2004
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: DRM Talk endlich auch in deutsch
: DRM Talk endlich auch in deutsch Der grandiose DRM-Talk des Digital Rights Aktivisten Cory Doctorow auf einer Microsoft-Konferenz vor wenigen Wochen gehalten, ist endlich in einer deutschen Übersetzung erschienen. Wer schon immer mal auf 14 Seiten eine Zusammenfassung haben wollte, weshalb DRM technisch nicht funktioniert, weshalb die Verbraucher da nicht mitspielen und vieles mehr, sollte den amüsanten Vortrag nachlesen. Kernforderung ist, dass endlich mal Lösungen geschaffen werden müssen, die Verbraucher wollen. DRM gehört nicht dazu.
Auf meinem SuSE-linux konnte ich die Datei nicht direkt öffnen, da sie nicht als PDF-Datei erkannt wurde. Erstmal abspeichern und dann lokal starten klappt aber.
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: Klaus Knopper im Interview
: Klaus Knopper im Interview Klaus Knopper wurde von Golem.de über seine Selbstbootende Linux-Distribution Knoppix interviewed. Das Interview vermittelt interessante Hintergrundinformationen zur Entstehung einer Knoppix-Distribution.
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: Audio-Editing mit Freier Software
: Audio-Editing mit Freier Software Wer Audio-Editing mit Freier Software unter Linux, Mac OS X und Windows machen will, kommt an Audacity nicht vorbei. Gerade wurde die Version 1.2.2 mit weiteren Features heraus gebracht. Ein ganzes Schneidestudio auf dem PC? Audacity machts möglich.
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: Und die RIAA klagt weiter
: Und die RIAA klagt weiter Die US-amerikanische Musikindustrie in Form ihres Verbandes RIAA klagt weiter gegen Filesharing-Nutzer. Dabei werden jetzt die Klagen gegen die Nutzer von anderen Filesharing-Systemen als Kazaa ausgeweitet, da Kazaa kaum noch jemand nutzt. de.internet.com nennt eDonkey- und Gnutella-Netze namentlich.
Die Organisation hat nunmehr 744 neue Klagen gegen unbekannt eingereicht. Außerdem wurden 152 Klagen gegen einzelne Personen vorgelegt, die in früheren Verfahren identifiziert worden waren, sich aber nicht auf eine außergerichtliche Einigung mit der RIAA im Rahmen eines umstrittenen Amnestieprogramms des Verbands einließen.
Anscheinend mischt jetzt auch das FBI mit:
Justizminister John Ashcroft erklärte, dass seine Behörde Verstöße gegen das Urheberrecht verfolgen werde, „auch wenn die Täter sich hinter der scheinbaren Anonymität eines Peer-to-Peer Netzwerks versteckten“
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: Globaler Servermarkt legt zu
: Globaler Servermarkt legt zu Alle Quartale wieder veröffentlicht das Marktforschungsinstitut Gartner die aktuellen Zahlen zum weltweiten Servermarkt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurde ein Anstieg um 7% verzeichnet, was keine News wert wäre. Aber interessant ist, dass Linux bei den Server-Betriebssystemen beim Umsatz um 54,9% und bei den Verkaufszahlen um 61,6% zulegte.
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: Open Source Software und Volkswirte
: Open Source Software und Volkswirte Auch die Volkswirte haben das Thema Open Source Software jetzt für sich entdeckt und warten mit verschiedenen „Analysen“ zu deren wirtschaftlicher Bedeutung auf.
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: Datenschutz für biometrische Merkmale in Pässen
: Datenschutz für biometrische Merkmale in Pässen Bei der Einführung biometrischer Merkmale in Reisepässen, fordert Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter des Bundes, „Garantien für den Datenschutz“ einzuhalten. So sollen die Daten lediglich in den Pässen, nicht jedoch in einer zentralen Datenbank gespeichert werden.
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: Accessibility von KDE
: Accessibility von KDE Wie behindertengerecht sind Linux- und Unixdesktops? Dieser Frage wurde auf dem KDE-World-Summit im „Acccessibility Panel“ nachgegangen.
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: Unternehmensberatung schlägt Süd-Korea Linux-Schulserver vor
: Unternehmensberatung schlägt Süd-Korea Linux-Schulserver vor Eine Unternehmensberatung namens BearingPoint hat der Süd-Koreanischen Regierung die Umrüstung aller Schulserver auf Linux und Unix empfohlen. 2000 der 2700 Schulserver im Bildungsministerium sollen mit Linux ausgestattet werden, auf dem Rest soll Unix laufen. Begründet wird die Tatsache, dass Windows nicht mal als Alternative vorgeschlagen wurde, mit den deutlichen Kostenersparnissen bei der Bandbreitennutzung von Linux und Unix-Servern.
Weshalb das PC-Magazin diese Nachricht allerdings mit „Massive Linux-Installation in Südkorea“ betitelt, wobei es sich erstmal ume inen Vorschlag handelt, ist unklar.
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: Olympia bei Öffentlich-Rechtlichen nur mit Windows möglich
: Olympia bei Öffentlich-Rechtlichen nur mit Windows möglich Die Olympiade ist in aller Munde. Damit niemand während der Arbeitszeit grosse Ereignisse verpasst, wurden Streams der Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF auf deren Olympiaseiten abgelegt. Dumm nur, dass man alle ausschliesst, die kein Windows haben, das ganze funktioniert nämlich nur mit dem Windows Media Explorer. Werden jetzt die Gelder der Bürger genommen, um Monopole zu sichern? Wieso gibt es keine Wahlfreiheit der Verbraucher, auf welchem Rechner mit welchem Betriebssystem man sich Olympia anschauen möchte? Zumal ein jeder über Rundfunkgebühren dafür bezahlt hat.
Was bleibt ist ein toller neuer Vorgeschmack auf die neue Zeit, in der Digital Rights Management Systeme die Kontrolle über die Daten übernehmen.
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: Laufen selbst ärmste Regionen in Europa deutschen Medienhochburgen den Rang ab?
: Laufen selbst ärmste Regionen in Europa deutschen Medienhochburgen den Rang ab? Katja Husen will es wissen: „Welche Unterrichtskonzepte bestehen für die an Schulen bereitgestellten Computer?“, „Welche Behörde ist federführend für die Entwicklung und Einführung von Maßnahmen zur Stärkung der IKT-Kompetenz der Hamburgerinnen und Hamburger zuständig?“ und „Welche Strategie verfolgt der Senat im Bezug auf eine mögliche Kompetenz- und Clusterbildung für die Zukunftstechnologie Freie Software im Medienstandort Hamburg?“, so lauten drei von elf Fragen der Hamburger GAL-Bürgerschaftsabgeordneten an den Senat.
Den Anlaß für Husens Interesse bietet das Projekt gnuLinEx der spanischen Region Extremadura: Hier teilen sich zwei Schüler im Durchschnitt einen Computer, Lehrer und Schüler tauschen Wissen multimedial online aus, über die Hälfte der Bevölkerung ist im Umgang mit neuen Medien gebildet, das Land ist komplett per 2 Megabit Datenleitung breitbandverkabelt. Über ein Intranet sind 1400 Schulen, Arbeits- und Gesundheitsämter,
Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen miteinander verbunden. Damit sieht sich die Region heute als die führende in Europa. -
: USA wollen den Süden über „Geistiges Eigentum“ aufklären
: USA wollen den Süden über „Geistiges Eigentum“ aufklären Die USA haben ein Regierungsprogramm gestartet, um die Bevölkerung des globalen Südens über die Wichtigkeit von limitierten geistigen Monopolen (Sie nennen es „Geistiges Eigentum“) aufzuklären (Hier gibts auch einen Real-Stream dazu). Immerhin sind die grossen US-Medienfirmen die grössten Profiteure der internationalen Gesetzgebung, die sie vor einigen Jahren ohne grosse Diskussion auf internationaler Ebene durchsetzten. Nachdem wir in der EU schon den Salat mit Softwarepatenten, Urheberrecht und Markenrecht haben, gehts jetzt gen Süden. Im ersten Schritt gibts Gelder für Mexico, Parguay und Thailand, damit sie mehr „Piraterie“ bekämpfen, Lehrer ausbilden und Trainingseinheiten erstellen.
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: Australischer Minister besucht LiMux
: Australischer Minister besucht LiMux Silicon.de berichtet über den Besuch eines australischen Ministers in München, der sich für das LiMux-Projekt und Kostensenkungen durch Freie Software interessiert.
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: Alternativen zu Windows
: Alternativen zu Windows Die Schwäbische Zeitung beleuchtet niedrigschweillig die Alternativen zur Windows-Welt. Zu Wort kommt u.a. Oliver Diedrich von der Zeitschrift CT, der Linux als „Das ist eine bessere Modelleisenbahn für Leute, die in das Innere ihres Rechners schauen wollen“ beschreibt. Auch hier gibts wieder viel zu viel Platz für Lindows/Linspire, welches ich selbst persönlich noch nirgendswo gesehen habe und die eigentlich auch nur über eine gute Marketing-Abteilung verfügen. Gibts Linspire denn schon in Europa?
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: User Guide to Using the Linux Desktop
: User Guide to Using the Linux Desktop Das „International Open Source Network“, ein von der UNO finanziertes pazifisch-asiatisches Kompetenzzentrum für Freie Software und Open Source hat einen „User Guide to Using the Linux Desktop“ online gestellt, der sich auf die RedHat Distribution Fedora bezieht.
Der Leitfaden steht unter der Creative Commons Attribution Licence und ist wahlweise als OpenOffice-Datei oder als PDF verfügbar.
Und heise.de bringt nach zwei Tagen auch eine Meldung und auch Silicon.de hat dieses Thema „Linux-Handbuch für arme Länder“ entdeckt.
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: Artikel zu den Filesharing-Klagewellen in USA
: Artikel zu den Filesharing-Klagewellen in USA Der Boston Globe hat einen sehr aufschlussreichen Artikel „Slow-moving lawsuits over music downloads producing court twists“ zu der Klagewelle der US-amerikanischen Musikindustrie, der die Strategie dahinter aufzeigt samt den Schwachstellen.
Anscheinend will die RIAA das Auskunftsrecht, um direkt von den Providern IP-Adressen zu bekommen. Die dadurch gewonnen persönlichen Daten werden dann von privaten Schnüfflern untersucht, und die Schwächsten werden dann auf Schadensersatz verklagt. Denn nichts wäre ein schlimmeres Kommunikationsdesaster, als die Nichte eines Senators zu verklagen oder ein 13-jähriges Mädchen mit Krebs. Oder jemand, der genug Geld hat, um das ganze vor Gericht wegen Verletzung seiner/ihrer Grundrechte durchfechten zu können. Der Artikel endet dann auch mit dem sinnigen Kommentar:
it’s that the punishments being meted out don’t fit the „crimes“ (which in this case don’t even have to be proven), and that big media is fucking up normal citizens’ lives for no reason other than to buy time for a failing business model.
An dieser Stelle sei auch nochmal auf den CD-Boykott des Chaos Computer Club verwiesen „Informationsfreiheit ist kein Verbrechen“.
Mittlerweile gibt es auch einen deutschsprachigen Artikel zu dem Thema bei Musikmarkt.de, indem thematisiert wird, dass die ersten Richter in den USA die Anklagen für nicht mehr verhältnismässig halten:
„Ich habe noch nie eine Situation wie diese erlebt mit mächtigen Klägern und Anwälten auf der einen Seite und einer Menge von einfachen Leuten auf der anderen Seite“, zitiert die „LA Times“ die Bostoner Bezirksrichterin Nancy Gertner.
Ein etwas älterer Artikel (Nielsen Rating System At Odds With RIAA’s Claim Of „Lost Sales) aus dem Mai beschäftigt sich mit den Zahlen, die die US-amerikanische Musikindustrie in Form ihres Verbandes RIAA immer präsentiert. Wahlweise steigen oder fallen die Verkäufe, je nachdem, mit wem man spricht. Bei Politikern wird dann immer von 7% weniger verkauften Alben berichtet. Dies liegt daran, dass es tatsächlich zwei Zahlen gibt. Im ersten Halbjahr 2004 wurden 7% weniger Alben von den Labels an die Läden ausgeliefert. Eine andere Zahl ist 10%, soviel mehr Alben wurden tatsächlich an der Ladentheken verkauft.
„The RIAA reports a sale as a unit SHIPPED to record stores. Whereas Soundscan reports units sold [to the consumer] at the point of purchase. So, you’re talking about apples and oranges.“
Mathematisch kommt dann folgendes heraus:
Forget the confusing percentages, here’s an oversimplified example: I shipped 1000 units last year and sold 700 of them. This year I sold 770 units but shipped only 930 units. I shipped 10% less units this year. And this is what the RIAA wants the public to accept as „a loss.“
Mit anderen Worten, Filesharing hat tatsächlich einen Effekt auf die Musikindustrie. Durch mehr KOnkurrenz muss sie Kosten sparen, eigentlich üblich in der Betriebswirtschaft. Also werden statt 100 Britney Spears Alben nur noch 93 ausgeliefert, aber trotzdem 10% mehr verkauft. What a deal!
Abgesehen davon gibt es ja auch noch den Report aus dem Frühjahr, dass Filesharing keinerlei Einfluss auf die Verkäufe von CDs habe.
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: Eckpunktepapier zum Informationsfreiheitsgesetz
: Eckpunktepapier zum Informationsfreiheitsgesetz Im zähen Ringen um das Informationsfreiheitsgesetz ist ein weiterer Teilerfolg errungen worden. Die wesentlichen Forderungen der Grünen sind in das, gemeinsam mit der SPD verfasste, Eckpunktepapier eingeflossen, so die medienpolitische Sprecherin der Grünen Grietje Bettin. Dem Prinzip „Offenheit gegenüber den Bürgern“ soll demnach unbedingte Priorität vor der pauschalen Anwendung des Amtsgeheimnis eingeräumt werden.
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: Ted Kennedy als Terrorist?
: Ted Kennedy als Terrorist? Ted Kennedy, US-amerikanischer Senator der Demokraten, wurde am fliegen gehindert, weil sein Name auf einer Terroristenfahndungsliste stand, wie The Register berichtet. Auch bei SFGate.com findet sich ein netter Artikel. Wie der Name dahin kam, ist unklar. Aber anscheinend kostete es ihn mehr als drei Anrufe beim Chef der Homeland Security, um wieder von der Liste runter zu kommen. Was wohl Normalbürger tun können, wenn sie „aus Versehen“ über Nacht zum Terroristen wurden, weil eine Datenbank das sagt?
Update: Laut CNN war auch noch der Republikanische Senator John Lewis auf die Non-Fly Liste geraten und als möglicher Terrorist gespeichert.
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: Nintendo erhält Patent auf Online-Spiele
: Nintendo erhält Patent auf Online-Spiele Laut dem Register hat Nintendo ein US-Patent zu „home game video systems“ angemeldet, welches den Wettbewerb unter den Konsolen verändern könnte. Das Patent beschreibt Key-Features von Online-Spielen, die in der PC-Welt z.B. durchaus üblich sind. Zum Glück werden sie Argumentationsprobleme bekommen, wenn sie gegen PC-Spiele vorgehen wollen, aber was ist mit kommenden PDA-Onlinespiele?
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: Linus Torvalds Interview mit BusinessWeek
: Linus Torvalds Interview mit BusinessWeek Linus Torvalds wurde von der BusinessWeek zu verschiedenen Themen interviewed.
Was macht ihn so sicher, dass Linux eine grosse Zukunft hat?
I think, fundamentally, open source does tend to be more stable software. It’s the right way to do things. I compare it to science vs. witchcraft. In science, the whole system builds on people looking at other people’s results and building on top of them. In witchcraft, somebody had a small secret and guarded it – but never allowed others to really understand it and build on it.
um dann fort zu fahren:
Traditional software is like witchcraft. In history, witchcraft just died out. The same will happen in software. When problems get serious enough, you can’t have one person or one company guarding their secrets. You have to have everybody share in knowledge.
Auf die Frage, ob Open Source eine Chance für die USA ist, antwortet er u.a.:
Other countries will take full advantage of open source, and it allows them to innovate and leave the U.S. behind – if it doesn’t innovate, too.
Dazu äussert er seine Bedenken zu Softwarepatenten und eine Menge mehr. Mal wieder typisch ist die Microsoft-Banner-Werbung über dem Artikel bei BusinessWeek.