Yes Men
-
Peng-Kollektiv: Mit Kryptokapital Grenzen hacken
Dieses Bild ist eigentlich ein animiertes Gif. Wenn das Visum bezahlt ist, verändert sich dort der Text via Smart Contract zu einem YES. Peng-Kollektiv: Mit Kryptokapital Grenzen hacken Eine Familie aus Afghanistan kommt in die EU – aber nicht als Geflüchtete. Mit Geld aus dem Verkauf von Krypto-Tokens soll sie in Immobilien investieren und ein „Goldenes Visum“ bekommen. Das Peng-Kollektiv will den NFT-Hype nutzen, um Kapitalismus gegen Grenzzäune auszuspielen. Wir haben nachgefragt, was das soll.
-
: Falschmeldungsverbot: Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Herr Mayer?
Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC-0 1.0</a> <a href="https://unsplash.com/search/newspaper?photo=tUyYnO_VdP0">Sam Wheeler</a> : Falschmeldungsverbot: Wie stellen Sie sich das jetzt vor, Herr Mayer? Der CSU-Politiker Stephan Mayer will mit Fake-News und Desinformation im Internet aufräumen. Doch bevor es richtig losgeht: Wir haben da noch ein paar klitzekleine Fragen.
-
: Yes Men, Peng Collective, Gitz Crazyboy: „Dear Natalie Portman“
: Yes Men, Peng Collective, Gitz Crazyboy: „Dear Natalie Portman“ Wir hatten heute Morgen schon kurz über die Kinogala „Cinema for Peace“ und die Meinungsfreiheit berichtet. Der Festakt war durch einen politischen Protest von den Yes Men, vom Peng Collective und Gitz Crazyboy unterbrochen worden. Heute gibt es einen Brief der Aktivisten an Natalie Portman, in dem sie sich dafür entschuldigen, mit einem „Kanye Westing“ das Mikrophon an sich gerissen zu haben. Sie betonen auch, die Ehrung des Films „Virunga“ nicht aufgrund des Filminhalts unterbrochen zu haben.
Sie erklären aber vor allem, dass die ganze Aktion ein wenig anders geplant war, als sie dann ablief:
The fact is, our timing was all screwed up. During the opening speech, we were secretly planning to invade the event with an outrageous satirical pantomime. We had brought along a life-sized, realistic-looking polar bear (nobody stops a polar bear from entering a peace gala); it was going to take the stage, along with a drunken „representative“ of Shell Oil and a corrupt „indigenous representative“ (played by Gitz Crazyboy).
Leider wurde aber der Bär nicht auf die Bühne gelassen, weswegen die Aktivisten improvisieren mussten. Hier nochmal das Video der Unterbrechung der Gala:
-
: PR-Desaster bei Shell
: PR-Desaster bei Shell Shell kündigt Ölbohrungen in der Arktis an – und schlittert in PR-Fiasko
Alles begann mit einem Video auf Youtube: Ein Handymitschnitt von einem PR-Event von Shell auf der Space Needle in Seattle geht mächtig in die Hose. Das Video machte als #ShellFAIL die Runde und wurde in kürzester Zeit 500’000 mal angesehen.
Journalisten, die darüber berichten wollten, bekamen daraufhin eine E‑Mail, die das Video für einen Hoax erklärte und sie auf eine neue Webseite des Shell-Konzerns verwies, auf dem dieser seine Arktis Pläne genauer beschreibt: arcticready.com. Auf der Webseite, die der globalen Shell-Internetpräsenz sehr stark nachempfunden ist, kann man sich, ganz im Stile der Social-Media, sein eigenes Shell Werbebanner zusammenklicken. Die Texte auf der Webseite und die Werbebanner sollten einen allerdings stutzig machen:
That’s why we at Shell are committed to not only recognize the challenges that climate change brings, but to take advantage of its tremendous opportunities. And what’s the biggest opportunity we’ve got today? The melting Arctic.
Kurze Zeit später nahm sich das Shell Social Media Team via Twitter @shellisprepared dem Problem an und schrieb viele Twitter-Nutzer mit Sätzen wie diesem an:
Our team is working overtime to remove inappropriate ads. Please stop sharing them
Alles Fake – The Yes Men lassen grüßen
Das alles war Teil des Hoax, der von Greenpeace, The Yes Men und Occupy Seattle organisiert worden war. Reihenweise fielen Medien und Blogs darauf herein und berichteten über die Machenschaften von Shell.
Um ganz sicher zu gehen, distanzierte sich Shell auch offiziell von allem. Von ihren Plänen in der Arktis nahmen sie leider keinen Abstand…
Just in case there is any remaining doubt, Shell did not host, nor participate in an event at the Space Needle. The video does not involve Shell or any of its employees. The advertising contest is not associated with Shell, and neither is the site it’s on. And Shell did not file legal action in this matter.
-
: Die Yes-Men regeln die Welt
: Die Yes-Men regeln die Welt Bei ARTE steht die nächsten Tage noch die Dokumentation „Die Yes-Men regeln die Welt“ online, die man auch hier anschauen kann:
-
: Yes Men verhelfen Apple zur politischen Korrektheit (UPDATE)
: Yes Men verhelfen Apple zur politischen Korrektheit (UPDATE) Spezialität der Yes Men ist es, Firmen dabei zu helfen für Fehler geradezustehen. Das beste daran: Die Dienstleitung ist kostenlos für die Firmen. Für die Firmen allerdings etwas ärgerlich: Die Yes Men handeln ohne Auftrag. Dieses Mal ist Apple zum unfreiwilligen Weltverbesserer geworden.
Es geht um die Mineralien, die zur Herstellung von elektronischen Geräten, in diesem Fall des iPhones, verwendet werden. Diese werden größtenteils in afrikanischen Minen gewonnen. Im Kongo kontrollieren Rebellengruppen viele der Minen, und kaufen sich von den gewinnen Waffen. Kurzum: Apple und die iPhone-Käufer subventionieren indirekt die seit über 14 Jahren bestehenden kriegsartigen Zustände, denen bereit 5 Millionen Zivilisten zum Opfer gefallen sind.
Hier geht es zur Fake-Website. Auf Apple’s Dementi darf man gespannt sein.
Update: Die Seite ist entfernt worden.
Von den Yes-Men gibt es noch keine offizielle Stellungnahme – meine Anfrage wurde über twitter beantwortet mit:
Ansonsten gibt es noch eine angebliche Stellungnahme von Apple. Darin wird das Problem der blutigen Minen noch vertiefend erläutert. Abgesandt wurde sie von der Fake-Domain, also von den Yes Men selbst. Populismus und falsche Anschuldigungen kann man ihnen nach dieser Gegendarstellung auf jeden fall nicht mehr vorwerfen:
-
: The Yes Men fix the world – p2p Edition
: The Yes Men fix the world – p2p Edition Die Yes Men haben ihren aktuellsten Dokumentarfilm „The Yes Men fix the world“ als p2p Edition veröffentlicht. Mittels Bittorrent kann man sich die 700 MB große Datei hier herunterladen. Gleichzeitig sammeln sie Geld für einen neuen Film. 67,035 Dollar wollen sie über die Aktion einnehmen. Je nachdem, wieviel man spendet, erhält man dafür auch Geschenke. Für 25 Dollar bekommt man eine gedruckte Fake-New York Times und für 100 Dollar bekommt man eine signierte DVD des Films.
Bei Torrentfreak gibt es einen Artikel dazu und auch ein Statement der Yes Men, warum man Bittorrent nutzt. Einer der Hauptgründe: Zensur vermeiden.
“There are a few reasons why we chose BitTorrent. First off, it’s a way to avoid censorship,” Mike Bonanno told TorrentFreak. “This version includes video of an action against the US Chamber of Commerce that we are being sued for. No commercial outlets will touch it. We had a TV show scheduled on Planet Green and their lawyers nearly wet themselves when they heard we wanted to use footage of us making political mince-meant out of the largest lobbying organization in the world.”
Viel Spaß beim herunterladen.
-
: Medienaktivisten faken WEF
: Medienaktivisten faken WEF In Davos findet gerade das World Economic Forum statt. Davon gibt es auch eine offizielle Webseite unter weforum.org. Aber es gibt auch we-forum.org. Eine Webseite, die fast genauso heißt und fast genauso aussieht. Aber jeweils nur fast. Von dieser Domain wurde heute um 16:50 von einem Helmut Limnander eine Mail mit einer Pressemitteilung verschickt. „World Leaders Pledge to Shift Strategy to End Poverty Now“ verkündete diese und enthielt zudem verschiedene Links auf die we-forum.org Webseite, wo Video-Grussworte zu finden sind, u.a. von der Queen, Sarkozy und Angela Merkel. In der Pressemitteilung wurde aus Angela Merkels Grusswort zitiert:
„Today, we are at a moment of societal crisis when dramatic change is inevitable,“ said Chancellor Merkel. „The only question is: will we help to usher in that change, or will we be its victims?“
Die Aussagen und vor allem die Grußworte ließen Zweifel aufkommen, ob das die richtige Seite ist. Ein Ping an we-forum.org lieferte goofball.mayfirst.org als Server, wo die Seite gehostet ist. mayfirst.org gehört einem politischen ISP-Kollektiv, was u.a. für die Yes Men arbeitet, wie man an Meldungen sehen kann.Wir haben mal zwei Stunden gewartet, ob jemand auf die Meldung rein fällt. Zumindest in Deutschland ist es nicht mehr zu erwarten. Die Umsetzung ist aber gut und professionell. Das Design ist fast gleich und viele Inhalte auch. Aber nicht alle Inhalte. Auch ist das Einfallstor riesig, weil das WEF sehr ähnliche diese Domain nicht gesichert hat.
Die Frage ist nur, ob eine solche riesige Überzeichnung von Positionen sinnvoll ist, um Medien zu hacken und ob das mit dieser Aktion gemacht werden sollte. Oder ob die Webseite eher einen Wunsch darstellt, wie ein solches Weltwirtschaftsforum auch sein könnte: Nämlich eine Versammlung von Menschen, die Menschenrechte weltweit stärken und Armut global effektiv bekämpfen will.
