Technologie
Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.
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: Was bedeuten die neuen Mehrheitsverhältnisse für US-Netzpolitik?
: Was bedeuten die neuen Mehrheitsverhältnisse für US-Netzpolitik? Bei CNet gibt es einen Report über die neuen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat und Repräsentantenhaus nach den Wahlen in dieser Woche und was dies für Technologie-relevante Debatten bedeutet: What the Democrats’ win means for tech.
But now that this week’s elections have switched control of the House back to the Democrats–and they appear to have seized the Senate as well–the outlook for technology-related legislation has changed dramatically overnight. On a wealth of topics–Net neutrality, digital copyright, merger approval, data retention, Internet censorship–a Capitol Hill controlled by Democrats should yield a shift in priorities on technology-related legislation.
[…]
Hollywood tends to be solidly Democratic: Employees of companies like Viacom, Walt Disney and Vivendi Universal consistently write checks to Democratic politicians over Republicans, by a 2‑to‑1 margin. But in practice, Republican politicians have been nearly as enthusiastic about helping Hollywood. It was Sen. Ted Stevens, an Alaska Republican, who endorsed the so-called broadcast flag for television in January. It was a New Jersey Republican, Rep. Mike Ferguson, who introduced the legislation for digital radio two months later, and another from North Carolina, Rep. Howard Coble, who co-sponsored a plan in mid-2002 to let copyright holders disable PCs used for illicit file trading. And Sen. Orrin Hatch, a Republican, once called for remotely destroying pirates’ computers.
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: Brasilien übertrifft China bei Klartextnamenszwang (fast)
: Brasilien übertrifft China bei Klartextnamenszwang (fast) Nicht nur bloggende Chinesen müssen sich im Internet bald mit Realnamen registrieren, auch in Brasilien wäre es beinahe so, oder noch einen Zacken schärfer gekommen:
Die Kommission für Verfassung und Justiz des Senats in Brasilien hat am Mittwoch den umstrittenen Gesetzentwurf 124/06 noch vor seiner Debatte zurückgezogen. Er forderte die persönliche Identifizierung der Internetnutzer und drohte bei Nichtbeachtung mit Knaststrafen von einem bis zu vier Jahren. Das Projekt des Sozialdemokraten Eduardo Azeredo hatte Kritikstürme ausgelöst. […] Mit dem Gesetz wären alle Internetnutzer unter Generalverdacht gestellt worden. Unter Androhung von Haftstrafen bis zu drei Jahren hätte sich jeder gegenüber dem jeweiligen Provider mit Name und Adresse identifizieren müssen, bevor er eine Email verschicken, einen Chatroom besuchen oder einen Blog betreiben kann. Die Provider hätten die Daten zunächst prüfen müssen, bevor sie dem Nutzer ihren Service anbieten dürften. Diese Daten sollten mit den Verbindungsdaten drei Jahre für die Polizei vorgehalten werden. Die Provider sollten für die Echtheit der Daten haftbar sein und bestraft werden können, wenn der Gesetzesbrecher nicht ermittelbar wäre.
Herb. Dabei sind die Brasilianer doch sonst viel besser drauf, so als Open Source Nation. Jetzt muss man da wohl differenzieren nach guten und bösen Abgeordneten. Oder nach Regierungen, die sowas rechtzeitig ablehnen und die Zivilgesellschaft an der unausweichlichen Debatte beteiligen wollen.
[gesehen gestern bei Telepolis]
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: Hacking Democracy
: Hacking Democracy Vor wenigen Tagen lief im US-Fernsehsender HBO eine Dokumentation zum Thema Wahlcomputer: Hacking Democracy. Diese findet sich jetzt bei Google-Video in gross und hier in klein:
Bei Google-Video kann man auch gleich die ganze Dokumentation herunterladen.
[Danke blogophob]
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: Crashkurs Petitionsrecht
: Crashkurs Petitionsrecht Gestern AbendLetzte Woche las ich bei Don Dahlmann einen Hinweis, der mich doch ein wenig die Stirn runzeln ließ:Und wenn man möchte, dass man auch in Zukunft seine Wahl selber mittels Kugelschreiber ausfüllen kann, dann kann man bei einer Petition unterschreiben, die die Abschaffung von Wahlmaschinen fordert. Bekommt man 50.000 Unterschriften zusammen, geht die Sache vor den Petitionsausschuss.
Es geht, der politisch interessierte Blogleser ahnt es bereits, um die durch den Chaos Computer Clubs unterstützte Petition von Tobias Hahn zur Streichung des § 35 Bundeswahlgesetz (Stimmabgabe mit Wahlgeräten) (Background hier, hier und hier. Kurzfassung: Ist sinnvoll, unterschreibt das bitte.).
Allerdings braucht es keine 50.000 Unterschriften, damit eine Petition vom Petitionsausschuss des deutschen Bundestages berücksichtigt wird. Das ergibt sich bereits aus Artikel 17 des Grundgesetzes:
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: Soziale Gründe für die Digitale Spaltung in Deutschland
: Soziale Gründe für die Digitale Spaltung in Deutschland Tagesschau.de hat den Kommunikationswissenschaftler Christoph Neuberger gefragt, warum viele heute noch immer „offline“ sind: Wie lebt es sich ohne Internet?
tagesschau.de: Für viele Menschen ist das Internet heute so selbstverständlich wie das Telefon oder der Fernseher. Laut Studien nutzen aber noch immer rund 40 Prozent der Deutschen das Internet gar nicht. Woran liegt das?
Christoph Neuberger: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die größte Gruppe der so genannten Offliner – etwa die Hälfte – entscheidet sich ausdrücklich gegen dieses Medium. Sie verbinden mit dem Internet eine ganze Reihe von Problemen und Gefahren, von denen sie gehört oder gelesen haben: So etwa das Suchtpotenzial oder das Problem der Pornografie oder der politisch extremen Inhalte, mit denen man im Internet konfrontiert werden kann. Vielen Offlinern fehlt auch einfach die Vorstellung davon, was man mit dem Medium anstellen kann, wo der Mehrwert gegenüber Presse und Rundfunk liegen soll.
Es gibt sogar eine – wenn auch relativ kleine – Gruppe von Aussteigern. Das sind Leute, die das Internet mal genutzt haben, es jetzt aber nicht mehr tun. Häufig hängt das damit zusammen, dass sie in den Ruhestand gegangen sind und im Privatleben keine Verwendung für das Internet haben. Studien zeigen auch ganz klar, dass es immer noch überwiegend die Älteren und die Frauen sind, die keinen Internet-Anschluss haben.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die „ARD/ZDF-Offline-Studie 2006″ (pdf).
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: Daily Show thematisiert Wahlcomputer
: Daily Show thematisiert Wahlcomputer Wahlcomputer haben es im Rahmen der US-Wahlen in die Daily Show geschafft. Da die Daily Show Mitschnitte vom Rechteinhaber Comedy Central aus Youtube entfernt wurden, gibts hier eine MP4-Datei damit.
[via]
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: Wahlcomputer – und kein Ende
: Wahlcomputer – und kein Ende Die Berichterstattung rund um die Wahlcomputer-Problematik scheint momentan stark zu steigen. In 35 Gemeinden, darunter Amsterdam, wurde jetzt beschlossen, bei der kommenden Wahl wieder auf transparentem Wege mittels Papier und Stift zu wählen. Zu stark waren die Vorbehalte wegen der Sicherheit. Kein Wunder – selbst Kommunalpolitiker dürften mittlerweile verstanden haben, dass Wahlcomputer mit Windows XP an Bord und über GPRS ans Internet angeschlossen nicht wirklich als sicher und vertrauenswürdig gelten dürften. Allerdings führt das wieder zu ganz neuen Problemen – wo bekommt man nur recht schnell genug Wahlurnen her?
Die Tageszeitung De Volkskrant startete unterdessen eine eigene Wahlurnen-Suchaktion. Bürger, die von den städtischen Behörden damals eine Urne gekauft hatten – und sie in der Zwischenzeit zum Beispiel zum Pflanzenkübel umfunktioniert haben –, wurden aufgefordert, sich zu melden. Die schönsten und originellsten Urnen-Umgestaltungen will De Volkskrant in einer Foto-Serie veröffentlichen.
Währenddessen stehen in den USA zuerst Wahlen an. Die USA sind schon etwas erfahrener im Umgang mit diesen neuen Technologien und die Bürger vertrauen Wahlcomputern spätestens seit der letzten Bush-Wahl nicht mehr. Etwas bizarr sind allerdings aktuelle Verschwörungstheorien, dass der Präsident von Venezuela, Hugo Chavez, irgendwas mit kommenden Manipulationen zu tun haben könnte. Telepolis berichtet darüber etwas ausführlicher: Hat sich Chavez in einen Hersteller von US-Wahlcomputern eingekauft?
Spiegel-Online geht näher auf die US-Erfahrungen mit den Maschinen ein, die für einen „reibungslosen Ablauf der Demokratie“ sorgen sollen: Defekt, unzuverlässig und manipulierbar.
Auch andere Komplikationen finden sich zuhauf. Im kalifornischen Bezirk Yolo wurden neue Wahlcomputer ausgeliefert, die extra für Sehbehinderte „sprechen“ können. Allerdings sprachen sie nur Vietnamesisch. Bei kürzlichen Vorwahlen in einem Bezirk im texanischen Fort Worth tabulierten die Automaten kürzlich 150.000 Stimmen – obwohl dort nur 50.000 Leute gewählt hatten. Und in Pottawattamie in Iowa zählten die Computer plötzlich rückwärts.
Richtig moderne Ideen hat man nun auch in den USA: Dort sollen Wahlcomputer zukünftig vom „National Institute of Standards and Technology“ zentral geprüft werden, das ist vergleichbar mit dem deutschen „Physikalisch-Technischen Bundesanstalt“.
Man kann einfach etwas gegen Wahlcomputer tun, z.B. diese Petition an den deutschen Bundestag unterstützen. Argumentationen gibt es mittlerweile über die freundliche URL : www.ccc.de/petition. Bei mehr als 50000 Unterstützern ist die Chance hoch, dass der Bundestag sich mindestens formal in einem Ausschuss mit der Fragestellung befassen muss. Dazu fehlen nur noch ca. 35000 Stimmen.
Beim Chaosradio Express gibt es jetzt auch mit der Nummer 039 einen Podcast nach dem „NEDAP-Hack“. Frank Rieger erzählt Tim Pritlove, wie der Wahlcomputer Hack abgelaufen ist und welche Erfahrungen die CCC-Wahlbeobachter-Truppe vor kurzem bei einer Wahl mit Wahlcomputern in Cottbus gemacht hat. Das Gespräch ist etwa slänger als eine Stunde und als MP3 verfügbar.
Update:
In den USA gibt es das sogenannte „Early Voting“. Dies ist unserer Briefwahl ähnlich, nur dass unsere Briefe in einem extra Umschlag eingesandt und erst am Wahlabend geöffnet werden. In den USA stehen beim Early Voting Wahlurnen oder halt Wahlcomputer irgendwo über einen längeren Zeitraum herum und im Moment scheint das den Maschinen nicht gut zu tun: Floridas Wahlcomputer führen erneut Eigenleben.
In Florida zeigt sich beim „Early Voting“ allerdings, dass die im Vorfeld der Wahlen befürchtete Unzuverlässigkeit von Wahlcomputern nackte Realität ist. Die Tageszeitung Miami Herald berichtet von teilweise haarsträubenden Verhältnissen bei der Stimmabgabe an eVoting-Maschinen im Sonnen-Staat. Auffallend häufig wollen die Geräte demnach Stimmen, die eigentlich für demokratische Kandidaten abgegeben wurden, den republikanischen Kontrahenten zuordnen. „Ich bin schockiert“, zitiert der Miami Herald einen Wähler, der erst unter Mithilfe eines Wahlhelfers und nach mehreren Versuchen seine Stimme für den von ihm präferierten Kandidaten abgeben konnte.
Hier gibts auch noch weitere Infos über Unregelmässigkeiten beim Early Voting: Jefferson County Voters Continue To Raise Concerns About Voting Machines.
Tagesschau.de berichtet jetzt auch über die Wahlcomputer-Petition und der allgemeinen Kritik: Experten misstrauen Technik – Wahlcomputer – unsicher und undemokratisch?
Die misstrauischen Computerexperten des CCC sehen die derzeitigen Wahlcomputer nicht nur als manipuliationsanfällig an, sondern unterstellen auch, dass es tatsächlich zu Missbräuchen kommen könnte. Vorteile habe die elektronische Stimmabgabe dagegen nicht, meint Holzhauer: „Denn je sicherer Sie die Wahlcomputer machen wollen, desto teurer wird es. Das lohnt sich nicht, um vielleicht ein oder zwei Stunden schneller als bei der normalen Wahl ein Ergebnis zu haben. Und bereits jetzt gibt es relativ schnell exakte Hochrechnungen.“
Die Electronic Frontier Foundation bietet den „Electronic Voting Machine Quick Reference Guides – 2006″
With our partners in the Election Protection Coalition, EFF will gather critical data during the November 2006 elections about technology performance and will provide assistance to voters and election officials who are confronted with machine-related problems. We hope to ensure that everything runs smoothly on election day – and if anything goes awry, we’re ready to file legal challenges or take other action to make sure every vote counts.
Nochmal Update:
Heise: E‑Voting: Hamburg führt den digitalen Wahlstift ein. Die Daten sollen anschliessend übers Internet versendet werden.
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: Greenpeace von Apple-Messe ausgeschlossen
: Greenpeace von Apple-Messe ausgeschlossen In London findet gerade die MacExpo statt und Greenpeace war mit einem eigenen Stand für die „Green my Apple“-Kampagne vertreten. Allerdings wurden sie wieder rausgeschmissen, was die Medienwirkung sicherlich deutlich erhöht hat. Jetzt stehen sie vor der Tür und verteilen dort Flyer, aber auch damit scheint es Probleme zu geben. Hier sind Bilder auf Flickr.
Mehr dazu gibts auch bei Mac-Essentials und bei Ars Technica.
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: Wir fürchten uns noch zu Tode*
: Wir fürchten uns noch zu Tode* Vielleicht fehlt mir hier in ostwestfälischen Provinz einfach der Maßstab, um endlich den Ernst der Lage zu erkennen. Spätestens, seit der internationale Terrorismus auch deutsche Bahnhöfe ins Visier genommen hat, hätte ich mich fragen müssen, was mein Staat für mich tun kann. Und bitte, er tut eine ganze Menge, wie Detlef Borchers bei Heise Online schreibt.
Mit 132 Millionen zusätzlich beispielsweise will Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die „innere Sicherheit stärken und der „andauernden Terror-Gefährdungslage“ begegnen“:
Den größten Batzen soll indessen der Verfassungsschutz mit 64,7 Millionen Euro kassieren, gefolgt von 34,7 Millionen für das Bundeskriminalamt (BKA). Beide Organisationen sollen technisch und personell im Cyberspace auftreten. Im Unterpunkt „Online-Durchsuchung“ wird der Ausbau der „Internet Monitoring und Analysestelle“ (IMAS) skizziert, beim dem die Sicherheitsbehörden mit neuer Technik entfernte PC durchsuchen können, „ohne tatsächlich am Standort des Gerätes anwesend zu sein“. Für diese Arbeit sollen Islamwissenschaftler und Übersetzer eingestellt werden. […]
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: Broadcast-Flag in einer Animation erklärt
: Broadcast-Flag in einer Animation erklärt Public Knowledge hat eine vier Minuten lange Animation über die „Broadcast Flag“ gemacht. Die Animation ist zwar etwas US-lastig von den Gesetzen her, aber das Thema wird uns auch in Europa begleiten. Konkret geht es um eine digitalen Rechtekontrolle (DRM) für den Einsatz bei Fernsehübertragungen und dergleichen.
Hier findet sich die Youtube-Seite dazu.
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: Wahlcomputer-Comic auf deutsch
: Wahlcomputer-Comic auf deutsch Eben wurde ich drauf aufmerksam gemacht, dass der Wahlcomputer-Comic jetzt auf deutsch zu haben ist. Gesehen bei Knowledge Brings Fear.





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: Schäuble Paket 1
: Schäuble Paket 1 132 Millionen Euro möchte die Bundesregierung in den nächsten drei Jahren zusätzlich als Sonderprogramm in die Innere Sicherheit stecken. Hauptprofiteur ist der Verfassungsschutz mit 64,7 Millionen Euro. Den Rest teilen sich Bundeskriminalamt mit 34,7 Millionen Euro und die Bundespolizei mit 28,4 Millionen Euro. Neben Investititionen wie mehr Islamwissenschaftlern und Übersetzern möchte man auch technisch aufrüsten, denn „mit einer Entspannung der Gefährdungslage“ sei „absehbar nicht zu rechnen“, wie Spiegel-Online das Innenministerium zitiert: 132 Millionen Euro für Terrorabwehr.
Problematisch werden aus Bürgerrechts-Sicht verschiedene Vorhaben, die ebenfalls in diesem Sonderprogramm durchgesetzt werden sollen:
Geplant sind mehrere Hundert neue Stellen für Verfassungsschutz und Polizei sowie die Anschaffung neuester Technik, mit der die Staatsschützer beispielsweise „entfernte PC auf verfahrensrelevante Inhalte hin durchsuchen“ können, „ohne tatsächlich am Standort des Gerätes anwesend zu sein“ – so genannte „Online-Durchsuchungen“. Der Verfassungsschutz soll künftig in der Lage sein, Telefongespräche via Internet abhören zu können. Die Bundespolizei wird die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn verstärken und direkten Zugriff auf alle 2800 Videokameras der Bahn haben und die Bahnstrecken mit zehn zusätzlichen Wärmebildanlagen in Polizeihubschraubern überwachen.
Neben der Überwachung von VoIP dürften die Online-Durchsuchungen interessant werden. Vor allem, wenn sich bei Innenpolitikern die „Expertise“ von FDP-NRW Innenminister Ingo Wolf durchsetzt, dass jeder ans Netz angeschlossene PC nicht einer Privatsphäre zuzuordnen sei – und damit durch keine besonderen Bürgerrechten geschützt sei.
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: Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus
: Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus Beim Chaos Computer Club gibt es jetzt den kompletten „Bericht der CCC-Wahlbeobachtergruppe von der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus“.
Es wurden von uns keine Vorkommnisse beobachtet, die auf eine Manipulation der Wahl hindeuten. Wie der Hergang zeigt, waren wir aber faktisch nicht in der Lage, eine etwaige Innenmanipulation festzustellen, selbst wenn sie stattgefunden hat, obwohl wir als größere Gruppe sicherheitstechnisch versierter Experten an vielen Stellen dreizehn Stunden lang alles beobachtet haben, was wir beobachten durften.
Ein Wahlbetrüger hätte auch aus anderen Gründen ein leichtes Spiel gehabt: Fast alle befragten Cottbusser bringen den Wahlcomputern und den handelnden Personen grenzenloses Vertrauen entgegen, und obwohl etwa jeder Dritte von der Manipulationsanfälligkeit der Geräte aus der Presse gehört hatte, schloss auch diese Gruppe von informierten Wählern jede Manipulation kategorisch aus, ohne dies sachlich begründen zu können. Die zur Entdeckung einer etwaigen Manipulation erforderliche kritische Distanz gegenüber dem Wahlsystem war nur höchst selten anzutreffen. Die wenigen Wähler, die sich über den Einsatz von Wahlcomputern empört zeigten, waren von Beruf ausnahmslos Informatiker.
Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle nicht möglich.
Anmerkung zur Methodik: Die beschriebenen Vorkommnisse sind durch Beobachtungsprotokolle mehrerer Zeugen oder Audio- und Videoaufzeichnungen belegt. Die Beobachter haben sich ausdrücklich zurückhaltend, freundlich und den Wahlablauf nicht behindernd verhalten. Sie haben sich gegenüber dem jeweiligen Wahlvorstand als interessierte Bürger bzw. Journalisten vorgestellt.
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: Netzpolitik-Podcast mit Rüdiger Weis über Trusted Computing
: Netzpolitik-Podcast mit Rüdiger Weis über Trusted Computing
In diesem Netzpolitik-Podcast gibt es ein Interview mit Professor Dr. Rüdiger Weis von der Technischen Fachhochschule in Berlin zum Thema Trusted Computing, Digital Restrictions Management und die Kriminalisierung seiner Studenten durch Urheberrechtsgesetzgebung. Rüdiger Weis warnte unter auf dem letzten Chaos Communication Congress eindringlich vor neuen Kryptographischen Unsicherheiten des Trusted Computing Standards. Das Interview ist 30 Minuten lang und man kann die Datei wahlweise als MP3 (28MB) oder als OGG (37MB) herunterladen.
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: Blogger in China müssen sich registrieren?
: Blogger in China müssen sich registrieren? Der Contentpolizei und Säuberungswelle nicht genug, jetzt müssen sich Blogger in China mit Realnamen registrieren, so der Stand der Diskussion. Damit sollen ungesunde und unwahre Informationen in Schach gehalten werden. Wie Gulli heute berichtet,
Online-Pseudonyme sollen im Land hinter der „chinesischen Firewall“ nach wie vor möglich sein, die Blogger jedoch namentlich bekannt und registriert sein. Dieser Schritt sei „unvermeidlich“, sollte die „reguläre“ Entwicklung der chinesischen Blogcommunity gewährleistet bleiben.
„Reguläre“ Entwicklung heißt bei den Volkschinesen natürlich immer, dass sie reglementiert, kontrolliert und gelenkt wird, damit auch ein sonniges und grünes Internet herauskommt. Ob das „einig Bloggerland“ seine Führungsposition hier halten kann? Dazu sagt Xinhua nichts, und auch aktuelle Zahlen werden nicht genannt. Die Internet Society of China /中国互联网协会 (ISC) betont auch, dass noch nichts entschieden ist. So berichtet die China Digital Times: Blog Real Name System Undecided. Daraus:
Related Chinese blog: „The Unreasonable Real-name System Will Destroy the Chinese Blog Website“ from Fang Xingdong, which says,„It is still unclear whether the real-name system will apply to the actual blog, thus it is too early to comment. If violating the essence of blog, betraying the basic rules of the global Internet, and promoting the unreasonable real-name system, we will be certain about the direct consequence is to cause FUD (worries, uncertainty and doubt) effect to China’s national blog service, the greatest mistake ever made to the China Internet!
Once bloggers feel insecure to use Chinese bloggs, their first choices will be hundreds of thousands overseas websites. Because any website in the future will provide a major blog service. Unless China would completely close the Internet, there will be a trend for Chinese netizens to choose overseas blog service.“
FUD scheint die Strategie zu sein; Einschüchterungen eines der Mittel. Bleibt bisher noch, im Ausland zu bloggen, solange die Router sich veralbern lassen, und die üblichen anonymisierenden Werkzeuge zu verwenden. Mal sehen was da noch kommt.
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: Wahlbeobachter in Cottbus
: Wahlbeobachter in Cottbus Eine kleine Delegation des Chaos Computer Club spielte gestern Wahlbeobachter in Cottbus, wo zur Oberbürgermeister-Wahl die tollen Nedap-Wahlcomputer eingesetzt werden, auf denen man Schach spielen kann. Frank Rieger hat einen ersten Bericht gebloggt: Der Bericht aus Cottbus (Teil I).
Die Zusammenfassung gibts bei Fefe:
So, was haben wir denn jetzt?
1. Wir haben gezeigt, daß die Maschinen leicht hackbar sind.
2. Der Hersteller gibt zu Protokoll, er sähe sich außerstande, eine manipulationssichere Wahlmaschine zu bauen, hält das gar grundsätzlich für unmöglich
3. Das Feigenblattargument, daß die Maschinen versiegelt, sicher verwahrt, sicher transportiert und sicher betrieben würden, erweist sich nach einem Blick in ein (!) Wahllokalprotokoll.
4. Die Checksumme wurde bei der Wahl nicht geprüft. Und selbst wenn, ein Schutz gegen ein manipuliertes ROM wäre das nicht gewesen.
5. Ein kurzer Blick auf die finanzielle Seite enthüllt, daß der Einsatz von Wahlmaschinen erschreckend teuer ist und sich auch nicht amortisiert. -
: Neue Version des JAP Anonymiser erschienen
: Neue Version des JAP Anonymiser erschienen Es gibt eine neue Version von JAP: Überarbeiteter Anonymisierer JAP erhältlich.
Die Entwickler des AN.ON-Projekts an der TU Dresden haben eine Überarbeitung ihres Anonymisierers JAP vorgelegt. Laut Changelog bleibt das Programm in der stabilen Version 00.06.001 beim Schließen nicht mehr hängen und verbleibt auch nicht mehr im Speicher. Neben weiteren Fehlerbereinigungen wurde JAP auch für den Dauerbetrieb optimiert.
Golem berichtet auch: Anonymisierungssoftware JAP in neuer Version.
Änderungen an der Benutzeroberfläche sollen für eine leichtere Bedienung sorgen, da beispielsweise im Einstellungsdialog ein Klick auf „Übernehmen“ reicht, damit die Änderungen wirksam werden. Beim Ausfall der Verbindung soll sich das Programm nun automatisch neu verbinden und ein Einrichtungsassistent hilft unter anderem bei der Konfiguration des Webbrowsers.
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: Netzpolitik-Podcast mit Seth Schoen zu Trusted Computing
: Netzpolitik-Podcast mit Seth Schoen zu Trusted Computing
Im aktuellen Netzpolitik-Podcast gibt es ein Interview mit Seth Schoen über Trusted Computing. Seth ist Staff Technologist bei der Electronic Frontier Foundation und beobachtet für die EFF die Entwicklungen rund um Trusted Computing (formally known as TCPA). In dem Interview geht es um die Möglichkeiten und Risiken von Trusted Computing, Digital Restriction Management Systeme, mögliche Regulationen und Sicherheit in der Informationstechnologie. Das Interview ist in englisch, 35,8 MB gross und 26 Minuten lang.Eine Frage hatte ich im Rahmen des Interviews nicht gestellt und wir haben ein kurzes Interview angeschlossen: Was ist nun mit Apple und Trusted Computing? Seth geht davon aus, dass das TPM-Module in den neuen Apple Notebooks eingeschaltet ist. Mehr dazu aber in dieser 2,6 MB grossen MP3-Datei.
Dieses Interview eignet sich als Hintergrundmaterial, um den Windows Vista-Artikel im aktuellen Print-Spiegel genauer verstehen zu können.
In english: This is a Netzpolitik-Podcast with Seth Schoen of Electronic Frontier Foundation about the opportunities and risks of trusted computing, digital restriction management, security in information technology and possible regulations of trusted computing.
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: Erwachsenenschutz durch die Vista-Hintertür?
: Erwachsenenschutz durch die Vista-Hintertür? Beim Blättern in der aktuellen c’t bin gerade auf ein interessantes Feature von Windows Vista gestoßen, dem man – einmal etabliert und nach realpolitischem Druck (Jugendschutz! Nazipropaganda! Kinderpornographie!) entsprechend nachjustiert – durchaus einen „dual use“-Charakter unterstellen könnte: Der eingebaute Phishingfilter.
Axel Vahldieck beschreibt seine Funktion wie folgt:
Der Phishingfilter wirkt nicht nur im Internet-Explorer, sondern auch im Outlook-Express-Nachfolger Mail. Er prüft erstens, ob die URL der Webseite in einer Liste bekannter sicherer Seiten (Whitelist)* enthalten ist, […] Drittens schickt er die URL – SSL-verschlüsselt und ohne Nutzerparameter und Cookies – an Server eines Partners von Microsoft (bislang ist nur Digital Resolve bekannt), der die Seite in Echtzeit untersuchen soll.
Damit erinnert der Phishingfilter von Vista verblüffend an das im Sommer 2003 vorgestellte Filtersystem ICRAplus.
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: Heute ist Datenschutz-Tag
: Heute ist Datenschutz-Tag Heute ist Datenschutz-Tag. Gerade findet in Bielefeld die zweite Demonsstration gegen die Vorratsdatenspeicherung statt und später werden dort auch die Big Brother Awards zelebriert. Einen Live-Stream gibts im freundlichen Ogg Theora Format ab 17 Uhr hier. Die Medienberichterstattung rund um dieses Thema ist heute auch etwas höher als sonst, so dass ich alles mal in einen Artikel packe, was hier gerade als einzelne Tabs im Browser offen ist.
Bei spieleg-Online gibt es einen netten Artikel zu „Datenschutz 2.0 – Privatsphäre ist einfach Mega-out“ mit dem Fazit:
Längst ist die Privatsphäre kein Gegensatz mehr zur Öffentlichkeit. Vielmehr drückt Privatheit den selbstbestimmten Umgang mit persönlichen Informationen aus. Was Andere über einen erfahren sollen, das kann der mündige Mensch – im Guten wie im Schlechten – selbst entscheiden. Zur informationellen Selbstbestimmung gehört auch die freie Entscheidung, seine Privatsphäre an Warenhäuser oder Mobilfunkunternehmen zu verscherbeln, die für geringe Preisnachlässe eifrig Konsumgewohnheiten ausspähen, um die Verbraucher dann mit personenbezogener Werbung zu überhäufen. Dafür freilich blüht ihnen demnächst ein Big-Brother-Award.
Zeit.de berichtet im Vorfeld der Big Brother Awards über das Schwarzbuch Datenschutz und vergangene Sieger: Ausgezeichnete Diebe.
Die »BigBrotherAwards« zerren diese und andere im Dunkeln agierende Datenkraken ans Licht der Öffentlichkeit, und das mit großem Erfolg. Die Ausrichter der Awards indessen können sich vor Vorschlägen für eine Nominierung kaum noch retten. Insofern scheint die Einsicht in die Notwendigkeit des Datenschutzes zu steigen. Das mag optimistisch stimmen, die Auflistung der einschlägigen Datenschutzverletzungen der letzten fünf Jahre im Schwarzbuch allerdings macht eher Angst.
Ab 17 Uhr bietet Zeit.de auch einen Live-Stream an.
Die hessische Regierung möchte die Videoüberwachung massiv ausbauen und fordert ein dauerhaftes Zugriffsrecht der Polizei auf das Videonetz der Verkehrsbetriebe in Hessen. Die Innenstaatssekretärin Oda Scheibelhuber (CDU) erklärte auf einem Kongress, dass es zwingend notwendig sei, dass die Polizei auch Bilder aus privaten Überwachungsanlagen auswerten kann. Heise kommentiert die Forderung mit:
Wieder einmal agieren Politiker nach dem Motto „was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“: Hatte es im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft noch geheißen, die zum Schutz des Großereignisses ausgeweitete Videoüberwachung durch Sicherheitsbehörden werde nach dem Finale wieder zurückgefahren, soll die installierte Infrastrukur vor dem Hintergrund einer angeblich gestiegenen Terrorgefahr nur offenbar doch weiter genutzt und teilweise sogar ausgebaut werden.
Auf den Medientagen in München gab es eine spannende Diskussion über Google und Datenschutz. Heise war dort und berichtet über die Diskussion, an der u.a. der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar und dem europäischen Öffentlichkeits- und Lobbyverantwortlichen Rachel Whetstone teilnahmen: Google: „Wir bemühen uns sehr um Datenschutz“.
Im Zusammenspiel mit der Vorgabe der EU an Zugangsanbieter, künftig im Rahmen der umstrittenen Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung auch dynamisch vergebene IP-Adressen mindestens ein halbes Jahr lang aufzubewahren, könnten ebenfalls einzelne Nutzer identifiziert werden, erläuterte Schaar weiter. Mit der Protokolldatei von Google dürften so „sehr interessante Informationen über Interessengebiete und Verhalten“ zutage gebracht werden. Ein Unternehmen wie Google könnte daher wie ein „Honigpott“ fungieren, also etwa als sehr wichtige Quelle von Geheimdienste betrachtet werden. Allgemein bezeichnete Schaar Suchmaschinen als „dual use“-Technik, da sie auch zur Überwachung der Nutzer eingesetzt werden könnten. Konkret an Google appellierte der Datenschützer, etwa sein Cookie-Konzept zu überdenken und den Surfern keine permanenten, bis 2038 gültigen Browserdateien zur Nutzeridentifizierung auf die Festplatte zu krümeln. Wäre Google ein deutscher Anbieter, wären die hiesigen Datenschutzbehörden an diesem Punkt bereits eingeschritten.
Aus den USA gibts die Meldung: „EFF will Informationen zu FBI-Datenbankprojekt gerichtlich erzwingen“
Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine Klage nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, FOIA) eingereicht, um Einsicht in Dokumente eines großen Datenbankprojekts der Bundespolizei FBI zu erlangen. Im Investigative Data Warehouse (IDW) werden mehrere hundert Millionen Einträge verwaltet, darunter personenbezogene Informationen, Ortsangaben, Finanzdaten und Fotografien. Auf die Datenbank, in die Informationen von mehr als 50 FBI- und anderen Regierungsstellen einfließen, hätten 12.000 Ermittlungsbeamte Zugriff, erklärte die EFF.
Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hat sich wieder im Rahmen der SWIFT-Affäre zu Wort gemeldet: SWIFT-Bankdaten-Affäre: ULD warnt vor Einknicken gegenüber CIA-Begehrlichkeiten. Dort heisst es u.a.
Auf die Datenübermittlung in die USA könne aus Sicherheitsgründen nicht verzichtet werden. Daher müsste keine juristische, sondern eine politische Lösung gefunden werden. Diese Position ignoriert nach Ansicht des ULD, dass es ein ureigenes Interesse der Banken ist bzw. sein sollte, das Bankgeheimnis ihrer Kunden zu wahren – auch und gerade gegenüber einem datenschutzrechtlich unkontrollierten amerikanischen Geheimdienst. Dies wurde dem ULD von schleswig-holsteinischen Banken bestätigt. Tatsächlich sind die Banken hierfür auch verantwortlich. Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz, Dr. Thilo Weichert, kommentiert den derzeitigen Stand des Verfahrens:
„Es gibt für die Banken, die Politik und den Datenschutz in Europa überhaupt keinen Anlass, sich von amerikanischer Seite erpressen zu lassen. Es gibt keine faktischen Zwänge und schon gar keine rechtlichen Gründe, das Bankgeheimnis und den Datenschutz zugunsten von Datenbegehrlichkeiten der US-Administration für deren Verständnis von Terrorismusbekämpfung zurückzustellen. Anders als bei der Übermittlung von Flugdaten kann der Datenzugang hier gestoppt werden. Mittelfristig geht dies durch die Spiegelung des SWIFT-Datenbestandes in einem europäischen Land. Ein hohes europäisches Datenschutzniveau sollte als Standortvorteil genutzt werden. Kurzfristig muss SWIFT seine Datenspeicherung in den USA verschlüsseln, um einen lesenden Zugriff der US-Dienste zu verhindern.“
And the Winner are:
Der BigBrotherAward in der Kategorie Wirtschft geht an: SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), stellvertretend an die deutschen SWIFT-Aufsichtsratsmitglieder Roland Böff (Senior Vice President, Bayerische Hypo- und Vereinsbank) und Wolfgang Gaertner (CIO, Deutsche Bank AG). SWIFT-Europa stellt den US-Behörden seit fast fünf Jahren über sein US-amerikanisches Operation-Center die Daten internationaler Banktransaktionen zur Verfügung. Dabei werden nicht nur die Daten weitergegeben, bei denen Konten in den USA betroffen sind, sondern SWIFT spiegelt auch seine innereuropäischen Daten zur Sicherung auf die Server von SWIFT-USA.
In diesem Jahr wurden in der Kategorie Politk zwei Preise verliehen: Die Mitglieder des 4. Landtags von Mecklenburg-Vorpommern erhalten den Preis für die gesetzliche Erlaubnis zur verdachtsunabhängigen Tonaufzeichnung in der Öffentlichkeit. Und die Bundes-Innenministerkonferenz für die Einrichtung einer zentralen „Anti-Terror-Datei“.
Den Technik-Award darf dieses Jahr die Philips GmbH in Empfang nehmen: Für die Vorgabe, dass CD-Brenner ihre eindeutige Seriennummer auf den Rohling schreiben und damit eine Rückverfolgbarkeit von Datenträgern zum Brenner ermöglichen. Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, Raubkopierer ermitteln zu wollen. Dabei ist es in Deutschland nicht strafbar, Musik-CDs oder Filme für den privaten Gebrauch zu brennen. Lediglich ein technisch wirksamer Kopierschutz darf nicht umgangen werden.
Für das Vorhaben, lebenslange Schüler-IDs einzuführen, ohne die individuellen Bildungsdaten an feste Zwecke zu binden und vor Missbrauch und unberechtigtem Zugriff zu schützen, erhält Kultusministerkonferenz der Länder den BigBrotherAward in der Kategorie Behörden und Verwaltung. Ob Statistiken über individuelle Schülerlaufbahnen die Bildungsmisere beseitigen sei dahingestellt – ohne die Beachtung grundlegender Datenschutzanforderungen (enge Zweckbindung, Zugriffsschutzkonzept, technische Schutzkonzepte, Löschkonzepte, Kontrollvorgaben) wird das Vorhaben jedenfalls zum Datenschutz-GAU.
Den Preis in dieser Kategorie hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) verdient – für die Warn- und Hinweisdateien der Versicherungswirtschaft, mit denen Versicherungen umfangreiche Daten von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern austauschen – nach geheimgehaltenen Kriterien, ohne ausreichende rechtliche Grundlage und ohne Wissen der Betroffenen.