Dieser Artikel ist mehr als 12 Jahre alt.

Löschen statt Sperren: BKA findet meiste Kinderpornographie in Russland und Deutschland

Vor kurzem hatte die Bundesregierung einen Erfolgsbericht für die Strategie „Löschen statt Sperren“ rausgegeben. Der Ausschuss für Digitale Agenda im Deutschen Bundestag wollte vom Innenministerium nochmal genauer wissen, in welchen Staaten denn in der BKA-eigenen Statistik die meisten Darstellungen von sexuellem Mißbrauch an Minderjährigen (Kinderpornographie) gefunden wurden. Hier findet sich die Antwort. (PDF) Zum Hintergrund…

  • Markus Beckedahl

Vor kurzem hatte die Bundesregierung einen Erfolgsbericht für die Strategie „Löschen statt Sperren“ rausgegeben. Der Ausschuss für Digitale Agenda im Deutschen Bundestag wollte vom Innenministerium nochmal genauer wissen, in welchen Staaten denn in der BKA-eigenen Statistik die meisten Darstellungen von sexuellem Mißbrauch an Minderjährigen (Kinderpornographie) gefunden wurden. Hier findet sich die Antwort. (PDF)

Zum Hintergrund sollte man wissen, dass seinerzeit das Zugangserschwerungsgesetz von der damaligen Familienministeriun Ursula von der Leyen und ihrer Verbündeten damit begründet wurde, dass diese Server ja alle in Indien, Kasachstan oder „Afrika“ stehen würden.

Überraschenderweise spielen diese Staaten in der aktuellen BKA-Hitliste keine Bedeutung. Weder Indien noch ein afrikanischer Staat (außer den Seychellen, aber die liegen weit daneben) haben es in die Statistik geschafft, Kasachstan landet abegschlagen mit 0,24% zusammen mit Polen auf Platz 14 mit. Vielleicht hat das BKA nicht in Afrika oder Indien gesucht, vielleicht war das damals auch nur Propaganda von Ursula von der Leyen?!

Derzeitiger Spitzenreiter ist Russland (28,63%), knapp vor Deutschland mit 24,46%. Etwas abgeschlagen sind die USA (15,63%), Kanada (11,70%) und die Niederlande (11,64%).

Update: Ältere Statistiken aus dem Jahre 2010 finden sich in einer Stellungnahme des AK-Zensur. (PDF)

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

6 Kommentare zu „Löschen statt Sperren: BKA findet meiste Kinderpornographie in Russland und Deutschland“


  1. Kollege Schnürschuh

    ,

    Überraschenderweise

    Haha, ja der war gut.
    Ja, wir sind alle verblüfft darüber, dass die als Fakten gehandlten Zahlen und Länderangaben nicht der Realität entsprechen.
    Wo hatte Frau von der Leihen noch gleich ihre Infos über KiPo her?


    1. Kollege Schnürschuh

      ,

      Leihen Leyen


  2. Kann man dem BKA überhaupt glauben, wenn die schon ihre eigenen Leute decken, wen decken die dann noch alles?


    1. wulff

      ,

      Naja, von den Informationen die da in letzter Zeit zu veröffentlicht wurden, sind die meisten Abrufe wohl von BKA-Beamten?

      Pispers hatte was geniales drüber gemacht: http://www.wdr5.de/sendungen/unterhaltungamwochenende/kleinkunstpreis100.html


  3. Martin1

    ,

    Aber sieht man nach den Nutzerzahlen, so sind Turkländer ganz vorne.
    Hatte 20min aus der Schweiz kürzlich berichtet.


    1. proxy server

      ,

      Könnte das daran liegen, dass man dort Proxy-Server recht „bulletproof“ hosten kann?

      (ernst gemeinte Frage)

Dieser Artikel ist älter als 12 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.