Das letzte Aufgebot gegen Filesharing

„9,99 Euro! Ab heute Billig-CDs“ titelte heute die Bild, nicht als Schlagzeile des Tages, aber kleiner darunter. Die Nachricht dürfte nur für Bild-Leser neu sein, BMG hat sich ein geniales neues Preissystem ausgedacht. BMG ist übrigens der ehemals deutsche Musikkonzern, der jetzt fast alle deutschen Musiker rausschmeisst, um Geld zu sparen und dafür verantwortlich ist, dass Udo Lindenberg nun zu einem Indie-Label muss. Der erste Satz des Artikels lautet dann auch:

„Es ist die letzte Hoffnung im Kampf gegen illegale Raubkopien!“

Bitte was? Wenn CDs ohne Cover und Booklet für 9,99 Euro das letzte Aufgebot darstellen sollen, dann haben sie es nicht anders verdient. Wieviele Menschen kaufen sich wohl diese „Billig-CDs“ mit keinem Cover? War doch für Konsumenten trotz allen digitalen Möglichkeiten ein Mehrwert von CDs immer im haptischen zu finden, nämlich ein nettes Booklet, Cover und vielleicht ein Poster. Ausserdem machen sich gekaufte CDs besser im Schrank oder Regal als ein Haufen Rohlinge. Einfach nur einen bebrannten Rohling für 9,99 Euro – das ist schon mehr als mutig und vielleicht sogar dumm. Nun gut, ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen und ende mit einem optimistisch-stimmenden Zitat eines BMG-Managers am Ende des Bild-Artikels:

„Wenn sich die Stückzahlen nicht kräftig erhöhen, haben wir ein Problem“.

Was soll man dazu noch sagen?

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