Kultur

Medienaktivisten faken WEF

In Davos findet gerade das World Economic Forum statt. Davon gibt es auch eine offizielle Webseite unter weforum.org. Aber es gibt auch we-forum.org. Eine Webseite, die fast genauso heißt und fast genauso aussieht. Aber jeweils nur fast. Von dieser Domain wurde heute um 16:50 von einem Helmut Limnander eine Mail mit einer Pressemitteilung verschickt. „World Leaders Pledge to Shift Strategy to End Poverty Now“ verkündete diese und enthielt zudem verschiedene Links auf die we-forum.org Webseite, wo Video-Grussworte zu finden sind, u.a. von der Queen, Sarkozy und Angela Merkel. In der Pressemitteilung wurde aus Angela Merkels Grusswort zitiert:

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„Today, we are at a moment of societal crisis when dramatic change is inevitable,“ said Chancellor Merkel. „The only question is: will we help to usher in that change, or will we be its victims?“

World Economic Forum - Home_1264608207528Die Aussagen und vor allem die Grußworte ließen Zweifel aufkommen, ob das die richtige Seite ist. Ein Ping an we-forum.org lieferte goofball.mayfirst.org als Server, wo die Seite gehostet ist. mayfirst.org gehört einem politischen ISP-Kollektiv, was u.a. für die Yes Men arbeitet, wie man an Meldungen sehen kann.

Wir haben mal zwei Stunden gewartet, ob jemand auf die Meldung rein fällt. Zumindest in Deutschland ist es nicht mehr zu erwarten. Die Umsetzung ist aber gut und professionell. Das Design ist fast gleich und viele Inhalte auch. Aber nicht alle Inhalte. Auch ist das Einfallstor riesig, weil das WEF sehr ähnliche diese Domain nicht gesichert hat.

Die Frage ist nur, ob eine solche riesige Überzeichnung von Positionen sinnvoll ist, um Medien zu hacken und ob das mit dieser Aktion gemacht werden sollte. Oder ob die Webseite eher einen Wunsch darstellt, wie ein solches Weltwirtschaftsforum auch sein könnte: Nämlich eine Versammlung von Menschen, die Menschenrechte weltweit stärken und Armut global effektiv bekämpfen will.

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3 Kommentare
  1. Die Yes Men sind großartig. Sie halten den ganzen Schweinereien von Wirtschaft und Politik gnadenlos den Spiegel vor und haben an einigen Stellen auch einiges bewirkt – Seitdem ich da mal ne Doku auf arte über die 2 gesehen hab, bin ich großer Fan :)

  2. Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie perfekt man einen Webauftritt faken kann. Wer sich gut genug mit der Entwicklung von Webseiten auskennt dürfte das auch recht einfach schaffen. In diesem Fall sicherlich ein positiver Gag. Aber auch eine Mahnung, das man sehr darauf achten sollte, wem man online seine Daten anvertraut. Es ist eben nicht alles so echt, wie es aussieht.

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