
Welche Auswirkungen schlechte Planung von Informationstechnologie auf ganz andere politische Bereiche haben kann, zeigen die Probleme mit dem Portal healthcare.gov, dass eigentlich ab dem ersten Oktober in den USA die Anmeldung zur Krankenversicherung ermöglichen sollte. Im Rahmen des Affordable Care Act sollte nun jeder die Möglichkeit haben, sich für eine bezahlbare Gesundheitsversorgung zu registrieren, die am 1. Januar 2014 startet. Doch bereits am ersten Tag hatte das Portal Probleme, da es mit dem massiven Nutzeraufkommen nicht zurecht kam.
Nun gaben Regierungsvertreter gegenüber der NY Times zu, dass sie nicht abschätzen können, wie lange es dauern wird, die Probleme zu beheben. Das ganze reiht sich ein in ein buntes Spektrum von Versagen bei staatlichen IT-Projekten und die beinahe vollständige Abschaltung der US-amerikanischen Regierungswebseiten im Government Shutdown. Weshalb also verdient der fehlgeschlagene Start von healthcare.gov besondere Aufmerksamkeit?
Zum einen steht, dass die Zuständigen bei der Regierung selbst dem ausführenden Unternehmen CGI Federal keine Spezifikationen liefern konnte und sich bis in die letzte Septemberwoche hinein nicht auf bestimmte Funktionen einigen konnten. Beispielsweise die Notwendigkeit einer Nutzerregistrierung, bevor man sich für einen Gesundheitsversorgungs-Plan einschreiben kann. Laut NY Times berichtete schon im Februar ein IT-Angestellter:
Wir rechnen mit einem Fiasko. Wir haben die IT-Spezifikationen nicht. Die Angst um die Health Plans steigt sprunghaft. Die Politiker in der Verwaltung verstehen nicht, wie weit wir hinterherhinken.
Zum anderen verlangt der Healthcare Plan, dass man sich bis zum 15. Dezember registrieren müsse, um ab dem 1. Januar 2014 versichert zu sein. Da eine Beseitigung der Probleme nicht absehbar ist, bleibt fraglich, ob diese Fristen eingehalten werden können.
Dass der Start des 400 Millionen Dollar schweren Portals derart gegen die Wand gefahren ist, erfüllt sicherlich die Gegner der Gesundheitsreform mit hämischer Schadenfreude. Und dürfte die kritischen Stimmen stärken, die sich seit Beginn gegen eine Gesundheitsvorsorge mit Versicherungspflicht einsetzen.