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Montag, 10. März 2008

Medienfreiheit in Nahost

Die Sendung “Breitband” bei Deutschlandradio Kultur hat am Freitag über “Medienfreiheit in Nahost” berichtet:

Wenn es um Pressefreiheit geht, kommen die arabischen Staaten meist schlecht weg: Eingeschränkte Meinungsfreiheit, Zensur und staatliche Dominanz behindern den alltäglichen Kampf ums freie Wort. Schaut man aber genauer hin, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Viele arabische Zeitungen sind so vielschichtig, wie die muslimischen Gesellschaften im Nahen Osten. Diskutiert wird z.B., wie es dazu kommen konnte, dass die arabischen Länder jene islamistischen Terroristen hervorbringen, die derzeit vor allem das westliche Bild des Nahen Ostens und des Islams prägen. Im arabischen Fernsehen, immer noch Informationsquelle Nummer Eins, fehlt es dagegen sehr häufig an politischer Ausgewogenheit. Dennoch: Auch hier ist Vielfalt angesagt.

Hier ist die 12 Minuten lange MP3.

Donnerstag, 31. Januar 2008

The network is the medium

Christiane Schulzki-Haddouti hat im Kooptech-Blog “10 Thesen zum Medienwandel” verfasst und kommt zu dem Ergebnis: “The network is the medium“.

1. These: Der Nutzer wird zum Produzenten
2. These: Nicht jeder Nutzer wird zum Produzenten
3. These: Netzwerke kanalisieren Informationsflüsse
4. These: Der Link ist die Währung der Netzwerke
5. These: Der Wert von Inhalten hängt vom Wert ihrer Umgebung ab
6. These: Publizistische Werte erleben ein Revival
7. These: Produktionszyklen werden Produktionsflüsse
8. These: Die Werbung wird das Netzwerk entdecken
9. These: Die Werbung endet im Long Tail
10. These: Mash up your business!

-> The network is the medium

Mittwoch, 16. Januar 2008

Google News ist unser Feind?

Die Süddeutsche hat jetzt die Aktion Zeitenwende gestartet, wo es einige Interviews zur Zukunft des Journalismus geben soll. Begonnen wird mit John Lloyd, der Direktor am Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford Universität und Mitherausgeber der “Financial Times“ ist. Dieser trägt die gerne von Medienhäusern geäusserte Angst vor Google-News vor: “Google News ist unser Feind“.

SZ: Sehen Sie in “Googles News“ eher einen Freund oder Feind für die Zeitungswirtschaft?

Lloyd: “Google News” ist derzeit eher unser Feind als Verbündeter. Und zwar weil dort Nachrichten nicht selbst produziert, sondern einfach Anderen weggenommen werden. Dadurch wird die Anziehungskraft derer geschwächt, die fürs Nachrichtensammeln bezahlen müssen. Die stellen Google unfreiwillig ihre Ressourcen zur Verfügung und bekommen nichts zurück.

Abgesehen davon, dass ich froh wäre, wenn Netzpolitik bei Google-News gelistet wäre, wunder ich mich über die Aussage, dass von Google-News nichts zurückkommt. Ich dachte bisher, da kommen Leser. Die Erfahrung mache ich zumindest als Nutzer/Leser täglich, wenn ich über Google-News auf Artikel in Medien aufmerksam werde, die nicht auf meinem täglichen Radar stehen. Aber vielleicht bin ich da auch nur ein Einzelfall…?

[Danke an Daniel]

Montag, 14. Januar 2008

The Simpsons: “Haha, your medium is dying!”

Lustiger Ausschnitt aus einer Simpsons-Folge:

Weiss jemand, aus welcher genauen Simpsons-Folge dieser kurze Ausschnitt stammt? Danke: Es ist Staffel 19, Folge 10 von letzter Woche.

[via media ocean]

Focus öffnet Archiv

Wie Horizont.net berichtet, hat der Focus sein Archiv zur kostenfreien Nutzung geöffnet. Mal schauen, wann der Spiegel nachzieht:

“Der Spiegel” hat es angekündigt, “Focus” schafft jetzt Fakten: Das Nachrichtenmagazin stellt seinen Lesern ab sofort sein komplettes Printarchiv kostenlos zur Verfügung. Unter www.focus.de/archiv können sowohl Texte als auch Rankings und Tabellen, die seit der ersten Focus-Ausgabe im Januar 1993 erschienen sind, abgerufen werden.

[Danke an Mathias]

Sonntag, 13. Januar 2008

Und das Wetter war früher auch besser?

Grossartig: Stefan Niggemeier in der FAS über das neue Buch von Kai Diekmann: Und das Wetter war früher auch besser.

Oft setzt sich Diekmann aber gar nicht moralisch auf hohe Rösser, unter denen sich seine Zeitung täglich durchrobbt, sondern fordert die anderen auf, zu ihm hinunter in den Schlamm zu kommen. Sein Buch durchzieht als roter Faden das Leiden des weißen, heterosexuellen Mannes, der ununterbrochen auf irgendwelche Leute Rücksicht nehmen müsse, die weniger normal sind als er. Es ist der Schrei einer gequälten Kreatur, eine Forderung nach weniger Verständnis, Anteilnahme und Toleranz, weniger Reflexion und mehr Vertrauen auf das, was Diekmann „gesunden Menschenverstand“ nennt und vermutlich das ist, was aus Menschen in größeren Zusammenballungen Mobs macht.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch

Telepolis hat ein Interview mit dem Soziologen Bernd Hamm über die zunehmende Ideologisierung der Medien: “Gerade das vermeintlich Unpolitische ist in höchstem Grade politisch“. Von ihm ist auch das Essay “Medienmacht – wie und zu wessen Nutzen unser Bewusstsein gemacht wird“, indem er laut Telepolis die Entwicklung der Medien seit den Siebziger Jahren nachzeichnet und zu dem Schluss kommt, “dass mit der zunehmenden Privatisierung und Kommerzialisierung der Medien die Selbstaufklärungsmechanismen der Gesellschaft in steigenden Maßen versagen.”

Montag, 29. Oktober 2007

Die bulgarische Blogosphäre im Wahlkampf

Über den bpb-newsletter gekommen: Die bulgarische Blogosphäre

Bulgarischen Politikern waren die Möglichkeiten der Blogosphäre bis vor kurzem noch unbekannt. Doch im Zuge der Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag haben sie einige einfallsreiche Politiker entdeckt, stellt Julian Popow fest: “Bloggen ist ein globales Beicht-Instrument. Man kann Wut entschärfen, öffentlich Fehler bereuen und der Welt Fakten verkünden, die es nicht in die Zeitungen schaffen. Politiker haben offensichtlich begriffen, dass sie über Blogs und YouTube die ansonsten desinteressierte Nation erreichen können. Doch erfolgreich sind in der Blogosphäre nur diejenigen, die sie nicht als Kanzel für Predigten missbrauchen. Die Wähler sympathisieren mit Menschen, die ihnen vertraut sind, denen sie sich nahe fühlen. Sie wollen tolle Einfälle, keine tiefgreifenden Analysen. Man muss sie jeden Tag aufs Neue überraschen.”

Der Artikel ist auf bulgarisch, vielen Dank an die Übersetzer. Kennt sich hier jemand in Bulgarien aus?

Mittwoch, 24. Oktober 2007

SPD-Medienkommission gegen Vorratsdatenspeicherung

Innerhalb der SPD gibt es mittlerweile offenen Widerstand gegen das Vorhaben, die Vorratsdatenspeicherung am 9. November durch den Bundestag zu peitschen. Insbesondere wird ein besserer Schutz für Journalisten gefordert und eine Befristung der ganzen Maßnahme bis zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes. Offenbar geht man auch hier davon aus, dass der EuGH die EU-Richtlinie aufheben wird. Der Vorsitzende der Medienkommission beim SPD-Parteivorstand, Marc Jan Eumann, erklärte heute:

Bei der Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung gibt es noch dringenden Änderungsbedarf. Sollte der Gesetzentwurf der Bundesregierung in 2. und 3. Lesung am 9. November unverändert beschlossen werden, wäre damit der Informantenschutz in Deutschland und die Pressefreiheit massiv gefährdet. (…)

Nach Auffassung der Medienkommission hätte dies bei der Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung in der vorliegenden Fassung zur Folge, dass die Freiheit der Medien in einem ihrer sensibelsten Punkte mit ungeahnter Intensität beschädigt würde. Allein die Tatsache, dass alle Telekommunikationsverkehrsdaten für den Zeitraum von einem halben Jahr gespeichert werden, wird deutlich negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zu journalisitischen Berufsgeheimnisträgern haben. Auch hier sehen wir deutlichen Klarstellungsbedarf mit Blick auf den Schutz von Berufsgeheimnisträgern und den Informantenschutz. (…)

Solch weit reichende Grundrechtseingriffe sollten befristet und vor Ablauf der Befristung evaluiert und auf ihre tatsächliche Wirksamkeit und Effizienz überprüft werden. Die Vorgaben zur Umsetzung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sollten - bis zur erwarteten Entscheidung des EuGH befristet und vor dem Hintergrund dieser Entscheidung korrigiert werden.

Eine beachtliche Entwicklung und ein großer Erfolg für die Arbeit des AK Vorrat und aller anderen Datenschützer in den letzten Monaten. Und eine schöne zusätzliche Motivation für die bundesweiten Aktivitäten am 6. November. (Und jetzt kommt mir nicht mit “wer hat uns verraten…?” Innerhalb aller Parteien gibt es Befürworter und Gegner der Überwachung. Außerparlamentarische Aktivitäten haben auch die Funktion, diesen Überwachungsgegnern den Rücken zu stärken.)

 

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