Auf den PunktSelbst Bargeld ist vor Überwachung nicht mehr sicher.

  • Ingo Dachwitz

Liebe Leser:innen,

wir berichten heute über eine neue Überwachungs-Infrastruktur im Aufbau: das zunehmende Tracking von Bargeld. Durch das automatisierte Auslesen der Seriennummern auf Geldscheinen lässt sich nämlich deren Zirkulation nachvollziehen. Vorangetrieben wird das von Sicherheitsbehörden und von privaten Unternehmen, die damit Kasse machen wollen.

Das Tracking kann Rückschlüsse darüber zulassen, wer wo mit welchem Geld was bezahlt hat. Um möglicherweise ein paar mehr potenzielle Bankräuber:innen aufzuspüren, wird mit dem Bargeld das letzte anonyme Zahlungsmittel geopfert. Die Recherche meines Kollegen Martin Schwarzbeck zeigt, dass die Versicherheitlichung unserer Gesellschaft immer totalitärere Züge annimmt. Was technisch möglich ist, wird auch gemacht. Was kommt als nächstes?

Euer Ingo

Unsere Artikel des Tages

Lobbyschlacht um FrequenzbereicheMehr WLAN oder mehr Mobilfunk?

WLAN, Mobilfunk, Satelliten: Die EU ringt darum, wer künftig einen bestimmten Frequenzbereich nutzen darf. Es geht um digitale Teilhabe und Konzern-Interessen. Die Bundesregierung verhandelt mit – und die Opposition funkt mit kritischen Fragen zu Lobby-Kontakten dazwischen.

Bargeld-TrackingDu hast Überwachungsinstrumente im Portemonnaie

Bargeld gilt als anonymes Zahlungsmittel. Dabei ist anhand der Seriennummer durchaus ersichtlich, welche Routen Geldscheine nehmen. Die Infrastruktur zum Bargeld-Tracking wird immer weiter ausgebaut. Auch deutsche Sicherheitsbehörden nutzen sie für Ermittlungen.

Reise eines ZwannisDiese Geräte tracken deine Geldscheine

Immer wieder lesen Maschinen die Seriennummern unserer Banknoten aus. Für diese Recherche begleiten wir einen Zwanzig-Euro-Schein durch den Bargeldkreislauf und sehen, wie das Tracking zunehmend anonyme Zahlungen gefährdet.

Nach Druck durch TrumpUSA sollen TikTok-Klon bekommen

Schon im autoritär regierten China gibt es eine separate Version von TikTok. Nach Recherchen eines US-Magazins soll genau das auch in den USA bevorstehen. Der interne Name der App: M2.

HessenPolizei überprüft 1.600 psychisch erkrankte Menschen

Die hessische Polizei geht systematisch alle Personen in ihren Datenbanken durch, bei denen sie einen Hinweis auf eine „Psychische und Verhaltensstörung“ gespeichert hat. Damit will sie Risiken für Gewalttaten erkennen und etwa Gefährderansprachen oder Überwachung planen. Um Betroffene zu unterstützen, bräuchte es andere Maßnahmen.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von Techdirt vom 09. 07. 2025

Jüngst hatte der Oberste Gerichtshof der USA grünes Licht für Alterskontrollen vor Pornoseiten gegeben. Bei Anbietern von Alterskontroll-Systemen dürften künftig die Kassen klingeln, analysiert Techdirt. Entsprechende Gesetze erlassen die US-Bundesstaaten.

Ticker-News von BBC vom 09. 07. 2025

Elon Musks „KI“ Grok dreht wieder frei: Erst fabulierte der Chatbot über einen vermeintlichen Völkermord in Südafrika, nun preist er Adolf Hitler und stößt grobe Beleidigungen aus. Die BBC fasst die Aussagen und Reaktionen darauf zusammen.

Ticker-News von BMJV vom 09. 07. 2025

Mit nur einem Klick lassen sich online allerlei Dingen kaufen. Wer sich dabei vertut und alles rückgängig machen möchte, braucht jedoch oftmals mehrere Klicks. Das soll ein neuer Widerrufs-Button ändern. Den Gesetzentwurf hat das Justizministerium vorgelegt.

Ticker-News von Golem.de vom 09. 07. 2025

Russlands hohe Geldbußen gegen Google sind nicht rechtens, urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte – den Russland nicht anerkennt. Anlass waren verhängte Strafen, nachdem der US-Konzern die Zensurwünsche der russischen Medienaufsicht nicht erfüllt hatte.

Ticker-News von t3n vom 09. 07. 2025

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey bringt eine Chat-App auf den Markt, die kein Internet benötigt: Bitchat. Die Nachrichten werden per Bluetooth von Telefon zu Telefon weitergereicht. Nützlich für Massenveranstaltungen, bei denen das Netz zusammenbricht.

Ticker-News von EDRi vom 09. 07. 2025

EDRi, der Dachverband von Organisationen für digitale Freiheitsrechte, warnt vor der geplanten DSGVO-Reform. Beim angeblichen Abbau von Verwaltungsaufwand könnten demnach neue Schlupflöcher entstehen, die Datenschutz gefährden.

Ticker-News von Der Standard vom 09. 07. 2025

Im Schnelldurchlauf will Österreich die Einführung von Staatstrojanern beschließen, um etwa auch verschlüsselte Messenger-Nachrichten einsehen zu können. Zugleich soll das ungefragte Zusenden sogenannter Dickpics strafbar werden.

Ticker-News von Verfassungsblog vom 09. 07. 2025

Das Justizministerium plant ein Gesetz, das Menschen besser vor unbegründeten Klagen und missbräuchlichen Gerichtsverfahren („SLAPP“) schützen soll. Kritik daran kommt vom Juristen Johannes Maurer, der vor mangelndem Schutz gegen Abmahnungen warnt.

Ticker-News von NDR vom 09. 07. 2025

„Jetzt kaufen, später zahlen“ – solche Angebote können für Menschen zur Schuldenfalle werden. In Schleswig-Holstein gibt es deshalb Beratungsangebote mit Planspielen, um Schüler:innen auf den Umgang mit Geld vorzubereiten.

Ticker-News von heise online vom 09. 07. 2025

Um Betrug einzudämmen, müssen Banken bei Überweisungen im Euroraum ab Oktober prüfen, ob IBAN und Empfängername überhaupt zusammenpassen. Falls nicht, bekommt die zahlende Person eine Warnung und kann entscheiden, ob sie das Geld dennoch überweisen möchte.

Ticker-News von taz vom 09. 07. 2025

Auf TikTok zeigen vorrangig heterosexuelle Paare gerade beim „One Day or Day One“-Trend Pärchenfotos zusammen mit ihren ersten Nachrichten. Oft zeigen diese Nachrichten aber Grenzüberschreitungen und Übergriffigkeit.

Ticker-News von beck-aktuell vom 09. 07. 2025

Gegen welche Regeln verstößt einem Anwalt, der Schriftsätze fürs Gericht mit KI generiert? In einem Fall aus Köln erhielt ein Amtsrichter einen augenscheinlich per Sprachmodell erstellten, teils fehlerhaften Text. Nun streiten sich die Gelehrten.

Ticker-News von MDR vom 09. 07. 2025

Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt erfassen Daten für unter anderem meldepflichtige Krankheiten mit der Software Mikropro. Doch im Auslieferungszustand war die nicht datenschutzkonform. Landkreise mussten selbst nachbessern.

Ticker-News von BMJV vom 08. 07. 2025

Nervige Pop-ups, endlos Klicken zur Abo-Kündigung: Solche manipulativen Designs sind oftmals verboten. Das Justizministerium will EU-Recht nun in nationales Recht umsetzen und hat einen Entwurf vorgelegt. Anlass ist eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Ticker-News von beck-aktuell vom 08. 07. 2025

Das Landgericht Leipzig hat einem Facebook-Nutzer in einem Datenschutz-Fall 5.000 Euro Schmerzensgeld zugestanden. Seinen indivudellen Schaden musste er dafür nicht ausdrücklich darlegen. Das könnte eine Klagewelle lostreten, wie beck-aktuell erklärt.

Ticker-News von tagesschau.de vom 08. 07. 2025

Bhutan hat kostengünstige Energie aus Wasserkraft und schürft damit Bitcoins. Es rangiere unter den „Top 5 der Bitcoin-Nationen“ und finanziert mit den Krypto-Werten Gehälter im öffentlichen Dienst. Für die Coin-Farmen werden nun Stromressourcen ausgebaut.

Ticker-News von Wiener Zeitung vom 08. 07. 2025

Zwei Redakteur:innen finden im Selbstversuch heraus, wie kurz der Weg von Workout-Videos auf TikTok bis zum Angebot von Steroiden ist. Außerdem fragen sie sich, was gegen Steroidmissbrauch in der Fitness-Szene helfen könnte.

Ticker-News von tagesschau.de vom 08. 07. 2025

Nach der Pride-Parade in Budapest ermittelt die Polizei nicht gegen Teilnehmende – sondern überraschend gegen den Bürgermeister Gergely Karácsony. Laut Gesetz drohen ihm und den weiteren Veranstalter*innen bis zu ein Jahr Haft.

Ticker-News von BR24 vom 08. 07. 2025

Der Bundesdigitalminister will Testregionen für digitale Behördengänge einrichten, Bayern bewirbt sich schon mal um einen Platz. Als eine Art „Mini-Deutschland“ sei das Bundesland prädestiniert, meint ein grüner Landtagsabgeordneter.

Ticker-News von Golem.de vom 07. 07. 2025

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger, CDU, sucht die besten Varianten digitaler Dienstleistungen in der öffentlichen Verwaltung. Die will er als Bund dann allen Kommunen und Ländern zur Verfügung stellen – wie in einem App-Store.

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