Öffentlichkeit

Moderation nach Gutsherrenart: Wie Twitter Accounts ohne Einordnung des Kontexts sperrt

Die derzeitige Löschorgie in sozialen Netzwerken trifft nicht nur prominente Fälle wie die Streetart-Ikone „Barbara“ und das Satire-Magazin Titanic. Der Fall von Jörg Rupp zeigt, dass Twitter nach Gutsherrenart Accounts sperrt ohne sich den Kontext von Tweets anzusehen. Widerspruch beantwortet das Unternehmen mit Standardfloskeln.

Jörg Rupp verlor seinen Twitter-Account, ohne dass das Unternehmen einen beanstandeten Tweet in Kontext setzte. CC-BY-NC-ND 2.0 _rebeccajackson

Jörg Rupp ist ein streitbarer Kopf. Der ehemalige grüne Parteilinke eckt öfter mal an. Er war wegen eines unüberlegten und blöden Tweets schon einmal Ziel eines Shitstorms. Dass er allerdings Hass oder Rassismus verbreitet, kann man dem Badener und fünffachen Vater nun wirklich nicht nachsagen. Er beriet in seinem Job Arbeitssuchende, vermittelte Praktika für Asylbewerber, war als Sozialarbeiter tätig. Rupp engagiert sich gegen Rechts, spricht sich immer wieder gegen eine unmenschliche Flüchtlingspolitik aus. Ausgerechnet ihn sperrte Twitter nun wegen angeblicher Hassrede. Nach fast neun Jahren in dem sozialen Netzwerke, fast 50.000 Tweets und mit 2.000 Followern darf Rupp nicht mehr twittern.

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Wie kam es dazu? Am Morgen des 5. Januar hört Rupp eine alte Platte der Band Cochise aus dem Jahr 1979. Dort gibt es das bitterböse und zynische Lied „Das Anarchistenschwein“, in dem es um gesellschaftliche Feindbilder der Siebzigerjahre geht.

Wegen umgeschriebenem Liedtext gesperrt

Aus einer Laune heraus textet Rupp das Lied ein bisschen um, passt es auf das nach seiner Meinung gängige Feindbild an. Aus dem „Anarchistenschwein“, das ausgerottet werden soll, macht er ein „Asylantenschwein“, von dem das Land befreit werden solle. Statt Genscher, Schmidt und Strauß setzt er Schulz, Merkel und den grünen Rechtsaußen Boris Palmer in den Text ein.

Die letzten Tweets von Jörg Rupp. Der beanstandete Text ist hier von Twitter schon entfernt worden. (Screenshot)

Aus dem Zusammenhang gerissen kann man den Tweet als Hassrede verstehen. Keine Frage. Aber schon im Zusammenhang mit dem vorherigen und dem nachfolgenden Tweet wird der Kontext ziemlich klar. Kurz zuvor twitterte Rupp eine Kritik an Abschiebungen, danach einen Link auf einen Artikel, in dem Cochise-Frontmann Pit Budde das Lied erklärt. Garniert ist dieser Tweet mit dem Verweis #lasttweet. Rupp liefert seinen Followern also den Kontext zu seinem missverständlichen Tweet direkt mit.

Moderationsentscheidungen nach Gutsherrenart

Twitter interessiert das nicht. Das Unternehmen sperrt nicht nur den Tweet, was im Zweifelsfall legitim gewesen wäre, sondern Rupps Account einfach komplett. Ob sich vor dieser Sperrentscheidung jemand den Account und seine sonstigen Tweets angeschaut hat, ist eher unwahrscheinlich. Wie solche Moderationsprozesse bei Twitter ablaufen, ist vollkommen intransparent.

Nach der Entscheidung erhebt Jörg Rupp Einspruch. Und bekommt die immergleichen Begründungen zurück. Wenn der Hauptzweck eines Accounts darin bestehe, andere durch Hatespeech zu schädigen, könne der Account ohne Vorwarnung gesperrt werden. Eine andere Standard-Begründung ist, dass wiederholte Verstöße zu einer permanenten Sperrung eines Accounts führen können. Mehr erfährt Rupp nicht von Twitter. Sein Account bleibt gesperrt.

Er vermutet nun, dass sein Tweet von einem Algorithmus als besonders hasserfüllte Sprache bewertet worden sei – und dann habe nie mehr ein Mensch drauf geschaut. Angesichts der Intransparenz des Unternehmens lässt sich das nicht bestätigen. Weil Twitter weniger Geld zur Verfügung hat als Google oder Facebook und monatlich Verluste einfährt, ist die Spekulation gerechtfertigt, dass bei Twitter Algorithmen und automatisierte Moderationsprozesse eine noch größere Rolle spielen als bei anderen sozialen Netzwerken. Und auch bei anderen Konzernen bleibt den Moderatoren keine Zeit, den Kontext einzuordnen.

Simulation eines Widerspruchsverfahrens

So entsteht eine Moderation nach Gutsherrenart. Klar ist: Twitter hat sich nicht wirklich mit Jörg Rupp beschäftigt. Gleichzeitig hat das Unternehmen die jahrelange Debattenheimat des 51-Jährigen zerstört, ihm einen als öffentlicher Raum wahrgenommenen Ort weggenommen. Ihm neun Jahre Diskussion und politische Kommentierung gesperrt. Einfach so und ohne individuelle Begründung.

Rupp hat kaum eine Chance gegen den Konzern. Er kann nur auf die mediale Öffentlichkeit hoffen. Ein Widerspruchsrecht über die oben beschriebene Einspruchssimulation hinaus gibt es nicht. Rupp findet es erschreckend, dass nicht nur ohne Berücksichtigung des Kontextes gelöscht wird, sondern auch, dass keinerlei sinnvolle Kommunikation mit dem Konzern möglich ist.

Facebook sperrte ihn wegen des gleichen Inhaltes immerhin nur vorübergehend. Dennoch löste das bei ihm eine Wirkung aus: „Ich habe mich am Ende bei Facebook nicht mehr getraut, meinen Blogbeitrag zu verlinken, in dem ich die Löschung thematisiert und inhaltlich dargestellt (mit dem Original und dem geänderten Liedtext von Cochise) habe.“ So etwas nennt man Chilling Effect, Abschreckung, ein echtes Problem für die Meinungsfreiheit. Rupp vermutet, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) sei an der Sperrung seines Accounts schuld. Die Kritik an dem Gesetz stimme also. Doch ist das wirklich so?

Es ist nicht nur das NetzDG

Twitter hat weltweit angekündigt, stärker gegen Hate Speech vorzugehen, schon bevor das NetzDG in Deutschland richtig Wirkung entfaltete. Das Unternehmen steht seit Jahren und nicht nur in Deutschland in der Kritik, es bekämpfe Hass, Drohungen, Sexismus, Nazis und Stalking nicht. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit bei Twitter hat vielleicht gar nicht so viel mit dem kleinen Markt Deutschland zu tun, sondern mit weltweiten strategischen Entscheidungen des Unternehmens.

Der Fall Rupp aber zeigt, dass Unternehmen wie Twitter nicht mit Zynismus und Satire umgehen können. Er verdeutlicht, wie der Kontext vollkommen ignoriert wird. Hier fordert der Kampf gegen Hate Speech schnell Opfer, es sind die Feinheiten der Sprache und des Zusammenhangs, die als erstes auf der Strecke bleiben. Gleichzeitig vertritt Twitter die Linie, Hassrede von wichtigen Politikern dürfe stehen bleiben.

Brauchen wir Grundrechte gegenüber Unternehmen?

Umso wichtiger ist es, die großen für die Meinungsbildung dominanten öffentlichen Plattformen – ob nun Twitter oder Facebook – anders zu behandeln als beliebige Privatunternehmen. An Orten von solch großer Öffentlichkeit müssen Menschen sich wehren können gegen Entscheidungen und dürfen einem vollkommen intransparenten Moderationsprozess nicht hilflos ausgeliefert sein. „Wenn private Konzerne die öffentlichen Räume zur Verfügung stellen, in denen die grundsätzlichen gesellschaftlichen Debatten geführt werden, brauchen wir eine Ausdehnung der Grundrechte gegenüber Unternehmen“, hat Julia Krüger zuletzt gefordert. Und das stimmt: Menschen dürfen nicht nach Jahren fruchtbarer Beteiligung an öffentlicher Diskussion in sozialen Netzwerken aus Debattenräumen ausgeschlossen werden, weil sie einmal einen missverständlich formulierten Tweet abgesetzt haben.

Rupp selbst hat übrigens keine Lust mehr auf Twitter, egal wie die Sache nun ausgeht: Er fühlt sich ausgeschlossen und gedemütigt, weil das Unternehmen auf seinen Einspruch nicht wirklich reagiert hat. Mit einem Konzern, der ihn so behandelt, will er nichts mehr zu tun haben.

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26 Kommentare
  1. Ein Namenszwang von Antwortenden (und damit ein Zwang zu menschlichen Antwortenden, nicht Bots) könnte schon vieles lösen, weil die Untenehmen dann bei ihren Handlungen unter einem ganz anderen Rechtfertigungsdruck als derzeit stehen, den sie wohl am meisten scheuen. Die bisherige Praxis von schematischen und auf Fragen oder Argumente nicht eingehenden Robo-Mails aus kafkaesken Blackboxen ist organisierte Verantwortungslosigkeit.

    1. Tatsächlich ist es „kafkaes“. Offensichtlich rekrutieren sich die FB „Prüfer “ aus einen Pool von Menschen, die die vergangenen 30 Jahre isoliert auf einer Insel verschollen waren. Anders die Handhabe bei der „Titanic“, das seit 30 Jahren bekannteste Satiremagazin, fast jährlich mit einen aufsehenerregenden Prozeß zur Klärung von Satire in der Öffentlichkeit, nicht zu erklären. On Top gehört zum Beweberprofil, dass die „Prüfer“ verbindlich zusichern müssen, auch jeden noch so bekannten Künstler nicht zu kennen und sich das NIveau zur Bewertung rechtlicher und gesellschaftlicher Fragestellungen max. auf das eines 8 jährigen beschränken darf. Alternativ dazu, kann der Berwerber zusichern, in Irland zu wohnen, und die Berwertung auschließlich mir Google Translate vornehmen zu können. MDieses klar geregelte „“Prüfereinstellungsverfahrengrundsätzen“, ist nicht nur kostenschlank. Es ist auch eine Sozialagaenda im Bestreben Menschen in Lohn und Arbeit zu bringen, die die Nachmittagssendungen vom RTL 2 als primäre Bildungsquelle nachweisen können. Mit Stolz können die Digital Firmen darauf verweisen, dass Sie alles tun, um die Umsetzung von Gesetzten nicht einer elitären Clique von mindestens Sonderschülern zu überlassen, sondern auch Menschen ohne diesen Mindestabschluß einzustellen, die zudem auch oft isoliert gelebt haben.

  2. Mhm, vielleicht korrigiert die maßlose Löschung und solche Resultate die Nutzungsweise dieser Medientools. Wenigstens wird die Einflussnahme der privaten Unternehmen auf die öffentliche Kommunikationsstruktur deutlicher, als beim eher undurchschaubaren alltäglichen Aufmerksamkeits-leitungs-managment.

    Twitter, Facebook und Google waren und sind aufgrund ihrer kommerziellen und eigenen politischen Interessen ohnehin unbrauchbar für eine freie Diskurs-Kultur.

    Was allerdings zu befürchten ist, ist dass sich die Netzwerke als Solitäre halten und in Zukunft eine Diskurs befreite kommerzielle Zone abstecken in der alle Teilnehmer sich der (mehr oder minder) sanften Steuerung hingeben und sich informationslos steuern und auswerten lassen.
    Es bleiben trotzdem tools mit denen sich hervorragend soziale Massensteuerungsexperimente durchführen und analysieren lassen.

  3. Was wird denn erwartet? Daß die Zensoren eine aufwendige Recherche machen? Alle Twitter-Beiträge davor und danach genauestens analysieren? Nach dem Mann googeln? Seine politischen Beiträge analysieren? Eine Expertenkommission einberufen und ihn dann in „gut“ und „böse“ einteilen? Weil der Urheber und der Herr Reuter meinen, das sei zynisch und absichtlich überzeichnet, dann muß es so sein? Und selbst wenn: Der Mob legt heute bei jedem Wort fest, wie es zu interpretieren ist. Der Urheber wird nicht gefragt. Man sieht das im Moment wieder an den Affentheatern um das BVB-Affentheater, um die angeblichen Trumpschen Shitholes oder um #metoo.

    Der originale Liedtext unterstellt den genannten Personen(gruppen) niedere Beweggründe und puren Haß gegen die offenbar engelgleichen Anarchisten. Ich kann die Beschwerden, die zur Sperrung geführt haben, verstehen, auch wenn ich das stehen lassen würde, denn es demaskiert den Urheber, er baut sich seinen eigenen Pranger.

    Aber die Linke wollte ja die Zensur. Hier ist sie. Eat your own dog food.

    1. @EineMeinung: Das ist doch grob verzerrend. „Die Linke“ – was immer das sein soll – wollte ja die Zensur? Also die Linkspartei hat dagegen gestimmt, die Grünen haben sich enthalten. Und zivilgesellschaftlich gab es ein breites Bündnis gegen das Gesetz, falls Sie das vergessen haben: https://deklaration-fuer-meinungsfreiheit.de

      Auf netzpolitik.org haben wir schon sehr früh über das Gesetzesvorhaben berichtet. In mehr als 50 Artikeln seit Februar 2017 haben wir auf die Gefahren durch das Gesetz hingewiesen, das können Sie gerne hier nachlesen: https://netzpolitik.org/tag/netzdg

      Aber klar, in Ihrem verqueren Weltbild kämpft einzig und allein die AfD für die Meinungsfreiheit. Das sind nun wirklich die unglaubwürdigsten Beschützer der Meinungsfreiheit. Dass ausgerechnet Rechtsradikale die Meinungsfreiheit beschützen sollen, halte ich angesichts aller mir bekannten Menschenheitsgeschichte für einen schlechten Witz. Zumal rechter Hass und Hetze, schäbige Bedrohungen und rassistische Falschmeldungen erst eine gesellschaftliche Atmosphäre geschaffen haben, in dem so ein Gesetz durchkommen konnte.

      Dass Sie sich jetzt in gewohnter Weise im Opferschlamm suhlen und dabei laut „Meinungsfreiheit“ blöken, während ihre rechten Volksgenossen in Meldeorgien Inhalte Andersdenkender aus dem Netz zu klicken versuchen, kann man wirklich nur als perfide Strategie zur Absicherung des gesellschaftlichen Rechtsrucks begreifen. Mal abgesehen davon, dass Sie den Diskurs um markt- und meinungsdominante Plattformen und deren Regulierung zum Wohle der Gesellschaft überhaupt nicht verstanden haben.

      1. „Aber klar, in Ihrem verqueren Weltbild kämpft einzig und allein die AfD für die Meinungsfreiheit. Das sind nun wirklich die unglaubwürdigsten Beschützer der Meinungsfreiheit.“

        Dem stimme ich zu. AFD Politiker beleidigen zuhauf andere Politiker u. Minderheiten in einer „braunen“ Sprache, sobald aber ein AFD Politiker selbst „beleidigt“ wird, z.B. in Form von Satire (Nazi-Schlampe), ruft man nach Löschung und Vergeltung.

  4. These: Die Firmen könnten vorsätzlich solche vermeintliche Unklarheit produzieren. Tenor: „Schaut mal, das Gesetz ist zu unbestimmt“.

    Mal abgesehen davon, dass es mit Barbara endlich mal ne Richtige erwischt hat. Unerträglicher Stumpfsinn ;-)

  5. Es ist zum Kringeln. Na? Wie liegt sich das selbstgemachte Bett? Beschissen, oder?
    Haettet ihr mal weniger laut „Nazis“ gebruellt und zugehoert, als die Frage aufkam, ob ihr wirklich glaubt, dass die Zensur bei euren Gegnern Halt macht.

    1. Ach so, ich vergaß. Die Nazis waren ja die großen Beschützer der Meinungsfreiheit. Und der Bund der Industrie ist ab jetzt zuständig für soziale Gerechtigkeit. Und die Automobilindustrie für den Umweltschutz. Und die Rüstungsindustrie ist für Frieden zuständig….

  6. Wer solche (a)sozialen Medien nutzt macht sich IMO mitschuldig an deren Macht. Solche Personen vergrößern sie schließlich durch ihre Nutzung.

  7. Selbst schuld wenn die Leute meinen das „öffentliche“ Leben in weiten Teilen virtuell auf Computern von Großunternehmen in privater Hand aufführen zu lassen.

    Das ist der Preis dafür, das man seine sozialen Beziehungen den Kapitalisten zum Fraß vorgeworfen hat.
    Es ist der Preis dafür, das Millionen zu bequem waren ihre eigenen Internetseiten zu managen und staatliches Versagen, weil keine staatliche Internetinfrastruktur existiert, die eine öffentliche oder halböffentliche Kommunikation möglich macht.
    Kosten dafür, das man über die Methoden von Geheimdiensten und politische Propaganda gerne schimpft, aber privaten Akteuren in der Gesellschaft dasselbe erlaubt hat – bis dahin, das sie Kinder ausspionieren und mit Propaganda vollstopfte um aus ihnen Konsumisten zu machen nachdem man verhinderte das anständige Menschen aus ihnen wurde.

    Es gäbe noch hunderte Gründe, wieso alle Teilnehmer dieser Asozialen Netze diesen Ausschluss und noch viel mehr Willkür verdient haben und ich hoffe es wird noch viel mehr Störungen, Probleme und politische Einflussnahmen in diesen Sabbelröhren geben.

    Trefft euch halt wieder am Stammtisch oder im Vereinsheim zum quatschen. Da fliegt ihr zwar auch raus wenn ihr Unsinn faselt den Wirt anpöbelt oder euch sonstwie daneben benehmt, aber dann könnt ihr ja den Wirt prügeln…

    Was habt ihr eigentlich erwartet? Stasi-Konzerne gründen, denen bis zum Anschlag hinten rein kriechen, eure Daten hinterherwerfen und dann, während man genau wissen kann das im Asozialen Medienzirkus der Kunde nicht König sondern Produkt ist, das meistbietend an Aasgeier in aller Welt verhökert wird?

    Beklopptes Volx

    1. Tja, es gibt Menschen die wollen keinen Kontakt mit Menschen haben, die sich an solchen Orten treffen, die dort verkehren.
      „Stammtisch“, Disco, Konzert,, „Malle“ etc..

  8. Ich hoffe doch die sperren auch nach Iranischem, russischem etc. Recht.

    Was ist eigentlich bei Sachen die vor dem Deutschen Wahnsinn zulässig waren, und auf Englisch geschrieben werden.
    Werden jetzt auch die Einträge von US-Bürgern etc. nach deutschem Recht gesperrt?
    Also sollte Twitter ja auch „Homopropaganda“ sperren, wenn Russland das verlangt.
    Mindestens in Russisch, aber wenn in jeder Sprache nach Dt. Recht gelöscht wird, dann auch nach Russischem, iranischem (Karikaturen etc.)…

    Ganz konkret, sind Posts mit Hakenkreuzen, oder Fotos von Neonazi-Umzügen (mit Naziflagge, Hitlergruß, in Uniformen etc., ist ja alles in den USA legal), gepostet durch die Neonazis jetzt verboten?
    Oder fiel das schon vorher unter deren Hausregeln? Ganz ohne Hatespeech, das bezweifele Ich.
    Wäre ja schon ein Ding, wenn nur duch Deutsche Aktivitäten etwas das vorher bei Twitter zulässig war auch für US-Bürger verboten ist.

    Das wäre doch jetzt DIE Chance für ein Startup international mit einer Zensurfreien Plattform zu starten, in der auch offensichtlich nach Dt- Recht strafbare Inhalte stehen bleiben.
    Sitz in den USA, keine Büros in anderen Ländern, einfach alles über eine .com-Domain, und pro Land eine Umleitung auf eine Subdomain wie de.NeuerDienst.com.
    Ich würde auf Deutsches (Menschenrechte brechendes) Recht sch…….
    Man kann solche Beiträge ja dennoch identifizieren und markieren, dann kann jeder festlegen ob er auch solche Beiträge angezeigt bekommen will.

    Das gleiche mit einem sozialen Netzwerk.

    Am besten in einer Art und Weise, einer Art „App“, die dafür sorgt, dass man alles dass man auf FB und Twitter postet, auch im neuen gepostet wird.
    Also eine App die eine Oberfläche bietet die nicht von FB ist, aber ähnlich aussehen kann (so weit es das Urheberrecht zulässt), aber beide Seiten zugleich bedient.
    Evtl. könnte ja so dafür gesorgt werden Nutzer abzuwerben.
    Dazu noch neue Funktionen.

    Ich habe ein Problem damit wenn „Hate-Speech“, Volksverhetzung, Beleidigung etc. seitens eines Staates EU-Menschenrechtswidrig verboten ist.
    Wenn das aber ein Unternehmen auf seiner Seite verbietet, das ist problematisch, aber auf einer ganz anderen Ebene.
    Das wäre dann nur deren Entscheidung.
    Es ist ja auch meine Entscxheidung auf meiner Suizidseite auch dazu ermuntern würde falsche Suizidankündigungen online zu stellen…
    Weil Suizid keine Straftat ist, und daher keine „Vortäuschung einer Straftat“ greift. Da man aber dagegen ist dass die Polizei Nutzer der Seite die sich wirklich umbringen wollen belästigt, füttert man sie mit Fakes. Ist ja deren Entscheidung es zu verfolgen. Da könnten ja andeutungen auf eine Berghütte drin sein, die nur mit dem Hubschrauber schnell zu erreichen ist. Und?!? Auf der Seite stünde deutlich für Besucher und Polizei zu lesen, dass NIEMAND der dort seinen Suizid ankündigt Hilfe wünscht.

    Ob Twitter absichtlich so „austickt“, um Stimmung gegen das Gesetz anzufachen ;-) .
    Die können gerne noch mehr Tweets von Maas, oder gar dem offiziellen SPD-Konto etc. sperren.
    Ich würde dann immer rein setzen dass es wegen des NetzDG geschah.
    Dieser Honk Maas hat ja wirklich behauptet SEIN Tweet sei NICHT wegen des NetzDG gelöscht worden.
    Jetzt sollte Twitter diesen Typen düpieren, und ganz klar sagen dass es wegen des netzDG war…

  9. Wenn Twitter wirklich keinen Gewinn abwirft, gibt es nicht irgendeinen Milliardär der es aufkaufen könnte, um dann auf Deutsches Recht zu urinieren?

    Wie kann ein solches Unternehmen scheinbar jährlich 1,4Mia Dollar Umsatz pro Jahr haben, aber Verluste machen?!?
    Das heißt die geben mehr als 1,4Mia jährlich aus?!?
    Das ist ein Internetuntenehmen, nicht VW, Lufthansa, Provider etc..

  10. Diese Debatten und die Empörung sind sinnlos. Die einzige und richtige Alternative ist Twitter nicht (mehr) zu benutzen. Es gibt Alternativen.

    Diese Firma wird ihr Verhalten nicht ändern, solange sich Leute von ihrer ‚Dienstleistung‘ abhängig machen. Und die Politik will auch von der Zensur profitieren, also wird sie Twitter nicht daran hindern.

  11. „Rupp selbst hat übrigens keine Lust mehr auf Twitter, egal wie die Sache nun ausgeht […]: Mit einem Konzern, der ihn so behandelt, will er nichts mehr zu tun haben.“ Dieser Teil ist leider nicht belegt. Woher wissen wir das?

    1. Ich stand für den Artikel selbstverständlich mit Herrn Rupp in Kontakt. Diesen Satz schrieb er in einem seiner Blogbeiträge zum Thema.

        1. Fakt ist, dass dieser Jörg Rupp sich selbst als „Feminist“ und Kämpfer gegen den „Maskulisms“ klassifiziert. Er jedoch sexistische Tweets über eine FDP Frau rausgelassen hat, die selbst an bayerischen Stammtischen zu Maßregelung geführt hätten. Dies hier als „blöden“ Tweet schönzuschreiben, und On TOP, Ihn als „Opfer“ des folgenden shitstorms zu bemitleiden, ist heftig. Das zeigt leider einmal mehr, wie selektiv die Netzgemeinde „Hate oder Fake oder sonstwas News“ einstuft, Das sind stets nur die anderen, was man selbst macht, ist freie Meinungsäußerung. Merkt Ihr bei NP was ?

  12. „Menschen dürfen nicht nach Jahren fruchtbarer Beteiligung an öffentlicher Diskussion in sozialen Netzwerken aus Debattenräumen ausgeschlossen werden, weil sie einmal einen missverständlich formulierten Tweet abgesetzt haben.“

    Aber sie werden ja gar aus dem Diskurs nicht ausgeschlossen, der Inhaber des Hausrechts auf der Plattform zeigt den Hassern die Tür lol. Relevant XKCD und so.

    Das war jahrelang das Argument der Linken, wenn die anderen gesperrt wurden. Nach den aktuellen Fällen sollte sich aber langsam die Erkenntnis durchsetzen, dass Löschungen aus dem Diskurs nie eine gute Idee sind. Leider allerdings etwas spät, denn nun haben wir das NetzDG, gegen das kaum Protest stattfand, weil alle davon ausgingen, dass es schon nur die Richtigen treffen wird.

  13. Was mich tierisch aufregt ist, dass die ganzen Social Media Firmen zwar in USA chillen und dort ihre Server und Impressum haben und somit AUSSCHLIEßLICH an die US Gesetze gebunden sind, sprich die Kommunikation im Grunde schon sogar auf englisch ablaufen muss, denn die Amtssprache bei unseren Behörden ist ja auch deutsch. Dass die Firmen aber da nicht sagen – nee Mann eure Gesetze in DE oder wo auch immer interessieren uns nicht, zeig uns nach welchen amerikanischen Gesetze wir was illegales machen, wenn du nix findest, hauste rin Doppelkinn. SO müsste die Kommunikation ablaufen, hat Wikileaks auch gemacht mit dem BND und danach kam nix mehr

    https://file.wikileaks.org/file/bnd-correspondence.txt

    Zensur und Löschen wäre daher überhaupt nicht nötig oder möglich, auch wenn das „VerfaSSung“sgericht was entschieden hätte. Ich kann hier in DE auch nicht mit ner Wumme rumrennen und wenn ich erwischt werde mich auf die Bill of Rights in Amiland berufen.

    Das beste Mittel gegen NetzDG ist momentan VPN. Das schützt allerdings nur vor Anzeigen, Abmahnungen usw. jedoch nicht vor der Möglichkeit, dass der Nick gelöscht wird. Dennoch solltet ihr die Social Media Bratzen darüber aufklären und Stellungnahmen fordern, warum die sich nicht an das US Recht halten und es genau genommen missachten.

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