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FSA09: Weiteres Polizei-Prügel-Video aufgetaucht

Es ist ein weiteres Video der Polizei-Prügel-Aktion auf der „Freiheit statt Angst“- Demonstration aufgetaucht, was Fausschläge eines Polizisten gut dokumentiert. Bei Adrian Lang findet man weitere Videos.

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24 Kommentare
  1. Polizisten sind auch nur Menschen, von den Taten einzelner auf die Gesamtheit zu schließen ist auch nicht richtig.
    Aber bei so breitem Vorkommen muss man sich schon fragen ob so was nicht durch die Verantwortlichen/Politik gedeckt oder sogar gefördert wird.
    Ich hoffe das jedem einzelnen von denen der Prozess gemacht wird und sie ihre Marke verlieren, den solche Leute haben in der Polizei nichts zu suchen.

  2. dummerweise sieht man überhaupt nichts von der festnahme des fahrradfahrers. der eine faustschlag da ist jetzt weniger schlimm imo, zumindest nicht schlimm genug für rechtliche konsequenzen.

  3. Polizei bei solchen „Einsätzen“ = Schande dieses Landes! Wie kann man es für möglich erachten, dass man von denen geschützt werden soll??? Und dann spricht man von Werteverlust bei Jugendlichen oder wie?

    Die in der Einheit werden sich sicherlich kein bisschen schlecht fühlen für das was sie da tun. Entweder weil sie es selber nicht begreifen können oder wollen. Absolut erbärmlich von der Polizei sich dann auch noch hinzustellen und die Betroffenen zu beschuldigen! Da muss was passieren und zwar jetzt!

  4. Ich kann für das Verhalten der Polizisten irgendwie kein Verständnis aufbringen. Hab die Videos mehrmals angeschaut und hab keine Gewalt seitens der Demonstranten gesehen. Es gibt also keine Notwendigkeit so hart vorzugehen. Wenn man festgenommen wird, dann kann das schon mal ungemütlich werden, vor allem, wenn man vorher rumpöbelt. Eigentlich reicht es die Leute zu packen und abzuführen. Aber rumstehende Demonstranten zu schlagen geht mal garnicht.

    Zum Gesamteindruck:

    Es wäre schön, wenn noch mehr Videos davon veröffentlicht werden. Dann könnte man die zeitlich synchronisieren und parallel laufen lassen. Da waren doch eigentlich genügend digitale Augen und Ohren. Damit sollte die Szene ziemlich gut verwertbar sein.

  5. Reden wir über den schlag des schwarzen beamten ganz links ab 0:17 oder über die situation wie der bereits bekannte schlägerpolizist bei 0:13 den demonstranten vertreibt?

  6. Der Radfahrer scheint mir ja kein ganz unbeschriebenes Blatt zu sein(Hab den jetzt in mindestens drei Videos in derart kritischen Situationen gesehen) – aber gewalttätige Neigung seh ich in denen auf jeden Fall auch nicht. Davon abgesehen werden ja sowieso noch weitere offensichtlich nicht aggressive Personenen von den „Polizisten“ tätlich angegriffen. Und von Befreiungsaktionen seh ich da auch nichts, vermutlich nur Leute die versuchen den Polizisten klar zumachen, dass sie was Falsches tun. Kann mir gut vorstellen dass man da nicht einfach daneben stehen bleiben kann wenn man sieht dass die einfach auf jemanden eindreschen und versucht mit denen zu reden, was die Polizisten hier aber wiederum bewusst falsch auszulegen scheinen um noch jemandem ins Gesicht zu schlagen.

  7. Ich bin sicherlich kein Befürworter von Gewalt jeglicher art. Aber man sieht in den Videos nur die „brutalen Polizisten“ und nicht wie es zu den Situationen gekommen ist.

  8. Wenn es nicht alles so traurig wäre, könnte man meinen, es handele sich um einen Treppenwitz:

    (1) Wer gegen Unrecht vorgeht, wird vermöbelt und vom Staat „beschuldigt“.

    (2) Wer nicht gegen Unrecht vorgeht, wird vermöbelt und vom Staat „beschuldigt“. (U-/S-Bahn München: Politiker fordert Haftstrafen für Tatenlose)

    Egal was Du tust, es ist immer falsch und der Staat hat immer Recht. Irgendwie kommt mir das bekannt vor, aber die DDR war ja so grausam.

  9. Natürlich sind, wie es oben schon hieß, Polizisten nur Menschen. Dennoch sollten gerade sie in solchen Situationen den Überblick bewahren (können), schließlich werden sie dafür ausgebildet. Sie sollten die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ richtig einschätzen können.

    Auf der anderen Seite sollte man Brians Punkt (Kommentar 11) nicht unterschätzen. Es ist nicht zu erkennen, wie es zu diesen Situationen gekommen ist und, ich nehme mal an, die Wenigsten, der bisherigen Kommentatoren, waren dabei. Das macht es leicht über die „böse Exekutive“ zu schimpfen (wie es auch schon in anderen Blogs zu lesen war). Interessant finde ich dabei auch, dass ein Polizist als Schweinehund bezeichnet und die Gruppe mit erhobenen Fingern bedroht wird und kurz darauf Sprechchöre mit „Wir sind friedlich – was seid ihr“ ertönen…

  10. Wer ein wenig recherchiert wird feststellen das Herr H. (das ist der Radfahrer welcher Prügel bezog) kein unbeschriebenes Blatt ist. Es war im Juni 2009 bei der gewaltätigen Demo in Tempelhof dabei „Squat Tempalhof“ (Befreit Tempelhof) wo es zu versuchten Befreiung von Verhafteten kam, wo ein Polizist die Waffe ziehen musst um sich von den Demonstranten zu schützen. Wo Herr H. sich einer Verhaftung entzog, weil die Polizistinnen in nicht halten konnten (siehe Video: http://www.youtube.com/watch?v=qATfQ01T59c).

    Möglicherweise hatte man ihn wiedererkannt, daher das harte Vorgehen, was ich hiermit nicht entschuldigen möchte.

    1. @orangejuice: Erstens mal ist es ganz natürlich das jeder Gefangene zu flüchten versucht, das ist menschlich. Jemand der das nicht versucht hat offenbar seine individuellen Bedürfnisse vollständig denen dieser Gesellschaft untergeordnet, wie eine Gesellschaft aus solchen Menschen aussieht will ich mir nicht vorstellen. Weil die Flucht eben eine völlig natürliche Reaktion ist, hat der Gesetzgeber auch keine Strafbarkeit dafür vorgesehen. Und wenn der Mann nun schonmal vor der Polizei geflüchtet ist und die Polizei danach keine Fahndung nach ihn eingeleitet hat, muss man einfach davon ausgehen das die juristische Grundlage ihn damals festzuhalten äußerst dünn war und sich wahrscheinlich nur auf irgendeine diffuse Gefahr bezog die damals abgewendet werden sollte. Das man ihn wiedererkannt hat, hätte allenfalls Handschellen gerechtfertigt, nachdem man ihn auf angemessene Weise in gewahrsam genommen hat (üblicherweiser sind Polizisten ganz nette Leute und verzichten wenn keine Fluchtgefahr erkennbar ist auf Handschellen).
      Ich finde das ein bisschen gefährlich das man jetzt versucht alle möglichen Erklärungen für das Verhalten dieser Polizisten zu liefern, anstatt ganz klar zu sagen dass diese Sache unter allen denkbaren Umständen völlig inakzeptabel ist.
      Auch die Sache mit Tempelhof und dem einen Beamten der glaubte sich mit der Waffe verteidigen zu müssen würde ich ein wenig differnzierter sehen. Der Mann war soweit ich das beurteilen kann selbst zu keinen Zeitpunkt in Gefahr (auch böse Autonome schmeißen keine Steine auf am Boden liegende Gefangene). Er wollte halt einfach den Gefangenen auf keinen Fall laufen lassen und ob dafür die Androhung tödlicher Gewalt noch ein verhältnismässiges Mittel ist würde ich doch sehr bezweifeln. Hätte er sich einfach mal ein Stück zurückgezogen wäre garnichts passiert.

  11. Spiegel online schreibt:
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,648950,00.html

    „…
    Berliner Polizist fliegt aus seiner Einheit

    Er bleibt im Dienst, muss aber seine Einheit verlassen: Die Polizei in Berlin hat erste Disziplinarmaßnahmen gegen den Beamten getroffen, der einen Radfahrer prügelte. In einem Schreiben, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, wirft das Opfer der Polizei vor, den Ablauf der Ereignisse vertuschen zu wollen.
    …“

    Rücktritt wie bei Politikern „weg vom Fenster“
    — Irgend wo steht dass der Radfahrer 2007 bei ner Demo war — ja klar und ich merke mir 50000 Gesichter … War da schon DEMO Screening aktuell ..

  12. Hi,

    jetzt ist es ja gerade sehr trendy, die Gewaltbereitschaft der Polizei zu demonstrieren, indem auf einmal überall anonyme Videos und subjektive Berichte darüber auftauchen.

    Am Samstag wurden über sämtliche Kommunikationskanäle gegen Hanns-Martin, der gegen Stefan Raab antrat, unsägliche Kommentare und Hasstirade verbreitet.

    Wir brauchen keine Stasi 2.0, wir überwachen uns selber. In einem Medium, in dem man Informationen, und noch wichtiger, Meinungen so schnell verbreiten kann, ist ein „heimliches“ Agieren gar nicht mehr möglich. Natürlich sollte man das auch nicht einfach so hinnehmen, aber wie kann ich mir eine Meinung über die Situation über den Mann im „blauen T-Shirt“ bilden? Der ist ja schon fast ein Märtyrer, der wird irgendwann irgendwo interviewt, und ist der Star der Szene.

    Leider sieht man sowohl hier, als auch in etlichen anderen Blogs und Foren, dass sehr viele Personen, die ach so aufgeklärt sein wollen, doch nur Mitläufer sind. Hanns-Martin Bashing, Polizei Bashing, Politik Bashing. Hauptsache mal mitgeredet.

    Nicht falsch verstehen, viele Dinge finde ich auch nicht in Ordnung, Hanns-Martin war sehr arrogant, und die Videos sind in der Tat recht brutal. Aber dennoch sehe ich auch die Gefahr, dass so manche Diskussionsplattformen dazu dienen, um gegen gewissen Gruppen oder Personen zu mobilisieren, und sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt. So kann ich mir gut vorstellen, dass bei der nächsten Demo die Polizei nur deshalb provoziert wird, damit im richtigen Moment jemand mit der Kamera zur Stelle ist, um es bei YouTube reinstellen zu können.

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