Ticker vom 04.09.2025

The Guardian
Die Gaming-Website Roblox kündigt zum Ende des Jahres verbindliche Alterskontrollen für seine Nutzer*innen an. Damit will das Unternehmen verhindern, dass Erwachsene auf der Plattform einfach Kinder kontaktieren können.
heise online
Ein Jahr lang soll eine Kommission aus Expert:innen konkrete Empfehlungen für digitalen Kinder- und Jugendschutz erarbeiten, unter anderem für Politik und Eltern. Das hat das Familienministerium bekanntgegeben. Bis dahin solle es keine Initiative der Bundesregierung geben.
CNIL
Wegen Datenschutzverstößen bei Tracking und Werbung verhängt die französische Aufsicht Strafen gegen Google und Shein. Der chinesische Fast-Fashion-Händler soll 150 Millionen Euro zahlen, der kalifornische Werbekonzern 325 Millionen. Das Google-Verfahren geht auf Beschwerden von noyb zurück.
Reuters
Ein US-Gericht hat Google zu einer Strafe von 425 Millionen US-Dollar verurteilt. Der Konzern soll Daten von Nutzer:innen gesammelt haben, trotz deaktiviertem Tracking im Google-Konto. Google will in Berufung gehen.
Die Zeit
Google hat zwar ein Monopol, doch das US-Wettbewerbsverfahren ist an dem Konzern abgeperlt. "Ist der Kampf gegen Big Tech verloren?", fragt die Zeit in einer Analyse, betrachtet den Kampf aber noch nicht als verloren.
Deutschlandfunk
Deutschland und Frankreich wollen Arte zu einer gesamteuropäischen Streamingplattform ausbauen. Zum einen soll das gegen Desinformationen helfen, zum anderen ist das eine Reaktion auf den US-Rückbau von Radio Free Europe und Voice of America.
The New York Times
Die mutmaßlich aus China kommende „Salt Typhoon“-Cyberattacke war womöglich größer als gedacht. Insgesamt soll Telekominfrastruktur in 80 Ländern angegriffen worden sein, zudem sollen Daten fast aller US-Amerikaner:innen abgeflossen sein.
EU-Kommission
Knapp 800 Millionen Euro sollen europäischen Justizbehörden unter anderem bei der Digitalisierung helfen. Das schlägt die EU-Kommission in ihrem langfristigen EU-Haushaltsplan vor.
NDR
Noch mehr "Einzelfälle": Polizisten aus Niedersachsen sollen in einer Chatgruppe rassistische, andere diskriminierende und rechtsextreme Inhalte geteilt haben. Nun wurden mehrere Handys und Speichermedien der Männer beschlagnahmt.
t3n
Fast jede:r fünfte US-Amerikaner:in hat schon einmal eine romantische Beziehung mit einem Chatbot simuliert, so eine Studie. Das macht womöglich depressiv und einsam, fanden die Forscher*innen heraus.
TechCrunch
Das Unternehmen hinter Pornhub zahlt in einem Vergleich 5 Millionen US-Dollar an die US-Marktaufsichtsbehörde FTC, weil es in den vergangenen Jahren nicht genug gegen die Veröffentlichung von sexualisierter Gewalt an Minderjährigen unternommen hat.
Correctiv
Ein virales Video zeigt angeblich eine Demonstration für die AfD. Darin rufen Menschen: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Tatsächlich aber ist eine Anti-AfD-Demo zu sehen und die Tonspur gefälscht.
New York Times
Wiederholt hat Elon Musk an seinem KI-Chatbot Grok schrauben lassen, damit dieser angeblich „politisch neutrale“ Aussagen ausspuckt. Stattdessen hat sich der Bot aber immer weiter nach rechts verschoben, wie die New York Times akribisch nachzeichnet.

Ticker vom 03.09.2025

Amnesty International
Elon Musks Kurznachrichtendienst X soll das LGBTI-feindliche Klima in Polen verstärkt haben, wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty dem Unternehmen vor. Einmal mehr soll der Online-Dienst damit gegen den Digital Services Act verstoßen haben.
New York Times
Einfach so durchregieren geht nicht, hat erneut ein US-Berufungsgericht entschieden. Eine demokratische Kommissarin der US-Handelsbehörde FTC hatte gegen ihre Entlassung durch Donald Trump geklagt und sich dabei auf ganzer Linie durchgesetzt.
Reuters
Der deutsche Online-Shop Zalando ist eine "sehr große Online-Plattform“. Das hat das Gericht der Europäischen Union bestätigt. Damit gelten für den Anbieter strengere Auflagen nach dem Digital Services Act.
Der Standard
Ein vorläufiges Fazit der neuen Alterskontrollen in Großbritannien zieht der Standard: "Die britische Altersverifikation verfehlt ihr Ziel – VPNs boomen, legale Anbieter verlieren". Für Österreich stelle sich die Frage, ob solche Maßnahmen überhaupt realistisch oder wünschenswert wären.
Reuters
In den USA wird Amazon von 288 Millionen Kund:innen verklagt, "eine der größten Sammelklagen in der Geschichte der USA", schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Es geht um Milliardensummen, weil der Online-Händler überhöhte Preise verlangt haben soll.
beck-aktuell
Ein Arbeitgeber wollte eine schlechte Online-Bewertung nicht auf sich sitzen lassen und den Verfasser belangen. Das Bewertungsportal rückte aber nur eine E-Mail-Adresse heraus. Also wollte der Arbeitgeber Daten vom E-Mail-Provider. Das OLG München sagte hierzu: Nein, das geht zu weit.
The Guardian
Der demokratische US-Präsident Joe Biden hatte Verträge mit dem Staatstrojaner-Hersteller Paragon beendet. Der rechtsradikale US-Präsident Donald Trump holt die Software zurück und gibt sie der Abschiebebehörde ICE.

Ticker vom 02.09.2025

HateAid
Kriminelle haben Nacktbilder und Sex-Aufnahmen einer Frau entwendet und veröffentlichen das Material. Mit der Organisation HateAid klagt die Betroffene gegen Google. Die Suchmaschine soll nicht nur gemeldete Inhalte entfernen, sondern auch alle "kerngleichen Bilder". Leider fordert HateAid auch Netz-Sperren – ein netzpolitisches No-Go.
queer.de
In Russland steht die Suche nach queeren Inhalten im Netz jetzt offiziell unter Geldstrafe. Das entsprechende Gesetz soll vermeintlich "extremistische" Inhalte regulieren. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert das scharf.
Wired
Der Vorsitzende der US-Handelsbehörde FTC hat sich in einem Brief an die großen US-Tech-Unternehmen gewandt und sie dazu aufgefordert, sich nicht an das europäische Digitalgesetz DSA zu halten, wenn dadurch die Freiheit und Sicherheit von US-Amerikaner:innen gefährdet seien.
The Guardian
Die Kommunalverwaltung der britischen Stadt Conventry hat einen Vertrag mit Palantir gemacht. Software der Big-Data-Analysefirma soll in der Kinder- und Jugendhilfe eingesetzt werden. Dagegen gibt es ethische Bedenken und Protest.