Ticker vom 01.11.2024

Forbes
Mindestens eine Million US-Dollar habe Facebook schon durch manipulative Werbeanzeigen zur US-Wahl verdient, analysiert Forbes auf Grundlage von Facebooks eigener Werbe-Bibliothek. Die Moderation kommt offenbar nicht hinterher.
Reuters
Warum man in Indonesien gerade kein iPhone16 und kein Google Pixel kaufen kann: In der drittgrößten Demokratie der Welt müssen Technologie-Unternehmen 40 Prozent der Komponenten aus dem Inland beziehen, sonst droht der Bann. Google und Apple hat das nun ereilt.
TAGESSPIEGEL
Ärger wegen fragwürdiger Inhalte in Chatgruppen gibt es auch bei der BVG. Ein Tramfahrer hatte eine Fotomontage gepostet, in der eine Pistole auf einen Mann gerichtet wurde, der Kontext waren Tarifverhandlungen. Das Arbeitsgericht hat die Kündigung der Berliner Verkehrsbetriebe nun bestätigt.
taz
WitchTok, Cyberhexen, Open-Source-Software-Séancen gegen Elon Musk. Irgendetwas zwischen Esoterik-Hype und feministischem Grundgedanken scheint einige junge Menschen anzuziehen. Halloween-tauglicher Einblick in eine spezielle Welt.
OpenAI
ChatGPT goes Suchmaschine. Das Unternehmen OpenAI hat angekündigt, dass das Sprachmodell künftig auch auf aktuelle Quellen aus dem Netz verweisen wird. Dabei arbeite man etwa mit Wetterdienst-Anbietern und Nachrichtenseiten zusammen, auch die französische Tageszeitung Le Monde macht mit.
heise online
Die EU-Kommission hat eine Untersuchung nach dem Digital Services Act gegen Temu begonnen. Der Online-Marktplatz aus China steht im Verdacht, unzureichend gegen illegale Produkte vorzugehen. Temu verspricht zu kooperieren.

Ticker vom 31.10.2024

Notes from Poland
15 Jahre lang hatte der Radiomoderator Jarosław Juszkiewicz dem polnischen Google-Maps-Ableger seine Stimme geliehen. Damit ist nun Schluss: Juszkiewicz wird durch eine KI-generierte Alternative ersetzt.
Bundesarbeitsgemeinschaft "Gegen Hass im Netz"
Der letzte Trendreport "Machine Against the Rage" untersucht, welche Rolle KI-Bilder aktuell in rechtsextremen Telegram-Kanälen spielen. Offenbar keine große, so das erste Resümee. Erstaunlich viele der Bilder weisen jedoch einen US-Bezug auf.
The Washington Post
Mit sogenannten Community Notes sollten Twitter-Nutzer:innen die Ausbreitung von Desinformation eindämmen. Wie viel das bringt, war immer schon umstritten. Nach der Umfärbung des Online-Dienstes durch Elon Musk ist der Ansatz nun komplett wertlos.
Proof
Ein Team rund um die gemeinnützige US-Organisation Proof hat untersucht, wie populäre Sprachmodelle auf englische und spanische Fragen zur US-Wahl reagieren. Das Ergebnis: In den meisten Fällen gab es mehr fehlerhafte Antworten auf Spanisch.
DER SPIEGEL
Blitzer sollen in Frankreich bald nicht mehr nur Tempo- und Ampelverstöße ahnden, sondern auch anschlagen, wenn Menschen mit Handy am Steuer oder ohne Sicherheitsgurt unterwegs sind. Möglich machen soll das sogenannte KI. Ein Automobilklub wittert staatliche Abzocke.
The Verge
Eine im Journal "Social Problems" veröffentlichte Studie untersucht, wie US-Strafrichter:innen algorithmische Entscheidungen einbeziehen – etwa bei der Frage, ob Angeklagte in Untersuchungshaft bleiben sollen. The Verge fasst die Ergebnisse zusammen.
The Washington Post
Der US-Wahlbezirk, der das Silicon Valley in Washington vertritt, wird bei den Kongresswahlen neu besetzt. Dass es ein Demokrat wird, steht jetzt schon fest. Der in Umfragen führende Sam Liccardo sieht etwa die oberste US-Wettbewerbshüterin Lina Khan kritisch.
The Guardian
Um Donald Trump im US-Wahlkampf zu unterstützen, verlost Elon Musk täglich eine Million Dollar unter registrierten Wähler:innen, die sich für Meinungsfreiheit und Waffenbesitz aussprechen. Mehrere Wahlrechtsexpert:innen halten das für illegal, nun muss Musk deshalb vor Gericht erscheinen.
Snap
23 Prozent der 13- bis 24-Jährigen aus sechs Ländern (u. a. USA, Deutschland, Indien) sollen bereits Sextortion erlebt haben, ergibt eine Umfrage des US-Konzerns Snap. Dabei ergattern Erpresser*innen Nacktfotos ihrer Opfer und fordern etwa Geld oder weitere Bilder.
DER SPIEGEL
Die neuen Mechanismen zur Monetarisierung auf Elon Musks Plattform X befeuern offenbar die Verbreitung von Desinformation über die US-Wahl. Das zeigt eine Recherche der BBC, laut der Account-Betreiber:innen mit wahlbezogenen Fakes Tausende Dollar im Monat machen können.
Postbank
Die Postbank hat in ihrer „Ju­gend-Di­gi­tal­stu­die 2024“ herausgefunden, dass Jugendliche in Deutschland pro Woche 71,5 Stunden im Netz verbringen. Am meisten sind die jungen Menschen mit dem Smartphone online.
tagesschau
Großrazzia und Glasfaserausbau liest man nicht so häufig in einem Satz. Nun aber durchsuchten 180 Polizei- und Zollbeamt:innen mehrere Wohnungen und Büros in verschiedenen Bundesländern, unter anderem wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung.
heise online
Die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider spricht mit Falk Steiner über Probleme mit der Akzeptanz von Datenschutz, die elektronische Patientenakte und natürlich KI.

Ticker vom 30.10.2024

Newsweek
Google will mehr Kontrolle über die Integrität von Werbetreibenden. Künftig sollen nur noch Inhaber von Google-Business-Accounts Anzeigen schalten dürfen. Ziel ist offenbar, Betrug zu erschweren.
The Guardian
Fake-Accounts auf X machen vor der Klimakonferenz COP29 Stimmung für das Gastgeberland Aserbaidschan. Zuvor waren die Beiträge über das Land in Verbindung mit COP29 eher negativ, weil der Petro-Staat mit Öl- und Gasexporten hohe Einnahmen erzielt.
ÜberwachtAtlas
Eine Gruppe sammelt sogenannte gefährliche Orte auf einer Deutschlandkarte. Dort hat die Polizei je nach Bundesland besondere Befugnisse, etwa für verdachtsunabhängige Kontrollen oder Videoüberwachung.
Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Vertreter:innen von Verlagen, Buchhandel, Bibliotheken und Co. haben sich auf gemeinsame Empfehlungen beim E-Book-Verleih in öffentlichen Bibliotheken geeinigt. Bisher gab es Streit, weil die digitalen Bücher oft erst deutlich nach Erscheinen des Papierbuchs verleihbar waren.
golem.de
Zwei Sextillionen Rubel – umgerechnet 19.015.860.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Euro – Geldbuße soll Google bezahlen. Der Videodienst hatte gelöschte russische Propaganda-Accounts und -Videos nicht wiederhergestellt.