Liebe Leser:innen,

rund ein halbes Jahr vor der Wahl trat die Berliner Landesregierung an, als Abschiedsgeschenk noch mal das Datenschutzgesetz und die Informationsfreiheit auszuhöhlen. Doch das blieb nicht unbemerkt. Zivilgesellschaftliche Organisationen protestierten in Stellungnahmen, auch die Landesdatenschutzbeauftragte meldete sich zu Wort. Heute ist das Thema von der Tagesordnung im Digitalausschuss geflogen, das ist ein erster Erfolg. Wie es weitergeht, werden wir auf jeden Fall beobachten.

Viele Grüße

anna

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Unsere Artikel des Tages

Angriffe auf Journalismus, Politik und MilitärWas auf die russische Urheberschaft der Signal-Phishing-Attacken deutet

Niederländische Geheimdienste sagen, dass Russland hinter dem Phishing steckt, bei dem auch in Deutschland prominente Personen betroffen sind. Dafür liefern sie allerdings keine Beweise. Netzpolitik.org hat in den letzten Wochen Indizien für eine russische Urheberschaft gesammelt.

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Verhaltensscanner und PalantirWas das Wahlergebnis in Baden-Württemberg sicherheitspolitisch bedeutet

Das baden-württembergische Landtagswahlergebnis gibt der grün-schwarzen Koalition freie Hand für ihre Überwachungspläne. Geht es nach den Spitzenpolitikern, kann bald jedes Dorf videoüberwacht werden, und eine KI schaut, wer sich gut benimmt. Jetzt braucht es nur noch eine lokale Palantir-Alternative.

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BerlinWiderstand gegen Aushöhlung der Informationsfreiheit und Datenschutzabbau

Die Berliner Datenschutzbeauftragte ist mit Änderungsplänen beim Datenschutz nicht einverstanden: Europarechtliche Vorgaben seien missachtet worden. Auch geplante Einschränkungen der Informationsfreiheit kritisiert sie. Die „Fördermittelaffäre“ macht die geplanten Gesetzesänderungen zum Politikum.

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Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Golem
Elon Musks „KI“-Live-Experiment Grok verunglimpft und beleidigt wieder: Diesmal hat es Fußballfans getroffen. Die Beiträge des Chatbots wurden nach Interventionen der Fußballklubs Manchester United und FC Liverpool später von X entfernt.
Der Standard
Viel Geld, gute Verbindungen in die Politik und das Ansinnen, jegliche Regulierung abzuschaffen: Libertäre Tech-Bros gibt es auch in Europa.
The New York Times
DOGE hat mit ChatGPT staatliche Förderung abgeklopft und dabei alles zusammengestrichen, was auch nur entfernt „Diversität“ signalisiert – etwa eine Doku über jüdische Zwangsarbeiterinnen im Holocaust, wie ein Gerichtsverfahren enthüllt.
Ars Technica
Ein kalifornisches Gesetz zwingt KI-Firmen dazu, ihr Trainingsmaterial offenzulegen. Dagegen hat Elon Musks xAI geklagt und – vorerst – verloren.
The Dial
Der südliche Libanon ist nicht erst seit vergangener Woche Kriegsgebiet. Dort hat Israel ein engmaschiges „digitales Besetzungslabor“ errichtet, wo Drohnen möglichst viele Informationen aufsaugen und diese in KI-Überwachungssysteme einspeisen.
Der Standard
Ein verschlüsseltes, unabhängiges Funknetz können sich auch Menschen ohne technischen Sachverstand für wenig Geld basteln. Der Standard erklärt, wie es geht.
MIT Technology Review
Daten aus frei zugänglichen Quellen, wie zum Beispiel Standortinformationen, die per Werbe-ID gesammelt werden, Bilder von Überwachungskameras oder Social-Media-Posts, dürfen in den USA ohne jede Einschränkung zur Massenüberwachung genutzt werden.
tarnkappe.info
US-amerikanische Verlage verklagen Anna’s Archive. Das habe urheberrechtlich geschützte Werke frei verbreitet und gegen Zahlung in Kryptowährungen auch zum KI-Training nutzen lassen.
MS NOW
Wer online etwas postet, ist auch dafür verantwortlich. Diese einfache gesetzliche Regel schützt vor Zensur und ermöglicht das Internet, wie wir es kennen. Doch rechte Kulturkämpfer und Tech-Milliardäre greifen "Section 230" an. US-Senator Ron Wyden gratuliert dem Gesetz, das er mitgeschrieben hat.
mdr
Die Datenanalyse nach Palantir-Art, die Sachsen-Anhalt sich gestern erlaubt hat, ist möglicherweise verfassungswidrig. Die Gesellschaft für Freiheitsrechte prüft eine Klage dagegen.
Golem.de
Der Stadtrat von Nashville möchte Elon Musks Tunnel-Reise-System nicht in der Stadt. Gebaut wird es wohl trotzdem.
Rest of World
Mit zunehmender technologischer Entwicklung werden hocheffektive Waffensysteme immer leichter zugänglich. Gleichzeitig wird die Kontrolle, die Menschen über das automatisierte Gerät haben, immer schwächer ausgeprägt.

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