Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Freies Wissen als Schulphilosophie
    Freies Wissen als Schulphilosophie

    Auch im Bereich Bildung ist Großbritannien mal wieder ein Stück weiter: Am Londoner Ravensbourne College gibt es jetzt die School of Computing for the Creative Industries. Die Schüler sollen nicht nur auf Leben und Arbeit in der digitalen Welt vorbereitet werden, sondern bekommen gleichzeitig auch die Philosophie rund um Open Source und freies Wissen nahegelegt. Alle Unterrichtsmaterialien werden zudem unter Creative-Commons-Lizenzen veröffentlicht:

    Although we recognise an important role for trade secrets and proprietary knowledge, the School also recognises that open standards – and open source solutions – have been instrumental in the rapid growth and enduring success of the internet. Furthermore, we recognise that appropriation and reuse – rip, mix, and burn – are central to the progress of innovation in digital technology and the creative industries. A balanced view of intellectual property, therefore, recognises the crucial role of open source solutions and a „creative commons“.

    […]

    The School of Computing for the Creative Industries will release its learning materials under a Creative Commons license to ensure their widest possible dissemination and use. Technical facilities in the School will be built on open source platforms. We will support students who wish to release projects under free and open source licenses.

    (via BoingBoing)

    24. Juli 2005
  • : BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb
    BBC-Backstage Entwickler-Wettbewerb

    Das BBC Backstage Developers Network hat einen Wettbewerb gestartet, um neue Anwendungen rund um die freigegebene APIs zu entwickeln: BBC opens TV listings for ‚remix’

    „We want people to innovate and come up with prototypes to demonstrate new ways of exploring the BBC’s TV schedule,“ backstage.bbc.co.uk project leader Ben Metcalfe told the BBC News website. „We have some ideas: people might want to combine schedules with web search services, like del.icio.us.“

    Heute startet übrigens BBC Backstage offiziell. Und ich bin neidisch. Ich will auch innovative öffentlich-rechtliche Medien in Deutschland haben. Dafür zahle ich dann auch gerne Rundfunkgebühren oder eine Mediengebühr.

    23. Juli 2005
  • : Cory Doctorow im BBC-Interview
    Cory Doctorow im BBC-Interview

    Die BBC berichtet in einer Interview-Serie über „digitale Bürger“. Aktuell ist das Interview mit Cory Doctorow von BoingBoing und der Eletcronic Frontier Foundation über DRM, Copyright und die Arbeit der EFF: Digital Citizens: The activist.

    „A little bit of copyright goes a long way. The idea that copyright should control how technology works rather than technology setting how copyright works is a really fundamentally broken one,“ said Mr Doctorow.

    „The thing that’s really different in the digital world is not that copyright is rupturing under the onslaught of new technology. It’s that we are treating that like it’s a crisis.

    „Instead of that, it’s just another signal that it’s time to update copyright.“

    Das Quiz „Are you a digital citizen?“ halte ich für etwas misslungen. Da werden teilweise Firmengründer und Marken abgefragt.

    23. Juli 2005
  • : Nachrichtenüberblick 23.07.
    Nachrichtenüberblick 23.07.

    Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) hat 1000 geförderte Wissenschafter zu Open Access befragt und die Ergebnisse der Befragung als Studie veröffentlicht. Richard Sietmann hat für Heise darüber geschrieben: DFG legt Studie zu Open Access vor

    Insgesamt zeigte sich in der Umfrage eine deutliche Unterstützung für das Open-Access-Konzept. Gut zwei Drittel der Befragten sehen darin einen Beitrag zur Verbesserung des Zugangs zu wissenschaftlichen Erkenntnissen; etwa der gleiche Anteil glaubt, dass sich die Publikationslandschaft durch Open Access nachhaltig verändern wird.

    Die USA wollen zusammen mti den anderen westlichen Staaten (u.a. Deutschland) keine Developing Agenda bei der WIPO unterstützen, wie Monika Ermert in dem Artikel „USA gegen entwicklungspolitische Ausrichtung der WIPO“ auf Heise schreibt.

    Ein Kindheitstrauma von mir wurde gestern 20: Der Amiga. Das war die Zeit, wo alle jungen Menschen vom C64 auf den Amiga umstiegen, bzw. wenige den Atari ST bevorzugten. Und ich dürfte weiterhin den XT meines Vaters mitbenutzen, einen 8088er mit ganzen 4,77 MHZ, zwei 360 KB Diskettenlaufwerken und vier Farben CGA-Grafik. Ganz ohne Multimedia-Schnickschnack. Dafür konnte man damals noch aus verschiedenen Betriebssystemen auswählen. MS-DOS 2.0, Concurrent DOS, CP/M… Mein Vater sah leider nicht ein, wozu man einen Amiga brauchte, wenn man einen PC hatte. Im Nachhinein stiegen dann alle vom Amiga auf PCs um. Ich hätte trotzdem gerne einen gehabt.

    Sind wir eigentlich wieder im Gestern angelangt? Der Spiegel berichtet, dass die Polizeibehörden in Bayern, Thüringen und Nordrhein-Westfalen mit einer Software ein spezielles Register für Schwulen und Lesben angelegt haben. Darin wurden u.a. typische Treffpunkte als „potentielle Tatorte“ klassifiziert. Bayern und NRW haben zumindest jetzt die Tatorte mal gesperrt. Die spinnen ja wohl!

    Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) und seine Kollegen scheinen zu übersehen, dass 1994 der Homosexuellenparagraf gänzlich gestrichen worden ist. Bei der Eingabe von Ermittlungsergebnissen in die Systeme „IGVP“ und „PVP“ kann die Polizei die jeweiligen Fälle und die beteiligten Personen der Kategorie „homosexuell“ zuordnen. Mit dem Kürzel *omosex* ist es den Ermittlern möglich, sämtliche entsprechenden Datensätze abzurufen, einschließlich der Personalien der gespeicherten Personen.

    Die USA haben jetzt einen Anti-Piracy Chief: Kampf gegen die globale Piraterie

    Hinter diesem Schritt der US-Regierung könnte nicht nur der Druck der Wirtschaft und der Versuch stehen, China ins Blickfeld zu rücken, sondern auch das wachsende Handelsdefizit, das letztes Jahr auf über 600 Milliarden Dollar angewachsen ist. Mehr und mehr beruht der Export der amerikanischen Industrie auf Produkten des geistigen Eigentums, auf Filmen, Musik oder Software und auf Patenten zur Herstellung anderer Güter. Israel als Koordinator soll nun wohl Strategien ausbrüten, wie Druck auf Regierungen ausgeübt werden kann, um das amerikanische geistige Eigentum besser zu schützen und damit auch die Zirkulation von Information und Wissen einzuschränken.

    23. Juli 2005 1
  • : Ist Social Software nur ein Hype?
    Ist Social Software nur ein Hype?

    Steve Rubel von Micropersuasion hat seine 10 Trends für die nächsten 10 Jahre geschrieben. Darauf aufbauend hat Mario Sixtus in seinem Blog eine schöne Zusammenfassung geschrieben. Und er widerspricht allen, die behaupten, dass Social Software yet another Hype ist.

    Steve mag mit dem einen oder anderen Punkt Recht oder Unrecht haben: Die generelle Entwicklungsrichtung hat er jedenfalls präzise skizziert. Es geht um eine Machtverschiebung von oben nach unten. Von Revolution zu reden ist noch viel zu niedrig gestapelt. Alte Medien verlieren ihre Agenda-Setting-Power und noch vielmehr: die Deutungshoheit. Nach der Musikindustrie werden noch etliche andere alten Wirtschaftsmächte die Kraft der Vernetztheit zu spüren bekommen (Habe ich schon erwähnt, dass demnächst das TV dran ist?). Sie werden sich neue Modelle einfallen lassen müssen oder einfach ihren Laden abschließen. Klar: Sie werden zuvor Horden von Juristen mobilisieren, aber das verzögert so einen Umbruch nur unmerklich. Auch politisch wird es zwangsläufig ein paar Eruptionen geben: Die scheinbar Mächtigen, also Politiker, hören bekanntlich gerne auf die wirkliche Macht, die Wirtschaft. Künftig werden sie also mehr auf die Menschen hören müssen, wenn es ihnen nicht so gehen soll, wie der Musikindustrie.

    23. Juli 2005 1
  • : Nachrichtenüberblick 22.07.
    Nachrichtenüberblick 22.07.

    Gestern fiel der Nachrichtenüberblick leider aus, da ich mal nach Köln musste.

    NINJAM ist eine coole freie Software (GPL), die es ermöglicht, übers Netz verteilt in einem kollaborativen Prozess Musik zu machen. Als Basis dienen die Creative Commons Lizenzen. Es gibt ein Directory, wo Stücke gehostet werden. Werde darüber zu einem späteren noch ausführlicher schreiben. Sieht auf jeden Fall spannend aus.

    Am Sonntag um 22:30h wird in der ORF Radiosendung Matrix das Linux-Hotel in Essen vorgestellt. Wird leider nur in Österreich über Radio ausgestrahlt. Aber auf der ORF-Seite soll es auch einen Live-Stream geben.

    Politik-Digital hat das Nichtwählerforum www.ich-gehe-nicht-hin.de vorgestellt. Dort können Bürger begründen, weshalb sie nicht an der Wahl teilnehmen wollen. Als Vorbild dient die Seite notapathetic.com von der englischen Organisation MySociety.org.

    Spiegel-Online berichtete gestern ausführlich über die geplante Vorratsdatenspeicherung: „Meinungsfreiheit ist massiv gefährdet“

    Außerdem sei „weitgehend ungeklärt“, so Schaar, „welche Daten zu welchem Zweck und wie lange“ gespeichert werden sollen. Wären nicht nur Verbindungs‑, sondern auch Nutzungsdaten betroffen, also beispielsweise Informationen darüber, auf welchen Websites sich ein Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgehalten hat, wären „nicht nur der Datenschutz, sondern auch die Meinungsfreiheit massiv gefährdet.“ Dies ginge in Richtung „Vollerfassung des Verhaltens unschuldiger Bürger“ und wäre „ohne Beispiel“, so Schaar.

    Toller Service vom Heise-Verlag: Das Gerichtsverfahren Heise vs. Musikindustrie, über die Fragen, ob man Links zu Seiten wie AllofMP3 oder Kopierschutzumgehungssoftware setzen darf, wird jetzt ausführlich dokumentiert. Interessierte können einen umfassenden Überblick über das wichtige Gerichtsverfahren erhalten.

    Kennt jemand noch Google’s Orkut? Letztes Jahr war das der Renner, bzw. die erste Applikation, die zeigte, wo Social Networking Software hingehen kann. Mit einer zunehmenden Popularität wurde es allerdings langweilig, bzw. echt langsam, so dass ich den Spass verlor. OpenBC ist jetzt der Standard in Deutschland, was aber nicht ganz soviel Spass macht wie Orkut (früher). Seit heute ist Orkut wieder in vielen Medien. Nicht weil es jetzt schneller ist und mehr Funktionalitäten hat, sondern weil der Dienst in Brasilien als Drogenumschlagplatz genutzt wurde. Neben Brasilien ist Orkut vor allem in der iranischen Jugend sehr verbreitet.

    Die dritte WIPO Developing Agenda – Runde in Genf ist zu Ende gegangen. Karsten hat noch einige Berichte geschrieben, u.a. über das „Horse trading behind closed doors“. So wird Diplomatie auf internationaler Ebene beschrieben, wenn Observer nicht mehr an der Runde teilnehmen dürfen und hinter verschlossenen Türen die unterschiedlichsten internationalen Abkommen wie bei einem Pferdehandel beschlossen werden.

    Es gibt einen Richtlinienvorschlag der EU-Kommission für eine europaweite Vorratsdatenspeicherung. Bei EDRi findet sich eine eingescannte Version (2,2MB PDF).

    Innerhalb eines Wochenende wurde Harry Potter von einer Community ins Deutsche übersetzt. Telepolis beschreibt den kollaborative Prozess.

    22. Juli 2005 1
  • : WIPO: Common Public Interest NGO statement
    WIPO: Common Public Interest NGO statement

    Mehr als 100 NGOs, darunter auch das Netzwerk Neue Medien, haben bisher ein gemeinsames Statement für eine Reform der WIPO unterzeichnet, indem die Position der Group of Friends of Development /3,3MB PDF) unterstützt wird.

    Die Hauptforderungen sind dabei:

    * the development dimension should be present in all of WIPO’s work
    * a treaty on Access to Knowledge (A2K for short) should be considered
    * an independent WIPO Evaluation and Research Office (WERO) should be set up to monitor WIPO’s work
    *there should be clear principles and guidelines for the technical assistance programme

    It also demands that WIPO’s norms and practices should be reviewed. Here, special attention should be given to:

    * the respective costs and benefits of copyright, patents and trademarks
    * the fact that patents, copyright and trademarks are not ends in themselves, but rather tools to foster the common good
    * the issue that there can be no „one size fits all“-solutions
    * the flexibilities built into copyright and patent laws
    * greater transparency of WIPO and its work

    [via Inside, wide-eyed]

    20. Juli 2005
  • : Podsafe music network startet
    Podsafe music network startet

    Der Podcasting-Pionier Adam Curry hat heute die Beta-Version eines neuen Dienstes namens „Podsafe music network“ vorgestellt. Alle Musiker, die Interesse haben, können ihre eigenen Songs in eine grosse Bibliothek hochladen, wenn sie sich bereit erklären, dass ihre Musik kostenlos genutzt werden kann. Podcasting-Produzenten können aus diesem Archiv Musik für Podcasts nutzen. Dazu können Nutzer kollaborativ ein Ratingsystem nutzen und die Musik bewerten. 800 Songs sollen jetzt schon zum Start zur Verfügung stehen.

    20. Juli 2005 2
  • : Wikimania 2005 in Frankfurt
    Wikimania 2005 in Frankfurt

    Eine grossartige Konferenz, die in den Medien leider bisher wenig Beachtung findet, wird die Wikimania 2005 werden. Die erste internationale Wikimedia Konferenz wird in Frankfurt am Main, Deutschland vom 4. bis 8. August 2005 stattfinden.

    Wikimania ist eine einzigartige Gelegenheit, die Leute zu treffen, die an „vorderster Front“ in den Wikimedia-Projekten arbeiten. Prominente Vertreter aus der Welt des freien Wissens, Mitglieder der Community und Wissenschaftler werden ihre Studien und ihre Erfahrungen mit der Wikipedia und anderen Projekten der Wikimedia Foundation präsentieren. Zentrale Themen der Konferenz sind die Wiki-Kultur, deren Technologie und die Welt des freien Wissens. Das Programm umfasst Vorträge, Workshops und Tutorials sowohl für Newcomer als auch für „alte Hasen“.

    Das Programm ist seit zwei Tagen online. „Headliner“ sind Jimmy Wales, Ward Cunningham, Ross Mayfield und Richard Stallman. Einen Creative Commons Workshop wird es von Thomas Thaler geben: Finding new sources of free knowledge.

    Ich werde vermutlich nicht dabei sein. Zu nah ist der Termin an der What the Hack, wo ich nächste Woche hinfahren werde. Ausserdem ist an dem Wochenende die Jahreshauptversammlung der European Digital Rights Initiative bei uns in Berlin mit vielen Gästen.

    20. Juli 2005
  • : Nachrichtenüberblick 20.07.
    Nachrichtenüberblick 20.07.

    Das Open Source Bier, mit dem Rezept und Branding unter einer Creative Commons Lizenz, hat die Mainstream-Medien erreicht. DerStandard berichtete gestern und heute ist Spiegel-Online dran (Der dritte Spiegel-Artikel mit einem Link zu Creative Commons diese Woche).

    Firmen in den USA beweisen immer wieder, dass man mit Sch***** Geld verdienen kann. Eine neue Geschäftsidee hat es in die Online-Tagesschau geschafft: Ob Spock wohl Netz-Tagebücher liest? Eine windige Firma will Weblogs über eine Antenne ins All schiessen. Per RSS oder was? 340 Dumme sollen sich schon als Kunden gefunden haben.

    Eine Buchbesprechung findet sich bei Wired: Darknet Casts Hollywood as Heavy. Es geht um das Buch „Darknet: Hollywood’s War Against the Digital Generation“ von J.D. Lasica, der auch das Darknet-Blog betreibt. Auf das Buch warte ich schon seit einer Woche. Wenn ich es gelesen habe, schreib ich mal mehr darüber.

    „The entertainment industry has always fought new technologies, and the technologies have eventually won out,“ Lasica said. „And then Hollywood benefits. Today, they think peer-to-peer technologies are a huge threat. In fact, it is more likely an unparalleled opportunity for the industry to expand its market share, to get movies and music in everybody’s hands.“

    Auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik legten deutsche und osteuropäische Juristen Empfehlungen vor, wie die europäischen Gesetzgeber bei der Entwicklung einer europäischen Informationspolitik vorgehen können: Juristen fordern Anpassung der Grundrechte an die digitale Welt

    Kernpunkte dabei sind eine Beteiligung nicht allein des nationalen Gesetzgebers, sondern auch der Wirtschaft und anderer Interessenvertreter der Informationsgesellschaft und die richtige Ausbalancierung unterschiedlicher Rechtsansprüche. Priorität sollten dabei gerade auch die Gewährleistung und Verbesserung der Ausübung von Grundrechten haben, wie etwa das Recht auf Privatsphäre und auf Meinungsäußerung. Die Grundrechte müssten für die digitale Welt neu überdacht und erweitert werden, vor allem das Recht auf Privatsphäre und Informationsfreiheit.

    Die RegTP heisst jetzt Bundesnetzagentur und will für mehr Wettbewerb sorgen. Was sonst?

    Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ fordert eine transparente Evaluierung des umstrittenen §52a im Urheberrechtsgesetz. Darin gehts um die Frage, ob Schulen und Universitäten von ihrem Recht auf die Privatkopie in Intranets Gebrauch machen dürfen oder nicht: Urheberrecht: Streit um Intranet-Regelung flammt wieder auf

    Dem Börsenverein des deutschen Buchhandels als Interessenvereinigung der Verleger, der den Paragraphen 52a als verfassungswidrig ansieht, habe das Justizministerium Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegeben, dagegen sei das Aktionsbündnis als Interessenvertretung von Bildung und Wissenschaft bislang nicht in die Evaluierung einbezogen worden, kritisiert dessen Sprecher, der Konstanzer Informationswissenschaftler Rainer Kuhlen. Es könne nicht sein, betont Kuhlen in einem Brief an die Ministerin, „dass diejenigen, die vom Paragrafen 52a am meisten betroffen sind, an der anstehenden Entscheidung nicht beteiligt werden“.

    Wie erwartet hat George Bush einen erz-konservativen Richter für den Supreme Court ernannt: Supreme Court: Bush ernennt weitgehend unbekannten Konservativen. Passend dazu ist auch die Focus-Meldung über den neuen US-Botschafter in Deutschland. Seine einzige Qualifikation: Er hat 600000 $ Spenden für Bush im letzten Wahlkampf gesammelt und wurde dadurch ein „Super-Ranger“. Da ist ein Botschafterposten schonmal drin. Er spricht übrigens kein Deutsch, ist schon im Ruhestand und verfügt über keinerlei diplomatische Erfahrung…

    John C. Dvorak, von Beruf Troll/Kolumnist, hat die Creative Commons Lizenzen nicht verstanden und stänkert mit seinem Nicht-Wissen im PC-Mag rum: Creative Commons Humbug. Er sieht die ganze Zeit nur Kommunimus und findet das Copyright ausreichend für alle und alles. Eigentlich ganz schön lustig. Eine Replik gibt es auch schon im Blog von Joe Gratz.

    Die CDU in Mannheim hat gerade ein kleines Vermittlungsproblem. Und zwar sind verschiedene kommunale CDU-Spitzenpolitiker in eine Troll-Affäre verwickelt, da sie unter Pseudonymen im Internetforum einer Tageszeitung wild gegen andere Politiker, vor allem der eigenen Partei, gepöbelt haben. Mehr dazu gibt es bei Lautgeben.

    20. Juli 2005 1
  • : iRights: Cachen von Webseiten in Kanada bald verboten?
    iRights: Cachen von Webseiten in Kanada bald verboten?

    Das Verbraucherschutzportal iRights berichtet über einen Gesetzentwurf in Kanada, der Anbietern von Websites und den Betreibern von Suchmaschinen und Web-Archiven verbieten können, ihre Seiten zwischenzuspeichern: Kanada: Cachen von Webseiten bald verboten?

    Sollte das Gesetz C‑60 wie geplant in Kraft treten, „könnte jeder Website-Inhaber klagen“, und jeder, der Web-Inhalte zwischenspeichert, könnte verklagt werden, sagte Geist gegenüber dem US-Nachrichtendienst Cnet News.com. „Jemand, der mit einem Anbieter ein Hühnchen zu rupfen hat, oder auch ein Konkurrent könnte das Gesetz nutzen, um Inhalte entfernen zu lassen“, befürchtet Geist, da im Gesetz keine Abschreckungsmechanismen gegen bewusst falsche Urheberrechtsklagen verankert seien.

    20. Juli 2005
  • : EFF-Event: Bloggen für Freiheit
    EFF-Event: Bloggen für Freiheit

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) wird diesen Monat 15 Jahre alt. Gefeiert wird dies durch einen einwöchigen Web-Event: EFF15 Blog-a-thon. Damit soll mehr Aufmerksamkeit auf die demokratisierenden Möglichkeiten von Blogs gelegt werden.

    We want to hear about your „click moment“ — the very first step you to took to stand up for your digital rights – whether it was blogging about an issue you care about, participating in a demonstration, writing your representatives, or getting involved with EFF. As a thank you, we’ve enlisted an independent panel of judges to choose from among your posts for „Most Inspirational,“ „Most Humorous,“ and „Best Overall.“ At the end of the Blog-a-thon, we’ll announce the names of the three bloggers with the best posts on our website and in our weekly newsletter, EFFector. We’ll also publish the three best posts on our site and send the authors a blogging „kit“ as an extra thank you: an EFF bloggers’ rights T‑shirt, special EFF-branded blogger pajama pants, a pound of coffee, and a pair of fuzzy slippers.

    Akzeptiert werden alle gängigen Publishingformen wie Blogs, Podcasts, Video, Bilder, Briefe.

    Mitmachen geht ganz einfach durch das Kopieren des folgenden Tag-Code in den jeweiligen Text, der teilnimmt. Alle Postings werden dann aggregiert. Die Jury sieht danach aus, dass nur englischsprachige Beiträge berücksichtigt werden (können).

    <!-- tag start -->
    Blog-a-thon tag:
    <a href="http://eff.org/bloggers/EFF15" rel="tag">EFF15</a>
    <!--tag end -->

    Das Ergebnis müsste dann so aussehen:


    Blog-a-thon tag:

    Zu gewinnen gibts viel Aufmerksamkeit und ein EFF Blogger Kit.

    19. Juli 2005
  • : Urheberrecht-Aktionsbündnis hat neue Sprecher
    Urheberrecht-Aktionsbündnis hat neue Sprecher

    Das Aktionsbündis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ hat zwei neue Sprecher bekommen: Prof. Dr. Rainer Kuhlen und Prof. Dr. Dr. h.c. Elmar Mittler.

    Das Aktionsbündnis wurde 2004 gegründet, um den Erfordernissen von Bildung und Wissenschaft für einen freizügigen Zugriff auf das publizierte Wissen gegenüber der Politik Geltung zu verschaffen und innovationsfreundliche Bedingungen für die Produktion von neuem Wissen zu erreichen.

    In der Göttinger Erklärung vom Juli 2004 wird vor der Fortsetzung des gegenwärtigen Trends gewarnt, kommerzielle Verwertungsinteressen in der Urheberrechtsentwicklung zu bevorzugen. Das Urheberrecht, das die Rechte der Urheber schützen und stärken soll und faire Bedingungen für die Nutzung von publiziertem Wissen schaffen soll, ist dabei, sich zu einem Handels- und Verwerterrecht zu entwickeln – mit fatalen Folgen für Informations-möglichkeiten und ein offenes Innovationsklima. Die Göttinger Erklärung wurde von den führenden Wissenschaftsorganisationen, von über 250 Fachgesellschaften und fast 3500 Einzelpersönlichkeiten unterzeichnet.

    19. Juli 2005
  • : Nachrichtenüberblick 19.07.
    Nachrichtenüberblick 19.07.

    Der Spiegel hat in Katar die ersten reitenden Roboter mit dem phantasievollen Namen KAMEL entdeckt:

    „Das ist der erste mobile Roboter, der Menschen bei komplexen Tätigkeiten ersetzt“, wie Colot schwärmt. Von außen wirkt das Gerät unscheinbar: ein Stahlrahmen mit einem Plastikkasten in der Mitte, in dem ein Linux-Rechner sitzt. Der linke Stahlarm hält die Zügel, der rechte die Peitsche. Der Plastikkopf trägt einen Helm – um den Kamelen das Gefühl zu geben, einen echten Menschen zu tragen.

    Ebenfalls im Spiegel ist ein reisserischer Artikel über Harry Potter 6, der natürlich schon im Netz aufgetaucht ist. Als PDF oder HTML-Version. Wer hätte das gedacht?

    Das Handelsblatt hat für den Zukunftsatlas Internet Stephan Mosel, auch bekannt als Moe von weblog.plasticthinking.org, zu Social Software befragt: „Alleine macht das keinen Sinn“. In dem Interview geht es um Wikis, Weblogs, Flickr, OpenBC und was es noch alles gibt.

    Heise berichtet über die erste Verurteilung der Nigeria Connection. Die hatten eine Brasilianische Bank um ca. 242 Millionen Dollar ärmer gemacht und müssen nun (nur) 45 Millionen zurückzahlen.

    Gestern hat das Bundesverfassungsgericht den Europäischen Haftbefehl als verfassungswidrig bezeichnet. Das Urteil ist wirklich interessant und findet sich in voller Ausführung hier.

    Die Kritik an Googles Datensammelei hatten wir, glaub ich, schonmal in den letzten Tagen. Jetzt gibts nochmal eine Zusammenfassung bei der Futurezone:

    „Google entwickelt sich zu einem der größten Datenschutzrisiken im Internet“, befürchtet ein Rechtsberater des Informationszentrums Elektronischer Datenschutz [EPIC].

    Die Arbeit der Working Group of Internet Governance ist mit dem Abschlussbericht zu Ende gegangen. Zeit für die Regierungen, schnell mal wieder den anderen Stakeholdern zu erklären, dass man das jetzt auch selbst schaffen kann. Alles das mit der Weltregierung und so…

    Ob die von der WGIG praktizierte Arbeitsweise mit der Auflösung der Gruppe endet, hängt nun unter anderem vom pakistanischen UN-Botschafter ab, der die weiteren Verhandlungen zur Zukunft der Netzpolitik leiten wird. Eine erste Debatte findet bereits morgen in Genf statt. Sollten die Nicht-Regierungsmitglieder tatsächlich auf 15-Minuten-Statements beschränkt werden, „hat das mit sinnvoller Beteiligung eigentlich nicht mehr viel zu tun,“ sagte Jeanette Hofmann, eine der Koordinatorinnen des Internet Governance Caucus der zivilgesellschaftlichen Gruppen. In einem ersten Gespräch mit dem pakistanischen Botschafter haben die NGOs für eine breitere Beteiligung geworben.

    Ist ja beruhigend, dass die weitere Koordination nun von Pakistan aus organisiert wird. Das Land war mir schon im ersten WSIS-Prozess negativ aufgefallen, indem sie keine Lust auf zivilgesellschaftliche Vertreter hatten. Die wollen ja immer nur über Menschenrechte reden und Zivilgesellschaft kennen sie nicht wirklich aus dem eigenen Land. Monika Ermert fasst Stimmen bei Heise zusammen: Lob und Tadel für NGOs bei Verhandlungen über künftige Internet-Verwaltung.

    Im Gegensatz zu einem aktuellen Urteil aus den Niederlanden müssen irische Internetprovider der Musikindustrie Kundendaten herausgeben: Irland: Sieg für Musikindustrie

    Doch das niederländische Gericht hatte auch nach der Quelle dieser IP-Informationen gefragt. Und hier mussten die Kläger wohl einräumen, die IPs bei der gezielten Suche nach Urheberrechtsverletzungen auf fremden Rechnern gefunden zu haben. Sie hatten die „Shared Folder“ anderer Tauschbörsen-Nutzer durchforster und die IPs dieser Rechner festgehalten. Dabei stand ihnen möglicherweise auch der Zugang zu persönlichen Informationen dieser Anwender offen. Damit aber war die IP auf illegalem Weg ermittelt worden und das Gericht verweigerte aus diesem Grund eine weitere Herausgabe von Informationen. Vor dem irischen High Court dagegen wurde diese Frage offenbar gar nicht erst gestellt.

    Ein grosses Urheberrechtsproblem deckt der NABU auf: Der Ruf der Wildnis? Vögel zwitschern Handyklingeltöne. Was für ein Vergehen: Vögel pfeifen einfach Klingeltöne nach. Und das ohne die Rechteinhaber um Erlaubnis zu fragen. Das dürfte diese natürlich vor ein Problem stellen, wo schickt man denn die Abmahnungen hin?

    Massen-Klagen in Asien: In Süd-Korea haben Labels mehr als 4000 Menschen wegen Urheberrechtsvergehen verklagt. Nicht wegen Filesharing, sondern weil diese jeweils irgendwelche Songs in ihren Blogs online gestellt haben: Music Labels to Sue 4,000 Internet Users

    Heftige Kritik an der geplanten Einführung einer europaweiten Vorratsdatenspeicherung gibt es jetzt auch in Österreich: „Grober Unfug“ Vorrats-Datenspeicherung.

    Das „EU Network of Independent Experts on Fundamental Rights“ hat einen Report über die Situation der Grundrechte in Europa im Jahre 2004 veröffentlicht. Sehr interessant, aber auch 146 Seiten lang.

    In September 2002 a network of independent experts in fundamental rights was set up. The network consists of one expert per Member State and is headed by a coordinator. Its objective is to ensure a high degree of expertise in relation to each of the Member States and the European Union as a whole. Each year the network produces a report on how fundamental rights are safeguarded in practice . It may also give opinions on specific questions upon the request of the European Commission. European citizens can also send information on the safeguarding of fundamental rights in the Union to the network or the European Commission.

    The network of fundamental rights experts was created by the European Commission in response to a recommendation in the European Parliament’s report on the state of fundamental rights in the European Union (2000) (2000/2231(INI)).

    19. Juli 2005 1
  • : Modellversuch für Videoüberwachung in Berlin
    Modellversuch für Videoüberwachung in Berlin

    Der Tagesspiegel berichtet, dass nun an ausgewählten U‑Bahnhöfen in Berlin für ein Jahr ein Modellversuch gestartet wird, mit dem Ziel eine 24-Stunden-Aufzeichnung von Videoaufnahmen zu erproben: BVG setzt auf Video rund um die Uhr. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Dix unterstützt nun doch die Einführung:

    „Steigt dadurch die Sicherheit, wird das Projekt ausgeweitet, gibt es keinen Sicherheitsgewinn, wird es zurückgefahren“.

    In einem weiteren Artikel kommentiert der Tagesspiegel den Wettlauf um den Ausbau der Videoüberwachung:

    Allerdings neigen einige Kontrollbefürworter dazu, die stärkere Überwachung als Allheilmittel gegen den Terror zu preisen. Dafür gibt ihnen London jedoch keinen Grund. Der schnelle Fahndungserfolg von Scotland Yard ist nicht den Überwachungskameras zu verdanken, sondern dem Anruf der Familie eines Attentäters bei der Polizei und der akribischen Arbeit der Ermittler am Tatort. Die Kamera lieferte nur die Begleitbilder.

    19. Juli 2005 1
  • : WIPO-Bloggen Teil 3
    WIPO-Bloggen Teil 3

    Die letzte WIPO-Runde rund um das Thema „Development Agenda“ startet morgen in Genf. Karsten Gerloff von der Free Software Foundation Europe ist wieder dabei und berichtet live in meinem Lieblings-WIPO-Blog: WIPO discussion on Development Agenda – Last round for now.

    19. Juli 2005
  • : Wer sich bewegt, hinterläßt Spuren
    Wer sich bewegt, hinterläßt Spuren

    Jetzt podcaste ich auch einmal: Der Deutschlandfunk hat am 15.07.2005 einen interessanten Bericht Spuren im Netz (MP3, ca. 44 min., 10,2 MB) gesendet. Er zeigt auf, was Polizei und Regierungen schon alles über den Surfer wissen.

    [via Schockwellenreiter]

    19. Juli 2005 1
  • : BBC – Innovationen mit Open Source
    BBC – Innovationen mit Open Source

    Die BBC, einstmals die behäbige alte Dame der europäischen Medienlandschaft, präsentiert sich als Innovationsmotor und beweist, das Modell „öffentlich-rechtlicher Rundfunk“ ist durchaus zukunftsfähig, sofern die Verantwortlichen traditionelle Denkmuster aufgeben und zu Reformen bereit sind. Durch die Nutzung offener Standards will die BBC gewährleisten, dass ihre Online-Angebote flexibel neu genutzt werden können.

    Frei nach dem Motto „Benutzt unser Zeug, um Euer Zeug zu machen“ unterbreitet die BBC seinem Publikum verschiedene Online-Angebote zur kreativen Nutzung und Verwertung seiner Inhalten. Wenige, dafür aber umso klarere Richtlinien sollen einen Missbrauch des Angebots verhindern. Rechtliche Grundlage des Konzeptes ist die eigens geschaffene Creative Archive License, die in Zusammenarbeit mit Creative Commons-Begründer Lawrence Lessig erarbeitet wurde und an dessen Lizenzen angelehnt ist. Erlaubt ist die Verwertung der Inhalte, sofern dies unkommerziell, nicht-diskriminierend und unter Angabe der ursächlichen Quelle geschieht. Ferner ist Nutzung der von der BBC bereitgestellten Inhalte nur gebührenzahlenden Zuschauern innerhalb des United Kingdom gestattet.

    Im Creative Archive werden seit dem vergangenen Jahr viele Videoclips zur Verfügung gestellt, die von Interessierten bearbeitet und weiterverwendet werden können – alles natürlich im Rahmen der Eingangs genannten Nutzungsbedingungen.

    Backstage.BBC heißt das neueste Prestigeprojekt der BBC. Es handelt sich um ein Angebot an interessierte Privatpersonen, insbesondere Programmierer, die diverse Inhalte, seien es Nachrichten, Wetterdaten oder Sportnews, von BBC-Online kostenlos übernehmen, verändern und beliebig mit anderen Inhalten kombinieren können. Dazu wurden verschiedene APIs, sog. Programmierschnittstellen veröffentlicht und interessierten Kreisen zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise ist zum Beispiel Wikiproxy entstanden. Dieser gleicht alle BBC-Nachrichten mit den Wikipedia-Artikeln ab und fügt entsprechende Links ein, die auf Einträge der freien Online-Enzyklopädie verweisen.

    Die BBC macht sich in einem weiteren Pilotprojekt die p2p-Technologie zunutze und stellt sich damit der hinlänglich bekannten Verdammungs-Argumentation von Film- und Musikindustrie entgegen. Der Interactive Media Player (iMP) zeigt welche ungemeine Bereicherung ein solches Angebot für das herkömmliche Rundfunkangebot sein kann. Das Projekt befindet sich derzeit in der Testphase. 5000 Briten können rund 190 h TV- und 310h Radio-Programm auf ihren Rechner herunterziehen, um diese zu einem späteren Zeitpunkt anzuschauen. Die Angebote stehen jeweils sieben Tage nach der Erstaustrahlung auf dem Server zu Download bereit. Ein Digital Rights Management System soll das Kopieren und die Weitergabe der Inhalte verhindern. Trotz dieses Wehmutstropfens kann das iMP-Projekt getrost als Meilenstein bezeichnet werden.

    Am 12. Juli 2005 stellte die BBC zudem ihre eigenen Open Source-Projekte auf einer eigenen Website online. Dort finden sich derzeit neun OSS-Projekte an denen die BBC federführend mitwirkte. Es handelt sich dabei unter anderem um Apache- oder Perl-Module, aber auch der von der BBC entwickelte, freie Video-Codec Dirac ist vertreten. Die Softwareentwicklung bei der BBC wird überwiegenden Teil durch öffentliche Gelder finanziert. Durch die Bereitsstellung der Software unter Open Source Lizenzen, wolle man das Publikum an den Resultaten angemessen beteiligen, begründet die BBC den Schritt.

    19. Juli 2005
  • : Mehr Awards zum wählen
    Mehr Awards zum wählen

    Die US Netz-Verbraucherschutzorganisation Public Knowledge veranstaltet zum zweiten Mal den IP3-Award:

    “We live in a world in which the law and policies surrounding intellectual property, information policy, and the Internet are increasingly interconnected, and even converging with one another. This new three-dimensional policy arena poses important challenges for us, but it also creates important opportunities for creative individuals in each of the three underlying fields of endeavor to advance the public interest. For this reason, Public Knowledge has instituted the annual IP3 Awards, given to individuals who over the past year (or over the course of their careers) who have advanced the public interest regarding one of the three kinds of „IP“ – Intellectual Property, Information Policy, and the Internet Protocol.

    Bis zum 1. August können Vorschläge an geschickt werden. Letztes Jahr gewannen u.a. DJ Danger Mouse (Grey Album) und Brewster Kahle, einer der Gründer des Internet Archive.

    Und dann fragt PoliticsOnline wie jedes Jahr nach „The 10 Who Are Changing the World of Politics & Internet“:

    „This year marked the toughest year ever in choosing the 20 finalists. The integration of politics and the Internet has spread like wildfire around the globe, reflected in this year’s diverse, international nominees.“

    Ich wundere mich ein wenig über die Vornominierungen. Die meisten Plattformen kenne ich, aber richtig umwerfendes ist nicht dabei. Wundere mich auch, dass Firmen wie JibJab nominiert wurden. Die haben zwar einen netten Flash-Film zur US-Präsidentschaftswahl gemacht, wo Kerry und Bush ähnlich wie im „Bundesdance“ wild rumhüpften, aber eine Revolution sehe ich da weniger. Wahrscheinlich lag es an der Zahl von mehr als 60 Millionen Menschen, die das angeklickt hatten. Mit Accenture eDemocracy Services kann man auch eine Unternehmensberatung wählen. Die haben aber nichts mit der Arbeitsamt-Software zu tun, die Accenture halb in den Sand gesetzt hatte, oder? Der Begriff eDemocracy wird ja so inflationär verwendet, dass selbst sowas darunter fallen kann.

    Da wähl ich lieber Adam Curry (Podcasting), das Digital Divide Network oder das BBC Action Network. Aber es gibt leider nur eine Stimme.

    19. Juli 2005
  • : Comic: Wie Millionäre zu Piraten werden
    Comic: Wie Millionäre zu Piraten werden

    Der „Comic How Bob the Millionaire became a pirate“ handelt davon, dass die Filmindustrie das Internet verschlafen hat und immer noch nicht in der Lage ist, die Bedürfnisse der Konsumenten zu stillen. Die wollen u.a. Filme und Serien schauen, wann sie wollen und nicht erst darauf warten, dass neue Serien oder Filme erst nach einem halben Jahr auf der anderen Seite des Globus veröffentlicht werden. Der Comic handelt von einem Millionär als Protagonisten, der trotz viel Geld nicht in der Lage ist, auf legalem Weg seine Lieblingsserien zu schauen. Und deswegen Filesharing-Börsen nutzt und zufrieden ist.

    19. Juli 2005