Überwachung

US-Netzriesen starten Kampagne für etwas weniger Überwachung

Ein halbes Jahr nach den ersten Enthüllungen über den NSA-Überwachungsskandal und die PRISM-Schnittstellen bei den großen US-Plattformen haben einige der Betroffenen Unternehmen eine gemeinsame Kampagne gestartet. Ziel von „Reform Government Surveillance“ ist etwas weniger Überwachung und irgendwie Vertrauen zurück zu gewinnen. Warum die Unternehmen vor Edward Snowden es nicht nötig hielten, eine solche Kampagne zu starten und ob das jetzt auch nur passiert, um Vertrauen und ein positiveres Image zurück zu gewinnen, bleibt noch unklar. Vielleicht ist das Anliegen aber auch tatsächlich Ernst gemeint. Kann ja nicht schaden, wenn da auch mal Unternehmen einsteigen, die (theoretisch) über richtig viel Lobbykapazitäten und das damit verbundene Geld verfügen. Aber wo sind die Telekommunikationsanbieter wie Verizon, AT&T & Co und wo sind Amazon, eBay & Co? Update: Wo ist Apple?

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Ausgefeiert? Noch vor zwei Jahren feierten die Firmenchefs im Weißen Haus zusammen mit Barack Obama.

Zu den beteiligten Unternehmen der Kampagne gehören AOL, Apple, Facebook, Google, Yahoo, Linkedin, Microsoft und Twitter. Alle Unternehmen haben gemeinsam, dass sie einerseits über PRISM und andere Programme mit der NSA und ihren Partnern kooperieren, andererseits sind ein Teil der Unternehmen auch schon OPfer von kriminellen Aktivitäten der NSA geworden.

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10 Kommentare
  1. Nun ja, angesichts der Tatsache dass lt. Snowden-Veröffentlichungen die IT-Giganten von der NSA für PRISM- und UPStream-Schnittstellen gut bezahlt wurden (also aufrund der Specs dieser Schnittstellen umfassende Kenntnis der Abhöraktionen hatten) bin ich eher skeptisch was die Entwicklung betrifft.

  2. Lieber Barack,

    wir haben dir nicht die Präsidentschaft finaziert, damit deine Lakaien uns die Fische, äh, Nutzer vergraulen.
    Damit eins ganz, ganz klar ist: Wenn hier jemand Daten sammelt, Bewegungsprofile erstellt und Spionagesoftware auf Rechner aufbringt, DANN SIND WIR DAS! Die Daten unserer Fische, äh, Nutzer gehören UNS und nur UNS.
    Hab keine Angst, wir werden dir schon bescheid sagen, wenn wir beim durchforsten der Datenberge etwas entdecken! Ehrenwort!! Deine NSA nutzten wir natürlich gerne weiter zur Verteidigung gegen China & Co, aber sie muss schön nach unserer Pfeife tanzen, so wie du. Wir hoffen, du verstehst das. Sonst war’s das leider für dich.

    In Liebe

    deine Wahlkampf-Finanzierer

  3. Stasi als Geschäftsmodell

    Es ist schon klar, dass es zwischen einem Geheimdienst und den großen Internet-Unternehmen nur noch geringe Unterschiede gibt, ist das Geschäftsmodell im Bereich ‚Big Data‘ doch im wesentlichen kongruent. Entscheidend ist aber wie immer der einzelne Bürger als Nutzer oder Wähler, welcher immer noch den persönlichen Mehrwert höher einschätzt als die Bedrohung der Demokratie:

    „Unsere Individualität wird im Massenbetrieb des Datenabmelkens geschreddert, zusammengemixt und marktkonform aufbereitet einer gewinnbringenden Anschlussverwertung zugeführt. Wenn man nach seiner Arbeitskraft, nach seinem Körper, nichts mehr hat – dann bleiben immer noch die Datenspuren, die man im Internet hinterlässt.“

    http://wagnisdemokratie.wordpress.com/2013/08/18/wir-digitalnutten/

    Daher verwundert es auch nicht, dass aus dem Kampf für die Freiheit im Internet keine Bürgerbewegung wie z.B. bei dem Widerstand gegen die Atomanlagen geworden ist. Man sieht nur den Nutzen und nicht die Bedrohung – und die Konzerne, die unsere Daten verhökern,
    können sich weiter als Speerspitze der Bewegung für Freiheit und Bürgerrechte im Internet feiern lassen:

    http://wagnisdemokratie.wordpress.com/2013/12/09/web-3-0-auf-der-30c3/

    Eine Veränderung dieser perversen Situation ist derzeit nicht in Sicht.
    In diesem Sinne wird immer weiter gemacht und der Skandal hat noch zu KEINEN Konsequenzen geführt!

  4. Nach meinem Vorwissen, machen es folgende Firmen aufgrund von PR-Lügen: Microsoft, Yahoo, Apple, Facebook.
    Bei Google und AOL sind es wahrscheinlich PR-Lügen.
    Von Twitter halte ich die Teilnahme für vielleicht ernst gemeint.

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