White PaperSolidarische Nutzung von KI in der Zivilgesellschaft

Künstliche Intelligenz wird von großen Konzernen dominiert, sie verbraucht viel Energie und es gibt jede Menge kniffliger ethischer Fragestellungen. Der digitalpolitische Verein D64 hat sich mit anderen Organisationen der Frage angenähert, wie die Zivilgesellschaft KI solidarisch nutzen kann.

  • Markus Reuter
Roboter Hand berührt Menschenhand
Ist eine solidarische Nutzung von KI möglich? (Symbolbild) – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Cash Macanaya

KI und Solidarität – geht das zusammen? Der digitalpolitische Verein D64 hat im Rahmen des Projektes „Code of Conduct Demokratische KI“ ein neues Whitepaper veröffentlicht, das sich laut der Pressemitteilung mit dem „Spannungsfeld zwischen der Dominanz globaler Tech-Unternehmen und dem solidarischen Auftrag gemeinwohlorientierter Organisationen“ beschäftigt. Das Papier mit dem Titel „Solidarische Praxis entlang der Nutzung von KI verankern“ biete gemeinwohlorientierten Organisationen einen praxisnahen Leitfaden für den solidarischen Umgang mit KI, so D64 weiter.

Entstanden ist das 35 Seiten starke Whitepaper (PDF) in Zusammenarbeit mit 19 Organisationen aus der Zivilgesellschaft, unter ihnen die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), das FrauenComputerZentrumBerlin (FCZB) und das Deutsche Rote Kreuz.

Praxisnaher Leitfaden

Dabei stand im Mittelpunkt die Frage: „Wie können wir den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) so gestalten, dass er unserem solidarischen Auftrag dient und nicht durch technologische Abhängigkeiten untergraben wird?“ Solidarität bedeute: Verantwortung teilen, Ressourcen gemeinsam steuern und dadurch Bedingungen schaffen, in denen vielfältige Bedarfe selbstbestimmt eingebracht werden können. Im Kontext von KI gerate dieser Anspruch schnell unter Druck, weil wenige globale Unternehmen die Entwicklung großer KI-Modelle und die digitale Infrastruktur dominieren würden.

Trotz dieser Spannungen könne die Zivilgesellschaft ihre Rolle als kritische Anwenderin und Gestalterin nutzen, heißt es auf der Seite des Projektes. Durch bewusste Entscheidungen ließen sich konkrete Handlungsräume öffnen: in der Auswahl von KI-Anwendungen, im Aufbau von Kompetenzen und in der Arbeit an gemeinsamen Standards. Das Whitepaper möchte hierbei Anstöße und Lösungsansätze für Organisationen geben.

Über die Autor:innen

  • Markus Reuter

    Markus Reuter recherchiert und schreibt zu Digitalpolitik, Desinformation, Zensur und Moderation sowie Überwachungstechnologien. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der Polizei, Grund- und Bürgerrechten sowie Protesten und sozialen Bewegungen. Für eine Recherchereihe zur Polizei auf Twitter erhielt er 2018 den Preis des Bayerischen Journalistenverbandes, für eine TikTok-Recherche 2020 den Journalismuspreis Informatik. Bei netzpolitik.org seit März 2016 als Redakteur dabei. Er ist erreichbar unter markus.reuter | ett | netzpolitik.org, sowie auf Mastodon und Bluesky.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)


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