität und dem Schutz ihrer Freiheit droht aus dem Lot zu geraten. Der Staat muss das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung wieder stärker unter seinen Schutz stellen.

    In der oben verlinkten Pressemitteilung sind viele aktuelle Debatten aufgeführt, worüber dieses Blog schon oftmals berichtet hat. Den ganzen Tätigkeitsbericht gibt es hier als 2,7 MB grosses PDF.

    24. April 2007
  • : USA: Beschwerde gegen Doubleclick-Übernahme durch Goole
    USA: Beschwerde gegen Doubleclick-Übernahme durch Goole

    Heise berichtete am Samstag über eine Beschwerde von US-Bürgerrechtsorganisationen gegen die Doubleclick-Übernahme durch Goole.

    Die amerikanischen Bürgerrechtsgruppen EPIC, CDD und US PIRG haben bei der Federal Trade Commission (FTC) eine Beschwerde über die Übernahme des Werbevermarkters DoublClick durch Google eingereicht. Sie wollen damit erreichen, dass die US-Wirtschaftsbehörde die geplante Akquisition untersucht.

    Den Beschwerde-Brief hat freundlicherweise Anika ins deutsche übersetzt und uns geschickt.

    23. April 2007 2
  • : Anhörung zu „Änderung des Passgesetzes“ im Bundestag
    Anhörung zu „Änderung des Passgesetzes“ im Bundestag

    Während gerade im Innenausschuss des Bundestages eine öffentliche Anhörung über die „Änderung des Passgesetzes“ läuft, gibt es passend dazu auch einige Presseberichte. Spiegel-Online berichtet z.B. über „Experten warnen vor Biometrie-Pass“.

    Ein knackbarer Kopierschutz, massenhaft Missbrauchs-Möglichkeiten – und eine Technik, die weit hinter den Versprechen zurückbleibt: Experten lassen wenig Gutes am neuen Biometrie-Pass. Bei der Anhörung heute im Bundestag warnen sie vor dem elektronischen Fingerabdruck.

    Und die Taz hat den Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar befragt: „Ich will keine Foto-Datei aller Bürger“.

    Sie wollen also den technischen Fortschritt aufhalten?

    Nein. Ich habe nichts dagegen, wenn die Meldebehörden heute Fotos per E‑Mail statt per Post verschicken. Das wird ja teilweise bereits gemacht. Ich will nur nicht, dass eine Infrastruktur entsteht, bei der die rund 5.300 Passregister so vernetzt sind, dass sie aus Sicht der abfragenden Polizei oder anderer Stellen wie eine zentrale Passfoto-Datei der ganzen Bevölkerung funktionieren. Denn genau so etwas wollte der Bundestag immer verhindern.

    Sie sprechen von Infrastruktur. War der eigentliche Sündenfall nicht schon die Digitalisierung der Passbilder?

    Wenn die Bilder erst mal eingescannt sind und als Datei vorliegen, dann ist klar, dass irgendwann ein Online-Zugriff gefordert wird. Aber wir Datenschützer können auch nicht die Verwaltung zwingen, weiter mit den Methoden des letzten Jahrhunderts zu arbeiten. Die Digitalisierung der Passbilder hat ja schon vor mehr als zwanzig Jahren begonnen.

    23. April 2007
  • : Schäuble eingekreist von SPD und Nazis
    Schäuble eingekreist von SPD und Nazis

    Die SPD lehnt Schäubles Überwachungspläne mittlerweile komplett ab, deren Fraktionsvorsitzender Peter „Hindukusch“ Struck kommt inzwischen gar mit Nazi-Vergleichen. Und jetzt schießen sich sogar die Rechtsextremen auf ihn ein. Am rechten Rand fischen wie Oettinger scheint hier also auch nicht mehr zu funktionieren.

    Ich habe mal in einem Nazi-Forum eine Diskussion gelesen, wo die überlegt haben, zur Anti-Überwachungs-Demo nach Bielefeld zu kommen. Getraut haben sie sich dann nicht, denn „diese Veranstaltung [wird] von sämtlichen antifaschistischen Kräften unserer Region unterstützt.“ Sehr schlau, die hätten keinen Spaß gehabt, denn Datenschutz und Menschenrechte vertragen sich nicht mit Faschismus. Süß war aber schon zu lesen, wie die sich an der Frage abmühten, ob eine „funktionierende Volksgemeinschaft“ ohne Überwachung auskommen würde.

    Wo wir schon dabei sind: Gerade beim Thema Faschismus und Genozid heisst es aus der Geschichte lernen, was Vorratsdatenspeicherung und umfassende Melderegister so bedeuten können, wenn mal durch irgendwelche dummen Ereignisse ein Regimewechsel stattfindet. Lesenswert dazu: William Seltzer / Margo Anderson: The Dark Side of Numbers. The Role of Population Data Systems in Human Rights Abuses, in Social Research, Sommer 2001, besonders der Teil hier.

    (erster Teil der Meldung via Fefe)

    20. April 2007 5
  • : Union will Schäuble-Katalog komplett umsetzen
    Union will Schäuble-Katalog komplett umsetzen

    Heise berichtet: Union will den „Schäuble-Katalog“ in allen Punkten durchsetzen.

    Die Unions-Wunschliste im Sicherheitsbereich ist lang: Der Ausbau des Bundeskriminalamtes (BKA) zur präventiven Anti-Terrorpolizei mit der Lizenz zu Rasterfahndungen und Online-Durchsuchungen privater Festplatten und virtueller Speicherplattformen ist darauf genauso verzeichnet wie die polizeiliche Nutzung der Mautdaten und der automatisierte Online-Zugriff auf Passfotos und Fingerabdrücke der ganzen Bevölkerung. Auch der große Lauschangriff soll mit Hilfe eines permanent mitlaufenden „Richterbandes“ wieder polizeifreundlich geregelt werden. Dies alles ist laut Bosbach erforderlich, „um die Rechtslage an die Bedrohungslage anzupassen“.

    Was mir gestern wieder bewusst wurde, als ich die Tagesthemen schaute: Die Wunschliste ist ja nicht neu, bis auf wenige Punkte wie die Online-Durchsuchung. Der rest wurde fast alles schon von der Union in Oppositionszeiten gefordert, als Schily noch an der Macht war. Jetzt ziehen die halt ihre Punkte durch. Und alle sind verwundert, wo die Forderungen herkommen. In den Medien wurde auch verkündet, dass die SPD bei vielen Punkten kontra geben würde. Wenn ich mir den Dieter Wiefelspütz, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, anschaue, wundert mich diese Einschätzung. Die Fronten in der SPD sind nicht so klar. Es gibt zwar Stimmen wie von Jörg Tauss, die sich gegen eine Online-Durchsuchung wenden. Wenn Wiefelpütz aber öffentlich erklärt, die Online-Durchsuchung komme auf jeden Fall, so sollte man auch damit rechnen und sich nicht von Hinternbänkler-Meinungen ablenken lassen.

    20. April 2007 16
  • : Stasi 2.0 in Saarbrücken
    Stasi 2.0 in Saarbrücken

    An der Universität in Saarbrücken wurde das „Stasi 2.0″-Motiv fleissig in die analoge Welt übertragen:

    Nils hat in einer Flickr-Galerie noch viel mehr Bilder vom Ort des Geschehens gemacht.

    20. April 2007 10
  • : Bundestag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes
    Bundestag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes

    Heute im Bundestag informiert über eine spannend klingende Anhörung im Innenausschuss am kommenden Montag: Öffentliche Anhörung zur Änderung des Passgesetzes.

    Berlin: (hib/BOB) In einer öffentlichen Anhörung des Innenausschusses am kommenden Montag, den 23. April, steht die Änderung des Passgesetzes für die neuen biometrischen Ausweise auf der Tagesordnung. Gegenstand der Beratungen ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (16/4138), der vorsieht, dass Pässe und Reisedokumente künftig neben Fotos auch Fingerabdrücke enthalten sollen. Zur Begründung heißt es, der Rat der Europäischen Union habe „die Aufnahme des Gesichtsbildes sowie von Fingerabdrücken in elektronischer Form“ im Dezember 2004 verbindlich festgeschrieben. Da die EG-Verordnung eine elektronische Speicherung dieser so genannten biometrischen Daten vorsehe, strebe der Gesetzentwurf auch ein „durchgängig elektronisches Verfahren der Passbeantragung“ an. Neben dem Gesetzentwurf sind auch zwei Anträge der FDP (16/3046, 16/854), ein Antrag der Grünen (16/4159) und ein Bericht aus der vergangenen Legislaturperiode des Büros für Technikfolgenabschätzung, der sich mit der Biometrie und den Ausweisdokumenten befasst, Gegenstand des Hearings.

    Klingt erstmal stinklangweilig. Aber die eingeladenen Sachverständigen klingen nach spannender Unterhaltung:

    Zu der Anhörung sind eingeladen: Professor Christoph Busch vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung aus Darmstadt; Lukas Grunwald von der DN-Systems Enterprise Internet Solutions GmbH aus Hildesheim; Sönke Hilbrans von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V. aus Berlin; Professor Andreas Pfitzmann von der Technischen Universität Dresden; Peter Schaar, der Bundesdatenschutzbeauftragte; Gerhard Schabhüser, Abteilungsleiter Kryptographie BSI aus Bonn und Jörg Ziercke, der Präsident des Bundeskriminalamtes aus Wiesbaden. Der Anhörung beginnt um 14 Uhr im Paul-Löbe-Haus, Raum 2 300, und wird bis ungefähr 17 Uhr dauern.

    Anmelden muss man sich wahrscheinlich heute noch beim Sekretariat des Innenausschusses (Auf Budnestag-Homepage zu finden). Ich werd wohl leider keine Zeit haben um hinzugehen und mit zu bloggen.

    20. April 2007 4
  • : USA: Jugendliche, Social Networks und die Privatsphäre
    USA: Jugendliche, Social Networks und die Privatsphäre

    Das Pew Internet & American Life Project veröffentlicht regelmässig nette Umfrageergebnisse und Studien rund um die Netznutzung in den USA. Aktuell wurde auf diesen Report hingewiesen: Teens, Privacy and Online Social Networks: How teens manage their online identities and personal information in the age of MySpace. Hier ist der 1,2MB grosse Report als PDF. Basierend auf Umfragen und Fokus-Gruppen gibts jetzt diese Statistiken:

    Some 55% of online teens have profiles and most of them restrict access to their profile in some way. Of those with profiles, 66% say their profile is not visible to all internet users. Of those whose profile can be accessed by anyone online, nearly half (46%) say they give at least some false information. Teens post fake information to protect themselves and also to be playful or silly.

    19. April 2007
  • : Koalitionskrach wegen Schäuble und Vorratsdatenspeicherung?
    Koalitionskrach wegen Schäuble und Vorratsdatenspeicherung?

    Die SPD fordert:

    Die Vorschläge von Innenminister Wolfgang Schäuble werden zunehmend zu einer Gefährdung für Freiheit und Demokratie. Es ist an der Zeit, dass Angela Merkel ihrem CDU-Innenminister Einhalt gebietet.

    Und Merkel spricht tatsächlich ein Machtwort – das sich allerdings vor allem gegen SPD-Ministerin Zypries richtet:

    „Die Vorratsdatenspeicherung ist unverhältnismäßig und greift zu sehr in meine Privatsphäre ein. Es reicht, wenn Menschen von mir Photos im Pool anfertigen, das ist schlimm genug. Aber eine Vollüberwachung meiner SMS-Gewohnheiten und Telefongewohnheiten geht zu weit, das ist mit mir nicht zu machen.“

    Erste Reaktionen:

    „Die Datenschutzproblematik musste endlich mal von Merkel aufgegriffen werden“, so Twister vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.

    19. April 2007 21
  • : Vorratsdatenspeicherung: Reaktionen auf den Kabinettsbeschluss
    Vorratsdatenspeicherung: Reaktionen auf den Kabinettsbeschluss

    Hier sammeln wir mal Statements der Verbände, Parteien und Institutionen, sowie Pressestimmen. Das meiste, was seit Mittag durch die Medien segelt, ist die dpa-Meldung. Manche remixen auch dpa, ddp und AP. Aber kaum eigenständiges bisher zu finden. Wer weitere Links zur Dokumentation hat, bitte in den Kommentaren posten.

    Hier erklärt die Bundesregierung, was man tolles geleistet hat: Besserer Rechtsschutz bei heimlichen Überwachungsmaßnahmen.

    Presseberichterstattung:

    Heise: Scharfe Reaktionen auf Kabinettsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung

    Welt: Wie viel Überwachung darf es künftig sein?

    Zeit.Zünder: So Leute wie uns.

    Tagesschau: Zypries erklärt die Vorratsdatenspeicherung: „Wir bauen die Bürgerrechte aus“.

    Netzeitung: Breite Kritik an Zypries’ Speicher-Gesetz

    Deutschlandfunk: „Maßlos“ – Bundesdatenbeauftragter Schaar kritisiert Pläne zur Vorratsdatenspeicherung. (MP3)

    Stern: Bei Anruf Überwachung.

    Heise: Bundesregierung segnet Vorratsdatenspeicherung ab.

    Zeit: Innere Sicherheit: Wachsende Konfusion.

    Focus: Zypries weitet Überwachung aus.

    Golem: Regierung beschließt Vorratsdatenspeicherung.

    Futurezone: Deutschland beschließt Data-Retention.

    Zeit: Kabinett: Umstrittene Vorratsdatenspeicherung beschlossen (Remix aus dpa und Eigenleistung)

    Spiegel: Kabinett beschließt Vorratsdatenspeicherung. (Remix aus Agenturmeldungen)

    Focus.de: Vorratsdatenspeicherung beschlossen. (Remix aus Agenturmeldungen)

    FR: Kabinett beschließt Datenspeicherung. (dpa-Meldung)

    Verbände:

    Bitkom will die Party bezahlt haben: Vorratsdatenspeicherung noch nicht durchdacht.

    Eco: Wirtschaft nicht zum Büttel staatlicher Überwachung machen.

    Dazu Oliver Süme, Vorstand Recht und Regulierung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, eco: „Das Novum der Vorratsdatenspeicherung liegt darin, dass unbescholtene Personen unter Generalverdacht gestellt werden, wenn sie per Internet und Telefon kommunizieren. Dabei folgt diese Maßnahme einem allgemeinen Trend, dass Internetprovider und Telekommunikationsunternehmen Daten über Bürgerinnen und Bürger ‚im Auftrag’ des Staates sammeln müssen und dafür die Kosten zu tragen haben, während gleichzeitig immer mehr Behörden Auskünfte einholen dürfen. Die Unternehmen werden wider Willen zum Hilfsscherriff gemacht. Originär staatliche Aufgaben werden in einem Maße auf die Wirtschaft übertragen, das über die Sozialpflichtigkeit der Unternehmen weit hinaus geht, da die enormen Kosten der Vorratsdatenspeicherung bei weitem nicht angemessen erstattet werden.“

    DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband: Der gläserne Journalist – Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung gefährdet Pressefreiheit.

    „Wir können nur hoffen, dass dieses Vorhaben doch noch auf juristischem oder politischem Wege gestoppt werden kann. Die angeblich zu erwartenden Erfolge in der Verbrechensbekämpfung stehen in keinem Verhältnis zu den Konsequenzen für die Pressefreiheit in Deutschland“, so Thomas Dreesen, Vorstandssprecher des DFJV. „Wir fordern die Regierung auf, die Rechte von Journalisten endlich wieder zu stärken und nicht ständig zu versuchen, diese weiter zu schwächen“, so Dreesen weiter.

    Deutscher Journalistenverband (DJV): Gesetz zur TK-Überwachung hebelt Informantenschutz aus.

    Der DJV sieht jetzt Bundesrat und Bundestag in der Pflicht, notwendige Änderungen im Gesetzentwurf vorzunehmen. Es sei Aufgabe des Parlaments, die weitere Aushöhlung von Informantenschutz und Freiheit der Berichterstattung zu verhindern. Wenn der Entwurf Gesetzeskraft erlange, könnten Journalistinnen und Journalisten nicht mehr für die Anonymität ihrer Informanten garantieren. Damit werde die Pressefreiheit in Deutschland weiter eingeschränkt. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken: „Ein Klima der Angst in Redaktionen vor Ausspähung ihrer elektronischen Kommunikation behindert den kritischen Journalismus, auf den Demokratie und Staat dringend angewiesen sind.“

    ULD: Weichert zur TK-Überwachung: „Kabinettsbeschluss sofort wieder einstampfen“

    „Dieser Gesetzentwurf darf es nicht bis ins Bundesgesetzblatt schaffen: Die Bundesjustizministerin tut so, als wäre die sechsmonatige Vorratsspeicherung von TK-Verkehrsdaten nichts Besonderes und Neues. Tatsächlich würde das Gesetz uns mit einem Schlag in eine voll überwachte Informationsgesellschaft katapultieren. Für die vage Aussicht, den einen oder anderen Kriminellen zu fangen, werden 100 Prozent der Bevölkerung bei der Nutzung von Telefon, Handy, SMS, E‑Mail und Internet überwacht. Dies ist eindeutig verfassungswidrig. Professionelle Kriminelle können sich der beabsichtigten Überwachung mit einfachen technischen Mitteln entziehen. Betroffen sein werden die Rechtschaffenen, die Gefahr laufen, unverschuldet in belastende Ermittlungen hineingezogen zu werden.

    Parteien:

    FDP: VAN ESSEN: Reformvorschläge zur Telefonüberwachung sind unzureichend.

    Linkspartei: Nein zur Vorratsdatenspeicherung.

    Grüne Jugend: Rechtspolitischer Wahnsinn der Großen Koalition.

    Grüne: Ein Volk unter Generalverdacht – Rechtsstaat schützen statt Abbau von Bürgerrechten.

    Grüne Fraktion: Schwarz-Rot setzt Speicherungswut fort.

    18. April 2007 18
  • : Umfrage: Schäuble = Verfassungsfeind
    Umfrage: Schäuble = Verfassungsfeind

    Zu Schäubles letzten VerfassungsverstößenVorstößen gibt es aktuell eine Umfrage bei tagesschau.de. Gewinner mit derzeit 84,8% ist folgende Antwort:

    Innenminister Schäuble benutzt die Angst vor dem Terror, um einen Überwachungsstaat aufzubauen. Der Verfassungsminister ist eine Gefahr für das Grundgesetz.

    Telepolis hat übrigens gerade geprüft, ob er deswegen schon unter Beobachtung der Verfassungsschutzbehörden steht. Laut Markus hat sich ja auch Zypries gerade öffentlich der von Schäuble geforderten Aufhebung der Unschuldsvermutung angeschlossen, das würde für sie also auch gelten.

    18. April 2007 19
  • : Heute Abend: Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung auf Phoenix
    Heute Abend: Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung auf Phoenix

    Heute Abend gibt es bei Phoenix eine Talkshow zur Vorratsdatenspeicherung um 22:15 Uhr. Und Fragen kann man auch stellen, wie mich Torsten gerade hinweist:

    Ihre Meinung ist uns wichtig! Beteiligen Sie sich an der PHOENIX Runde und mailen Sie uns Ihre Fragen zum Thema bis 20.00 Uhr an runde@phoenix.de.

    Torsten hat auch gleich ein paar Fragen vorformuliert:

    * Herr Bosbach, bekommen Sie nicht Bedenken, wenn der Innenminister eines Rechtsstaates von der Unschuldsvermutung abgeht?
    * Landet man in einer Anti-Terror-Datei, wenn man Stasi‑2.0‑Aufkleber verbreitet?
    * Lesen Sie ab und an Emails auf dem Bildschirm oder lassen Sie sie sich ausdrucken?

    Update: Danke für den Kommentar. Die Diskussion ist jetzt als Stream verfügbar. Aber lohnt sich höchstens, um die schlimmsten Zitate von Bosbach raus zu sampeln. Das war echt langweilig. Merkwürdig kam mir die Argumentation vom dem Kriminalisten und Bosbach vor, die ständig mit „mehr deutsche Tote nach dem 11. September als zur RAF-Zeit argumentierten“. Dass die nicht in Deutschland gestorben sind, sondern in anderen Ländern, wurd enicht erwähnt. Und interessant, dass dies nun eines der neuen „Killerargumente“ für den Abbau von Bürgerrechten ist.

    18. April 2007 4
  • : Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung
    Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung

    Gerade war ich in der Bundespressekonferenz, wo Justizministerin Brigitte Zypries u.a. den Kabinettsbeschluss zur Vorratsdatenspeicherung vorstellte. Da wird es noch einige Berichterstattung geben, eine grosse Anzahl an Fernsehsendern war da für die einminütige Statement-Zusammenfassung, aber auch Heise und Telepolis. Ich konzentriere mich jetzt nur mal auf meien Mitschriften zur Vorratsdatenspeicherung. Das andere war mir zuviel Neuordnung Strafgesetzordnung und dementsprechende juristische Sprache, um auf die schnelle alles mitzutippen. Das ist jetzt alles Mitschrift und ich bemühe mich weitgehend alles richtig wiedre zugeben. Sollte man aber mal mit den Phoenix-Pressekonferenz abgleichen, die hoffentlich jemand aufzeichnet.

    Zypries: Die Vorratsdatenspeicherung sei ja eine Regelung, die schon lange in der Diskussion sei. Da habe es „schon viel Ärger gegeben“. Zypries warf ein, dass man mit dem Vorwurf konfrontiert werde, „dass es nicht ginge, dass wir das umsetzen“. „Und das wir uns mehr hätten dafür auf EU-Ebene einsetzen müssen“. „Wir haben Widerstand geleistet gegen eine exzessive Formulierung und der Entwurf sah vor, bis zu 36 monate zu speichern, auch Anrufversuche, dass man Bewegungsbilder beim Handy speichern wollte, der vorsah, dass Geräteerknnung der computer gespeichert würden“. Die Bundesregierung hätte sich auf „EU-Ebene am massivsten und nachträglichsten dagegen gewandt“, man „wäre aber mit wehenden Fahnen untergegangen“. „Wir mussten mitverhandeln, um eine Verhältnismässigkeit zu erreichen, die unserer Verfassung entgegen kommt.“

    18. April 2007 18
  • : Vorratsdatenspeicherung im Kabinett beschlossen – Mitglieder von SPD, CDU und CSU dagegen
    Vorratsdatenspeicherung im Kabinett beschlossen – Mitglieder von SPD, CDU und CSU dagegen

    Das Bundeskabinett hat heute Vormittag den Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung abgenickt. Jetzt geht er in den Bundestag. Die Versuche der Journalistenverbände, in letzter Minute noch einen Informandenschutz reinzudrücken, haben auch nichts mehr gebracht (und hätten wegen der mehrfach redundanten Speicherung auch nicht funktioniert, aber das ist ein anderes Thema).

    Justizministerin Zypries wollte ja in den letzten Tagen gern als Bremserin von Überwachungsminister Schäuble da stehen, aber dies hier ist ihr Projekt. Sie macht sich ganz gut als Wahrheitsministerin, wenn sie im ARD Morgenmagazin heute erklärt, dass es damit einen „Ausbau der Bürgerrechte“ gibt. Wieso ist sie dann eigentlich noch so gegen die „Speicherung von Fingerabdrücken auf Vorrat“ (O‑Ton Zypries dort)? In den Augen der Bundesregierung sind wir jetzt ja ohnehin alle potenzielle Verbrecher. Eine gute Antwort gibt es dort auch von Thilo Weichert, dem Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein.

    Damit verlagert sich das Überwachungsvorhaben aus dem kleinen Kreis der Bundesregierung in die Breite der Fraktionen im Bundestag. Dazu gibt es aktuell eine sehr passende Kampagne: „SPD, CDU und CSU gegen Vorratsdatenspeicherung“.

    Mitglieder, Mandatsträger und Untergliederungen der Volksparteien SPD, CDU und CSU sollen sich öffentlich gegen die „drohende Zwangsspeicherung des Telekommunikationsverhaltens der gesamten Bevölkerung“ aussprechen. Der Virtuelle Ortsverein der SPD (VOV) unterstützt den Aufruf bereits.

    Also: Spread the word, und jetzt nicht aufgeben! Im Bundestag rumort es schon ziemlich bei diesem Thema, nach dem was man so hört und liest.

    Update 1: Gerade bei Rabenhorst eine schöne Zusammenfassung gefunden, die nochmal auf den Punkt bringt, um was es hier geht:

    Auch wenn die Vorratsdatenspeicherung und ihre Konsequenzen schon x‑mal Thema im Weblog war, an dieser Stelle anlässlich der „Beratungen“ eine kurze Aufstellung der Daten und Informationen, die sich die Bundesregierung und ihre Sicherheitsorgane von jedem über die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht für sechs Monate von Festnetz- und Mobilfunkanbietern, Internetzugansgprovidern, E‑Mail Dienstenanbietern und Anbietern von Anonymisierungsdiensten auf Halde legen lassen will:

    • Deine Telefon- bzw. Handynummer, die im Falle von VoIP die SIP-Nummer wäre und die aller Freunde und Freundinnen, Bekannten, Arbeitskollegen, Schul- und Studienfreunde und anderer Personen, mit denen Du per Telefon, Handy und VoIP sprichst und zum Beispiel SMS austauschst. Benutzt Du VoIP, auch Deine jeweilige IP-Adresse.
    • Wann und wie lange Du mit Deinen Kontakten kommunizierst.
    • Welche Übermittlungsdienste Deines Telefonieanbieters Du benutzt.
    • Deinen ungefähren Aufenthalt und den Deiner Kontakte über die Funkzellen, wenn Du mit dem Handy unterwegs bist.
    • Die IMSI und IMEI Nummern der verwendeten Handys
    • Deine E‑Mail und IP Adresse sowie Kunden- und Kontendaten bei E‑Mail Dienstenanbietern, die E‑Mail Adresse aller Empfänger, an die Du E‑Mails versendest.
    • Jeweils wann und wie lange Du E‑Mails versendest
    • Generell immer die IP Adressen, die Dir von Deinem Internetzugangsprovider zugeteilt werden
    • Wann und wie lange Du über Deinen Internetzugangsprovider ins Internet gehst

    Übersetzt in die Sphäre der direkten, persönlichen Beziehungen und Gespräche, die für jeden zum Alltag gehören, würde die „Vorratsdatenspeicherung“ bildlich so aussehen, dass immer dann, wenn Du zum Beispiel mit anderen Personen in Cafes, auf dem Marktplatz oder zu Veranstaltungen zusammentriffst, um zu plaudern oder Dich auszutauschen, ein Polizist wie der „Teufel aus der Box“ vorspringt und sich automatisch und unsichtbar Deinen Namen und die Namen aller Leute, mit denen Du gerade sprichst oder die zufällig um Dich herumstehen, die Dauer Eures Zusammentreffens, den Namen von Straßen und Plätzen, an denen Ihr zusammentrefft und die Personalien Eures Personalausweises in ein großes, dickes Notizbuch notiert.

    Update 2: Hier die offizielle Pressemitteilung des BMJ zum Nachlesen und Zerpflücken.

    Update 3: Patrick Breyer hat sich die beschlossene Fassung des Gesetzesentwurfes angesehen und sie mit dem alten Referentenentwurf verglichen. Er findet auf den ersten Blick folgende Änderungen:

    1. Einziger Lichtblick: Das völlig aussichtslose Unterfangen, anonyme E‑Mail-Konten zu verbieten, ist nicht mehr vorgesehen (§ 111 TKG‑E).
    2. Anonymisierungsdienste sollen aber weiterhin zur Vorratsspeicherung verpflichtet werden.
    3. Die Verwendung vorratsgespeicherter Verkehrsdaten soll nicht mehr nur zur Strafverfolgung, sondern jetzt auch „zur Abwehr von erheblichen Gefahren“ und „zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben“ aller Geheimdienste erlaubt werden (§ 113b TKG‑E).
    4. Die Speicherpflichten sollen zwar erst ab 1.1.08 gelten, dann aber auch für Internetdienste (Email, Internetzugang). Der nach der [EU-]Richtlinie mögliche Aufschub für Internetdienste bis zum 15.3.09 ist nicht mehr vorgesehen (Artikel 16 des Entwurfs)!

    Update 4: Patrick hat noch mehr gefunden:

    5. Die Identifizierungspflicht soll nicht mehr nur für die Vergabe von Rufnummern gelten, sondern für die Vergabe sämtlicher „Anschlusskennungen“ außer E‑Mail (§ 111 TKG‑E). Als Beispiel „sonstiger Anschlusskennungen“ nennt die Begründung DSL-Anschlüsse, aber ich bin mir noch nicht ganz klar, welche „Anschlusskennungen“ sonst noch erfasst sein könnten.

    6. Bei der E‑Mail-Nutzung ist der Speicherwahn ausgeweitet worden (§ 111 TKG‑E). Gespeichert werden sollen nicht nur die Emailadressen von Absendern und Empfängern wie in der Richtlinie vorgesehen. Gespeichert werden soll jetzt auch (über die Richtlinie hinaus)
    a) die IP-Adresse des Nutzers bei jedem Versenden einer Email,
    b) die IP-Adresse des Absenders bei jedem Empfangen einer Email,
    c) die IP-Adresse des Nutzers bei jedem Zugriff auf das Postfach.

    18. April 2007 16
  • : Kunstaktion gegen Vorratsdatenspeicherung
    Kunstaktion gegen Vorratsdatenspeicherung

    Das ist ja nett: Wenn man statt einer Demonstration eine Kunstaktion macht, darf man das auch in der Bannmeile. StudentInnen aus Potsdam haben heute morgen vor dem Reichstag auf die Folgen der zunehmenden Überwachung hingewiesen, parallel zur Kabinettssitzung, wo die Vorratsdatenspeicherung abgesegnet wurde (mehr dazu in Kürze).

    kunst-vs-vds-2.jpg

    Auf den schwarzen T‑Shirts steht übrigens„Stasi 2.0″, auf den roten „Der Staat weiß jetzt alles“.

    kunst-vs-vds-1.jpg

    kunst-vs-vds-3.jpg

    Mehr Bilder gibt es hier, hier, hier und hier (hohe Auflösung, zip-Ordner 54,5MB), einen Bericht eines Teilnehmers hier.

    18. April 2007 7
  • : Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff?
    Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff?

    Ich wunderte mich gestern Abend, als die Meldung „Wirtschaft stützt Schäubles Plan für heimlichen PC-Zugriff“ über dpa tickerte. Zumal da eigentlich nicht viel drin stand, ausser etwas Schizophrenie. IT-Sicherheit soll erhöht werden, man hat Angst vor Wirtschaftsspionage und irgendwie will man aber trotzdem Online-Durchsuchung. Klang unlogisch für „die“ Sicherheitsbranche. Zumal ich als Blogger die „Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft e.V.“ jetzt nicht wie „Die Wirtschaft„TM bezeichnet hätte. Aber Journalismus ist manchmal etwas anders.

    Heute les ich dann beim Bundestrojaner-Blog, dass der Vorsitzende dieser Wirtschaftsvereinigung, die via dpa/Handelsblatt die Online-Durchsuchung gut findet, vorher beim Verfassungsschutz und im Innenministerium gearbeitet hat. Welch ein Wunder. Und das erklärt auch die tolle Überschrift: „Wirtschaft für Online-Durchsuchung“. Nennt man das jetzt Spin?

    18. April 2007 4
  • : „Stasi 2.0“ und die Vorratsdatenspeicherung – erste Ergebnisse
    „Stasi 2.0“ und die Vorratsdatenspeicherung – erste Ergebnisse

    Danke an alle für’s Mitmachen! Technorati zeigt bereits 89 Blogposts mit dem Inhalt „Stasi 2.0“, 19 davon auch entsprechend verschlagwortet. Zum Tag „Vorratsdatenspeicherung“ gibt es gar 294 Einträge, die natürlich teilweise schon älter sind. Mal sehen, wieviele es noch werden. Aus den Kommentarspalten der Blogs, die ich heute dazu gescannt habe, gibt es jedenfalls nur Zustimmung. Das macht Mut, auch dafür danke!
    Hier eine kleine Auswahl eurer Kreativität. Ergänzungen bitte in den Kommentaren, Grafiken, Plakate und andere Ideen bitte auch ins Wiki des AK Vorrat stellen!

    Ihr seid natürlich aufgerufen, weiterzumachen. Die Sache wird morgen wahrscheinlich in irgendeiner Form abgesegnet werden, aber die Aufmerksamkeit ist gerade extrem hoch und die Kritik am Überwachungsstaat nimmt zu. Jetzt heisst es durchhalten, weitersagen, und noch mehr Ideen und Aktivitäten entwickeln.

    Ach ja: Bei Pledgebank sind bereits 64 dieser Versprechen eingegangen:

    „Ich werde 5 EUR im Monat spenden an den AK Vorratsdatenspeicherung, wenn 500 Menschen das Gleiche tun.“

    Wir brauchen also noch 436.

    17. April 2007 28
  • : 20000 Bewerberdatensätze online
    20000 Bewerberdatensätze online

    Noch ein dümmster anzunehmender Datenunfall, berichtet beim Register. Bis vor kurzem konnte man sich bei der betreffenden Firma online bewerben… Jetzt nicht mehr.

    Lime Pictures had been mistakenly displaying thousands of individual applicants’ personal details on the job section of its website. […]

    In fact, up until around mid-afternoon yesterday, the entire database containing the history of nearly 20,000 job applications was open for all to see.

    By simply changing the ID number on the query string of the URL, many more personal details of individual applicants were revealed.

    It is not known how long the website had been displaying the confidential information which included home addresses, telephone numbers, and salary details. Shortly after The Reg spoke to the TV firm, however, the job section of the site was taken down.

    Hier nicht so bekannt, Lime Pictures produziert u.a. die Serien Grange Hill und Hollyoaks für BBC 1 und Channel 4 in Großbritannien.

    17. April 2007 1
  • : Zypries-Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung
    Zypries-Pressekonferenz zur Vorratsdatenspeicherung

    Die morgige Pressekonferenz zum Kabinettsbeschluss zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung ist örtlich verschoben, wie ich gerade von der Pressestelle des Bundesjustizministerium erfahren habe. Statt im BMJ findet sie in der Bundespressekonferenz statt (Nicht zu verwechseln mit dem Presse- und Informationsamt). Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Pressekonferenz im Vorfeld schon viel Aufmerksamkeit erzeugt hat. Muss es aber nicht. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich morgen ab 12:30h mehr oder weniger live von dort berichten. Oder im Anschluss.

    Hinweis von Ralf: Im Anschluss zeigt Phoenix eine Aufzeichnung im Fernsehen. Gut zum mitschneiden. Vielleicht gibt es ja Aussagen, die man mal in Mash-Ups verwerten kann.

    Update: Meine Teilnahmebestätigung ist da mit folgendem Hinweis:

    Sie können an dieser Bundespressekonferenz ohne Fragerecht teilnehmen.

    Ist ja erstmal schön, dass man als Blogger zugelassen wird. Aber wie lange wird es dauern, bis Blogger auf Pressekonferenzen der Bundesregierung auch mal Fragen stellen dürfen? Und wie wird das derzeit geregelt: Dürfen nur bei der Bundespressekonferenz akkreditierte Journalisten Fragen stellen oder Besitzer eines Presseausweises? Ich frag mal nach.

    Nochmal Update: Wieder was gelernt. Die Bundespressekonferenz ist ein privatwirtschaftlicher Verein, wo man Mitglied werden kann. Feste zahlen 30 Euro, Freie 20 Euro Mitgliedsgebühr – pro Monat. Dafür darf man auch Fragen stellen und bekommt wohl auch sein eigenes Fach, wo dann Pressemitteilungen, etc. abgelegt werden. Mittelfristig sollte ich vielleicht einfach mal versuchen, Mitglied werden. Aber wie ich gerade nachlese, dürfte das nicht so einfach sein. Es gibt nämlich eine Satzung und die sagt folgendes zum Mitgliederstatus:

    Die Korrespondententätigkeit muss hauptberuflich als angestellte® Redakteur(in) oder freie® Journalist(in) für Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Wochen- und Monatszeitschriften, Nachrichtenagenturen, Presse- und Informationsdienste oder elektronische Medien ausgeübt werden, die ausschließlich gegen Entgelt verbreitet werden. Den in Satz 2 aufgeführten Medien sind Hörfunk- und Fernsehanstalten gleichgestellt. Gleichgestellt sind auch Korrespondentenbüros, die ihre journalistische Arbeit den in Satz 2 aufgeführten Medien gegen Entgelt zur Verfügung stellen.

    Das dürfte ein Ausschlusskriterium für Online-Journalisten und/oder Blogger sein. Oder irre ich mich da? Eigentlich schade, dass ein Fragerecht an die Bundesregierung bei Pressekonferenzen in der Bundespressekonferenz so stark reglementiert werden. Ich hab gerade nicht das Gefühl, dass dies so noch zeitgemäss ist. Bei Pressekonferenzen in Ministerien darf ich Fragen stellen.

    (ironie)Vielleicht ist es ja auch eine bekannte Strategie der Bundesregierung, dass man Pressekonferenzen, wo viel zivilgesellschaftliche Kritik geäussert werden dürfte, bewusst dorthin verlegt? Ich weiss es gerade auch nicht.(/ironie)

    Update: Wer sich für die Arbeit und Aufgabe der Bundespressekonferenz interessiert, kann dies in den Kommentaren finden. Die Arbeitsweise ist sinnvoll. Mal schauen, wann ein Blogger in Deutschland mal professioneller Parlamentsberichter wird.

    17. April 2007 8
  • : What the fuck is informationelle Selbstbestimmung?
    What the fuck is informationelle Selbstbestimmung?

    Der AStA von der der FH Münster hat die Broschüre „What the fuck is informationelle Selbstbestimmung“ herausgegeben. Diese gibts als PDF zum Download.

    17. April 2007 1