Lennart Mühlenmeier
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: Störerhaftung und Netzsperren: Verbände fordern Nachbesserungen bei der Nachbesserung am WLAN-Gesetz
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/nnova/">Nicolas Nova</a> : Störerhaftung und Netzsperren: Verbände fordern Nachbesserungen bei der Nachbesserung am WLAN-Gesetz Verbraucherschützer, Bürgerrechtler und Wirtschaftsverbände reagieren auf den aktuellen Gesetzentwurf zur Störerhaftung. Tenor: Dass Betreiber offener Netze jetzt tatsächlich vor kostenpflichtigen Abmahnungen geschützt werden sollen, ist gut – neue Rechtsunsicherheiten durch Netzsperren lehnen sie jedoch ab.
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: #HappyBirthdayWWW: Co-Erfinder des Webs formuliert zentrale Herausforderungen
Mosaik an der East Sheen Library, Richmond, UK. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/dullhunk/14784487732/">Duncan Hull</a> : #HappyBirthdayWWW: Co-Erfinder des Webs formuliert zentrale Herausforderungen Das World Wide Web wird 28 Jahre alt. Begründer Sir Tim Berners-Lee stellt drei zentrale Herausforderungen für das Web hervor und ruft zum Handeln auf.
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: Handbuch: Sichere Überquerung von US-Grenzen mit Laptop und Handy
Agenten der Transportation Security Administration kontrollieren an einem Flughafen. Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en">CC0-1.0</a> <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thank_you_TSA_(25958200086).jpg">Wikipedia</a> : Handbuch: Sichere Überquerung von US-Grenzen mit Laptop und Handy Die Electronic Frontier Foundation (EFF) gibt in einem Handbuch juristische und technische Tipps für das Überqueren von US-Grenzen. Eingeteilt in drei Kategorien wird erklärt, wie Reisende sich selbst und ihre Geräte beim Grenzübergang schützen können, welche Rechte sie dabei besitzen und wie die Privatsphäre mittels Technologie aufrechterhalten bleiben kann.
Dabei gehen die Autoren und Mitarbeiter der EFF, Sophia Cope, Amul Kalia, Seth Schoen, und Adam Schwartz, nicht nur auf US-Bürger ein, sondern auch auf Gäste des Landes. So sollen vor, während und nach der Grenzüberquerung bestimmte Schritte zum Schutz der Geräte (z.B. Verschlüsselung, sichere Passwörter) unternommen, aber auch gewisse Handlungen (z.B. Lügen gegenüber dem Beamten) unterlassen werden.
Hintergrund des Handbuchs sind verschärfte Einreisebestimmungen und Kontrollpraxen an US-Grenzen. So wurde Anfang Februar beispielsweise der US-Bürger und NASA-Mitarbeiter Sidd Bikkannavar bei der Einreise in die USA aufgehalten und genötigt sein Handy zu entsperren. Die EFF rief außerdem dazu auf, dass sich Betroffene bei ihnen melden.
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: Der Bundestag berät Datenschutzreform: „Datenschätze heben, analysieren, veredeln“
Digitalcourage demonstrierte am Donnerstag vor dem Bundestag und warnte vor der Reform als „Ausverkauf des Datenschutzes“. Foto: CC-BY-4.0, Digitalcourage. : Der Bundestag berät Datenschutzreform: „Datenschätze heben, analysieren, veredeln“ Am Donnerstagabend beriet der Bundestag eine Anpassung des EU-Datenschutzrechts an die deutsche Gesetzgebung. Unionspolitiker forderten eine wirtschaftsfreundliche Umsetzung, die Opposition kritisierte eine Verwässerung und die im Gesetz fehlende datenschutzrechtliche Kontrolle der Geheimdienste.
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: Studie: Zero-Day-Sicherheitslücken im Schnitt 7 Jahre ausnutzbar
(Symbolbild) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA-2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/132889348@N07/20446713629/">Christiaan Colen</a> : Studie: Zero-Day-Sicherheitslücken im Schnitt 7 Jahre ausnutzbar Unbehobene Sicherheitslücken, genannt Zero-Days, können im Durchschnitt sieben Jahre lang erfolgreich ausgenutzt werden. Die Forscher Lillian Ablon und Timothy Bogart untersuchten über 200 Zero-Days aus dem Zeitraum von 2002 bis 2016 und fanden folgendes heraus.
- Eine Lücke als lebendig (öffentlich unbekannt) oder tot (öffentlich bekannt) zu erklären kann irreführend und zu simpel sein.
- Exploits haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 6,9 Jahren nach erstmaliger Entdeckung; aber etwa 25 Prozent der Exploits werden nicht mehr als anderthalb Jahre überleben, und weitere 25 Prozent überleben mehr als 9,5 Jahre.
- Die Funktionsweise einer Schwachstelle hat keine Auswirkungen darauf, ob sie lange oder kurz unentdeckt bleibt. Die Forscher sehen Forschungsbedarf bei den Fragen, ob Schwachstellen in Linux gegenüber anderen Plattform-Typen eher entdeckt werden, über die Ähnlichkeit von offenem und geschlossenem Quellcode und einer genaueren Untersuchung der verschiedenen Gruppierungen von Exploit-Klassen (z. B. lebendige oder tote).
- In einem Intervall von einem Jahr werden ca. 5,7 Prozent der Zero-Day-Schwachstellen von anderen entdeckt und preisgegeben. Bei Veränderung des Intervalls verschieben sich aber die Werte erheblich, was die Forscher auf den Unterschied zwischen Entdeckern, die für oder gegen das öffentliche Interesse arbeiten, zurückführen. Auf dem Schwarzmarkt werden Exploits eher geheimgehalten.
- Sobald eine ausbeutbare Sicherheitslücke gefunden wurde, ist die Zeit, einen voll funktionsfähigen Exploit zu entwickeln, relativ schnell vorbei, mit einer durchschnittlichen Zeit von 22 Tagen.
Diese Woche wurde durch eine Veröffentlichung von Wikileaks bekannt, dass die CIA eben solche Sicherheitslücken aufkauft, nutzt und nicht zum Schließen meldet.
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: Studie: Gewaltspiele vermindern nicht die Empathie
(Symbolbild) Foto: CC-BY-<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">NC-ND-2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/50521389@N08/5221863247/">Melvin E</a> : Studie: Gewaltspiele vermindern nicht die Empathie So genannte Killerspiele vermindern nicht die Empathie-Fähigkeit ihrer Konsumenten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover in einer nun veröffentlichten Vergleichsstudie. Der Tagesspiegel fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet sie in die Debatte um Gewalt in Spielen ein.
Zwei Gruppen mit je 15 Teilnehmern sollten für die Studie Fragebögen ausfüllen und einen Hirnscan absolvieren. Die Gruppe, welche regelmäßig Gewaltspiele spielt, ist demnach genauso empathisch wie Menschen aus der Gruppe, die keine solche Spiele spielt.
Sowohl beim Fragebogen als auch bei der Hirnscan-Untersuchung gab es keine Unterschiede zwischen Spielern und Nichtspielern. Das heißt, in der Kernspin-Untersuchung waren bei beiden Gruppen jene Hirnareale aktiv, die mit Mitgefühl verknüpft sind. Die Spieler waren – in dieser Hinsicht – völlig normal.
Computerspiele wie „World of Warcraft“ wurden in der Vergangenheit für Attentate verantwortlich gemacht. Innenminister Thomas de Maizière brachte zudem „Counterstrike“ mit dem Amoklauf von München im vergangenen Jahr in Verbindung.
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: Uber: Skandale spitzen sich zu
Foto: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CC0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/freestocks/23707913564/">freestocks.org</a> : Uber: Skandale spitzen sich zu Die US-amerikanische Taxi-Alternative Uber sieht sich in den letzten Wochen immer mehr Kritik ausgesetzt. Ranghohen Mitarbeitern werden Mobbing und Sexismus vorgeworfen. Per Algorithmen werden Preise gedrückt und Fahrer ausgebeutet. Kontrollen der Autos durch die Stadtverwaltung werden durch das Unternehmen entdeckt und unterbunden.
Der Journalist Erich Möchel vom österreichischen ORF fasst die Entwicklung der vergangenen zwei Wochen zusammen, seitdem Uber ein „PR-Desaster“ erlebt. Über die App lassen sich in zahlreichen Ländern weltweit Fahrer mit Auto buchen, oftmals für einen geringeren Preis als ein Taxi zu nehmen.
Vergangenen Monat verklagte Uber seine Fahrer in Seattle, weil sie sich gewerkschaftlich organisierten wollten. In Berlin ist das Angebot von Uber bereits seit 2014 verboten.
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: Vault 7: Wikileaks präsentiert Liste der CIA-Hacker-Werkzeuge
Logo der CIA-Hacking-Abteilung, welche auch in Frankfurt operiert. Quelle: <a href="https://wikileaks.org/ciav7p1/">Wikileaks</a> : Vault 7: Wikileaks präsentiert Liste der CIA-Hacker-Werkzeuge Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte heute geheime Dokumente der CIA über ihr Bestreben, weltweit Computer und Smartphones zu hacken. Aus den Veröffentlichungen, genannt „Vault 7“, geht hervor, dass Angestellte der CIA-Hacker-Einheit auch vom US-Generalkonsulat in Frankfurt aus, operieren.
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: Twitter schreibt mit, wie lange ein Tweet gelesen wird
(Symbolbild) Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY-2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/acidpix/8411527126/">Acid Pix</a> : Twitter schreibt mit, wie lange ein Tweet gelesen wird Per Algorithmus will Twitter mehr Interaktion und Vielfältigkeit in der Timeline fördern. Dazu analysieren sie die Lesezeiten einzelner Tweets und wer mit wem interagiert.
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: Correctiv erklärt: Einsteiger-Lehrgang für angehende Datenjournalisten
Screenshot : Correctiv erklärt: Einsteiger-Lehrgang für angehende Datenjournalisten Daten nutzen im Journalismus nur, wenn sowohl der Autor wie auch die Leser sie auch verstehen können. Simon Wörpel, Datenjournalist bei Correctiv, erklärt in 13 kurzen Videos, wie mit Daten umgegangen werden kann.
Die Reihe ist speziell auf Anfänger und „Lokalreporter“ zugeschnitten und stellt die Funktionsweise kostenloser, zum Teil freier und offener Software zur Daten-Analyse dar. Angefangen mit dem Erlangen von Daten und anschließendem befreien und säubern, geht Wörpel unter anderem auch auf die Visualisierung ein.
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: EU-Urheberrechtsreform: „Darf dieser Link noch gesetzt werden?“
John Weitzmann von Wikimedia begrüßt Panoramafreiheit auf EU-Ebene. : EU-Urheberrechtsreform: „Darf dieser Link noch gesetzt werden?“ Wohin entwickelt sich das Urheberrecht in Europa? Mozilla und Wikimedia Deutschland haben eingeladen, um über die wichtigsten Punkte der geplanten EU-Urheberrechtsreform zu diskutieren. Wir fassen die Argumente zusammen.
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: Reporter ohne Grenzen: Weitere Verfassungsbeschwerde gegen BND-Überwachung
Kundgebung "BND-Gesetz stoppen" in Perlin. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC-BY.-NC 2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/kattascha/29649328380/">Katharina Nocun</a> : Reporter ohne Grenzen: Weitere Verfassungsbeschwerde gegen BND-Überwachung Reporter ohne Grenzen sieht aufgrund der Massenüberwachung durch den BND den journalistischen Quellenschutz und damit einen Grundpfeiler der Pressefreiheit bedroht. Dagegen wehrt sich die Journalistenorganisation mit einer Verfassungsbeschwerde.
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: Twitter plant, Hate Speech per Algorithmus zu erkennen
Die so genannten Twitter-Eggs, welche früher standardmäßig als Profilbild voreingestellt waren. Screenshot: Twitter (Anonymisierung durch uns) : Twitter plant, Hate Speech per Algorithmus zu erkennen Twitter verändert seine Mechanismen in Bezug auf Hate Speech und diskriminierendes Verhalten nach einem Update vor drei Wochen erneut.
In Zukunft sollen Accounts, die beleidigende Inhalte verbreiten, automatisch per Algorithmus erkannt werden. Ziel ist es, Hate Speech zu erkennen, noch bevor Nutzer solche Tweets melden. Von derart eingestuften Accounts abgesetzte Tweets wären dann nur für ihre Follower sichtbar, tauchen aber nicht in anderen Timelines auf.
Zusätzlich lassen sich Benachrichtigungen stumm schalten, die von Accounts ohne verifizierte E‑Mail-Adresse oder Telefonnummer stammen respektive von Accounts, die ihr „Twitter-Egg“ genanntes Standardprofilbild beibelassen haben. Häufig handelt es sich dabei um Nutzerkonten, die schnell und anonym erstellt wurden, um Stimmung gegen andere Nutzer zu machen. Auch können Nutzer einzelne Stichworte und Phrasen, die sie stören oder verletzen, aus der persönlichen Timeline herausfiltern.
Twitter plant zudem, transparenter zu werden und die einzelnen Schritte nach einer Meldung von Hate Speech genauer nachvollziehbar zu machen.
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: Schweiz führt Netzsperren für Glücksspielangebote ein
Der Sitz des Schweizer Nationalrats: Das Bundeshaus in Bern. Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA 2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/59159233@N04/14190334461/in/photolist-nBXb3Z-9aYKqV-5euCrg-7MetGt-7RnCdS-7M39pY-ksgCak-7j99xT-AffEs4-h63WpJ-7j9cg4-h64K3n-iaBGgM-5WJBzE-ATdYkZ-9n5Czp-r9bTPF-8TNiAA-8TK5GZ-6h6w5T-AS2SXu-b4nxFz-Gw4j4v-7RiqKX-9n5BXT-h64Vyx-h64Srk-7j9bAR-h64U1n-h64UPM-h63KsW-h63CJA-h63Q5u-h8JNLY-h8KZZV-h63zi6-h63UWo-h64Pr2-h8JSU5-h63vKp-h8JUc5-h63TNm-h63Vs3-h64XcH-h64PFv-h8JMYq-h63zFk-h64Pgn-h63JWf-by2bdF">Thomas</a> : Schweiz führt Netzsperren für Glücksspielangebote ein Am Mittwoch stimmte der Schweizer Nationalrat mit großer Mehrheit für die Einführung von Netzsperren. Mit diesem Beschluss soll der Zugang zu ausländischen Glücksspielwebseiten geblockt werden.
Laut Tagesanzeiger plant der Bundesrat weitere Netzsperren, dann in Bezug auf Filesharing-Anbieter und Kinderpornographie-Netzwerke.
Schon vor der Abstimmung kritisiert die Digitale Gesellschaft Schweiz diese richtungsweisende Entscheidung. Sie warnen vor dem Missbrauchspotential von Netzsperren und dem ökonomischen Kalkül einzelner Branchen, in diesem Fall Casinobetreiber.
Auch in Dänemark gibt es Pläne, Netzsperren zum vermeintlichen Schutz der Bevölkerung einzusetzen. In Deutschland sollen WLAN-Anbieter nach aktuellen Plänen indirekt zu Sperren von Seiten gezwungen werden.
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: Qualitätskommentare mal anders: Bitte erst ein Quiz lösen
So sieht das Quiz zu einem Artikel aus. Screenshot: NRKbeta.no : Qualitätskommentare mal anders: Bitte erst ein Quiz lösen Die norwegische Technologie-Webseite NRKbeta versucht, Trollen in ihrer Kommentarspalte Einhalt zu gebieten. So werden in einer Probephase bestimmte Artikel mit einem Quiz, das es zu lösen gilt, über den Inhalt des Textes versehen. Dies berichtet Joseph Lichterman für NiemanLab.
Ein Beispiel zeigt: Zu der Ankündigung der hauseigenen Meta-Suchmaschine für Nachrichten-Archive soll der zukünftige Kommentator sein Leseverständnis beweisen. Im Text erwähnte Abkürzungen oder der Zeitpunkt eines Gletscherunfalls sollen bestimmt werden. Erst nach erfolgreichem Beantworten lässt sich ein Kommentar verfassen.
Den Entwicklern ist eine gemeinsame Diskussionsgrundlage wichtig, da die Kommentatoren sonst nur Tiraden loslassen. Sie sehen diese Mechanik als Alternative zu dem vollständigen Schließen von Kommentarspalten. Das Plug-in wurde von einem Entwickler des Magazins für WordPress geschrieben und ordnet die Fragen zufällig an.
Update vom 7. März: NRKbeta hat gestern verkündet, dass sie das entsprechende Plugin für WordPress nun zum Download auf Github bereitstellen. Es basiert auf Javascript und kann für andere Redaktionssysteme adaptiert werden.
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: Internationale Bürgerrechtsorganisationen fordern Reform des Überwachungsgesetzes FISA
NSA-Headquarter in Fort Meade, Maryland, USA. Foto: <a href="https://theintercept.com/2014/02/10/new-photos-of-nsa-and-others/">Trevor Paglen</a> : Internationale Bürgerrechtsorganisationen fordern Reform des Überwachungsgesetzes FISA Internationale Bürgerrechtsorganisationen fordern Věra Jourová, die EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft, in einem Brief auf, sich für eine Reform der Section 702 des FISA Amendments Act von 2008 einzusetzen. Dieses Gesetz war und ist in den USA die juristische Grundlage für eine anlasslose Massenüberwachung, durchgeführt durch die National Security Agency und aufgedeckt durch Edward Snowden. Über den Aufruf der 17 NGOs berichtet AccessNow.
Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem der Chaos Computer Club, die Electronic Frontier Foundation und European Digital Rights. Fanny Hidvegi von AccessNow rief die EU auf, sich für eine Anwendung der Charta der Grundrechte der Europäischen Union einzusetzen, da auch EU-Staaten in die Überwachungsmaschinerie involviert sind.
Der Foreign Intelligence Surveillance Act of 1978 Amendments Act of 2008, wie das betreffende Gesetz in Gänze heißt, legitimiert NSA-Programme wie Upstream und Prism. Kurz nach den Snowden-Enthüllungen umgesetzte Veränderungen des Gesetzestextes radikalisierten die Massenüberwachung.
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: UN-Sonderberichterstatter: BND-Gesetz ist menschenrechtswidrig
Sitzungsraum des UN-Sicherheitsrats Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/mukluk/434709439/">Dano</a> : UN-Sonderberichterstatter: BND-Gesetz ist menschenrechtswidrig Der UN-Sonderberichterstatter für Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte, Ben Emmerson, stellt in seinem Bericht an den UN-Menschenrechtsrat fest, dass das BND-Gesetz in seiner jetzigen Form menschenrechtswidrig ist. Darauf weist Eric Töpfer, Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, auf Twitter hin.
Emmerson geht in seinem Bericht auf mehrere Menschenrechtsverstöße durch Regierungen ein und verweist per Fußnote auf das BND-Gesetz im Zusammenhang mit Deutschland:
33. Diese Beschränkungen [der staatlichen Überwachung; Anm. d. Red.] haben jedoch nicht die ernsthaften und fortdauernden Sorgen über extraterritoriale Massenüberwachungsprogramme und die Verbreitung von Gesetzen, die asymmetrische Schutzregelungen für Staatsangehörige und Ausländer rechtfertigen, beseitigt. Solche Gesetze bestehen in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Der Sonderberichterstatter erinnert daran, dass eine differenzierte Behandlung von Staatsangehörigen und Nichtstaatsangehörigen sowie von Personen innerhalb oder außerhalb der Zuständigkeit des Staates mit dem Grundsatz der Nichtdiskriminierung unvereinbar ist, was ein wesentlicher Bestandteil einer Verhältnismäßigkeitsprüfung ist. (Eigene Übersetzung; Hervorhebung durch uns)
Über den Ausbau von Massenüberwachung durch den BND und die Legalisierung seines Schaffens durch die Bundesregierung haben wir bereits früher berichtet. Das Gesetz stieß auf breite Kritik von Oppositionsparteien, Bürgerrechtsorganisationen, Journalistenverbänden und internationalen Organisationen.
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: Empörungsmarketing: Gleiche Firma macht Fake News für Demokraten und Republikaner
Screenshot: Conservative101 : Empörungsmarketing: Gleiche Firma macht Fake News für Demokraten und Republikaner Craig Silverman hat für Buzzfeed herausgefunden, dass ein und die selbe Firma unterschiedliche Fake News-Seiten mit ähnlichem Inhalt, aber unterschiedlichen politischen Richtungen publiziert. Die Domains der beiden Seiten, Liberal Society und Conservative 101, wurden beide von der Firma American News LLC registriert. Beide Seiten bedienen sich der gleichen Quellen, aber leicht abgeänderten Überschriften und Texten.
Bei Fake News Seiten dieser Machart geht es nicht um politische Einflussnahme, sondern um Empörungsmarketing mit dem Ziel viele Klicks und damit Werbeeinnahmen zu genieren. Dass die Inhalte durchaus eine weite Verbreitung finden können, zeigen die Interaktionen auf Facebook. Drei Beiträge, die dort von den Seiten geteilt worden sind, haben bis zu 2,5 Millionen Benutzerinteraktionen hervorgerufen.
Zuvor haben schon Journalisten die Verflechtung von US-Präsident Trump zu Fake News-Seiten geprüft. Die tatsächliche Bedrohung von Fake News auf eine Demokratie ist fraglich und bislang kaum untersucht. Viele der Maßnahmen, die bislang in Deutschland gegen Fake News vorgeschlagen wurden, könnten sich zu einem Problem für die Presse- und Meinungsfreiheit entwickeln.