Datenschutz
-
: Privacy & Human Rights 2004
: Privacy & Human Rights 2004 „Privacy International“ und das „Electronic Privacy Information Center“ (EPIC) haben ihren jährlichen globalen Privacy/Datenschutz Report veröffentlicht: „Privacy & Human Rights 2004 – An International Survey of Privacy Laws and Developments“. In dieser Studie werden auch einzelne Länder untersucht. Der Bericht über Deutschland findet sich hier. Theoreatisch müsste es den Report demnächst auch als PDF geben, ansonsten müsste aber auch schon eine Lieferung der gedruckten Fassung auf dem Weg nach Berlin sein.
PI and EPIC have released the 7th annual Privacy and Human Rights report. It finds that governments across the world have substantially increased surveillance in the past year and warns that threats to personal privacy have reached a level that is dangerous to fundamental human rights.
-
: Englische Kampagne gegen ID-Cards: „no2id“
: Englische Kampagne gegen ID-Cards: „no2id“ No2id ist ein englisches NGO-Netzwerk, welches eine Kampagne gegen Pläne der englischen Regierung, ID-Cards und ein zentrales Melderegister einzuführen, richtet.

Mit dabei sind u.a. die Foundation for Information Policy Research (FIPR), Liberal Party, Green Party, Statewatch und Privacy International. Nun gibt es auch eine Petition zu den Forderungen:
We, the undersigned residents of the United Kingdom, petition the Prime Minister and the government to immediately cease all further development of, and legislation for, national identity cards and the National Identity Register.
We believe the proposals constitute an attack on individual rights and freedoms. We believe they will lead to institutional discrimination and to unfair and unlawful denial of benefits and services. We believe the proposals will lead to an increase in state control and surveillance over the individual, and that they will create an unacceptable imposition on every citizen. We believe the proposals are unlawful under the principles of the European Convention on Human Rights that guarantee every person the fundamental right to privacy.
We believe the identity proposals will lead to an endemic loss of privacy and freedoms. We believe they will present dangers to marginalised, disenfranchised and disadvantaged people. We also believe that an identity scheme will imperil the relations between citizen and state.
Furthermore, we believe that even if these principled concerns had been fully addressed, that the government’s proposals would still constitute an enormous waste of financial resources and would achieve little or no tangible benefits.
For these reasons we urge the government to fully abandon the proposals.
-
: Bruce Schneier zu e‑Voting
: Bruce Schneier zu e‑Voting Bruce Schneier, seines Zeichen Security-Experte, hat in seinem Weblog die Problematik von e‑Voting ausführlich beschrieben. Herausgekommen ist ein sehr guter Artikel in englischer Sprache und viele Kommentaren dazu.
-
: Keine breite Zustimmung für Videoüberwachung
: Keine breite Zustimmung für Videoüberwachung Das „Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein“ (ULD) hat in einer eignen Umfrage ca. 300 Personen zum Thema Videoüberwachung interviewed (Heise-Artikel).

Mehr als die Hälfte der Befragten empfinden durch Videoüberwachung die persönliche Sicherheit erhöht, allerdings wünscht sich nur weniger als ein Drittel mehr Videoüberwachung.
Hier ist das Fazit der ULD-Studie:
Aus der Umfrage ergibt sich, dass in bestimmten Bereichen Videoüberwachung durchaus als erforderlich angesehen wird. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass Videoüberwachung generell positiv bewertet wird. Weder eine Ausweitung der Videoüberwachung und schon gar keine flächendeckende Überwachung lässt sich mit der Umfrage rechtfertigen.
Die Bevölkerung darf nicht in einem „falschen“ Sicherheitsglauben bestärkt werden. Videokameras allein verhindern keine Verbrechen. Die Effektivität einer Videoüberwachung hängt immer von dem System und vor allem von den Menschen dahinter ab. Dieses Bewusstsein fehlt häufig. Videoüberwachung wird oft undifferenziert mit Sicherheit gleichgesetzt, was gefährlich werden kann, wenn durch ein übermäßiges Vertrauen in eine Technik menschliche Vorsicht vernachlässigt wird.
Die mangelnde Sensibilisierung für dieses Thema dürfte mit dafür verantwortlich sein, dass die Videoüberwachung zur Normalität werden konnte, ohne dass dies von der Bevölkerung bewusst wahrgenommen wurde. Es wird lediglich vermutet, an welchen Orten überwacht wird; sicher ist sich aber kaum jemand über das tatsächliche Ausmaß. Es besteht offensichtlich ein großes Informationsdefizit in der Bevölkerung darüber, wann und wo überwacht wird.
Die Interviewten waren sich überwiegend nicht darüber bewusst, welche persönlichen Rechte durch Videoüberwachung eingeschränkt werden bzw. werden können. Dies ist aus datenschutzrechtlicher Sicht sehr problematisch. Jemanden zu warnen, dass Videoüberwachung persönliche Rechte einschränkt und gefährdet, hat keinen Sinn, wenn derjenige keine Vorstellung davon hat, welches seine Rechte und wie wichtig diese sind.
„Nur Menschen, die kriminell sind und aufgrund dessen etwas zu verbergen haben, wollen nicht überwacht werden.“, war ein häufiger Kommentar der Befragten. Eine Schlussfolgerung daraus könnte sein, dass jeder, der auf seinen persönlichen Rechten besteht, etwas zu verbergen hat. Das Verständnis, dass es ein Recht gibt „unbeobachtet“ zu sein und dass „Etwas zu Verbergen“ als ein positiver persönlicher Bereich angesehen werden kann, schien für viele Befragte nicht im Bewusstsein zu sein.
Hier ist eine Sensibilisierung der Bevölkerung dringend geboten. Hierbei sollte über Folgendes aufgeklärt werden:
* gesetzliche Grundlagen der Videoüberwachung
* Bereiche, an denen bereits videoüberwacht wird
* Stellen, an die man sich bei Fragen wenden kann
* die Bedeutung von Grundrechten (allgemein)
* eingeschränkte Rechte durch Videoüberwachung
* Eingriffsintensität der Videoüberwachung
* eventuelle Folgen und Risiken der Videoüberwachung
* Alternativen zur VideoüberwachungPassend dazu gibts bei Telepolis noch einen aktuellen Artikel zum Thema „Das Böse ist immer und überall“, wo über eine Studie von Kriminologen berichtet wird, die untersucht haben, wie trotz seit Jahren sinkender Kriminalitätsraten trotzdem das Bewusstsein wächst, dass es immer mehr Kriminalität gibt. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Medien schuld. Auch und vor allem die Öffentlich-Rechtlichen, da sie im Kampf um die Quote zunehmend über Kriminalität und einzelne aufsehenserregende Fälle berichten.
-
: Heute, 18:30h auf 3Sat: „Nano“ mit dem Thema Biometrie
: Heute, 18:30h auf 3Sat: „Nano“ mit dem Thema Biometrie Am heutigen Donnerstag, den 4. November 2004, gibts um 18:30h die 3Sat Sendung „nano – die Welt von morgen“. Eines der Top-Themen heute ist:
„Macht Biometrie wirklich die Ausweise fälschungssicher?“.Dazu aus der Programmankündigung:
Die USA fordern es seit langem, in Europa setzt sich der Gedanke langsam durch, dass Ausweise durch Biometrie sicherer werden sollen. Doch stimmt diese Binsenweisheit wirklich? Der „Chaos Computer Club“ hat den Test gemacht.
-
: Streit um elektronische Wahlhilfen geht weiter
: Streit um elektronische Wahlhilfen geht weiter Gestern gaben Befürworter von elektronischen Wahlmaschinen eine positive Pressekonferenz, in der verkündet wurde, dass alles prima läuft und funktioniert. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) gab daraufhin eine Gegen-Pressekonferenz, die auch als MP3-Stream heruntergeladen werden kann. Themen waren:
1.) problems including „touchy“ touch-screen machines – e.g., machines that „light up“ for the wrong candidate in the summary screen; machines failing and polling officials running out out paper ballots, as they did in New Orleans; and Sequoia machines showing a „default“ choice that voters must correct;
2.) which states appear to have had the most trouble and how to analyze the reports from the Election Incident Reporting System (EIRS);
3.) how to understand the elections data gathered on Election Day in the context of past elections; and
4.) why a paper audit trail may be the best solution for some of the problems that are coming up, especially as we head into vote tallying later this evening.Telepolis berichtet heute auch in einem Artikel „Der große E‑Voting-Beta-Test“ über die Debatte.
-
: Fahndungsplakat für Datenschnüffler und Überwachungstäter
: Fahndungsplakat für Datenschnüffler und Überwachungstäter Das Fahndungsplakat des Chaos Computer Clubs (CCC) gibt es nun in der vierten Auflage. Auf ihm werden Politiker wie Industrielle gesucht, die per Gesetz und Firmenphilosphie die Privatsphären vieler verletzen und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung einschränken.

Unter anderem mit Ulla Schmidts Gesundheitskarte, den verräterischen Farbkopierern von Canon und niveauvoller Lobbyarbeit auf EU-Ebene zu Lasten des immer gläserner werdenen Musikhörers.rversion ist beim CCC Berlin und auch auf dem 21. Chaos Communication Congress vom 27.–29. Dezember in Berlin auffindbar. Das Poster ist in verschiedenen Formaten auf der Website zum Fahndungsplakat abrufbar.
-
: FoeBuD: BigBrotherAwards als Live-Stream
: FoeBuD: BigBrotherAwards als Live-Stream Premiere in Bielefeld am 29. Oktober 2004. Zum ersten Mal wird die komplette Verleihung der deutschen BigBrotherAwards live im Internet übertragen.
„Per Internet von Bielefeld in alle Welt“, freut sich Jurymitglied Rena Tangens. „Dies soll – neben dem Nutzwert – auch als ein kleines Statement gegen Software-Patente verstanden werden“, sagt der Streaming-Beauftragte des FoeBuD Ingo Lütkebohle. Denn es werden weder RealPlayer oder Windows Media Player benötigt [4]. Wer zwischen 16–18 Uhr „virtuell dabei sein“ möchte, kann auf der BigBrotherAwards-Website [1] den entsprechenden Link [2] anklicken und bekommt Bild und Ton auf seinen Rechner gespielt. Das wird mit den meisten verbreiteten Browsern funktionieren. Java darf allerdings nicht ausgeschaltet sein [3].
Die sieben Oscars für Überwachung (Le Monde), die diesjährigen Deutschen BigBrotherAwards, verleiht am kommenden Freitag, dem 29. Oktober 2004 der Verein FoeBuD in Bielefeld. Die Preisträger Unternehmen, Organisationen und Politiker verletzen nach Meinung der Jury erheblich die Privatsphäre der Bundesbürger. Vergeben wird der Preis, der sich zum fünften Mal jährt, in verschiedenen Kategorien, darunter Politik, Verbraucherschutz, Arbeitswelt und Kommunikation .
Mit den aktuellen Negativ-Preisen für Datenkraken will der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs kurz FoeBuD wieder auf ausufernde Kontrolle, Manipulation und Überwachung hinweisen. In diesem Jahr wurden der Jury dazu rund 250 Vorschläge eingereicht. Für die Auswahl zeichnen neben dem FoeBuD der Chaos Computer Club (CCC), die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), die Humanistische Union (HU), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF), der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft (FITUG) sowie die Internationale Liga für Menschenrechte verantwortlich. Die Initiatoren des deutschen BigBrotherAwards sind international vernetzt: Die Negativ-Preise werden bereits in 14 europäischen Ländern sowie Australien, Japan und den USA vergeben.
BigBrotherAwards-Preisverleihung mit großer Gala, Kabarett, Musik und den unglücklichen Gewinnern :
Freitag 29. Oktober 2004, 16–18 Uhr
Murnau-Saal, Ravensberger Spinnerei
Ravensberger Park 1, BielefeldWeitere Infos beim FoeBuD e.V., Telefon: 0521–175254
[1] Einstiegslink: https://www.bigbrotherawards.de
[2] Stream: https://www.bigbrotherawards.de/2004/docs/stream.html
[3] Infolink:
https://www.bigbrotherawards.de/2004/docs/stream_info.html
[4] Verwendet wird das freie Videoformat „Theora“. -
: Chaos Computer Club warnt vor Biometrie
: Chaos Computer Club warnt vor Biometrie Die CCC Forderungen im einzelnen:

* 1. Eine öffentliche Debatte und die Aufklärung der Bevölkerung über die Risiken.
Die Einführung von Biometrischen Systemen ausschliesslich auf der Grundlage eines sachlich objektiv nachgewiesenen Bedarfs, nachausführlicher öffentlicher und parlamentarischer Diskussion und Kontrolle.* 2. Der CCC fordert, nur Systeme zu verwenden, die eine aktive Teilnahme der Personen bei der Überprüfung erfordern, d.h. nicht für eine verdeckte Fern-Identifikation geeignet sind, um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu erhalten.
* 3. Bei der Auswahl einer geeigneten Technologie für die staatliche Einführung von biometrischen Merkmalen muss nicht nur eine fälschungssichere Technologie gewählt werden, sondern auch die Haftungsfrage bei Mißbrauchsfällen für unbescholtene Bürger geklärt werden.
* 4. Der Verzicht auf die Speicherung von biometrischen Merkmalen in einer zentralen oder in vernetzten dezentralen Datenbanken, gesetzlich vorgeschriebener Einsatz von dezentralen autonomen Verifikationssystemen (z.B. auf Smart-Card Basis).
* 5. Keine Speicherung von Biometrie-Rohdaten aufgrund der vielfältigen Mißbrauchsmöglichkeiten (Krankheitserkennung etc.).
* 6. Keine Verwendung von biometrischer Technologie, die zu einer Diskiminierung einzelner Personen bzw. Personengruppen führt.
* 7. Test der geplanten Systeme durch unabhängige Organisationen, umfassende Feldtests vor der Einführung sowie eine öffentliche wissenschaftliche Begleitung des Einsatzes.
* 8. Die strenge Zweckbindung der biometrischen Daten muß durch robuste rechtliche und technische Maßnahmen gewährleistet sein.
* 9. Verzicht der Verwendung von RFID-Technologie zur Speicherung und Abfrage der biometrischen Daten.
-
: Anleitung zum Fingerabdruckfälschen
: Anleitung zum Fingerabdruckfälschen Der Chaos Computer Club hat eine sehr anschauliche Anleitung zum Fälschen von Fingerabdrücken auf seiner Seite, mit vielen Bildern hinterlegt. Ziel ist es, darüber aufzuklären, dass sich hinter Fingerabdrücken im Pass nur eine scheinbare Sicherheit befindet, die von jedem, der ein Interesse hat, leicht umgangen werden kann.

-
: Data-Mining im US-Wahlkampf
: Data-Mining im US-Wahlkampf Passend zur US-Präsidentenwahl hab ich im SmartMobs-Weblog einen Link zu einem 1 Jahr alten Artikel („ ‚Demzilla’ and ‚Voter Vault’ Are Watching You“) gefunden, der die Data-Mining Taktiken der beiden grossen Parteien beleuchtet. Sowohl Demokraten als auch Republikaner nutzen die Erfahrungen von Direktmarketing-Firmen. Beide Parteien besitzen die personenbezogenen Daten von über 160 Millionen US-Bürgern und verknüpfen sie beliebig, um die unterschiedlichen Zielgruppen passend ansprechen zu können.
Die Republikaner lassen ihre Software Offshore in Indien programmieren, während die Demokraten eine Software auf der Linux-Plattform nutzen, die aber anscheinend nicht im Quellcode verfügbar ist. Zumindest finde ich keinerlei Informationen auf der Webseite des Anbieters.
Das Ganze ist natürlich stark kritisierungswürdig, so dass auch Kritiker in dem Artikel auch zu Wort kommen :
Beth Givens, Direktor des Privacy Rights Clearinghouse:
„Think about the possibilities for abuse, for manipulation – democracy suffers when you tailor your message 12 different ways depending on who you want to reach out to,“ she said. „The data that can be purchased is mind-boggling.“
Professor Oscar H. Gandy Jr. of the Annenberg School for Communication at the University of Pennsylvania, who studies the impact of the new technology on the democratic process:
„If full and equal participation in the public sphere is a fundamental requirement for the realization of the goals of the idealized democracy, then the use of segmentation and targeting by political consultants is a serious threat,“ Gandy said. In his view, the decline in voter participation „is undoubtedly the result of a strategy of focusing campaign resources on that segment of ‚likely voters’ that are likely to vote the right way.“
-
: Die Hardware hinter Echelon
: Die Hardware hinter Echelon Echelon, das weltumspannende Spionage- und Überwachungsnetz von USA, UK, Kanada, Australien und Neuseeland, ist seit dem 11. September etwas in Vergessenheit geraten. Der kritische Abschlussbericht des EU-Parlaments zu dem Thema wurde leider eine Woche zu spät veröffentlicht. Nun gibt es mal wieder einen Artikel zu der verwendeten Hardware hinter Echelon, welches aus mehr als 120 Überwachungsstationen und Satelitten weltweit besteht. Techworld berichtet in „Want to know the hardware behind Echelon?“ über Texas Memory Systems, welche die Technik für die Speicherung und Analyse der riesigen Datenmassen liefern.
Futurezone hat daraus einen deutschsprachigen Artikel gemacht: „Welche Hardware für Echelon rechnet“.

Mehr Infos zu Echelon:
* Telepolis-Special über Echelon
* c’t 5/98, S. 82: Lauschangriff: „Geheimdienste lesen ungeniert mit – Grundrechte werden abgebaut“, von Ingo Ruhmann, Christiane Schulzki-Haddouti
-
: Grüne Parteitagsbeschlüsse zu Netzpolitik
: Grüne Parteitagsbeschlüsse zu Netzpolitik Bündnis 90/Die Grünen haben am vergangenen Wochenende auf ihrem Parteitag in Kiel verschiedene Beschlüsse gefasst, die Netzpolitik betreffen. Die meisten netzpolitischen Positionen kamen mal wieder durch die Grüne Jugend zustande, die sich überall problemlos durchsetzen konnte.
Im Antrag „Keine Softwarepatente“ wird die seit vier Jahren kommunizierte Kritik an der geplanten EU-Richtlinie nochmal deutlich kommuniziert:
1) Wer Programme oder deren Quellen veröffentlicht oder verbreitet, kann sich keiner Patentverletzung sondern höchstens einer Urheberrechtsverletzung schuldig machen.
2) Wer in einer üblichen Büroumgebung Software einsetzt, kann sich dadurch keiner Patentsverletzung schuldig machen.
3) Die durch das Patent zu schützende Leistung muss technischer Natur sein (und nicht nur eine von Patentanwälten konstruierte Leistung)
4) Definition des missverständlichen Begriffs „computer-implementierte Erfindung“ derart, dass damit Erfindungen im Sinne des Patentrechts gemeint sind, bei denen der Computer nur ein Implementationsmittel ist und die eigentliche Leistung auf dem Gebiet der Technik (d.h. angewandten Naturwissenschaft, nicht Infomatik) liegt.Dazu wurde auch noch ein langer Leitantrag zum Thema Bürgerrechte mit dem Namen „Bürgerrechte für alle sichern – Sicherheit ernst nehmen“ beschlossen, der viel Internet & Datenschutz enthält:
Zu Biometrie steht drin:
Kritisch sehen wir die bereits auf EU-Ebene weit fortgeschrittene Entwicklung von Plänen, biometrische Merkmale in Ausweispapiere zu integrieren. Hier werden wir uns auch weiterhin gegen eine nationale oder dezentrale Referenzdatei wenden, weil sonst die Gefahr besteht, dass biometrische Daten für Zwecke nutzbar gemacht werden, die über die reine Identitätsfeststellung hinausgehen.
Klar, dass auch Kritik an einer geplanten Vorratsdatenspeicherung nicht fehlen darf:
Eine Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten lehnen wir ab. Diese verstößt klar gegen den Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung und würde darüber hinaus unnötig die Wirtschaft mit erheblichen Kosten belasten. Ein so starker und umfasssender Eingriff in das Grundrecht auf Fernmeldegeheimnis und Datenschutz kann von uns nicht mitgetragen werden.
Keine Schlüsselhinterlegung mit den Grünen:
Wir sprechen uns generell gegen Verschlüsselungsverbote und die Verpflichtung zur Hinterlegung von Schlüsseln aus.
Freie Software für sichere IT-Infrastrukturen:
Wir wollen Freie Software stärker fördern. Gerade Freie Software bietet durch den offenen Code und das dahinterliegende Entwicklungsmodell große Chancen für mehr Softwarevielfalt, Nachhaltigkeit und Sicherheit in der Informationsgesellschaft.
Kritik an der Flugdatenaffäre:
Die Weitergabe der Flugdaten europäischer Passagiere an die Behörden der Vereinigten Staaten wird von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nachdrücklich missbilligt. Wir unterstützen die vom Europäischen Parlament eingeleitete Anfechtung der zwischen EU und USA geschlossenen Abkommen zur Flugpassagiere-Datenübermittlung.
Und zum Schluss keine Zensur im Netz:
Zentrale Filtermaßnahmen im Internet lehnen wir ab.
Damit dürften sich die Grünen als die Bürgerrechtspartei für den Internetbereich gut positioniert haben. Ähnliche umfassende Positionen von anderen Parteien sind mir nicht bekannt.
-
: Workshop: DRM und Alternative Kompensationssysteme
: Workshop: DRM und Alternative Kompensationssysteme Im Rahmen der 20. Jahrestagung des Forum InformatikerInnen für Frieden und Gesellschaftliche Verantwortung (FifF e.V. ) vom 30.9.–3.10. in Berlin finden einige spannende Workshops statt, die wir hier gerne vorstellen.
Andreas Bogk, Chaos Computer Club, Berlin
Volker Grassmuck, Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, HU BerlinZeit: Sa, 14:30–18:00, Raum: RUD 26, 1’306
Kurzfassung:
Digitales Restriktions-Management (DRM) ist Technologie zur Durchsetzung der Nutzungslizenzen für Inhalte auf den Geräten der Nutzer. Glaubt man der DRM-Branche, so mangelt es ihr nur noch an zwei Punkten: Standardisierung und Akzeptanz. Hört man dagegen auf die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen derselben Unternehmen, so erfährt man, DRM sei dumm, nutzlos und zum Scheitern verurteilt. Doch bevor sich diese Erkenntnis – wie zwanzig Jahre zuvor in der Software-Branche – durchsetzt, wird die DRM-Vision weiter Schaden anrichten für Datenschutz, Zugänglichkeit von Information, Schrankenfreiheiten, Langzeitbewahrung, Wettbewerb und Innovation.
Die digitale Konterrevolution von DRM, Gesetzesverschärfungen und Massenkriminalisierung hat eine Debatte über Alternativen ausgelöst. Im Kern schlägt sie vor, das bewährte System der pauschalvergüteten Privatkopierfreiheit auf das Internet zu übertragen. Dieser gelungene Ausgleich zwischen Freiheit der Nutzer und Entlohnung der Urheber wurde unter der Devise eingeführt: „Vergüten was man nicht schützen kann.“ Wenn mit DRM Inhalte nicht zu schützen und Filesharing-Netze nicht zu verbieten sind, dann muß es auch im Internet heißen: Vergütung ohne Kontrolle.
-
: Sicher Telefonieren – Kampagne
: Sicher Telefonieren – Kampagne Die Grüne Jugend Berlin hat eine kleine Internetkampagne zum Thema Inverssuche gestartet. Die Inverssuche ist der neueste „Service“ der Telekom-Auskunft. Nun können anhand der Telefonnummer personenbezogene Daten wie Adresse, Name und weiteres abgefragt werden. Unter der Domain www.sicher-telefonieren.net gibt es in Magenta-Farben Informationen, wie man sich bei der Inverssuche abmelden kann, damit die eigene Privatsphäre gesichert bleibt:
Es gibt zwei Möglichkeiten, bei diesem lustigen „Telefonbuch-rückwürts“-Spiel nicht mitzuspielen:
Du kannst deine Nummer unterdrücken lassen, sodass sie nicht mitgesendet wird und der/die Angerufene sie nicht auf dem Display sieht.
ODER
Du rufst bei der Telekom an und lässt deine Daten für die Inverssuche sperren. Dafür hat die Telekom eine Servicenummer eingerichtet:
01375 / 10 33 00 (0,12EUR/Verbindung)
-
: Stellungnahme gegen Vorratsdatenspeicherung
: Stellungnahme gegen Vorratsdatenspeicherung Privacy International und die europäische Initiative EDRi – European Digital Rights, in der u.a. auch der Chaos Computer Club und das Netzwerk Neue Medien Mitglied sind, hat eine Stellungnahme gegen eine geplante Vorratsdatenspeicherung zwischen 12 und 36 Monaten auf europäischer Ebene veröffentlicht, die hier von Organisationen unterzeichnet werden kann. Derzeitiger Stand sind 40 Organisationen.
Eine Vorratsdatenspeicherung sammelt alle Kommunikationsdaten, die innerhalb von geplanten 12 bis 36 Monaten so anfallen. Mit wem kommuniziere ich, welche Webseiten besuche ich, mit wem chatte ich, wer schickt mir mails… Klar, dass das definitiv keine Daten sind, die bei einem Provider für den Zeitraum von 12 bis 36 Monaten liegen sollten. Hier wird klar die Unschuldsvermutung der europäischen Bürgern dem sog. „War on Terrorism“ geopfert.
Die Überschrift der Stellungnahme heisst dann auch:
Invasive, Illusory, Illegal, and Illegitimate: Privacy International and EDRi Response to the Consultation on a Framework Decision on Data Retention
-
: Bundesdatenschützer: „Wir sind heute wichtiger denn je“
: Bundesdatenschützer: „Wir sind heute wichtiger denn je“ Der Tagesspiegel hat unseren Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar interviewed. In dem Interview „Wir sind heute wichtiger denn je“ geht es um die Aufgaben und Arbeitsweise der Datenschutzbeauftragten, sowie konkret am Objekt die Hartz4-Fragebögen. Gleichzeitig gibt es im gleichen Tagesspiegel Unter dem Leitthema „So verteidigen Sie Ihre Privatsphäre“ um Daten, die wir jeden Tag mit verschiedenen Kommunikationsarten hinterlassen.
-
: 23 Jahre Chaos Computer Club
: 23 Jahre Chaos Computer Club Der Chaos Computer Club wird 23 Jahre alt. Aus diesem Grund gibts eine grosse Party am 11. September in der C‑Base in Berlin. Eintritt kostet 5 Euro, Beginn ist ab 20h. Auflegen wird u.a. Sven Dohse und ich bin mir sicher, dass die C‑Base richtig schön bunt wird.
-
: Bis morgen noch Nominierungen für BigBrotherAwards möglich
: Bis morgen noch Nominierungen für BigBrotherAwards möglich Morgen läuft die Nominierungsfrist für die nächsten BigBrotherAwards aus. Nominiert werden können Organisationen, Institutionen, Verbände oder Personen, die im letzten Jahr besonders negativ aufgefallen sind, was den Abbau von Datenschutz und Freiheitsrechten betrifft.
Meine Favoriten sind ja die Musik- und Filmindustrie für ihr Lobbying zum Thema „Auskunftsrecht“ im zweiten Korb der Urheberrechtsnovellierung. Damit wollen sie das Recht erhalten, bei Urheberrechtsverletzungen (Wie das tauschen von Musik) an Hand der IP-Nummer direkt bei den Providern die dazugehörigen Personendaten anzufordern. Gerichte stören da nur und könnten gar entscheiden, dass es unverhältnissmässig ist, für das tauschen von Musik Persönlichkeitsrechte auszusetzen. Dies passiert immer mal wider von US-amerikanischen Richtern.
Aber auch Beckstein , Schily und die US-Regierung haben wie jedes Jahr gute Chancen auf den Life-Time BigBrother-Award für besonders herausragende Verdienste beim Abbau von Bürgerrechten in der digitalen Gesellschaft.
