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Telekom-Paket: FFII warnt vor sowjetischem Internet

Heise berichtet wieder über das Telekom-Paket und eine weitere Pressemitteilung, diesmal vom Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur: Bürgerrechtler verschärfen Kritik an EU-Plänen zur Internetüberwachung. Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) warnt davor, dass das EU-Parlament direkt auf ein „sowjetisches Internet“ zusteuere. Softwareproduzenten und Internetprovider würden darin gemeinsam die Verkehrsströme nach den Vorgaben…

  • Markus Beckedahl

Heise berichtet wieder über das Telekom-Paket und eine weitere Pressemitteilung, diesmal vom Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur: Bürgerrechtler verschärfen Kritik an EU-Plänen zur Internetüberwachung.

Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) warnt davor, dass das EU-Parlament direkt auf ein „sowjetisches Internet“ zusteuere. Softwareproduzenten und Internetprovider würden darin gemeinsam die Verkehrsströme nach den Vorgaben Hollywoods kontrollieren. Wer das Netz für eigene Dienste nutzen wolle, müsse bei den Regulierern um Erlaubnis fragen. Insgesamt sei der Prozess der Beratung des Richtlinienpakets, über das die federführenden Ausschüsse im EU-Parlament am morgigen Montag abstimmen sollen, von speziellen Interessengruppen gekapert worden.

„Populäre Softwareanwendungen wie Skype oder sogar Firefox könnten in Europa für illegal erklärt werden, falls sie nicht durch eine Verwaltungsbehörde zertifiziert würden“, befürchtet der Brüsseler FFII-Repräsentant Benjamin Henrion. Die gesamte offene Entwicklungsumgebung des Internet würde damit unterlaufen. „Die Agenda, eine chinesische Internetmauer in Europa zu errichten, geht auf das Konto einiger Ultra-Copyright-Lobbyisten“, ergänzt FFII-Präsident Alberto Barrionuevo. Die gesamte europäische Wirtschaft sei durch den Vorstoß bedroht, da sich die Unternehmen nicht einmal mehr Virtual Private Networks einfach so installieren könnten.

Die FFII-PM: European Parliament rushes towards Soviet Internet.

Die Kritikpunkte an den Änderungsvorschlägen werden auch nochmal in dem Heise-Artikel beschrieben.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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4 Kommentare zu „Telekom-Paket: FFII warnt vor sowjetischem Internet“


  1. […] Umso mehr Mails zu dem Thema sie morgen in ihren Mailboxen finden, umso eher werden sie sich informieren. Für mehr Informationen gibt es das Wiki zur Kampagne gegen das neue Telekomgesetz. […]


  2. Gegen das EU-Telekom-Paket…

    Gegen das EU-Telekom-Paket, das mehr Überwachung, weniger Netzneutralität und weniger Freiheit für uns alle bringen wird, formiert sich europaweit Widerstand. Schreibt den Europaabgeordneten, telefoniert – und macht ganz einfach klar, dass ihr ein …


  3. Andre

    ,

    Man kann nun sagen: Da wird übertrieben. Das mag stimmen. Nun ist das Telekom-Paket aber ein Moloch, eine Zumutung selbst für das Parlament. Es sollte möglich sein konstruktiv mitzuwirken.


  4. Streiter für Netzneutralität: Der FFII…

    {bild_1} Im Netz spielt die Frage des Datenschutzes und der freien Zugänglichkeit von Informationen eine wichtige Rolle. Die oft geforderte Netzneutralität wird von vielen Seiten bedroht. Akteure aus Politik und Wirtschaft würd…

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