Kabel
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: NSA-Tauchgang mit dem Künstler Trevor Paglen
National Security Agency, in Fort Meade, Maryland, 2013 <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/legalcode">CC BY-SA 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/116850025@N07/12388639744/">Trevor Paglen</a> : NSA-Tauchgang mit dem Künstler Trevor Paglen Der Künstler Trevor Paglen tauchte vor der Küste Floridas zu einem Transatlantik-Kabel. Der Tauchgang war eine Performance im Kontext der Art Basel Miami Beach. Paglen ist bekannt dafür, mit seiner Kunst Verborgenes sichtbar zu machen. Dies geschieht dabei immer im Kontext von Macht und Überwachung durch Geheimdienste und Militär.
Die Art Basel ist eine der wichtigsten Kunstmessen und hat mit der Art Basel Miami Beach seit 2002 einen Ableger in den USA. Bei der nächsten re:publica 2016 wird Paglen einen Vortrag über sein bisheriges Schaffen halten.
Der Tauchgang
Paglen tauchte zusammen mit ungefähr zehn Teilnehmern. Darunter fanden sich etwa ein Kurator, ein Kunsthändler und ein Kunstspezialist des Auktionshauses Sotheby’s. Die Teilnahme kostete 500 Dollar und setzte einen Tauchschein voraus. Der Tauchgang dauerte etwa eine Stunde. In dem Artikel von Brian Boucher, Autor bei artnet und Teilnehmer des Tauchgangs, wird das Kabel beschrieben: Es ist etwa so dick wie eine Kartoffelchips-Dose. Die tatsächliche Leitung ist jedoch nur so dick wie ein Haar, der Rest dient dem Schutz. Boucher beschreibt die Situation am Kabel folgendermaßen:
We swim along the cable for a few minutes, as all the information – all of it – courses along beneath our fins. All the emails coming from European dealers to their colleagues at Miami’s twenty art fairs all happening at once, for example, and all the bank transfers from art buyers visiting from Rio de Janeiro and Mexico City, going to those dealers in London and Paris. All running through that wire.
Die Liste der Informationen, die durch das Kabel gehen, ließe sich noch sehr lange fortführen. Paglens Tauchgang zeigt also auch das Ausmaß, welches Überwachung annimmt, wenn an zentralen Stellen der gesamte Internetverkehr überwacht wird. Das Kabel, welches aufgrund der schweren Erreichbarkeit noch nicht viele gesehen haben, gehört nun zu den sichtbar gemachten Dingen und reiht sich damit ein in Paglens bisherige Werke. Boucher schreibt zur Kunst von Paglen und zum Gegensatz von Sicherheit und Freiheit:
We should all be looking as closely as we can at what those in power would like to hide. At its best, art helps us open our eyes wider, even when they’re behind a scuba mask.
Mit Kunst sichtbar machen
Paglen machte seinen Master of Fine Arts am Art Institute of Chicago und anschließend einen PhD in Geografie. Mittlerweile lebt er in Berlin. Bekannt ist Paglen für Fotos von geheimen Orten und Geschehen. Er fotografierte beispielsweise die Rendition Flights. Dabei handelt es sich um illegale Flüge, mit denen die CIA Terrorverdächtige in Geheimgefängnisse außerhalb Amerikas fliegt. Ein weiteres Beispiel sind Fotos und Aufnahmen von Gebäuden und Infrastruktur des Militärs und der NSA. Diese tauchen auch in dem Film Citizenfour über Edward Snowden auf, an dem Paglen mitgewirkt hat.
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: Mother Earth Mother Board: Unterseekabel in der Geschichte seit 1850
Vermessung des Atlantiks für ein neues Kabel. 1857. : Mother Earth Mother Board: Unterseekabel in der Geschichte seit 1850 Die moderne Welt der Unterseekabel wurde bereits 1996 von Cyberpunk-Autor Neal Stephenson in seinem Reportage-Essay Mother Earth Mother Board in Wired eindrucksvoll geschildert. (Das wiederrum ein Vorläufer für den Klassiker Cryptonomicon wurde.)
Heutzutage gibt es mit Greg’s Cable Map eine interaktive Karte der Unterseekabel-Infrastruktur.
Auf atlantic-cable.com gibt es das auch für die Geschichte der weltweiten Kabel, seit dem ersten von 1850, inklusive Karten.
(Wie die Kabel angezapft werden können, haben wir im letzten Juni beschrieben.)
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Operation Delikatesse: Auch der Bundesnachrichtendienst zapft Unterseekabel an
Angeblicher Standort des angezapften Seekabels von "Operation Delikatesse" in Spanien. Operation Delikatesse: Auch der Bundesnachrichtendienst zapft Unterseekabel an Der Bundesnachrichtendienst hört ebenfalls Unterseekabel ab. Mehrere Journalisten berichten, dass der Dienst bis in die Neunziger Jahre einen der weltweit wichtigsten Telefonknotenpunkte angezapft hat. Bei mehreren solcher Abhörstationen kooperiert der BND mit Partnerdiensten wie aus Spanien, Italien, China und den USA.
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: Glasfaserkabel und Spionage-U-Boote: Wie die NSA die Nervenzentren der Internet-Kommunikation anzapft
: Glasfaserkabel und Spionage-U-Boote: Wie die NSA die Nervenzentren der Internet-Kommunikation anzapft Geheimdienste wie die amerikanische NSA nutzen viele verschiedene Technologien, um Kommunikationsverkehre abzuhören und zu speichern. Neben Kooperation mit Betreibern und dem Hacken von Systemen können sie auch die weltweiten Glasfaserleitungen direkt anzapfen. Das macht die NSA schon seit Mitte der Neunziger – ein Spionage-U-Boot nach 9–11 machte das zur Routine.