Wissen

Eckpunkte für neue KI-Strategie: Bundesregierung will „Sprunginnovation“

Ein heute vorgestelltes Eckpunktepapier der Bundesregierung beschwört die Segnungen der Künstlichen Intelligenz, vor allem für die deutsche Wirtschaft. Deswegen soll die Förderung der KI Deutschland an eine internationale Spitzenposition katapultieren. Öffentliche Daten will die Regierung dafür der wirtschaftlichen Nutzung zuführen.

Künstliche Intelligenz
Im KI-Labyrinth gefangen: Die Bundesregierung laboriert an einer Strategie Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Drew Graham

Deutschland möchte die Nummer eins werden. Das liest sich als Schlagzeile gut, zumal wenn es um das Hype-Thema Künstliche Intelligenz geht. Bedrohlich nahe am Rande des klaffenden Sommerlochs veröffentlicht die Bundesregierung heute ein zwölfseitiges Papier mit Eckpunkten für eine nationale KI-Strategie. Eine solche gibt es bereits in einigen führenden Industriestaaten. Ähnlich wie in diesen deutet die Bundesregierung in ihren Eckpunkten einen Mix aus staatlichen Förderungen für die Wirtschaft und Lockerung des Rechtsrahmens an, um der Industrie bei der Entwicklung datenintensiver Technologien auf die Sprünge zu helfen. Dafür möchte die Regierung auch verstärkt öffentliche Daten für Firmen verfügbar machen.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Wie viel Geld die Bundesregierung für KI-Förderung konkret lockermachen will, ist vorerst nicht klar. Noch ist der Haushalt für 2019 nicht gemacht und auch mögliche Fördergelder aus dem Budget der Ministerien sind bisher ein Luftschloss. Im Papier ist die Rede davon, stärker sogenannte „Sprunginnovation“ zu fördern. Die Wortneuschöpfung soll den Begriff „disruptive Innovation“ ersetzen, der nach Geschmack der Bundesregierung zu negativ besetzt ist. Für innovative Projekte soll es etwa Wettbewerbe mit Millionenpreisen nach Vorbild des amerikanischen X-Prize geben.

Dem Eckpunktepapier fehlt peinlicherweise eine Definition, die umreißen würde, was die Bundesregierung unter „Künstlicher Intelligenz“ versteht – und was nicht. Entsprechend sollten wir uns in Zukunft nicht wundern, wenn noch mehr Forschungsfelder mit dem Begriff KI geschmückt werden, um an einem möglichen Geldregen der Bundesregierung zu partizipieren. Denn das verspricht die Bundesregierung in erster Linie: Förderung von Projekten, Kompetenzzentren, Anwendungsforschung.

Wissenschaft als Zulieferer der Wirtschaft

Generell wird die KI von der Bundesregierung als ein Bereich gesehen, in dem die Wissenschaft der Wirtschaft zuarbeiten müsse. Das entspricht dem von der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) jüngst nochmal betonten Wissenschaftsverständnis: Karliczek verwechselt Bildung mit Ausbildung und hält Universitäten und Hochschulen für bloße Zulieferer der Wirtschaft, aus denen vor allem Innovationen generiert werden müssten.

Nachdem diese Strategie mit zunehmender Wucht den Wissenschaftsstandort Deutschland in eine Drittmittel-Mühle verwandelt und dabei insbesondere hochqualifizierte Wissenschaftler entnervt außer Landes getrieben hat, schreibt die Bundesregierung nun, dass sie eine Priorität in der „Gewinnung und Haltung von KI-Expertinnen und Experten (sic) in Deutschland“ sieht. Wie sie das anstellen will, lässt sie allerdings nur schemenhaft durchblicken. Denn wer anderswo hochbezahlt an seinen Forschungsfragen arbeiten kann, während er hierzulande blumige Antragsprosa im Zwei-Jahrestakt zu produzieren hat, der wird sich gut überlegen, nach Deutschland zu kommen.

Fromme Wünsche

Auch andere Vorschläge postulieren Wünsche für den künftigen KI-Einsatz, ohne klarzumachen oder auch nur anzudeuten, auf welchem Wege sie erreicht werden könnten. Dazu gehört beispielsweise die Schaffung von „begründetem Vertrauen [in KI-Technologien] auf der Basis transparenter Verfahren und einer Nachvollziehbarkeit für die Bürgerinnen und Bürger“. Ein frommer Wunsch, der jedoch schon heute nichts weiter als genau das ist. Bei den KI-Anwendungen, mit denen Millionen Menschen bereits täglich konfrontiert sind, kann selten von Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen die Rede sein. Bei kommerziellem Einsatz stellt sich zudem die Frage, warum bei den Unternehmen, die mit KI angereicherte Geschäftsmodelle haben, ein Interesse an „Transparenz“, Nachvollziehbarkeit oder auch nur partiellen Einblicken der Nutzer bestehen sollte.

Im Eckepunktepapier ist häufig die Rede von der Veränderung der Arbeitswelt, die durch den Einsatz der KI beschleunigt würde. Das ist weithin unumstritten, jedoch verliert das gesamte Papier kein Wort dazu, wie die Gewinne aus dieser Transformation in unserer Gesellschaft verteilt werden könnten und ob und wie die Bundesregierung steuernd einzugreifen plant.

Offene-Daten-Hoffnungen

Die stärkere Nutzung öffentlicher Daten nimmt in den Eckpunkten eine gewichtige Rolle ein. Das ist richtig so, denn beim Thema Open Data hinkt Deutschland schon länger hinterher. Im Papier der Bundesregierung heißt es nun: „Daten der öffentlichen Hand und der Wissenschaft werden verstärkt für die KI-Forschung geöffnet und deren wirtschaftliche und gemeinwohldienliche Nutzung im Sinne einer Open Data Strategie (sic) ermöglicht.“ Wie das bewerkstelligt werden soll, wird aber nicht näher ausgeführt.

Die Umsetzung von Open-Data-Gelöbnissen scheiterte bisher an fehlenden Mitteln für die Standardisierung auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung. Auch zeigt die Bundesregierung mit ihrem Vorstoß zur Nutzung persönlicher Daten etwa im Gesundheitswesen wenig Sensibilität für die Gefahren: Denn selbst angeblich anonymisierte Daten lassen sich nur allzu leicht de-anonymisieren, wie zahlreiche Beispiel der letzten Jahre zeigen.

Der Open-Data-Ansatz wirft eine weitere Frage auf. Zwar klingt die Forderung nach dem „Heben der Datenschätze der Forschungseinrichtungen“ durchaus sinnvoll. Doch die von deutschen EU-Politikern vorangetriebene geplante EU-Urheberrechtsreform behindert das mit einem Artikel, der sogenanntes Data Mining stark einschränkt und damit die Nutzung von offenen Daten erschweren könnte. Wo ist die Open-Data-Strategie der Bundesregierung, die diesen Namen auch verdient?

Ungeklärte Fragen der IT-Sicherheit

Die Bundesregierung betont mehrfach, dass bei KI-Anwendungen auch Fragen der IT-Sicherheit betroffen wären, ohne die Zusammenhänge jedoch näher zu erklären. Hier bleibt wohl abzuwarten, welche Schwerpunkte künftig gesetzt werden können. Eines scheint aber bereits klar: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist aus dem Rennen, da lediglich eine „Abstimmung der Maßnahmen“ mit der neugegründeten, aber bisher noch nicht voll arbeitsfähigen Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) geplant ist. Wir dürfen also gespannt sein, was die Möchtegern-Hackertruppe mit ihrem Ex-BND-Agent an der Spitze für Dienstleistungen bei KI-Technologien anzubieten hat.

Wie es sich für ein standesgemäßes Eckpunktepapier gehört, versichert die Bundesregierung, mit so gut wie allen gesellschaftlichen Gruppen „unter Beteiligung der Zivilgesellschaft“ in den Dialog treten zu wollen. Dabei möchte sie auch ethische Fragen der KI ansprechen. Welche Form dieser Dialog haben soll, ist in dem Papier allerdings noch nicht ausgewiesen. Es bleibt also nur Hoffnung, dass der „Dialog“ nicht so ausfällt wie unter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die vollmundig eine Drohnendebatte in Deutschland ankündigte, dann aber ohne viel Gerede bewaffnete Drohnen für die Bundeswehr forderte.

Wer sich fragt, ob in dem Eckpunktepapier der ausgesprochen wichtige Bereich der militärischen KI-Forschung auch nur angesprochen wird, der wird enttäuscht: Mit keinem Wort widmet sich das Papier der Problematik. Die noch immer breit diskutierte Frage der Kooperation ziviler Forschung in KI-Fragen mit den Militärs, die vor allem durch protestierende Google-Mitarbeiter jüngst entstanden ist, ignoriert die Bundesregierung komplett.

Die dicken Walzen der Gremienmühle

Nach Jahren der Trägheit bearbeiten die Bundesregierung und der Bundestag das Thema Digitalisierung seit kurzem an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Regierung Merkel traf sich zuletzt erstmals im Digitalkabinett und erklärte, einen noch nicht näher bestimmten Digitalrat gründen zu wollen. Zudem tagt wohl noch im August erstmals die neue Datenethik-Kommission der Bundesregierung. Deren sechzehn Mitglieder sollen bis Sommer 2019 Vorschläge für den Umgang mit KI, algorithmischen Prozessen und Datenpolitik liefern. Der Bundestag setzt inzwischen auch noch eine Enquete-Kommission ein, die bis Sommer 2020 ebenfalls Anregungen zum Umgang mit KI und Algorithmen liefern soll.

Dem Digitalgedöns ist damit nicht genug. Ohne die Ergebnisse der eigenen Ethik-Kommission oder der Enquete-Kommission im Bundestag abzuwarten, plant die Bundesregierung die Präsentation einer Digitalstrategie bis Jahresende 2018. Dass die Datenethik-Kommission bis dahin zu substantiellen Ergebnissen kommen könnte, kann wohl ausgeschlossen werden. Dennoch schreibt die Bundesregierung in ihrem Eckpunktepapier mehrfach davon, die Ergebnisse der Kommission einfließen lassen zu wollen.

Das Thema Künstliche Intelligenz spielt für die Digitalstrategie eine Schlüsselrolle. Die geplante KI-Strategie, deren Eckpunkte nun vorliegen, soll noch vor der Digitalstrategie präsentiert werden. Dafür müssen die federführenden Ministerien (BMWi, BMWF, BMAS) einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Die nun präsentierten Eckpunkte werden an alle möglichen Verbände und Stakeholder zur Konsultation verschickt, bis Ende September sollen diese konkrete Vorschläge einreichen. Zugleich halten verschiedene Bundesministerien Workshops zu für die KI-Strategie relevanten Themen ab, etwa Mobilität, Industrie 4.0 oder Gesundheit. Das Bundeswirtschaftsministerium strickt daraus einen Entwurf, den die Bundesregierung im November beschließen soll.

Im neuen Jahr kann es dann mal langsam mit der deutschen KI-Förderung losgehen. Die amerikanischen und asiatischen Digitalgiganten bauen derweil ihre Dominanz aus und schaffen schon heute Fakten.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
29 Kommentare
      1. Wollt ihrrr die totaale KI?
        Jaaaaaa?
        Wollt ihrrr das sie euch Leitet?
        Jaaaaaa?

        Woooolllt Ihhhrrrr die totaaale Führrrrung durrrch die KI?

        Der Wähler: Jaaaaaaa!

  1. Leider ist die Hochschulfinanzierung zu 3/4 Sache der Länder. Und da die Länder nicht in der Lage sind, ihre Hochschulen und damit ihre Hungerlöhner ihr Personal vernünftig zu finanzieren und jeder eifersüchtig darauf achtet, dass niemand seine Kompetenzen überschreitet, führt das seit Jahrzehnten zum Schreiben von Bettelbriefen zur Drittmittelförderung.

    Aus der FAZ vom 30.06.2018: „Die Aufwüchse sind nicht selbstverständlich, das Geld muss im Deutschen Bundestag immer erst eingeworben werden. Wir müssen das also zusammen mit den Forschern und Wissenschaftlern noch besser erklären. Jeder Forscher muss in seinem Arbeitsbereich dringend verständlich machen, was er macht und was dies für einen gesellschaftlichen Nutzen hat.“

    Aufwüchse! Noch so eine Worthülse. Ohne vernünftige Bezahlung und mit diesen Zeitverträgen wird das nichts.

    Insgesamt scheitert das alles letztlich an chronischer politischer Unfähigkeit. Eine Diätenerhöhung geht ratzfatz. Pauschalen gibt’s obendrein ohne Belege.

    1. Wie kommen die amerikanischen Universitäten zu Innovationen?
      Sie finanzieren im ersten Moment absurde Ideen.
      Selbst wenn die absurde Idee nicht fruchtet, sind die „Nebenprodukte“ bei der Erforschung der absurden Idee zum Teil wertvoll, die wiederum Kosten bei anderen Innovationen einspart oder sie überhaupt erst ermöglichen!

      1. Dazu vielleicht das älteste Beispiel der Menschheitsgeschichte aus dem Bereich Kryptographie:
        Pionierarbeit mit Elliptic Curves durch Diophantus im antiken Griechenland. 2000 Jahre später dann endlich erste Anwendungen, u.a. Bitcoin (ECDSA).

        1. Nun, Bitcoin, entzieht sich im Moment meiner Kenntnis!
          Aber Diophantos https://de.m.wikipedia.org/wiki/Diophantos_von_Alexandria hat ja recht lange gelebt!
          Also wenn meine Zeitmaschine fertig ist, dann Portiere ich mich in diese Zeit und werde Mathematiker oder Erfinder!
          Da baue ich mir dann ein Häuschen und weil ich mir die Wetterdaten, wenn sie auch spärlich sein mögen, mitnehme, weiß ich wo ich mich aufzuhalten habe um diversem Unbill aus dem weg zu gehen!

          Falls jemand Lesen möchte, um was es hier so geht:
          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Diophantische_Gleichung
          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Diophantische_Approximation

          Und ja, es ist Mathe, stumpfe, trockene Mathematik, ohne die wir immer noch wie im Mittelalter Angst vor dem Scheiterhaufen hätten, weil Wissen und Intelligenz mit Hexerei gleichgesetzt wurde!

          KI, ja, „Die KI“ (evtl. mit Namen V.I.K.I?) könnte der/die neue Großinquisitor/in werden!
          Ob es dann wieder öffentliche Illuminationen gibt?
          Sicher werden einige Mitbürger freudestrahlend zuschauen und das Schauspiel bejubeln!

          Wie immer, Brot und Spiele!

  2. Ich glaube die brauchen jemanden wie Michaela „germany.net“ Merz als BeraterIn für ihre Blockchains fressenden KI’s, ein GermanKI.net sozusagen… :)

    „THERE .. IS .. NO .. #AI . None. No reasoning, no understanding, no awareness, no emotional knowledge. What people call „ai“ is pretty much a pre-trained pattern recognition. That’s why it’s called #MachineLearning . A cockroach can do amazing things too.“

    https://twitter.com/mischmerz/status/1019612957880274946

    Ich finde das hat sie schön gesagt!

  3. Gilt dieses „Open Data“ auch für die Nebeneinkünfte unserer Volksvertreter?

    Die Industrialisierung 1.0 hat den Kapitalismus hervorgebracht.
    Was bringt uns wohl die Version 4.0 schönes Neues?

    1. Meeeh Geld für die Einen, meeeh Altersarmut für die, denen das Geld aus der Tasche gezogen wurde!
      Das sieht man an der privaten Altersvorsorge, wo eine Bekannte von mit über 120€ Krankenkassenbeitrag/Monat für die nächsten 10 Jahre abdrücken muss!
      Private Altersvorsorge?
      Das Geld unterm Kopfkissen ist Krankenkassenbeitragsfrei!
      Also, ein Tresor zu Hause macht schon einen Sinn!

  4. Das mit den Wettbewerben oder „Spielen“ kommt mir vor wie die Vorstufe z.B. in Tribute von Panem (Hunger Games), wo eine kleine psychopathische Clique die Menschen sektenartig bei der Stange hält, oder wie im Film 2033, wo in Mexiko sadistische Konzernbonzen mit Militärs zusammenarbeiten, oder halt auch wie in Survival Game, das im Russland der Zukunft spielt, wo psychisch gestörte Milliardäre Wettbewerbe veranstalten, um die „Kriminellen“ loszuwerden – wobei man sich selbst natürlich als lupenreiner Demokrat versteht.

  5. Besorgt euch mal die Doku „Pre-Crime“, echt toll, wie ich sagen muss, was da auf einen, bzw. auf alle, zukommt. Es wird hier nicht nur speziell auf die „präventive Kriminalitätsbekämpfung“ abgezielt, Kriminalität, die die größte Gang der Welt (siehe Doku), die Polizei, braucht, wie die Luft zum Atmen, sondern auch damit verflochtene Zusammenhänge angesprochen, unter anderem Big-Data, die Konzerne und wie sie Hand in Hand mit der Regierung arbeiten, sozusagen „ausgelagert“. In England nennt sich das selbstlernende KI-System für den Terrorstaat passenderweise „Matrix“.

  6. Hab neulich gelesen, dass in den USA bereits durch Algos, die auf „Künstlicher Intelligenz“ beruhen sollen, Gerichtsurteile mit beeinflusst werden – da hier z.B. mitberücksichtigt wird, ob jemand wieder in irgendeiner Form kriminell werden könnte (Wer etwa in den sozialen Medien zu viele Tierbilder postet, scheint sich zu Tieren mehr hingezogen zu fühlen, als zu Menschen), und dies dann die „Sozialprognose“ verschlechtert. Schöne neue Welt! ;-)

  7. Womit wirbt die BRD denn? Steuergeschenke? Bürgerrechtseinschränkungsgeschenke? Die Schmal- bis Keinband-Internetversorgung kann es jedenfalls nicht sein. Und der massiv Innovation ausstrahlende Ausbau mit der Behelfstechnik Vectoring, die im Vollausbau & Ende der technischen Fahnenstange allenfalls im Download gerade mal heutzutage mäßig interessante Datenraten bietet, wird auch wohl nur begrenzt für Jubelschreie sorgen.

  8. Es läuft alles darauf hinaus, dass der Mensch, zumindest die breite Masse, überflüssig werden soll. Man hat den Menschen ein paar Jahrzehnte scheinbare „Freiheiten“ mehr gegeben, damit sie in dieser Zeit „wohlgemut“ die Dinge erarbeiten, die letztlich ihren eigenen Untergang zementieren sollen. Die Erntezeit rückt also näher! Im neuen Utopia, zwischen Künstlicher Intelligenz und den neuen Herrenmenschen, ist kein Platz mehr, für ein verdummtes Volk – das sowieso nur Ärger macht und ständig etwas zum Meckern sucht.

  9. Lasst mich raten, im Industrie 4.0-Land, dessen Gesellschaft insgesamt auf künstliche Intelligenz getrimmt werden soll, ist dann auch das sog. „Punktekonto“ (China und Co.) nicht weit entfernt. Der Punktestand von den meisten, unter anderem den Kommentatoren hier, wird sich darauf belaufen, sich nicht mal mehr eine Scheißhausrolle leisten zu können, wenn man sich nicht den gehirnwäscheartigen Verhaltensregeln der KI-Algorithmen, und seiner edlen Herren, unterwirft.

  10. Was heute als „Befreiungsschlag“ für den Menschen deklariert wird, ja als Paradies auf Erden, wird in der schwärzesten Stunde der Menschheit enden! Wetten? Und natürlich an vorderster Front mit dabei: Unsere Mutti und ihr heiteres Gespann…

    1. China ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie KI dafür eingesetzt werden kann, Menschen zu kontrollieren und in der Abhängigkeiten zu halten.
      KI – nach Vorstellung der „Eliten“ – soll dabei helfen, die Herrschaft zu erleichtern. So wird es kommen.

  11. Danke den Autoren für Bemühen um Genauigkeit und Zurückhaltung, Betonen der zentralen Frage, deren Antwort dann aussteht, was ist denn KI überhaupt?

    Dass es eine Sau sei, die, durch’s Dorf getrieben wird, und die Definitionsgewalt bleibe dann Spielkapital für die üblichen machtpolitischen Sphären? … Das war bei der frühen Datentechnik so, bis sich dann eine transparente Form der Übersetzung des Kauderwelsch einbürgerte, irgendwann Ende der 1980er, da funktionierte das noch besser, das mit der ad hoc im Diskurs herzustellenden Transparenz. Eine Festplatte ist eine Festplatte, und diese Vokabel wurde hernach sprichwörtlich, quasi eine Trophäe beim Ringen um Transparenz. Die Industrie hätte das gerne einen ganzen Zentner intransparenter gehabt. Objekte, für die man Methoden kaufen kann, oder so Zeug.

    Beim Internet, knapp zwei Jahrzehnte später, lief das schon nicht mehr so gut. Das Usenet spendete zwar Basis-Knowhow, aber die Medien blockten die korrekte Beschreibung beharrlich und mit auffälliger Impertinenz ab – selbst wenn das Konferenzmedium sich danach erst als selbstständiges Teil von Wirklichkeit breitgemacht hat. Zum Basiswissen sind die Grundlagen aber kaum geworden, stattdessen laufen die Leute nun als Versuchskaninchen von Google und Apple herum (und die Exklusivität dieser beiden Betriebssysteme für intransparenten Massenzugang wird nun mit Zähnen und Klauen verteidigt – das wäre doch auch mal ein Fall für Netzpolitik?). Ein verlorener Punkt.

    Die Vokabel KI hingegen ist bis jetzt nur im Stadium des Spielkapitals, es ist ziemlich beliebig, was es bedeutet, in der Rangelei, wieviel beim Kampf um Deutungshoheit als Spezialistenwissen verheimlicht werden kann.

    Ich stecke da nicht drin, kann leicht riskieren, die Empirie, das Tatsächliche, laienhaft aufzuwerfen zu suchen, also: was haben wir denn da überhaupt? – abgesehen vom politischen Gezerre, hauptsächlich mit dem Ausblick auf kommende Waffentechniken, und die sind sowieso immer sakrosankt?

    Das Modell geben relationale Datenbanken viel besser ab als Programmier-Umgebungen. Also: Sprechen wir erst einmal von Expertensystemen, gepaart mit geschickter Abfragetechnik, eigentlich ein schon alter Hut. Und dann dazu: Die Einführung einer Dynamik für den Fall wiederholter Abfragen. Meist wird es schlampig und ungenau ausprogrammiert sein, was sich so alles im Begriffsnebel von der neuronalen Rückkoppelung verbergen kann.

    Ein Stück daraus scheint mir schon als populär gewordene Lebenspraxis zu bewundern und zu beobachten, das ist die Maschine auf Youtube, die jeweils den Katalog der bevorzugten Schnipsel auffrischt, wie je zu einem Zusammenhang neu zusammengestellt. Das gibt ein aufschlussreiches Beispiel, wenn man dem genauer bei der Arbeit zuschaut: Ein Herumstöbern mit affirmativen Kanälen, sozusagen. (Und wenn man genauer hinschaut, sieht mal leicht, dass hier ein neues Vehikel sitzt, mittels dessen alle Dummheit der Menschen gerade ein weiteres Mal wieder erneut losgelassen werden kann).

    Erst wenn man das Zeugs entzaubern kann, lassen sich Forderungen formulieren, wie es konstruktiv in den Alltag eingreifen könnte. Bis dahin, solange es nur sagenhaft und ungenau als Voodoo und Hokuspokus präsentiert wird, reduziert dies zugleich den staatlichen Souverän, also zugleich die potentielle Massenkundschaft, auf die Rolle des hilflosen Spielballs, dem man alles mögliche aufpfropfen kann, gerade in Fortführung, wie zugleich von den Massenmedien abgerichtet.

    Soweit meine experimentelle Sichtweise belastbar ist, sind gerade die jüngsten politischen Präzisierungen zum Umgang mit Massendaten bereits auch direkt eine Aussage zur Wirkweise von KI.

    1. Ob KI selber denken und sich entwickeln kann, wird man sehen. Was man aber heute eindeutig definieren kann ist, daß sie (u.v.a) voll-automatisierte Produktion ermöglicht. Also menschliche „Intelligenz“ nicht mehr als Arbeitskraft vernutzt werden muss und sich somit auf Entwicklung und Wartung der maschinellen „Intelligenz“ fokussieren kann.

      Nur ein paar Beispiele, wo bisher einzig die menschliche Intelligenz in so einem Maßstab, und zwar arbeitsteilig, produzieren konnte:

      Vollautomatisierte Fabrik für selbstfahrende Autos:
      https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.daimler-baut-zukunftsfabrik-in-sindelfingen-neue-s-klasse-fabrik-soll-massstaebe-setzen.caab2e8d-fe01-4c8a-9b94-5c0bca82a109.html

      Zur Gewinnung von Protein und Milch:
      https://www.scmp.com/news/china/society/article/2142316/giant-indoor-farm-china-breeding-six-billion-cockroaches-year

      In der Landwirtschft „Der automatisierte Acker“:
      https://www.taz.de/!5265776/

  12. K.I. in Europa ?
    Es drängt sich der Vergleich auf ob ein Kartoffelkäfer Astronaut werden kann oder eine Kuh des Seiltanzes fähig ist.

    Ein Modewort, dass ein paar Dummschwäzer für sich entdeckt haben und nicht wissen worum es sich dabei überhaupt handelt.

    Habe bereits 1992 Prolog programmiert, ein Logiksystem von Borland, dass anhand von normierten Kriterien die besten Lösungen gesucht hat.

    Stellt sich die Frage, wer in diesem Land der unzähligen Rechtsanwälte, Politologen, Soziologen und Psychologen und sonstigen Experten überhaupt in der Lage ist logische Ansätze zu formulieren.

    1. Sie verfügen über einen Gleichgewichtssinn – der ist so gut, das sie in der Lage sind die größten athletischen Leistungen zu vollbringen – mit viel Training und schärfung ihrer sportlichen „Intelligenz“

      Nun steuern sie einen Qudrocopter: Entweder sie lernen ihre Finger so geschickt zu bewegen, das sie die Drohne auf derselben Höhe halten und Wind entgegen wirken können. Oder sie nutzen halt einen Quadro-Copter, der das per Algorithmus für sie erledigt. Sie müssen also nun nicht mehr ihre sportliche „Intelligenz“ trainieren, dieser Teil der „Intelligenz“ ist dann schon beim „Gerät“.
      https://store.dji.com/de/product/mavic-pro-platinum
      Oder stellen Sie sich auf ein Segway.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Segway_PT
      Oder nutzen Sie auf dem Smartphone einen Fokus-Assistenten. etc.pp
      https://www.shiftphones.com/

      Welcome to 3rd Millennium!

  13. Die einzige AR-Brille, die mir bekannt, die auf Gesichtserkennung und Profil-checking verzichtet (und die dadurch frei-gewordene Rechen-Kapazität anders benutzen kann):
    https://everysight.com/de/

    3D- Drucker der 3D-Drucker drucken kann, über die Menschen genauer modellieren als es mit ihren eigenen Händen je möglich war:
    https://www.lulzbot.com/

    Eine Spinnen-Drohne zum selber bauen und drucken für ca. 20 Eur:
    https://www.youtube.com/watch?v=9Pos9pE8xwU

    Und ein Roboter-Arm der Roboter-arme bauen kann – weil wir demnächst alle (mindestens) 3 Arme haben:
    https://www.youtube.com/watch?v=2m1-rD_DnzI

    Wer hier immernoch behaupten will, das gabs doch alles schonmal und hat auch nix mit Intelligenz zu tun : Bitte nochmal alle Staffeln der 6 Star Trek- Serien seit 1966 ansehen!

    1. Das einzige (oder maßgebliche), was menschliche von maschineller und anderer „tierischer“ Intelligenz unterscheidet ist .. trotzdem „Nein“ zu sagen. xD

  14. Wir versuchen das Thema wieder in den Kontext eines Szenarios zu setzen.

    Die Indikatoren, dass dieses Szenario eintrifft verdichten sich im Moment und bisher lassen sich nur wenige Kräfte gebündelt identifizieren die gegen diese Entwicklungen streben.

    Augenblicklich sieht es nicht danach aus als würde die Automobilindustrie ohne größere Verluste den Umbruch Elektromobilität/autonomes Fahren/Carsharing/Mobilitätsdienstleistungen überstehen. Hinzu kommt die angespannte Situation zwischen Amerika und China. Das Ifo-Institut hat auch bereits seine Aussichten korrigiert.

    Deutschland ist daher gezwungen neue Felder der Wertschöpfung ausfindig zu machen. Das bringt auch die KI-Strategie zum Ausdruck. Dummerweise sind Entwickler in diesem Bereich rar und nahezu finanziell unabhängig.

    Wenn es Deutschland als nicht gelingt den Standortfaktor „Lebensqualität“ oder „Gemeinschaftsgefühl“ zu bewahren/verbessern damit der Anreiz nach Deutschland zu kommen oder in Deutschland zu bleiben vorhanden ist, droht schlicht und ergreifend der wirtschaftliche Abstieg und damit einhergehend der unaufhaltsame Aufstieg nationalistischer Tendenzen.

    Jeder der sich nicht aktiv in die Verbesserung der „Lebensqualität (inkl. Natur)“ oder für das „Gemeinschaftsgefühl (Vereine/Genossenschaften)“ einbringt oder gar witzelnd versucht diese Entwicklungen zu verharmlosen, wird zum passiven Mittäter einer faschistischen Renaissance.

    Die digitalen Mittel in Form von KI-Algorithmen ermöglichen in diesem Zusammenhang lediglich die Überbietung vergangener Eskapaden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.