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Interview: Neelie Kroes glaubt an Netzneutralität

Der Verordnungsentwurf zur Neuregelung des Telekommunikationsmarktes, der am 12. September von der EU Kommission unter Leitung von Neelie Kroes vorgelegt wurde, gefährdet die Netzneutralität, indem Premiumdienste erlaubt werden – und andere als logische Folge diskriminiert. Darüber haben wir im September berichtet. Die Journalistin Jennifer Baker hat Neelie Kroes nun in einem Interview befragt und sie gibt weiterhin vor, daran zu glauben, dass ihr Entwurf der Netzneutralität helfe (ca. ab Minute 1:40):

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Wie ich bereits gesagt habe, ist das [die Sicherung der Netzneutralität] ein sehr ausgeglichener Teil des Entwurfs. Er beschäftigt sich damit, Blockierung und Drosselung zu stoppen, denn das war sozusagen ungeheuerlich. Der Entwurf garantiert dem Internetnutzer Qualität – auch das ist sehr positiv. Und darüberhinaus können spezielle Dienste angeboten werden, solange sie diese Qualität und das freie Internet nicht beeinträchtigen. Deshalb glaube ich, wenn man sich wirklich gründlich mit dem Entwurf beschäftigen will, wird man sehen, dass er wirklich sehr ausbalanciert ist.

Fragt sich nur, was die Dame unter Qualität, Balance und freiem Internet versteht

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5 Kommentare
  1. Neelie Kroes kommt aus den Niederlanden. Das ist das Land der Coffee Shops. Wenn die wirklich glaubt, was sie da sagt, dann haben wir vielleicht damit schon die Erklärung, warum.

    Besonders schön finde ich den folgenden Satz:

    „Und darüberhinaus können spezielle Dienste angeboten werden, solange sie diese Qualität und das freie Internet nicht beeinträchtigen.“

    Meint sie ehrlich, die „speziellen Dienste“ würden auf die Bandbreite oben draufgesattelt? Nach dem Motto: 16000er-Anschluss plus x MBit pro Zusatzdienst? Interpretiere ich das richtig?

    Sind das jetzt Langzeitfolgen? War Shit in den 70er-Jahren stärker als heute? Mir fehlen da die Erfahrungswerte …

  2. endlich weiss ich, dass mein sauer verdientes und abgeführtes steuergeld mal richtig, nämlich zur alimentierung und pensionssicherung dieser dame, eingesetzt wird. gott wird mir gerade übel….

  3. Nichts gegen den Einsatz für Netzneutralität aber im Vorschlag steht etwas ganz anderes. Es geht bei dem Vorschlag von Kroes um eine Zentralisierung der Kompetenzen für die Zulassung von Telekommunikationsunternehmen in Europa, also die Entmachtung der nationalen Regulierer. Das hat keine Mehrheit bei den Mitgliedsstaaten, schon BEREC war hoch umstritten. „Netzneutralität“ hat Kroes nur als roten Hering ins Spiel gebracht, darum geht es bei dem Vorschlag nur ganz am Rande.

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