Auf den PunktDie Vorratsdatenspeicherung geht in die neueste Staffel.

  • Sebastian Meineck

Liebe Leser*innen,

eine der am längsten laufenden Vorabendserien in Deutschland ist „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Die Hauptfiguren ändern sich, die Story eher nicht. Eines der am längsten vorangetriebenen netzpolitischen Ungetüme in Deutschland ist die Vorratsdatenspeicherung. Die Hauptfiguren ändern sich, die Story – eher nicht. Jetzt unternimmt der neue Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) einen neuen Anlauf. Und wie in einer Vorabendserie könnte es tragisch enden.

Meine Kollegin Constanze nimmt den Plan komplett auseinander. Würde man die Vorratsdatenspeicherung verfilmen, wäre der passende Titel: „Schlechte Zeiten, schlechte Zeiten“.

Drama gibt es auch in der Debatte um Metas KI-Training mit Nutzer*innendaten. Die Bundesdatenschutzbeauftragte musste erst einmal „tief durchatmen“ – siehe Ticker.

Bis die Tage

Sebastian

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Über die Autor:innen

  • Sebastian Meineck
    Philipp Sipos

    Sebastian Meineck ist Journalist und seit 2021 Redakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen aktuellen Schwerpunkten gehören digitale Gewalt, Databroker und Jugendmedienschutz. Er schreibt einen Newsletter über Online-Recherche und gibt Workshops an Universitäten. Das Medium Magazin hat ihn 2020 zu einem der Top 30 unter 30 im Journalismus gekürt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Grimme-Online-Award sowie dem European Press Prize.

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