Datenschutz

  • : J!Cast 32: Online-Durchsuchungen
    J!Cast 32: Online-Durchsuchungen

    Der J!Cast 32 dreht sich um „Online-Durchsuchungen“:

    Der BGH hat entschieden, dass es für Online-Durchsuchungen keine Rechtsgrundlage gibt, und dass diese Ermittlungsmethode damit nicht zulässig ist. Vom Tisch sind Online-Durchsuchungen damit aber noch lange nicht. Wie so eine Durchsuchung eigentlich funktioniert, warum es aufwändig wäre, eine Ermächtigungsgrundlage in der Strafprozessordnung zu schaffen und warum das alles nicht besonders sinnvoll wäre, erläutern mit mir Eva Schröder, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ITM und Jan Remmer Siebels, Student der Uni Münster und mein Techniker.

    Hier ist die 12MB grosse MP3.

    7. Mai 2007 1
  • : Stasi 2.0 trifft Wahlkampf-Schäuble in Bremen
    Stasi 2.0 trifft Wahlkampf-Schäuble in Bremen

    In Bremen sind ja am Sonntag Landtagswahlen, und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble war vorgestern nochmal kurz da, um Stimmung für die CDU zu machen. Vorher hatte er auf einer CDU-Veranstaltung zur Abschaffung der letzten Bürgerrechte inneren Sicherheit in Hamburg noch einmal klar gemacht, dass er für den Bundestrojaner und gegen die Verfassung ist.

    Auch in Bremen regt sich dagegen der Widerstand. Zunächst waren über Nacht an lustigen Stellen in der ganzen Stadt die bekannten „Stasi 2.0“-Logos aufgetaucht.

    Stasi-2.0 Bremen Schäuble-Plakat

    Sogar die CDU Bremen machte unfreiwillig Wahlkampf mit den Überwachngsplänen ihres Bundesinnenministers.

    STasi 2.0 Bremen CDU-Flyer

    Und zum guten Schluss gab es am Tag des Wahlkampfauftrittes eine kleine Aktion des CCC Bremen in der Innenstadt und vor dem Veranstaltungsgebäude.

    Stasi 2.0 Bremen Demo

    Fazit: Wenig Aufwand, viel Spaß, Sympathiebekundungen von Passanten, und auch noch einige Erwähnungen in den lokalen Medien. Mehr Bilder, die Pressemitteilung und das Flugblatt gibt es hier. Gestern war übrigens auch noch eine ähnliche Aktion in Dresden.

    5. Mai 2007 15
  • : Datenspuren 2007 – Privatsphäre war gestern
    Datenspuren 2007 – Privatsphäre war gestern

    Der Chaos Computer Club Dresden lädt am kommenden Wochenende zum vierten Mal zum Symposium „Datenspuren“ ein. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung findet Samstag und Sonntag im Kulturzentrum Scheune, Alaunstr. 36–40 in Dresden statt. Der Fahrplan ist jetzt online gegangen. Thematisch dreht sich alles um Wahlcomputer, Videoüberwachung, Informationsfreiheit, Biometrie, Vorratsdatenspeicherung und noch einiges mehr.

    2. Mai 2007 2
  • : Chaosradio heute Abend: Biometrische Vollerfassung
    Chaosradio heute Abend: Biometrische Vollerfassung

    Heute Abend gibt es wieder mal ein Chaosradio auf Fritz. Das Thema ist diesmal die „Biometrische Vollerfassung“. Konkret geht es um Fotofahndung, zentrale Fingerabdruckdatei und die Personenkennziffer.

    Wenn es nach dem Willen unseres Innenministers geht, haben wir es bald geschafft. Willkommen im Überwachungsstaat. Nicht einmal anderthalb Jahre nach Einführung des elektronischen Reisepasses ist es soweit. Die Polizei soll automatisch auf die digital gespeicherten Fotos zugreifen können, um Verkehrssünder zu überführen, und in der CDU denkt man schon laut über eine zentrale Datei der Fingerabdrücke nach, noch bevor diese überhaupt im Pass gespeichert werden. Frühere anders lautende Versprechen gelten in Zeiten der allgegenwärtigen Terrorgefahr schon lange nichts mehr. Die noch 1984 vom Bundesverfassungsgericht verbotene Personenkennziffer ist so nah wie nie.

    Das nach den schlechten Erfahrungen während des Nationalsozialismus dezentralisierte Meldesystem wird Schritt für Schritt wieder zusammengeführt. Datensparsamkeit und stark begrenzter Zugriff anderer Behörden werden aufgeweicht. Was es mit diesem Zentralregister auf sich und warum damit unsere Bürgerrechte weiter beschnitten werden, möchten wir im Chaosradio mit euch diskutieren.

    2. Mai 2007 1
  • : I love your data
    I love your data

    Nico von Jackpotbaby hat eine weitere Schäublone produziert: Bundesinnenminister goes wild. Gefällt mir.

    Die Schäublone gibt es in den folgenden Formaten zum herunterladen, ausdrucken und ggf. weiterbearbeiten: JPG, EPS, AI, SVG

    2. Mai 2007 2
  • : Online-Durchsuchung durch Verfassungsschutz: Nur ein Missverständnis?
    Online-Durchsuchung durch Verfassungsschutz: Nur ein Missverständnis?

    Die Dienstvorschrift zur Erlaubnis der Online-Durchsuchungen durch den Verfassungsschutz dreht weiter muntere Kreise. Aktuell hat die TAZ ein paar News: Online-Schnüffeln ohne Freibrief?

    Eigentlich war alles gar nicht so gemeint, sagt Staatssekretär Lutz Diwell (SPD), eine Schlüsselfigur des jüngsten deutschen Geheimdienstskandals. Diwell hat im Sommer 2005 als Innenstaatssekretär die Dienstvorschrift unterzeichnet, die dem Verfassungsschutz den Zugriff auf private Festplatten erlaubte. Er habe dabei aber geglaubt, dass es nur um die Beobachtung geschlossener Internet-Foren gehe. Dass der Verfassungsschutz auf dieser Grundlage auch den Inhalt privater Computer ausspähen könnte, sei ihm überhaupt nicht bewusst gewesen, erklärte er jetzt über seine Sprecherin der taz.

    Die Sache mit der Technik.…

    […]

    Hat der Geheimdienst eigenmächtig mehr getan, als ihm das Innenministerium erlaubte? Der Verfassungsschutz wollte gestern auf taz-Anfrage nicht erläutern, welche Befugnisse er konkret gegenüber dem Innenministerium angefordert hat und wann er mit dem Zugriff auf private Festplatten begann. Dies unterliege der Geheimhaltung, hieß es zur Begründung. Auch der konkrete Wortlaut der geänderten Dienstvorschrift ist noch unbekannt. Das Innenministerium beruft sich ebenfalls auf Geheimhaltungspflichten.

    Schade, dass es soviele Ausnahmeregelungen beim Informationsfreiheitsgesetz gibt. Aber vielleicht gibts ja demnächst doch mal die Dienstvorschrift zum lesen. Würde mich ja interessieren, wie man sowas in diesem Fall formuliert.

    Passend dazu auch der Kommentar von Christian Rath in der TAZ: Geheimdienst außer Kontrolle.

    Wer trägt die Verantwortung für den jüngsten Verfassungsschutz-Skandal? Otto Schily und die frühere rot-grüne Bundesregierung oder doch der amtierende Innenminister Wolfgang Schäuble? Oder hat der Verfassungsschutz die Politiker aller Couleur hinters Licht geführt? Fest steht: Das Bundesamt für Verfassungsschutz fühlte sich von der Politik ermächtigt, mit Spionagesoftware auf die Festplatten von Privatcomputern zuzugreifen. Zwar hat es wohl nur wenige derartige Online-Durchsuchungen durch den Verfassungsschutz gegeben. Der Vorgang ist also weniger ein Beleg für Tendenzen zum Überwachungsstaat, sondern eher dafür, wie schnell sich Dienste und Sicherheitsbehörden verselbständigen, wenn sie nicht öffentlich und nachvollziehbar kontrolliert werden.

    2. Mai 2007 2
  • : Frankreich: Gesetz für das Vertrauen in die digitale Wirtschaft
    Frankreich: Gesetz für das Vertrauen in die digitale Wirtschaft

    Über ein französisches Überwachungsgesetz mit dem blumigen Namen „Gesetz für das Vertrauen in die digitale Wirtschaft“ berichtet Heise: Französische Provider sollen Nutzer-Identifikationsdaten auf Vorrat speichern.

    In Frankreich sorgt der Regierungsvorschlag zur technischen Umsetzung der einjährigen Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten bei Providern und Bürgerrechtlern für Unmut, da er weit über die EU-Vorgaben hinausgeht. Der Entwurf für ein Dekret zur Anwendung des bereits beschlossenen „Gesetzes für das Vertrauen in die digitale Wirtschaft“ sieht laut der zivilgesellschaftlichen Organisation Imaginons un Réseau Internet Solidaire (IRIS) unter anderem vor, dass die Netzanbieter über die gängigen Verbindungs- und Standortdaten auch die Identifikationsdaten, Login-Informationen, Pseudonyme und Passwörter für sämtliche Nutzungsvorgänge im Internet aufbewahren müssen. Einträge, Änderungen oder Kommentare in Weblogs oder Foren wären davon genauso erfasst wie etwa die Beantragung und Anwendung eines E‑Mail-Kontos. Eine anonyme Internetnutzung wäre damit in Frankreich nicht mehr möglich.

    KLingt ja echt vertrauenswürdig für die Verbraucher und die gesamte Wirtschaft, wenn solche Daten irgendwo gespeichert werden. Mal schauen, wie lange es dauert, bis Schäuble mit der Idee um die Ecke biegt.

    30. April 2007 2
  • : Wolfgang Wieland zu Online-Durchsuchungen
    Wolfgang Wieland zu Online-Durchsuchungen

    tagesschau.de hat den Grünen-Innenexperte Wolfgang Wieland interviewt: „Online-Durchsuchungen braucht man nicht“.

    tagesschau.de: Das Grundgesetz schützt die Unverletzlichkeit der Wohnung. Fällt darunter auch der Laptop im Park?

    Wieland: Der Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche sagte im Innenausschuss, Artikel 13 – die Unverletzlichkeit der Wohnung – brauche uns nicht zu kümmern, denn Laptops könne man ja überall benutzen. Das war eine der dümmsten, pennälerhaftesten Ausreden, die ich im politischen Bereich je gehört habe. Wäre das richtig, könnte man jederzeit Akten ohne richterliche Durchsuchung in einem Büro mit der Begründung beschlagnahmen, diese würden ja auch manchmal mit in den Zug genommen – daher gelte nicht der Schutz des Wohn- bzw. Bürogebäudes. Genauso hanebüchen war die Begründung, warum Artikel 10 – der Schutz des Post- und Fernmeldegeheimnisses – nicht berührt werde. Da wurde allen Ernstes gesagt, dadurch würde nur die laufende Kommunikation geschützt . Artikel 10 schützt aber auch den Inhalt.
    […]
    tagesschau.de: Können Sie sich eine Regelung vorstellen, bei der die Grünen Online-Durchsuchungen zustimmen?

    Wieland: Nein. Man braucht das nicht. Wir sehen auch keine Sicherheitslücke. Wir gehen auch davon aus, dass das noch nie richtig geklappt hat. Es gab technische Schwierigkeiten. Das Einschleusen hat nicht geklappt und gerade die gefährliche Szene wird Wege finden, sich vor Bundestrojanern zu schützen.

    30. April 2007 1
  • : Ralf klärt über Identität auf
    Ralf klärt über Identität auf

    Der data-epi-spacing elektrische data-epi-spacing Reporter data-epi-spacing hat data-epi-spacing in data-epi-spacing der data-epi-spacing Folge data-epi-spacing 28 data-epi-spacing Ralf data-epi-spacing Bendrath data-epi-spacing über data-epi-spacing die data-epi-spacing Risiken data-epi-spacing von data-epi-spacing Online-Identitätssystemen data-epi-spacing interviewt:

    Hier klicken, um den Inhalt von www.elektrischer-reporter.de anzuzeigen.

    data-epi-spacing data-epi-spacing

    Es data-epi-spacing wäre data-epi-spacing in data-epi-spacing der data-epi-spacing Tat data-epi-spacing praktisch, data-epi-spacing wenn data-epi-spacing irgend data-epi-spacing eine data-epi-spacing pfiffige data-epi-spacing Entwicklung data-epi-spacing die data-epi-spacing andauernden data-epi-spacing Registrier- data-epi-spacing und data-epi-spacing Anmeldeorgien data-epi-spacing bei data-epi-spacing all data-epi-spacing den data-epi-spacing neuen data-epi-spacing und data-epi-spacing bunten data-epi-spacing Web-Diensten data-epi-spacing überflüssig data-epi-spacing machen data-epi-spacing könnte. data-epi-spacing Derzeit data-epi-spacing sind data-epi-spacing einige data-epi-spacing Systeme data-epi-spacing in data-epi-spacing Entwicklung data-epi-spacing oder data-epi-spacing bereits data-epi-spacing im data-epi-spacing Einsatz, data-epi-spacing die data-epi-spacing ein data-epi-spacing Ende data-epi-spacing der data-epi-spacing Username-Passwort-Hantiererei data-epi-spacing versprechen. data-epi-spacing Der data-epi-spacing Politologe data-epi-spacing Ralf data-epi-spacing Bendraht data-epi-spacing mahnt data-epi-spacing zur data-epi-spacing Vorsicht: data-epi-spacing In data-epi-spacing diesen data-epi-spacing Identitäts-Silos data-epi-spacing sammeln data-epi-spacing sich data-epi-spacing Datenmengen data-epi-spacing an, data-epi-spacing die data-epi-spacing genaueste data-epi-spacing Rückschlüsse data-epi-spacing über data-epi-spacing unser data-epi-spacing aller data-epi-spacing Web-Aktivitäten data-epi-spacing erlauben. data-epi-spacing

    Leider data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing immer data-epi-spacing noch data-epi-spacing kein data-epi-spacing freies data-epi-spacing OGG-Format. data-epi-spacing Und data-epi-spacing ich data-epi-spacing frage data-epi-spacing mich data-epi-spacing gerade, data-epi-spacing welches data-epi-spacing Format data-epi-spacing das data-epi-spacing kleinere data-epi-spacing Übel data-epi-spacing ist: data-epi-spacing Quicktime data-epi-spacing oder data-epi-spacing iPod? data-epi-spacing Ansonsten data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing hier data-epi-spacing die data-epi-spacing MP3-Datei.

    30. April 2007 4
  • : Was der Bundestrojaner uns über den Krypto-Kampf sagt
    Was der Bundestrojaner uns über den Krypto-Kampf sagt

    Fefe hat eine interessante Einschätzung:

    So gesehen ist das ein großer Sieg, daß der Staat jetzt mit dem Onlinetrojaner die Hosen runter läßt, denn das sagt mir, daß unsere Krypto-Kampagnen Erfolg genug hatten, um den Regierenden Angst zu machen, ihre Schäfchen könnten sich ohne ihr Mitwissen gegen sie auflehnen. Daher: Weitermachen! Mehr Krypto! Alle eure Platten verschlüsseln, eure Emails verschlüsseln, alles verschlüsseln. Je weniger ihr zu verbergen habt, desto mehr Krypto müßt ihr benutzen.

    PS: Wo bleibt eigentlich die Revolution?

    28. April 2007 15
  • : FDP und Union gemeinsam gegen Tauschbörsennutzer
    FDP und Union gemeinsam gegen Tauschbörsennutzer

    Gestern fand im Bundestag die erste Lesung der Richtlinie für die Durchsetzung Geistigen Eigentums (IPRED1) statt. Die Richtlinie sieht zivilrechtliche Werkzeuge zur Bekämpfung von Produktpiraterie vor. Die EU-Richtlinie ist 2004 unter leicht merkwürdigen Umständen entstanden, als die Ehefrau des ehemaligen Universal-Vivendi Chefs zufällig auch Berichterstatterin des EU-Parlaments für diese Richtlinie war. Und dabei unter ihrer Ägide die vormals sinnvolle Bekämpfung von kommerzieller Produktpiraterie auf nicht-kommerzielle Tauschbörsennutzer ausgeweitet wurde. Nun befasst sich der Bundestag mit der Richtlinie und unsere Justizministerin Brigitte Zypries hat alle etwas überrascht, als sie im Regierungsentwurf für die nationale Umsetzung eine Deckelung der Abmahngebühren auf 50 Euro einführte. Dafür kann man sie auch mal loben, zumindest einen Kompromiss gefunden zu haben, der Verbraucherrechte etwas stärkt. Das finden aber nicht alle so.

    Stefan Krempl berichtet auf Heise nun von der ersten Lesung, die etwas gespenstisch war: Alle Abgeordnten gaben ihre Redebeiträge in schriftlicher Form ab: Skepsis gegenüber Richtervorbehalt für Auskunftsansprüche bei Urheberrechtsverletzungen. Eine Debatte gabs nicht wirklich. Die von mir in der Datenschutz-Debatte geschätzte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von FDP will lieber harte Strafen für Tauschbörsennutzer. Aber die FDP ist ja auch der grösste Fan von DRM im Bundestag. Und irgendwie haben sie die Verbindung von Bürger- und Verbraucherrechten in der Urheberrechts-Debatte immer noch nicht raus:

    „Produktfälschungen, Raubkopien oder illegale Downloads aus dem Internet sind keine Kavaliersdelikte, sondern eine ernsthafte wirtschaftliche Bedrohung“, machte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für die FDP-Fraktion klar. Der Regierung warf sie vor, mit dem Entwurf „ihre eigenen Zielsetzungen aber einmal mehr als bloße Lippenbekenntnisse“ zu entlarven. Mit der Einschränkung von Auskunftsansprüchen auf Urheberrechtsverstöße im gewerbsmäßigen Ausmaß wäre der gesamte Bereich der Tauschbörsen ausgenommen. Das Internet dürfe aber „keine Blackbox sein, die durch unangreifbare Anonymität zu einem Paradies für Rechtsverletzer wird“. Bei allem Einsatz für den Datenschutz müsse zudem noch geklärt werden, ob der Richtervorbehalt erforderlich sei. Die geplante Begrenzung der Anwaltskosten bezeichnete die Liberale als „Irrweg“ und „reinen Populismus“.

    Ansonsten gibts noch Norbert Geis, der irgendwie trotz seinen ganzen diskriminierenden Äusserungen immer noch für die Union im Bundestag sitzt. Aber die rechte Flanke muss ja irgendwie gesichert werden. Norbert Geis nutzte diesmal die Chance, sich als Lobbyvertreter der Unterhaltungsindustrie zu profilieren. Das mit dem Richtervorbehalt ist ja unpraktisch, wenn man gerne Tauschbörsennutzer pleite klagen möchte. Und Datenschutz ist im weg.

    Sonst gibts noch den Rechtsexperten der SPD-Fraktion, Direk Manzewski. Der findet die 50 Euro für die erste Abmahnung als zu niedrig und fällt seiner eigenen Justizministerin in den Rücken.

    27. April 2007 8
  • : Constanze Kurz und Frank Rieger im tagesschau.de-Chat
    Constanze Kurz und Frank Rieger im tagesschau.de-Chat

    Constanze Kurz und Frank Rieger vom Chaos Computer Club waren gestern im tagesschau.de-Chat zu lesen. Das Transcript ist jetzt online:

    Unsere Gäste sind heute Constanze Kurz und Frank Rieger vom Chaos Computer Club (CCC). Erstmal vielen Dank Frau Kurz und Herr Rieger, dass Sie sich Zeit für unsere User nehmen. Haben Sie Fragen zu Bundestrojanern auf dem Privat-PC, dem elektronischen Fingerabdruck im Pass oder ähnlichen Themen, dann ist jetzt die Gelegenheit, sie zu stellen. Denn der Chaos Computer Club beschäftigt sich mit den Auswirkungen der technischen Entwicklung auf unser Leben.
    Kann es losgehen?

    26. April 2007
  • : Moratorium setzt Online-Durchsuchungen durch Geheimdienste aus
    Moratorium setzt Online-Durchsuchungen durch Geheimdienste aus

    Das mit der Dienstvorschrift konnte man ja niemanden mehr erklären. Daher hat man die Dienstvorschrift zurückgezogen und ein „Moratorium“ eingeführt: Schäuble stoppt Online-Durchsuchungen durch Geheimdienste.

    „Es gibt ein Moratorium“, sagte eine Ministeriumssprecherin der „Financial Times Deutschland“. Schäuble habe eine Prüfung der aktuellen Rechtsgrundlage für die umstrittene Ermittlungsmethode angeordnet.Solange diese laufe, dürfe der Bundesverfassungsschutz nicht heimlich Computer-Daten ausspähen.

    Die FTD-Quelle ist (bisher) natürlich nicht online zu finden.

    26. April 2007 2
  • : Dataloo im Interview
    Dataloo im Interview

    Dirk von Gehlen hat bei jetzt.de ein Interview mit Dirk und Mac von Dataloo zu „Stasi 2.0: Widerstand mit Schäublone gegen den Bundesinnenminister“ gemacht.

    26. April 2007
  • : Metaversum, Yumondo oder Twinity?
    Metaversum, Yumondo oder Twinity?

    Auf Spreeblick steht ein Artikel über ein ehemals offenes Wiki der Berliner Firma Metaversum und ihren Ideen zur Bekanntmachung ihrer Produkte. Lustigerweise sind wir das erste Mal auf das Wiki aufmerksam geworden, weil die Firma die Teilnehmerliste aus dem re:publica – Wiki auf ihrem (mehr oder weniger) internen Wiki spiegelte. Fanden wir merkwürdig, aber was solls. Sind offen zugängliche Daten. Und nun finde ich meinen Namen mehrmals in deren Strategie. Damit kann ich leben, verwundert bin ich nur über die Glanzleistung, einmal dort als „Webdesigner“ bezeichnet zu werden. Das war mir neu. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran, als einigermassen gut verlinkter Blogger ständig (vermutlich lustig gemeinte) Werbepost zu erhalten oder im eigenen Xing-Account ständig zu beobachten, wie mir fremde Personen nach meinem Namen suchen. Und nichts passiert danach. Ausser das ständig mehr (lustig gemeinte, aber selten lustig seiende) Werbpost hier ankommt. Aber trotzdem muss man sich erstmal an das (zugegeben merkwürdige) Gefühl gewöhnen, wenn man sich selbst in einer Marketingstrategie wiederfindet. Und sei es nur im Google-Cache. Dort findet man dann u.a. sowas:

    Bloggers and other online multipliers will be very important to us in terms of online marketing for Yumondo and later for Twinity as well. This article is supposed to develop into a collection of thoughts how we should deal with these multipliers, contact them and also how we can convince them of our projects instead of just hiring them.

    Und als Dank hab ich mir dann gerade mal die Domain twinity.de geholt und ab morgen zeigt sie auf dieses Blog. Daran wird sich dann die Firma gewöhnen müssen, wenn sie nach Yumondo mit Twinity starten wollen.

    Update: Der kleine Spass hat dazu geführt, dass ich die Domain nun an die Firma verkauft habe.

    26. April 2007 7
  • : Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.
    Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.

    Die Nachfolger zur „Stasi 2.0“-Schablone sind da: Die beiden Blogs Dataloo und Fontblog haben grafische Vorlagen von mehr Politikern geschaffen, dazu einen Font wieterentwickelt und alles unter einer Creative Commons Lizenz online gestellt: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.

    25. April 2007 1
  • : US-Kongress will Spyware legalisieren
    US-Kongress will Spyware legalisieren

    Der Gesetzesentwurf mit dem passenden Titel „Spy Act“, der gerade von einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses angenommen wurde, verbietet zwar fiese Keylogger und Trojaner, aber schafft signifikante Ausnahmen. Legal wäre demnach Spyware, die eingesetzt wird zu Zwecken der „Computersicherheit, Diagnose, technischen Unterstützung oder Reparatur“, zur „Bekämpfung und Prävention von Betrug“ oder zur „Überprüfung, ob der Nutzer autorisiert ist, bestimmte Software zu nutzen“. Wer hat das da wohl reingeschrieben? Ausserdem soll es den Bundesstaaten verboten werden, die Nutzer durch eigene Gesetze besser zu schützen.

    25. April 2007 2
  • : Überraschung: Vorratsdatenspeicherung kommt viel schneller
    Überraschung: Vorratsdatenspeicherung kommt viel schneller

    Am 8. November 2006 hiess es noch in einer Pressemitteilung vom Bundesjustizministerium: Neuordnung der verdeckten Ermittlungsmaßnahmen im Strafverfahren – mehr Grundrechtsschutz als bisher.

    Für die internetbezogenen Daten sieht der Entwurf im Einklang mit europäischen Vorgaben allerdings einen Aufschub der Speicherungspflicht bis 15. März 2009 vor.

    Klang toll, damit konnte man noch ein paar Bedenken ausräumen, zum Beispiel das mit den Kosten. Das dauert ja noch, also keine Panik… Im aktuellen Gesetzesentwurf heisst es nun aber, dass Verkehrsdaten von Internet- und E‑Mail-Nutzern schon zum 1. Januar 2008 gespeichert und ggf. Sicherheitsbehörden zugänglich gemacht werden sollen. Das kristiert jetzt Eco, der Verband der Internetprovider:

    Dazu Klaus Landefeld, Vorstand Infrastruktur und Netze des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft, eco: „Die Internetwirtschaft ist von dieser kurzfristigen Umsetzung böse überrascht worden. Es ist völlig unrealistisch, dass die Speicherung der Verkehrsdaten von Internet- und Email-Nutzung zu diesem Zeitpunkt umgesetzt werden kann. Sie ist mit herkömmlicher Überwachung nicht zu vergleichen. Es geht hier nicht um die Erweiterung bestehender Überwachungstechnik, sondern es müssen neue, anspruchsvolle technische und organisatorische Prozesse aufgesetzt werden, die hohe Kosten verursachen. Denn es sind auch Daten zu speichern, die kein Provider bisher erfasst hat. Bislang haben wir noch nicht einmal grundlegende Informationen zu den technischen Anforderungen. Die überhastete Umsetzung stellt eine enorme Belastung für die Internetwirtschaft dar. Sie wird gezwungen, kurzfristig enorme Kosten für die Umsetzung eines Gesetzes zu tragen, das dann möglicherweise vom Europäischen Gerichtshof oder vom Bundesverfassungsgericht wieder gekippt wird.“

    Mal wieder keine vertrauensbildende Massnahme von Seiten der Bundesregierung.…

    25. April 2007 4
  • : Online-Durchsuchungen auf Rechtsgrundlage einer „Dienstvorschrift“?
    Online-Durchsuchungen auf Rechtsgrundlage einer „Dienstvorschrift“?

    Laut Gisela Plitz von der FDP-Fraktion hat die Bundesregierung in einer heutigen Sitzung des Innenausschusses „die Katze aus dem Sack“ gelassen:

    Auf Antrag der FDP musste die Bundesregierung in der heutigen Sitzung des Innenausschusses die Katze aus dem Sack lassen und einräumen, dass Online-Durchsuchungen von Computern durch Nachrichtendienste des Bundes bereits seit 2005 auf der Rechtsgrundlage einer „Dienstvorschrift“ stattfinden, die vom damaligen Innenminister Otto Schily abgezeichnet worden sei. Hierzu stelle ich fest: Eine Dienstanweisung ist eine unter keinem Gesichtspunkt geeignete Rechtsgrundlage für Eingriffe in die Grundrechte der Bürger. Geradezu empörend ist die Auffassung der Bundesregierung, ein Eingriff in den Schutzbereich der Unverletzlichkeit der Wohnung liege schon gar nicht vor, jedenfalls nicht so lange der Computer „im Garten“ steht. Auch eine Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung sehe man nicht.

    Gibt es irgendwo weitere Quellen, die das mit dem „Garten“ näher verifizieren?

    Update: Heute im Bundestag hat noch einige weitere Infos zu der Sitzung.

    Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Januar 2007, wonach für die Online-Durchsuchungen im Bereich der Strafprozessordnung eine formalgesetzliche Grundlage gefordert wurde, gelte für den nachrichtendienstlichen Einsatz nicht, erklärte der Vertreter des Kanzleramts. Man sehe in dem Vorgehen der Nachrichtendienste auch keine Eingriffe in die Artikel 10 und 13 des Grundgesetzes (GG): Da man nur auf Festplatten, aber nicht auf eine laufende Kommunikation zugreife, werde Artikel 10 (Brief‑, Post- und Fernmeldegeheimnis) nicht berührt. Auch die Unverletzlichkeit der Wohnung, die Artikel 13 regele, werde nicht berührt, da es nicht um die Überwachung innerhalb der Wohnung stattfindender Vorgänge gehe, sondern etwa Laptops auch im Freien benutzt werden könnten.

    Danke an Maritta für den Hinweis.

    Update: Jetzt gibts auch bei Golem einen Artikel mit mehr Zitaten: Innenministerium: Online-Durchsuchungen längst Usus.

    Auch von Wolfgang Wieland, Sprecher für innere Sicherheit von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, gibt es scharfe Worte: „Die heute bekannt gewordenen gesetzlich nicht zulässigen Online-Durchsuchungen durch den Bundesnachrichtendienst und den Verfassungsschutz zeigen erneut, wie es um die Bürgerrechte in der großen Koalition bestellt ist. Erst vor wenigen Taten rief der SPD-Vorsitzende Beck seine Partei zur Bürgerrechtspartei aus. Heute schon ist sie Teilhaberin eines rechtsstaatlichen Abbruchunternehmens.“

    25. April 2007 11
  • : Rentner-TV
    Rentner-TV

    Heute diskutiert in der WDR-Sendung „hart aber fair“ eine männliche Rentnerrunde über das Thema „Tausche Freiheit gegen Sicherheit – wird unser Land zum Schnüffelstaat“. Julia Seeliger, jung, weiblich und grüne Datenschutz-freundliche Politikerin wurde erstmal eingeladen und jetzt wieder ausgeladen. Man braucht Platz für ein bisschen „Grosse Koalition Inszenierung“ und nimmt lieber Bundestrojaner-Fan Wiefelpütz mit rein. Und so wird eine männliche Rentnerrunde zur besten Sendezeit über (für sie) abstrakte Themen wie die Online-Durchsuchung reden.

    25. April 2007