Neonazis im Web 2.0: Erscheinungsformen und Gegenstrategien

Von der Amadeu Antonio Stiftung gibt es die neue Brochüre “Neonazis im Web 2.0: Erscheinungsformen und Gegenstrategien“.

In der Broschüre werden die folgenden Themen behandelt:

| Grußwort von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
| Werden Menschen rechtsextrem, wenn sie einen Nazi-Beitrag lesen?
| Neonazis im Web 2.0: Was sie machen und woran man sie erkennt
- Warum sind Neonazis im Web 2.0 aktiv?
- Nicknames und Profile
- Themen und Gesprächsstrategien
| Neonazis im Web 2.0: Gegenstrategien
- Argumente für die Auseinandersetzung mit Neonazis im Web 2.0
- Ideen gegen Neonazis von der Meldung bis zur Aktion
- Was Betreiber gegen Neonazis im Web 2.0 tun können
| Das Engagement der Amadeu Antonio Stiftung

Die Broschüre kann man hier als 1,2 MB großes PDF herunterladen.

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18 Kommentare

  1. Andre
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 14:06 | Permanent-Link

    “18germania88 lässt sich leicht als Neonazi entlarven. Ebenso wie Todesengel88. Bei Dakom1488 kann man aufgrund der Zahlen »14« und »88« einen rechtsextremen Hintergrund vermuten”

    Was für eine Kinderkacke… Kevin14 im visier, aber es geht noch besser:

    “Oft hilft wieder ein genauerer Blick auf das entsprechende Profil. So findet man dann beispielsweise heraus, dass ianstewart als seine Interessen »hetzen« angibt, Sleipnir »Linkes Pack ärgern« möchte und Lunikoff sich die NPD im Bundestag wünscht”

    Und gerade da habe ich dann als Demokrat ein Problem mit. Es darf nicht sein, dass ein liberal geführtes Bundesministerium sich in Wahlpräferenzen einmischt. Der Staat hat gegenüber den zur Wahl zugelassenen Parteien Neutralität zu wahren. Das gilt auch für eine gemeinnützige Org, die niemals Parteipolitik betreiben darf. Die “Mitwirkung an der Meinungsbildung des Volkes” ist in einer freiheitlichen Demokratie Aufgabe der politischen Parteien, nicht von Ministerien und von ihnen geförderten Organisationen. Alles andere wäre eine Bedrohung der freiheitliche-demokratischen Grundordnung.

    Amadeu Antonio macht jeden “rechten” Troll im Internet zur Bedrohung und lädt ein zur Symbolparanoia. Wie heisst es bei Schopenhauer? Wer sich die Teufel mit Hörnern und die Narren mit Schellen vorstellt, wird stets ihre Beute. Man stelle sich vor, der mit Antonio-Wissen ausgestattete Recke für die Nazibekämpfung tappt in eine 4chan Wespennest und wird gestreisanded.

    • Schule
      Erstellt am 1. Februar 2011 um 18:51 | Permanent-Link

      @Leo Vierziger, @Andre:

      Ich kann euch da überhaupt nicht zustimmen! Menschenverachtende Ideologien haben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun!!1! Ich kann mich auch nicht auf die Meinungsfreiheit berufen, um diese abzuschaffen.
      Die Geschichte lehrt uns: Hingucken und Handeln ist wichtig, sonst landen wir irgendwann wieder in der Vergangenheit!

  2. Leo Vierziger
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 14:51 | Permanent-Link

    Warum lässt man die Neonazis nicht links (meine natürlich rechts außen) liegen? Mit solchen Broschüren und Aktionen wertet man diese Leute doch nur auf. Wollen wir etwa Neonazi-Seiten im Internet sperren?

    • lem
      Erstellt am 1. Februar 2011 um 15:03 | Permanent-Link

      Aufklärung kann nie falsch sein.
      Internet-Affine Menschen zu informieren worauf sie sich evtl. einlassen ist gut.
      Insbesondere Kinder und Jugendliche sind informiert besser gewappnet gegen Kontaktaufnahmen von Neo-Nazis.
      Extremismus, egal welcher Couleur, braucht keine Gesellschaft.

  3. Abucs
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 17:23 | Permanent-Link

    @André

    Da würde ich dir sogar mehr oder weniger zustimmen. In dem von dir zitierten Textabschnitt geht es darum aber meiner Meinung nach gar nicht. Unabhängig von jeder parteipolitischen Einflussnahme wird dort ja nur gesagt, dass jemand,der sich die NPD im Bundestag wünscht warscheinlich ein Nazi ist. Und das ist eine Aussage wie “jemand der die Grünen wählt interessiert sich vermutlich für Umweltschutz. Das ist einfach so.
    Außerdem hätte die NPD schon längst verboten gehört.

  4. Leo Vierziger
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:17 | Permanent-Link

    @Schule: Wer soll bestimmen, welche Meinungen von der Meinungsfreiheit gedeckt sind und welche nicht? Etwa Du? Oder Andre? Oder die Regierung? Oder die Kirche?

    • Schule
      Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:35 | Permanent-Link

      @Leo Vierziger:

      Die Menschenrechte! Alles was gegen die geht, ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen gegen Menschen!
      Genauso verhält es sich auch bei direkter Demokratie: Dieser wird oft vorgehalten, die Mehrheit könne ja dann über eine Minderheit bestimmen, sie um ihre Rechte bringen. Genau das sollte aber wirkliche Demokratie verhindern (resp. verbieten) – eine Abstimmung in der Schweiz über Minarett ist so nicht von demokratischen Prinzip gedeckt!

      • Menschenrechtler
        Erstellt am 4. Februar 2011 um 13:17 | Permanent-Link

        @Schule: Wenn also jemand gegen die Meinungsfreiheit (= Menschenrecht) ist, dann darf er sich nicht mehr äußern?

  5. V'kar
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:30 | Permanent-Link

    @Leo: Ist eigentlich ganz einfach: Wer anderen die Menschenrechte aberkennt hat verloren. Da hat die Kirche übrigens auch recht schnell Probleme :)

  6. André
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:33 | Permanent-Link

    Ich nehme an, das sind einfach harmlose Teens, die was gefunden haben, was ihnen die narzisstische Aufmerksamkeit verschafft. Wer sich beim Netz-gegen-rechts als Ady H anmeldet, ist ein Troll. Wenn Osama im Internet postet, ist das auch kein Fundamentalist.

  7. Erstellt am 1. Februar 2011 um 19:50 | Permanent-Link

    Ich wundere mich ehrlich gesagt immer wenn ich über Neonazis im Netz lese. Ausnahmslos alles was im Netz cool ist gehört doch libertärem oder linkem Gedankengut an. Warum wohl haben gerade konservative Parteien so große Probleme das Internet als Chance zu sehen statt als Gefahr?

    Das liegt doch schon in der Natur der Sache!

    Das Internet bricht Grenzen von Nationalstaaten auf und ein guter Hack ist nun mal ein guter Hack und das völlig unabhängig davon welcher Hautfarbe, Rasse oder sonstwas der Hacker selbst angehört.

    Freilich gibt es Nazis im Netz und zwar weil es die in der realen Welt eben auch gibt und das Netz ja längst zum Massenmedium geworden ist.

    Alles in allem dürfte die Gefahr durch den Einfluss des Netzes zum Anarchisten zu werden wohl fast höher größer sein als die Gefahr zum Nazi zu werden.

    Rechtsradikales Gedankengut, das sich immer durch ein Elitedenken bzgl. der eigenen Herkunft, Rasse oder was auch immer definiert, steht einem globalen Netz, welches altmodisches Nationalstaatsdenken weit hinter sich lässt, doch diametral entgegen.

    Gruss

    Sven

  8. Slibulski
    Erstellt am 1. Februar 2011 um 23:50 | Permanent-Link

    @ Sven

    Rechtsradikales Gedankengut, das sich immer durch ein Elitedenken bzgl. der eigenen Herkunft, Rasse oder was auch immer definiert, steht einem globalen Netz, welches altmodisches Nationalstaatsdenken weit hinter sich lässt, doch diametral entgegen.

    Wieso? Die Nationalstaaten existieren schließlich außerhalb des globalen Datenverkehrsnetzes. Die Vernetzung ist lediglich ein Angebot, aber keine Verpflichtung. Und dieses Angebot wird von Nazis in der gleichen Weise genutzt wie z. B. von Hundezüchtern. Nur weil er die Möglichkeit hat, Kontakte zu Katzenfreunden zu knüpfen, wird der Hundefreund sie nicht unbedingt nutzen. Zuerst wird er sich mit anderen Hundefreunden vernetzen. Nazis nutzen das Internet genauso wie andere Menschen auch.

    Ich habe vor ein paar Tagen versucht, mich auf dem Nazi-Blog Deutschlandecho in die Diskussion einzubringen. Aber mit Nazis zu diskutieren, macht höchstens Sinn, wenn man der gleichen Meinung ist wie sie. Interessant fand ich allerdings, dass keiner meiner Kommentare gelöscht wurde, wobei das Blog so angelegt ist, dass es vermutlich schwer ist, den Autoren Volksverhetzung nachzuweisen. Wie auch im Leben außerhalb des Internets geben die Rattenfänger sich nämlich demokratisch, sachlich, nüchtern et cetera. Passt schon ins Bild, dass Kommentare nicht gelöscht werden. Und natürlich sind die nicht alle dumm. Die Intelligenz ist nur sehr einseitig. Wirklich erschreckend sind die Kommentare.

  9. Leo Vierziger
    Erstellt am 2. Februar 2011 um 12:13 | Permanent-Link

    Wo Meinungsfreiheit herrscht, kann eine Meinung nie ein Verbrechen sein. Werden Meinungen als Verbrechen verfolgt, herrscht keine Meinungsfreiheit.

    • Erstellt am 2. Februar 2011 um 12:19 | Permanent-Link

      @Leo Vierziger: Kleine Nachhilfe zum Grundgesetz Artikel 5:

      Artikel 5

      (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

      (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

      (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

  10. Leo Vierziger
    Erstellt am 2. Februar 2011 um 12:36 | Permanent-Link

    @markus: Artikel 5 widerspricht meiner Aussage nicht im geringsten.

3 Trackbacks

  1. [...] via Netzpolitik [...]

  2. Von Der Ruhrpilot | Ruhrbarone am 2. Februar 2011 um 13:34

    [...] Internet: Neonazis im Web 2.0…Netzpolitik [...]

  3. Von Spontis Wochenschau #4/11 – Spontis Weblog am 8. Februar 2011 um 17:50

    [...] Neo­na­zis im Web 2.0: Erschei­nungs­for­men und Gegen­stra­te­gien | Netz­po­li­tik Es muss ja nicht immer Pole­mik sein. »Neo­na­zis im Web 2.0: Gegen­stra­te­gien — Argu­mente für die Aus­ein­an­der­set­zung mit Neo­na­zis im Web 2.0 — Ideen gegen Neo­na­zis von der Mel­dung bis zur Aktion — Was Betrei­ber gegen Neo­na­zis im Web 2.0 tun kön­nen.« Die voll­stän­dige Bro­schüre kann im Netz als PDF gele­sen wer­den. Ein ers­ter Ansatz ernst­haf­ter Arbeit gegen die Braune Brut. [...]

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