UK: 600.000 Rekrutendaten geklaut

Hat es noch Neuigkeitswert, wenn in Grossbritanien mal wieder massenhaft personenbezogene Daten verloren gegangen sind? In dem vierten Fall innerhalb kurzer Zeit wurden Daten von 600.000 Rekruten zusammen mit einem Notebook geklaut: Datenpannen beim britischen Militär und US-Kreditkartenunternehmen.

Ein Jungoffizier der Royal Navy hatte die Namen, Pass- und Versicherungsnummern sowie Angaben zum Familienstand von Rekruten und anderen Militärdienstbewerbern auf seinem Laptop gespeichert und über Nacht auf dem Beifahrersitz seines PKW liegen lassen. Am nächsten Morgen fand er den Wagen aufgebrochen vor und das Laptop war gestohlen. Dies passierte allerdings nicht in einer düsteren Seitengasse eines Londoner Vororts, sondern auf bewachtem Militärgelände. Wie der Täter das Notebook vom Militärgelände herunterschmuggeln konnte, ist bislang nicht geklärt.

Und wi wir schon in Grossbritanien sind: Britische Polizei räumt eklatante Schwächen der Videoüberwachung ein.

Graeme Gerrard, bei der britischen Association of Chief Police Officers (ACPO) für Videoüberwachung zuständig, hat bei einer parlamentarischen Anhörung eingeräumt, dass die in Großbritannien schier jeden Meter in Innenstädten überwachenden Kameras Gewaltverbrechen und spontan begangene Straftaten nicht verhindern. Andere Länder seien zwar längst erstaunt, in welchem Ausmaß die Briten durch “Closed Circuit Television” (CCTV) bespitzelt würden, erklärte der Ermittler am Donnerstag im Verfassungsausschuss des House of Lords. Die Abschreckungswirkung sei aber sehr gering. Der Experte der Vereinigung der lokalen Polizeichefs gab zudem zu, dass die Öffentlichkeit über die Effizienz der elektronischen Augen “in die Irre geführt” worden sei.

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3 Kommentare

  1. flx
    Erstellt am 19. Januar 2008 um 17:51 | Permanent-Link

    Es werden wohl in Zukunft noch ein paar solcher “IT-Gammelfleischskandale” an die Öffentlichkeit kommen müssen, vielleicht ändern sich ja dann die Ansichten der breiten Masse zu solch verpönten Themen wie Datenschutz.

  2. radi
    Erstellt am 21. Januar 2008 um 12:26 | Permanent-Link

    glaube ich kaum. die meinung der breiten masse lässt sich nur ändern, wenn die grundlegenden lebensfunktionen (essen, trinken, billige unterhaltung und vermehrung) nicht mehr gegeben sind. siehe die französische revolution!

  3. Rugor
    Erstellt am 22. Januar 2008 um 21:40 | Permanent-Link

    Naja, da der Jungoffizier seine Festplatte, wie es sich in einem Notebook gehört, verschlüsselt hatte, konnte ja keiner an die Daten ran ;-)

2 Trackbacks

  1. Von Zentraler Lebenslauf für UK « Blue Archive am 16. Februar 2008 um 07:54

    [...] mal so richtig die Kinnlade runterklappen lassen. Ausgerechnet Großbritannien, die allein 2007 mindestens 4 große Datenpannen hatten, wollen jetzt einen zentralen Lebenslauf einführen, den jeder Mensch ab 14 anlegen müsste, [...]

  2. [...] dort wo andauernd Daten verloren gehen (ich bin zu faul für eine Aufzählung aller Vorfälle der letzten paar Monate), will jetzt doch [...]

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