Kultur

Analyse von Spiegel Online: So tickt Deutschlands größte Nachrichtenseite

Beim 33C3 wurde heute eine Datenanalyse von Spiegel Online gezeigt: David Kriesel hat über knapp zwei Jahre hinweg alle Artikel heruntergeladen und ausgewertet. Mit Data-Science-Werkzeugen veranschaulichte er nun die gewonnenen Informationen. Wie oft kommt es etwa zur Sperrung der Kommentarfunktion – und bei welchen Themen?

spiegel online
Das Spiegel-Verlagshaus an der Ericusspitze in Hamburg.
Foto: CC BY-ND 2.0 by Sera Photography via flickr.

„Big Data“ mal anders: In seinem Vortrag beim Chaos Communication Congress [Video] hat David Kriesel heute gezeigt, welche Möglichkeiten eine Datenauswertung über die Zeit für eine große Menge Artikel bietet – und einen interessanten Überblick über das publizistische Wirken von Spiegel Online gegeben. Der Informatiker hat über viele Monate hinweg alle Artikel Deutschlands meistgelesener Nachrichtenseite automatisiert runtergeladen und danach Metadaten und Inhalte analysiert.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Spiegel-Online hat in den letzten beiden Jahren knapp einhunderttausend Artikel veröffentlicht, die von Kriesel mit Data-Science-Techniken bearbeitet werden. Er wertet die Artikel nach Rubriken und Ressorts aus, berechnet statistische Angaben über Veröffentlichungshäufigkeiten und Verschlagwortung, baut Autorenlandkarten und setzt sich mit der Frage auseinander, bei welchen Themen Kommentare zugelassen werden und bei welchen Kommentarsperrungen typisch sind.

Die von Kriesel gesammelten Artikel sind anfangs viermal pro Stunde, später alle fünf Minuten runtergeladen worden. Das macht es auch möglich, über den Zeitraum von zwei Jahren Korrekturen und Veränderungen in den Artikeln zu überschauen. Denn von den meisten erschienenen Stücken hat Kriesel mehrere Versionen eingefangen.

Die einfachen Auswertungen sind aber zunächst die Zuordnungen der Artikel in ihre Themenbereiche, um die Anzahl zu bestimmen. Die nebenstehende Visualisierung zeigt dann einen Überblick: Die Größe der Kreise gibt die Artikelanzahl pro Rubrik wieder. Es wird sichtbar, dass „Panorama“, „Politik“ und „Sport“ zusammen etwa die Hälfte aller veröffentlichten Artikel in dem erfassten Zeitraum von 2014 bis heute waren.

Im Schnitt 100 Artikel pro Tag

Kriesel betrachtet auch die einzelnen Rubriken im Zeitverlauf. Dabei stellt er fest, dass beispielsweise die Wissenschaftsberichterstattung ist in der Tendenz abnehmend ist.

Volumen der Spiegel-Online-Rubriken pro Monat.

Kriesel zeigt einfache zeitliche Analysen nach Wochentag und Uhrzeit. Das Ergebnis ist erwartbar: Die Häufigkeit der Veröffentlichungen ist wochentags höher als wochenends und über den Tag natürlich nicht gleichverteilt, sondern im Zeitraum von 5 bis 20 Uhr konzentriert. An den Wochenenden erscheinen etwa halb soviel Artikel wie in der Woche.

Spiegel-Online veröffentlicht durchschnittlich siebenhundert Artikel pro Woche, also etwa einhundert Artikel jeden Tag. Kriesel versucht, die Auswertungen der großen gewonnenen Datenmenge möglichst anschaulich visuell darzustellen und quasi „Big Data“ greifbar zu machen. Er erstellt Übersichten und auch riesige Landkarten aus den gesammelten Informationen.

Eine der Landkarte stellt er mit Erläuterung auch zur Verfügung, um weitere Forschung zu ermöglichen. Außerdem forderte er die Zuhörer auf, mit neuen Auswertungsideen gern auf ihn zuzukommen. Kriesel rief dazu auf: „Ideen her!“

Spiegel-Online-Veröffentlichungen, Anzahl der Artikel pro Tag. (Datenstand: 4. Dezember)

Das Jahr in Schlagworten: Geflüchtete, Syrien, Trump

Die Analyse widmet sich auch der Verschlagwortung, die eine inhaltliche Analyse erleichtert. Bei Spiegel-Online werden jeweils durchschnittlich etwa zehn Keywords den Artikeln zugeordnet, die auch mehrere Worte umfassen können. Seit 2016 hat sich die Anzahl der Keywords allerdings verringert, pro Artikel sind es derzeit nur noch etwa fünf.

Die blanken Zahlen sind beeindruckend: Allein 65.000 verschiedene Keywords waren auszuwerten und in Keyword-Graphen einzubauen. Darüber lässt sich auch ermitteln, welche Themen inhaltlich verwandt sind.

Die Tags erlauben zudem einen anschaulichen Überblick über die mediale Agenda. Lässt man die Rubriken, Überbegriffe der Themen und Sport außen vor, waren die am häufigsten verwendeten Schlagworte im Jahr 2016: Geflüchtete (1.887), Syrien (1.280), Donald Trump (1.007), Islamischer Staat (853), Angela Merkel (810), US-Präsidentschaftswahl 2016 (789) und Recep Tayyip Erdogan (634).

Kommentarbereich immer öfter gesperrt

Anteil der kommentierbaren Artikel in allen veröffentlichten Artikeln, ab Mai 2014.

Im Durchschnitt sind etwa 70 Prozent der Spiegel-Online-Artikel kommentierbar. Seit der zunehmenden medialen Aufmerksamkeit für Geflüchtete wird eine Sperrung der Kommentarfunktion von der Redaktion jeweils mit einem kleinen Text begründet.

Ein typisches Beispiel, das Kriesel nennt, ist die Justizberichterstattung. Geht es um Morde, Attentate oder generell um Kriminalität, darf nur selten kommentiert werden. Für andere Themenbereiche, beispielsweise den Brexit oder allgemein bei der Berichterstattung über Großbritannien, sind keine Kommentarsperrungen üblich. Generell zeigt aber die zeitliche Entwicklung, dass die Kommentierbarkeit in der Tendenz eher abnimmt.

David Kriesel.

Bei welchen Themen ein Kommentar erlaubt bleibt, ist durchaus ein Politikum, wie Kriesel an vielen Beispielen zeigt. Etwa zu Fragen des Nahostkonflikts und zu Israel sind so gut wie alle Artikel mit Kommentarsperrungen versehen. Wenn es beispielsweise um Frankreich geht, waren Kommentare so lange erlaubt, bis es zu dem Anschlag in Paris kam: Ab November 2015 wurden dann die meisten Frankreich-Artikel unkommentierbar.

Kriesel hat weitere solcher Beispiele analysiert, die auch zeigen, bei welchen Themen Kommentarsperrungen gerade nicht erfolgen. Wer dazu mehr wissen will und sich gleichzeitig über das Auswerten und die Visualisierung großer Datenmengen informieren möchte, sollte sich den Vortrag ansehen.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
42 Kommentare
  1. Extrem unterhaltsam und lehrreich war der Vortrag. Viell. findet sich ja jemand der wie David Kriesel in „SpiegelMining – Reverse Engineering von Spiegel-Online“ * einschlägige Nachrichten- und andere Webseiten analysiert und so Fake-Accounts und Social Bots** herausfiltert, analysiert und veröffentlicht.

    *
    https://fahrplan.events.ccc.de/congress/2016/Fahrplan/events/7912.html
    https://media.ccc.de/c/33c3

    **
    https://netzpolitik.org/2016/fakenews-social-bots-sockenpuppen-begriffsklaerung/

  2. Warum wurden denn gegen März 2015 keine Artikel auf SPON veröffentlicht? (Siehe Grafik: „Spiegel-Online-Veröffentlichungen, Anzahl der Artikel pro Tag.“)

  3. Israel – der Nahostkonflikt – da gab es mal in einem sozialen Friedensnetzwerk eine Gruppe – middle east fireside. Mich hat das fasziniert, weil diese Gruppe unglaublich strenge Regeln hatte, was gesagt werden darf und was nicht. Und es gab schon fast mehr Moderatoren als Teilnehmer. Und sehr ambitionierte Ziele. Ein Staat, zwei Staaten, drei Staaten? Irgendwann schliefen die Diskussionen ein und es sind fast alle in Richtung Facebook abgewandert. Und die große Angst, dass uns allen eine Atombombe um die Ohren fliegt, hat sich nicht bewahrheitet.

  4. Interessant, dass der Anteil der kommentierbaren Artikel bei SpOn nicht nur gefühlt sondern tatsächlich deutlich zurück gegangen ist. Und ich kaufe denen nicht ab, dass da massenweise rechtsradikales Gedankengut aufläuft. Natürlich kann ich hier nur beobachten und dann Schlussfolgerungen anstellen. Aber ich glaube, hauptsächlich ist der Anlass, dass man die offzielle „wir schaffen das“ Sprachregelung aufrecht halten will. Zu viele Kommentatoren die mit einer kritischen konservativen oder rechtskonservativen Meinung kommen, passen da nicht ins gewünschte Bild.

      1. Der Euphemismus für braunes,menschenverachtendes Hetzverhalten heißt neuerdings “ kritischen konservativen oder rechtskonservativen Meinung“.
        Rechtsextreme Parteien und Rattenfänger verhüllen die wabernde ,braune Gülle oftmals mit dieser Aussendarstellung.

        1. antideutscher Hass und Bewunderung für Massenmörder wie Stalin, Castro und Bomber Harris werden inzwischen ja auch links-liberal genannt. ;-)

    1. Dear Snoopy,
      als Spiegel-Leser (schon zu den Zeiten, als der Spiegel nur als Zeitschrift erhältlich war) ist mir in letzter Zeit mehr und mehr aufgefallen, dass der Spiegel heute nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Von dem ehemaligen kritischen Medium das sich rühmte, „heisse Eisen“ anzufassen usw. ist nur noch ein Mainstream-Medium übrig geblieben, wie es so viele gibt. Der Spiegel war mal was besonderes in der deutschen Medien-Landschaft, aber das ist lange her.
      Was die Sperrung der Kommentarfunktion zu speziellen Artikeln angeht, hier scheint inzwischen tatsächlich alles, was dort von Lesern nicht im Sinne der aktuellen GroKo kommentiert werden könnte, für Kommentare gesperrt zu sein. Offensichtlich hat man Angst, die Leserschaft könne durch kritische Kommentare anderer Leser auf „dumme“ (rebellische?) Gedanken gebracht werden, so stellt sich mir das da. Sowas lässt tief blicken, finde ich, die Angst dort muss wohl gross sein. Ziel es ist anscheinend, die Leser auf Regierungskurs zu bringen bzw. zu halten.
      Genau deshalb habe ich mich inzwischen vom Spiegel und den meis´ten deutschen Mainstream-Medien komplett verabschiedet, denn da kann ich gleich auch „Tagesschau“ im ARD gucken (da habe ich die gleichen Informationen, nur kompakter und damit weniger zeitraubend).
      Inzwischen informiere ich mich mehr und mehr auch über die Auslandsmedien, wenn ich mir eine umfassende Meinung über Themen machen will. Insbesondere sind dort auch die Leser-Kommentare interessant zu lesen, erfährt man doch auch, wie die dortige Landesbevölkerung die Dinge betrachtet, und das ist nicht immer so, wie es uns die meisten Medien in Deutschland glauben machen wollen. Als ich z.B. in meinem Bekanntenkreis vor einiger Zeit sagte, dass der Brexit kommen wird, haben alle das für „absurd“ gehalten, weil „die Briten doch so von Europa profitieren“ usw. usw. (das war ja auch ganz klar der Tenor in den Deutschen Medien gewesen…). Mit der Trump-Wahl war es genau das gleiche, da fielen auch hier alle (angeblich) aus allen Wolken…
      Tja, wer sich ausschliesslich über die deutschen Mainstream-Medien informiert, der hat es nicht besser verdient, lol.

  5. Eine offene Diskussion ist dort nicht erwünscht. Auch wenn der ein oder andere einmal über die Stränge schlage sollte, muss dies eine Demokratie aushalten. Wie will man sonst mit solchen Menschen in den „Dialog“ kommen, um vielleicht doch eine Wahrnehmungsveränderung herbeizuführen. Im Moment wird bei allem überreagiert. Und daran ist für mich die Politik schuld. Man sollte auch einmal etwas mehr Gelassenheit an den Tag legen und nicht jedem gleich sein Haus durchsuchen, nur weil er eine Spielzeugpistole gekauft hat. So fängt Diktatur an.

    1. „Man sollte auch einmal etwas mehr Gelassenheit an den Tag legen“
      Das gilt aber für alle Seiten. Die Moderatoren löschen immer mehr und immer strenger, aber die Kommentatoren sind auch aggressiver geworden. Wie schnell einem Autor heutzutage z.B. Morddrohungen ins Haus flattern ist schon extrem. Wie viele Kommentatoren ziemlich deutlich kein Interesse an einer Diskussion haben und ihre radikalen Ansichten ohne jede Hemmschwelle ins nächste Kommentarfeld schreiben genauso. Gibt eben immer solche und solche!

    2. Ich war gestern in Hamburg … da sind Leute mit Anhängern von einem Hof gefahren, ich fragte, ob es da etwas umsonst gäbe!
      Böller und Feuerwerk im „Werksverkauf“!
      Der eine mit einem großen Anhänger, hatte geschätzte 500 Kg geladen … gehen wir mal von 20% Schwarzpulver an der Gesamtmenge aus, wären das 100 Kg Schwarzpulver …
      Also, eine Feuerwerksbatterie darf bis zu 500 Gramm Schwarzpulver enthalten ( https://www.welt.de/wissenschaft/article5560602/Boeller-mit-mehr-Schwarzpulver-erlaubt.html ) …
      Ist man nun ein geduldiger Terrorist, so klappert man einen Werksverkauf nach dem anderen ab, kauft sich das zusammen, was „man benötigt“ und wird nicht erwischt!

      Terroristen brauen sich stets krude Mischungen zusammen … warum kaufen diese sich den Sprengstoff nicht legal?

      1. @Habo
        Einige Personen sind sogar im legalen Besitz von Sprengstoff.
        Diese Personen nennen sich Verfassungsschutz und bekommen den Sprengstoff sogar umsonst(durch Steuergelder finanziert) und sprengen oft und gerne, wie sich später herausstellt,siehe Celler Loch.
        Ketzerisch gesagt geht das größte Gefährdungspotential für ein Land von denjenigen aus,die im legalen Besitz von Sprengstoff sind,weil niemand ihnen auf die Finger klopft.

    3. Auf Welt.de ist abseits der AfD-Kommentare auch nichts anderes erwünscht. Als Wutbürger hast du da freie Fahrt. Jede Zeitung schreibt sich ihre Leserschaft.

      1. @Gedankenpolizeidienststelle Heilbronn-Süd
        t-online.de ist bevölkert mit „BLÖD“ Schreiberlingen,dementsprechend sind auch die Kommentare AFDlastig.

  6. Gefühlt und jetzt in Zahlen: Donald Trump hat bei weitem zuviel Aufmerksamkeit im Wahlkampf bekommen. Hatte mich damals schon genervt den Kerl mehrfach täglich auf der Website sehen zu müssen. Zum damaligen Zeitpunkt absolut unpassend. Selbe Spiel mit der AFD. Die hat es auch viel zu oft auf die „Titelseite“ geschafft.

    Insgesamt aber cooles Projekt, danke an den Autor und David Kriesel.

    1. Wer schafft es denn auf die Titelseiten? Themen, die vorher am meisten „angeklickt“ wurden? Themen, die die Leser interessieren? Auch Titelseiten sind in dem kurzlebigen Geschäft garantiert kein Zufall.

  7. Genau diese selektive Kommentierbarkeit bzw. Sperre der Kommentarfunktion zeigt, dass der Spiegel kein Nachrichtenmedium ist, sondern ein Propagandamedium, das eine ganz bestimmte Sichtweise gezielt durchsetzen soll. Was man halt so mit Mainstreampresse und Lügenpresse beschreibt.

    Wahrscheinlich geben das die Daten nicht her, aber eine Auswertungsidee wäre mal zu analysieren über welche Themen nicht berichtet wird und welche Berichte einseitig und falsch sind. Die Mainstreampresse mit den Politikern sind ja der Haupverbreiter von Fakenews.

    1. Jede Presse ist selektiv und fördert die Filterblase. Für den Gesamtblick musst du alles lesen, recht & links. Sowie zwischen den Zeilen.

  8. Ich lach mit tot!
    IHR selbst habt Beiträge (sachlich, freundlich) von mir gelöscht, weil sie nicht in Euer Weltbild passten!
    SO MACHT MAN MEINUNGSFREIHEIT!
    Und sich dann über Spiegel aufregen!
    Ich hatte Euch deshalb angeschrieben, wurde ignoriert.
    Meine Spende an Euch habe ich logischerweise gecancelt

    1. @mike301243
      100% der Schaumschläger, die Ihre Spenden lautstark canceln ,haben noch nie gespendet.
      Sie pilgern von Forum zu Forum, um immer die gleiche Empörung zu posaunen und das Canceln der(nicht getätigten) Spenden zu krakeelen.

  9. Ich lese den Spiegel seit 45 Jahren. Bereits meine Großeltern und meine Eltern hatten den Spiegel abonniert. Spiegel online lese ich seit Anbeginn. Die Entwicklung von einem eher investigativen Journalismus hin zu einem Umerziehungsmedium in den letzten Jahren ist mir auch ohne tiefergehende Datenanalyse aufgefallen. Für die Kommentarfunktion des Spiegels gibt es eine feste Regel: Alles, was unwichtig ist, darf kommentiert werden. Alles, bei dem die Schreiber des Spiegels die Meinung des Lesers in ihrem Sinne formen möchten, darf nicht mehr kommentiert werden, denn hier ist Widerrede unerwünscht. Auch ein weiterer Trend ist mir aufgefallen: Den heutigen Schreibern des Spiegels ist der Unterschied zwischen den Textgattungen „Bericht“ und „Kommentar“ entweder unbekannt oder sie verwischen die Grenze zwischen beidem bewußt. Das ist mir übrigens auch in den Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Sendern aufgefallen. Es wird zuweilen nicht mehr neutral berichtet, sondern Nachrichten werden mit einem süffisanten Unterton, Grinsen oder anderen subtilen Mitteln im gewissen Sinne verformt.

    1. nachdem in der Spiegelausgabe mit dem Trump-Meteor alte deutsche weisse Männer vom Spiegel erklärt haben warum mittelalte weisse amerikanische Männer und Frauen völlig unerklärlicherweise gegen eine alte weisse Frau gestimmt haben (die im Wahlkampf vor allem mit Politik für nicht-weisse Männer und Frauen versucht hat beim Wähler zu punkten) hab ich mein Spiegelabo gekündigt.

  10. Ein interessanter Vortrag. Auch ohne die Analyse hat man als Leser und Internetnutzer den Eindruck, dass nicht alle Medien überall die Kommentarfunktion schätzen. Dabei ist sie doch eine wesentliche Errungenschaft des Online-Gehens der ehemaligen Printmedien, Hörfunk- und TV-Angebote.
    Dass unter vielen Beiträgen nicht nur bei SPON keine Reaktionen zugelassen sind, hat evtl. nicht nur mit dem Desinteresse an Lesermeinungen zu tun, sondern auch banal mit erhöhtem Personalaufwand. Gerade politisch sehr aktuelle und/oder polarisierende Beiträge, das sieht man an ZEIT Online, erfahren oft sehr viele Reaktionen (700, 800 …), die dann auch moderiert werden müssen.

    Vielleicht haben Verantwortliche von SPON ja auch die Studie der Universität Hohenheim von 2015 gelesen, wonach „Kommentare … auch die wahrgenommene Qualität von Nachrichten (verschlechtern)“ – und zwar nicht nur „Beleidigungen, fehlende Argumente, mieses Diskussionsklima“: „Auch höfliche Kommentare und solche mit Argumenten verschlechtern die wahrgenommene Qualität eines Artikels im Vergleich zu einer Version ganz ohne Kommentare.“ Letzteres scheint auf den zweiten Blick ziemlich logisch, unterstellt, Argumente belegen glaubhaft, dass der ursprüngliche Beitrag Fehler oder Lücken aufweist bzw. es noch weitere Perspektiven aufs Thema gibt.

    So oder so ist eine spannende Frage, a) welche Vorteile Redaktionen konkret in unkommentierten Beiträgen sehen und b) welche Auswirkung keine/fehlende Kommentare auf das Meinungsklima haben. Die Vermutung liegt nahe, dass Leser/User, die mit Beiträgen wenig übereinstimmen, aber keine Möglichkeit haben, dazu Stellung zu nehmen, ihre kritische bzw. konträre Haltung wohl kaum revidieren werden, allerdings erhalten sie auch keine Gelegenheit, ihre Einstellung und Meinung zu verbreiten, was bei den Betroffenen eher für Frust sorgen dürfte.

  11. Agent Provocateur,nur ein Tool der Dienste,um dann die Überwachung der Bürger auszuweiten ??✌ Motto:Wer nicht selber bombt,der kein Überwachungsstaat bekommt ? Siehe Al Bakr,wo der Generalbundesanwalt die Ermittlungen ablehnt ? 1,5 L Flüssigsprengstoff zu besitzen,zählt wohl nicht mehr als staatsgefährdene Straftat ???✌

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.