Dieser Artikel ist mehr als 16 Jahre alt.

Iran bekommt Vorratsdatenspeicherung

Im Iran wurde jetzt ein weiteres Gesetz zur besseren Kontrolle der Telekommunikation beschlossen und damit bekommt man auch eine Vorratsdatenspeicherung. Bei der Propaganda zur Einführung hat man sich offensichtlich an westlichen Staaten orientiert. Nichts weniger als mehr Datenschutz und mehr Sicherheit soll das Gesetzes-Paket bringen. Klingt wie aus dem Munde von Unions-Politikern. Heise berichtet: Iran…

  • Markus Beckedahl

Im Iran wurde jetzt ein weiteres Gesetz zur besseren Kontrolle der Telekommunikation beschlossen und damit bekommt man auch eine Vorratsdatenspeicherung. Bei der Propaganda zur Einführung hat man sich offensichtlich an westlichen Staaten orientiert. Nichts weniger als mehr Datenschutz und mehr Sicherheit soll das Gesetzes-Paket bringen. Klingt wie aus dem Munde von Unions-Politikern.

Heise berichtet: Iran verschärft Internetkontrolle.

Nach den Protesten, die auf die Präsidentenwahl folgten, und aufgrund der anhaltenden Konflikte, die bis in die politische und religiöse Elite hineinreichen, war abzusehen, dass die Machthaber im Iran die Zensur und Überwachung der Medien weiter anziehen werden. Auf die Schnelle wurde jetzt ein Gesetz im Parlament durchgepeitscht, vom Wächterrat gebilligt und dessen Umsetzung durch eine Eilanordnung vom umstrittenen Präsidenten Ahmadinedschad beschleunigt, das angeblich Cyberkriminalität bekämpfen und die Internetnutzer besser schützen soll. So begründete Generalstaatsanwalt Qorban-Ali Dorri-Najafabadi das Gesetz mit dem Schutz der Rechte der Menschen und der Stärkung des Datenschutzes.

Die Hardware und Software für die Vorratsdatenspeicherung kommt sicherlich auch von Siemens-Nokia, bzw. ist die wahrscheinlich schon eingebaut.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


Veröffentlicht

Kategorie

Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

14 Kommentare zu „Iran bekommt Vorratsdatenspeicherung“


  1. Arestris

    ,

    Iran in einem Satz mit Datenschutz und Sicherheit? Ohje … ich befürchte ein Paradoxum welches die Existenz des Universums wie wir es kennen auslöscht.
    Aber wenn ich mir diese Erklärung die bei uns im Westen abgekupfert wurde ansehe und dagegen mal deren Zensurapparat anschaue, bei dem sie unserer Regierung ja _noch_ vorraus sind, kann man wohl von einem gegenseitigen geben und nehmen sprechen.

    Gruß,
    Arestris


  2. Schon interessant, dass der IRAN beim Westen abgucken muss um seine „Bürger“ besser kontrollieren zu können.


  3. das angeblich Cyberkriminalität bekämpfen und die Internetnutzer besser schützen soll.

    hahahaha … seht ihr, liebe Iraner, eure Regierung will nur euer bestes. Denn ihr müsst wissen, Krieg ist Frieden und Freiheit ist Sklaverei.

    So, nun wird es aber Zeit, dass in meine Wohnung eingebrochen und meine Kopie 1984 gestohlen wird. ;-)


  4. die wissen wie man sowas auc richtig nutzt…
    http://www.tagesschau.de/ausland/iran638.html


  5. Sehr symbolträchtig. Iran hat ein Problem mit Bürgern die sich ihre Meinungsfreiheit Kraft des Internets zurückerobern.
    Gegenschlag: Vorratsdatenspeicherung.

    In Deutschland ist man da vorausschauender: lieber gleich die Spionage- und Blockadeinfrastruktur bereithalten, für den Fall das die Bürger auf die Idee kommen, das mit der Demokratie zu ernst zu nehmen.


  6. Ergänzend zum selben Thema ein sehr guter Artikel bei der Jungle-World:

    http://jungle-world.com/artikel/2009/29/35492.html


  7. Diese Option muss bei Nokia/Siemens nur noch freigeschaltet werden.
    Einfach Lizenzkey einspielen, fertig.

    Weitere Optionen sind:
    – TopKontakter: Spürt gefährliche Potentatoren auf, indem festgestellt wird, wer am längsten (auf Minutenbasis) oder am häufigsten (pro Kopf) kommuniziert.
    – TrackPath: Spürt Handies (und damit deren Besitzer) auf und verfolgt alle seine Bewegungen.
    – CrowdFinder: Findet heraus, wo sich plötzlich Menschen in großer Zahl zusammenrotten. Automatischer Flag auf alle Anwesenden: „Verdächtige Person“
    – BackGroundAnalyzer: Verbindet sich zu zahlreichen Datenbanken und findet Informationen, um wirklich jeden Verdächtigen zu denunzieren.
    – Stimmitate: Sprachmodul, das beliebige Texte mit der Stimme eines Verdächtigen vorliest.

    Und viele weitere nützliche Module, in Kürze auch für den deutschen Sprachraum erhältlich.

    *grummel*
    Sikk


  8. […] written by jordi, on 2009-07-21 19:59. Der Iran guckt zwecks Überwachungsmaßnahmen bei der EU ab und führt auch eine Vorratsdatenspeiche… […]


  9. […] Intermezzo (76) 2009 Juli 22 by nambulous Bei der Propaganda zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung im Iran hat man sich offensichtlich a… […]


  10. […] aber keine Sorge Frau Schnutinger – morgen regen wir uns dann wieder über über wichtigere Sachen […]

Dieser Artikel ist älter als 16 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.