Anna Biselli
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: „What does it mean to be commander of the US cyber command and the director of the NSA?“
: „What does it mean to be commander of the US cyber command and the director of the NSA?“
Was bedeutet es, Commander des US Cyber Commands und Direktor der NSA zu sein?So lautet die erste Frage im Interview mit Keith B. Alexander, das gestern vom US-Verteidigungsministerium ins Netz gestellt wurde. Momentan bedeutet diese Position wohl primär, Kritik von allen Seiten einstecken zu müssen. Seit #merkelphone und einem Artikel des Guardian, in dem von insgesamt 35 abgehörten Regierungschefs die Rede ist, hat diese Kritik nochmals zugenommen und Frau Merkel bemerkte in ihrer Stellungnahme nonchalant: „Ausspähen unter Freunden – Das geht gar nicht“.
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: „Solange er’s nicht weiß, haftet er nicht“ – Amazon nicht für Urheberrechtsverstöße verantwortlich
: „Solange er’s nicht weiß, haftet er nicht“ – Amazon nicht für Urheberrechtsverstöße verantwortlich Stell Dir vor, du gehst in die Buchhandlung deines Vertrauens. Nimmst ein zufälliges Buch aus dem Regal und findest darin einen Auszug aus dem Werk deines Großvaters, an dem du eigentlich die Rechte hast. Du sprichst den Buchhändler darauf an und er nimmt das Buch sofort aus dem Regal. Was tust du jetzt?
- Du mahnst den Buchverlag ab.
- Du mahnst den Buchhändler ab.
- Du mahnst den Buchhändler ab und verklagst ihn danach.
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: Etappensieg für „Europe versus Facebook“
: Etappensieg für „Europe versus Facebook“ Die Gruppe Europe versus Facebook hat heute eine Mitteilung veröffentlicht, die von einem ersten Erfolg in einer Klage gegen die irische Datenschutzbehörde (DPC) berichtet. Die Behörde hatte auf vorherige Anzeigen der Gruppe gegen Facebook und Google nur geantwortet, dass deren Datenübertragungen legal seien und keine weiteren Schritte unternommen. Die Anzeigen bezogen sich darauf, dass die Unternehmen nach Bekanntwerden der Überwachung durch die NSA weiterhin Daten in die USA übermittelten. Das widerspricht laut den Mitgliedern dem „Safe Harbor“-Prinzip, da man annehmen müsse, dass dort kein angemessener Datenschutz mehr gewährleistet ist. Unter dem Vorwand, die Anzeigen seien nicht ernstzunehmen, ist die DPC untätig geblieben, wie wir bereits berichtet haben. Daraufhin klagte Europe versus Facebook die Behörde selbst an, mit ihrer Ignoranz die Verletzung von Bürgerrechten in Kauf zu nehmen.
Nun hat der irische High Court die Klage zugelassen und sie der DPC zugestellt, die sich nun verantworten muss. Damit ist zwar noch nicht absehbar, wie das Verfahren ausgehen wird, aber zumindest der Anfang wurde gemacht.
Finanziert wird die Klage gegen die DPC als auch die gegen Facebook über Crowdfunding. Die offiziell angestrebte Summe von 300.000 Euro scheint hoch, ist jedoch für den Fall bestimmt, dass ein Urteil gegen Facebook angefechtet werden muss, was mit horrenden Kosten verbunden wäre.
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: Da hört der Spaß auf und die Spähaffäre fängt an: Westerwelle bestellt US-Botschafter ein
: Da hört der Spaß auf und die Spähaffäre fängt an: Westerwelle bestellt US-Botschafter ein In den vergangenen Tagen wurden diverse Meldungen über das Abhören des Kanzlerinnen-Handys von amerikanischen Geheimdiensten durch die Medienlandschaft gereicht. Es scheint, als hätte das Ausspähen der Bevölkerung nicht gereicht, um die Politiker ernsthaft zum Handeln zu bringen. Das schafft nun ein einziges prominentes Handy. Die Welt schreibt gar vom „Beginn einer großen Spähaffäre“. Das bringt uns zu der Frage, was das Ganze vorher gewesen sein mag. Kollateralschaden im Zuge der Terrorbekämpfung?
Nun werden Aufklärungsbemühungen im Außenministerium angekurbelt: Guido Westerwelle hat für heute Nachmittag den US-Botschafter John B. Emerson ins Auswärtige Amt bestellt. Zuvor hatte gestern Steffen Seibert, Sprecher der Bundesregierung in einer Pressemitteilung verkündet:
Die Bundeskanzlerin hat heute mit Präsident Obama telefoniert. Sie machte deutlich, dass sie solche Praktiken, wenn sich die Hinweise bewahrheiten sollten, unmissverständlich missbilligt und als völlig inakzeptabel ansieht. Unter engen Freunden und Partnern, wie es die Bundesrepublik Deutschland und die USA seit Jahrzehnten sind, dürfe es solche Überwachung der Kommunikation eines Regierungschefs nicht geben.
Nun, hoffen wir, dass Guido Westerwelle etwas energischer als Hans-Peter Friedrich nach Erklärungen verlangt. Und die Sache nicht gleich wieder für beendet erklärt wird. Wir werden über die Ergebnisse berichten.
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: Stop Watching Us: The Video
: Stop Watching Us: The Video StopWatching.us, ein Zusammenschluss von über 100 Organisationen, hat gestern ein Video veröffentlich, in dem verschiedenste Prominente und Whistleblower Statements zur NSA-Affäre abgeben. Eine schöne Idee, um die breite Öffentlichkeit zu erreichen. Ein Wermutstropfen ist aber die US-Zentriertheit; so sagt etwa der Journalist, Autor und Fernsehmoderator Phil Donahue:
[Die Enthüllungen] haben ein verstörendes Bild von weitreichender, anlassloser Überwachung von amerikanischen Bürgern gezeichnet.
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: Happy Open Access Week!
: Happy Open Access Week! Bisher ganz untergegangen: Diese Woche ist Open Access Week. Außerdem ist gestern die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen 10 Jahre alt geworden. Gratulation auch dazu!
Da die Woche ja noch nicht ganz vorbei ist, zumindest noch eine Veranstaltungsempfehlung: Unter dem Titel Open Access – Publizieren im 21. Jahrhundert findet morgen, am 24.10. um 18:00 Uhr eine Podiumsdiskussion in der Bibliothek der TU Berlin statt.
Weitere deutsche und internationale Veranstaltungen (zum Teil mit Livestreams) findet ihr hier.
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: Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor
: Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor Jeder darf zur Wikipedia beitragen, Artikel erstellen, ergänzen und sich an Diskussionen beteiligen. Das ist ein Konzept mit vielen Vorteilen, aber es kann auch für ganz konträre Zwecke missbraucht werden.
TheDailyDot veröffentlichte am Anfang des Monats einen Artikel, in dem über die Erfahrungen des Wikipedia-Autors DocTree berichtet wurde. Er entdeckte durch eine Routinekontrolle in der Diskussion eines Artikels Sockpuppets. Sockpuppets sind Mehrfachaccounts eines einzelnen Nutzers. Sie können, besonders in Diskussionsforen, dazu missbraucht werden, seine Meinung zu verstärken, indem unterschiedliche Gesprächsteilnehmer simuliert werden.
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: Google veröffentlicht Live-DDoS-Landkarte – nicht ganz uneigennützig
Googles Digital Attack Map : Google veröffentlicht Live-DDoS-Landkarte – nicht ganz uneigennützig Google hat eine Digital Attack Map veröffentlicht, die live weltweit stattfindende DDoS-Attacken darstellt. Dabei werden unter anderem Typ, Dauer und Bandbreite der Attacken visualisiert, sowie Start- und Zielland, soweit die Informationen verfügbar sind. Die Daten stammen aus einer Kollaboration mit Arbor Networks. Das aus deren Hause stammende ATLAS-Monitoring-System nutzt anonyme Daten von ISPs, großen Unternehmen und einem eigenen Honeypot-Netzwerk, um einen Überblick über globale Angriffe zu erhalten.
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: Zentralkomitee der deutschen Katholiken äußert sich zur digitalen Gesellschaft
: Zentralkomitee der deutschen Katholiken äußert sich zur digitalen Gesellschaft Gestern veröffentlichte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eine Erklärung mit dem Titel „Partizipationsmöglichkeiten und Beteiligungsgerechtigkeit in der digital vernetzten Gesellschaft“. Da das nicht unbedingt das ist, was man intuitiv von der katholischen Kirche erwarten würde, hier ein kurzer Einblick, was das ZdK tut:
Es setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern aus Kirche und Gesellschaft zusammen, aus Laien, aber auch einigen Geistlichen aus katholischen Verbänden, Katholikenräten und Einzelpersonen. Das wahrscheinlich bekannteste Wirken des ZdK ist der von ihnen organisierte Katholikentag. Das ZdK hat seinen Fokus darauf, die religiösen Laien in der katholischen Kirche zu koordinieren und zu repräsentieren. In diesem Zusammenhang arbeitet das Komitee auch mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und berät dahingehend die Deutsche Bischofskonferenz.
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: Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto
: Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto PayPal fiel schon öfters durch die Sperrung von Transaktionen auf. Bisher mussten dran glauben: Der crowdfinanzierte Maildienst Mailpile, der VPN-Anbieter iPredator, die Vereinigung Courage to resist, die Bradley Manning unterstützt, Wikileaks und Online-Händler, die Rum verkaufen wollen. Jetzt hat PayPal auch erklärt, keine Transaktionen mehr für die Rügener Trashrock-Band COR abzuwickeln. Die Musiker haben auf startnext.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit wollen sie eine Tour durch Kuba finanzieren, die kostenlos und von einem Filmteam begleitet sein wird. Ziel ist es, die kubanische Punk- und Metalszene zu unterstützen – mit öffentlicher Aufmerksamkeit wie auch mit Sachspenden in Form von Instrumenten und anderem Equipment.
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: „Online, schlafend oder tot“ – die MEDIENTAGE MÜNCHEN 2013
: „Online, schlafend oder tot“ – die MEDIENTAGE MÜNCHEN 2013 Bei den MEDIENTAGE MÜNCHEN stellen Spitzenmanager und Medienexperten aus Fernsehen, Hörfunk, Print und Mobile, Spezialisten aus dem Digital Business ebenso wie Werbeprofis, Medienpolitiker und Filmschaffende die Weichen für die Medienwelt von morgen. Die MEDIENTAGE MÜNCHEN gehören mit über 6.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland, mehreren Hundert akkreditierten Journalisten, über 500 Referenten und mehr als 90 Einzelveranstaltungen zu den wegweisenden Veranstaltungen für die Medien- und Kommunikationsfachwelt.
So stellen sich die MEDIENTAGE MÜNCHEN selbst vor. Die 1987 von Wolf-Dieter Ring und Edmund Stoiber (sic!) ins Leben gerufene Veranstaltung erhebt an sich also den Anspruch, wegweisend zu sein. Das Ganze wird auf der dreitägigen Konferenz (die heute ihren letzten Tag hat) im Rahmen eines bunten Blumenstraußes an Seminaren, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Panels und einer angegliederten Messe angestrebt. Das diesjährige Motto lautet „Mobile Life: Herausforderung für Medien, Werbung und Gesellschaft“.
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: Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules
Quelle: Facebook Newsroom : Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules Unsere Freunde von Facebook haben wieder einmal ihre Bedingungen geändert. Diesmal müssen die Datenschutzeinstellungen von Jugendlichen dran glauben, wie eine Bekanntmachung von Facebook zeigt.
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: Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System
: Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist schon mehrmals durch ihre klaren Standpunkte und ihr aktives Handeln in Sachen Netzneutralität, Überwachung und Co. aufgefallen. Sei es durch einen Internet-Grundrechte-Katalog, klare Worte gegen die Überwachung durch die USA und Pläne, sich mit eigener Infrastruktur unabhängiger von den USA zu machen.
Auch die Pläne, einen nationalen Mailservice anzubieten, sind keine Neuigkeit. Da ein solches Vorhaben aber einige Zeit benötigen wird, gibt es nun Ziele für einen konkreten Zwischenschritt. Dilma Rousseff twitterte am Sonntag:
Ich habe Serpo [Brasiliens größtes öffentliches IT-Unternehmen] beauftragt, ein sicheres E‑Mail-System in der gesamten Verwaltung einzuführen.
— Dilma Rousseff (@dilmabr) October 13, 2013
Das heißt konkret, dass bis Mitte des nächsten Jahres die Kommunikation innerhalb der Regierung mit einem sicher verschlüsselten, nationalen System passieren soll. Ein konkreter Zeitplan für ein Äquivalent für die allgemeine Bevölkerung liegt noch nicht vor.
Es ist interessant, was von brasilianischer Seite auch in Zukunft in Sachen Internet zu erwarten sein wird. Ein internationales Treffen von Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und der akademischen Welt zum Thema Internet Governance im April 2014 ist bereits angekündigt.
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: Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus?
: Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus? Do Not Track (DNT), ein simples HTTP-Headerfeld, sollte eigentlich dafür sorgen, dass Nutzer auf ihrem Weg durchs Internet nicht mehr verfolgt werden, wenn sie das nicht wollen. So könnten keine Profile erstellt werden und das Schalten personalisierter Werbung wäre nicht mehr so einfach möglich. Alle gängiger Browser haben mittlerweile Unterstützung für DNT implementiert und ermöglichen dem Nutzer, auszuwählen, ob er ein DNT-Signal aussenden will oder nicht. Selbst der Internet Explorer ging mit gutem Beispiel voran und aktivierte DNT als Standardeinstellung. Wie man sich vorstellen kann, gab es gleichzeitig aber auch massiven Widerstand aus der Werbeindustrie und Yahoo! verkündete sogar, DNT ignorieren zu wollen – denn die Einstellung ist letztlich mit einer Bitte gleichzusetzen, die den Empfänger nicht zwingen kann, sie auch zu befolgen. Eine effiziente rechtliche Durchsetzung der Einstellung ist bisher auf internationaler Ebene nicht möglich.
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: Obamacare krankt an technischen Problemen
: Obamacare krankt an technischen Problemen Welche Auswirkungen schlechte Planung von Informationstechnologie auf ganz andere politische Bereiche haben kann, zeigen die Probleme mit dem Portal healthcare.gov, dass eigentlich ab dem ersten Oktober in den USA die Anmeldung zur Krankenversicherung ermöglichen sollte. Im Rahmen des Affordable Care Act sollte nun jeder die Möglichkeit haben, sich für eine bezahlbare Gesundheitsversorgung zu registrieren, die am 1. Januar 2014 startet. Doch bereits am ersten Tag hatte das Portal Probleme, da es mit dem massiven Nutzeraufkommen nicht zurecht kam.
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: European Youth Poll zur flächendeckenden Geheimdienstüberwachung
: European Youth Poll zur flächendeckenden Geheimdienstüberwachung Das European Youth Parliament ist ein Verein aus Unterorganisationen 36 europäischer Länder, der sich für interkulturellen Austausch und politische Bildung engagiert. In diesem Rahmen wird vier Mal pro Jahr ein „European Youth Poll“ durchgeführt, bei dem junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren zu einem aktuellen Thema befragt werden. Jetzt wurden die Ergebnisse der aktuellen Befragung zur flächendeckenden Überwachung durch Geheimdienste veröffentlicht.
Terrorismus ist eine schlechte Ausrede, um im großen Stil die gesamte Bevölkerung zu überwachen. Das ist eine Erkenntnis, die auch ein Großteil (62,3%) der befragten Jugendlichen teilen. Auffällig sind dennoch die recht großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. In Schweden und Deutschland lehnen sogar knapp 80% den Terrorismusvorwand ab, während er in Russland noch von mehr als der Hälfte anerkannt wird. Dort scheint auch die Zufriedenheit mit den Bemühungen der Regierung am größten – wenn auch nur wenig mehr als 20% – was die Aufklärung der Geheimdienst-Affäre angeht. Das mag vielleicht weniger an der Transparenz russischer Geheimdienstaktivitäten liegen als an der antiamerikanischen liegen, bei der der NSA-Skandal zur Meinungsbildung beiträgt. Denn ganz so weit scheint das Vertrauen in den eigenen Staat nicht zu reichen. Bei der Frage, wer für die Sicherheit der persönlichen Daten verantwortlich sein sollte, stimmten in Russland nur ca. 60% für die eigene Regierung, während etwa 90% der deutschen Jugendliche diese in der Verantwortung sehen. Im Durchschnitt fühlen sich auch über die Hälfte der Befragten selbst dafür zuständig, ihre Daten zu schützen.
Etwas bedauerlich an der Umfrage ist, dass aus manchen Ländern weniger als 50 Teilnehmer verfügbar waren, sodass die Ergebnisse nicht mitaufgenommen wurden. Zum Beispiel in Großbritannien, wo es sicherlich interessant gewesen wäre, welchen Einfluss auch die Ereignisse im eigenen Land auf das Empfinden der Jugendlichen haben.
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: EGMR: Portalbetreiber haben Verantwortung für Nutzerkommentare
: EGMR: Portalbetreiber haben Verantwortung für Nutzerkommentare Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat gestern in Straßburg entschieden, dass die Betreiber von Online-Plattformen für Kommentare ihrer Nutzer – auch anonyme – verantwortlich sind. Das heißt, sie müssen beleidigende Kommentare unverzüglich entfernen, sonst können sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Grundlage des Urteils ist ein Fall, in dem ein Aufsichtsratmitglied und Hauptanteilseigner des Fährbetreiber SLK (L.) die Betreiber des Nachrichtenportals Delfi.ee, eine der meistbesuchtesten Seiten Estlands, verklagt hatte. Zuvor gab es einen Bericht der Seite über eingesetze Eisbrecher und deren negativen Effekt auf die Pläne, Autostraßen zu einigen Inseln vor der estnischen Küste einzurichten. Das löste erzürnte Kommentare einiger Leser aus. Eine kleine Auswahl aus den 20 Kommentaren, um die es ging:
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: Interview: Neelie Kroes glaubt an Netzneutralität
: Interview: Neelie Kroes glaubt an Netzneutralität Der Verordnungsentwurf zur Neuregelung des Telekommunikationsmarktes, der am 12. September von der EU Kommission unter Leitung von Neelie Kroes vorgelegt wurde, gefährdet die Netzneutralität, indem Premiumdienste erlaubt werden – und andere als logische Folge diskriminiert. Darüber haben wir im September berichtet. Die Journalistin Jennifer Baker hat Neelie Kroes nun in einem Interview befragt und sie gibt weiterhin vor, daran zu glauben, dass ihr Entwurf der Netzneutralität helfe (ca. ab Minute 1:40):
Wie ich bereits gesagt habe, ist das [die Sicherung der Netzneutralität] ein sehr ausgeglichener Teil des Entwurfs. Er beschäftigt sich damit, Blockierung und Drosselung zu stoppen, denn das war sozusagen ungeheuerlich. Der Entwurf garantiert dem Internetnutzer Qualität – auch das ist sehr positiv. Und darüberhinaus können spezielle Dienste angeboten werden, solange sie diese Qualität und das freie Internet nicht beeinträchtigen. Deshalb glaube ich, wenn man sich wirklich gründlich mit dem Entwurf beschäftigen will, wird man sehen, dass er wirklich sehr ausbalanciert ist.
Fragt sich nur, was die Dame unter Qualität, Balance und freiem Internet versteht
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: Montevideo Statement zur Zukunft der Internet-Zusammenarbeit
: Montevideo Statement zur Zukunft der Internet-Zusammenarbeit Die als Regional Internet Registry (RIR) zusammengefassten Organisationen, die unter anderem für die Zuteilung von IP-Adressen zuständig sind, das Internet Architecture Board (IAB), die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die Internet Engineering Task Force (IETF), Internet Society (ISOC) und das W3C haben sich vergangenen Montag in Montevideo, Uruguay, getroffen, um über aktuelle Probleme des Internets zu sprechen. Im Rahmen dessen veröffentlichten sie das Montevideo Statement on the Future of Internet Cooperation, in dem sie die folgenden Schwerpunkte zukünftiger Bemühungen formulierten:
- Globale Zusammenarbeit, um einen Zerfall des Internets in nationale Fragmente zu verhindern – vor allem vor dem Hintergrund des Vertrauensverlusts von Nutzern durch die bekanntgewordene Massenüberwachung.
- Fortgesetzte Arbeit an der Verwaltung und Organisation des Internets hin zu einer Zusammenarbeit aller Interessensgruppen.
- Weitere globale Durchsetzung der Kompetenzbereiche von ICANN und IANA, sodass alle Gruppen, auch Regierungen, gleichgestellt am Internet teilhaben.
- Übergang zu IPv6 – Anbieter von Internetinhalten sollen sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützen.
Ein gelungener kritischer Kommentar zu dem Statement findet sich auf den Seiten von Internet Policy Review, in dem mögliche unterwünschte Nebeneffekte einer zu sehr zentralisierten Internetverwaltung beleuchtet werden.
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: Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen)
: Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen) Im November 2011 hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) angeordnet, dass Unternehmen in Schleswig-Holstein keine Facebook-Fanpages haben sollen, sonst drohe ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Facebook verstoße laut dem Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert gegen Bestimmungen deutscher Datenschutz- und Telemediengesetze und daher sei es nicht zulässig, dass deutsche Unternehmen von solch einer Infrastruktur Gebrauch machen.
Drei Unternehmen haben gegen diese Regelung Klage eingereicht, da sie die Werbemöglichkeiten schleswig-holsteinischer Unternehmen stark einschränke und sie im Wettbewerb mit anderen Firmen benachteilige. Heute seit 10:00 Uhr laufen die Gerichtsverhandlungen vor dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht, zu dem auch Facebook Ireland Ltd. geladen ist. In dem Verfahren geht es nicht nur um diese drei Einzelfälle, sondern auch um ein generelle Klärung der Frage, ob und wieweit deutsche Unternehmen für die Datenschutzpraxis der ausländischen Infrastruktur, die sie nutzen, verantwortlich sind.
Update: Die Richter haben entschieden, dass die Unternehmen nicht für den Datenschutz bei Facebook verantwortlich sind und daher weiter Fanpages betreiben dürfen. Ob die Frage damit geklärt ist, bleibt offen, da eine eventuelle Berufung gegen das Urteil zugelassen wurde.
