Öffentlichkeit

„Panama Papers“: Das Problem ist nicht die Art der Berichterstattung

Seit der Veröffentlichung der „Panama Papers“, die von mehreren Dutzend Journalisten aus verschiedenen Ländern bearbeitet wurden, ist eine „Lügenpresse! Lügenpresse!“-Diskussion – auch bei uns in den Kommentaren – darüber entbrannt, wie tendenziös und auch russlandfeindlich die Berichterstattung sei und wie wenig der Fokus auf westlichen Staaten liege. Insbesondere der Geldwäsche-Ring im Umkreis von Wladimir Putin, über den breit berichtet wurde, war Stein des Anstoßes. Dass sich in Island eine Regierungskrise und eine hitzige Diskussion um den Rücktritt von Ministerpräsident Sigmundur Gunnlaugsson entfaltet, ist jedoch auch eine Folge der Veröffentlichungen.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Worüber reden wir denn hier? Es geht um einen internationalen Schwarzmarkt einer schattigen Finanzbranche, durch den allein die Entwicklungsländer in nur einem Jahrzehnt geschätzte 7,8 Billionen Dollar ($ 7.8 trillion) verloren haben sollen. Ohne Zweifel ist dieser Verschiebebahnhof ein lange bekanntes internationales Problem, unabhängig davon, aus welchen der vielen betroffenen Staaten die Finanzakrobaten kommen. Und ohne Zweifel wissen wir durch die Arbeit der Journalisten-Teams nun mehr über die Praktiken und das Ausmaß des Problems.

FB wagenknecht
Lügenpresse statt Kapitalismuskritik. Kommentar von Sahra Wagenknecht gestern auf Facebook.

„This is a world in which people covertly shove back and forth assets worth millions. Here is where they park company shares, a world in which they buy yachts and airplanes“, schreibt Wolfgang Krach für die Süddeutsche Zeitung. Dass sich über die Jachten und Privatjets und das möglichst unauffällige Verschieben der Millionen nunmal kaum ein normal arbeitender Mensch täglich den Kopf zerbricht, braucht man eigentlich nicht zu betonen. Den Vogel schoss dennoch heute Dorothea Siems in der „Welt“ ab, die unter dem Titel „Die Hatz auf die Reichen ist anstößig und illiberal“ nun einen medialen „Generalverdacht gegen alle Reichen“ beklagte.

Informationsquellen

Wer sich gern selbst ein Bild macht, statt vorschnell zu urteilen oder anderen nach dem Mund zu reden, für den haben wir hier einige Informationen zusammengestellt.

Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) hat eine inhaltsreiche Liste, die auch nach Ländern durchsuchbar ist, sowie Übersichtsgraphiken zusammengestellt. Die beteiligten Geldhäuser sind ebenfalls recherchierbar: Mehr als fünfhundert Banken weltweit haben über fünfzehntausend Briefkastenfirmen erschaffen. Allein die HSBC gründete mit ihren Partnern über zweitausend solcher Tarnentitäten, die UBS oder die Société Générale folgen auf den Plätzen. In mehr als einhundert Staaten, ebenfalls über die ganze Welt verteilt, gab es Partner. Hier führen Hongkong, Großbritannien und die Schweiz die Liste mit den meisten Partnerfirmen an. Die Süddeutsche Zeitung hat ebenfalls Informationen aufbereitet und in einem eigenen Portal zusammengestellt.

panamaPapers weltkarte
Länder, die in den „Panama Papers“ Erwähnung finden, via wikipedia CC BY-SA 4.0.

In der englischen Wikipedia – in der deutschen Wikipedia wird stattdessen löschdiskutiert – ist eine wachsende Liste der einzelnen Personen entstanden, die namentlich bisher in den „Panama Papers“ Erwähnung finden. Derzeit sind ehemalige oder amtierende Politiker aus über fünfzig Staaten in der Auflistung in der Kategorie Amtsträger/Politik zu finden. Dass in den „Panama Papers“ auch US-Amerikaner zu finden sind, sollte niemanden überraschen.

Außerdem hat die BBC eine praktische Nachrichten-Übersichtsseite, auf der man den halben Tag verbringen kann, und zusätzlich eine Sektion mit oft gestellten Fragen und Antworten.

Versucht man, den Leak und die Bedeutung der „Panama Papers“ zu bewerten, wird man sich nach Lektüre der Informationsseiten wohl weniger über die Art der Berichterstattung als über den Fakt Gedanken machen müssen, wer eigentlich die Verantwortung dafür trägt, dass das seit Jahrzehnten bekannte Problem in einem solchen Ausmaß besteht:

The extent of money laundering and tax evasion demonstrated by the Panama papers is alarming for the entire world.

Das sollte eigentlich eine Lehre aus den Snowden-Leaks sein: Es geht doch nicht um den Überbringer der schlechten Nachrichten.

64 Kommentare
  1. Das Putin-Bashing verteidigt ihr also, oder seht es vielleicht als rechtmässig an – und das obwohl Putin nicht in diesen „Papieren“ erwähnt wird.
    Die Quelle wird natürlich nicht hinterfragt! Die Interessiert gar nicht – obwohl das Ganze ein CIA-Job sein könnte! Wer diese „Aufklärungs-Journalisten“ bezahlt und unterstützt ist auch nicht wichtig. Und dass das alles nur Bestandteil des westlichen kapitalistischen Systems ist wird auch nicht erwähnt – oder wie gerade GB und die USA dieses Sytem betreiben und fördern?! Kein Wort über Delaware. Interessant dazu:

    http://www.rationalgalerie.de/home/der-putin-hass.html

    Oder zu den Äusserungen von Präsident Hollande:

    http://de.sputniknews.com/panorama/20160406/308997009/snowden-hollande-panama-papers.html

    1. Das Umfeld von Wladimir Putin wird in den Papieren erwähnt, nichts anderes steht in dem Artikel.
      Zur Quelle steht auch nichts in dem Artikel, es war auch gar nicht das Thema, ob „das Ganze ein CIA-Job“ war. Allzu wahrscheinlich scheint mir das persönlich zwar nicht, denn was die CIA gegen den isländischen Ministerpräsidenten, einen prominenten Formel-1-Fahrer (Rosberg) oder etwa Dov Weissglass, den Vertrauten von Ariel Sharon, haben soll, erschließt sich mir nicht unmittelbar. Die sind alle namentlich erwähnt.

      Sich die angegebenen Links und Websites mal anzusehen, bestärkt den Leser eher nicht in der „CIA-Job“-Argumentation. In den Quellen geht es übrigens sehr wohl auch um Delaware, fiel wohl nicht auf, weil der Schaum vor dem Mund schon bis zu den Augen reichte?

      1. “ Insbesondere der Geldwäsche-Ring im Umkreis von Wladimir Putin…“

        Was ist der Gedwäsche Ring um Putin – ein Gespinst von euch, und wo sind die hauptsächlich betroffenen Geldwäschekreise des Westens?
        Und zu Whistleblower Snowden mit seiner Bemerkung kein Wort? Von solchen Leuten lebt ihr!

      2. „denn was die CIA gegen den isländischen Ministerpräsidenten, einen prominenten Formel-1-Fahrer (Rosberg) oder etwa Dov Weissglass“

        Wenn man davon ausgeht, dass die Daten an sich schon echt sind, dann stellt sich diese Frage gar nicht. Dann ist die „CIA-Job“ Theorie ja : Die CIA stellt die Daten zusammen, filtert alle wichtigen Amerikaner raus und verteilt das dann über Bande an die Presse. Sie muss also nichts gegen einen der Genannten haben, die sind nur einfach keine US Bürger.

      3. Der isländische Ministerpräsident, und ein Formel 1 Fahrer… das interessiert doch niemanden bei der CIA! Die würde man auch für wesentlich weniger opfern…

        Allerdings glaube ich auch nicht dass die CIA das ganze angeschoben hat. Das System der Briefkastenfirmen ist zu wichtig für die einflussreichen Leute in Washington als dass sie es für eine derartige „Show“ gefärden würden.

        Und das Putin und sein ganzes Umfeld korrupt sind, weiss ohnehin jeder!

    2. @antares 56
      Wenn man stichhaltige Beweise für Putins Kleptokratie hat ,muss man es offenlegen,ohne Schonung.Punkt.,egal wer und aus welchen Beweggründen das Material zusammengetragen wurde,hauptsache die Beweise sind hieb und stichfest.
      Soll Putin ebenfalls Beweise für miese Geschäfte von US Namen ,US Firmen und anderen westlichen Personen und Firmen enttarnen,an solchen Fällen wird es sicherlich nicht mangeln.Dreck ist hüben wie drüben genug gestapelt.

      Bisher war die Devise der international kriminellen Elite,“Du siehst über meine Korruption hinweg und ich über Deine.“
      Es wäre schön ,wenn dieses Agreement der Kriminellen etwas beschädigt werden könnte.
      Das wäre ein schöner Reinigungsprozess den ich begrüßen würde, aber man darf gespannt sein,wieviel Reinigungskräfte zugelassen werden.

      Egal ob die vermeintlichen Saubermänner im Osten oder im Westen oder sonstwo sich befinden,es geht um Raub am Volksvermögen und das sollte geahndet werden.

  2. Na, ich finde es schon irritierend, wenn die SZ schreibt, dass über Putin nichts in den Leaks steht, aber Putin auf dem Titelbild der SZ prangt:
    http://panamapapers.sueddeutsche.de/articles/56f2c00da1bb8d3c3495aa0a/
    Bei Putin soll ein Patenonkel seiner Tochter in den Leaks erwähnt sein. Bei Assad war es ein Cousin, der dafür sorgte, dass nicht er aus den Leaks, sondern Assad in freier Fantasie der „Journalisten“ aufs Titelbild kam. Nicht Fakten sondern Nazi-Sippenhaft war der Trigger. Das ist kein seriöser Journalismus, wenn man von den Tätern ablenkt und auf nicht in den Papieren genannte verweist.
    In UK machte sich der Brite Craig Murray Sorgen
    „Corporate Media Gatekeepers Protect Western 1% From Panama Leak“.
    Er verwies darauf, wer diesen „Journalismus“ finanziert:
    „Ford Foundation
    Carnegie Endowment
    Rockefeller Family Fund
    W K Kellogg Foundation
    Open Society Foundation (Soros)“
    https://www.craigmurray.org.uk/archives/2016/04/corporate-media-gatekeepers-protect-western-1-from-panama-leak/

    Wenn man das Problem lösen will, muss man erst mal eine klare Recherche machen, was das Problem ist. Wenn aber durch einseitige Propaganda das Problem verzerrt wird, dann werden wir auch keine Lösung finden.
    Der SPIEGEL nimmt heute Poroschenko in der Ukraine in Schutz (der auch von Soros unterstützt wurde durch Propaganda) mit dem zentralen Argument, dass doch tatsächlich 6 Tage zwischen einer Mail zur Errichtung mehrer Briefkastenfirmen ohne operatives Geschäft in Panama liegen und der Umkesselung in der Ukraine, wo die westlich aufgehetzten Poroschenko-Truppen den Krieg gegen die Ostukraine verloren, denen der Westen kein Selbstbestimmungsrecht zugesehen will und Steinmeier uns belogen hat, dass seine Spionagebundeswehr-Soldaten eine OSZE-Truppe wäre. Da zwiscehn der Vermögensverschiebung nach Panama und dem verlorenen Krieg sechs Tage liegen, schließt der Spiegel messerscharf ohne jeden Beweis, dass kein Zusammenhang bestünde. Frei erfunden.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/panama-papers-vorwuerfe-gegen-petro-poroschenko-a-1085815.html

    Wir sollten lieber vorsichtig sein mit voreiligen Persilscheinen. Es ist eine Menge Material. Bisher hat die Presse den Eindruck erweckt, dass sie einseitig berichtet. Da sie auch nicht unabhängig finanziert wird, wäre mir leiber, das Material wäre über Wikileaks frei zugänglich gemacht worden. So fällt das Kind schon bei der ersten Berichterstattung in den Brunnen.

    Eine einfache Testfrage:
    In der zitierten britischen Liste der Vater von David Cameron, Ian Cameron.
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_people_named_in_the_Panama_Papers

    Der ist seit 2010 verstorben und David Cameron hat das in Panama vor den britischen Steuerbehörden versteckte Vermögen, für das in UK keine Steuern gezahlt wurden, damals mit geerbt. Warum steht dann nicht David Cameron bei der SZ auf dem Titel, sondern Putin, bei dem schon die Taten von Nicht-Verwandten reichen, um verdächtigt zu werden ohne Belege?

    1. „Politiker aus Deutschland und/oder den USA finden sich bislang nicht in den Unterlagen.“

      Wer das glaubt zieht natürlich auch die Hosen mit der Beisszange an. :)

      Die Qualitätsjournallie hatte über ein Jahr Zeit das ganze passend zu filtern und die haben sie offenkundig politisch korrekt genutzt.

  3. Das ICIJ ist zugleich Teil des Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), das von der US-amerikanischen Entwicklungshilfeagentur USAID mit mindestens drei Millionen US-Dollar unterstützt wird. Geldgeber des ICIJ sind zudem etwa die Ford Foundation, die Open Society Foundation und die Rockefeller Foundation.

    USAID und Open Society Foundation finanzieren, um nur ein Beispiel zu nennen, Anwälte der russischen Menschenrechtsorganisation Team 29 (der Nachfolgeorganisation der “Freedom of Information Foundation”), die Ludmilla Sawtschuk, die Aussteigerin aus der sogenannten Sankt Petersburger „Troll-Fabrik“ .

    https://machtelite.wordpress.com/2016/03/08/zeit-online-ein-lehrstueck-ueber-propaganda/

    Dass der Schwerpunkt also eher auf Putins Freunden als auf prominenten US-Amerikanern liegt ist keine Überraschung.

    Entwicklungshilfe von USAID:

    „The Bush administration has awarded the biggest contract yet for Iraq reconstruction to Bechtel Group, one of the largest, most politically connected construction and engineering firms. The U.S. Agency for International Development (USAID) announced Thursday that Bechtel had received a contract worth $34.5 million initially to repair Iraq’s power, water and sewer systems. The company could be paid as much as $680 million over 18 months if Congress approved expanding Bechtel’s role to cover airports, the Umm Qasr port, hospitals, schools and highways. Watchdog groups, Democrats and foreign governments and corporations have complained about the bidding process. USAID invited bids from a few companies it considered qualified. Contracts have gone to a handful of well-connected firms, including Halliburton, where Vice President Cheney was CEO. Among Bechtel’s directors: former Bechtel president George Shultz, President Reagan’s secretary of State.

    http://usatoday30.usatoday.com/money/world/iraq/2003-04-17-iraqdeal_x.htm

    1. Das ist doch gut dass die USA helfen, Steuerverbrecher auf der ganzen Welt zu bestrafen. Oder sehe ich da was falsch? Ist Steuerhinterziehung okay, vor allem wenn Putin und andere Diktatoren sie begehen?

      Nenenene, liebe Putineska, das sind schon ganz große Double Standards, die ihr hier anlegt. Ein Leak dieses Ausmaßes wäre nach russischer Gesetzgebung nicht annähernd möglich. Das sind die Segnungen der Demokratie. Pressefreiheit und so.

      1. Wer wird wohl bestraft?

        „Nach momentanem Kenntnisstand werden noch nicht einmal die jeweiligen Steuer- und Strafverfolgungsbehörden Einblick in die Daten bekommen. Wie der Guardian bereits meldete, respektieren die beteiligten Medien und Institutionen also die Privatsphäre der Briefkastenunternehmer. Die eigentlichen Dunkelmänner sitzen demnach in den Redaktionen der beteiligten Medienkonzerne. So sind die Panama Papers vor allem eins – ein Fanal für Whistleblower, brisante Daten nicht exklusiv an Medienkonzerne zu vergeben, sondern Enthüllungsplattformen wie Wikileaks zu benutzen.“

        http://www.nachdenkseiten.de/?p=32753

      2. @Bob „Wer wird bestraft“. Das ist doch in erster Linie Sache der Strafverfolgung. Nicht Sache der Presse, die hat eine andere Aufgabe. Presse kann ohne prinzipiellen Schutz der Quellen nicht frei berichten. Es ist Sache des Informanten zu entscheiden, die Daten auch den Staatsanwaltschaften zu übergeben.

  4. Es ist zu befürchten, dass das Referendum in den Niederländer zur Ratifizierung des EU-Handelsabkommen mit der Ukraine abgelehnt wird. In diesem Fall hätten die Panana-Papers auch ihren Teil mit dazu beigetragen, weil durch deren Veröffentlichung das Biold der Ukraine als korrupten Staat verfestigt wurde.

  5. Und die Konsequenz: kein Bargeld mehr weltweit und Edward Snowden sitzt noch tiefer in der S… als sowieso schon, weil Putin und Co. finden das bestimmt nicht so spaßig.

    Constanze, auf welcher Seite stehst du eigentlich?

    Sorry, aber die Frage sollte sich jede/-r immer wieder sehr gründlich stellen.

    1. Was wären denn die „Seiten“, wenn man sich auf eine stellen will? Irgendwie bipolares Weltbild? Wer sind denn die „Guten“ ™ darin?

      Auf welcher „Seite“ stehst Du denn?

      Mich interessiert am Leak einfach am meisten der Inhalt, und der beschreibt und beleuchtet ein Problem, das internationaler Natur ist und ziemlich viele Staaten betrifft. Und nur, weil die Süddeutsche sich heute entschlossen hat, auf Ihrer Titelseite eine Assad-Illustration zu bringen, fang ich doch nicht reflexartig an, nur noch über gleichgeschaltete Medien zu hyperventilieren und jeden einzelnen der Dutzenden Journalisten für einen bezahlten Handlanger einer gleichschalteten Presse zu halten. Ich bin doch nicht hirngelähmt, so dass ich den Text genau der SZ oder die vielen, vielen anderen Texte heute nicht lesen und verstehen und selber einordnen kann.

      Aber vielleicht bin ich auch einfach nicht mehr normal, wenn ich schon bei den Snowden-Leaks lieber über das Geleakte als über die Person des Whistleblowers (als sie dann bekannnt war) und die mitarbeitenden Journalisten und deren Darstellung nachgedacht habe.

      1. Das muß sich ja nicht ausschließen, das Interesse an Inhalt und Person.

        Und die Frage nach den Seiten, den guten wie den schlechten, in unserer Welt mit ihren Bildern und Polaritäten, stelle ich mir durchaus auch für mich persönlich.

    2. Warum sollte man sich überhaupt genötigt sehen, sich für eine Seite zu entscheiden?
      Welche und wieviele Seiten stehen zur Disposition?
      Wer legt fest, was „Seite“ ist?
      Was kann Entscheidungsgrundlage sein und wie stellt man fest, daß die vollständig ist?
      Was, wenn man sich irrte?
      Was, wenn man sich hat beeinflussen oder belügen lassen?
      .
      Bitte keine Fehlinterpretation, indem Seite und Meinung gleichgesetzt wird.

  6. Die Berichterstattung über die „Panama Papers“ hat nichts mit Russland-Bashing oder dergleichen zu tun.
    „In den kommenden 14 Tagen wird jeden Tag über eine neue Person oder einen neuen Personenkreis berichtet“ (SZ) und weiter: „Politiker aus Deutschland und/oder den USA finden sich bislang nicht in den Unterlagen.“ Mit Putin bzw seinem Zirkel wurde lediglich begonnen.
    Andere, von denen ein öffentliches Interesee ausgeht, werden folgen

  7. @ Costanze:

    Weißt Du, was mich stört? Die Doppelmoral, auch bei Euch!
    Schau mal, was irgendjemand neulich hier hinterließ:
    _______________________________________________
    Interessanter Tenor in der Berichterstattung:
    „Wer eine Briefkastenfirma offshore gründet, wer Scheindirektoren einsetzt, der macht sich verdächtig und muss doch etwas zu verbergen/verstecken haben. Wer ehrlich und gesetzestreu ist, der braucht doch nichts zu verschleiern.“

    Und zum Vergleich:
    „Wer seine E-Mails, Chats und Daten verschlüsselt, wer mit Tor anonym surft, wer mit Bargeld anonym im Laden zahlt, wer nicht überall seine Daten bereitwillig angibt, der macht sich verdächtig und muss doch etwas zu verbergen/verstecken haben. Wer ehrlich und gesetzestreu ist, der braucht doch nichts zu verschleiern.“

    Gefährlich nahe beieinander, nicht wahr?
    _______________________________________________

    So, Constanze. Wie wollt Ihr jetzt noch gegen Überwachung argumentieren bzw. gegen den Generalverdacht gegenüber Verschlüsselung, Anonymisierung und Bargeld?

    Wenn Briefkastenfirmen PER SE böse sind, sind es dann nicht auch Crypto, Tor und Bargeld? Welcher normale Mensch braucht schon Crypto, Tor und Bargeld? Wer nichts zu verbergen/verstecken hat, braucht doch auch nichts zu verschleiern, oder?

    Ich formuliere absichtlich so polemisch. Denn es nervt, wie dieselbe Rhetorik (wer etwas verbirgt, ist verdächtig) jetzt auch von bürgerrechtsnahen Leuten wie Euch gutheißen wird, solange es vermeintlich der guten Sache (Kampf gegen Steuervermeidung/-hinterziehung, Geldwäsche etc.) dient.

    Eine Briefkastenfirma offshore gründen und das eigene Vermögen dem Finanzamt TROTZDEM VOLLSTÄNDIG offenzulegen und alle Steuern KORREKT zu zahlen ist genauso in Ordnung, wie mit Tor anonym zu surfen und TROTZDEM KEINEN „Hate Speech“ oder KEINE anonymen Bombendrohungen loszulassen.

    Nur weil man mit Briefkastenfirmen Böses tun KANN, ist es nicht per se böse.
    Nur weil Terroristen und Kriminelle Crypto, Tor und Bargeld missbrauchen können, sind diese Werkzeuge nicht per se böse.

    Oder findet Ihr jetzt auch, Constanze, dass ein guter und ehrlicher Staatsbürger kein Recht mehr auf Crypto, Tor und Bargeld hat?

    Ich will das jetzt und hier klären, damit wir wissen, ob wir auf der selben Seite der Bürgerrechte kämpfen.

    Aaron

      1. Vielleicht wenn Du als Dissident mit Deiner Familie aus Deinem Heimatland fliehen willst/musst, samt Deines Vermögens? Was ist eigentlich aus Snowdens Vermögen geworden? Hat er nicht Hundertausende Dollar verdient und seine Hotelrechnung in Hong Kong bezahlen müssen?

        Vielleicht wenn Du nicht nur bei Bargeldzahlungen nicht überall Deine Daten hinterlassen willst, sondern auch nicht bei Kreditkartenzahlungen? Wo sonst taucht bei Kartenzahlungen nicht der Personennamen auf, wenn nicht bei einer Firmenkreditkarte?

        Gegenfrage: Aus welchem Grund nutzt jemand Tor, Crypto und Bargeld? Ist das nicht nur für Terroristen, Drogen- und Waffenhändler, KiPo-Ringe, Geldwäscher und Cracker interessant und notwendig?

        Anregung:
        Weil die meisten Leute nicht so reich sind, dass Konstruktionen mit Briefkastenfirmen überhaupt sinnvoll und erstrebenswert erscheinen, wird es als verdächtig und böse abgestempelt.
        Die meisten Leute außerhalb der Netzpolitik-Filterblase finden Crypto und Tor genauso wenig sinnvoll und erstrebenswert und sehen Crypto und Tor deshalb als verdächtig und böse an.
        Fragt einfach mal Euer Umfeld. Die meisten haben „nichts zu verbergen“. Ihr könnt dagegen argumentieren wie Ihr wollt. Am Ende haben die Leute „nichts zu verstecken“, fühlen sich „uninteressant“, „unwichtig“ und „es kann ruhig jeder meine Kommunikation abhören/mitlesen“.

      2. Zitat Aaron:
        “ Fragt einfach mal Euer Umfeld. Die meisten haben „nichts zu verbergen“. Ihr könnt dagegen argumentieren wie Ihr wollt. Am Ende haben die Leute „nichts zu verstecken“, fühlen sich „uninteressant“, „unwichtig“ und „es kann ruhig jeder meine Kommunikation abhören/mitlesen“. “

        Tipp:
        Dann sollen diese Personen dich, einen ITler oder ITlerin den du kennst mal an den PC/Handy lassen (nach den Sicherheitsmaßnahmen z.B. Passwort). Die meisten Personen dürften dann gegenteilig zu ihren Wort stehen und da dürftest du dann ansetzen können.
        Wenn du, der ITler oder die ITlerin drandürfen, kannst du/er/sie zur Überzeugung auch mal die besuchten P*rn*-Seiten herausposaunen (falls vorhanden).

        PS. Ja, ich bin eine böse Person in so etwas.

      3. Z.B. wegen der Moralvortellungen bestimmter Hersteller bezüglich der Lieferungen an bestimmte Länder.
        Das ist z.B. im Industriebereich weit verbreitet. Und wir reden hier nicht von Embargos, sondern über die Moralprinzipien einzelener Firmen.

        Ich habe selbst in einem Unternehmen gearbeitet, welches mehrer off-shore-Firmen unterhält.

        Ist dein Kunde eben nicht in Terrorunistan ansässig sondern in Panama, gibt es plötzlich keine Probleme mehr mit der Lieferung. Das ist z.B. bei Apparaten und Meßgeräten im Bereich der Physik ein durchaus übliches Vorgehen.

        Es gibt nämlich Hersteller, die sind der Meinung, daß sich bestimte Länder bestimmte Materialien und Werkstoffe über Geräte am Weltmarkt einkaufen (viele Meßsoden enthalten z.B. Platin, Palladium, Iridium, etc.pp) um damit ihren Bedarf von 100 Gramm an irgendwas zu decken. So weit gehen nicht einmal Embargos!

    1. Ich habe nicht geschrieben und denke es auch nicht, dass jede Briefkastenfirma des Teufels ist, schon gar nicht, dass ich was gegen Bargeld hätte. Allerdings rede ich mir auch nicht ein, dass solche Steuer-Konstrukte regelmäßig mit hehren Absichten gebaut werden. Dass hier ein Problem seit vielen Jahren besteht, ist auch nicht neu, das zeigen ja grad die Strukturen, die sich gebildet haben.

      Ich sehe keine Doppelmoral darin, diesen Briefkastenfirmen-Kartellen kritisch gegenüberzustehen, auch wenn man sich als Verfechter digitaler Bürgerrechte versteht. Der Kampf für digitale Rechte ist auch eine Gratwanderung, das ist mir klar, weil man sich manchmal zwangsläufig für solche Menschen einsetzt, die schlicht kriminell sind. Etwa wenn ich einen Tor-Node betreibe und der Dienst für Kriminelles missbraucht wird. Das hinterlässt auch einen üblen Beigeschmack und stellt mich zuweilen vor ethische Dilemmata. Dennoch bin ich der Überzeugung, dass Anonymisierungsdienste notwendig sind und vor allem generell das Positive überwiegt, dass es mehr Menschen schützt als es schadet.

      Nachdem, was ich bisher der aktuellen Berichterstattung und auch früheren Berichten entnommen habe, tue ich mich schwer damit, in diesen Briefkastenfirmen-Anwalts-Banken-Strukturen viel Positives zu entdecken, für deren Verteidigung ich mich gern einsetzen würde. Es zum Bürgerrecht hochzustilisieren, dass eine Clique von Superreichen drumrum kommt, ihren Teil zum Steueraufkommen beizutragen und nicht wie wir alle ans Finanzamt zu blechen, würde ich so nicht unterschreiben. Das heißt aber nicht, dass ich ins andere Extrem fallen möchte und eine Form von vollständiger Offenlegung im Sinne von „nichts zu verbergen“ oder Generalverdacht vertreten würde. Für meinen Geschmack ist das Bankgeheimnis durchaus auch ein Wert.

      Und ja, ich werde auch in Zukunft gegen Überwachung argumentieren, erst recht gegen unverhältnismäßige und massenhafte. Keineswegs will ich von der Hand weisen, dass das mit Blick auf die „Panama Papers“ konfliktfrei wäre. Digitale Menschen- und Bürgerrechte machen sich oft an der Menschenwürde fest, am Recht auf freie Rede, an der Meinungsfreiheit usw. Da gibt es Schnittmengen zu den aktuellen Berichten. Aber dass der/die Whistleblower durch ihr Wissen um diese Finanzkonstrukte und Akteure Gewissensbisse bekommen und sich an Journalisten gewendet haben, kann ich durchaus nachvollziehen. Auch dass sich die Journalisten-Teams entschlossen haben, das Wissen zu veröffentlichen, kann ich verstehen, weil sich einfach der Gedanke aufdrängt, dass hier ein Großteil der Personen nur zum eigenen Vorteil und gleichzeitig zum Nachteil anderer Menschen agiert haben. Das mag nicht für jede Briefkastenfirma-Operation gelten, bestimmt nicht. Aber ich sehe viele Anhaltspunkte, dass das für den Großteil dieser Geschäftsgebaren gilt.

      1. @ Constanze

        Herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort! Solch ein Dialog über Kommentarspalten ist nicht selbstverständlich. Es ist schon spät, deshalb von mir soweit nur die Lobeshymne. :-)

      2. Allerdings muss hier auch in Betracht gezogen werden, dass wahrscheinllich legale Steuervermeidung damit gemacht wurde. Also auch nichts illegales. Soweit ich gesehen habe, wurde bis anhin kein Indiz für etwas illegales publiziert – aber riesige Schlagzeilen gemacht.

        Wenn denn in 2-3 Wochen vielleicht auch USA-nahe Persönlichkeiten erscheinen, interessiert das doch keine Sau mehr. Denn dann haben wir bereits einen neuen Tages-Skandal um Schlagzeilen zu machen.

      3. @SJ
        Außerhalb der vorstehenden Argumentation von Constanze, der ich mich so, mit den bezeichneten Schwierigkeiten, gut anschließen kann. Zu deinem Punkt der „Legalität“ von, in dem Fall, „verstecken“ von Vermögen auf anonymisierten Konten. Die Skandalisierung der, vermeintlich, legalen Möglichkeiten der Steuerhinterziehung geht, denke ich, moralisch fürs erste in Ordnung. Wenn Gesetzgebung nicht dazu hinreicht, dass Unternehmen und Konzerne, dass einzelne Vermögende dazu gezwungen sind entsprechend ihren Kostenanteil an der vorhandenen Strukturen tragen, muss sie geändert werden.

        Auch wenn ich einen besseren Ansatz eher darin sehen würde, es grundsätzlich zu vermeiden, dass Vermögenskonzentration in hohen Ausmaßen möglich ist.

        Auch wenn ich den Lösungen nicht viel abgewinnen kann, in Norwegen, Schweden und Neuseeland findet man zumindest Ansätze des Versuch eines anderen, sozial gerechteren Umgangs.

    2. @Aaron
      Sie zitieren den etwas konfusen Post von „WHAT`S UP“ in Auszügen.
      Hier ist der gesamte Post einschließlich meiner Antwort.
      “ WHAT’S UP? 4. Apr 2016 @ 22:19

      Interessanter Tenor in der Berichterstattung:

      „Wer eine Briefkastenfirma offshore gründet, wer Scheindirektoren einsetzt, der macht sich verdächtig und muss doch etwas zu verbergen/verstecken haben. Wer ehrlich und gesetzestreu ist, der braucht doch nichts zu verschleiern.“

      Und zum Vergleich:

      „Wer seine E-Mails, Chats und Daten verschlüsselt, wer mit Tor anonym surft, wer mit Bargeld anonym im Laden zahlt, wer nicht überall seine Daten bereitwillig angibt, der macht sich verdächtig und muss doch etwas zu verbergen/verstecken haben. Wer ehrlich und gesetzestreu ist, der braucht doch nichts zu verschleiern.“

      Gefährlich nahe beieinander, nicht wahr?

      Als sie die Terroristen überwacht haben, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Terrorist.
      Als sie die Mafiosi und Kleinkriminellen überwacht haben, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Mafioso oder Kleinkrimineller.
      Als sie die Steuerflüchtlinge überwacht haben, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Steuerflüchtling.
      Als sie die Regierungskritiker überwacht haben, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Regierungskritiker.
      Als sie die Investigativ-Journalisten überwacht haben, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Investigativ-Journalist.
      Als sie mich überwacht haben, gab es niemanden mehr, der etwas dagegen sagen und tun konnte.

      Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Irgendwann ist man selbst dran und wird Opfer der Mittel und Methoden, die man vorher gutgeheißen hatte.“

      @WHAT’S UP
      Sind Sie die Vorhut des „Verein zur Ehrenrettung von Steuerhinterziehern “ ?
      Auf so eine Auflistung mit so wirren Vergleichen, muß man erst einmal kommen.
      Opfer und Täter werden munter in einen Topf geworfen.

      Wer den Aufwand betreibt um eine Off Shore Firma mit Scheindirektoren zu gründen,ist zu 99,99% nicht gewillt seine Steuern ordnungsgemäß zu entrichten.

      Die Chuzpe muss man erst mal haben,diese Kriminellen in einem Atemzug mit investigativen Journalisten und Regimekritikern gleichzusetzen,im Gegensatz zu denen, werden Ihre schützenswerten Steuerhinterzieher nicht, oder nur selten überwacht.
      Ihre „Steuerverkürzer“ sind desöfteren Befürworter und Anpeitscher für Überwachungsexzesse gegen unbescholtene Bürger und ob Ihre Probanden das ausgelagerte Geld überhaupt rechtmäßig erworben haben ,da setze ich noch ein dickes Fragezeichen dahinter.

  8. Nachtrag:

    Wie viele Juden hätten ihr Vermögen damals noch rechtzeitig retten können, wenn sie es über Offshore-Briefkastenfirmen hätten abwickeln können?

      1. @ Constanze

        Nee. Da verstehst Du mich falsch. Ich bin selbst Jude und kenne die Geschichte meines Volkes nur zu gut. Gerade die Deutschen sollten ihre eigene Geschichte nicht vergessen, insbesondere dann, wenn es um die Einordnung aktueller Ereignisse und Entwicklungen in einen größeren historischen Kontext geht.

        Es muss erlaubt sein, daraufhinzuweisen, dass viele Juden damals noch rechzeitig Leib und Leben ins ausländische Exil retten konnten, um sich dann jedoch mittellos eine neue Existenz aufzubauen.

        Mein Hinweis auf die Flucht vieler Juden aus Nazi-Deutschland soll dazu anregen, wie schnell ein Werkzeug wie eine Briefkastenfirma in einem anderen Kontext eine völlig neue Perspektive aufzeigt. Natürlich sind die bisher bekannten Kunden der Agentur in Panama offenbar Steuerflüchtlinge, keine politischen Flüchtlinge. Das ist mir auch klar. :-)

    1. Viele die es sich leisten konnten hatten ein Nummernkonto in der Schweiz eingerichtet.
      Beachten sollte man aber das nur ein Bruchteil der Juden richtig reich war und für die meisten sowas nicht in betracht kam.
      Als es dann Ernst wurde und Teile der Famili vergast wurden, haben die lieben Banker in der schönen Schweiz einfach die hinterlegten Vollmachten nicht anerkannt und denen welche fliehen konnten unter fadenscheinigen Begründungen das Geld vorenthalten.
      Ich bin gespannt ob die Finanzindustrie in Panama auf eine ähnliche Idee kommt sollte deren Geschäftsmodell zusammenbrechen und es erwartbar erscheinen das keine Gelder mehr nachkommen.
      Wird bestimmt total easy da sein Geld einzuklagen :-).

  9. Unabhängig der Nationalität ist es ganz sicher so dass, man nur schauen muss, wer am meisten davon profitiert und in seinem Umfeld die wenigsten Einschläge kassierte. Dann hat man ein gutes Indiz in welchem Umfeld der „Täter“ zu suchen ist.

    Verdammt!

    Das wäre ja ich!

    —-
    Disclaimer für FBI und CIA: Das sollte ein Witz sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Witz
    Ich schwöre bei allem was mir heilig ist, ich war es nicht!

  10. @Constanze Wegen deiner kleinen Spitze gegen die deutschsprachige Wikipedia:

    Auch in der englischen Wikipedia gab es eine Löschdiskussion (sogar aus ähnlichen Gründen):
    https://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Articles_for_deletion/List_of_people_named_in_the_Panama_Papers

    Persönlich gebe ich dem Löschantrag in der deWP ähnlich geringe Chancen.

    Und natürlich kann jeder auch während einer laufenden Löschdiskussion am Artikel weitereditieren und z.B. neue Namen und Entwicklungen hinzufügen. Da die deutschsprachige Community bekanntlicherweise kleiner ist als die englischsprachige verteilt sich diese Arbeit auf weniger Schultern. Spitze Kommentare und Verlinkungen auf die englischsprachige Fassung durch netzpolitik.org sind da sicher total hilfreich.

    1. Ich denke auch nicht, dass die Löschdiskussion zum Ergebnis der Löschung führen wird, bin ich auch froh drum.

      Was Deine grundsätzlichen Anmerkungen angeht: Ich verlinke recht oft auf die englische Version, ich finde einfach die Artikel meist inhaltlich besser, obwohl ich durchaus einen Hang zu meiner Muttersprache habe. Ich teile auch Deine Meinung nicht, dass die Größe der Community der Kern des Problems ist. Ich habe WP-Accounts seit vielen Jahren in beiden Sprachen und editiere auch manchmal als IP: Mir stellt sich das eher als ein kulturelles Problem dar, das mich in der deutschen WP mit den Jahren immer mehr gestört hat. Das bin ich wohl nicht alleine mit der Meinung. Ich sehe die deutsche WP-Community kritisch, auch wenn ich natürlich ihre Leistung zu schätzen weiß. Entsprechend sehe ich keinen Grund, hier in Zukunft auf „Spitzen“ zu verzichten, wenn sich welche anbieten, oder absichtsvoll auf die deutsche WP zu verlinken, wenn ich keinen besonderen Grund dafür sehe.

      1. @Constanze
        Ohne gleich als Gender Spinner eingestuft zu werden.
        „Autorin“ in der Einblendung würde den Damen in der Redaktion eher entsprechen.

      2. Verstehe, worauf Du hinweist und teile Deine Bedenken an mehreren Stellen. Dennoch ist die Größe (und damit Vielfalt) der Community ein Faktor, der mitentscheidet. Die sprach- und diskurskulturellen Unterschiede sind nicht von der Hand zu weisen. Die englspr. Artikel scheinen oft einen interessierten, aber uninformierten Dritten im Hinterkopf zu haben, während es bei den deutschspr. Artikeln des Öfteren nach dem kgN zwischen mehreren Rechthabenwollenden ausschaut.

        Auch wenn ich Dich nicht darum gebeten hatte, ist es trotzdem schade, dass Du die Spitzen fortsetzen willst, denn so werden andere von dieser Unkultur Unbelastete eher davon abgehalten, einfach mal mutig selbst zu editieren. Nun denn. Schön, dass du ab und an miteditierst.

      3. @Constanze
        Nicht so gereizt bitte,ich will Ihnen nichts Böses.
        Bei Ihren Antworten auf Posts erscheint „Autor“ oben rechts,wenn ich mich recht entsinne sind Sie weiblich.
        Eine Einblendung als Autorin,wäre doch sicherlich auch in Ihrem Interesse,wenn es ihnen egal ist,bitte sehr.

  11. „Das Problem ist nicht die Art der Berichterstattung“
    Eine Berichterstattung, die die Steueroasen der USA nur am Rande bis gar nicht thematisiert, die am meisten von diesem ‚Leak‘ profitieren, finde ich >problematischtendenziösInteressen-gelenktanmaßend<
    Ist es nicht bezeichnend, dass ausgerechnet einer der 'auserwählten Investigativ-Journalisten', Georg Mascolo, künftigen Whileblowern nahelegt, Daten an Wikileaks zu schicken? Warum empiehlt er nicht weiterhin seine Brötchengeber?
    Apropos investigativ:
    Was ist eigentlich investigativ daran, eine Datenbank durch OCR mit nachfolgender Indexierung zu erstellen und dann Abfragen unter vorgegebenem Narrativ daraus zu veröffentlichen. Ich sehe da Fleiß- und Programmierarbeit, aber keine Recherche-Leistung.
    Aber ich bin ja auch nur ein Verschwörungs-Anhänger und Putin-Troll.

    1. Pardon, da habe ich durch ungeschickte Zeichensetzung wohl selbst meinen Post verstümmelt :o
      Daher nochmals:
      „Das Problem ist nicht die Art der Berichterstattung“
      Eine Berichterstattung, die die Steueroasen der USA nur am Rande bis gar nicht thematisieren, die am meisten von diesem ‚Leak‘ profitieren, finde ich problematisch.
      Eine Berichterstattung die Putins Konterfei auf nahezu allen Titelseiten abbildet(im Gegensatz zu den anderen ‚Missetätern‘), obwohl er tatsächlich nicht in den ‚Panama-Papers‘ vorkommt, finde ich tendenziös
      Eine Berichterstattung, die nach Gutsherrenart darüber entscheidet, wer gerade mit Dreck beworfen werden soll, riecht für mich nach Interessen-gelenkt (denn strafbar ist das, trotz ‚Anrüchigkeit‘, tatsächlich nicht)
      Eine Berichterstattung, die sich bewusst gegen die Unterstützung von Strafverfolgungsbehörden ausspricht, finde ich anmaßend
      Ist es nicht bezeichnend, dass ausgerechnet einer der ‚auserwählten Investigativ-Journalisten‘, Georg Mascolo, künftigen Whileblowern nahelegt, Daten an Wikileaks zu schicken? Warum empiehlt er nicht weiterhin seine Brötchengeber?
      Apropos investigativ:
      Was ist eigentlich investigativ daran, eine Datenbank durch OCR mit nachfolgender Indexierung zu erstellen und dann Abfragen unter vorgegebenem Narrativ daraus zu veröffentlichen. Ich sehe da Fleiß- und Programmierarbeit, aber keine Recherche-Leistung.
      Aber ich bin ja auch nur ein Verschwörungs-Anhänger und Putin-Troll.

      1. Recherchearbeit besteht doch nicht im OCRen und im Bedienen von Datenbanken, die übrigens bei dieser Datenmenge auch schon einiges an Wissen im Umgang voraussetzen. Eine Datenbank gibt keine Antworten über semantische Zusammenhänge oder über damit zusammenhängende rechtliche, wirtschaftliche oder logistische Fragen usw., da fällt auch kein Hintergrundwissen raus und auch kein gut geschriebener Text. Meine Güte, was für eine Hybris und Ahnungslosigkeit gegenüber der journalistischen Arbeit der Teams.

      2. „Meine Güte, was für eine Hybris und Ahnungslosigkeit gegenüber der journalistischen Arbeit der Teams.“
        Definitiv! Das sollte aber doch eher Ansporn sein, sich (jetzt nicht Ihr) mit eben dieser Problematik auseinanderzusetzen und geschickter zu kommunizieren.
        Mir ist es total wurscht, wie schlau ein Journalist ist (also fast ;-) . Aber er ist der, der etwas transportieren soll/will. Sonst wär er vielleicht Wissenschaftler, aber gewiss nicht Journalist. Jedenfalls kein guter.

      3. Liebe Constanze,
        mir war nicht bewusst, dass Du Dich mit einem ähnlichen Selbstverständnis siehst, wie die PanamaLeak-Journalisten. Wenn ich Dich damit persönlich verletzt habe, so lag das nicht in meiner Absicht und ich entschuldige mich dafür.
        Andererseits:
        Verlange ich zu viel, wenn ich von Investigativ-Journalisten mehr erwarte, als nur die selektive Aufbereitung und Veröffentlichung von Daten – zumal die Art und Weise der Selektion im Dunkeln bleibt.
        Warum müssen erst in den Kommentaren die essenziellen Fragen gestellt werden, wie
        cui bono? oder welche Wirkung man da entfalten will?

        Da werden demonstrativ Leute an den Pranger des 21.Jh gestellt, weil sie eine ‚Pfui-Tat‘ begingen. Früher musste dafür ein uneheliches Kind oder der Bordellbesuch herhalten.
        Das erinnert doch irgendwie eher an diesen Kampagnen-Journalismus wie bspw gegen Ex-Präsident Christian Wulf, der sich nachweislich nichts zu Schulden hat kommen lassen. Das intessiert aber hinterher niemanden mehr.
        Straftaten sind afaik bisher nicht offen gelegt worden (im Gegesatz bspw zu Snowden oder Watergate). Es drängt sich da das Bild eines Empörungsjournalismus auf, der mit der Moral-Keule wohlgeziehlte Schläge austeilt, deren Zielauswahl zumindest suspekt erscheint.
        Und natürlich werden die üblichen Bauernofer gegeben, um diese Waffe zu schärfen – der Henker zeigt seine Folterwerkzeuge.
        Erscheint nicht auch Dir die Auswahl der ‚Delinquenten‘ seltsam:
        Ein saudischer, absolutistischer Monarch, der qua Definition überhaupt keine Steuerhinterziehung begehen kann.
        Ein Premierminister, der nicht wieder zur Wahl antreten wird (wobei dessen Geld-Summen geradezu lächerlich sind)
        Ein Staatschef eines Landes mit der Bevölkerungsgröße von Bielefeld.
        Ein paar Fifa-Funktionäre, die man zuvor nicht erwischen konnte.

        Last but not least stolpere sicher nicht nur ich über diese Hyper-Inflation des Konjunktivs in Russland- und Putin-Artikeln. Nein liebe Constanze, das ist kein Journalismus mehr für den ich bezahlen würde. So etwas lese ich höchstens beim Frisör.

  12. Süddeutsche Zeitung heute:
    China, FIFA, zwei Bilder von Putin (der in den Panamapapers nicht erwähnt wird).
    http://panamapapers.sueddeutsche.de/

    Der britische Guardian heute:
    „The Cameron network: inherited wealth and family companies“
    http://www.theguardian.com/politics/2016/apr/06/the-cameron-network-inherited-wealth-and-family-companies
    „Cameron stepped in to shield offshore trusts from EU tax crackdown in 2013“
    http://www.theguardian.com/politics/2016/apr/07/david-cameron-offshore-trusts-eu-tax-crackdown-2013

    Nein, die verzerrte Berichterstattung ist kein Problem. Man muss sich nur um die Inhalte kümmern. Wenn man sie trotz der verzerrten Berichterstattung erfährt :-) Catch 22

    Ich kann mich erinnern, dass der Journalist und Jurist Greenberg in seinem Buch über die Snowden-Enthüllungen über die Schwierigkeiten berichtete, appropriate Medienpartner zu finden. Von der Washington Post und der New York Times schrieb er, dass die sensible Berichte immer erst der Regierung in Washington vorlegen würden, um sie genehmigen zu lassen. Mit den beiden Folgen, dass die Chefredakteure heute mehr verdienen als zu Watergate-Zeiten und es zu Enthüllungen wie bei Watergate nicht mehr kommt. Deshalb hat man sich für den britischen Guardian entschieden, der den Mut hatte, den Snowden-Kram zu veröffentlichen. Und anschließend entsprechend von der britischen Regierung bedroht wurde bis hin zu der lächerlichen Festplattenzerstörungsnummer.

    Als Lachnummer kann man natürlich sich staatstragend geben und fordern, über die Berichterstattung müsse man sich keine Sorgen machen. Nur über die veröffentlichen Inhalte der kastrierten Berichterstattung. Oh what a brave new world!
    Wie ließ der Shakespeare noch den Marc Anton nach der Ermordung Caesers in seiner weltberühmten Rede sagen:
    „Friends, Romans, countrymen, lend me your ears

    And Brutus is an honourable man.“
    http://shakespeare.mit.edu/julius_caesar/julius_caesar.3.2.html

    1. Ist das das, was man eine Verschwörungstheorie nennt? Keine Belege, keine Beweise, keine Indizien, aber Vermutungen äußern. Ist das Qualitätsjournalismus, den man akzeptieren muss: nichts recherchiert, aber wüste Vermutungen ausstoßen: Wenn der reiche Patenonkel seinem Patenkind eine teure Hochzeit spendiert, dann muss der Brautvater doch ein Verbrecher sein?
      Früher ging seriöser Journalismus anders. Aber wir sollen ja nicht über die Berichterstattung meckern, sondern nur über die Inhalte sprechen, die Putin vorgeworfen werden. :-)

  13. So sehr ich sonst Constanzes scharfen Verstand schätze, so sehr mir das pauschalisierende Gerede von den „gleichgeschalteten“ Medien missfällt – in diesem Fall springt die Autorin doch arg kurz.
    Im Fall der Panamapapers ist es denkbar, dass ein von seinem Gewissen geplagter Insider, also ein Whistleblower, die Quelle des Materials ist. Ebensogut ist ein Hack von draußen möglich, etwa von einem Geheimdienst. In letzterem Fall stellt sich die Frage, wem es nützt. Und die ist in zweierlei Hinsicht sehr einfach zu beantworten.
    Im Ranking der Steueroasen weltweit, das das Tax Justice Network regelmäßig veröffentlicht (http://www.financialsecrecyindex.com/), stehen die USA auf Platz 3, das verrufene Panama aber auf Platz 13. Eine kleine Illustration: Allein in der North Orange Street in Wilmington, Delaware, gibt es ein Gebäude, in dem 300.000 Briefkastenfirmen „residieren“. Mit dem Panama-Leak wird dieser ohnehin abgeschlagene Konkurrent sehr effektiv geschwächt.
    Wenn es aber um die beneficial owners der Briefkastenfirmen geht, dienen die Veröffentlichungen vornehmlich dem Angriff auf enemies of the state. Colletaral damage wird dabei in Kauf genommen (z.B. das erwähnte Island), solange die eigenen Eliten dardurch nicht ins Feuer kommen.
    Mal abgesehen von einem gewissen Spin, dem unsere Mainstream-Medien eh unterliegen, stellt sich also vornehmlich die Frage, ob sie sich schlichtweg haben instrumentalisieren lassen.
    Verfallen wir doch bitte nicht in Leak-Folklore – Geheimdienste ware immer schon wichtige Quellen von Leaks.

    1. Ich weiß natürlich auch nicht, ob es einen/mehrere Whistleblower gegeben hat. Doch selbst wenn es ein Hack war in der beschriebenen Weise, auch mit der Intention, einen „Konkurrenten“ zu schädigen, interessierten mich noch immer die Inhalte der Veröffentlichungen mehr und die Diskussion, was dagegen zu tun ist, denn nur weil es andere Orte und Netzwerke auf der Welt gibt, die noch einen Zacken dreister sind, macht das ja die Vorgänge in Panama keinen Deut besser. Wie in dem Link im Artikel (zu Delaware) angedeutet, wäre in diesem Geheimdienst-Hack-Szenario der Geheimdienst nicht eben allzu clever, denn dass der Leak eine weltweite Diskussion nicht nur um Panama auslösen würde, sollte einem vermeintlichen Auftraggeber klar sein, wenn er nicht auf den Kopf gefallen ist.
      Was die „enemies of the states“ angeht, finde ich das Argument angesichts der WP-Liste nicht schlüssig, die ja auch noch nicht zuende geschrieben sein dürfte.
      Mal angenommen, ich wäre in die Situation gekommen, den Datenhaufen angeboten zu bekommen: Warum sollte ich die Story nicht bringen, nicht die Strukturen recherchieren und das nicht medial anprangern? Selbst wenn ich den Verdacht hätte, da könnte vielleicht kein gewissensgeplagter Whistleblower dahinterstecken, sondern ein Geheimdienst, der zuviele Ressourcen und zuviel politische Ambitionen hat: Ich kann mir gut vorstellen, was die Gründe wären, die Story trotzdem zu bringen. Das mag Aspekte von Instrumentalisierung haben, das scheint mir aber grade nicht die vornehmliche Frage.

      1. @Jürgen, Constanze und Wolfgang

        Ehrlich gesagt verstehe ich eure Diskussion nicht. Die Blickwinkel schließen sich doch nicht gegenseitig aus. Genauso wie man spekulieren kann, woher die Daten kommen, wer Interesse an einer Veröffentlichung haben könnte und man sich anschauen kann, wie das Thema global aussieht, so kann man auch die jetzt bekannten Informationen analysieren und sich ebenso die Frage stellen, warum die SZ bei der Berichterstattung einen anderen Schwerpunkt setzt als der Guardian (unabhängig davon, wie man das konkret bewertet). Wo ist denn das Problem, sich alle Aspekte anzugucken und die Gesamtsituation zu betrachten?

      2. Stimmt, ich bin da eine Terz weit vom Thema abgewichen. Jetzt aber! Und weil ich faul bin und der Kollege Stefan Winterbauer von meedia.de es so knackig auf den Punkt bringt:

        „Es ist ja schon auch richtig, dass das Umfeld von Wladimir Putin in den „Panama Papers“ aufgespießt wird. Trotzdem muss erlaubt sein, dass einem die Art und Weise, wie Putin in den Medien mittlerweile als eine Art Ikone des Bösen verwendet wird, seltsam vorkommt. In einem Image-Video der Süddeutschen Zeitung bildet er sich aus einer Art Datenwolke heraus: Dr. Evil alias Wladimir Putin. Auch beim britischen Guardian wird Putin genommen, um „Panama Papers“-Videos zu illustrieren. Dabei werden die Autoren nicht müde zu erwähnen, dass der Name Putin in den Papers gar nicht auftaucht, sondern „nur“ sein Umfeld. Der Name Assad taucht übrigens auch nicht auf, der syrische Diktator wird aber ebenfalls dauernd genannt und gezeigt.“

  14. Also, ich war auch in vielem nicht gerade mit der Berichterstattung und der Politik rund um das ganze Ukraine-Debakel einverstanden, aber die Überhöhung von Wladimir Putin ist ja wohl mehr als übertrieben. Wer glaubt denn bitte, dass der dem Anschein nach mächtigste Politiker Russlands aus den tiefkorrupten Neunzigern heraus durch politische Manöver und schattige Netzwerke an die Macht gekommen, nicht auch von Korruption betroffen ist? Man sollte eher froh sein, wenn Putins Kreise nicht hinter den Sprengstoffanschlägen im Vorfeld des Zweiten Tschetschenienkriegs oder irgendwelchen Morden an Dissidenten stecken. Näher als Geldverschiebung in seinem unmittelbaren Umfeld nachzuweisen, wird man an Putin vermutlich nicht herankommen.

  15. „Das Problem ist nicht die Art der Berichterstattung“
    Gerade wenn es um den Herrn Putin geht, ist Deutschland eigentlich das Mutterland des Qualitätsjournalismus. Sagen die kommerziellen Medien. Ein bisschen brüchig wird das here, edle Bild jetzt auch noch durch den Stern, der schon mit den Hitler-Tagebüchern einen Meilenstein für dne Qualitätsjournalismus gesetzt hat. Der Stern schreibt jetzt:
    „Separatisten erfunden? „Machtmensch Putin“ – wie die ZDF-Doku offenbar manipuliert wurde
    Ungereimtheiten, Fehler und ein bestochener Kronzeuge – die Dokumentation „Machtmensch Putin“ droht für das ZDF zu einem Fiasko zu werden. Der Vorwurf lautet: Manipulation. Eine Recherche erhärtet den Verdacht.“
    http://www.stern.de/politik/deutschland/wladimir-putin–wie-die-zdf-doku-offenbar-manipuliert-wurde-6687386.html
    Ich halte es für naiv, wenn hier dazu aufgerufen wird, nur auf Inhalte zu achten, nicht aber, wie sie zustande kommen, ob sie glaubwürdig ist, ob sie gekaufte Propaganda sind, ob Hetze dahinter steckt.
    Wenn die Süddeutsche Zeitung Putin auf Bildern zeigt zu Papieren, in denen Putin gar nicht erwähnt wird, ist es widerliche Hetze. Im ZDF ist die widerliche Hetze jetzt als Fälschung aufgeflogen. Durch ein Medium, dass sich sehr gut auskennt mit Fälschungen. Verdächte über Putin raus zuhauen ohne jedes Indiz, ohne jeden Beleg, ohne jeden Beweis ist hart an der grenze zur strafbaren üblen Nachrede.

  16. Gerade die reißerische Aufmachung mit Bildern von Leuten, die nicht in den Papieren vorkommen (die dort vorkommen, kennen zu wenige, um damit genügend Aufriß zu machen!), zeugt davon, dass es ZUERST um die Medien selbst geht. Also um ihre Einkommensverbesserung, wenn man schon mal solche Papiere in die Hand bekommt.

    Bisher hat auch noch keine Veröffentlichung gesagt WARUM die Papiere so eine Brisanz haben sollen. Man sagt uns nur, dass sie es hätte. Und wie toll das die ganzen beteiligten Jounale alles gemacht haben. Ja, was haben sie denn gemacht, was so viel Brisanz hat? Wo ist die Brisanz wenn XY, der mit Putin bekannt ist, dort auftaucht.

    -> Weil das keiner begreift, geht dieser erste Schuß nach hinten los. – Mit Netzpolitik.org hat das wenig zu tun.

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