Technologie
Künstliche Intelligenz, Drohnen, selbstfahrende Autos, Cyborgs, Roboter und IT-Sicherheit.
-
: Linux bei BeeTV in Taipei
: Linux bei BeeTV in Taipei Über Taiwan weiß man hierzulande meist zu wenig; auch die Ein-China-Politik der vergangenen Schröder-Regierung kann dafür als Grund herhalten.
Meist ist nur die ausgeprägte Technikverliebtheit als Stereotyp hier angekommen. Im Urlaub konnte ich selbst beobachten, wie dort mit Technik verschiedenster Art umgegangen wird. U.a. gibt es das Bus-Werbefernsehen BeeTV, das neben Kommerz auch reichlich Cartoons zeigt und so manche längere Fahrt duch Taipei verkürzen hilft. Interessant ist, dass ich das System einmal unverhofft beim Booten beobachten konnte: es ist ein Linux! So sieht das in den Bussen aus (und, für die Pedanten: ja, das weniger verwackelte Foto stammt aus einem anderen Bus). In der Hektik kurz nach dem Einsteigen hab ich diese Screenshots machen können. Photographisch verpasst habe ich da leider den Acer-Logo-Startscreen samt Bios-Nummer. Links vorne fast unter dem Fahrer sitzt eine graue Acer-Box mit der Hardware, etwa von Notebook-Größe. Ist fest verschraubt und hier gerade noch so zu sehen. Praktisch alle Busse, die ich in Taipei benutzt habe, haben diese Ausstattung.
Welches Linux da bootete war mir nicht ganz klar, das ganze ging viel zu schnell und ich war unvorbereitet. Daher die leicht verwackelten Fotos, was an der Hektik liegt und an der Baustelle, durch die der Bus da gerade fahren musste. Die Bootscreens sind teils farbig, folgen dabei aber nicht dem mir bekannten Farbschema von Gentoo. Wer weiß da mehr oder erkennt das auf den ersten Blick?
-
: Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn
: Taipei: öffentliches WLAN in der U‑Bahn
Belustigend, die Technikverliebtheit in Taiwan, und zugleich außerordentlich zuvorkommend: die Zugangsbauwerke der U‑Bahn in Taipei sind mit drahtlosem Internet versorgt, im Gegensatz wohl zu den Tunneln und Zügen (so wurde mir berichtet). Dafür aber gibts diese Schilder im Bahnhof (nicht auf dem Bahnsteig).Testen konnte ich das nicht, weil mein Mobiltelefon kein WLAN kann. Gedacht ist der Dienst jedenfalls klar für Leute, die einen Laptop dabei haben, und diesen zum was-auch-immer-tun abstellen möchten:
Pragmatisch gedacht: Man muss beim Benutzen stehen. Bänke gibts da kaum auf der Zwischenebene, und in der U‑Bahn selbst soll man weder Computer noch Mobiltelefon benutzen. Diejenigen, die trotzdem telefonieren, halten ihre Hand so, dass sie eine Sprechmuschel bildet und man in der Umgebung kaum etwas hört. Im Berufsverkehr weiß man dann, weshalb Laptops nicht in der Bahn rausgeholt werden sollten: die Wagen sind knallvoll (wenn auch nicht so eng wie in Japan).
Die Versorgung der etwa 50 U‑Bahnhöfe ist Teil der stadtweiten, öffentlichen Versorgung der Stadt mit WLAN. Der Plan zur Einrichtung von u.a. 15.000 bis 20.000 HotSpots im öffentlichen Raum wurde 2004 vom Bürgermeister Ma ying-jeou (馬英九) in der Vision „Wireless Taipei, Endless Taipei“ formuliert und ist recht weit vorangekommen. (Das wäre auch nochmal einen eigenen Artikel wert.)
-
: BBC: Internet Media Player schliesst aus
: BBC: Internet Media Player schliesst aus Über den „Internet Media Player“ (IMP) der BBC hatte ich schon im Mai berichtet. Heute ist die offizielle Testphase mit einigen Tausend Teilnehmern gestartet. Und ich bin nicht mehr davon überzeugt, dass dieses Projekt eine gute und innovative Sache ist. Der Grund? Es wird Digital Rights Management eingesetzt, welches nur mit dem Internet Explorer und dem Windows Media Player läuft. Tolle Innovation – Nutzer von anderer Software werden ausgeschlossen. Ob das im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ist, dessen Aufgabe es sein sollte, einen Zugang zu schaffen? Screenshots finden sich übrigens hier.
-
: EU-Kommission will Funkfrequenzspektrum harmonisieren
: EU-Kommission will Funkfrequenzspektrum harmonisieren Nochmal die EU-Kommission. Diese will mehr Flexibilität und Wettbewerb bei der Frequenznutzung. Damit ist eine Harmonisierung und „optimale“ Nutzung des Funkfrequenzspektrums im gesamten EU-Raum“ gemeint. Mehr Infos haben Golem, Heise und Futurezone.
Aber vermutlich ist damit leider nicht ein Weg hin zu mehr Innovation durch „Open Spectrum“ gemeint.
Mehr Infos zum Open Spectrum-Movement bietet übrigens die Freifunk-Seite und die englischsprachige Open Spectrum FAQ.
-
: Keine SMS-Fahndung mehr
: Keine SMS-Fahndung mehr Die letztes Jahr im Frühjahr von Otto Schily gestartete SMS-Fahndung ist endgültig als Pilotprojekt gescheitert. Die Idee dahinter war, dass Polizeistellen an örtliche Multiplikatoren (z.B. Taxi- und Busfahrer) Fahndungsaufrufe schickten und diese dann wertvolle Hinweise geben, welche zur Verhaftung der Gesuchten führen. Dazu wurden Pilotprojekte in magedeburg, Lüneburg und Bockum gestartet.
Otto Schily erklärte noch zum Start:„Die Polizei muss unmittelbar nach einer Straftat alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um einen flüchtenden Straftäter zu ergreifen. Die schnelle und direkte Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit von Polizei und Bevölkerung. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Täter aufzuspüren und eine Straftat schnell aufzuklären. Auch bei der Suche nach vermissten Personen, insbesondere Kindern, kann die SMS-Fahndung wertvolle Hilfe bieten. Die Polizeidienststellen des Bundes und der Länder verfügen damit ab sofort über eine zusätzliche Möglichkeit, zielgerichtet und multimedial in der Öffentlichkeit nach Straftätern oder vermissten Personen zu fahnden.“
Glorreiches Ergebnis nach mehr als einem Jahr Laufzeit: Keine Hinweise. Dafür aber wahrscheinlich viele spannende Stunden für Polizisten, einen möglichst detaillierten Fahndungsaufruf in 160 Zeichen unterzubekommen.
Mal schauen, wann das SMS-Fahnungsportal abgeschaltet wird. Noch ist es online.
-
: Über China, Phishing, den CCC und Nutzwerk
: Über China, Phishing, den CCC und Nutzwerk Ganz verwundert habe ich mir heute morgen die Augen gerieben, als ich durch Zufall über einen Artikel der Leipziger Volkszeitung gestolpert bin: Online-Angriffe aus China. Thema des Artikels ist eigentlich Phishing, aber auch Nutzwerk (bekannt durch Filtersoftware und Klagen gegen den FFII) kommt prominent darin vor, der Chaos Computer Club und die Chinesische Regierung.
Aber mal von vorne. Dass Phishing ein Problem ist, dürfte ja allgemein bekannt sein. Schon in der Einleitung wird deutlich: „Neue Spuren deuten darauf hin, dass die digitalen Attacken aus China kommen.“ Dann werden die Schäden aufgezählt,welche durch Phishing in Sachsen entstanden sind (Nur drei Fälle – dachte eigentlich, das sei ein grösseres Problem), ein Sprecher der Dresdner Bank wird zitiert und dann startet die Schleichwerbung für Nutzwerk. Der nächste Abschnitt ist jedoch wieder so konfus, dass ich ihn mal quoten muss:
Doch Nutzwerk hat sich nicht nur der Prävention verschrieben, sondern auch der Verfolgung der Täter. „Wir sind zwei Fällen nachgegangen, in denen Kunden der Sparkasse und der Dresdner Bank angeschrieben wurden.“ Die digitale Spur führte in beiden Fällen nach China. Die dortige Regierung nimmt großen Einfluss auf die Internetarchitektur ihres Landes. Bereits Anfang des Jahres deckte der Chaos Computer Club Zensursysteme jenseits der virtuellen Chinesischen Mauer auf. Die Leipziger Ermittler hatten die Phisher bisher in Osteuropa vermutet: „Aber das kann man technisch leicht manipulieren“, so Thomas.
Verwundert reibe ich mir die Augen, welche Zensursysteme der CCC Anfang des Jahres in China aufgedeckt hat. Klar gibt es in China massiv Zensur, aber das weiß man schon seit längerer Zeit, nicht erst seit Anfang des Jahres und zu dem Zeitpunkt hat der CCC auch nichts in diese Richtung aufgedeckt, vielleicht mal drauf hingewiesen. Allerdings hat dieses Thema hier und jetzt in diesem Artikel nichts zu tun, sondern es klingt eher, als ob der Name CCC mal schnell herangezogen werden müsste. Andererseits suggeriert dieser Absatz, dass China durch seine grosse Zensurtechnologie jetzt auch noch als Staat im Organisierten Verbrechen mitspielt, um die westliche Welt durch Phishing-Attacken auszunehmen.
Einerseits wird argumentiert, digitale Spuren seien leicht zu manipulieren, dann wiederum vermutet man die Phisher in Osteuropa, aber es ist dann ganz klar, dass diese aus China kommen müssen, weil (nächster Absatz):
Nutzwerks Recherchen indes rücken die Rolle der Volksrepublik in ein neues Licht. „Wir sind sicher, dass die Regierung den Versand von Spam und damit auch von Phishing-Mails deckt“, meint Holzer, bei dessen Untersuchungen unter anderem Sinopec, Asiens größte Ölraffinerie, auftauchte. Diese sei zu 55 Prozent in staatlicher Hand. Eine Mitwirkung bei der Aussendung von Massenmails liege nahe. „Inwiefern Sinopec wirklich verwickelt ist, konnten wir nicht zweifelsfrei herausfinden.“
SPAM aus China ist ein grosses Problem, aber diese Argumentation ist genauso komisch, wie wenn man die US-Regierung bezichtigen würde, Phishing-Mails und SPAM zu decken. Zuerst ist man „sicher“, nur drei Zeilen später können sie es „nicht zweifelsfrei herausfinden.“ Ja, was denn jetzt?
Hier wird einfach mal für eine Regionalzeitung alles zusammengeworfen, was gerade aktuell ist, die Angst vor Phishing, Zensur, China und die grosse Rettung aus Leipzig, die Firma Nutzwerk.
Echt komische Story, klingt eher nach einem eingekauften PR-Artikel, Schleichwerbung oder sonstwas. Aber nicht wie ein gut recherchierter Artikel mit einer vernünftigen Argumentation. Dabei haben gleich zwei „Journalisten“ diesen zusammen geschrieben.
-
: 3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs
: 3Sat: Eine kurze Geschichte des PCs 3Sat hat eine kurze Geschichte des PCs veröffentlicht. Der Beitrag füllt mehrere Seiten und ist interessant.
Eine kurze Geschichte des PCs – Von den Anfängen einer Erfolgsmaschine
Vor 30 Jahren, 1975, begann mit dem ersten „Personal Computer“ die technische Revolution, die unsere Welt bis heute entscheidend verändert hat: Privatpersonen begannen kleine Computer für zu Hause zu besitzen – persönliche Computer also. Vor 20 Jahren gab es das erste Windows. Eine grafischen Oberfläche, die zwar von konkurrierenden Vorbildern inspiriert wurde, sich aber heute auf fast jedem PC der Erde findet und spätestens seit Windows 95 Computer leichter bedienbar und populärer werden ließ.
Es scheint sich dabei um einen Remix der Dokumentation „Triumph of the Nerds“ zu handeln. Einen Stream gibt es leider nicht:
Aus lizenzrechtlichen Gründen ist uns das Streamen der Dokumentation „Eine kurze Geschichte des PC’s“ nicht möglich.
Einziger Kritikpunkt: Die Doku endet mit dem Konflikt MacOS/Windows. Linux kommt nicht mehr vor. Liegt wohl daran, dass die Doku aus dem Jahre 1996 ist.
Update: Kommt übrigens am heutigen Samstag um 17h auf 3Sat.
-
: SPAM-Beschwerdestelle
: SPAM-Beschwerdestelle Der Bundesverband der Verbraucherzentralen will SPAM zugeschickt bekommen. Nicht zum Spass, sondern für die neue SPAM-Beschwerdestelle. Nach einer Prüfung sollen rechtliche Schritte gegen die Versender und Auftraggeber unternommen, im Optimalfall Gewinne abgeschöpft und Unterlassungsklagen gestellt werden. Ich weiss zwar nicht, ob sie wissen, was da auf sie zukommen könnte, aber eine Beschwerdestelle finde ich notwendig. SPAM-Mails bitte an beschwerdestelle@spam.vzbv.de schicken.
-
: WordPress: Probleme mit Spaminator?
: WordPress: Probleme mit Spaminator? Bis vor einigen Versionen dieser WordPress-Software funktionierte das Spaminator-Plugin ziemlich gut, und hat Kommentarspam zuverlässig verhindert. Mit regulären Ausdrücken, die per Klick updatebar waren, wurde die Spamlast deutlich verringert. Danke Mookitty! Lange Zeit war Ruhe im Karton.
Seit gestern sind über 40 lästige Kommentar- und Trackbackspams aufgelaufen, die wir dem Plugin beibringen wollten. Kommentare werden seit Dezember moderiert, die Trackbacks per Plugin freigeschaltet, was ebenfalls gut funktioniert (von MtDewVirus). Zum Anlaß wollten wir die RegEx-Liste erneuern, und folgten dem Link im Plugin – und landeten mit Umwegen hier:
This is my new site, I’ve done away with the “blog” subdomain to make things a bit cleaner to deal with.
If you’re looking for my old WordPress plugins and such, they’re not here. User support was getting too much for me, and most importantly, my most popular plugin, Spaminator, didn’t work with the final 1.5 release. My old blog was based on a 1.5 beta and when the bug reports came in I just lost all enthusiasm for the project. It worked for me, and that was enough. (Zitiert von http://mookitty.co.uk/index.html – nicht verlinkt; siehe unten)
Offenbar haben wir da was nicht zeitnah mitgekriegt beim Versionsupdate. :P Seltsam ist die Sache aber schon, die Seite von Mookitty war früher in einem süßlichen rosa gehalten und ist jetzt visuell sehr nüchtern, und das Drupal scheint voll durch. Auffälliger jedoch sind die Texte im Blog selber (Screenshot):

Nur so beschrieben: die Links auf der Seite leiten alle brav auf die Angebote im Netz, gegen die der Spaminator und andere Plugins vermeiden und kurzhalten will. Sportwetten, Glücksspiel, ein „Bericht“ aus Las Vegas und thematisch passende IRC-Kanäle. Irgendwas ist da total schiefgelaufen.
Wir spekulieren: Wenn Mookitty tatsächlich die Lust verloren hat, und nach einem Aufspielen des Drupal das Dingen nicht mehr pflegt oder es gehackt wurde… dann lassen wir die alte Seite besser in Ruhe und verlinken nicht. Die Datumsangaben sind konsistent: vor ca. 23 Wochen wurde das Blog zugespammt, und dann (so scheint es) verlassen. Die letzte Version des im Repository von dev.wp-plugins.org ist 8 Monate alt. Haben die Spammer also doch einen Effekt jenseits von Geldflüssen und Traffic: engagierte Entwickler gehen offline. Sehr schade. Weiß jemand mehr? Was verwendet Ihr um Spam aller Art abzuhalten?
-
: Orwell für Anfänger: Der IE 7.0 Phishing Filter
: Orwell für Anfänger: Der IE 7.0 Phishing Filter Der IE 7.0 soll einen Phishing-Filter erhalten, der mal wieder leicht orwellsche Ausmasse anzunehmen scheint. Mit aktiviertem Phishing-Schutz schickt IE7 jede aufgerufene URL an einen Microsoft-Server um sie mit einer Blacklist abzugleichen. Tolle Sache, damit kann man superviel tracken, was die Konsumenten so machen.
Natürlich kann man sich auch auf eine „White-List“ eintragen:
If you are a site owner and your website is shown as suspicious or blocked, you too can click on the red or yellow warning in the Security Status Bar and click on the link to send feedback about the mistake. On the feedback page you can fill out the necessary information and request to have your website reevaluated. Once a request has been submitted it is reevaluated by the Phishing Filter team. Based on the reevaluation, the site will either be removed from the list or left as it is.
Also wenn ich ein Phisher wäre, würde ich auf die später zu nutzende Seite erstmal „harmlosen“ Content setzen, eine Mail ans MS-Phishing-Team schreiben, mich auf die Whitelist setzen lassen und dann den Content gegen die Phishing-Seite austauschen.
Auf die Idee kommt auch ein Mozilla-Developer in seinem Blog, der auch noch andere Rückschlüsse zieht:
Server-blacklist-based anti-phishing implementations put you in an arms race, and one in which the phishers hold all the cards. They have 20,000-strong botnets with automatic deployment tools; you have to check every submitted URL by hand. They can invent new ways of obfuscating and redirecting URLs; you are limited by the tools built into your deployed client. They have a large financial incentive; you are giving away a free product.
There’s no magic bullet, but I believe the correct route to take is a combination of greater SSL use (which means we need SSL vhosting), stronger certificate field verification and OCSP, combined with in-browser standalone heuristics and a sprinkling of user education. A minimal amount of the latter is IMO, sadly, unavoidable – it’s very hard to protect people who will put their credit card number into just any web form which asks for it.
Viel Spass mit dem IE 7.0.
-
: Weltbank-Strategiepapier empfiehlt Offene Standards
: Weltbank-Strategiepapier empfiehlt Offene Standards Offene Standards sind Garant für Innovation und Nachhaltigkeit – auch in der Öffentlichen Verwaltung. Sie stehen für mehr Bürgervertrauen in die öffentliche Institutionen, ein nachhaltiges Verwaltungshandeln, eine verbesserte Kommunikation zwischen Verwaltungseinheiten sowie einen fairen Wettbewerb von IT-Technologien.
Nun haben sich hochrangige Regierungsvertreter aus dreizehn Nationen, darunter China, Brasilien, Dänemark und Jordanien, zusamengeschlossen und gemeinsam ein Strategiepapier formuliert, dass die Einführung Offener Standards in der Datenspeicherung fordert und fördern soll.
Das Dokument, das der Weltbank am 09. September 2005 vorgelegt wurde, ist eine erste Roadmap für die länderübergreifende Einführung Offener Standards unter Berücksichtigung nationaler Verwaltungskontexte. Als Offenen Standard definiert der Bericht eine Technologie, die keinem einzelnen Unternehmen gehört und öffentlich verfügbar ist; verbunden mit dem Verweis, dass Offene Standards keinesfalls mit Open Source Software gleichzusetzen sind.
Der Urspung des vorgelegten Dokuments liegt im Berkman Center for Internet and Society der Harvard Law School, wo Offene Standards bereits seit Jahren als wichtiges Thema der Informationsgesellschaft diskutiert und propagiert werden
Die dauerhafte Unabhängigkeit der staatlichen Verwaltungsapparate von einzelnen Software-Konzernen und der nationale und internationale Austausch von Informationen und Daten, kann nur mithilfe Offener und einheitlicher IT-Standards realisiert werden.
Wichtig sei nach Aussage der Beteiligten, die Entscheidungsfreiheit der einzelnen Staaten, ob sie Freie Software oder proprietäre Produkte einsetzen wollen. Denn zugleich macht der Bericht deutlich, dass der Einsatz quelloffener Software allein keineswegs ein „offenes IT-Ökosystem“ garantiert.
Fallbeispiele aus einzelnen Staaten, in denen Offene Standards bereits in die IT-Strategie integriert sind, illustrieren die im Report formulierten Forderungen. Offene Standards als Effizienz‑, Innovations- und wirtschaftlicher Wachstumsfaktor – unter dieser Überschrift werden die Effekte Offener Standards für den öffentlichen und privaten Sektor sowie für Endanwender behandelt.
Um ein auf Offenen Standards basierendes IuK-System zu etablieren, bedarf es einer langfristig abgestimmten Strategie, die nationalen Bestimmungen und Strukturen genauso Rechnung trägt, wie der generellen technologischen Entwicklung. Der Bericht will jedoch kein Migrationsplan „out of the box“ sein, gibt allerdings den interessierten Verantwortlichen nützliche Hilfestellungen bei der Entwicklung nationaler IuK-Strategien.
-
: Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus
: Seltsame Kundenbindungsstrategie bei E‑Plus Komische Sache: Joerg Olaf schreibt gerade bei Yamb über seine aktuellen Erfahrungen mit E‑Plus, und mir kommt das alles sehr bekannt vor. Seit sechs Jahren bin ich dort Kunde und mein letzter Vertrag lief letzten Monat aus.
-
: Games, Open Source und Innovation auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg
: Games, Open Source und Innovation auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg
Heute war ich beruflich auf der Medienwoche Berlin-Brandenburg im Olympiastadium. Meine Firma newthinking communications hatte zusammen mit dem G.A.M.E – Bundesverband (Dem Verband der deutschen Spieleentwicklerfirmen) ein Forum zum Thema „Innovationsträger Games“ organisiert. Eine spannende Veranstaltung, wie ich auch im Nachinein noch finde, denn normalerweise lerne ich bei von uns organisierten Veranstaltungen zu den üblichen (in diesem Blog thematisierten) Themen nur noch wenig. Leider hatte ich mein Notebook nicht dabei, so dass ich hier nur noch auf die Schnelle vor dem nächsten Termin wiedergeben kann, was ich während der Veranstaltung im Kopf mitgebloggt habe.Klaus Goldhammer, Geschäftsführer der Goldmedia GmbH, verglich in seiner Präsentation über die „Gamesbranche Berlin-Brandenburg im europäischen Vergleich“ den Standort Berlin mit anderen europäischen Metropolen. Während in Grossbritanien und Frankreich u.a. durch eine nationale Förderung der Games-Industrie viele Arbeitsplätze in vielen Unternehmen geschaffen wurden, hinkt Berlin ohne nationale Förderung noch hinterher. Dabei ist das Potential gerade in Berlin sehr gross. In der Games Academy werden die Arbeitskräfte von morgen anwendungsorientiert ausgebildet. Die deutsche Spieleindustrie ist mit 1,3 Mrd Euro Umsatz im letzten Jahr jetzt schon zu einem innovativen Wirtschaftsfaktor herangewachsen. Grosse Events wie die gerade zu Ende gegangene Games Convention in Leipzig zeigen das grosse Interesse an neuen interaktiven und digitalen Inhalten. Anwesende Vertreter von Berliner Computerspiele-Unternehmen wiesen auf einen nicht genannten Standortvorteil hin: Gerade das dynamische und moderne Berlin zieht viele Talente aus ganz Europa an, welche in der Stadt leben wollen und dafür Gehaltseinbußen gerne in Kauf nehmen.
Holger Diener, Leiter „Digital Entertainment Technologie“ der Fraunhofer Institute, aus Rostock führte in einem sehr anschaulichen Vortrag zum Thema „Games for Innovation“ in viele Bereiche ein, wo Games-Technologie bereits eingesetzt wird. Viele Unternehmen adaptieren Benutzerschnittstellen, welche zuerst in der Computerspiele-Industrie geschaffen wurden. Bestes Beispiel ist SAP, die ihre Produktionsketten anhand von Spielesimulationen verdeutlichen wollen. Andere benutzerinterfaces führten in der Vergangenheit zu einer Unübersichtlichkeit.
Bernd Beyreuther, Geschäftsführer der Radon Labs GmbH aus Berlin stellte die selbst entwickelte „Open Source Games Engine NEBULA II“ vor. Der Sourcecode von NEBULA II wurde 1998 unter einer freien Lizenz veröffentlicht. Radon Labs profitiert bei der Weiterentwicklung von globalen Netzwerkeffekten. Eine weltweite Community senkt Produktionskosten, indem sie in den Entwicklungsprozess eingebunden werden. Gerade der Bereich „Testing“ macht ca. 20 Prozent bei einer Spieleproduktion aus. Hier helfen hunderte bis tausende von Entwicklern mit, die bereits durch den offenen Sourcecode mit der Engine in Kontakt kamen und teilweise auch eigene Weiterentwicklungen beisteuern. Die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern fällt so auch einfacher. Neue Entwickler haben zumeist schon im Vorfeld Erfahrungen gesammelt und müssen nicht neu in das System eingearbeitet werden. Zum Geschäftsmodell von Radon Labs gehört Support und Beratung, sowie externe Tools wie beispielsweise ein Plugin für die 3D Modellierungssoftware Maya. Mit Maya werden die meisten Spiele designed und mit dem Plugin können Geschäftsprozesse vereinfacht werden. Und natürlich eigene Spiele-Produktionen, diese auch tweilweise für grosse Publisher. Die Engine bietet zudem grosse Chancen für kleine Entwicklerschmieden. Diese müssen nicht zuerst grosse Investitionen in die Entwicklung der technologischen Basis entwickeln, sondern können direkt mit dem Entwickeln von Computerspielen beginnen. Das Wachstum bei Radon Labs ist rasant. Letztes Jahr hatte die Firma noch 20 Angestellte und derzeit arbeiten 35 zumeist junge Menschen in dem Unternehmen. Bis Ende des Jahres wird gar eine Aufstockung auf 50 Arbeitsplätze geplant. In diesem Jahr sollen 40 Spiele in Deutschland erscheinen, welche auf NEBULA II aufbauen. Tom Putzki, Vorsitzender von G.A.M.E. und Leiter der Presseabteilung von Phenomedia aus Bochum sprach zuletzt über den „Investitionsfaktor Gamestechnologie“. Nationale Förderung nach dem Vorbild der Filmförderung gibt es in Deutschland noch nicht. Hier sind uns viele andere Länder weit voraus. Ein Einwand aus dem Publikum (Eine Vertreterin der Filmbranche) zeigte Defizite im Verständnis auf. „Filme seien ja Kultur und Spiele könne man doch nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehen“. Dass Computerspiele längst Teil der digitalen Kultur sind, wird leider noch nicht von allen Menschen so gesehen. Und gerade die Filmbranche fürchtet sich ein wenig vor einem kleineren Stück vom Kuchen der deutschen Kulturförderung, sollten Computerspiele endlich auch mal in Deutschland stärker gefördert werden. Der Standort hat dies verdient und Berlin liegt weit vorne.
Die Zusammenarbeit mit dem Medienboard bei der Planung und Durchführung war echt nett. Solche unkomplizierten Kooperationspartner hat man immer gerne. Und unser Logo macht sich ganz gut in Mitten der vielen Kooperationspartner der Medienwoche. Die Links zu den Präsentationen werde ich später noch hinzufügen, vielleicht komme ich auch noch dazu, den Text zu erweitern. -
: Eco feiert 10 Jahre Internet
: Eco feiert 10 Jahre Internet Die Interessenvertretung der deutschen Provider, der ECO-Verband, schaut auf 10 Jahre Internet zurück und wagt einen unglaublichen Ausblick ins Jahr 2015, der zu dem völlig unerwarteten Ergebnis kommt:
Das Internet wird in zehn Jahren für den überwiegenden Teil der Bevölkerung in Deutschland zu einem ebenso selbstverständlichen Kommunikationsmittel des Alltags wie heute das Telefon gehören. Bürgerinnen und Bürger, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sind bis dahin zu über 90 Prozent vom Datennetz abhängig, ähnlich wie heute schon von der Strom- und Wasserversorgung, das zumindest prognostiziert der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft in seiner „Internet-Agenda 2015“.
Kommt mir vor wie das Jahr 2005. (Ich weiss, ich bin nicht repräsentativ)
[via Golem]
-
: FAZ über Strategien von Google und Yahoo
: FAZ über Strategien von Google und Yahoo Google und Yahoo streiten sich ja bekanntlich um die „Vorherrschaft“ im Netz. Die Frankfurter Allgemein Zeitung beschreibt die Strategien der beiden Konzerne und stellt sie gegenüber: Duell der Titanen.
„Der entscheidende Unterschied zu den Medienunternehmen des 20. Jahrhunderts ist die Technologie. Die Menschen stellen sich ihr Medienprogramm künftig aus einem riesigen Angebot selbst zusammen. Die Suche nach den Inhalten stellt daher die kritische Anwendung für Medienunternehmen dar“, sagt Jeff Weiner, einer der Köpfe hinter der Suchtechnik bei Yahoo. Weiner erwartet einen Paradigmenwechsel für Medienunternehmen: Die Menschen konsumieren nicht nur die Inhalte, die ihnen Zeitungen, Fernsehsender oder Musikkonzerne vorsetzen, sondern sie produzieren ihre eigenen Inhalte. Millionen Nutzer – sogenannte Micropublisher – schreiben heute Tagebücher (Weblogs), produzieren persönliche Radiosendungen (Podcasts), arbeiten am Online-Lexikon Wikipedia mit, publizieren ihre privaten Fotos in Bilderdiensten wie Flickr oder stellen anderen ihre Musik oder Filme zur Verfügung.
-
: Nächste Woche: Chaosradio über Embedded Systems
: Nächste Woche: Chaosradio über Embedded Systems Dieses Mal nicht so kurzfristiges Announcement: Nächste Woche Mittwoch Abends zwischen 22h-1h läuft wieder das Chaosradio auf Radio Fritz. Thema diesmal ist „Embedded Systems im Heimbetrieb“. Tim Pritlove und Harald Welte werden in das Thema einführen und mit den Hörern diskutieren. Zur Vorbereitung gibt es eine Wikipedia-Seite, wo Vorschläge gemacht werden können.
Aus der Ankündigung:
Nahezu jedes elektronische Geraet trägt heute schon einen Kleinstcomputer in seinem Herzen. Schon ein simpler DSL-Router verfügt dabei über eine Rechenleistung, fuer die man vor wenigen Jahren noch einen teuren Desktop Computer erweben musste.
Auf vielen dieser System lassen sich heute mehr oder weniger problemlos freie Betriebssysteme installieren. mit denen man die Werksfunktionen nicht nur signifikant erweitern kann, sondern die auch ganz neue Anwendungsgebiete fuer die kleinen Plastehelfer erschliessen koennen. Der niedrige Hardwarepreis macht die Geraete daher besonders interessant fuer findige Bastler.
Chaosradio erklaert, welche Systeme sich besonders eignen und welche Projekte im Internet sich mit der Weiterentwicklung befassen. Wir moechten auch von Euch hoeren, welche Erfahrungen ihr schon gesammelt habt und welche Tips ihr an andere Hoerer weitergeben koennt.
-
: Bio PII ‑Abschlussbericht veröffentlicht und zurückgezogen
: Bio PII ‑Abschlussbericht veröffentlicht und zurückgezogen Heise berichtet über den Bio PII-Abschlussbericht: Bio PII: Biometrie im Alltagstest.
Bio PII ist eines von zahlreichen Forschungsprojekten des BSI, die die Tauglichkeit der Biometrie im Alltagseinsatz untersuchen. Bio PII galt als wichtigster Test für die kommende Einführung des europäischen Biometriepasses. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auf seiner Website kurzzeitig den Abschlussbericht des Projektes Bio PII veröffentlicht. Er ist offenbar wieder vom Netz genommen worden. Im heise online vorliegenden Abschlussbericht ist das Ziel so formuliert: „Die Ergebnisse von BioP II sollten zudem Hilfestellung für die Art und Weise der Einführung der neuen ePässe geben.“ Diese Hilfestellung ist nicht nur ziemlich vage ausgefallen, sondern ging offenbar am Thema vorbei, weil die Technik wie die Zielvorgaben seitens der Luftfahrtbehörde ICAO zwischenzeitlich geändert wurden.
Wer den Bericht will und ihn noch nicht hat, kann mir eine Mail schicken.
-
: FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl
: FAZ über Wahlcomputer bei der Bundestagswahl Bei der kommenden Bundestagwahl werden erstmals ca. 2100 Wahlcomputer eingesetzt. Die FAZ thematisiert dies in der heutigen Ausgabe: Bitte keine Kreuze machen! Von den 2100 Computern wird nur einer von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Berlin geprüft. Diese checken den Code und testen alles durch. Mehr ist laut Bundeswahlordnung aber nicht vorgeschrieben. Die restlichen Computer werden einfach ohne Prüfung vom Hersteller an die Kommunen versendet, welche diese für 4100 Euro pro Computer zumeist leasen. Ein Jahr Garantie gibt es auf die Computer, aber 20 Jahre sollen diese laut gesetzlicher Vorlage laufen. Im Gegensatz zu Autos, Feuerlöschern und Fahrstühlen gibt es keinen Prüfsiegel und bisher ist eine Überprüfung anscheinend auch nicht geplant. Zwischen den Wahlterminen stehen die Computer in den Kellern der Kommunen. Ein Ausstausch der Chips soll gar ohne Lötkolben möglich sein.
Die FAZ kommt zu dem Fazit:
Die Erinnerung an die elektronischen Debakel der amerikanischen Präsidentenwahl im Jahr 2000 und auch noch vier Jahre später sollte eigentlich Grund genug sein, jede mögliche Fehlerquelle oder Manipulationsmöglichkeit zu eliminieren. Doch jahrelang stehen Tausende Geräte unbenutzt in den Rathauskellern der Republik. Auch das Büro des Bundeswahlleiters sieht dieses Problem, ist aber nicht berechtigt, den Kommunen Vorschriften zu machen. Und dort gelten Wahlgeräte oft nicht als besonders schützenswert. Sie müssen, außer am Wahltag, noch nicht einmal verplombt werden.
-
: Datengarten: Pile – das Ende der Turingmaschine
: Datengarten: Pile – das Ende der Turingmaschine Am kommenden Donnerstag, den 18. August, gibt es wieder einen Datengarten des Chaos Computer Club Berlin. Diesmal zum Thema: Pile – das Ende der Turingmaschine
-
: Sündenfall Open Hardware?
: Sündenfall Open Hardware? Manchmal verstehe ich einfach Spiegel-Online nicht. Da wird über Bestrebungen von IBM berichtet, Schritte in Richtung Open Hardware zu gehen und was ist die Headline bei SpOn? „Sündenfall: IBM liebäugelt mit Open Hardware“. Was bitte ist daran ein Sündenfall, wenn IBM verstanden hat, dass es mit der proprietären Entwicklung von Hardware ebenso vorbei ist, wie bei der Softwareentwicklung? Offene Prozesse bieten mehr Potential für Innovation als Forschung hinter verschlossenen Türen.