Biometrie
Biometrie ist die automatisierte Erkennung von Personen anhand einzigartiger körperlicher oder verhaltensbezogener Merkmale.
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: Gesichtserkennung: Automatisierter Rassismus gegen uigurische Minderheit in China
Wohl kaum eine ethnische Gruppe weltweit steht unter so einem großen Überwachungsdruck wie die Uiguren in China. (Symbolbild) : Gesichtserkennung: Automatisierter Rassismus gegen uigurische Minderheit in China Die chinesische Regierung nutzt Videoüberwachung und künstliche Intelligenz für Racial Profiling, um Mitglieder der uigurischen Minderheit im öffentlichen Raum zu erfassen und zu verfolgen.
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: Was vom Tage übrig blieb: Cyber-Stoppbefehle, Bodycams und der gute alte Digitalpakt
Himmel grau und wochentäglich! / Auch die Stadt ist noch dieselbe! / Und noch immer blöd und kläglich / Spiegelt sie sich in der <del>Elbe</del> Spree. – <a href="https://de.wikisource.org/wiki/Himmel_grau_und_wochentäglich!">Heinrich Heine</a> : Was vom Tage übrig blieb: Cyber-Stoppbefehle, Bodycams und der gute alte Digitalpakt Der europäische Polizeikongress tanzte weiter, Netzpolitik ist für Angela Merkel ein Megathema und die Fahrverbot-Überwachung bleibt kontrovers. Außerdem kommt endlich der Digitalpakt, Chefs überwachen gern ihre Mitarbeiter und Bodycam-Aufnahmen von Polizisten sollen bei Beschwerden außen vor bleiben. Die interessantesten Reste des Tages.
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: Bald landen in ganz Europa alle Fingerabdrücke im Personalausweis
Die britische Polizei beim Fingerabdrücke-Nehmen: Bald auch für Personalausweise verpflichtend? : Bald landen in ganz Europa alle Fingerabdrücke im Personalausweis Die EU-Staaten wollen biometrische Daten aller Bürger in Europa sammeln. Verhandler einigten sich in Brüssel auf neue Vorschriften für Identitätskarten. Stimmt das EU-Parlament zu, müssen bald auch in Deutschland Fingerabdrücke im Personalausweis gespeichert werden.
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: Stadtrat will Gesichtserkennung in San Francisco verbieten
San Francisco könnte Vorreiter werden bei einer restriktiven Regulierung von Gesichtserkennug in den USA. (Symbolbild) : Stadtrat will Gesichtserkennung in San Francisco verbieten Die kalifornische Metropole könnte die erste Stadt der USA werden, die den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien komplett verbietet. Mit einer neuen Verordnung will ein Stadtrat auch den Einsatz anderer Überwachungstechnik beschränken und besser kontrollieren.
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: EU-Mitgliedsstaaten für verpflichtende Fingerabdrücke in Ausweisen
Österreichs Innenminister Kickl freut sich über die Fingerabdruck-Pflicht : EU-Mitgliedsstaaten für verpflichtende Fingerabdrücke in Ausweisen Behörden könnten bald Fingerabdrücke von Millionen Bürgern sammeln. Die EU-Staaten stellten sich heute hinter einen Vorschlag der Kommission, der überall in Europa zur Sammlung biometrischer Daten verpflichten würde. Abgeordnete fürchten Abfluss der Fingerabdrücke in den großen EU-Datentopf.
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: EU-Projekt entwickelt smarten Lügendetektor für Grenzkontrollen
Biometrisches Grenzkontrollsystem am Flughafen Lissabon : EU-Projekt entwickelt smarten Lügendetektor für Grenzkontrollen Das Grenzsystem iBorderCtrl sammelt biometrische Daten von Einreisenden und prüft per Videochat mit einem Avatar, wer falsche Angaben macht. Mehrere EU-Staaten testen die Technologie bald an ihren Außengrenzen. Die europaweite Sammlung biometrischer Daten könnte damit deutlich anwachsen.
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: Indisches Verfassungsgericht: Nationale Biometriedatenbank ist rechtens
Die biometrischen Daten eines indischen Bürgers werden für das Aadhaar-Programm registriert. : Indisches Verfassungsgericht: Nationale Biometriedatenbank ist rechtens In einem knapp 1.500 Seiten starken Urteil hat der oberste indische Gerichtshof heute das Biometrieprojekt Aadhaar für verfassungskonform erklärt. Datenschützer scheiterten mit einer Verfassungsbeschwerde. Dabei ist die Liste der Skandale lang: Erst im Januar konnten Angreifer auf die persönlichen Daten von über einer Milliarde Menschen mit Aadhaar-ID zugreifen.
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: Gesichtserkennung: Aktivisten manipulieren biometrisches Passbild
Der Reisepass mit dem "gemorphten" Bild. : Gesichtserkennung: Aktivisten manipulieren biometrisches Passbild Aktionskünstler haben zwei biometrische Fotos miteinander kombiniert und damit einen offiziellen Reisepass bekommen. Mit dem Hack wollen sie auf die zunehmende Überwachung durch Gesichtserkennung aufmerksam machen.
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Kritik an G20-Gesichtserkennung: „Neue Dimension staatlicher Ermittlungs- und Kontrolloptionen“
Die von der Hamburger SOKO „Schwarzer Block“ eingesetzte Software "Videmo 360" führte bislang zur Identifizierung von drei Personen. Kritik an G20-Gesichtserkennung: „Neue Dimension staatlicher Ermittlungs- und Kontrolloptionen“ Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar bewertet die Gesichtserkennung nach den Gipfelprotesten vom vergangenen Jahr in einer Stellungnahme als „datenschutzwidrig“. Die Polizei hatte im vergangenen Jahr 17 Terabyte Bild- und Videomaterial in eine eigens eingerichtete Datenbank zur biometrischen Suche überführt. Caspar nennt das eine „Herrschaft über Bilder“.
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: Interview zu biometrischer Überwachung: Seehofer soll die Ergebnisse des Tests am Südkreuz transparent machen
Protestaktion am Bahnhof Südkreuz. : Interview zu biometrischer Überwachung: Seehofer soll die Ergebnisse des Tests am Südkreuz transparent machen Automatisierte Gesichtserkennung ist ein massiver Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, sagt Ulrich Schellenberg, Präsident des Deutschen Anwaltvereins. Jetzt nach Ende des Biometrietests am Berliner Südkreuz sieht er Innenminister Horst Seehofer in der Pflicht, die konkreten Ergebnisse zu veröffentlichen.
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: Gesichtserkennung von Amazon verwechselte US-Abgeordnete mit Verdächtigen
Einfach verwechselt: Amazon-Software tut sich besonders bei nichtweißer Hautfarbe schwer : Gesichtserkennung von Amazon verwechselte US-Abgeordnete mit Verdächtigen Amazons umstrittene Gesichtserkennungssoftware Rekognition hat in 28 Fällen die Gesichter von Kongressabgeordneten versehentlich als Verdächtige aus einer Datenbank festgenommener Amerikaner erkannt. Der grobe Fehlgriff der Software kam bei einem Test der Bürgerrechtsorganisation ACLU zutage. Rekognition wird Polizeibehörden zur Identifikation von gesuchten Straftätern angeboten und kommt in der Metropole Orlando bereits zum Einsatz. Die Bürgerrechtler glichen Bildern der insgesamt 535 Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus mit der Datenbank ab, dabei produzierte Rekognition Fehlerkennungen bei Politikern aller Ethnien und Altersgruppen.
Besonders viele Schnitzer leistete sich die Software allerdings bei bestimmten Gruppen, berichtet ACLU:
Die falschen Übereinstimmungen betrafen übermäßig oft Menschen nichtweißer Hautfarbe […] Die Resultate zeigen, warum der Kongress die ACLU dabei unterstützen sollte, ein Moratorium für den Einsatz von Gesichtserkennung durch die Strafverfolgungsbehörden zu fordern. […] Eine Identifikation [durch die Software] – ob sie nun stimmt oder nicht – kann Menschen ihr Leben oder ihre Freiheit kosten.
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: Australien stoppt den Ausbau der nationalen Biometriedatenbank – wegen hoher Kosten
Fußabdrücke sind biometrische Daten und sollten in der aufgemotzten Datenbank gespeichert werden. : Australien stoppt den Ausbau der nationalen Biometriedatenbank – wegen hoher Kosten In Australien wird derzeit eine gigantische neue Biometriedatenbank aufgesetzt. Seit zwei Jahren arbeitet eine IT-Firma am Aufbau der Systeme bei der Kriminalpolizei. Jetzt wurde das Projekt vorerst auf Eis gelegt, die Mitarbeiterinnen mussten abziehen.
Der Sydney Morning Herald berichtet über den Grund für den Stopp:
Der Vertrag wurde im April 2016 geschlossen und sollte das nationale Fingerabdruckerkennungssystem ersetzen und Gesichtserkennung, Handabdrücke und Fußabdrücke hinzufügen. Stattdessen musste ACIC [die Kriminalpolizei] den Vertrag über die bestehende Fingerabdruckdatenbank immer wieder verlängern.
Ein vernichtender unabhängiger Bericht der Wirtschaftsprüfer von PriceWaterhouseCoopers […] empfahl, dass der Vertrag komplett überarbeitet werden müsse. Unter anderen sollte der Umfang des Projekts reduziert werden.
Die Kriminalpolizei und der IT-Konzern NEC Australia beendeten den Vertrag einvernehmlich und wollen erneut verhandeln. Schon im November 20017 war das Budget um 40 Millionen Australische Dollar (etwa 26 Millionen Euro) überschritten worden. Die Regierung hat allerdings keine Bedenken ob des Ausbaus von Überwachung geäußert, ihr geht es nicht schnell und günstig genug.
Eine Reihe von Staaten weltweit baut derzeit detaillierte, zentrale biometrische Datenbanken aus. Die indische Regierung betreibt mit Adhaar etwa die weltweit größte. Mittlerweile sollen darin über eine Milliarde Menschen registriert sein. Zentrale Datenbanken mit biometrischen Daten sind auch ein attraktives Ziel für Angriffe. Adhaar blickt seit der Einführung 2009 auf eine lange Reihe von Sicherheitslücken zurück, in deren Zuge Daten von Bürgerinnen öffentlich wurden. Als Reaktion darauf erkannte das höchste indische Gericht in einem wegweisenden Urteil das Grundrecht auf Privatsphäre an.
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: Biometriezwang in Europa: Abenteuerliche Argumentation der EU-Kommission zerlegt
Dimitris Avramopoulos und die EU-Kommission versuchen es ohne gute Argumente (Archivbild) : Biometriezwang in Europa: Abenteuerliche Argumentation der EU-Kommission zerlegt 370 Millionen EU-Bürger*innen sollen gezwungen werden, ihre Fingerabdrücke im Ausweis speichern zu lassen. Die Bürgerrechtsbewegung Statewatch übt harsche Kritik an diesen Plänen der EU-Kommission: Es bestehe kein Zusammenhang zwischen dem Vorschlag und den vorgebrachten Argumenten der Kommission zur Begründung des Biometriezwangs.
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: EU-weiter Zwang zur Abgabe von biometrischen Daten in Ausweisen
EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos. : EU-weiter Zwang zur Abgabe von biometrischen Daten in Ausweisen Innerhalb von zwei bis fünf Jahren sollen Papier-Ausweise ohne biometrische Daten in ganz Europa der Vergangenheit angehören. Das erklärte heute der EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos: Digitale Gesichtsbilder und Fingerabdrücke sollen von allen Europäern ab zwölf Jahren eingesammelt werden.
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: EU-Kommission plant verpflichtende Fingerabdrücke in Ausweisen
: EU-Kommission plant verpflichtende Fingerabdrücke in Ausweisen Bisher ist die Speicherung von Fingerabdrücken im Personalausweis in Deutschland freiwillig. Nach dem Willen des EU-Innenkommissars soll damit bald Schluss sein: Er fordert, dass alle Europäer verpflichtend ihre Fingerabdrücke in die Ausweise aufnehmen lassen. Das würde einer anlasslosen erkennungsdienstlichen Behandlung sämtlicher Erwachsenen in Europa gleichkommen.
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: Biometrische Datenbanken: Studie deckt schwere Mängel auf
Ein Mitarbeiter des Bundesamt fürs Migration und Flüchtlinge scannt einen Fingerabdruck. : Biometrische Datenbanken: Studie deckt schwere Mängel auf Bei der Erhebung und Speicherung von biometrischen Daten im Bereich Asyl und Migration kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Fehlern, die in manchen Fällen zur unberechtigten Ablehnung von Asylanträgen führen. Das geht aus einer Studie der Europäischen Agentur für Grundrechte hervor. Demnach berichten die Hälfte der befragten Grenz- und Visumsangestellten von Problemen bei der Eingabe von Daten in eine der zahlreichen Datenbanken.
Allein in der Eurodac-Datenbank für Asylbewerber und illegale Einwanderer waren 2016 fünf Millionen Fingerabdrücke gespeichert. Biometrische Daten werden auch im Schenger Informationssystem und dem Visa-Informationssystem gespeichert. Ein kritischer Punkt ist die Eingabe von Daten, schreibt Heise Online in der Zusammenfassung der Studie:
Dabei handle es sich etwa um falsche Schreibweisen von Namen, unterbliebene Übersetzungen, verfahrenstechnische Schwierigkeiten oder die Zuweisung von Fingerabdrücken zu einer falschen Person. Die Folgen könnten sein, dass beispielsweise Visa nicht erteilt oder Asylanträge abgelehnt werden.
Die EU-Kommission möchte die verschiedenen Datentöpfe künftig in einer zentralen biometrischen „Super-Datenbank“ zusammenfassen.
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: Innere Sicherheit im Koalitionsvertrag: Mehr Polizei, mehr Überwachung, mehr Datenaustausch
Aktivisten protestieren mit einer Performance am Überwachungsbahnhof Südkreuz in Berlin. : Innere Sicherheit im Koalitionsvertrag: Mehr Polizei, mehr Überwachung, mehr Datenaustausch Wenn Union und SPD Innenpolitik machen, dann ächzt es erfahrungsgemäß im Gebälk des Grundgesetzes. Wir haben uns den Koalitionsvertrag angesehen im Hinblick auf Polizeien, Geheimdienste und Überwachung.
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: Studie: Die biometrische Datenbank SIBIOS und die Menschenrechte in Argentinien
Insbesondere bei Demonstrationen ist die Nutzung biometrischer Erfassung ein schwerwiegender Grundrechtseingriff. : Studie: Die biometrische Datenbank SIBIOS und die Menschenrechte in Argentinien Der Einsatz von Biometrie zur Identifizierung von Bürgerinnen und Bürgern ist global im Trend. In Argentinien wurde mit Hilfe französischer und kubanischer Firmen ein intransparentes und schwach reglementiertes System aufgebaut. Es widerspricht nicht nur der Verfassung des Landes, sondern auch internationalen Menschenrechtsstandards.
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: China plant allgegenwärtige Videoüberwachung mit Gesichtserkennung bis 2020
Auf Schritt und Tritt überwacht. China führt den orwellschen Überbietungswettbewerb derzeit international an. (Symbolbild) : China plant allgegenwärtige Videoüberwachung mit Gesichtserkennung bis 2020 In China werden Systeme zur Gesichtserkennung im großen Maßstab ausgebaut. Von der Schließtechnik in Wohnhäusern bis zur vernetzten Überwachungskamera nutzen die Systeme nun auch Gesichtsbiometrie und Mustererkennung.
Simon Denyer hat sich in der Washington Post die ambitionierten Überwachungspläne angesehen, für die staatliche Stellen Hand in Hand mit der Sicherheitsindustrie arbeiten:
Bis zum Jahr 2020 will Chinas Regierung laut offiziellen Dokumenten die Videoüberwachung „allgegenwärtig, vollständig vernetzt, immer funktionstüchtig und voll steuerbar“ machen und dabei Data Mining mit ausgefeilter Video- und Bildanalyse kombinieren.
Hinzu kommen die Pläne für ein Social Scoring System, in dem Menschen von der Kreditwürdigkeit bis hin zur „politischen Zuverlässigkeit“ bewertet werden. China ist derzeit Vorreiter im orwellschen Überbietungswettbewerb.
Doch auch in westlichen Demokratien werden diese tief in die Grundrechte eingegreifenden Technologien von Innenpolitikern vorangetrieben. Am Berliner Bahnhof Südkreuz testet das Innenministerium Gesichtserkennung, der amtierende Minister fordert den bundesweiten Einsatz der Technologie.
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: Facebook weitet Gesichtserkennung aus
Gesichtserkennung dringt in immer mehr Lebensbereiche vor. (Symbolbild) : Facebook weitet Gesichtserkennung aus Seit Dienstag lässt Facebook alle hochgeladenen Bilder von einer Gesichtserkennungssoftware durchleuchten. Wird eine Person erkannt und zugeordnet, so benachrichtigt Facebook diese über den Upload. Nutzer aus Europa und Kanada sind von der Überwachungsfunktion vorerst ausgeklammert, weil es in diesen Ländern Datenschutzbedenken gibt.
Facebook verkauft die Funktion als Verbesserung der Privatsphäre, weil die Nutzer so mehr Kontrolle über ihre Fotos bekämen. Das Feature würde die Nutzer ermächtigen, auch Bilder zu finden, von denen sie sonst nichts wüssten, sagt Facebooks Head of Privacy gegenüber Wired. Auf der anderen Seite sind Benachrichtigungen für das Geschäft von Facebook gut, weil sie Aktivität herstellen und so für mehr Klicks und Interaktionen sorgen.
Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation kritisiert, dass die Funktion erst einmal für alle User angeschaltet sei. Sie fordert statt einem Opt-Out eine Opt-In-Funktion, damit Nutzer tatsächlich die freie Wahl haben, und nicht erst danach suchen müssen, wie sie die automatisierte Erkennung ausschalten können. Weil die Funktionalität standardmäßig an sei, könnte Facebook die Gesichtserkennung auf einen Schlag für mehr als eine Milliarde Nutzer ausrollen.