Ticker vom 17.03.2026

Open Measures vor
Alternative Online-Dienste, ob Bluesky, Mastodon oder Gab, sind vielleicht nicht ganz so groß wie etwa Instagram. Aber sie sind bei weitem nicht so unbedeutend, um sie als Randphänomen zu betrachten, zeigt eine Auswertung von Open Measures.
U.S. National Archive vor
Das US-Nationalarchiv stellt mehrere Millionen NSDAP-Mitgliedskarteien erstmals ins Netz, wie der Spiegel (€) berichtet. Damit lässt sich per Mausklick erforschen, ob in der eigenen Familiengeschichte womöglich Geheimnisse lauern.
YouTube/Forbrukerrådet vor
Mit einem satirischen Video klärt die norwegische Verbraucherschutzbehörde über "Enshittification" auf – also die Verschlechterung digitaler Dienste, damit sie mehr Profit abwerfen.
Lambda Bundesverband vor
Der Lambda Bundesverband vertritt die Interessen queerer Jugendlicher in Deutschland und lehnt ein Social-Media-Verbot für Minderjährige ab: "Digitale Räume sind für queere Jugendliche unverzichtbar."
The Guardian vor
Eine Großmutter aus dem US-Bundesstaat Tennessee soll zu Unrecht sechs Monate im Gefängnis verbracht haben. Eine als KI bezeichnete Software für Gesichtserkennung hatte nahegelegt, dass sie wie eine Verdächtige aussehe.
Bundesnetzagentur vor
Wer vermutet, in einem mit Breitbandinternet unterversorgten Gebiet zu leben, kann dies mit der Testversion eines neuen Online-Tools der Bundesnetzagentur überprüfen.
Oldenburger Onlinezeitung vor
Laut Justizministerium setzt sich Deutschland in der EU für eine Ja-heißt-Ja-Regelung im Sexualstrafrecht für Jugendliche ein. Anlass sind die laufenden Verhandlungen zur "Chatkontrolle"-Verordnung, die den sexuellen Missbrauch von Kindern bekämpfen soll.
The New York Times vor
Donald Trump und seine Schergen, von Verteidigungsminister Hegseth bis zum FCC-Chef Carr, üben starken Druck auf US-Medien aus, um eine vorteilhafte Berichterstattung über den Krieg in Iran zu erzwingen.
Die Medienanstalten vor
Auch Influencer:innen müssen in der EU künftig politische Werbung transparent kennzeichnen, sonst droht Bußgeld. Die deutsche Medienaufsicht bereitet sich auf die Durchsetzung vor, zeigt der erste Beitrag eines neuen Berichts zur Social-Media-Regulierung.
t3n vor
Der US-Konzern Niantic arbeitet weiter an der Verwertung von Milliarden Aufnahmen, die Nutzer*innen des Hype-Spiels Pokémon Go angehäuft haben. Ein daraus abgeleitetes Modell der Welt soll Lieferrobotern bei der Navigation helfen.
Washingtonian vor
Die Washington Post von Amazon-Chef Bezos nutzt seit Neuestem personenbezogene Daten, um algorithmisch die Abo-Gebühr zu ermitteln. Dabei bleiben viele Fragen offen.
Science Media Center vor
In der jüngsten Reaktion von X auf die EU-Kommission sehen Fachleute ein Signal für wirkende Regulierung. Hintergrund ist ein Verfahren auf Basis des Gesetzes über digitale Dienste (DSA), unter anderem wegen irreführender blauer Haken.
Instagram vor
Ab 8. Mai schafft Instagram in Direktnachrichten die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ab, die Grundrechte wie Privatsphäre und Vertraulichkeit der Kommunikation schützt.
taz vor
Die taz hat einen 25-Jährigen besucht, der in seiner Freizeit soziale Medien nach Nazisymbolen und Volksverhetzung durchsucht und Anzeigen stellt. Denn er hat Angst, dass aus Worten Taten werden.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bemängelt die IT-Sicherheit von Software-Produkten des Gesundheitswesens. Untersucht hat die Behörde digitale Praxisverwaltungssysteme und Pflegedokumentationssysteme.

Ticker vom 16.03.2026

Geschichte der Gegenwart
Der Historiker Gleb Albert beschreibt eine alternative Geschichte sozialer Medien, die selbstbestimmt und dezentral verwaltet werden. Eine Entwicklung von Bulletin Boards bis Mastodon.
The Guardian
Bei den US-Midterm-Wahlen versucht die Crypto-Branche ihren Erfolg von der letzten Kongress-Wahl zu wiederholen: Mit einem Budget von 200 Millionen Dollar unterstützt sie vor allem republikanische Kandidierende, die sich gegen Regulierung digitaler Währungen aussprechen.
vzbv
Nach zehn Jahren Rechtsstreit kann der Verbraucherzentrale Bundesverband einen wichtigen Sieg gegen Meta feiern: Wegen ungültiger Einwilligungen darf der Konzern Daten aus den Adressbüchern von WhatsApp-Nutzer:innen nicht an Facebook weitergeben.
T-Online
Von Sponsoren finanzierte YouTube-Videos müssen besser gekennzeichnet werden als mit einem zehnsekündigen Hinweis. Das entschied das Landgericht Bamberg nach einer Klage der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zum Video eines Fin-Fluencers.
Der Standard
Beim Einsatz von Datenanalysen nach Palantir-Art in Ermittlungsbehörden wird in einer Black Box entschieden, welche Verdächtigen die Ermittler*innen präsentiert bekommen. GFF-Juristin Franziska Görlitz sieht eine Tendenz zum grundrechtsverletzenden „predicitive policing“.
The Guardian
Bei modernen militärischen Operationen wählt Software die Ziele aus. Für Kollateralschäden wie Treffer in einer Mädchenschule ist niemand verantwortlich. Der Guardian erzählt in einem bewegenden Text, wie Big Tech den Krieg völlig entmenschlicht.
Golem.de
Die USA kaufen für 20 Milliarden Dollar autonome Waffensysteme bei Anduril, einem KI-Startup.