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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : Ein Herz und eine Seele: Apple und VideoLAN
    Ein Herz und eine Seele: Apple und VideoLAN

    Das freie Film- und Musikabspielprogramm VLC wird künftig für die neue Generation der Apple-Computer mit INTEL-Prozessoren weiter entwickelt. Grund für die Software-Unterstützung seitens der plattformübergreifenden Software aus Frankreich war die Haltung des Apple-Konzerns gegen das umstrittene französische DADVSI-Gesetz, so VideoLAN in einer Erklärung: Das Gesetz, für das im März die Abgeordneten stimmten, gefährde das Entwickeln von VLC, da es französischen Bürgern verbiete, Software zu benutzen, die das Digital Restriction Management (DRM) umgehe.

    Apple setzte sich gegen das Gesetz zur Wehr, weil es seinen iTunes-Musikstore im Internet bedroht sah. Schließlich sieht das Gesetz auch vor, dass Musikdateien in einem für jedermann zugänglichen Format wie MP3 online verkauft werden – nicht so bei Apple, das sein eigenes Format pflegt. „Dennoch – OS X wurde auf den bestatteten Resten von FreeBSD gebaut und nutzte für Safari, was noch vom aufgeblähten Browser von KDE gerettet werden konnte. Das kann nur bedeuten, dass sie Open Source gänzlich annehmen“, merkt VideoLAN-Entwickler Sam Hocevar an. Das VideoLAN-Team erkennt die Bemühungen von Apple gegen das Gesetz an und hat beschlossen, den VLC-Player künftig nicht mehr für die Mac-Versionen G4 und G5 zu entwickeln, sondern gleich für die schnelleren Macs mit den neuen INTEL-Prozessoren. Der Player ist laut versiontracker.com das am häufigsten heruntergeladene Programm für OS X. Eine neue Version soll den Wechsel von alten G4-Rechnern auf die neuen INTEL-basierten erleichtern und beschleunigen.

    4. April 2006 9
  • : Zypries verteidigt Verbraucherrechteabbau im Urheberrecht
    Zypries verteidigt Verbraucherrechteabbau im Urheberrecht

    Brigitte Zypries im Interview mit der Netzwelt: „Verbraucherinteressen wurden berücksichtigt“.

    Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass es auch der Film- und der Musikindustrie nicht darum geht, den einzelnen Endverbraucher zu belangen. Ihnen ist es wichtig, diejenigen zu belangen, die mit der Einstellung von Dateien in Tauschbörsen die illegale Verwertungskette ins Rollen bringen.

    Kleine Werbeunterbrechung zur Realität – Heise am gleichen Tag: Phonoverbände verschärfen Vorgehen gegen Tauschbörsennutzer.

    Für die deutsche IFPI ist eine neue Klagewelle ihrer Dachorganisation Anlass, die Eltern vor illegalen Aktivitäten ihrer Zöglinge zu warnen. Auch die IFPI-Zentrale meinte, Eltern sollten sich genau anschauen, was ihre Zöglinge denn so mit den Internet-Anschlüssen anstellten: Es könnten empfindliche Strafen und hohe Schadensersatzzahlungen auf sie zukommen, wenn die Kids illegal Musik im Internet anböten. Die IFPI erklärte, sie habe 2000 neue Klagen in Europa gegen Personen eingereicht, die große Mengen von urheberrechtlich geschützter Musik im Internet bereitgestellt hätten. Außerdem habe man das juristische Vorgehen gegen illegale Tauschbörsennutzung auf Portugal ausgedehnt, wo der legale Musikmarkt durch illegales Filesharing verwüstet worden sei.

    Klar, die wollen nur die Erstanbieter, die anderen sind sicherlich nur Kollateralschäden- Man beachte ausserdem die Kriegsrhetorik.

    Wie man der IFPI-Pressemitteilung entnehmen kann, engagiert sich der Phonoverband jetzt mittlerweile auch im Krankheitswesen:

    Zu den jüngsten Fällen gehört auch ein Krankenhaus in Kassel, das 5.500 Euro Schadensersatz zahlte, weil Mitarbeiter offensichtlich im Rahmen ihrer Dienstzeit knapp 2.000 Titel illegal zum Herunterladen angeboten hatten.

    So, Werbepause vorbei.

    Ansonsten gehts noch weiter mit Frau Zypries. Die Netzwelt stellte noch die Frage, ob Verbraucherinteressen denn unter den Tisch gefallen seien:

    Zypries: Dem muss ich energisch widersprechen. Die Vertreter der Verbraucherinteressen und der Internet-Community waren bei der Erarbeitung des Gesetzentwurfs selbstverständlich ebenso beteiligt wie alle anderen betroffenen Gruppen auch.

    Alle Probleme des Gesetzentwurfs wurden über Monate mit allen beteiligten Kreisen in themenbezogenen Arbeitsgruppen in einer Weise diskutiert, die wirklich beispielhaft war und weit über das hinausging, was bei der Vorbereitung von Gesetzen üblich ist. Dass im Ergebnis ein Ausgleich der Interessen gefunden werden muss, der zwangsläufig für jede Seite Abstriche mit sich bringt, liegt in der Natur der Sache.

    Vielleicht sollte man das mal klarstellen. Es gab einen sogenannten Weg der „kooperativen Gesetzgebung“ bei der Diskussion des 2.Korbes. Das hiess, alle Seiten wurden mehr oder weniger in einen Raum gepackt und sollten diskutieren. Das bestand meist aus dem Vorlesen der eigenen Stellungnahme. Von Seiten der Verbraucherinteressen und Internet-Community waren ganze zwei (!) Personen geladen,soweit ich mich erinnere. Einmal die Verbraucherschutzzentralen mit einer Person und einmal Privatkopie.net mit einer. Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wieviele unterschiedliche Lobbygruppen der Unterhaltungsindustrie daran noch beteiligt waren. Wobei ich hier gar nicht so sehr gegen den kooperativen Gesetzgebungsansatz schreiben möchte, sondern eher gegen die Verwendung von diesem als „Alibifunktion“ durch Brigitte Zypries. Denn nur wegen des kooperativen Ansatzes von wenigen Treffen sollte man nicht den Eindruck vermitteln, dadurch wäre automatisch eine ausbalancierte Lösung entstanden, die alle Interessen vertritt.

    Abgesehen davon ist mir nicht ein Paragraph im neuen 2.Korb bekannt, wo Verbraucher etwas dazu gewonnen hätten. Stattdessen nur noch weiter ein Abbau von Verbraucherrechten. Aber sonst ist ja alles prima auf dem Weg in die Wissensgesellschaft.

    Donnerstag debattiert übrigens der Bundestag über das Thema. Wer gerade noch etwas Zeit und Muse hat, Briefe an Abgeordnete zu schreiben, sollte dies jetzt tun.

    Kommen wir nochmal zurück zur IFPI. Die behauptet doch tatsächlich, in Deutschland gäbe es mehr Nutzer legaler Musikshops als Tauschbörsennutzer:

    Für den Dachverband ist diese Doppelstrategie auch bereits von einigem Erfolg gekrönt: 35 Prozent der Tauschbörsennutzer in Frankreich, Deutschland, Spanien, Schweden und Großbritannien hätten ihre Aktivitäten eingestellt oder zurückgeschraubt, nur 14 Prozent hätten sie ausgedehnt. 11 Prozent der britischen Internetnutzer, die Musik downloaden, seien von illegalen auf legale Angebote umgestiegen, und in Deutschland und Großbritannien übersteige die Zahl der Nutzer legaler Online-Musikshops mittlerweile die Zahl der illegalen Filesharer.

    Allerdings frage ich mich dann, wo denn die ganzen Nutzer sind, wieso die nicht in den Verkaufscharts vorkommen und wieso dann das Vorgehen gegen Tauschbörsennutzer überhaupt notwendig ist. Es klingt sonst etwas peinlich, wenn man die eigens kommunizierten Statistiken nicht mehr kennt.

    4. April 2006 13
  • : Wissenschaftliche Texte veröffentlichen: So sieht es aus mit Open Access
    Wissenschaftliche Texte veröffentlichen: So sieht es aus mit Open Access

    Die juristischen Fakultät der Georg-August-Fakultät Göttingen hat jetzt einen Leitfaden für alle kostenlos online verfügbar gemacht, die etwas unter Open Access veröffentlichen wollen. Herausgeber Gerald Spindler von der Fakultät klärt mit seinem interdisziplinären Forschungsprojekt „Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen“: Nicht nur für wissenschaftliche Mitarbeiter ist eine Veröffentlichung ihrer Werke über Hochschulen, Bibliotheken und Rechenzentren immer attraktiver, weil für die Universitäten mit weniger Kosten verbunden. Ein freier Zugang zu Forschungsmaterialien wirkt dem entgegen, dass die Ergebnisse anschließend nach der Veröffentlichung bei kommerziellen Verlagen wiederum gekauft werden müssen. Der Leitfaden untersucht nun, welche Probleme beim Aufbau und Betrieb eines institutionalen Servers aufkommen, um wissenschaftliche Publikationen als Open Access, also frei zugänglich und kostenlos für jedermann online anzubieten.

    Von der Begriffserklärung über den Einsatz an Hochschulen bis zu den urheberrechtlichen Problemen wie den Lizenzen und der Rechteübertragung sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden – die nach Meinung des interdisziplinären Forschungsprojekts heute bereits ausreichend vorhanden sind. Neben den rechtlichen Möglichkeiten des so genannten „Digital Peer Publishing“ werden auch die Creative-Commons-Lizenzen auf ihren Einsatz unter deutschem Recht abgeklopft: Auch wenn sich manche Klauseln nicht mit deutschem Recht decken, wird CC als mögliche Alternative angesehen. Vorgenommen hat sich der Leitfaden auch das Verhältnis technischer Schutzmaßnahmen und die Fragen einer Retrodigitalisierung, also der Digitalisierung von analogen Medien wie Printerzeugnissen, Film- und Tonbänder.

    „Rechtliche Rahmenbedingungen von Open Access-Publikationen“ kann kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden, in Buchform ist er mit 267 Seiten beim Universitätsverlag bestellbar.

    4. April 2006 1
  • : David Byrne und Brian Eno: Musik zum remixen angekündigt
    David Byrne und Brian Eno: Musik zum remixen angekündigt

    David Byrne und Brian Eno veröffentlichen ein Reissue ihres wegweisenden Albums My Life In The Bush Of Ghosts von 1981 und kündigen dazu die Bereitstellung von zwei kompletten Tracks inclusive der Einzelpuren unter einer CC-Lizenz an.

    Through signing up to the user license, and in line with Creative Commons licenses, you are free to edit, remix, sample and mutilate these tracks however you like. Add them to your own song or create a new one. Visitors are welcome to post their mixes or songs that incorporate these audio files on the site for others to hear and rate.

    Um welche Lizenz es sich genau handelt, insbesondere ob kommerzielle Nutzung erlaubt sein soll, ist bislang nicht angekündigt. Mehr Informationen.

    3. April 2006 1
  • : Creative-Commons-Lizenz für Goethes Faust
    Creative-Commons-Lizenz für Goethes Faust

    Das Odyssee Theater in Wien und Esselbach Internet Solutions haben eine Aufnahme von Goethes Faust I und II im hochauflösenden HDTV-Format zum Download als Xvid-Dateien bereitgestellt. Sie stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz, die Kopieren, Vorführen und Verbreiten erlaubt, Berabeitung und kommerzielle Nutzung hingegen verbietet. Aufgrund von Auflösung und Länge hängen die Downloads mit 3,4 bzw. 4,4 GB recht dick in der Leitung.
    Downloadseite „Faust – Der Tragödie erster Teil“ und „Faust – Der Tragödie zweiter Teil“.
    Via Golem.

    3. April 2006 2
  • : Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft
    Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft



    Die neue, zweite Version der Präsentation findet Ihr unter den Links zu den PDFs bzw. zur flickr-Seite. Es gibt auch eine englische Übersetzung.

    Diese zwölfseitige Präsentation erklärt und propagiert den Geist der Open-Source-Bewegung. Sie drückt den Gedanken der Übertragung des Lizenzmodells Freier Software auf andere geistige Schöpfungsarten aus. Mit der Veröffentlichung unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz schenke ich sie hiermit der Community und biete damit die zahlreiche Verwendung und gemeinsame Verbesserung an.

    Auf die Präsentation lässt sich auch über meine flickr Nutzerseite zugreifen und verlinken. Zum Offline-Zeigen und Ausdrucken gibt es auch je ein PDF im Format eines 4:3 Monitors bzw. eines Blattes A4 Papier. Gesetzt wurde die Präsentation in InDesign, die Quelldaten gibt es für die beiden Versionen (deutsch und englisch) als ZIP (15 MB). Für eine englische Übersetzung hat sich bereits Julian vom zeitspuk.de-Blog gemeldet, Danke! Diese gibts hier dann in den nächsten Tagen.

    I wish you a happy linking and re-using.

    Die Präsentation fertigte ich als Arbeitsprobe für meine Bewerbung auf das Fach Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste (Berlin) an. Circa 13 Stunden Nettolebenszeit vor Abgabe der Bewerbung kam ich auf die Idee, das ganze Konzept meiner Mappe zu ändern und kam auf …

    3. April 2006 21
  • : Programm des LinuxTag 2006 online
    Programm des LinuxTag 2006 online

    Vom 3. – 6. Mai findet in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden der LinuxTag 2006 statt. Heute wurde das Freie Vortragsprogramm veröffentlicht, welches vom 4. – 6. Mai verschiedene Schwerpunkte anbietet.

    Der Donnerstag steht im Zeichen von Sicherheit und Anwendungsentwicklung von Freier Software. Fans der BSD-Betriebssysteme sowie Linux-Kernel-Hacker kommen am Freitag jeweils mit einem Track auf ihre Kosten. Ein weiterer Schwerpunkt an diesem Tag sind Open-Source Content-Management-Systeme im Rahmen des OscomTag. In diesem Track werden verschiedene populäre freie CM-Systeme und Anwendungsszenarien vorgestellt.

    Am Samstag behandelt ein technischer Track die Themen Virtualisierung und Clustertechnologien. Multimedia und Linux ist schon lange kein Widerspruch mehr, wie ein weiterer Schwerpunkt am Samstag beweist. Besucher erfahren hier mehr über das Potential von Linux im Wohnzimmer oder über komfortable Podcasting-Systeme. In die gesellschaftlichen Auswirkungen von Freier Software führen Vorträge am Samstagvormittag ein. Nachmittags organisiert die Free Software Foundation Europe einen Track zur Diskussion der GPL V.3.0.

    Schon einen Tag vor dem offiziellen Start des LinuxTag findet der Free-Software / Open-Source-Telephony-Summit statt, internationaler Workshop und technische Konferenz für Entwickler und Anwender von Free Software / Open Source-Telefonie-Anwendungen zugleich. Dieser wird bereits zum dritten Mal von der German Unix User Group organisiert und findet zum ersten Mal auf dem LinuxTag statt.

    Das Freie Vortragsprogramm bietet eine Vielzahl an Vorträgen in englischer und deutscher Sprache. Weitere Unterkonferenzen und das Practical Linux Forum sind kurz vor der Fertigstellung. Hierzu wird es kommende Woche noch mehr Informationen geben.

    30. März 2006
  • : Youtube handelt gegen Copyright-Verstösse
    Youtube handelt gegen Copyright-Verstösse

    Die Videoplattform Youtube greift jetzt durch: Um Copyright-Verstösse weitgehend zu vermeiden, wurde eine Abspiel-Begrenzung von 10min Länge eingeführt. Grössere Filme können nur noch mit einem Premiumaccount hochgeladen werden, wo wir wieder beim Geschäftsmodell von Youtube wären, was in den Kommentaren eines anderen Artikels dieses Blogs diskutiert wurde. Allerdings soll die Begrenzung auf zehn Minuten erstmal nur temporär sein, bis die Entwickler ein Filtersystem programmiert haben, was Copyright-Verstösse automatisiert feststellen kann. Mehr Infos bieten Ars Technica und die Netzeitung.

    30. März 2006 1
  • : Opensource-CD 5.0
    Opensource-CD 5.0

    Von der Opensource-CD gibt es jetzt die Version 5.0. Die CD ist optimal für Windows-Anwender und enthält insgesamt 215 Programme, die alle Freie Software sind. Downloadmöglichkeiten findet man hier. Mehr Infos bietet Pro-Linux.

    30. März 2006 1
  • : ccHost 2.0
    ccHost 2.0

    Creative Commons (CC) hat ccHost in der Version 2.0 vorgestellt. Die Software bietet eine webbasierte Infrastruktur zum Speichern, Teilen und Bearbeiten von Mediainhalten, die unter CC-Lizenzen stehen. Sie ist unter einer gpl-Lizenz veröffentlicht und wird beispielsweise von der Remix-Platform ccMixter genutzt. Das Projekt bietet eine Basis für legalen, kreativen und vor allem unkomplizierten Umgang mit Inhalten und zeigt das große Potential der CC-Lizenzen im Netz.

    29. März 2006 1
  • : 4. Internationale Linux-Audio-Konferenz in Karlsruhe
    4. Internationale Linux-Audio-Konferenz in Karlsruhe

    Vom 27.–30. April 2006 findet im ZKM in Karlsruhe die vierte „Internationale Linux-Audio-Konferenz“ statt. Wie jedes Jahr finde ich das Programm sehr spannend und schaffe es vermutlich aus Zeitgründen wieder nicht, daran teilzunehmen. Der Eintritt ist übrigens frei.

    29. März 2006
  • : Veranstaltung: Alternativen zum Verbot der Internet-Tauschbörsen – Erfahrungen aus Frankreich und USA
    Veranstaltung: Alternativen zum Verbot der Internet-Tauschbörsen – Erfahrungen aus Frankreich und USA

    Am kommenden Freitag gibt es eine Veranstaltung des Fairsharing-Netzwerks im Berliner Mehringhof: „Alternativen zum Verbot der Internet-Tauschbörsen – Erfahrungen aus Frankreich und USA“.

    Wir freuen uns deshalb, Jean-Baptiste Soufron, den Rechtsexperten im Vorstand der „Association des Audionautes“, und Elizabeth Stark, die mit „Freeculture Harvard“ in den USA für ähnliche Ideen streitet, bei einer Diskussionsveranstaltung am Freitag, den 31.März in Berlin begrüßen zu dürfen. Ab 19 Uhr werden sie im „Mehringhof“ einen Überblick über die Situationen in Frankreich und in den USA geben. Oliver Moldenhauer führt als Vertreter der FairSharing-Kampagne durch die Vorträge in englischer Sprache. – „Flüsterdolmetschung“ ins Deutsche steht zur Verfügung.

    Fr, den 31.03.06, 19:30, in Berlin, Mehringhof (Gneisenaustr. 2a)

    29. März 2006 3
  • : Wissenschaftliche Monopolstrukturen durch Open Access bekämpfen
    Wissenschaftliche Monopolstrukturen durch Open Access bekämpfen

    Es scheint auch noch Ministerinnen in Deutschland zu geben, die mitdenken können. Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Johanna Wanka, scheint eine solche zu sein, da sie heute auf der Berlin 4 Open Access Konferenz in Golm bei Potsdam, einer dreitägigen Konferenz im Albert-Einstein-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), sehr sinnvolle Worte über Open Access gesprochen hat: Informationsversorgung an den Hochschulen immer schwieriger zu erfüllen

    Preissteigerungen von 25 bis 30 Prozent jährlich als Folge monopolähnlicher Strukturen im wissenschaftlichen Verlagswesen könne sich allerdings auch ein reiches Land wie die Bundesrepublik nicht leisten, meinte Wanka. „Den Versorgungsauftrag, den eine Hochschule hat, kann sie immer schwieriger erfüllen“, warnt die Ministerin vor der „Gefährdung für den volkswirtschaftlichen Standort“. Hinzu komme, dass Wissen fast immer von der öffentlichen Hand finanziert wird. Der Staat finanziere einen großen Teil der wissenschaftlichen Forschung, bezahle die Gehälter der Autoren und müsse anschließend die Kosten für die Abonnements der wissenschaftlichen Zeitschriften aufbringen. „Eigentlich bezahlen wir die Publikation dreimal“, meint die Ministerin, deshalb sei für sie eine Kostenreduktion durch Open Access Publishing „unbedingt auch im Interesse der öffentlichen Kassen“.

    Und als nächstes schauen wir uns nochmal die Urheberrechtsreform an, wie dort die Brigitte Zypries mitdenkt…

    29. März 2006 1
  • : Torrentspy wehrt sich gegen MPAA
    Torrentspy wehrt sich gegen MPAA

    Torrentspy will sich so einfach nicht abschalten lassen. Auf die Klage der Motion Picture Association of America (MPAA) hat die Bittorrent-Seite nun ihrerseits mit einem Antrag auf Klageabweisung vor dem Gericht in L.A. reagiert. Torrentspy-Anwältin Ira Rothken argumentiert, die Website hoste keine illegalen Dateien und habe in der Vergangenheit illegale Links auf anfrage jedes mal brav entfernt. Demnach ziehe auch das Argument der MPAA nicht, man fördere Copyright-Verstöße.

    29. März 2006 1
  • : Die Welt über Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht und Auskunftsrecht
    Die Welt über Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht und Auskunftsrecht

    Die Welt hat jetzt auch einen Artikel zum 2. Korb: Digitale Leibesvisitation. Darin gehts um die Bagatellklausel (mit üblicher Argumentation, von wegen Signalwirkung…), die Schizophrenie der Privatkopie-/Kopierschutzregelung und die Verbindung von Auskunftsrecht mit Vorratsdatenspeicherung:

    Unternehmen könnten also bald umfängliche Nutzerdaten in Händen halten und eine Welle von Klagen mit hohem Abschreckungswert lostreten. Zwar strebt der verlängerte Arm der Industrie, die GVU, derzeit keine Massenklagen an und will weiterhin nur „Hauptschadensverursacher“ zur Strecke bringen. Zugleich hat sie sich aber wiederholt zu einer „Null Toleranz“-Politik bekannt. Und sollte die GVU nicht handeln wollen, springen mutmaßlich andere private Unternehmen wie Logistep mit stark verbesserter Handhabe in die Ermittlungsbresche. Die gemeinsame Wirkweise von Vorratsdatenspeicherung und Auskunftsanspruch kommt einer digitalen Leibesvisitation gleich. Wie soll Mißbruch da verhindert werden? Ein gewichtiges bisheriges Ziel rückt damit jedenfalls in weite Ferne. Ein Unrechtsbewußtsein für ihr Handeln werden Kopierer da kaum entwickeln, viel eher ein verstärktes Gemeinschaftsgefühl: Als digitale Robin Hoods.

    An der Argumentation kann man sicherlich einiges kritisieren, aber das könnt Ihr ja in den Kommentaren tun. Ich fands gerade nur interessant, dass dort die Verbindung Vorratsdatenspeicherung, Auskunftsrecht und Klagewellen beschrieben wird, in Zusammenhang mit der Frage, ob dies überhaupt der Akzeptanz des Urheberrechtes in der Bevölkerung zuträglich ist.

    28. März 2006 2
  • : Creative Commons Lizenzen werden in der Volksrepublik China eingeführt
    Creative Commons Lizenzen werden in der Volksrepublik China eingeführt

    Wie Creative Commons (CC) bekannt gibt, werden morgen die an das Urheberrecht der Volksrepublik China angepassten CC-Lizenzen eingeführt. Sie sollen im Rahmen der Eröffnung einer Internationalen Konferenz zu geistigem Eigentum und Creative Commons an der Renmin Universität in Beijing von Lawrence Lessig (Stanford) als Hauptredner offiziell vorgestellt werden.
    Der Projektleiter Chunyan Wang setzt große Hoffnungen in die Einführung der Lizenzen:

    “We expect that the launch of the Creative Commons licenses will help pave a path for protecting intellectual property and create a win-win solution for all by allowing for reasonable use and sharing of the creative works. The launch will also help build a formal model to be used for creative products and provide a solution for dealing with the challenge of the new digital, Internet society. We believe that the launch will inspire a new “Creative Commons” community in a country with a rich cultural history and great potential creativity.”

    Die Einführung in der Volksrepublik China ist besonders interessant, da zu der Gesetzgebung ein gänzlich anderer kultureller Hintergrund hinzukommt.

    28. März 2006
  • : FDP fordert bürgerrechtsfreundliches Auskunftsrecht?
    FDP fordert bürgerrechtsfreundliches Auskunftsrecht?

    Die FDP überrascht mich immer wieder. Diesmal schafft es Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in einer Pressemitteilung ein Auskunftsrecht für Rechteinhaber zu fordern und das mit Bürgerrechten zu argumentieren. Ein Auskunftsrecht sei sinnvoll und notwendig, sollte aber „unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Vorgaben zum Schutz personenbezogener Daten erfolgen“.

    Beim folgenden Absatz verstehe ich die Logik einfach nicht. Vorher wird argumentiert, dass Urheberrechtsvergehen (Hier wird keine Trennung zwischen Produktpiraterien und Filesharing gemacht) kein Kavaliersdelikt sei (Ergo „Verbrechen“) und dann dürfen keine „Daten zur Verfügung stehen, die künftig ausschließlich zum Zwecke der Verbrechensbekämpfung aufbewahrt werden müssen“. Ja, was denn nun?

    Der Bundestag muss sicherstellen, dass die Identitätsfeststellung von Rechtsverletzern im Internet nicht von vornherein ins Leere läuft. Ein Auskunftsanspruch, der von Anfang an wertlos ist, wäre eine rechtspolitische Farce. Es ist für die FDP zugleich aber selbstverständlich, dass die Ausgestaltung des Auskunftsanspruchs unter Beachtung der verfassungsrechtlichen Vorgaben zum Schutz personenbezogener Daten erfolgen muss. Die Pflicht zur Auskunftserteilung kann außerdem nur soweit gehen, wie die Auskunftserteilung überhaupt rechtlich möglich ist. In dem Maße, wie die Speicherung von Verkehrsdaten durch Provider unzulässig ist, werden dem Auskunftsbegehren deshalb Grenzen gesetzt sein. Ebenso können diejenigen Daten nicht zur Verfügung stehen, die künftig ausschließlich zum Zwecke der Verbrechensbekämpfung aufbewahrt werden müssen. Der Auskunftsanspruch gegen Dritte darf kein Einfallstor für eine Vorratsdatenspeicherung zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche sein!

    Mir ist vollkommen unklar, was die Meldung sagen will. Irgendwie ist die FDP ja für Bürgerrechte, aber das Urheberrecht, bzw. der Schutz des Geistigen Eigentums steht über allem und das Auskunftsrecht soll möglichst verfassungskompatibel durchgesetzt werden, damit man es richtig nutzen kann? Was genau ist die Message?

    28. März 2006 5
  • : Branchensuchmaschine Linux / Freie Software
    Branchensuchmaschine Linux / Freie Software

    Wo finde ich noch mal den nächsten IT-Spport? Der Linux-Verband e.V., der sich für Freie Software und Linux-relevante Belange einsetzt, schafft mit seiner neuen Suchmaschine Abhilfe. Mit dieser lässt sich einfach und schnell ein Überblick über die unternehmerische Open-Source-Landschaft in Deutschland verschaffen und auf überregionaler Ebene den passenden Linux-Spezialisten für den eigenen Bedarf finden. Die Suchmaske erlaubt eine genaue Unterscheidung in verschiedene Bereiche wie beispielsweise IT-Infrastruktur, Sicherheit oder Basissoftware und eine weitere Unterteilung in Schwerpunkte wie unter anderem Produkte, Beratung oder Training. Über eine dritte Wahlmöglichkeit kann der „Markt“, die Zielgruppe eingegrenzt werden: Zur Auswahl steht eine weite Bandbreite von Behörden über Medizintechnik bis zum Einzelhandel.

    Der Linux-Verband ist ein Branchenzusammenschluss, dem sowohl Software-Entwicklerfirmen und Kundendienste, als auch Linux-Anwender und Linux-Unterstützer angehören.

    28. März 2006 1
  • : Animierter Science-Fiction-Thriller mit 200 Linux-Servern gerendert
    Animierter Science-Fiction-Thriller mit 200 Linux-Servern gerendert

    Renaissance“ nennt sich der futuristischer Film Noir von Christian Volckman, angesiedelt in einem düsteren Paris des Jahres 2054, der komplett in 3D in schwarz-weiß animiert ist. Der Thriller, der jetzt zumindest in Frankreich im Kino zu sehen ist, hat als Look eine Mixtur aus Manga und Sfi-Fi im Geiste eines „Blade Runner“ und ähnelt stilistisch den Überzeichnungen des Rotoskop-Verfahrens. Das wurde bereits vor fünf Jahren von Regisseur Richard Linklater bei seiner Studie „Waking Life“ entwickelt, wobei Schauspieler aufgenommen und hinterher die gefilmten Bilder komplett übermalt werden. Regisseur Christian Volckman drehte seinen Thriller komplett im Blue-Screen-Studio und nahm die Bewegungen der Schauspieler über Motion Capture auf. Anschließend wurde alles in 3D animiert. Dass dafür eine ungeheure Rechenleistung nötig war, versteht sich von selbst. Die Produktionsfirma Attitude Studio griff dabei auf verlässliche Linux-Server zurück und liess die Umsetzung von Motion Capture in animierten Scharz-Weiß-Film auf 200 Linux-Servern mit der Gentoo-Distribution rendern, wie ZDnet berichtet. „Auf einer Microsoft-Plattform wäre das mit Maya nicht möglich gewesen“, erklärt dort Julian Doussot von Attitude Studio die Anforderungen seiner verwendeten 3D-Software. Zwei Jahre und 14 Millionen Euro hat die Produktion in den Film investiert, was sich für zukünftige Projekte mit den Linux-Servern auszahlen soll.

    28. März 2006 2
  • : Freie-Software-Experten für Entwicklungsländer: Das Global Desktop Projekt
    Freie-Software-Experten für Entwicklungsländer: Das Global Desktop Projekt

    Das International Institute for Software Technology von der United Nations University (UNU-IIST) hat das „Global Desktop Project“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Die Fakultät mit Sitz im chinesischen Macao will auf lange Sicht erreichen, dass mehr Open-Source-Experten im asiatischen Raum ausgebildet werden. Denn obwohl der größte Bedarf für Linux und Open Source in den Entwicklungsländern vorhanden wäre, wären Länder wie China, Ostasien, Brasilien und Südamerika großteils nur „passive Konsumenten“, so das Institut. Open Source bedeute endlich die „technologische Selbstbestimmung“ für diese Länder, jedoch würde es an ausgebildeten Fachkräften mangeln.

    Während nun Europa, Japan und die USA die Open-Source-Entwicklung weltweit anführen würde, wäre China bisher weitgehend abgeschlagen, lautet die Erklärung. Mit dem „Global Desktop Project“ soll konkret die Entwicklung des Open-Source-Desktop vorangebracht werden. Der Desktop ist für jedermann die Oberfläche des PCs und mit einer größeren Verbreitung eines Linux-Desktops könnte auch die Aufmerksamkeit dafür zunehmen. Das Projekt unterteilt sich in die Bereiche Forschung, Linux-Training an Bildungseinrichtungen und ein Programm zur Unterstützung der Zusammenarbeit zwischen IT-Verkäufern, staatlichen Organisationen und der Open-Source-Gemeinschaft. Umgesetzt will das „Global Desktop Project“ unter anderem mehr Anwender-Programme für den Linux-Desktop entwickeln und außerdem Versionen in zahlreiche Landessprachen übersetzen.

    „Open-Source-Software, dazu gehört auch Linux, ist die treibende Technologie hinter dem Internet und verändert IT auf vielerlei Arten“, bilanziert das Institut und liefert Zahlen: „Bei der Internet-Aktivität werden heute 50 bis 75 Prozent über Open-Source-Software abgewickelt; acht der zehn schnellsten Supercomputer auf der Welt werden unter Linux betrieben[…]; Open-Source-Software ist überall integriert, von Mobiltelefonen bis zu Video-Recordern.“

    28. März 2006