Öffentlichkeit

Meinungs- und Pressefreiheit, Zensur, Menschenrechte, Whistleblowing, Transparenz, Öffentlichkeitswandel, Datenjournalismus und Open Data.

  • : EU-Parlament will Bürger schützen
    EU-Parlament will Bürger schützen

    Das EU-Parlament hat heute den Antrag „Entschließung des Europäischen Parlaments zu der SWIFT, dem Abkommen über Fluggastdatensätze und dem transatlantischen Dialog über diese Themen“ diskutiert und abgestimmt, der in der Version vom 7. Februar verlinkt ist. Es gab wohl noch kleine Änderungen an wenigen Punkten der Version. Die Futurezone weiss mehr: EU-Parlament will Bürger schützen.

    So hält das EU-Parlament alle bisherigen von Rat, Kommission und Privatunternehmen in Aussicht genommenen Lösungen für „nicht ausreichend“, die Daten der EU-Bürger zu schützen.
    […]
    Internationale Abkommen, die Weitergabe oder den Austausch von Daten betreffend, sind laut Auffassung des Parlaments unter uneingeschränkter Mitwirkung des Europäischen Parlaments und der nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten sowie des US-Kongresses auszuhandeln.
    […]
    „Es dürfen wirklich nur diese Daten übermittelt werden, die für die Bekämpfung des Terrorismus notwendig sind und E‑Mail-Adressen der Passagiere oder die Essensgewohnheiten an Board gehören bestimmt nicht dazu“, erklärt dazu der österreichische EU-Parlamentarier Harad Ettl [SPÖ] in einer Aussendung.

    14. Februar 2007 5
  • : Yahoo verkündet DRM-freie Musik bis Weihnachten
    Yahoo verkündet DRM-freie Musik bis Weihnachten

    Unsere DRM-Kritik wird langsam Mainstream. Yahoo verkündet mal wieder, dass DRM weg muss und prognostiziert DRM-freie Musik bis Weihnachten 2007. Damit soll Druck auf die Majors gemacht werden, endlich mal DRM aufzugeben: Yahoo-Manager rechnet mit Ende des digitalen Kopierschutzes.

    „Die Labels haben begriffen, dass DRM weg muss“, sagte Dave Goldberg der Tageszeitung USA Today. „Es ist nichts anderes als eine Steuer für Konsumenten digitaler Güter.“ Goldberg, ein erklärter Gegner der digitalen Rechtekontrolle, sieht die Anti-DRM-Bewegung auf einem guten Weg und schätzt, dass der Verzicht auf DRM die Verkaufszahlen um 15 bis 20 Prozent ansteigen lassen wird. Der CEO des erfolgreichen DRM-freien Musikanbieters eMusic, David Pakman, kann das nur bestätigen. Ohne Beschränkungen für die Nutzer und bei Zugang zu dem Gesamtrepertoire der Labels würden „die Verkaufszahlen explodieren“. Auch die Marktforscher sekundieren: Mit einem Verzicht könnte die Industrie aufhören, sich um Piraterie Sorgen zu machen, sich stattdessen auf den zahlenden Kunden konzentrieren und damit den Umsatzrückgang abbremsen.

    Da bin ich mal gespannt.

    14. Februar 2007 2
  • : Deutschlandradio über Musik ohne Kopierschutz
    Deutschlandradio über Musik ohne Kopierschutz

    Beim Deutschlandradio gibt es einen Beitrag zu „Musik ohne Kopierschutz“.

    Das Urheberrecht soll dafür sorgen, dass Musiker für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Deshalb gibt es Musik-CDs im Laden nicht kostenlos, und deshalb ist es meist illegal, Musik aus dem Internet herunterzuladen, ohne dafür zu bezahlen.

    Hier ist die MP3-Datei dazu.

    13. Februar 2007 1
  • : Die Politik von 24
    Die Politik von 24

    Im NewYorker findet sich ein Artikel zur TV-Serie 24: Whatever it takes – The politics of the man behind “24.”

    For all its fictional liberties, “24” depicts the fight against Islamist extremism much as the Bush Administration has defined it: as an all-consuming struggle for America’s survival that demands the toughest of tactics. Not long after September 11th, Vice-President Dick Cheney alluded vaguely to the fact that America must begin working through the “dark side” in countering terrorism. On “24,” the dark side is on full view. Surnow, who has jokingly called himself a “right-wing nut job,” shares his show’s hard-line perspective. Speaking of torture, he said, “Isn’t it obvious that if there was a nuke in New York City that was about to blow—or any other city in this country—that, even if you were going to go to jail, it would be the right thing to do?”

    Ich finde die Serie sehr spannend. Andererseits ist es schon zu offensichtlich, dass mit der Handlung auch Politik betrieben wird, die nicht in meinem Interesse ist. Mit entsprechender Medienkompetenz kann man schon Fiktion und Realität auseinanderhalten. Aber wieviele der Zuschauer können das noch?

    13. Februar 2007 7
  • : The Economics of Information Security
    The Economics of Information Security

    Ross Anderson und Tyler Moore haben ein zum Thema „The Economics of Information Security – A survey and open questions“ (PDF) veröffentlicht.

    The economics of information security has recently become a thriving and fast moving discipline. As distributed systems are assembled from machines belonging to principals with divergent interests, we find incentives becoming as important to dependability as technical design is. The new field provides valuable insights not just into ‘security’ topics such as privacy, bugs, spam, and phishing, but into more general areas such as system dependability (the design of peer-to-peer systems and the optimal balance of effort by programmers and testers), policy (particularly digital rights management) and more general security questions (such as law-enforcement strategy).

    13. Februar 2007
  • : Die britische Regierung rüstet im Copyfight massiv auf
    Die britische Regierung rüstet im Copyfight massiv auf

    Die britische Regierung rüstet im Copyfight massiv auf: New copyright police to increase raids and seizures in UK.

    The Government will fund 4,500 new copyright police to conduct raids from April. The move comes as the Department of Trade and Industry passes responsibility for copyright enforcement to Trading Standards Officers. As recommended by December’s Gowers Review of Intellectual Property, the DTI has granted Trading Standards Officers new powers under Section 107A of the Copyright, Designs and Patents Act 1988. It will also give £5m to law enforcement agencies to tackle copyright infringement. „From 6 April, there’ll be an additional 4,500 pairs of Trading Standards eyes watching counterfeiters and pirates,“ said Malcolm Wicks, Trade and Industry Minister. „This will mean more surprise raids at markets and boot sales, more intelligence, more prosecutions, and more criminals locked up.“

    Man stelle isch mal vor, die GVU würde vom Staat 4500 neue Mitarbeiter gestellt bekommen…

    13. Februar 2007 1
  • : Was bedeutet die BGH-Entscheidung gegen die Online-Durchsuchung?
    Was bedeutet die BGH-Entscheidung gegen die Online-Durchsuchung?

    Telepolis hat ein Interview mit Sönke Hilbrans, dem Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Datenschutz zur BGH-Entscheidung über Online-Durchsuchungen: Kein Erfolg für die Bürgerrechtsbewegung.

    Viele Politiker, allen voran Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, interpretieren das Urteil in erster Linie als Aufforderung, jetzt so schnell wie möglich die gesetzliche Grundlage für die heimliche Internetüberwachung zu schaffen. Kann man die Entscheidung so lesen?

    Sönke Hilbrans: Der Senat deutet immerhin an, dass er eine Online-Durchsuchung nicht für einen trivialen Eingriff hält. Und das ist auch richtig, weil sie heimlich ist, weil sie den Zugriff auf Kommunikationsinhalte ebenso erlaubt wie den Zugriff auf Daten, die nie für Dritte bestimmt gewesen sind. Das Vertrauen der Betroffenen in die Unverletzlichkeit ihrer Privatsphäre wird in einem Bereich in Frage gestellt, in dem sich die Betroffenen gerade nicht – wie im Telefon- oder Mailverkehr – der Hilfe von Providern bedienen oder sich sonst bewusst dem Risiko aussetzen, beobachtet zu werden. Der Gesetzgeber kann also bei seinem Versuch, die Maßnahme verfassungsgemäß zu regeln, durchaus erneut scheitern, wenn es ihm nur darum gehen sollte, jetzt schnell die fehlende Rechtsgrundlage für die heimliche online- Durchsuchung zu schaffen.

    Ein erneuter Gang vor das Bundesverfassungsgericht ist also wahrscheinlich?

    Sönke Hilbrans: Es bleibt dem Gesetzgeber unbenommen, ein Gesetz zu erarbeiten, das über jeden verfassungsrechtlichen Zweifel erhaben ist. Das ist ihm in letzter Zeit selten gelungen. So ist es gut möglich, dass ein solches Gesetz sich der verfassungsgerichtlichen Prüfung stellen muss.

    Ansonsten versucht Brigitte Zypries derzeit, ihrer Aufgabe als Justizministerin mal nachzukommen und einen Gegenpol zu Wolfgang Schäubles Überwachungsfantasien zu bilden: Bundesjustizministerin lehnt Online-Durchsuchungen ab.

    Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat gegen die von ihrem Kabinettskollegen Wolfgang Schäuble (CDU) angestrebte heimliche Online-Durchsuchung von Computern schwere rechtliche Bedenken vorgebracht. „Das staatliche Eindringen in Festplatten hat eine besondere Qualität“, sagte Zypries laut dpa beim 10. Europäischen Polizeikongress in Berlin. Der Staat würde dadurch virtuell und heimlich in eine Wohnung eindringen. Nach Ansicht von Zypries muss zunächst zudem geprüft werden, ob man Online-Durchsuchungen überhaupt braucht.

    Update: Vom Polizeikongress gibt es noch einen Anschlussartikel bei Heise: Online-Durchsuchung: „Tor für Hacker“ vs. „unerlässliches Werkzeug“.

    Anders als bei der LKW-Maut, deren Daten zur Fahndung fertig vorliegen würden und nach Zypries durchaus von der Polizei genutzt werden sollten, lägen die Daten bei der Online-Durchsuchung nicht vor. Daher stelle sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel, wenn ganze Festplatten kopiert oder durchsucht werden. Außerdem sei die Unverletzlichkeit der Wohnung in Gefahr: „Wir kriegen mit dieser Maßnahme einen technischen Zielkonflikt, den jeder IT-Spezialist bestätigen kann. Wer ein Tor einbaut und durch dieses Tor in den PC geht, der hat auch ein Tor für Hacker eingebaut“, erklärte Zypries.

    Spiegel: Die Mär vom „Bundestrojaner“

    Das BKA arbeitet bereits an den technischen Voraussetzungen zum Einsatz von Späh-Programmen. Experten zweifeln allerdings an deren Tauglichkeit in der Praxis.

    Hier wird in der Zeit niedrigschwellig erklärt, wie Polizisten theoretisch auf Computer zugreifen könnten: Zugriff der Hacker.

    Einen ausführlichen Pressespiegel zur BGH-Entscheidung gibt es hier.

    13. Februar 2007 5
  • : Klassentreffen des Internet Governance Forum in Genf
    Klassentreffen des Internet Governance Forum in Genf

    In Genf findet gerade ein Nachfolgetreffen zum ersten Internet Governance Forum statt. Ralf ist vor Ort und ich hoffe, er findet noch Netz zum bloggen. Monika Ermert hat für Heise schon einen Übersichtsartikel verfasst: Widersprüchliche Konzepte für das Internet Governance Forum.

    Die „Dynamic Coalition on Privacy“, unterstützt unter anderem von der französischen Regierung, Microsoft, Cisco und deutschen Datenschützern des Unabhängigen Landeszentrums für den Datenschutz (ULD), vereinbarte, Thesenpapiere zu den Themen Datenschutz und Identität, Datenschutz und Entwicklungspolitik sowie Datenschutz und Meinungsfreiheit zu verfassen. Beim Treffen in Rio will man den Datenschutz in den globalen Netzen ganz oben auf der Agenda platzieren. Man wolle in den kommenden Monaten vor allem auch den Kontakt zu Regierungsvertretern aus dem Bereich innere Sicherheit suchen, erklärte Ralf Bendrath von der Universität Bremen, einer der Initiatoren der Koalition, die sich als eines der ersten erfolgreichen Projekte des IGF-Prozesses erweisen könnte.

    Passend dazu schreibt Wolfgang Kleinwächter auf Telepolis über die Initiativen nach dem WSIS-Prozess: 2015 soll die Hälfte der Menschheit online sein.

    Als im November 2005 in Tunis der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (WSIS) beendet wurde, schien es zunächst so dass den beteiligten Akteuren die Luft ausgegangen war. Nachdem man sich darauf geeinigt hatte, bis zum Jahr 2015 die Hälfte der Menschheit online zu bringen und ein neues Internet Governance Forum (IGF) zu schaffen, zog erst einmal Ruhe ein. Nun aber kommt wieder Bewegung in den WSIS-Prozess. Es gibt immer mehr Baustellen, um mit konkreten Initiativen die Beschlüsse von Tunis umzusetzen.

    13. Februar 2007 1
  • : Internet nach Turkmenistan?
    Internet nach Turkmenistan?

    Das Regime von Turkmenistan erlaubt wohl zukünftig, dass die staatliche Telefongesellschaft Internetcafes in dem Land errichten udn betreiben darf. Bisher sind diese verboten, ebenso wie eine private Internetnutzung zuhause: Internet statt Demokratie.

    Einen genauen Zeitplan gab der Sprecher nicht bekannt. Aber allein die Ankündigung gilt als Anzeichen eines vorsichtigen politischen Öffnungsprozesses, der nach dem Tod des autokratischen Gewaltherrschers Saparmurat Nijasow im vergangenen Dezember eingesetzt hat. Gurbanguly Berdymuchammedow, der Interimspräsident und voraussichtliche Sieger der Präsidentschaftswahl vom Sonntag, war mit dem Versprechen angetreten, mehr Bürgern des Landes Zugriff auf das Internet zu erlauben.

    Mehr zur Situation in Turkmenistan gibt es bei den Reportern ohne Grenzen.

    13. Februar 2007
  • : Bayern2: Trojanisches Pferd auf dem Schreibtisch
    Bayern2: Trojanisches Pferd auf dem Schreibtisch

    Bei Bayern2 gab es ein „Tagesgespräch“ mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Peter Schaar: Das Trojanische Pferd auf dem Schreibtisch: Trauen Sie Ihrem Computer? (MP3). Die Sendung wurde am 5.2. ausgestrahlt, ist ca. eine Stunde lang und der Wiefelpütz wird auch zugeschaltet. Weitergehende Infos finde ich jetzt nicht zur Sendung.

    11. Februar 2007 3
  • : Rabenhorst im Interview
    Rabenhorst im Interview

    Bei Gulli gibt es den ersten Teil eines ausführlichen Interviews mit Kai Raven: Wenn du das Interview liest, wirst du nie wieder ruhig schlafen.

    Der Rabenhorst ist seit Jahren eine Institution: Informationen und FAQs zum Thema Datenschutz, Privatsphäre, Überwachung und den notwendigen Handwerkszeugen, wenn man angesichts eines immer schnüffelfreudigeren Staats und einer ebensolchen Wirtschaft die Dinge selbst in die Hand nehmen will. Warum Hoffnung Mangel an Information ist und man nicht wieder ruhig schläft, wenn man sein Blog liest, wird eines der Themen des Interviews sein, Rat und Tat für die Zukunft folgt morgen.

    Sehr empfehlenswert.

    Update: Hier ist Teil2.

    11. Februar 2007
  • : So wird in China zensiert
    So wird in China zensiert

    Bei der Peking Duck gibt es einen erhellenden Artikel über eine an die Öffentlichkeit gelangte Mail, die thematische „no-nos“ für die Berichterstattung über China formuliert: How not to report the news in China. Zur Einstimmung aus dem Kommentar von Jonathan Ansfield, dem die Mail zuerst zugekommen war:

    The floodgates are open. The ground rules have softened. But not all the correspondents coming to China ahead of the Olympics can take full advantage. In October last year, the Foreign Desk editor of one media outlet emailed the following memo to his Greater China staff.

    Hier die Mail:

    Subject: China Stories
    Importance: High
    Sensitivity: Confidential

    Hi All,

    I’m sure it is no surprise to all of you that XXX’s landing in China comes with several trade-offs. It was sometime ago (January) that we last talked about these issues. I know each of you has your own beliefs and perspective about what we report – but there is a channel position.

    So let me take this opportunity to remind all of you (editors, producers and correspondents) of three areas that are „off-limits“.

    1) Falungong – everything from stories about protests to showing their mike collar at press conferences
    2) Tiananmen – it has been 16 years, there is no need to link news stories to this, and no need to use phrase „massacre/crackdown“
    3) Long Hair – we do not run footage of, or sound bites from, [HK political activist] Leung Kwok Hung, especially wearing his Che Guevera T‑shirt

    These are specific no-nos and to me this makes them easier to avoid. […]

    Das ist aus der China Digital Times entnommen, nüchtern „Trade-Offs of China Entry“ betitelt. Schlußformulierung: „Appreciate if this email is not forwarded to anyone.“ Zu spät.

    Eigentlich ist diese Mail/ihr Inhalt wenig überraschend. Jetzt müssten wir noch erfahren, welche große (amerikanische) News-Firma das intern vorgegeben hat: CNN? MSNBC? Fox? Gute Ideen sind gefragt, und Anonymisierungstools und ‑proxys.

    11. Februar 2007 1
  • : Der Fehlpass im Tagesspiegel
    Der Fehlpass im Tagesspiegel

    Dre Tagesspiegel berichtet über den ePass: Der Fehlpass.

    Fälschungssicher, Missbrauch ausgeschlossen: die Worte des Staates bei der Einführung des elektronischen Ausweises. Er hat unrecht.
    […]
    Für das Innenministerium nicht. Wenn ein Bürger dort anruft und nachfragt, bekommt er zum Beispiel Annette Ziesig an den Apparat. Sie ist eine der Sprecherinnen, zuständig für Fragen zum E‑Pass. Sie sagt: „Machen Sie sich keine Sorgen“, und: „Bevor ich einen E‑Pass auslesen kann, muss ich ihn erst einmal aufklappen.“ Um einen Chip erfolgreich scannen zu können, brauche man ja den Code aus Passnummer, Geburtsdatum und Ablaufdatum. „Wenn ich den Pass meinem Nachbarn in der U‑Bahn nicht zeige, kennt der diese Daten auch nicht“, sagt Annette Ziesig. Das sei das eine.

    Das andere: „Sie können mit den Daten auf dem Chip doch gar nichts anfangen. Die ausgelesenen Informationen sind wertlos.“ Selbst wenn sich der Chip unbemerkt scannen lässt, warum sollte sich ein Verbrecher die Mühe machen? „Bilder bekomme ich schließlich auch bei Google“, sagt Annette Ziesig – womit sie so lange recht hat, bis ein Schwarzmarkt für biometrische Fotos entsteht.

    10. Februar 2007 2
  • : Wurden Deine Youtube-Videos von Viacom gelöscht?
    Wurden Deine Youtube-Videos von Viacom gelöscht?

    Die US-Firma Viacom hat von Youtube wegen Copyright-Verletzungen die Löschung von ca. 100.000 Videos verlangt. Dabei sollen auch Videos entfernt worden sein, die rechtlich legal waren: Unfairly Caught in Viacom’s Dragnet? Let Us Know!

    Well, with its 100,000 DMCA takedown notices aimed at YouTube users, now it’s Viacom that is netting its share of dolphins. Among the 100,000 videos targeted for takedowns was a home movie shot in a BBQ joint, a film trailer by a documentarian, and a music video (previously here) about karaoke in Singapore. None of these contained anything owned by Viacom. For its part, Viacom has admitted to „no more than“ 60 mistakes, so far. Yet each mistake impacts free speech, both of the author of the video and of the viewing public.

    Die EFF sucht jetzt nach weiteren Opfern, um die Zahl von 60 unnötig gelöschten Videos zu widerlegen. Und nutzt dazu einen kurzen Video-Clip bei Youtube, um weitere Fälle zu finden:

    9. Februar 2007 4
  • : Die trojanische Kriegserklärung
    Die trojanische Kriegserklärung

    Die Taz hat einen grossartigen Artikel zum Bundestrojaner. In elf Punkten wird erklärt, wie das technisch funktionieren könnte, wer betroffen ist und was man dagegen machen kann: Die trojanische Kriegserklärung.

    5. Ich will den Spitzeln wenigstens das Leben schwer machen. Geht das?

    Ja. Am besten Sie beseitigen auf Ihrem Computer schleunigst die Windows-Monokultur.[…]

    9. Meine WG teilt sich einen WLAN-Anschluss. Falls die Polizei meinen Mitbewohner verdächtigt, ist mein Computer dann auch dran?

    Wahrscheinlich schon. Beim Provider ist nur ein Anschluss registriert und der würde auch infiltriert. „Vom Internet aus gesehen, haben Computer, die einen Anschluss benutzen, dieselbe Adresse“, sagt Christian Riedel, „also würde der Trojaner wohl in alle angeschlossenen Geräte hineingesetzt.“

    11. Klingt wie übelste Science-Fiction. Offensichtlich hilft keine Technik wirklich dagegen. Was dann?

    Wenn Sie sich schützen wollen, müssen Sie doch mal politisch aktiv werden. CCC-Fachmann Baumgart rät: „Das Einzige, was wirklich hilft, ist Druck auf die Abgeordneten im Bundestag zu machen, dass sie diesem umfassenden Angriff auf die Bürgerrechte nicht zustimmen.“

    9. Februar 2007 14
  • : Taz-Interview mit Wolfgang Schäuble
    Taz-Interview mit Wolfgang Schäuble

    Die TAZ hat ein ausführliches Intervie wmit Wolfgang Schäuble zu allen möglichen Themen: „Terroristen sind auch klug“.

    Soll es solche Onlinedurchsuchungen künftig fünfmal im Jahr geben oder 50.000-mal?

    Das hängt davon ab, wie sich die Internet- und Computernutzung entwickelt. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, welche Bedeutung das Internet heute hat? Da will ich mich nicht festlegen. Und natürlich hängt die Antwort auch davon ab, bei welchen Straftaten die Methode angewandt werden darf.

    Wofür plädieren Sie?

    Als Innenminister, der für die Sicherheit dieses Landes zuständig ist, bin ich natürlich für einen weiten Anwendungsbereich. Die Justizministerin, Frau Zypries, ist da zurückhaltender. Da sind wir noch etwas auseinander. Aber wir sind ja erst am Anfang der Diskussionen.
    […]
    Und was sagen Sie zum Vorwurf, dass der Staat bei der Vorratsspeicherung ins Blaue hinein gewaltige Datenmengen über das Kommunikationsverhalten der ganzen Bevölkerung sammelt?

    Letztlich geht es immer um die Abwägung zwischen Freiheit und Sicherheit. Die Datenschützer sind ja nicht moralisch höherwertig, weil sie mehr Gewicht auf die Freiheit legen. Und ich bin kein schlechterer Mensch, weil ich mehr Gewicht auf den Schutz vor Verbrechern lege.

    8. Februar 2007 19
  • : Kehrtwende bei Apple: iTMS bald ohne DRM?
    Kehrtwende bei Apple: iTMS bald ohne DRM?

    Steve Jobs denkt laut darüber nach, DRM fallenzulassen, da es nicht funktioniere:

    The third alternative is to abolish DRMs entirely. Imagine a world where every online store sells DRM-free music encoded in open licensable formats. In such a world, any player can play music purchased from any store, and any store can sell music which is playable on all players. This is clearly the best alternative for consumers, and Apple would embrace it in a heartbeat. If the big four music companies would license Apple their music without the requirement that it be protected with a DRM, we would switch to selling only DRM-free music on our iTunes store. Every iPod ever made will play this DRM-free music.

    Jobs weist natürlich eine Mitschuld seitens Apple von sich, fordert aber die Verbraucher dazu auf, sich gegen DRM stark zu machen:

    Much of the concern over DRM systems has arisen in European countries.  Perhaps those unhappy with the current situation should redirect their energies towards persuading the music companies to sell their music DRM-free.  For Europeans, two and a half of the big four music companies are located right in their backyard.  The largest, Universal, is 100% owned by Vivendi, a French company.  EMI is a British company, and Sony BMG is 50% owned by Bertelsmann, a German company.  Convincing them to license their music to Apple and others DRM-free will create a truly interoperable music marketplace.  Apple will embrace this wholeheartedly.

    Steve Jobs – Thoughts on Music

    7. Februar 2007 7
  • : J!Cast 26 Media-bloed – Was darf Satire
    J!Cast 26 Media-bloed – Was darf Satire

    Der J!Cast-Podcast mit der Nummer 26 beschäftigt sich mit dem Thema „Media-bloed – Was darf Satire?

    Ein Blogger veröffentlicht auf seiner Seite eine bissige Parodie auf die agressive Werbung des Media-Markts und erntet damit prompt eine Abmahnung und schließlich eine einstweilige Verfügung des Gerichts.
    Doch wird durch die Satire tatsächlich die Marke „MediaMarkt“ verunglimpft? Welche Rolle spielt dabei das Unternehmenspersönlichkeitsrecht und welche Parallelen zum allgemeinen Persönlichkeitsrecht lebender Personen gibt es? Kann die agressive Werbung des MediaMarkts die Maßstäbe einer Rechtsgüterabwägung beeinflussen?

    Gast der Sendung ist Rainer Utz, Rechtsanwalt und wissenschaftlicher Mitarbeiter am ITM und als neuer Mitarbeiter unterstützt ab jetzt Manfred Witzke den Podcast mit Hintergrundinformationen.

    Hier ist die ca. neun MB grosse MP3.

    6. Februar 2007 1
  • : Safer Internet Day 2007
    Safer Internet Day 2007

    Heute ist wieder der „Safer Internet Day“, ausgerichtet von der Europäischen Union.

    Tagesschau.de: „Viele verhalten sich noch unsicher“.

    Jugendschützer Friedemann Schindler sieht die größten Risiken für Kinder derzeit in Chats. Wie im Straßenverkehr müssten Kinder auch beim Surfen erst die Regeln kennenlernen, um sich sicher zu bewegen. Schindler ist Leiter von Jugendschutz.net, einer Initiative der Bundesländer. Sie informiert im Internet, in Broschüren und auf Veranstaltungen über Gefahren für junge Surfer und wie Eltern und Pädagogen helfen können, diese zu vermeiden.

    Tagesschau.de: „Das Netz kann nicht so einfach kontrolliert werden“

    „Das Internet ist nur ein Abbild der Gesellschaft“, sagt Frank Rosengart. Er vertritt den Chaos Computer Club (CCC). Die kritischen Computerspezialisten haben die Fragen von tagesschau.de per E‑Mail erhalten und auf ihrer Mailingliste die Antworten diskutiert. Kinder gehören im Netz unter Aufsicht – dieser Meinung ist auch der CCC. Der richtige Umgang mit dem Netz müsse ihnen erst beigebracht werden – allerdings „nicht von Leuten, die ihren Computer gerade einmal als Schreibmaschine benutzen.“

    Telepolis: EU lässt für ein sicheres Internet trommeln

    Kinder und Jugendliche sollten vor Gewaltdarstellungen und Pornographie in den Medien bewahrt werden. Trotzdem haben sie Zugang zu Killerspielen und Sexseiten im Internet. Es ist auch nichts Neues, dass Pädophile das Internet zur Kontaktanbahnung mit Minderjährigen suchen. Seit 2002 versuchen Initiativen einmal im Jahr Kinder und Erziehungsberechtigte zu sensibilisieren. „Safer Internet Day“ heißt die Veranstaltung und will mehr als eine reine Alibiveranstaltung.

    6. Februar 2007 1
  • : iRights: Gesetzesentwurf zum stärkeren Schutz geistigen Eigentums
    iRights: Gesetzesentwurf zum stärkeren Schutz geistigen Eigentums

    Bei iRights.info gibt es einen Überblick zum „Gesetzesentwurf zum stärkeren Schutz geistigen Eigentums“.

    Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz geistiger Eigentumsrechte verabschiedet. Wichtige inhaltliche Änderungen sind die Höhe von Abmahnkosten bei Urheberrechtsverletzungen, der zivilrechtliche Auskunftsanspruch und die Berechnung der fiktiven Lizenzgebühr als Grundlage des Schadensersatzes.

    5. Februar 2007