Kultur

Live – eine gelöschte Unterscheidung

Was bedeutet eigentlich „live“? Obwohl die Beantwortung dieser Frage alles andere als trivial ist, geistert der Begriff durch die Welt der elektronischen Musik und trennt die Szene in elektronische Live- und DJ-Culture.

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We know you’re not really mixing.

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Die Festivalsaison 2016 ist in vollem Gange, auf den Postern der Line-Ups zu Veranstaltungen mit elektronischer Musik erscheint hinter einigen Acts und Artists der Zusatz „live“. Hinter den meisten Einträgen fehlt diese Attribution jedoch, was bedeutet, dass ein DJ-Set zu erwarten ist: Die Musik erklingt hier nicht „live“, nicht gespielt, sondern nur ab-gespielt, aufgelegt. Was aber ist dabei genau der Unterschied? Es kann in zunehmendem Maße beobachtet werden, dass niemand mehr in der Lage ist, diese Unterscheidung zu erklären oder gar zu rechtfertigen, am wenigsten die Festivalbesucher selbst, für die Bühnen und Gerätschaften mit musiktechnologischem Equipment ohnehin zumeist eine undurchsichtige Blackbox darstellen.

Dieser Text geht davon aus, dass eine trennscharfe Unterscheidung zwischen einem musikalischen Live-Act und einem DJ-Set spätestens im Zuge der Digitalisierung jedoch ohnehin unmöglich ist. Beziehungsweise, dass diese Unterscheidung als unpräzise betrachtet werden kann. In Folge soll ein Vorschlag entwickelt werden, die Begriffe Live/DJ bzw. gespielte/abgespielte Musik aus apparativen Zusammenhängen zu lösen und nicht vornehmlich entlang der verwendeten Geräte und Instrumente zu unterscheiden.

Zwei Paradigmen der Reproduktionsmusik

Es geht im Folgenden um Reproduktionsmusik, die näherungsweise auch einfach als elektronische Club- und Tanzmusik bezeichnet werden könnte. Bei einer Big Band oder einem Streichquartett erscheint das Attribut live zunächst gar nicht sinnvoll zu sein, es sei denn im Kontext von Übertragungen großer Konzerte & Sinfonieorchester in Kinosäle, z. B. „Met im Kino“. Hier bedeutet live dann zwar medial übertragen und nicht am selben Ort, jedoch gleichzeitig. Die Fragestellung, ob ein Act live ist, besteht erst, wenn (Medien-)Technik ins Spiel kommt, und zwar an zentraler Stelle: als Instrument (zum Instrumentenbegriff und seine Rolle in der Liveness-Debatte siehe Text von John Croft). Besser verstehen lässt sich die erwähnte Unterscheidung mit Blick in die Geschichte elektronischer Klangerzeugung. Sie weist zwei Entwicklungslinien auf, die sich letztlich auch heute noch in Clubs und auf Festivalbühnen wiederfinden: Musikautomatisierung und Phonographie.

Musikautomaten: Live!?

Mit Ehrfurcht wird in der Szene von Künstler_Innen gesprochen, die auf der Bühne „alles live machen“. Die Setups dieser Artists bestehen dabei tendenziell aus verschiedenen Formen von Sequenzern, Synthesizern und Samplern, gelegentlich finden sich auch „traditionelle“ Instrumente wie Trompete, Geige, Gitarre, 2013 gab es eine nachhaltige Überdosis Saxophon im europäischen deep/sweet house. Die Vorgänger dieser Entwicklungslinie der Reproduktionsmusik sind Musikautomaten, selbstspielende Reproduktionsklaviere, Pianolas oder Glockenspiele, wobei ein Teil des Instruments über eine spezielle Form von Notation, beispielsweise Stiftwalzen oder gestanzte Papierstreifen, einen anderen Teil des Instruments ansteuert, der dann den Klang erzeugt (z. B. Klavierseiten, Orgelpfeifen oder die Metallzungen einer Spieluhr). Vorläufiger Höhepunkt dieser Instrumentengattung war die Zeit der Welte-Mignon-Reproduktionsklaviere Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Berühmte Komponisten und Interpreten spielten Werke auf Notenrollen ein, die dann, teils vor Publikum in regelrechten Konzertsituationen, aufgeführt wurden.

Yup. We’re doin a live show :) look mom, no CDJs!

Ein von deadmau5 (@deadmau5) gepostetes Foto am

Mittlerweile finden sich auf den Bühnen natürlich weitaus häufiger auch einfach Laptops, die über verschiedene Formen von mit Fadern und Drehreglern ausgestatteten Controllern bedient werden. Diese Rechner wiederum steuern über MIDI oder OSC, die Nachfolgetechnologien der Notenrollen oder Stiftwalzen, verschiedene Klangerzeuger an, das Stück ist als Notensequenz im Rechner gespeichert, die Tonerzeugung erfolgt in situ durch Synthesizer oder Drumcomputer (in diesem Sinne die Nachfolgetechnologie der tonerzeugenden Metallzungen einer Spieluhr). Bei Fotos solcher Live-Setups wird meist darauf geachtet, den Laptop möglichst zu verstecken (siehe Abb.), lieber werden auratische Synthesizer und andere fotogene Objekte gezeigt. Bei vielen Live-Sets wird aber auch auf externe Soundsynthese verzichtet, der Klang entsteht dann durch virtuelle Synthesizer im Rechner, die mit USB-Controllern (s. o.) angesteuert werden. Im Wesentlichen geht es hier also um codierte Spielanweisungen, die von klangerzeugenden Maschinen ausgeführt werden, ähnlich, als würde einem Menschen ein Notenblatt vorgelegt. Nur, dass die Maschine das Material in der Regel zuverlässiger spielt.

DJ-Culture / Phonographie

Die Instrumente der DJs hingegen sind traditionellerweise Turntable und DJ-Mischpult, auch wenn heutzutage Plattenkoffer durch USB-Sticks und Plattenspieler durch Computer ersetzt wurden, die im Grunde spezialisierte MP3-Player sind (CDJs). Natürlich gibt es auch noch die allseits bekannten Programme wie Traktor, Serato DJ oder DeeJay, die auf einem Laptop laufen und ein DJ-Setup virtualisieren, hier kommen dann häufig dedizierte Controller zum Einsatz, um Crossfader, Effekte, cue points etc., besser bedienen zu können. Mit der Digitalisierung musiktechnologischer Systeme spricht technisch jedoch auch nichts dagegen, eben jene Controller zu verwenden, die im oben beschriebenen Live-Set zum Einsatz kommen, die Protokolle sind dieselben.

Ein DJ-Setup kann also auch aus Geräten bestehen, die eigentlich dem Live-Kontext zugerechnet werden würden. Allein in dieser Hinsicht ist eine Unterteilung Liveact/DJ-Set anhand von verwendeter Hardware praktisch unmöglich durchzuhalten. Im Gegensatz zu den Musikautomaten wird jedoch bei Strategien der Phonographie der Klang selbst gespeichert, keine Spielanweisung (es sei denn, man betrachtet die binäre Codierung der Wellenform eines Songs in der Datei als Spielanweisung für die Lautsprecher, wodurch sich einige interessante Perspektiven ergeben).

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Dabei sind die Freiheitsgrade der Anwendungen dieser Geräte enorm. Beim populären Guetta-Bashing (zuletzt zur Eröffnung der Fußball-EM 2016 zu beobachten) lautet der Vorwurf meist, dass nach einmaligem Knopfdruck ein ganzes vorgefertigtes DJ-Set abläuft. Bereits hier wird deutlich, dass es offenbar auch „richtige“ DJs gibt, bei denen Musikstücke nacheinander ausgewählt und ineinander gemischt werden, die Geschwindigkeit der Tracks wird manuell oder mittels der ebenso praktischen wie teils verschrieenen Sync-Funktion angepasst. Wie und wann dies geschieht oder ob das Stück in diesem Moment auf der Tanzfläche funktioniert, ist entscheidend. Diese Umstände sind im Grunde jedoch bereits common sense und werden nicht nur innerhalb der DJ-Culture, zum Beispiel in verschiedenen Memen, durchaus thematisiert: a DJ is not a jukebox; we know you’re not really mixing (s.o.).

Weit weniger bekannt ist, dass auch die Phonographie eine längere Entwicklungsgeschichte mit interessanten Erkenntnissen bereit hält. So ist der Phonograph, Vorläufer von Grammophon und Turntable, auch noch Jahrzehnte nach seiner Einführung Ende des 19. Jahrhunderts als elektrisches Instrument beschrieben worden: ein Gerät, das live Klänge erzeugt (mehr dazu hier in einem Text von Rolf Großmann). Die Phonographie begründete also, ähnlich den beschriebenen Musikautomaten, eine eigene Aufführungskultur, die jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts durch eine strukturell kulturpessimistische Umdeutung vom Instrument zum bloßen (Transport-)Medium nur performativ in der Clubkultur und durch einige wenige Komponisten aufrecht erhalten wurde.

Live anders beobachten

Die anfangs beschriebene Unterteilung in Live- und DJ-Sets geht, zusammenfassend formuliert, auf eine medienästhetische Konfiguration der Gesellschaft zurück, die einen Auftritt als live kennzeichnet, wenn ein Schallereignis nicht zuvor aufgezeichnet, sondern vermeintlich vor Ort, mindestens jedoch zeitgleich, synthetisiert wird.

Auch innerhalb der DJ-Culture finden sich jedoch Merkmale, die auf die Existenz von Liveness in DJ-Gigs hindeuten. Die Geschichte der Phonographie zeigt überdies, dass die Charakterisierung eines Schallabspielgerätes als Musikinstrument weder abwegig noch Objekt-immanent ist, sondern im Rahmen soziokultureller Konfigurationen stattfindet, sie ist Resultat einer Entscheidung. Anders formuliert: Die Unterscheidung gespielt/abgespielt, die zunächst zur Abgrenzung von Live-Acts und DJs benutzt wurde, kann auch auf Seiten der DJs wieder getroffen werden, auch hier gibt es einerseits kunstvolles Live-Mixing und andererseits Auftritte, die reproduziert, wiederholt, vorgefertigt werden. Eine Aufführungssituation mit live-Charakter haftet einem Bühnensetup demnach nicht ontologisch an, sondern wird von der kulturellen Verfasstheit einer Gesellschaft und einer in diese Gesellschaft eingespannten Szene bestimmt. Diese Verfasstheit ist der Grund für die Kennzeichnung einzelner Acts als live, nicht eine den Künstler_innen oder der Technik an sich anhaftende Eigenschaft.

Interessanter wäre es, Unterscheidungen wie gespielt/abgespielt nicht technikfokussiert zu verwenden, um etwas über ein spezielles Bühnensetup auszusagen, sondern den Referenzrahmen zu verändern und live, wenn eine Verwendung überhaupt noch gedacht werden kann, als Relationsbegriff zu verstehen, der verschiedensten Konzert- und Performancestrukturen gerecht würde.

Bis zur überfälligen Löschung des Begriffes führt die elektronische Musikszene (die es als solches natürlich nicht gibt und trotzdem beobachtet werden kann) in weiten Teilen künstlich Hierarchien und Unterscheidungen fort, die letztlich sowohl in apparativer als auch in performativer Hinsicht obsolet und überkommen erscheinen, wenn man nur leicht an der Oberfläche kratzt. Obwohl sich eine Hierarchisierung letztlich kaum durchhalten lässt, findet sich in der Bezeichnung Liveact/DJ-Set immerhin ein Hebel für Künstler_innen und die Veranstaltungsindustrie, höhere Gagen beziehungsweise Eintrittsgelder verlangen zu können (zum finanziellen Aspekt ist auch ein Urteil des Bundesfinanzhofes vom 18.8.2005 interessant. Danach können Techno- und House-Aufführungen Konzerte sein, für die ggf. andere Umsatzsteuersätze gelten. Diskussion des Urteils hier). Für das Publikum wiederum eröffnet sich die Möglichkeit einer Inszenierung eines nicht wiederkehrenden, somit einzigartigen künstlerischen Live-Moments.

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15 Kommentare
  1. “ Bei vielen Live-Sets wird aber auch auf externe Soundsynthese verzichtet, der Klang entsteht dann durch virtuelle Synthesizer im Rechner, die mit USB-Controllern (s. o.) angesteuert werden. Im Wesentlichen geht es hier also um codierte Spielanweisungen, die von klangerzeugenden Maschinen ausgeführt werden, ähnlich, als würde einem Menschen ein Notenblatt vorgelegt. Nur, dass die Maschine das Material in der Regel zuverlässiger spielt.“

    das soll man so verstehen: der vermeintliche live-act startet und stopt midi-files die dann wiederum klangerzeuger triggern. aber weil die midifiles schon vorher da sind ists nichts anderes als DJing.
    das ist sicher oft auch so aber darin erschöpft sich live musizieren ja nicht. es werden auch oft drumpatterns on the fly programmiert, pianoloops und solos improvisiert usw. damit sind viele elektronische ive-acts näher an jazz bands als an DJing.

    1. „der vermeintliche live-act startet und stopt midi-files die dann wiederum klangerzeuger triggern. aber weil die midifiles schon vorher da sind ists nichts anderes als DJing.“

      Selbst das entspricht nicht der Realität. Beim DJing kann ich maximal einen Audioloop triggern und modulieren. Zwar kann man sich auch da mittels Stretching, Groove-Mapping, Effekten und -ganz traditionell- durch kreativen Umgang mit den Cue-Points schon recht weit vom Originalsound entfernen, aber mit MIDI gehen schon noch ganz andere Sachen.
      Das Mindeste, was ein richtiger Live-Act damit anstellen wird, ist es, die kompletten Soundparameter (also irgendetwas zwischen dem aktuellen Instrument und dem gesamten Arrangement) auf die aktuelle Situation und Stimmung abzustimmen und auch die Modulation (Intensivität und Betonung) der Leadstimmen live vorzunehmen. Das entspräche bei einem klassischen Konzert ungefähr dem, was der Dirigent tut, wenn der auch noch schnell mal dem jeweiligen Solisten oder einem ganzen Satz das Instrument aus der Hand nehmen, austauschen oder selbst spielen könnte.
      Als DJ ist man da doch etwas eingeschränkter…

  2. Nun ja. Wenn ich zu einer Blues- oder Hardrockband gehe, dann erkenne ich sehr wohl, ob es live ist oder ob man mich mit Playback verarscht.
    Das liegt also wohl zu einem guten Teil an der Art der Musik, die der Autor des Artikels hört, und von den „Live Acts“, die er besucht, dass er manchmal Unterscheidungsschwierigkeiten zwischen live und „vom Band“ hat.
    Was jetzt nicht abwertend gegenüber elektronischer Musik gemeint ist. Z.B. die über jeglichen Zweifel erhabenen Beatles haben ihre Live-Konzerte ja vor allem deshalb 1966 eingestellt, weil sich ihr Musikstil im Spätwerk so veränderte, dass die Musik mit damaliger Technik so nur im Studio machbar war. Wäre die Technik damals so weit gewesen wie heute, hätten sie sich in den letzten Jahren vielleicht nicht ins Studio zurückgezogen.

  3. nehmen wir z.B. Nils Frahm. Er benutzt dehr häufig die Arpegggiator funktionen von synthesizern.. die lassen sich feststellen, d.h. nachdem ich aufhöre zu spielen wiederholt der synth das letzte arpeggio endlos.
    meiner meinung nach ein himmelweiter unterschied zu DJing.

    1. Stimmt absolut, es gibt viele Artists, die mit elektronischem Equipment tolle Gigs spielen. Nils Frahm gehört sicherlich dazu und der Artikel hat bei weitem keinen Anspruch auf vollständige Darstellung irgendeiner Szene. Ich habe mich ein wenig auf die Negativbeispiele konzentriert, die ja noch schlimmer aussehen könnten: Viele „Live“-Acts exportieren ihre Stücke in Audiodateien (aufgeteilt evtl. in Subgruppen oder Instrumente) und spielen dann diese Sounddateien ab. Ich wollte vor allem darauf hinweisen, dass es auf „beiden Seiten“ Strategien mit unterschiedlichen Freiheitsgraden gibt.

  4. hier spricht der akademiker ? ob der ton einer semesterarbeit in einer reportage anzuwenden ist? na, mich hat’s vom lesen erheblich abgehalten, insbesondere, da ich finde, dass das thema an sich ja eher kuenstlich erzeugt ist.

  5. Essay? Ja, Vielleicht der richtige Begriff! Dennoch wirkt es auf mich wie eine Aufforderung das Wörtchen „Live“ aus dem Lexikon, dem Wortschatz (NewSpeak?) u.m. zu streichen weil… Tja, da sind wir wieder beim Thema… damit zu viel Schindluder getrieben wird – ebenso wie in allen Aspekten der Gesellschaftlichen Entwicklung die von Daten und Technik durchdrungen werden – und der Politik leider auch. Mithin wird heute ÜBERALL gelogen! Früher hätte man unterschieden zwischen „Vom Band“ und „Live“ aber das ist heute nicht nur bei Musik kaum; oder für viele nicht; unterscheidbar.
    Beispiel Internet: WEIßT du DAS du überwacht wirst WÄHREND du überwacht wirst? Das wäre Live! Nur Hacker, Geeks und Kriminelle sind Paranoid genug Mittel und Methoden dagegen zu nutzen/finden. Die Mehrheit hat keine Ahnung davon, will es nicht wissen und wird dann wenn sie etwas illegales taten mit den Aufzeichnungen „vom Band“ dazu überrascht, z.B. serverlogs. :-)

    Warum also sollte man bei so etwas Trivialem und ubiquitären wie Musik zwischen Live-Gespielt und Als „Live“ gelabelter Reproduktion (Aka. Gelogen) unterscheiden wollen oder müssen. Es ist doch für uns alle viel Wichtiger ob die Dinge die in der Welt passieren wirklich so passieren, oder ob auch hier dreist gelogen wird, egal ob nun von der Bildpresse, der Wirtschaft, der Politik oder anderen die nur eigene Interessen verfolgen.

    Kurz gesagt: Was kümmert es mich wenn Musik nicht Live ist, solange sie gut ist. Aber in der Echten Welt zählt die Wahrheit mehr als ein „Live-Konzert“ das keines ist. Und da ist es wichtig zu wissen wer gelogen hat und wann, warum. Ein weiterer Guter Grund z.B. Netzpolitik.org zu lesen. Gern auch mal nicht „Live“. ;-)

  6. Queen haben ihre Bohemian Rhapsody auch (fast) nie komplet „Live“ gespielt. Die „Opern-Parodie“ wurde seit der „A Day at the Races Tour“ (1977) vom Band eingespielt. Nach „I see a little sillhouetto of a man“ wurde die Bühne mit weißem Licht überstrahlt und gab es für die Band eine kurze Pause. Die Pause dauerte bis „for me“ und dann setzte das Schlagzeug ein.

  7. Ein paar Anmerkungen von jemandem der seit geraumer Zeit in der Szene aktiv ist:

    1. „Bei Fotos solcher Live-Setups wird meist darauf geachtet, den Laptop möglichst zu verstecken (siehe Abb.)“
    Das ist quatsch. Sehr viele DJ´s und Artists der elektronischen Szene arbeiten mit einem Computer oder vergleichbaren Gerät (Drumcomputer, etc). Das wissen 99,9% der Gäste. Es gibt keinen Grund diesen zu verstecken. Hätte man das machen wollen, wäre derjenige der das Foto gemacht hat, einfach 2 Schritte weiter nach links gegangen.
    Für die DJ´s ist es auch nicht wichtig ob dieser zu sehen ist oder nicht. Viele nutzen den Computer zur optischen Kontrolle wäre der Aufführung, andere nur um kompakt auf die Musiklibary zugreifen zu können, wieder andere um die Sets vorzubereiten und diese Vorbereitungsarbeit „live“ (was immer das nun bedeuten mag) nutzen zu können. DJ´s die eine optische Kontrolle nicht benötigen, jennen jeden einzelnen Beat der Titels oder alle Anzeigen werden auf dem Controller getätig. Es gibt für diese keinen Grund den Laptop in Sichtweite zu haben.

    2. „Die Instrumente der DJs hingegen sind traditionellerweise Turntable und DJ-Mischpult, auch wenn heutzutage Plattenkoffer durch USB-Sticks und Plattenspieler durch Computer ersetzt wurden, die im Grunde spezialisierte MP3-Player sind (CDJs).“
    Kleiner aber feiner Unterschied. Pioneer CDJ´s sind CD Player, ebenso wie z.B. ein Denon SC3900. Die Geräte sind allerdings mittlerweile so weit entwickelt das man diese als USB, CD Player und Controller nutzen kann oder gar aus dem WLAN Medien wiedergeben kann.
    Ein MP3 Player, im Fach eher „Mediaplayer“ ist ein Gerät OHNE CD Laufwerk wie die Pioneer XDJ Reihe oder der Denon SC2900.

    Für das Publikum ist es nicht wichtig was wir hier wie definieren. Das machen die schon selbst. Einzig für das Finanzamt wäre diese Unterscheidung und Definition interessant und für die DJ´s wichtig. Stichwort Freie Berufe.

    1. Danke für die Anmerkungen. Mir ist bewusst, dass CDJs eigentlich CD-Player sind. Ich hielt diese Unterscheidung nicht für relevant und keiner von den Artists, die ich in der letzten Zeit auf verschiedensten Bühnen beobachtet habe, hat diese Geräte als CD-Player benutzt. Aber das ist natürlich zunächst mein gänzlich nicht empirischer Eindruck. Pragmatisch betrachtet sind sie aus meiner Sicht deshalb mp3-Player, die vom Handling her CD-Player sind, die wiederum Arbeitstechniken der klassischen Turntables übernahmen (der mediale „rear view mirror“ von McLuhan). Vielen Dank auf jeden Fall für die Präzisierung.
      Spannend daran finde ich wiederum die Unterscheidung von Media- und CD-Player (bzw. LP). Sind LPs und CDs keine Medien, wieso werden hier analoge Medien (die CD ist für mich eigentlich zunächst kein digitales Medium) ausgenommen? Hier gibt es ja wieder eine Benennung, die Folgen hat und aus einem bestimmten Grund so gewählt wird.

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