Auf den PunktWer dahinter steckt, wissen wir noch nicht.

  • Markus Reuter

Liebe Leser:innen,

manchmal entstehen Recherchen zufällig und spontan. Am Wochenende bekamen gute Freunde von mir sonderbare Anfragen auf Signal – angeblich vom Support des Messengers. Schnell war klar, dass es hier um Phishing geht. Das ist eine Methode, bei der sich Angreifende als jemand ausgeben, der sie nicht sind. Sie wollen das Vertrauen der Attackierten erlangen, um Passwörter oder PIN-Codes abzugreifen. Das wahrscheinliche Ziel im Fall dieser Signal-Attacke: die Übernahme des Accounts und das Auslesen von privaten Kontakten, Netzwerken und Inhalten.

Kurze Zeit später erhielt ich ebenfalls eine solche Anfrage auf Signal. Nach zwei Tagen Recherche stellte sich heraus, dass nach allem, was wir wissen, derzeit ausschließlich Journalist:innen und bekannte Akteure aus der Zivilgesellschaft betroffen sind. Es handelt sich also offenbar nicht um eine massenhafte Anfrage nach dem Zufallsprinzip, sondern um eine gezielte Attacke.

Noch ist vieles unklar: Wer steckt dahinter? Und wie funktioniert die Auswahl der Ziele? Aber das Grundprinzip des Angriffs und wie ihr Euch davor schützen könnt, das wissen wir schon – und haben es aufgeschrieben. Und jetzt wollen wir natürlich mehr wissen.

Herzliche Grüße

Markus Reuter

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Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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