Technologie

Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.

  • : Meta-Suchen mit Serchilo
    Meta-Suchen mit Serchilo

    Ein schönes Tool hat Georg Jähnig gestern auf dem Berliner Webmontag vorgestellt: Serchilo. Damit kann man viele Suchquellen ansprechen. Und diese auch erweitern. Einerseits durch ein Firefox-Plugin. Andererseits durch ein Mediawiki, was dahinter steckt. Dort können neue Suchquellen angegeben und mit einer Syntax versehen werden. Bisher finden sich dort ca. 200 Quellen. Google spricht man dann beispielsweise mit „g Suchbegriff“ an. Die Wikipedia mit „w suchbegriff“. Nette Idee mit praktischem Nutzen.

    16. Januar 2007 10
  • : Internetzensur in arabischen Ländern
    Internetzensur in arabischen Ländern

    Ist zwar schon einen Monat alt, aber immer noch aktuell: Die „Initiative for an Open Arab Internet“ hat eine Länderübersicht für 18 arabische Staaten zusammengestellt, wie diese mit Menschenrechten im Internet, wie der Meinungsfreiheit, umgehen.

    This is the second report of the Arabic Network for Human Rights Information (HRinfo) on the freedom to use the internet in the Arab World. This report covers 18 Arab countries, providing an overview of how the governments in the Arab world deal with the internet. It includes an update of 11 countries covered in the previous report. It also includes new information with regards to an additional 7 countries that were not previously covered. The report also covers Arab bloggers who have succeeded, over a short period, to play an important role in revealing the conflict between oppression and freedom.

    The report was based on field interviews with activists that have resorted to the web, in addition to an opinion poll prepared by HRinfo. The report referred to several human rights and press reports in addition to communications between HRinfo and volunteers from across the Arab World.

    Hier ist die Presserklärung dazu: „The Internet: New Battle between Arab Governments and Freedom of Expression“.

    12. Januar 2007
  • : NSA, Vista und Sicherheit im Deutschlandradio
    NSA, Vista und Sicherheit im Deutschlandradio

    Das Deutschlandradio hat ein Interview mit Johan Bitzer vom ULD Schleswig Holstein zum Thema „Wie sicher ist das neue Betriebssystem von MIcrosoft Windows Vista?“. Dort geht es um Sicherheit und Unsicherheit in der Informationstechnologie im Allgemeinen, Verbraucher- und Datenschutz und was Geheimdienste und Sicherheitsbehörden wie die NSA mit proprietären Systemen anstellen könnten. Und natürlich, wie deutsche Innenpolitiker die „Innere Sicherheit“ mit „IT-Sicherheit“ verwechseln und die Sicherheit unserer IT-Infrastrukturen durch Bundestrojaner und Hausdurchsuchungen gefährden.

    Lustige Frage zwischendrin von der Moderatorin:

    „Apple und Linux arbeiten doch auch mit Sicherheitsbehörden zusammen?“

    Das Interview gibt es als MP3 und ist ca. 10 Minuten lang.

    Passend dazu ist auch dieser Artikel in der Welt: US-Geheimdienst kontrolliert Windows Vista.

    US-Beobachter glauben, dass die Konzerne mit ihren Eingeständnissen einen eigenen PR-Plan verfolgen: Die Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten soll ihre Software in der Öffentlichkeit als besonders sicher erscheinen lassen. Vor allem Microsoft will damit offenbar gegensteuern. Denn zuletzt gab es immer wieder Zweifel, dass Vista so sicher ist, wie es der Konzern behauptet hatte. Allerdings könnte sich Microsofts Vorstoß zumindest in Deutschland als Eigentor erweisen. Viele PC-Nutzer sind hier sensibel, wenn es um die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten geht.

    12. Januar 2007 2
  • : Frage: Kommunale WLAN Netze in Deutschland?
    Frage: Kommunale WLAN Netze in Deutschland?

    Ich recherchiere gerade für einen längeren Artikel kommunale WLAN-Initiativen und was man damit alles anstellen kann, um die digitale Kluft zu verringern. Allerdings scheint es davon in Deutschland eher weniger zu geben. In den Niederlanden, USA und Skandinavien finde ich viel mehr. Hier bei uns finde ich eher viele Ankündigungen und einige Testprojekte. Letztere sind dann meist einzelne Hotspots auf dem Marktplatz und dergleichen.

    Zwei Beispiele sind bisher Heidelberg und Linz (A). Aber da muss es doch mehr geben, oder? Über Hinweise freue ich mich in den Kommentaren.

    Heidelberg Mobil

    Die Stadt Heidelberg hat im Moment die fortschrittlichste kommunale WLAN-Infrastruktur in Deutschland. Eine Testphase mit ca. 40 Access-Points wurde Anfang November 2006 gestartet. Das Ziel: Akzeptanz bei Anwohnern, Wirtschaftstreibenden und potentiellen Partnern zu schaffen. Die ausführende „Heidelberg mobil GmbH“ ist ein Tochterunternehmen der European Media Laboratory GmbH (EML) in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger WLAN-Provider MEG und wird von der Stadt Heidelberg und der Heidelberger Kongress- und Tourismus GmbH (HKT) unterstützt. Bis zum Ende der Testphase ist geplant, flächendeckend eine WLAN-Infrastruktur anzubieten und ortsbezogene Informationen bereitzustellen. Angestrebt sind 100 Access-Points, von denen derzeit 40 online sind. So ist beispielsweise die gesamte Fußgängerzone bereits jetzt mit Access-Points ausgestattet.

    Kernanwendung sind im Moment ortsbezogene Daten: Eine Software ermittelt den aktuellen Standort und vermittelt die nächstegelegenen Hotels und Geschäfte, dazu liefert ein Veranstaltungskalender aktuelle Termine. Ein virtueller Stadtplan fungiert als Navigationssystem und Reiseführer für Fußgänger. Zu Sehenswürdigkeiten finden sich weiterführende (multimediale) Informationen in Text‑, Audio- und Videoform. In der Testphase ist die Nutzung kostenlos. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen kostenpflichtige Flatrates für die Bewohner, sowie Tagespauschalzugänge für Touristen (angedacht im Bundle mit Touristen-Karten) angeboten werden.

    Linz in Österreich

    In Österreich ist die Stadt Linz als Standort der „Ars Electronica“ am fortschrittlichsten. Dort sollen bis zum Jahre 2008 mehr als 120 freie Hotspots im Stadtgebiet eingerichtet werden, aktuell sind etwa 60 installiert. Die Technik errichtet der Kabelnetzbetreiber LIWEST auf Initiative der Stadt. Das Ziel soll sein, eine Investition in die Zukunft zu tätigen und die Position von Linz als „international herausragende Medien- und Technologiestadt zu festigen“ und dem immer mobiler werdenden Kommunikationsverhalten gerecht zu werden.

    Das offene WLAN-Netz ist in Linz betont anonym und frei von Barrieren. Touristen und Anwohnern soll damit flächendeckend ein Zugang zum Internet angeboten werden. Erste offzielle Anwendung ist die „WikiMap“. In einem Wiki (Die Technik hinter Wikipedia) soll von den Einwohnern ein interaktiver und virtueller Plan der Stadt erstellt werden. Alle Nutzer können wie auf einer Pinnwand Texte, Bilder oder Klangelemente ortsbezogen einsetzen und abrufen.

    Hier geht es übrigens explizit nicht um freie WLAN-Initiativen wie Freifunk.net.

    9. Januar 2007 20
  • : Richard Stallman erzählt die Geschichte Freier Software
    Richard Stallman erzählt die Geschichte Freier Software

    Richard Stallman hat im März in Zagreb eine Rede zum Thema „The Free Software Movement and the Future of Freedom“ gehalten. Darin beschreibt er seine Geschichte der Freien Software Bewegung von den Anfängen bis heute. Die Rede gibt es als OGG Vorbis oder als englisches Transcript.

    [Danke an Matze]

    9. Januar 2007 3
  • : NetzpolitikTV: Freie Software in Indien
    NetzpolitikTV: Freie Software in Indien

    In diesem NetzpolitikTV-Interview mit Atul Chitnis von foss.in geht es um Freie Software in Indien. foss.in ist die grösste Freie Software Konferenz in Indien und vergleichbar mit dem LInuxTag. Atul berichtet über die Verbreitung von Informationstechnologie und Linux und wie sich die Freie Software Community in Indien entwickelt.

    Das Interview ist ca. 9 MB lang und als MP4 oder im freundlichen OGG-Format in High Quality verfügbar. Oder hier als Flash:

    6. Januar 2007 3
  • : Wikiasari – eine Weihnachtsgeschichte
    Wikiasari – eine Weihnachtsgeschichte

    Die Weihnachts-Story des Jahres war ja „Wikiasari“. An dem Beispiel konnte man schön beobachten, wie Netz-Journalisten gerne voneinander abschreiben und die Story mit jeder neuen Erscheinung noch grösser wird. Und ziemlich schnell war man von einer Idee bei dem nächsten grossen Ding, nämlich der neuen Konkurrenz von Google. Mit Wikipedia und Community, eigentlich alles dabei, was man aktuell für eine grosse Story braucht. Fehlte nur noch ein Stern und ein paar wandernde Könige mit aktuellen Technikkrimskrams.

    Fragte man aktive Wikipedianer, so schwankten die eher zwischen Amüsement und Genervtsein. Eigentlich fragte kaum ein Journalist mal nach, bevor man die neue Konkurrenz zu Google aus dem Hause Wikipedia verkündete.

    Bei search-lab.de findet sich zu dem Thema jetzt ein Interview mit Kurt Jannson:

    Hallo Kurt, was genau ist dieses neue Wikiasari-Projekt?

    Unter dem Namen “Wikiasari” wird zurzeit in vielen Medien über ein Projekt von Jimbo Wales, dem Initiator des Wikipedia-Projektes, berichtet. Zum ersten Mal hörte ich davon 2002, damals noch unter dem Titel “3apes”. Später hieß es “Wikia”, was dann aber zu dem Namen von Herrn Wales Wiki-Hosting-Service wurde. Der Name “Wikiasari” ist eigentlich auch veraltet, aktuell wird die Projekt-Plattform als “Wikia Search” bezeichnet.

    Abgesehen davon war die Idee nicht wirklich neu, den menschlichen Faktor in die Bewertung von Suchergebnissen einzubeziehen. Nicht nur deshalb hat Yahoo beispielsweise del.icio.us gekauft, um genau diesen Faktor zu bekommen. Allerdings hat Yahoo damit anscheinend so einige Probleme bei der Integration. Ich bin einer Meinung mit Kurt, dass Suchmaschinen mittelfristig sowohl durch Algorithmen und Künstlicher Intelligenz auf der einen Seite, als auch mit mit dem menschlichen Faktor von (individualisierten) Massen zu einem Ergebnis kommen.

    3. Januar 2007 2
  • : Easterhegg 2007 – cfp
    Easterhegg 2007 – cfp

    Der Call for Papers für das Easterhegg 2007, der zweitgrössten jährlichen Veranstaltung des Chaos Computer Club, wurde gestartet und wartet auf Input.

    Das Easterhegg 2007 finden in der Zeit von 06. bis 09. April, im Buergerhaus Eidelstedt, in Hamburg statt. Auch dieses Jahr wird es wieder vier Tage Vortraege und Workshops geben. Der Call for Papers fuer das freie Programm sei hiermit eroeffnet und endet am 4. Februar um 24:00 CET. Das “Programmkomitee” wird sich dann bis Ende KW 8, d.h. bis zum 18.2 mit der Auswahl der Vortraege und Workshops Zeit lassen.

    3. Januar 2007
  • : Zeiterfassungstool testen
    Zeiterfassungstool testen

    mite ist ein Diplomarbeitsprojekt zur Erfassung und Auswertung von Arbeitszeit, welches für kleine Agenturen und Freelancer entworfen wurde. Das Tool ist noch sehr beta und freut sich über Feedback und Beta-Testing.

    Arbeitszeit zu erfassen schafft die Grundlage für realistische Rechnungen, Kalkulationen und Zeitpläne. Allerdings ist es auch eine lästige Pflicht, die jeder gerne unter den Tisch fallen lässt. Mit mite wollen wir dies ändern.

    3. Januar 2007 1
  • : weiblich, technikaffin, politisch engagiert.
    weiblich, technikaffin, politisch engagiert.

    Die FAZ hat einen Bericht zum 23c3 online und portraitiert darin Constanze Kurz ein wenig: Die neue Hack-Ordnung.

    Frauen sind hier eher selten, nur knapp ein Zehntel der Besucher ist weiblich. Constanze Kurz mittendrin, die Moderation ist vorbei. Jetzt hämmert sie die Gliederung für den nächsten Vortrag in ihren schwarzen Apple-Laptop. Sie hat den Kongreß mit vorbereitet, hat nächtelang an Vorträgen gefeilt, die Presseeinladungen verschickt und vergangene Nacht nur ein paar Stunden geschlafen. Es sind auch ihre Themen, über die hier gesprochen wird. Sie schreibt an einer Dissertation über „Überwachungstechnologien“ und hält Vorlesungen zur „Geschichte der Verschlüsselung“ an der Universität. „Aber da kann ich nicht politisch argumentieren“, sagt sie, „sondern nur wissenschaftlich. Ich bin aber ein zutiefst politischer Mensch.“ Sie repräsentiert die neue Zeit im CCC: weiblich, technikaffin, politisch engagiert.

    Wer Constanze gerne mal etwas politsich argumentieren hören möchte, im Netzpolitik-Podcast gibt es ein längeres Interview mit ihr zu Datenschutzfragestellungen.

    3. Januar 2007 2
  • : Linux verändert Indien
    Linux verändert Indien

    Ich schaffs ja wieder nicht zum 23C3, kann manches aber auch bei der Tagesschau nachlesen. Atul Chitnis hat einen Vortrag gehalten darüber, dass Linux Indiens Landschaft umgekrempelt hat: „Hacking a Country: FOSS in India“. In der ARD liest sich das so:

    In der indischen Öffentlichkeit wurde das Phänomen Linux jedoch kaum wahrgenommen, bis es Chitnis und seinen Mitstreitern 1999 gelang, einen Pavillon auf einer großen IT-Messe in Bangalur zu ergattern. Die Präsentation wurde zum Highlight der Veranstaltung im indischen Silicon Valley: In drei Tagen kamen 150.000 Interessenten, selbst die Rekrutierungsstände von US-Softwareunternehmen konnten keinen derartigen Zulauf verzeichnen.

    Spätestens seit diesem Event galt Linux in Indien als etabliert: Die Universitäten und auch die Regierung begannen sich für das Betriebssystem und die kostenlose Open-Source-Software zu interessieren. Im akademischen Bereich ist es quasi zum Standard geworden: Viele Schulen haben Linux in den Lehrplan aufgenommen, einige Universitäten verlangen sogar, dass Abschlussarbeiten in Informatik den Open-Source-Kriterien entsprechen müssen. Es gab sogar Überlegungen der Regierung, Linux bei Ausschreibungen als verbindliches Betriebssystem festzulegen – eine Einschränkung, die sogar Chitnis zu weit ging: „Wir wollten kein neues Monopol schaffen.“ Da es in Indien Dutzende Sprachen und Schriften gibt, wurden entsprechende Linux-Versionen entwickelt. Ein Nebeneffekt: Indische Informatiker wurden so zu international anerkannten Experten für die Lokalisierung von Software.

    Das zeigt exemplarisch vor welchem Paradigmenwechsel sich Microsoft immer fürchtet.

    29. Dezember 2006 8
  • : Erdbeben in Taiwan: Details zu Unterseekabeln
    Erdbeben in Taiwan: Details zu Unterseekabeln

    Während berichtet wird, dass sich nach dem Erdbeben vor der Küste Taiwans Bandbreite und Telefonverbindungen von und nach Asien durch neue Routen wieder beginnen zu erholen, finde ich die technischen Details interessant.

    Chunghwa Telecom, größter Telekommunikationsanbieter in Taiwan, wird von Taipei Times zitiert:

    Taiwan’s undersea communications cable system consists of seven lines extending from the northern and southern points of the island. The quake damaged the two southern lines. […] Damaged cables include the APCN2 cable and Sea-Me-We3 cables, Leng said. Eight STM‑1 cables from Okinawa and 4 STM‑1 cables from Shanghai are acting as backup, Chunghwa said.

    Etwa 30% der Kunden hatten wohl in der einen oder anderen Weise Probleme, bis hin zum Totalausfall in Richtung anderer asiatischer Länder. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Indonesien zeitweise (auch von Europa aus) schwer oder gar nicht zu erreichen war. Taipei dagegen hatte keine erkennbaren Probleme, alles lief schnell wie immer. Joi Ito zitiert und übersetzt dankenswerterweise auch eine Meldung der staatlichen China Telecom aus der Volksrepublik:

    Affected by the earthquake, Sina-US cable, Asia-Pacific Cable 1, Asia-Pacific Cable 2, FLAG Cable, Asia-Euro Cable and FNAL cable was broken and cut up. The break-off point is located 15 km south to Taiwan, which severely affected the International and national tele-communication in neighboring regions.

    Auch von China in die USA und anderswohin gab es Probleme. Dazu passt die Meldung von letzer Woche, dass neue 1.28Tbit/s‑Kabel bereits beschlossen sind und 2008 in Betrieb gehen sollen; Redundanz für bis 5.12TBit/s erweiterbare Bandbreite und immerhin etwas gesteigerte Ausfallsicherheit für etwa 500 Millionen US-Dollar.

    Die Reparatur soll in wenigen Wochen geschafft werden, so wie beim letzten Ausfall eines 40 Gbit-Kabels 2001, das wohl gleich an 4 Stellen durch Fischerboote geschrottet wurde. Bis hierher scheint aber niemand verbindliche Zahlen zu haben, was die tatsächliche Anzahl der Kabel und der zu behebenden Schäden angeht (Channelnewsasia):

    South Korea’s information and communication ministry said all six undersea fibreoptic cables off Taiwan were hit, causing major disruption.

    Wie viele Kabel waren das nun? 8? 7? 6? Das dicke neue SEAMEWE 4 jedenfalls ist wohl nicht betroffen. Auch andere Telkos (und ihre User) in Asien haben Ausfälle, KDDI (Japan), China Netcom (VR China), Singtel (Singapore), PCCW (Hong Kong), und andere.

    Die Wikinews geben einen Überblick hier. Und wir sollten nicht vergessen, dass 2 Menschen getötet und 42 verletzt wurden.

    UPDATE: Die Schäden sind wohl größer als gedacht.

    29. Dezember 2006 6
  • : UK-Regierung finanziert Blade Runner – Studie
    UK-Regierung finanziert Blade Runner – Studie

    Lang lebe die Grundlagenforschung: Robots could demand legal rights.

    Robots could one day demand the same citizen’s rights as humans, according to a study by the British government. If granted, countries would be obligated to provide social benefits including housing and even „robo-healthcare“, the report says. The predictions are contained in nearly 250 papers that look ahead at developments over the next 50 years.

    Aber schön, dass Regierungen sich schonmal mit Roboterrechten auseinandersetzen.

    21. Dezember 2006 1
  • : Steinzeitdenken im Informationszeitalter?
    Steinzeitdenken im Informationszeitalter?

    Wolfgang KLeinwächter schreibt in Telepolis über den nationalen IT-Gipfel: Steinzeitdenken im Informationszeitalter?

    Im Informationszeitalter ist „Top Down“ so etwas wie Steinzeitdenken. Wer auf diese Weise plant und agiert, hat noch nicht begriffen, dass die Hierarchien der Industriegesellschaft so in der Informationsgesellschaft nicht mehr funktionieren. Spätestens seit Manuel Castells Ende der 90er Jahre über die „Network Society“ geschrieben hat, sollte es eigentlich zu den Binsenweisheiten eines modern handelnden politischen Personals gehören, dass es die Netzwerke sind, aus denen die Dynamik sowohl der wirtschaftlichen als auch der gesellschaftlichen Entwicklung im 21. Jahrhundert kommt.

    Die Bundeskanzlerin hat zwar im Potsdam immer wieder von Vernetzung gesprochen, aber offensichtlich ist damit nur eine bessere Telefonverbindung zwischen dem Minister und dem Vorstandsvorsitzenden gemeint. Die Netzwerke der Informationsgesellschaft sind hingegen offen und transparent, konstituieren sich von unten und lassen vor allem Raum für Innovation und Kreativität. Und die kommt häufig, wie alle die Internet-Erfolgsgeschichten der letzten Dekade zeigen – Yahoo, eBay, Amazon, Skype, Google, MySpace, Facebook, YouTube – von den „Enden“ des Netzwerkes und nicht aus der Zentrale einer Hierarchie.

    Wenn die Betroffenen und Beteiligten nicht in die Netzwerke, von denen die Bundesregierung jetzt spricht, eingebunden sind, sondern in die Rolle von passiven Konsumenten gedrängt werden, denen man dann nur noch die hinter verschlossenen Türen gefällten Entscheidungen richtig erklären muss, der hat in der Tat noch nicht verstanden, dass die technische Revolution des Informationszeitalters weit reichende gesellschaftspolitische Implikationen hat.

    20. Dezember 2006 2
  • : Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ ist jetzt ein Verein
    Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ ist jetzt ein Verein

    Die Lobby-Initiative „Deutschland sicher im Netz“ hat jetzt einen Verein gegründet. Das klingt dann doch gleich etwas mehr als „gesellschaftliche Initiative“ und verdeckt etwas die beteiligten Unternehmen. Zu den Partnern gehören neben Unternehmen wie Microsoft, MSN (auch Microsoft) und SAP auch noch das Deutsche Kinderhilfswerk. Letzteres vermutlich als Feigenblatt.

    „Der Verein versteht sich als zentraler Partner für die Politik, gesellschaftliche Gruppen und die Wissenschaft im Bereich Sicherheit in der Informationstechnik. In diesem Rahmen wird der Verein auch bei der Umsetzung von Initiativen der Bundesregierung im Bereich Sicherheit in der Informationstechnik unterstützend tätig, so insbesondere bei der Umsetzung des Nationalen Plans zum Schutz der Informationsinfrastrukturen im Bereich der Zielgruppen Bürgerinnen und Bürger sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen.“

    Zu den Zielen zählt komischerweise nicht eine Produkthaftung für unsichere Software, wie sie eigentlich logisch wäre um die Ziele zu erreichen. Sondern eher die Vermittlung von mehr Rechnerkompatenz, um die Windows-PCs etwas sicherer zu bekommen, was der Hersteller nicht schafft. Bezeichnenderweise spammt mich die Microsoft Presseabteilung seit Gründung der Initiative mit dem Offline-Newsletter „Deutschland sicher im Netz“ regelmässig zu.

    Als künftige Lobbythemen werden die folgenden genannt:

    Der Verein wird seine Arbeit im nächsten Jahr vor allem folgenden Tätigkeitsfeldern widmen: Identitätsschutz, Datensicherheit und Jugendmedienschutz.

    Das Impressum der Vereins-Webseite weist übrigens Microsoft als Herausgeber aus. Die Redaktion hat allerdings noch nicht mitbekommen, dass Jürgen Gallmann seit Oktober nicht mehr Geschäftsführer der Microsoft Deutschland GmbH ist.

    Update: Bei Heise Security findet sich auch ein guter Kommentar: PR statt Sicherheit.

    Mit seiner Unterstützung von Deutschland sicher im Netz (DSIN) lässt sich Innenminister Schäuble vor den PR-Karren von Microsoft & Co spannen. Denn um Sicherheit ging es dieser PR-Initiative immer erst in zweiter Linie. Sie wurde aus den PR-Budgets der beteiligten Firmen finanziert und das merkt man dem Ergebnis auch an.
    […]
    Wenn Innenminister Wolfgang Schäuble dann erklärt: „Der Verein ‚Deutschland sicher im Netz’ bündelt die wichtigsten Akteure zum Thema IT-Sicherheit und wird zukünftig ein bedeutsamer Partner für Politik und alle gesellschaftlichen Gruppen sein“, wird mir angst und bange. Er verleiht damit nicht nur der unverblümten Produktwerbung einen quasi offiziellen Charakter – ungefähr so, als würde uns die ARD anstelle der Tagesschau künftig eine Dauerwerbesendung vorsetzen. Schäuble verkauft uns darüber hinaus eine Marketing-Show als wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit. Und das bringt den IT-Standort Deutschland mit Sicherheit nicht voran.

    Dazwischen gibt es noch ein paar Beispiele, wie (rein zufällig) Produkte der Initiativen-Partner auf der Webseite als Lösungen für mehr Sicherheit empfohlen werden. Natürlich in einer Form, die journalistisch und unabhängig erscheint. Und wer schaut schon ins Impressum, wenn der Innenminister die Initiative empfiehlt?

    20. Dezember 2006 2
  • : 10 Thesen für eine datenschutzfreundliche Informationstechnik
    10 Thesen für eine datenschutzfreundliche Informationstechnik

    Der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, hat aus Anlass des gestrigen IT-Gipfels der Bundesregierung (zu dem er nicht eingeladen war) ein Thesenpapier zur datenschutzfreundlichen Gestaltung von Informationstechnik veröffentlicht. Das wäre wirklich eine Sache, die sich die Gipfelstürmer mal hinter die Ohren schreiben könnten. Deutschland hat im Bereich Datenschutz weltweit immer noch einen extrem guten Ruf und ist beim kürzlichen Ländervergleich von Privacy International sogar auf dem ersten Platz gelandet (ja – woanders scheint es noch schlimmer zu sein mit dem Ausbau des Überwachungsstaates). Sogar in den traditionell datenschutz-skeptischen USA wird immer lauter nach entsprechenden Maßnahmen gerufen, weil das Kundenvertrauen schwindet und ständig riesige Datenbanken offen rumstehen oder Laptops verloren gehen. Hier könnte man glaubwürdig und ohne großen Aufwand das Label „Made in Germany“ durch datenschutzfreundliche IT-Produkte und Dienste aufwerten.

    19. Dezember 2006 4
  • : EPD über das Radio von Morgen
    EPD über das Radio von Morgen

    Der Evangelische Pressedient (EPD) sucht das Radio von Morgen: Intermedial und crossaktiv – Wie der Hörfunk von morgen aussehen könnte.

    Denn die Nachfolgetechnologie DMB (Digital Multimedia Broadcasting) soll die vorhandene DAB-Infrastruktur, in die viel Geld investiert wurde, nutzen. Auch DVB‑H (Digital Video Broadcast Handheld), das auf DVB‑T aufsattelt und vornehmlich mit „Handy-TV“ in Verbindung gebracht wird, erweist sich als hörfunktauglich und vermag, ebenso wie DMB, neben Audio- auch Videosignale zu verarbeiten. Gleichfalls auf dem Handy, bislang allerdings nur auf wenigen Geräten der Marke Nokia, ist das so genannte UMTS-Radio zu empfangen, das sich breitbandigen Mobilfunk zunutze macht.

    Überdies steht mit DRM (Digital Radio Mondiale) ein weltweiter Digitalrundfunk für die Lang‑, Mittel- und Kurzwelle bereit, was aber selbst in Fachmärkten mit dem Digital Rights Management verwechselt wird. Und zu guter Letzt versucht man augenblicklich mit DXB (Digital Extended Broadcasting) in einem Modellversuch der Fraunhofer Gesellschaft, DMB und DVB‑T zu versöhnen. Niemand blickt noch durch. Alle bedauern es. Doch keiner vermag dem seltsamen Treiben Einhalt zu gebieten.

    18. Dezember 2006 1
  • : Island kurzfristig ohne Netz
    Island kurzfristig ohne Netz

    Ob das einen Geburtenanstieg gebracht hat, dürfte sich in neun Monaten rausstellen: Kabelbruch im Atlantik koppelt Island vom Internet ab.

    18. Dezember 2006
  • : Berichte vom IT-Gipfel der Bundesregierung
    Berichte vom IT-Gipfel der Bundesregierung

    Hier ist der Live-Stream von den öffentlichen Teilen (der nächste um 15:00). Phoenix wird um 17:00 berichten, u.a. von Merkels Rede und der Diskussion mit den Studenten.

    Die studentischen Podcasts vom Hasso-Plattner-Institut scheinen vor allem die Firmenbosse wiederzugeben und ansonsten ihr Institut zu vermarkten – es gibt massig Einträge mit dem Titel „HPI-Studenten richten ein persönliches Statement an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel“. Die Kanzlerin kommt allerdings selber erst am Mittag nach Potsdam.

    Heise berichtet von der Eröffnung. Angela Merkel hat offenbar nichts verpasst. Kurz die schlimmsten Highlights: Hasso Plattner (SAP) fordert Atomkraft für Serverfarmen und dass Reichtum als cool angesehen wird. Matthias Platzeck sagt, dass wir uns wieder „in den Fortschritt verlieben“ müssen. Bitkom-Präsident Willi Berchtold will Embedded Systems, Biometrie, IT-Services, mobiles Fernsehen und DRM, dazu von der Bundesregierung die „verstärkte Bereitstellung von Finanzmitteln“. Bei den Nenngrößen für die Branche nannte er „die Anzahl an Patenten“. Michael Glos will den Mittelstand fördern (der allerdings nicht eingeladen wurde).

    Die FSFE hat fix auf die DRM-Vorschläge der BITKOM reagiert.

    Nach den Grünen haben auch die anderen Oppositionsfraktionen im Bundestag das Thema jetzt entdeckt. Der Linkspartei-Abgeordnete Michael Leutert kritisiert,

    dass “ wieder mal nur ein elitärer Kreis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingeladen wurde“. Spätestens mit dem Erfolg von web 2.0 müsste auch der Bundesregierung klar sein, dass erfolgreiche Innovationen in der Informationsgesellschaft nicht durch eine Politik im kleinen Zirkel befördert werden.

    Die technologiepolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach, hält den IT-Gipfel für „reine Show“, ist sich aber offenbar nicht sicher, was man besser machen sollte. Einerseits wird der Gipfel als „Staatsaktivismus“ kritisiert, andererseits endet sie mit der Forderung, dass „der IT-Gipfel vor allem zu Vereinbarungen mit den Ländern und Kommunen über die Modernisierung der Schulen und Verwaltungen führen“ müsse.

    Die dpa-Meldung zum Gipfel geht ebenfalls kaum auf Inhalte ein. Erwähnt werden lediglich der Fachkräfte-Mangel in Deutschland, die geplante Milliardenföderung der Bundesregierung und die Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten. Zum letzten Punkt: Noch mehr Datenschützer beschweren sich darüber, dass sie nicht einbezogen wurden.

    Die Pressemitteilung der Bundesregierung ist noch inhaltsleerer: „Ziel ist es, den Technologie-Standort Deutschland zu stärken und die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen.“

    Die Welt geht kurz auf das Gezerre hinter den Kulissen im Vorfeld des Gipfels ein, „inwieweit politische Versäumnisse der Bundesregierung beim Namen genannt werden dürfen“, und schließt ganz trocken mit der Feststellung:

    Der IT-Gipfel findet am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam statt. Es ist das bisher einzige deutsche Uni-Institut, das sich vollständig privat finanziert. Möglicherweise ist dies das wichtigste Signal, das die Bundesregierung senden will.

    Ein konkretes Projekt wurde am Rande des Gipfels angekündigt: Angela Merkel plant einen einheitlichen Notruf 115 bei Behördenärger. Ob man da auch fragen kann, warum die Vorbereitung des IT-Gipfels so abgeschottet gelaufen ist und sich auf wenig innovative Themen bezieht?

    Ausserdem berichtet eine dpa-Meldung über die „Jugendschutz“-Erkenntnisse des von AOL gegründeten „Sicherheitsrates“, die heute morgen vorgetragen wurden und mal wieder technische Filterlösungen statt Erhöhung der Medienkompetenz vor sich her tragen.

    In eigener Sache: Neben Markus Beckedahl ist heute auch Olga Drossou zur Kritik der Zivilgesellschaft am Gipfel interviewt worden.

    Den schönsten Kommentar bringt übrigens die Financial Times Deutschland, die sich grundsätzlich mit dem „Gipfelchen“-Unwesen der deutschen Politik auseinandersetzt:

    Merkels Gipfelpolitik produziert nicht nur viele schöne Fototermine, sie setzt auch eine bereits unter ihrem Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) erprobte Herrschaftsmethode auf höherer Ebene fort. Während Schröder die Arbeit des Gesetzgebers an Kommissionen und runde Tische ausgliederte, lässt Merkel diese Aufgaben von Arbeitsgruppen und Elefantenrunden erledigen. Die Abgeordneten müssten eigentlich Sturm laufen gegen ihre schleichende Entmachtung. Entscheidungen werden nicht mehr im Parlament getroffen, sondern von der Regierung im Einvernehmen mit Lobbygruppen oder den Koalitionsspitzen. Die Abgeordneten dürfen die Beschlüsse der Spitzentreffen nur noch durchwinken. Eine „Krise des Parlamentarismus“ nannte der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, diesen Zustand treffend. Die Abgeordneten scheint es nicht zu stören, sie halten still.

    Update: Heise hat jetzt auch eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

    18. Dezember 2006 6
  • : Kritik an IT-Gipfel im Radio
    Kritik an IT-Gipfel im Radio

    Eben hat mich WDR5 zu unserer Kritik am IT-Gipfel der Bundesregierung interviewt. Das Gespräch wird wohl gegen 13:15h auf WDR5 und NDR1 übertragen und ist ca. fünf Minuten lang.

    18. Dezember 2006 5